Kabel- und DSL-Vergleich

Schnelles Internet muss nicht teuer sein

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Stand: 21. Juli 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Treue lohnt sich nicht: Gerade ältere Verträge sind häufig langsam oder teuer. Mehr als 30 Euro im Monat darf Sie schnelles Internet nicht kosten.
  • Fürs alltägliche Surfen reicht ein Tarif mit einem Download-Tempo von 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Für Vielsurfer und Familien sollten es 50 Mbit/s sein.
  • Ein Wechsel zum neuen Anbieter dauert Wochen. Planen Sie deshalb genügend Zeit ein. Falls Sie schon wissen, welchen Tarif Sie wollen, können Sie direkt mit dem Anbieterwechsel beginnen.
Finanztip-Empfehlungen
  • DSL für Normalnutzer: 
    Red Internet & Phone 16 DSL von Vodafone für effektiv rund 28 Euro;
    Komplett basic von Easybell für effektiv rund 29 Euro; 
    DSL 16 von 1&1 für effektiv rund 29 Euro.
  • DSL für Vielsurfer, Familien, WGs:
    O2 my Home M von Telefónica für effektiv rund 30 Euro; 
    Red Internet & Phone 50 DSL von Vodafone für effektiv rund 32 Euro.

  • Kabel für Normalnutzer:
    Eazy20 von Eazy für effektiv rund 20 Euro (wo verfügbar); 
    Pure Surf 20 von Pyur (Tele Columbus) für effektiv 20 Euro (wo verfügbar).
  • Kabel für Vielsurfer, Familien, WGs:
    Red Internet & Phone 50 Cable von Vodafone für effektiv rund 29 Euro.
  • Die Finanztip-Empfehlungen haben wir zuletzt im Februar 2019 in unserem Kabel-DSL-Test erhoben. Wir überprüfen regelmäßig die Preise der empfohlenen Tarife. Wird ein Tarif zu teuer, entfernen wir ihn.

Dein Internet ist in Zeiten von Corona und Homeoffice sehr langsam? Achtung: halte besser dennoch die Füße still und geh nicht sofort zu einem neuen Anbieter. Denn zum einen besteht dabei immer das Risiko, einige Tage ganz ohne Netz dazustehen. Zum anderen kannst Du Deinem Internet aber auch ohne Kündigung schnell auf die Sprünge helfen. Oft reicht es nämlich schon, den Tarif auf den neuesten Stand zu bringen und an die Mehrbelastung anzupassen. Wir erklären Dir, wie Du das ganz einfach hinbekommst.

Kabel- oder DSL-Internet gehört zu den eigenen vier Wänden wie Warmwasser und Strom. Bei den meisten ist der Einzug in das neue Zuhause erst komplett, wenn das W-Lan die Wohnung mit der Außenwelt verbindet.

Doch wer nicht alle paar Jahre mal kurz nachschaut, ob der eigene Tarif noch auf der Höhe der Zeit ist, zahlt schnell zu viel oder ist zu langsam im Netz unterwegs. Mit unserem Kabel- und DSL-Preisvergleich finden Sie Schritt für Schritt den besten Internettarif.

Schritt 1: Welcher Internetanschluss ist der richtige?

Am weitesten verbreitet sind in Deutschland Anschlüsse per Telefonkabel (DSL) und TV-Kabel. Beide Arten bieten günstige Tarife, die für die meisten Nutzer im Alltag ausreichen. Tendenziell bieten Kabeltarife etwas mehr fürs Geld als DSL-Angebote. Allerdings gibt es pro Haus immer nur einen Kabelanbieter. Bei DSL haben Sie hingegen mehr Auswahl.

Für Satellit- oder Hybrid-Lösungen über LTE sollten Sie sich nur entscheiden, falls Sie keinen Kabel- oder DSL-Anschluss im Hause haben. Wenn Sie gerade ein eigenes Haus bauen oder das in nächster Zeit planen, lassen Sie am besten direkt einen Glasfaser-Anschluss legen. Denn Glasfaser gilt als die zukunftsfähigste Technologie. Mehr zu den verschiedenen Anschlussarten erfahren Sie in unserem Ratgeber zum richtigen Internetanschluss.

