Wechsel zu europäischen Fondsanbieter sinnvoll?

  • Zitat:

    „Auffällig ist laut Heinrich auch, dass Anlegerinnen und Anleger gezielt auf Produkte setzen, die von fallenden Kursen an den amerikanischen Aktienmärkten profitieren. Heinrich sieht hier Käufe des Xtrackers S&P 500 Inverse Daily Swap (LU0322251520) und des Xtrackers S&P 500 2x Inverse Daily Swap (LU0411078636).“.


    Also immer feste druff…,,

    So denkt also die deutsche Anleger:in.

  • Ich habe hier jetzt nicht viel gelesen in diesem Thread … empfinde aber schon nach ein paar Spotlights das Bedürfnis, auf die alte Weisheit hinzuweisen, dass Angst und Panik schlechte Ratgeber sind.

    Irrationale Ängste vor den USA lassen sich auch schön kontern mit dem alten Argument, dass für einen europäischen Anleger, dessen Wohl und Wehe von Europa abhängt, eine kontinentale Diversifizierung braucht.

    Insofern: Cool bleiben. 8)

    Viele singen das Hohelied vom prognosefreien Investieren ohne Markettiming, meinen dann in anderen Fragen aber plötzlich glasklar die Zukunft zu sehen. ;)

  • Hallo zusammen,

    Ich lese viel in diesem Forum, weil ich absoluter Anfänger bin. Vieles verstehe ich nicht 😅, weil mir einfach das Wissen fehlt. Genauso bei diesem Post.

    Könntet ihr einmal erklären was der Unterschied der Fondanbieter ist und wo evtl. Probleme folgen könnten?

    Danke schon mal vorab 😃

  • Es könnte auch sein, dass alle die die es wagen ihr Geld nicht bei einem amerikanischen Anbieter anzulegen mit einer Sonderabgabe bestraft werden oder amerikanische Anbieter besser performen weil sie möglicherweise bevorzugten Zugriff auf Daten und Analysen der Bigtec + US-Geheimdienste bekommen ;) extra umschichten würde ich daher ebenfalls nicht, etwas Diversifikation über mehrere Anbieter schadet aber bestimmt nicht. Evtl ja auch ohnehin kombinierbar mit Steueroptimierung wie der von Finanztip empfohlenen 3x10 Strategie. Interessieren würde mich aber grundsätzlich ein von Profis durchleuchtetes WorstCase Szenario und ob europäische Anbieter technologisch, rechtlich etc wirklich unabhängig von den US wären und dann im Sinne der europäischen Anleger agieren können und würden.

  • Paranoid kann man immer sein. Letztlich bricht unser ganzes virtuelles ETF Sparen in sich zusammen, wenn Trump Microsoft anweist, sein Betriebssystem in der EU vom Netz zu nehmen.

    Oder wenn ein Super-Flare der Sonne unsere Stromnetze grillt.

    Oder Putin die Kapitulation von Polen oder Deutschland fordert, weil er sonst eine jede Hauptstadt mit Nuklearwaffen plattmacht.

    Trotzdem schadet es nicht, zu diversifizieren. Und ich setze lieber auf (zB) Xtrackers und Ftse als Ishares und Msci.

  • Irrationale Ängste vor den USA lassen sich auch schön kontern mit dem alten Argument, dass für einen europäischen Anleger, dessen Wohl und Wehe von Europa abhängt, eine kontinentale Diversifizierung braucht.

    Zumal Europa mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat. Es gibt sogar Stimmen, die Europa als nicht investierbares Totland bezeichnen. Wegen Bürokratie, hoher Steuern, unsicherer Energieversorgung, mangelnder Verteidigungsfähigkeit, schlechter Demografie und des Rückstands bei Technologie. Vor diesem Hintergrund erscheint selbst das politische Risiko „Trump“ in den USA vielen Investoren als weniger gravierend.

