Kabel- und DSL-Vergleich

So surfen Sie schnell im Internet und telefonieren günstig

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wechsel des Internetanbieters lohnt sich in der Regel, wenn Sie monatlich mehr als etwa 30 Euro für Festnetz und Internet zahlen.
  • Außerdem kommt es auf die Download-Geschwindigkeit an: 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) sollten es schon sein. Vielsurfer und Familien benötigen in der Regel 50 Mbit/s.
  • Ob Sie sich für einen DSL- oder Kabeltarif entscheiden, sollten Sie vom Preis abhängig machen. Sie können aber immer nur den Kabelanbieter nutzen, der bei Ihnen im Haus das Kabel gelegt hat.
  • Treue lohnt sich nicht: Zahlreiche Kabel- und DSL-Anbieter versuchen, mit Rabatten auf die ersten zwei Jahre Neukunden zu locken. Vergleichen Sie daher regelmäßig.
  • Wenn Sie sich für einen neuen Anbieter entschieden haben, achten Sie auf die Kündigungsfristen Ihres alten Kabel- oder DSL-Tarifs.
  • Manche Anbieter nehmen in einigen Regionen einen "Regional-Zuschlag". Dann gehen sie lieber zu einem anderen Anbieter.

Finanztip-Empfehlungen

Normalnutzer

Vielsurfer, Familien, WGs

  • DSL 50 von 1&1 für effektiv 30 Euro im Monat
  • Wo verfügbar: Internet & Phone 100 Cable von Vodafone (Kabel Deutschland) für effektiv 31 Euro
  • Wo verfügbar: Eazy50 für effektiv 26 Euro (Kabelanschluss von Unitymedia)

Falls Sie schon wissen, welchen Tarif Sie wollen, können Sie direkt mit Schritt 4 weitermachen.

Der DSL- oder Kabelanschluss gehört zu den eigenen vier Wänden wie Warmwasser und Strom. Bei den meisten ist der Einzug in das neue Zuhause erst komplett, wenn das W-Lan die Wohnung mit der Außenwelt verbindet. Und kaum ein Netz wird so rasant ausgebaut wie die Datenleitungen zwischen unseren Computern. Wer da nicht alle paar Jahre mal kurz nachschaut, ob der eigene Tarif noch auf der Höhe der Zeit ist, zahlt zu viel oder ist zu langsam im Netz unterwegs.

Mit unserem Kabel- und DSL-Tarifvergleich finden Sie Schritt für Schritt den besten Internettarif:

Schritt 1: Welcher Internetanschluss ist der richtige?

Am weitesten verbreitet sind Anschlüsse per Telefonkabel (DSL) und TV-Kabel. Beide Arten bieten günstige Tarife, die für die meisten Nutzer im Alltag ausreichen. Allerdings gibt es pro Haus immer nur einen Kabelanbieter. Bei DSL haben Sie in der Regel eine größere Auswahl.

Für Satellit- und Hybrid-Lösungen über LTE sollten sich Sie nur entscheiden, falls Sie keinen Kabel- oder DSL-Anschluss im Hause haben. Falls Sie gerade ein eigenes Haus bauen oder das in nächster Zeit planen, lassen Sie am besten direkt einen Glasfaser-Anschluss legen. Damit kommen Sie auch auf lange Sicht gut ins Netz, weil Glasfaser als die zukunftsfähigste Technologie gilt. Mehr zu den verschiedenen Anschlussarten erfahren Sie in unserem Ratgeber zum richtigen Internetanschluss.

DSL fast überall verfügbar – Kabel in jedem zweiten Haushalt

Die meisten Telefonleitungen sind heutzutage DSL-fähig. Daher haben wir bei unserer Untersuchung darauf geachtet, dass immer auch ein DSL-Tarif in unseren Empfehlungen vertreten ist.