DSL fast überall verfügbar – Kabel in jedem zweiten Haushalt

Die meisten Telefonleitungen sind heutzutage DSL-fähig. Daher haben wir bei unserer Untersuchung darauf geachtet, dass immer auch ein DSL-Tarif in unseren Empfehlungen vertreten ist.

Ein TV-Kabelanschluss ist dagegen nur in etwa der Hälfte der Haushalte verlegt. Wenn Sie als Mieter nicht wissen, ob Sie in Ihrer Wohnung einen Kabelanschluss haben, fragen Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung. Sie benötigen aber keinen TV-Kabelvertrag, um per TV-Kabel im Internet zu surfen. Fernsehen können Sie auch per Satellit oder über das Internet.

In unserem Preisvergleich 2019 haben sich die großen, überregionalen Kabelanbieter sehr gut geschlagen. Es gibt darüber hinaus auch eine Vielzahl von kleinen, regionalen Kabelunternehmen. Es lohnt sich durchaus zu schauen, ob das Angebot Ihres lokalen Anbieters mithalten kann.

Doch Vorsicht bei der Wahl zwischen DSL und Kabel: Bei Kabelanschlüssen verringert sich das Tempo, je mehr Personen im Haus gleichzeitig surfen. Streamen im Mehrfamilienhaus abends alle gleichzeitig den Tatort, wird das Kabelinternet merklich langsamer.

Schritt 2: Worauf kommt es bei den Kabel- und DSL-Tarifen an?

Die Werbung preist immer schnellere Internet-Geschwindigkeiten an. Das Download-Tempo (auch Downstream genannt) entscheidet maßgeblich, wie schnell Sie im Internet surfen und ob Sie online Filme in hoher Qualität schauen können. Auf das Upload-Tempo (Upstream) kommt es an, wenn Sie große Dateien wie Videos über das Internet verschicken. Aber auch Videotelefonie wird vom Upload beeinflusst.

Die richtige Download-Geschwindigkeit finden

Bei den Empfehlungen unseres Kabel- und DSL-Vergleichs unterscheiden wir zwei Nutzertypen. Häufig reicht es schon, wenn Sie sich an einem der beiden Profile orientieren:

Normalnutzer - Sie surfen häufig im Netz und verschicken E-Mails. Sie hören online Musik, laden ab und an auch mal größere Dateien herunter und spielen von Zeit zu Zeit im Internet. Gern streamen Sie HD-Filme auf dem Smart-TV direkt aus dem Internet. Für diese Aktivitäten reicht normalerweise ein Tarif mit 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aus.

Vielsurfer und Familien - Sie surfen nicht nur viel im Netz, sondern nutzen auch täglich Musik-Streaming und schauen online Videos in der bestmöglichen Auflösung Ultra-HD. Sie laden größere Dateien herunter und verwenden Cloud-Speicher für die Datensicherung. Zu diesem Profil zählen Familien mit Teenagern und Wohngemeinschaften sowie Gamer, die häufig online spielen. Ein Tarif mit mindestens 50 Mbit/s sollte es bei der intensiven Nutzung schon sein. Ein noch höheres Download-Tempo ist ein netter Bonus, der sich im Alltag jedoch nur selten bemerkbar macht.

Im Test gehen wir für beide Nutzertypen davon aus, dass sie keinen eigenen Router haben und das Basismodell des Anbieters bestellen, mit dem sie auch über W-Lan ins Internet können. Außerdem rechnen wir mit einer Flatrate ins Telefon-Festnetz. Diese ist bei den meisten Tarifen grundsätzlich enthalten oder führt nur zu einem geringen Aufpreis. Details zu den Nutzertypen finden Sie am Ende des Textes.