    Solche Negativnarrative lassen sich allerdings auch über China, eigentlich über alle Emerging Markets und über Asien insgesamt erzählen. Am Ende bleibt kaum ein Markt ohne Risiko. Vielleicht ist das sogar gut so. Denn nur Risiko ermöglicht (Über-)Rendite.;)

  • und 2023 schließlich den Fonds mit einem anderen steuerschädlich nach Irland verschmolzen, also wieder anderer Index. Habe daraufhin alles verkauft.

    Das war ja ziemlich dumm. Wieso nimmst du US-lastige ETFs ohne Sitz in Irland, ignorierst über Jahre eine angekündigte Konsolidierung und verkaufst nach der Steueroptimierung, die langfristig mehr Geld einspart als der Domizilwechsel kostet, auch noch die Anteile, um mehrmals Gebühren und Spreads zu haben? Junge, Junge. :D

    Davon abgesehen würde ich als Europäer so oder so die Finger von Scamguard lassen. Viel zu teuer. Kann sich ja jeder mal ausrechnen, was er über Jahrzehnte abdrückt, um die Gebühren für US-Anleger zu subventionieren. Außer man will auch einen sechsstelligen Betrag verzichten, um auf Reddit Likes zu farmen. Aber dann wird man eh nicht lange am Markt sein, sondern emotional beim nächsten Crash aussteigen.

  • Es gibt sogar Stimmen, die Europa als nicht investierbares Totland bezeichnen. Wegen Bürokratie ...

    Was Sie sagen ... - Frau von der Leyen erst vor 12 Monaten versprach (*)

    "einen beispiellosen Abbau von Bürokratie" ...

    Was sie tatsächlich tun:

    Schließlich und de facto gab es unter der Präsidentin der Europäischen Kommission - besagter Frau der Leyen (siehe oben) -

    "Im Jahr 2025 mehr neue Rechtsakte der EU - mit insgesamt 1.456 - als in den Jahren zuvor"

    (Quelle: "Die Welt" vom 31. Januar 2026 beispielsweise)


    (*) Vermutlich hatte sich Frau von der Leyen bei Ihrem Versprechen nur versprochen ...

  • Das war ja ziemlich dumm. Wieso nimmst du US-lastige ETFs ohne Sitz in Irland, ignorierst über Jahre eine angekündigte Konsolidierung und verkaufst nach der Steueroptimierung, die langfristig mehr Geld einspart als der Domizilwechsel kostet, auch noch die Anteile, um mehrmals Gebühren und Spreads zu haben? Junge, Junge. :D

    Erstens, ich war Anfänger, der Amundi war mein erster ETF. Ich hatte nicht so sehr auf das Domizil geachtet, sondern eher auf den Fonds Inhalt. Die Wichtigkeit war mir einfach nicht klar, bzw. wurde nicht deutlich genug kommuniziert.

    Zweitens, die Ankündigung war nur wenige Wochen vorher im November 2023 in meiner Postbox, nämlich, dass er im Dezember 2023 verschmolzen wird. In einem dieser Kapitalmaßnahmen Dokumente, normalerweise schaue ich da selten rein, war fast schon Glück. Sie wurde also nicht Jahre vorher angekündigt, zumindest nicht über offizielle Kanäle.

    Drittens, die Gebühren und Spreads waren mir egal. Ich hatte da langfristig kein gutes Gefühl, zumal sie die Jahre zuvor auch schon immer mal etwas geändert hatten (Indexwechsel).

    Davon abgesehen würde ich als Europäer so oder so die Finger von Scamguard lassen. Viel zu teuer. Kann sich ja jeder mal ausrechnen, was er über Jahrzehnte abdrückt, um die Gebühren für US-Anleger zu subventionieren. Außer man will auch einen sechsstelligen Betrag verzichten, um auf Reddit Likes zu farmen. Aber dann wird man eh nicht lange am Markt sein, sondern emotional beim nächsten Crash aussteigen.

    Es ging doch um Amundi. Und ansonsten ist dein Beitrag ziemlich verwirrend (was hat Reddit oder was haben Gebühren mit der Risikotoleranz im Crash zu tun?)