Ein TV-Kabelanschluss ist dagegen nur in etwa der Hälfte der Haushalte verlegt. Wenn Sie als Mieter nicht wissen, ob Sie in Ihrer Wohnung einen Kabelanschluss haben, fragen Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung. Sie benötigen aber keinen TV-Kabelvertrag, um per TV-Kabel im Internet zu surfen. Fernsehen können Sie auch per Satellit oder über das Internet.

Wir haben nur die größten überregionalen Kabelanbieter in unsere Analyse aufgenommen. Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl von kleinen, regionalen Kabelunternehmen. Es kann sich lohnen, Ihren lokalen Anbieter mit unseren Empfehlungen zu vergleichen.

Schritt 2: Worauf kommt es bei den Kabel- und DSL-Tarifen an?

Die Werbung preist immer schnellere Internet-Geschwindigkeiten an. Das Download-Tempo (auch Downstream genannt) entscheidet maßgeblich, wie schnell Sie im Internet surfen und ob Sie online Filme in hoher Qualität schauen können. Auf das Upload-Tempo (Upstream) kommt es an, wenn Sie große Dateien wie Videos über das Internet verschicken. Aber auch Videotelefonie wird vom Upload beeinflusst.

In zahlreichen Regionen sind mittlerweile DSL-Tarife mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verfügbar. Und der Ausbau des Leitungsnetzes geht stetig voran, sodass die Telekom 2018 erste DSL-Anschlüsse mit bis zu 250 Mbit/s schalten möchte. Bei Kabelinternet gibt es heute oft schon Geschwindigkeiten von 400 Mbit/s, während die großen Unternehmen bereits vom Gigabit-Tempo träumen.

Lassen Sie sich von den immer größeren Zahlen nicht verleiten, einen überteuerten Tarif abzuschließen. Schätzen Sie lieber realistisch ein, wie schnell Ihr Download-Tempo sein muss und wählen Sie danach Ihren Tarif. Viel wichtiger ist, am Ende zu überprüfen, ob Sie die Leistung auch bekommen, die Ihnen zusteht. Womit Sie bei unseren Empfehlungen normalerweise rechnen können, haben wir als PDF zum Herunterladen für Sie zusammengestellt. Sie finden die Datei bei den einzelnen Tarifen in der Tabelle der Finanztip-Empfehlungen.

Die richtige Download-Geschwindigkeit finden

Bei den Empfehlungen unseres Kabel- und DSL-Vergleichs unterscheiden wir zwei Nutzertypen. Häufig reicht es schon, wenn Sie sich an einem der beiden Profile orientieren:

Normalnutzer - Sie surfen häufig im Netz und verschicken E-Mails. Sie hören online Musik, laden ab und an auch mal größere Dateien herunter und spielen von Zeit zu Zeit im Internet. Gern streamen Sie HD-Filme auf dem Smart-TV direkt aus dem Internet. Für diese Aktivitäten reicht normalerweise ein 16 Mbit/s-Tarif aus.

Vielsurfer und Familien - Sie surfen nicht nur viel im Netz, sondern nutzen auch täglich Musik-Streaming und schauen online Videos in der bestmöglichen Auflösung Ultra-HD. Sie laden größere Dateien herunter und verwenden Cloud-Speicher für die Datensicherung. Zu diesem Profil zählen außerdem Familien mit Teenagern und Wohngemeinschaften sowie Gamer, die häufig online spielen. Ein Tarif mit mindestens 50 Mbit/s sollte es bei der intensiven Nutzung schon sein. Ein noch höheres Download-Tempo ist ein netter Bonus, der sich im Alltag jedoch nur selten bemerkbar macht.

Im Test gehen wir für beide Nutzertypen davon aus, dass sie keinen eigenen Router haben und das Basismodell des Anbieters mieten, mit dem sie auch über W-Lan ins Internet können. Außerdem rechnen wir mit einer Flatrate ins Telefon-Festnetz. Diese ist bei den meisten Tarifen grundsätzlich enthalten oder führt nur zu einem geringen Aufpreis. Details zu den Untersuchungsprofilen finden Sie am Ende des Textes.

