Entsparportfolio Ü70 - Ideen & Anregungen zum (teilweisen) Inflationsausgleich

  • NotCroesus Noch eine Rückfrage: Wenn ich das richtig verstehe, kommen die 200k aus einer Erbschaft und reichen (zusammen mit der Rente), gerade aus, um für die nächsten 10 Jahre die laufenden (!) Kosten des Hauses und die Lebenshaltungskosten abzudecken.

    Verfügt Dein Vater sonst über irgendwelche Reserven, Notgroschen, Instandhaltungsrücklage etc., oder gar nichts? Die geplante Anlagestrategie bietet genug Flexibilität, das Geld soll ja komplett liquide gehalten werden, insofern wäre es erstmal kein unmittelbares Problem, wenn am Haus etwas größeres zu machen wäre (und sei es sowas wie barrierefreier Umbau des Bads, Treppenlift etc.). Aber wenn sonst keinerlei Reserven da sind, schrumpft das Geld ggf. sehr schneller als geplant und reicht keine zehn Jahre.

  • Danke für die Nachfrage. Ja, die (finanzielle) Situation ist tatsächlich recht ernüchternd: Die 200k kommen bald aus dem Verkauf einer ETW. Über die Rente von ca. 20k hinaus besteht ein jährlicher Bedarf von 18-20k, teils für generelle Lebenshaltung, teils für Unterhalt einer ca. 50 Jahre alten, stattlichen Immobilie (250qm+ auf gut 1400qm Grund) mit veralteter Ölheizung, schlechter Dämmung etc.

    Liquide Reserven sind z.Zt. minimal (< 5k) und alle illiquiden Vermögensgegenstände, die sich nur mit Vorlauf und/oder Preisabschlag "versilbern" lassen, schätze ich auf 20k. Letzte Möglichkeit, an Bares zu kommen, ohne die Immobilie aufzugeben, wäre ein Aufsplitten des Grundstücks mit anschließendem Verkauf des unbebauten Teils. Das wäre für ihn natürlich am wenigsten wünschenswert.

    Der jährliche Bedarf ist der Durchschnittswert der tatsächlichen Ausgaben der letzten 10 Jahre.

    Also, es ist sehr gut möglich, dass 200k nicht 10 Jahre reichen werden, was ich ihm auch (noch einmal) ganz klar machen muss. Im Moment gilt für ihn aber noch das Motto "Immobilie unter allen Umständen halten, weil 2030 erlebe ich eh nicht".

  • Die (finanzielle) Situation ist tatsächlich recht ernüchternd: Die 200k kommen bald aus dem Verkauf einer ETW. Über die Rente von ca. 20k hinaus besteht ein jährlicher Bedarf von 18-20k, teils für generelle Lebenshaltung, teils für Unterhalt einer ca. 50 Jahre alten, stattlichen Immobilie (250qm+ auf gut 1400qm Grund) mit veralteter Ölheizung, schlechter Dämmung etc.

    Der jährliche Bedarf ist der Durchschnittswert der tatsächlichen Ausgaben der letzten 10 Jahre.

    Dein Herr Vater ist nicht der Staat. Er kann im Gegensatz zu diesem das Geld wirklich nur einmal ausgeben. Und wenn es aus ist, ist es aus.

    Es ist sehr gut möglich, dass 200k nicht 10 Jahre reichen werden, was ich ihm auch (noch einmal) ganz klar machen muss. Im Moment gilt für ihn aber noch das Motto "Immobilie unter allen Umständen halten, weil 2030 erlebe ich eh nicht".

    Diese Frage stellt sich für alle alten Leute, die ihr Vermögen auf ihre kalkulierte Restlebenserwartung verteilen. Dabei ist der weniger unangenehme Fall (zumindest finanziell gesehen), wenn die kalkulierte Restlebenserwartung unterschritten wird. Der finanziell weniger angenehme Fall ist, daß das Geld aus ist, man aber noch weiterlebt.

    Da läßt sich keine Lösung finden, vor allem dann nicht, wenn der Betroffene (wie hier) offensichtlich die Augen vor den Gegebenheiten verschließt.

    Er kann sein Eigenheim nicht belasten, keine Bank dürfte ihm einen Kredit geben. Möglicherweise würde die Bank Dir einen Kredit auf dieses Eigenheim geben. Wäre vielleicht eine Idee, das Haus zur Hälfte oder ganz auf Dich zu überschreiben, auch mit Blick auf die Erbschaftsteuer. Das nur als erste Idee, ob sie praktikabel sein könnte, läßt sich aus Deinen bisherigen Angaben nicht ermessen.

  • Wenn das Grundstück so groß ist, vielleicht kann man es für Tiny Häuser vermieten oder Zimmer an Studenten? Ein Bekannter hat immer drei Zimmer in seinem großen Haus vermietet, er liebt es, nicht allein zu sein und ab und zu interessante Unterhaltungen zu führen. Die haben natürlich auch nicht so große Ansprüche an den Zustand der Zimmer und Bäder etc.

  • Danke für die Anregungen!

    Die Einsicht in die grundsätzliche Sinnhaftigkeit von Alternativen wie Überschreibung, Vermietung, evtl. Umzug in etwas Kleineres usw. - muss erst noch reifen.

    Wünschenswert wäre, dass er einen sinnvollen Weg wählt, mit dem er selbst wirklich glücklich ist - und zwar bevor die finanzielle Realität ihm keine echte Wahl mehr lässt.

  • Erstmal ist ja Geld vorhanden, um das große Haus zu halten. Nach deinen Angaben für ca. 10 Jahre. In der Zeit kann viel passieren.

    Vielleicht wird deinem Vater das Haus in ein paar Jahren zu viel oder er ist dann vielleicht auf Pflege angewiesen oder...

    Deinem Vater sollte nur klar sein, dass er spätestens dann das Haus wahrscheinlich verkaufen muss, um genug liquide Mittel für Miete, Pflegedienst oder Pflegeheim zu haben.