  • Erstens, ich war Anfänger, der Amundi war mein erster ETF. Ich hatte nicht so sehr auf das Domizil geachtet, sondern eher auf den Fonds Inhalt. Die Wichtigkeit war mir einfach nicht klar, bzw. wurde nicht deutlich genug kommuniziert.

    Zweitens, die Ankündigung war nur wenige Wochen vorher im November 2023 in meiner Postbox, nämlich, dass er im Dezember 2023 verschmolzen wird. In einem dieser Kapitalmaßnahmen Dokumente, normalerweise schaue ich da selten rein, war fast schon Glück. Sie wurde also nicht Jahre vorher angekündigt, zumindest nicht über offizielle Kanäle.

    Drittens, die Gebühren und Spreads waren mir egal. Ich hatte da langfristig kein gutes Gefühl, zumal sie die Jahre zuvor auch schon immer mal etwas geändert hatten (Indexwechsel).

    1. Ja, dann hast Du Dich nicht informiert und in Dinge investiert, die Du nicht verstehst. Ist mir als Anfänger auch passiert. Aber dafür gebe ich dann nicht dem Anbieter die Schuld, der auch für deutsche Steuergesetze nicht zuständig ist.

    2. Nee, die Konsolidierung war schon bei der Übernahme angekündigt worden und ist ja auch logisch, dass nicht zig identische Produkte im Angebot sind, wenn man wettbewerbsfähig sein möchte. Wenn man selbst einen relevanten Teil seines Geldes bei einem Emittenten investiert und dann dessen Aufkauf sowie die Aussagen des neuen "Besitzers" ebenfalls über Jahre ignoriert, dann muss man sich auch an dieselbe Nase fassen wie vorher.

    3. Ja, noch so ein Anfängerfehler. Beim nächsten mal vorher informieren, nicht über Jahre auf Ewigkeitsklauseln hoffen, wirtschaftliche sowie steuerliche Optimierungen als Problem wahrnehmen und dann rein emotional ("kein gutes Gefühl") Geld verbrennen. Und natürlich auch mal durchrechnen, was überhaupt tatsächlich an Kosten entstehen und was sie langfristig bedeuten (im Gegensatz zum Vorteil eines neuen Domizils, denn ansonsten ist eine Verschmelzung eh irrelevant).


    Aber damit tun sich viele Deutsche halt schwer, egal ob junge Anfänger oder übermütige Boomer. So machten andere mit Riester ("steuersparsam") auch ihr Geld und das waren nicht die Anleger. Und schuld haben dann immer alle anderen. Statt mal drei Stunden für Recherchezwecke zu investieren, verbrennt man lieber drei Jahrzehnte Geld und macht dann große Augen. Oje, oje.

  • 1. Ja, dann hast Du Dich nicht informiert und in Dinge investiert, die Du nicht verstehst. Ist mir als Anfänger auch passiert. Aber dafür gebe ich dann nicht dem Anbieter die Schuld, der auch für deutsche

    Vielleicht hatte ich mich auch nicht korrekt ausgedrückt: es kann schon sein dass mir die Vorteile eines irischen Domizils klar waren, aber mir war damals noch der ESG Ansatz wichtig, der ETF von Amundi schien mir da am besten, Luxemburg war da zweitrangig.

    2. Nee, die Konsolidierung war schon bei der Übernahme angekündigt worden und ist ja auch logisch, dass nicht zig identische Produkte im Angebot sind, wenn man wettbewerbsfähig sein möchte. Wenn man selbst einen relevanten Teil seines Geldes bei einem Emittenten investiert und dann dessen Aufkauf sowie die Aussagen des neuen "Besitzers" ebenfalls über Jahre ignoriert, dann muss man sich auch an dieselbe Nase fassen wie vorher.