Nutzertypen

Mindest-Download Mindest-Upload Festnetz-Flat Drosselung
Normalnutzer 16 Mbit/s 1 Mbit/s inkl. 300 GB Fair-Use¹
Vielsurfer, Familien 50 Mbit/s 2 Mbit/s inkl. nein

¹ Gedrosselt, sobald drei Monate nacheinander mehr als 300 Gigabyte versurft werden.

Schritt 3: Was ist der beste Tarif im Preisvergleich?

Im Februar 2018 haben wir die Tarife der führenden zehn DSL- und Kabelanbieter verglichen. Bei den meisten Tarifen verschleiern bestimmte Kostenpunkte den effektiven Preis für den Verbraucher: Hardwaremiete, Einrichtungskosten und Neukunden-Rabatte vermischen die Anbieter mit der monatlichen Grundgebühr. Daher haben wir alle Rabatte und Kosten, die bei einem Anbieterwechsel anfallen, auf fünf Jahre verrechnet. Doch auch bei einer Laufzeit von zwei Jahren bleiben unsere Empfehlungen die günstigsten Tarife in unserer Analyse.

Unsere Empfehlungen für Normalnutzer

Als DSL-Vertrag für Normalnutzer eignet sich am besten der Tarif Internet & Phone 16 von Vodafone für effektiv rund 27 Euro im Monat. Das Surftempo beträgt 16 Mbit/s, mit 1 Mbit/s werden Daten hochgeladen. Gegenüber dem entsprechenden Angebot vom Markführer Telekom („Magenta Zuhause S“) sparen Sie bei Vodafone circa 12 Euro im Monat

Achtung: Vodafone nimmt für seinen DSL-Tarif Internet & Phone 16 an manchen Adressen einen monatlichen „Regional-Zuschlag“ von 5 Euro. Etwa 40 Prozent der Kunden müssen diesen Zuschlag laut Vodafone berappen. Ist Ihre Adresse betroffen, weichen Sie auf unsere Alternativ-Empfehlung O2 DSL S aus. Mit effektiv 30 Euro ist der O2-Tarif zwar etwas teurer als das Angebot von Vodafone. O2 DSL S bietet aber auch ein deutlich höheres Download- und Upload-Tempo (25 und 5 Mbit/s).

Falls Sie schon einen Kabelanschluss von Vodafone zu Hause haben, empfehlen wir den Internet & Phone 32 Cable. Mit 32 Mbit/s im Download und etwa 29 Euro im Monat ist er perfekt für jeden, der sich nicht genau zwischen den Nutzertypen entscheiden kann. Vodafone Kabel ist deutschlandweit sehr verbreitet, außer in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Der Sonderfall Eazy: Die Flächenländer Baden-Württemberg, Hessen und NRW sind das Vertriebsgebiet des Kabelanbieters Unitymedia. Dessen Tarife sind vor allem über den Tarifvermittler Eazy besonders günstig zu bekommen. Unsere Preisempfehlung ist daher der Tarif Eazy20 für knapp 18 Euro im Monat (20 Mbit/s Downstream). Den endgültigen Vertrag schließen Sie als Kunde in diesem Fall mit Unitymedia. Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich direkt an Unitymedia, ohne einen schlechteren Kundenservice befürchten zu müssen.