Übersicht der Nutzertypen

 DownloadUploadFestnetzHandy
Normalnutzer16 Mbit/s1 Mbit/s

Flatrate

Minutenpreis
Vielsurfer, Familien50 Mbit/s2 Mbit/sFlatrateMinutenpreis

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Februar 2019) 

Lassen Sie sich nicht von überhöhten Werbeversprechen verleiten  

In zahlreichen Regionen sind DSL-Tarife mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verfügbar. Und der Ausbau der Telefonleitung ist immer noch nicht an seine Grenzen gekommen. Mit dem neuen Super-Vectoring-Verfahren sind mittlerweile DSL-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s möglich. Bei Kabel-Internet werden heute oft 400 Mbit/s und mehr angeboten, während die Unternehmen bereits vom Gigabit-Tempo träumen.

Die immer größeren Zahlen klingen beeindruckend und verführen schnell, einen überteuerten Tarif abzuschließen. Schätzen Sie lieber realistisch ein, wie schnell Ihr Download-Tempo sein muss. Viel wichtiger ist, dass Sie am Ende auch die Leistung bekommen, die Ihnen zusteht.

Schritt 3: Was ist der beste Tarif im Preisvergleich?

Im Februar 2019 haben wir die Tarife der führenden DSL- und Kabelanbieter verglichen. Je nach aktueller Rabattlage können die Preise für die Tarife mittlerweile etwas schwanken. Wir überprüfen regelmäßig, ob ein Anbieter in der Zwischenzeit bei einer Finanztip-Empfehlungen die Preise angehoben hat. So wurde der Tarif Eazy20 beispielsweise im Zuge der deutschlandweiten Vermarktung 2 Euro teurer. Der Tarif bleibt jedoch weiterhin Finanztip-Empfehlung, weil er auch nach der Preiserhöhung ein günstiges Angebot ist.

Alle Details zu unserer Methode lesen Sie am Ende des Textes, doch so viel vorweg:

Bei den meisten Tarifen verschleiern viele einzelne Kostenpunkte den effektiven Preis für den Verbraucher: Hardware-Kosten, Einrichtungskosten und Neukunden-Rabatte vermischen sich mit der monatlichen Grundgebühr. Daher haben wir alle Rabatte und Kosten, die bei einem Anbieterwechsel anfallen, auf fünf Jahre verrechnet.

Unsere Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Die überregionalen Kabelanbieter haben endlich realistische Tarife für Normalnutzer im Sortiment und nicht nur überdimensionierte Turbo-Verträge. Wer einen Kabelanschluss im Haus hat, kann mit einem Tarifwechsel ordentlich sparen.

Mit effektiv 20 Euro im Monat ist der Tarif Eazy20 unschlagbar günstig (20 Mbit/s Downstream). Den Tarif können Sie deutschlandweit buchen. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie einen Kabelanschluss von Vodafone im Haus haben. Der Tarifvermittler Eazy tritt lediglich als Zwischenhändler auf. Den endgültigen Vertrag schließen Sie mit Vodafone. Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich direkt an das Kabelunternehmen, ohne einen schlechteren Kundenservice befürchten zu müssen (Stand: Juli 2020).

Der Tarif Pure Surf 20 kostet etwa 20 Euro und bietet einen Download von 20 Mbit/s. Besonderheit bei dem Kabel-Internet-Angebot von Pyur ist, dass es gegen einen Aufpreis auch ohne lange Vertragslaufzeiten auskommt. Pyur ist ein Zusammenschluss verschiedener Kabelanbieter vorwiegend aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er ist vereinzelt auch in ganz Deutschland zu finden.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer Kabel-Empfehlungen sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Unsere DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Haben Sie keinen Kabelanschluss im Haus, greifen Sie am besten auf einen DSL-Tarif aus unserem Vergleich zurück. Der Tarif Red Internet & Phone 16 DSL von Vodafone ist langfristig mit rund 28 Euro im Monat die günstigste Variante für Normalnutzer (Download 16 Mbit/s). Falls Vodafone Ihnen allerdings einen Regionalzuschlag berechnen möchte, gehen Sie lieber zu einer anderen Finanztip-Empfehlung.