    Ich hatte keinen Lyxor ETF, sondern einen Amundi ETF. Die Übernahme hatte ich zwar frühzeitig wahrgenommen, aber dass das irgendwann zwei Jahre später ein Steuerereignis auslösen würde, konnte wohl niemand erahnen. Ich glaube die meisten waren überrascht, sonst hätten sie ja schon 2021/22 verkauft.

    3. Ja, noch so ein Anfängerfehler. Beim nächsten mal vorher informieren, nicht über Jahre auf Ewigkeitsklauseln hoffen, wirtschaftliche sowie steuerliche Optimierungen als Problem wahrnehmen und dann rein emotional ("kein gutes Gefühl") Geld verbrennen. Und natürlich auch mal durchrechnen, was überhaupt tatsächlich an Kosten entstehen und was sie langfristig bedeuten (im Gegensatz zum Vorteil eines neuen Domizils, denn ansonsten ist eine Verschmelzung eh irrelevant).

    Auch hier: wie hätte ich mich 2019 (Sparplan angelegt) informieren sollen, dass Amundi irgendwann Jahre später mehrere wirtschaftliche Optimierungen (Indexwechsel meinst du?) sowie steuerliche Optimierungen (Umzug nach Irland) vornehmen wird. Konnte doch niemand wissen.

    Geldanlage ist auch emotional, nicht nur rational. Wenn mich Amundi dreimal mit Änderungen nervt, Steuern auslöst, und ich nicht mehr verstehe, was da nun eigentlich im Fonds drin ist, dann verkaufe ich halt. Was interessiert mich da ein Spread und dessen langfristigen Opportunitätskosten?

  • Heute Mittag bei ntv:

    Europas größter Vermögensverwalter Amundi reduziert sein Engagement in US-Dollar-Anlagen und wendet sich europäischen und Schwellenmärkten zu. Das berichtet die "Financial Times". Amundi werde den Kunden raten, sich im kommenden Jahr vom US-Dollar abzuwenden, sagte die Vorstandsvorsitzende Valerie Baudson. Amundi verwaltet ein Vermögen von 2,4 Billionen Euro.

    "Amundi hat in den letzten 12 bis 15 Monaten stark diversifiziert und [Kunden] zu einer starken Diversifizierung geraten. Auch für das kommende Jahr wird Amundi seinen Kunden weiterhin zu einer Diversifizierung ihrer Positionen raten", so Baudon.

    Amundi ist ein damit ein weiterer Großinvestor, der angesichts der volatilen Wirtschaftspolitik von Donald Trump erklärt hat, sein Engagement in US-Vermögenswerten reduzieren oder absichern zu wollen. Baudon warnte, "dass "wir weiterhin eine [Abschwächung] des Dollars sehen werden", wenn die US-Wirtschaftspolitik unverändert bleibt".

  • Heute Mittag bei ntv:

    Europas größter Vermögensverwalter Amundi reduziert sein Engagement in US-Dollar-Anlagen und wendet sich europäischen und Schwellenmärkten zu. Das berichtet die "Financial Times". Amundi werde den Kunden raten, sich im kommenden Jahr vom US-Dollar abzuwenden, sagte die Vorstandsvorsitzende Valerie Baudson. Amundi verwaltet ein Vermögen von 2,4 Billionen Euro.

    "Amundi hat in den letzten 12 bis 15 Monaten stark diversifiziert und [Kunden] zu einer starken Diversifizierung geraten. Auch für das kommende Jahr wird Amundi seinen Kunden weiterhin zu einer Diversifizierung ihrer Positionen raten", so Baudon.

    Amundi ist ein damit ein weiterer Großinvestor, der angesichts der volatilen Wirtschaftspolitik von Donald Trump erklärt hat, sein Engagement in US-Vermögenswerten reduzieren oder absichern zu wollen. Baudon warnte, "dass "wir weiterhin eine [Abschwächung] des Dollars sehen werden", wenn die US-Wirtschaftspolitik unverändert bleibt".

    Ziehen demnächst alle Amundi-ETFs als Swapper nach LU um?