Übersicht Empfehlungen für Normalnutzer

Anbieter Vodafone DSL Telefónica Vodafone Kabel Eazy (Unitymedia)
Tarifname Internet & Phone 16 DSL O2 DSL S Internet & Phone 32 Cable Eazy20
Tempo Download (maximal) 16 Mbit/s 25 Mbit/s 32 Mbit/s 20 Mbit/s
Tempo Upload (maximal) 1 Mbit/s 5 Mbit/s 2 Mbit/s 1 Mbit/s
übliches Tempo¹ Vodafone 16 DSL O2 DSL S Vodafone 32 Kabel Eazy20 Kabel
Handygespräche (je Minute) 19,9 Cent Flatrate 19,9 Cent 19,9 Cent
endgültiger Monatspreis inklusive Hardware 29,99 € 29,99 € 29,99 € 16,98 €
Effektivpreis/Monat² 26,82 €³ 29,65 € 28,82 € 17,65 €

¹ Verbindliche Minimalleistung; Produktinformationsblatt zum 20. Februar 2018.
² Der Effektivpreis ergibt sich aus allen Kosten (inklusive Hardware-Miete) und Rabatten gerechnet auf fünf Jahre.
³ 31,82 Euro an Orten mit „Regional-Zuschlag“.
Quelle: Anbieter-Websites, Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Februar 2018)

Vodafone
Internet & Phone 16 DSL

  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • günstiger Effektivpreis
  • „Regio-Zuschlag“ von monatlich 5 Euro an manchen Adressen

O2 (Telefónica)
DSL S

  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • schneller als vergleichbare Tarife
  • Datendrossel ab 300 GB
  • etwas teurer als vergleichbare Angebote

Vodafone
Internet & Phone 32 Cable

  • doppelt so schnell wie vergleichbare Tarife
  • günstiger Effektivpreis
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar
  • nicht in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen

Eazy
Eazy20

  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • bis zum 31. Juli 2018 entfällt die Anschlussgebühr von knapp 40 €
  • nur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar

Unsere Empfehlungen für Vielsurfer und Familien

Von den DSL-Anbietern hat 1&1 den günstigsten Tarif: DSL 50 für rund 30 Euro im Monat ist mit einem Downstream von 50 Mbit/s das preiswerteste DSL-Angebot für Vielsurfer. Gerade der schnelle Upload mit 10 Mbit/s zeichnet ihn aus.

Falls Sie einen Kabelanschluss von Vodafone im Haus haben, eignet sich besonders der Tarif Internet & Phone 100 Cable. Die Download-Geschwindigkeit von 100 Mbit/s bei einem monatlichen Preis von knapp 31 Euro ist ein angenehmer Bonus.

Wie für die Normalnutzer können Intensivnutzer in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen mit einem Kabelanschluss von Unitymedia noch günstiger surfen. Der Tarif Eazy50 vom Tarifvermittler Eazy bringt für weniger als 26 Euro ein Download-Tempo von 50 Mbit/s in die eigenen vier Wände. Allerdings müssen Vielsurfer mit dem vergleichsweise geringen Upload von 2,5 Mbit/s ein paar Abstriche machen.

Übersicht Empfehlungen für Vielsurfer und Familien

Anbieter 1&1 Vodafone Eazy (Unitymedia)
Tarifname DSL 50 Internet & Phone 100 Cable Eazy50
Tempo Download (maximal) 50 Mbit/s 100 Mbit/s 50 Mbit/s
Tempo Upload (maximal) 10 Mbit/s 6 Mbit/s 2,5 Mbit/s
übliches Tempo¹ 1&1 DSL 50 Vodafone 100 Cable Eazy50 Cable
Handygespräche (je Minute) 19,9 Cent 19,9 Cent 19,9 Cent
endgültiger Monatspreis inklusive Hardware 32,98 € 34,99 € 24,98 €
Effektivpreis/Monat² 30,28 € 30,82 € 25,65 €

¹ Verbindliche Minimalleistung; Produktinformationsblatt zum 20. Februar 2018.
² Der Effektivpreis ergibt sich aus allen Kosten (inklusive Hardware-Miete) und Rabatten gerechnet auf fünf Jahre.
Quelle: Anbieter-Websites, Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Februar 2018)