Gerade auf lange Sicht rentiert sich der Tarif Komplett basic von Easybell mit knapp 29 Euro im Monat bei 16 Mbit/s Download. Das Unternehmen steht dafür, sehr modulare Tarife anzubieten, ohne den Grundpreis durch kurzfristige Sonderangebote zu verzerren. Dafür bekommen Sie am Anfang allerdings auch kaum einen Neukunden-Rabatt. Besonders günstig wird der Tarif, wenn Sie Ihren eigenen Router mitbringen und auf die Telefon-Flatrate verzichten. Sie können den Tarif monatlich kündigen.

Mit etwas mehr als 29 Euro im Monat ist auch der Tarif DSL 16 von 1&1 empfehlenswert. 1&1 setzt dabei sehr stark auf Anfangsrabatte und eine geringe Einrichtungsgebühr. Damit ist der Tarif für wechselfreudige Kunden erschwinglich. Und auch in der monatlich kündbaren Variante ist er nicht übermäßig teuer. 

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer DSL-Empfehlungen sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Unsere Kabel-Empfehlung für Vielsurfer, Familien und WGs

Der Tarif Red Internet & Phone 50 Cable kostet effektiv rund 29 Euro im Monat. Gerade der Upload von 4 Mbit/s ist für einen Kabel-Tarif ordentlich, und mit 50 Mbit/s Download-Tempo können auch mehrere Personen parallel im Internet fernsehen, spielen oder chatten.

In unserem Test von Februar 2019 war auch der Tarif Eazy50 eine Finanztip-Empfehlung. Allerdings wurde der Tarif mittlerweile auf eine Download-Geschwindigkeit von 40 Mbit/s gedrosselt und ist damit keine Empfehlung mehr (Stand: Juli 2020).

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer Kabel-Empfehlung sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht Kabel-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WG

Unsere DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Haben Sie keinen Kabelanschluss im Haus, greifen Sie am besten auf einen Tarif aus unserem DSL-Vergleich zurück. Der O2 my Home M von Telefónica kostet effektiv etwas mehr als 30 Euro im Monat. Die 50 Mbit/s Download-Tempo reichen auch für mehrere datenintensive Anwendungen gleichzeitig. Das Besondere bei O2: Sie können mit Ihrem Festnetz-Telefon auch kostenlos auf dem Handy anrufen.

Alternativ können Sie auch zum Tarif Red Internet & Phone 50 DSL von Vodafone greifen, für rund 32 Euro im Monat. Durch Rabatte ist er auf kurze Sicht etwas günstiger und hat ebenso 50 Mbit/s im Download. Allerdings müssen Sie dabei die Gespräche ins Mobilfunknetz extra zahlen.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer DSL-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Auch Vertragslaufzeit und Upload können wichtig werden

In der Regel reicht es, bei der Suche nach dem besten DSL- oder Kabeltarif auf Preis und Download-Tempo zu achten. Allerdings gibt es Ausnahmen von dieser Regel: Auch Upload, Kündigungsfrist und Handy-Aufpreis können für einige Nutzer wichtig sein. In unserem Ratgeber über Internet-Flats lesen Sie mehr zu diesen Tarifmerkmalen.

Schritt 4: Wie wechsle ich am einfachsten zum neuen Anbieter?

Ist der passende Tarif gefunden, kommt der nächste Schritt: der Wechsel. Dabei macht es einen Unterschied, ob Sie von einem DSL-Anbieter zu einem anderen wechseln oder Ihren Internetanschluss von Kabel auf DSL (oder andersherum) umstellen.

