Ja, das zu versteuernde Einkommen ist deutlich niedriger als das Brutto-Einkommen. Das wird gerne mal vergessen.
Ich zahle auch auf mein sechsstelliges Gehalt den Spitzensteuersatz. Der durchschnittliche Steuersatz liegt aber irgendwo bei 22% (es ist ja nunmal einiges absetzbar, wir profitieren auch sehr deutlich vom Ehegattensplitting...).
Klar ist es blöd, wenn man in der Gehaltsabrechnung den Brutto-Jahresbonus ausgewiesen sieht und dann realisiert, dass netto nach allen Abzügen irgendwie nur etwas mehr als die Hälfte davon überwiesen wird. Aber ganz ehrlich: Mir tut das nicht weh! Ich habe genug zum Leben. Zum In-den-Urlaub-Fahren. Um meinem Kind alles an Kleidung, Bildungsangeboten usw. zu bieten, was es braucht. Um ein Depot mit einer vierstelligen Summe im Monat zu besparen und eine Immobilie abzuzahlen.
Habe ich mir das hart erarbeitet? Ja. Gibt es Leute, die ebenso hart arbeiten und viel weniger bekommen als ich? Auch ja. Hatte ich ein riesiges Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der genug Geld da war, mit bildungsaffinen Eltern und dann auch noch dem Glück, an einem Studium und einem Job Spaß zu finden, mit dem man sehr überdurchschnittlich Geld verdient? Auch ja.
Ich hatte und habe ein verdammtes Glück im Leben.
Und bevor man bei den Schwächsten der Gesellschaft (Alleinerziehende, Behinderte, Flüchtlinge, Kinder im Bürgergeldbezug...) spart, sollte man absolut bei Leuten wie mir die Steuer erhöhen!
Know your privilege.