1&1
DSL 50

  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • schneller Upstream
  • günstiger Effektivpreis
  • Extrakosten bei Neulegung des Internetanschlusses

Vodafone
Internet & Phone 100 Cable

  • doppelt so schnell wie vergleichbare Tarife
  • günstiger Effektivpreis
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar
  • nicht in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen

Eazy
Eazy50

  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • günstiger bei geringerem Upload
  • Bis zum 31.7. entfällt die Anschlussgebühr von knapp 40 Euro
  • nur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar

Auch Vertragslaufzeit und Upload können wichtig werden

In der Regel reicht es, bei der Suche nach dem besten DSL- oder Kabel-Tarif, auf Preis und Downloadtempo zu achten. Allerdings gibt es Ausnahmen zu dieser Regel: Auch Upload, Kündigungsfrist und Handyaufpreis können für einige Nutzer wichtig sein. Preisbewusste Wenignutzer sparen mit den günstigsten DSL-Tarifen außerdem nochmal 2 Euro im Monat. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber über Internet-Flats.

Schritt 4: Wie wechsle ich am einfachsten zum neuen Anbieter?

Ist der passende Tarif gefunden, kommt der nächste Schritt: der Wechsel. Dabei macht es einen Unterschied, ob Sie von einem DSL-Anbieter zu einem anderen wechseln oder Ihren Internetanschluss von Kabel auf DSL (oder andersherum) ändern.

Achtung: Eine beliebte Falle beim Ummelden sind sogenannte Sicherheitspakete, die Sie eine gewisse Zeit umsonst nutzen können. Danach sind diese kostenpflichtig, wenn Sie sie nicht kündigen. Beenden Sie solche Zusatzangebote am besten sofort, damit Sie es später nicht versäumen.

So gelingt ein reibungsloser Wechsel des DSL-Anbieters

Haben Sie bereits einen DSL-Vertrag, übertragen Sie den bestehenden Anschluss am besten auf den neuen Anbieter. Andernfalls müssen Sie einen Neuanschluss beantragen. Leider reagieren einige Internetanbieter sehr unflexibel auf minimale Fehler im Bestellprozess. Kommt der Umstellungstag, ist der Frust schnell groß, wenn das heimische Internet von einem Moment auf den anderen verschwindet – vor allem, wenn Sie wochenlang auf einen Termin mit einem Techniker warten müssen.

Viele Probleme im Anbieterwechsel können Sie mit den folgenden Hinweisen vermeiden:

Geben Sie dem neuen Anbieter genügend Zeit. Häufig können Sie Ihren DSL-Tarif nur einmal im Jahr kündigen und das mindestens drei Monate vor Vertragsende. Bestellen Sie den neuen DSL-Tarif ruhig schon einige Monate früher (zum Beispiel sechs Monate vor Vertragsende). Sie können beim neuen Anbieter angeben, dass der Vertrag erst beginnen soll, wenn der alte endet.

Lassen Sie Ihren neuen Anbieter an Ihrer Stelle kündigen. Kündigen Sie Ihren alten DSL-Vertrag nicht selbst, sondern beantragen Sie beim neuen Anbieter, dass er Ihren alten Anschluss überträgt (auch Portierung genannt) – er kündigt dann für Sie. Ihre bisherige Telefonnummer können Sie behalten. Das erspart Ihnen Papierkram und verhindert Übergangslücken.

Achten Sie genau auf die eigenen Angaben. Name und Anschrift des neuen Anschlussinhabers müssen exakt mit dem alten Anschlussinhaber übereinstimmen. Denn ein falsches Zeichen, ein fehlender Bindestrich im Namen oder ein kleiner Buchstabendreher kann die Portierung scheitern lassen. Soll der Anschluss auf einen anderen Namen laufen, können Sie das auch noch nach der Umstellung in die Wege leiten.