Achtung: Eine beliebte Falle beim Ummelden sind sogenannte Sicherheitspakete, die Sie eine gewisse Zeit umsonst nutzen können. Danach sind diese kostenpflichtig, wenn Sie sie nicht kündigen. Beenden Sie solche Zusatzangebote am besten sofort, damit Sie es später nicht versäumen.

So gelingt ein reibungsloser Wechsel des DSL-Anbieters

Haben Sie bereits einen DSL-Vertrag, übertragen Sie den bestehenden Anschluss am besten auf den neuen Anbieter. Andernfalls müssen Sie einen Neuanschluss beantragen. Leider reagieren einige DSL-Anbieter sehr unflexibel auf minimale Fehler im Bestellprozess. Kommt der Umstellungstag, ist der Frust schnell groß, wenn das heimische Internet von einem Moment auf den anderen verschwindet – vor allem, wenn Sie wochenlang auf einen Termin mit einem Techniker warten müssen.

Viele Probleme im Anbieterwechsel können Sie mit den folgenden Hinweisen vermeiden:

  1. Geben Sie dem neuen Anbieter genügend Zeit. Häufig können Sie Ihren DSL-Tarif nur einmal im Jahr kündigen und das mindestens drei Monate vor Vertragsende. Bestellen Sie den neuen DSL-Tarif ruhig schon einige Monate früher (zum Beispiel sechs Monate vor Vertragsende). Sie können beim neuen Anbieter angeben, dass der Vertrag erst beginnen soll, wenn der alte endet.
  2. Lassen Sie Ihren neuen Anbieter an Ihrer Stelle kündigen. Kündigen Sie Ihren alten DSL-Vertrag nicht selbst, sondern beantragen Sie beim neuen Anbieter, dass er Ihren alten Anschluss überträgt (auch Portierung genannt) – er kündigt dann für Sie. Ihre bisherige Telefonnummer können Sie behalten. Das erspart Ihnen Papierkram und verhindert Übergangslücken.
  3. Achten Sie auf die Richtigkeit der eigenen Angaben. Name und Anschrift des neuen Anschlussinhabers müssen exakt mit dem alten Anschlussinhaber übereinstimmen. Schon ein falsches Zeichen, ein fehlender Bindestrich im Namen oder ein kleiner Buchstabendreher kann die Portierung scheitern lassen. Soll der Anschluss auf einen anderen Namen laufen, können Sie das auch noch nach der Umstellung in die Wege leiten.
  4. Entscheiden Sie frühzeitig, ob Sie den Router selbst installieren oder einbauen lassen. Nachdem Sie den Auftrag erteilt haben, bekommen Sie Post von Ihrem neuen Anbieter. Darin teilt er Ihnen mit, an welchem Tag er den Anschluss freischalten wird. Bei unseren Empfehlungen erhalten Sie außerdem einen W-Lan-Router, den Sie mit der Telefondose verbinden müssen. Wenn alles glattgeht, sind Sie nicht länger als einen Tag ohne Internet und Telefon. Trauen Sie sich die Installation nicht zu, erfragen Sie frühzeitig technische Unterstützung von Ihrem neuen DSL-Anbieter.

Der Wechsel von DSL auf Kabel und andersherum

Von der einen Anschlussart auf die andere umzusteigen, ist etwas einfacher. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, können Sie zum Beispiel den alten Anschluss einen Monat länger laufen lassen. Wenn der Wechsel reibungslos läuft, zahlen Sie zwar einen Monat doppelt, doch sind Sie so gegen Pannen beim Übertragen gewappnet.

