Aus meiner Erfahrung als Vater ist der erste Fehler unseres Schulsystems, dass die Kids bzw. deren Eltern schon nach der Grundschule eine Entscheidung treffen müssen, auf welche weiterführende Schule das Kind gehen soll. Das ist alles andere als kindgerecht, das skandinavische System ist dagegen weit sinniger und nachhaltiger; dort wird 9 Jahre gemeinsam unterrichtet.
Dankenswerterweise gibt es in der deutsch-dänischen Grenzregion auf unserer Seite dänische Schulen. Meine beiden ältesten Töchter haben die dänische Schule besucht, es gab dort so gut wie nie Unterrichtsausfall und Hausaufgaben waren allein Sache der Lehrer und Schüler, das fiel nicht im häuslichen Bereich den Eltern zu wie in deutschen Schulen.
Das Nesthäkchen erblickte zur Jahrtausendwende das Licht der Welt und wurde in der deutschen Dorfschule eingeschult. Dort begann relativ früh der Unterichtsausfall mit einer gewissen Regelmässigkeit und in Klasse 2 war der Unterricht für das Kind so langweilig, weil es extrem unterfordert war.
Testweise erhielt es dann im 2. Halbjahr der 2. Klasse die Möglichkeit, sich den jahrgangsübergreifenden Unterricht (Jahrgangsstufe 1, 2 und 3 lernen in einer sogenannten Lerngruppe mit einer Lehrkraft und einem Pädagogen) an einer neu gegründeten Montessorischule. Unterrichtsausfall gab es dort nicht und Hausaufgaben auch nicht, der Schultag ging von 8:45 bis 15:45 und die Unterrichtseinheiten dauerten auch nicht nur 45 Minuten. Das passte soweit, dort machte das Kind dann seinen Realschulabschluss und ging anschliessend auf eine Gesamtschule, wo sie am Ende ihr Abitur ablegte.
Natürlich mussten wir dort Schulgeld bezahlen, also wurde ein Auto durch ein Fahrrad ersetzt, so dass die finanziellen Möglichkeiten dann passten.
Die beiden grossen verdienen heute in Dänemark locker 30% mehr bei einem im Vergleich zu Deutschland geregelterem und familienfreundlicheren Arbeitsumfeld,