Entscheiden Sie frühzeitig, ob Sie den Router selbst installieren oder einbauen lassen. Nachdem Sie den Auftrag erteilt haben, bekommen Sie Post von Ihrem neuen Anbieter. Darin teilt er Ihnen mit, an welchem Tag er den Anschluss freischalten wird. Bei unseren Empfehlungen erhalten Sie außerdem einen W-Lan-Router, den Sie mit der Telefondose verbinden müssen. Wenn alles glattgeht, sind Sie nicht länger als einen Tag ohne Internet und Telefon. Trauen Sie sich die Installation nicht zu, erfragen Sie frühzeitig technische Unterstützung von Ihrem neuen Anbieter.

Der Wechsel von DSL auf Kabel und andersherum

Von der einen Anschlussart auf die andere umzusteigen, ist etwas einfacher. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, können Sie zum Beispiel den alten Anschluss einen Monat länger laufen lassen. Wenn der Wechsel reibungslos läuft, zahlen Sie zwar einen Monat doppelt, doch sind Sie so gegen Pannen beim Übertragen gewappnet.

Kündigen Sie Ihren alten Vertrag rechtzeitig. Schauen Sie nach, wann Sie aus Ihrem DSL-Vertrag herauskommen. Das heißt: Finden Sie die Kündigungsfrist und Restvertragslaufzeit heraus. Viele Verträge verlängern sich um zwölf Monate, wenn sie nicht drei Monate vor Ablauf gekündigt werden. Besonders einfach kündigen Sie über einen Kündigungsdienst.

Geben Sie dem neuen Anbieter genügend Zeit. Auch wenn Sie vom DSL-Vertrag zu Kabel oder andersherum wechseln, braucht Ihr neuer Anbieter genügend Vorlauf, um den neuen Anschluss freizuschalten. Sie sollten den neuen Tarif mindestens zwei Monate vor Vertragsende beantragen. Einfacher ist es oft, wenn Sie den neuen Tarif abschließen, sobald Sie den alten kündigen, und mit dem neuen Anbieter direkt abstimmen, wann der Vertrag beginnen soll.

Die Telefonnummer können Sie auch später mitnehmen. Ihre bisherige Rufnummer können Sie auch noch später auf den neuen Anschluss übertragen. Das geht sogar einige Wochen, nachdem der alte Anschluss abgeschaltet worden ist.

Ohne Techniker geht es beim Wechsel der Anschlussart nicht. Achten Sie darauf, dass der Techniker auch an den Internetverteiler in Ihrem Haus kommt. Der ist oftmals im Keller, und gerade in Mehrfamilienhäusern haben nicht alle Mieter einen Schlüssel – als Mieter müssen Sie im Zweifel den Termin zwischen Hausmeister und Techniker koordinieren.

Schnäppchenjäger können alle zwei Jahre Rabatte sammeln

Wechselfreudige können in der Regel alle zwei Jahre aufs Neue den Neukundenbonus einstreichen. Oft reicht bereits ein Anruf beim Kundenservice des eigenen Kabel- oder DSL-Anbieters. So lassen sich häufig um die 100 Euro sparen.

Falls Ihr Anbieter nicht auf den Deal eingeht, suchen Sie sich den nächsten. Internet-Hopping sollten Sie jedoch nur betreiben, falls Sie entweder gleichzeitig einen DSL- und Kabelanschluss im Haus haben. Oder falls Sie sich von Geschichten über gescheiterte Techniker-Besuche nicht abschrecken lassen.

Warum hat Finanztip „nur“ Preis und Geschwindigkeit untersucht?

Zwar erreichen uns viele Hinweise von Lesern zu fast jedem Anbieter über fehlgeschlagene Übertragungen (Portierungen) und schlechten Service. Als Kunde nimmt man diese Probleme jedoch nur bei seinem eigenen Anbieter wahr und hat kaum die Möglichkeit einzuschätzen, wie häufig ein Fehler auftritt. Das hängt auch damit zusammen, dass die Unternehmen an diesem Punkt nicht sonderlich auskunftsfreudig sind. Und nicht jeder Kunde bewertet den gleichen Service gleich gut oder gleich schlecht.