  1. Kündigen Sie Ihren alten Vertrag rechtzeitig. Schauen Sie nach, wann Sie aus Ihrem DSL-Vertrag herauskommen. Das heißt: Finden Sie die Kündigungsfrist und Restvertragslaufzeit heraus. Viele Verträge verlängern sich um zwölf Monate, wenn sie nicht drei Monate vor Ablauf gekündigt werden. Besonders einfach kündigen Sie mit dem Finanztip-Musterschreiben.
  2. Geben Sie dem neuen Anbieter genügend Zeit. Auch wenn Sie vom DSL-Vertrag zu Kabel oder andersherum wechseln, braucht Ihr neuer Anbieter genügend Vorlauf, um den neuen Anschluss freizuschalten. Sie sollten den neuen Tarif mindestens zwei Monate vor Vertragsende beantragen. Einfacher ist es oft, wenn Sie den neuen Tarif abschließen, sobald Sie den alten kündigen, und mit dem neuen Anbieter direkt abstimmen, wann der Vertrag beginnen soll.
  3. Die Telefonnummer können Sie auch später mitnehmen. Ihre bisherige Rufnummer können Sie auch noch später auf den neuen Anschluss übertragen. Das geht sogar einige Wochen, nachdem der alte Anschluss abgeschaltet worden ist.
  4. Ohne Techniker geht es beim Wechsel der Anschlussart nicht. Achten Sie darauf, dass der Techniker auch an den Internetverteiler in Ihrem Haus kommt. Der ist oftmals im Keller, und gerade in Mehrfamilienhäusern haben nicht alle Mieter einen Schlüssel für den entsprechenden Raum – als Mieter müssen Sie im Zweifel den Termin zwischen Hausmeister und Techniker koordinieren.

Schnäppchenjäger können alle zwei Jahre Rabatte sammeln

Wechselfreudige können in der Regel alle zwei Jahre den Neukunden-Bonus einstreichen. Oft reicht dafür bereits ein Anruf beim Kundenservice des eigenen Kabel- oder DSL-Anbieters. So lassen sich häufig um die 100 Euro sparen. Sagen Sie der Kunden-Hotline einfach, dass Sie überlegen zu kündigen, weil Ihnen der Internettarif zu teuer ist.

Falls Ihr Anbieter nicht auf den Deal eingeht, suchen Sie sich einen neuen. Internet-Hopping sollten Sie jedoch nur betreiben, falls Sie entweder gleichzeitig einen DSL- und Kabelanschluss im Haus haben. Oder falls Sie sich von Geschichten über gescheiterte Technikerbesuche nicht abschrecken lassen.

Warum hat Finanztip „nur“ Preis und Geschwindigkeit untersucht?

Zu fast jedem Anbieter erreichen uns regelmäßig Hinweise von Lesern über fehlgeschlagene Übertragungen (Portierungen) und schlechten Service. Als Kunde nimmt man diese Probleme jedoch nur bei seinem eigenen Anbieter wahr und hat kaum die Möglichkeit einzuschätzen, wie häufig Probleme beim Kundenservice generell auftreten. Das hängt auch damit zusammen, dass die Unternehmen an diesem Punkt nicht sonderlich auskunftsfreudig sind. Und nicht jeder Kunde bewertet den gleichen Service gleich gut oder gleich schlecht.

In unserem Test haben wir daher ganz bewusst darauf verzichtet, die Servicequalität der Anbieter zu vergleichen, da diese nur schwer messbar ist. Außerdem sind die Fehlerquellen bei einem Internetausfall sehr vielseitig. Nicht immer ist der Anbieter für die Misere verantwortlich.

Grundsätzlich hat sich die Qualität des Kundendienstes gerade bei den günstigen Internetanbietern in den vergangenen Jahren verbessert. Das bedeutet jedoch nicht, dass einzelne Anbieter nicht langfristig mit zahlreichen Kundenanfragen überfordert sein könnten, wenn sie umstrukturieren.

So haben wir getestet

Preisvergleich 2019 Internet- und Telefonanbieter

Für unseren Preisvergleich von Internet- und Telefontarifen haben wir im Februar 2019 Angebote von überregionalen Kabel- und DSL-Anbietern untersucht. Wir überprüfen regelmäßig, ob ein Anbieter im Nachhinein bei einer Finanztip-Empfehlungen die Preise anhebt. Wird ein Tarif teurer als vergleichbare Angebote oder erfüllt er nicht länger die Finanztip-Testkriterien, entfernen wir ihn.

