Also hast du dir gar nicht erst die Mühe gemacht, Brittys Link mal zu lesen?
ZitatAlles anzeigenDer Traum vom Solarpaket
Einen großen Teil der Schuld trage die EU, sagt Krause-Tünker. Noch vor zwei Jahren seien die Interessenten Schlange gestanden. Denn: Die damals regierende Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP hatte gerade das Solarpaket I auf den Weg gebracht. Das Paket sollte den Ausbau der Photovoltaik beschleunigen und bürokratische Hürden abbauen.
Und: Es stellte für die Agri-PV eine besondere Förderung in Aussicht. Um 2,5 Cent pro Kilowattstunde sollte sich die Einspeisevergütung für den Strom aus besonderen Solaranlagen erhöhen, darunter Agri-PV. Bundestag und Bundesrat segneten die Pläne ab.
Der Berlin-Brüssel-Streit
Eine Sonderbehandlung, die durchaus Sinn ergibt, erklärt Lisa-Marie Schieferstein, Expertin für vertikale Agri-PV am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. Denn Agri-PV-Anlagen seien in der Installation teurer als Freiflächenanlagen, sie benötigten größere Abstände und mehr Licht und haben zunächst einen geringeren Stromertrag.
„Das, was Next2Sun macht, ist genau das, was sich viele Kommunen und Firmen wünschen“, sagt Schieferstein. Das Problem war nur: Die EU-Kommission spielte nicht mit. Die erforderliche Genehmigung für die Förderung, auf die viele Interessenten und Investoren gesetzt hatten, blieb aus.
Denn: Brüssel machte die Zustimmung von einer Regelung abhängig, die übermäßige Gewinne von Betreibern begrenzen soll, wenn diese dank staatlich abgesicherter Vergütungen und hoher Strommarktpreise mehr einnehmen als ursprünglich kalkuliert. Deutschland hatte sich bereits 2022 verpflichtet, einen solchen Rückforderungsmechanismus einzuführen.
Über den Zeitpunkt der Umsetzung entbrannte jedoch ein Streit zwischen der Kommission und der Bundesregierung: Das Wirtschaftsministerium vertrat die Auffassung, die Übergewinn-Verpflichtung greife erst Mitte 2027. Die EU-Kommission bestand jedoch auf einer zeitnahen Umsetzung.
„Wir sind ein Kollateralschaden“
„Diese Verpflichtung ist eine Voraussetzung für die Genehmigung der deutschen Beihilferegelung“, hieß es noch im April 2026 in einer parlamentarischen Antwort der zuständigen EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera. Next2Sun-Chef Krause-Tünker nennt das „inhaltlich totalen Unsinn“, aber das Ergebnis blieb: Die EU und Deutschland konnten sich nicht einigen – die Förderung war Geschichte.
Die Folge für Next2Sun: Vollbremsung. Statt 2025 weiter zu wachsen, gab es nach eigenen Angaben keinen einzigen nennenswerten Neuauftrag. Die Hälfte des Umsatzes brach ein, Verbindlichkeiten mussten bedient, Personal bezahlt werden. „Das war für uns eine absolute Vollkatastrophe“, sagt Krause-Tünker. „Die haben uns vor den Bus geworfen. Wir sind ein klarer Kollateralschaden der Politik aus Brüssel.“
Und das ist alles die Frau schuld, die seit Mai 2025 Wirtschaftsministerin ist. Natürlich.