In unserem Test haben wir daher ganz bewusst darauf verzichtet, die Servicequalität der Anbieter zu vergleichen, da diese nur schwer messbar ist. Außerdem sind die Fehlerquellen bei einem Internetausfall sehr vielseitig. Nicht immer ist der Anbieter für die Misere verantwortlich.

Grundsätzlich hat sich die Qualität des Kundendienstes gerade bei den günstigen Internetanbietern in den vergangenen Jahren verbessert. Das bedeutet jedoch nicht, dass einzelne Anbieter nicht langfristig mit zahlreichen Kundenanfragen überfordert sein könnten, wenn sie umstrukturieren.

So haben wir getestet

Für unseren Preisvergleich von Internet- und Telefontarifen haben wir Angebote von überregionalen DSL- und Kabelanbietern berücksichtigt. In die Anbieterauswahl nahmen wir bundesweit verfügbare Unternehmen auf, die die Bundesnetzagentur in ihrem Jahresbericht 2017 zur Breitbandmessung als führende Internetanbieter festgestellt hat.

Um keine guten Angebote von kleineren Internet- und Telefonanbietern zu verpassen, ergänzten wir die Auswahl mit den Unternehmen, die die besten Ergebnissen auf wieistmeineip.de bekommen haben (mindestens 2.000 Bewertungen). Die Seite wieistmeineip.de der Zeitschrift „Computerbild“ ist eine der populärsten Seiten zur Messung und Bewertung des eigenen Internetanschlusses.

Als Sonderfall haben wir auch den Vertragsvermittler Eazy analysiert, da dieser im gesamten Unitymedia-Netz verfügbar ist und ein starkes Preis-Leistungsverhältnis in seiner Tarifauswahl bietet. Eazy bleibt ein Einzelfall, da unserer Kenntnis nach ansonsten kein anderes Unternehmen ein vergleichbares Geschäftsmodell hat.

Für die Untersuchung der insgesamt zehn Anbieter haben wir drei Grundprofile herausgearbeitet, von denen zwei für die abschließenden Empfehlungen relevant sind. Die Profile ergeben sich vor allem aus den Download-Raten:

Untersuchungsprofile

Mindest-Download Mindest-Upload Festnetz-Flat Drosselung
Wenignutzer 2 Mbit/s 384 kbit/s inkl. 100 GB
Normalnutzer 16 Mbit/s 1 Mbit/s inkl. 300 GB Fair-Use¹
Vielsurfer, Familien 50 Mbit/s 2 Mbit/s inkl. nein

¹ Gedrosselt, sobald drei Monate nacheinander mehr als 300 Gigabyte versurft werden.

Die im Text erwähnten, zusätzlichen Tarifmerkmale Upload, Drosselung, Telefonflat, Kündigungsfrist, Laufzeit sowie Kosten für Telefonate ins Handynetz haben bei den Empfehlungen keine Rolle gespielt. Alle Daten haben wir von den Websites der Anbieter erhoben und bei unseren Empfehlungen im Nachgang von den Unternehmen bestätigen lassen.

Bei den gefundenen Telefon- und Internet-Flatrates haben wir alle Kosten und Rabatte auf einen Zeitraum von fünf Jahren zusammengezählt. Diesen relativ langen Zeitraum haben wir gewählt, da die Wechselbereitschaft beim Internetanschluss eher gering ist und wir annehmen, dass die meisten Kunden einen langfristig preiswerten Internet- und Telefonanbieter suchen. Für die günstigsten Tarife, die diese Anforderungen erfüllen, sprechen wir eine Empfehlung aus. Aber auch über eine kürzere Laufzeit von zwei Jahren sind unsere Empfehlungen die günstigsten Tarife.