In die Anbieterauswahl nahmen wir bundesweit verfügbare Unternehmen auf, die der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdienste als führende Internetanbieter festgestellt hat.

Um keine guten Angebote von kleineren Internet- und Telefonanbietern zu verpassen, ergänzten wir die Auswahl um Unternehmen, die die besten Ergebnisse auf wieistmeineip.de bekommen haben (mindestens 3.000 Bewertungen). Die Seite wieistmeineip.de der Zeitschrift „Computerbild“ ist eine der populärsten Seiten zur Messung und Bewertung des eigenen Internetanschlusses.

Als Sonderfall haben wir auch den Vertragsvermittler Eazy analysiert, da dieser im gesamten Unitymedia-Netz verfügbar ist und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in seiner Tarifauswahl bietet. Eazy bleibt ein Einzelfall, da unserer Kenntnis nach kein anderes Unternehmen ein vergleichbares Geschäftsmodell hat.

Für die Untersuchung der insgesamt neun Anbieter haben wir drei Grundprofile herausgearbeitet, von denen zwei für die abschließenden Empfehlungen relevant sind. Die Profile ergeben sich vor allem aus den Download-Raten:

Übersicht der Nutzerprofile

 DownloadUploadFestnetzDrosselung
Wenignutzer2 Mbit/s384 kbit/sFlatrate100 GB
Normalnutzer16 Mbit/s1 Mbit/s

Flatrate

nein
Vielsurfer, Familien50 Mbit/s2 Mbit/s

Flatrate

nein

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Februar 2019)

Die zusätzlichen Tarifmerkmale haben für die Empfehlungen keine Rolle gespielt. Im Text haben wir aber jeweils hingewiesen auf besondere Uploads, Drosselungen, Telefonflats, Kündigungsfristen, Laufzeiten oder Kosten für Telefonate ins Handynetz. Alle Daten haben wir von den Websites der Anbieter erhoben und uns von den Pressestellen der Anbieter bestätigen lassen. Einzig Vodafone hat nicht auf unsere wiederholte Anfrage geantwortet.

Bei den Kabel- und DSL-Tarifen haben wir alle Kosten und Rabatte auf einen Zeitraum von fünf Jahren zusammengezählt. Diesen relativ langen Zeitraum haben wir gewählt, da die Wechselbereitschaft beim Internetanschluss eher gering ist und wir annehmen, dass die meisten Kunden einen langfristig preiswerten Internet- und Telefonanbieter suchen. Für die günstigsten Tarife, die diese Anforderungen erfüllen, sprechen wir eine Empfehlung aus.

Unsere Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Eazy
Eazy20
  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar
Pyur
Pure Surf 20
  • günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • kurze Vertragslaufzeit möglich
  • vor allem in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar
Nur beim Anbieter abschließbar

Unsere DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Vodafone
Red Internet & Phone 16 DSL
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • günstiger Effektivpreis
  • geringe Anfangskosten
  • verlangt vermehrt 5 Euro Regionalzuschlag
Easybell
Komplett basic
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • Telefon-Flat abwählbar
  • kurze Vertragslaufzeit
  • hohe Anfangskosten
Nur beim Anbieter abschließbar
1&1
DSL 16
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • geringe Anfangskosten
  • auch mit kurzer Laufzeit verfügbar

Unsere Kabel-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Vodafone
Red Internet & Phone 50 Cable
  • günstiger Effektivpreis
  • geringe Anfangskosten
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar

Unsere DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Telefónica
O2 my Home M
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • kostenlose Gespräche zum Handy
  • schneller Upstream
Vodafone
Red Internet & Phone 50 DSL
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • geringe Anfangskosten
  • schneller Upstream

Welche Internetanbieter wir in unserem Kabel- und DSL-Tarifvergleich berücksichtigt haben, sehen Sie in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Die Tarife für Normalnutzer

Die Tarife für Vielnutzer

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 21. Juli 2020


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