Folgende Internetanbieter haben wir in unserem Kabel- und DSL-Vergleich berücksichtigt:

Getestete Internetanbieter

Nutzer Anbieter Tarif Anschluss mtl. kündbar Download Upload Preis
Normal Eazy Eazy20 Kabel nein 20 Mbit/s 1 Mbit/s 18 €
Vodafone DSL 16 DSL DSL nein 16 Mbit/s 1 Mbit/s 27 €
Vodafone Kabel 32 Mbit/s Kabel nein 32 Mbit/s 2 Mbit/s 29 €
Unitymedia 2play Start 30 Kabel nein 30 Mbit/s 3 Mbit/s 29 €
Telefónica O2 DSL S DSL Aufpreis 25 Mbit/s 5 Mbit/s 30 €
1&1 DSL 16 DSL Aufpreis 16 MBit/s 1 MBit/s 30 €
Easybell Komplett basic DSL ja 16 Mbit/s 1 Mbit/s 30 €
Congstar Komplett 2 DSL Aufpreis 16 Mbit/s 1 Mbit/s 31 €
Pÿur Pure Speed 200 Kabel nein 200 Mbit/s 8 Mbit/s 35 €
Telekom Magenta Zuhause S DSL nein 16 Mbit/s 2,4 Mbit/s 39 €
Viel Eazy Eazy50 Kabel nein 50 Mbit/s 2,5 Mbit/s 26 €
1&1 DSL 50 DSL Aufpreis 50 MBit/s 10 MBit/s 30 €
Vodafone Kabel 100 Mbit/s Kabel nein 100 Mbit/s 6 Mbit/s 32 €
Vodafone DSL 50 DSL DSL nein 50 Mbit/s 10 Mbit/s 32 €
Telefónica O2 DSL M DSL Aufpreis 50 Mbit/s 10 Mbit/s 33 €
Unitymedia 2play JUMP 150 Kabel nein 150 Mbit/s 10 Mbit/s 33 €
Pÿur Pure Speed 200 Kabel nein 200 Mbit/s 8 Mbit/s 35 €
Congstar Komplett 2 VDSL DSL Aufpreis 50 Mbit/s 10 Mbits 37 €
Easybell Komplett easy DSL ja 50 Mbit/s 2,8 Mbit/s 42 €
Telekom Magenta Zuhause M DSL nein 50 Mbit/s 10 Mbit/s 43 €
Wenig Eazy Eazy20 Kabel nein 20 Mbit/s 1 Mbit/s 18 €
1&1 DSL Basic DSL Aufpreis 16 Mbit/s 1 Mbit/s 25 €
Telefónica O2 DSL XS DSL Aufpreis 10 Mbit/s 2,4 Mbit/s 25 €
Vodafone DSL 16 DSL DSL nein 16 Mbit/s 1 Mbit/s 27 €
Vodafone Kabel 32 Mbit/s Kabel nein 32 Mbit/s 2 Mbit/s 29 €
Unitymedia 2play Start 30 Kabel nein 30 Mbit/s 3 Mbit/s 29 €
Easybell Komplett basic DSL ja 16 Mbit/s 1 Mbit/s 30 €
Congstar Komplett 2 DSL Aufpreis 16 Mbit/s 1 Mbit/s 31 €
Pÿur Pure Speed 200 Kabel nein 200 Mbit/s 8 Mbit/s 35 €
Telekom Magenta Zuhause S DSL nein 16 Mbit/s 2,4 Mbit/s 39 €

Quelle: Anbieter-Websites, Finanztip-Berechnung (Stand: 12. Februar 2018)

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler arbeitet hauptsächlich am Finanztip-Newsletter. Seine Schwerpunkte sind Mobilität und digitale Themen. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Daniel ist Diplom-Kaufmann und lernte das journalistische Handwerk unter anderem an der Akademie der Bayerischen Presse.