Feedback zu meinem ETF-Vorhaben

  • Hallo zusammen,

    ich beschäftige mich seit etwa einer Woche mit dem Investieren in ETFs.

    Warum ich erst jetzt darauf gestoßen bin, kann ich gar nicht sagen. 😉

    Ein Depot bei der ING habe ich bereits eröffnet. Ab dem 23.12.2025 soll der Sparplan starten – mit 400 € monatlich und einer einmaligen Zahlung von 10.000 €.

    Ich habe mich für den Vanguard FTSE All-World ETF (ISIN: IE00BK5BQT80) entschieden und plane, ihn 15 bis 20 Jahre laufen zu lassen.

    Ich bin aktuell 47 Jahre alt. Sobald unser Haus in etwa vier Jahren abgezahlt ist, habe ich vor, die Sparrate auf 1.200 € monatlich zu erhöhen.

    Meine Frage: Passt mein Vorhaben so, oder gibt es grobe Schnitzer? Ich informiere mich vor allem bei Finanztip; andere Quellen erschlagen mich momentan ein wenig.

    Meine aktuellen Rücklagen:

    • 20.000 € Festgeld
    • 33.000 € Tagesgeld
    • 10.000 € Girokonto

    Meine Frau und ich haben jeweils seit 2003 eine private Rentenversicherung mit monatlich 83 € (Dynamik habe ich rausgenommen). Diese würde ich gerne bis zur Rente weiter besparen.

    Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

    Liebe Grüße

  • Kater.Ka 22. Dezember 2025 um 00:48

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich beschäftige mich seit etwa einer Woche mit dem Investieren in ETFs.

    Besser spät als nie. :)

    Ein Depot bei der ING habe ich bereits eröffnet. Ab dem 23.12.2025 soll der Sparplan starten – mit 400 € monatlich und einer einmaligen Zahlung von 10.000 €.

    Ich habe mich für den Vanguard FTSE All-World ETF (ISIN: IE00BK5BQT80) entschieden und plane, ihn 15 bis 20 Jahre laufen zu lassen.

    Das mit den 15 bis 20 Jahren sagen sie alle. :)

    Der gewählte ETF ist ganz ok. Ich würde die die ausschüttende Variante nehmen, also IE00B3RBWM25. Der ETF sieht sehr ähnlich aus, möglicherweise steckt sogar das gleiche Portfolio dahinter. Seit der Einführung der unseligen Vorabpauschale sind ausschüttende Fonds günstiger als thesaurierende. Vorher war es andersherum. Ja, ich weiß, daß Saidi das andersherum sagt (oder sagte). Offenbar sind seine Videos nicht auf dem neuesten Stand.

    Ich bin aktuell 47 Jahre alt. Sobald unser Haus in etwa vier Jahren abgezahlt ist, habe ich vor, die Sparrate auf 1.200 € monatlich zu erhöhen.

    Man fängt jede Reise mit dem ersten Schritt an.

    Meine Frage: Passt mein Vorhaben so, oder gibt es grobe Schnitzer? Ich informiere mich vor allem bei Finanztip; andere Quellen erschlagen mich momentan ein wenig.

    Was Du da schreibst, klingt ganz vernünftig. Wie das mit Dir dann in vier Jahren weitergeht, sieht man dann. Du steigst jetzt erstmal mit einem überschaubaren Betrag ein. Damit ist ein Anfang gemacht. Lies Dich in aller Ruhe weiter schlau. Das ist Dein Geld, Du bist dafür verantwortlich. Wenn es klappt, hast Du den Gewinn. Wenn es nicht klappt, trägst Du den Schaden. Damit will ich den Teufel nicht an die Wand malen, aber niemand kann in die Zukunft schauen.

    Laß Dich nicht verrückt machen! Andere Leute kochen auch nur mit Wasser.

    Meine aktuellen Rücklagen:

    • 20.000 € Festgeld
    • 33.000 € Tagesgeld
    • 10.000 € Girokonto

    Meine Frau und ich haben jeweils seit 2003 eine private Rentenversicherung mit monatlich 83 € (Dynamik habe ich rausgenommen). Diese würde ich gerne bis zur Rente weiter besparen.

    Nach meinem Dafürhalten liegt da etwas zu viel Bargeld herum. Für einen Hauseigentümer ist es kein Schaden, wenn er etwas mehr Liquidität auf der Seite hat, aber 63 Mille müssen das nicht sein. Was bekommst Du dafür an Zins? Ist es nicht günstiger, zumindest einen Teil des Geldes ins Immobiliendarlehen zu stecken, vielleicht 20 oder 30 T€? Oder ist der Darlehenszins etwa niedriger als der Habenzins? Könnte ja sein, vor 2020 gabs ja Immodarlehen zu 1,x% oder gar 0,x%.

    Günstig an Deiner Rentenversicherung ist, daß sie vor 2005 abgeschlossen wurde, so ist die vermutlich magere Rendite immerhin steuerfrei. Allerdings ist die Rendite vermutlich mager. Hast Du Dir sie mal ausgerechnet? Wenn es meine wäre, würde ich sie vermutlich trotzdem stehen lassen. Wenn Du die Versicherung bei einem guten Anbieter hast, könnte die Versicherung nach Steuer 2,75% oder so bringen; für quasi ein festverzinsliches Papier ist das so schlecht nicht.

    Ich würde sie dann aber, in ferner Zukunft, nicht verrenten, sondern auszahlen lassen. Aber das ist ja noch 20 Jahre hin, da hast Du ja noch Zeit zum überlegen.

    :)

  • Warum denn den Ausschütter und nicht den Thesaurierer? Saidi sagt aber doch immer ...

    Früher hatte man beim Thesaurierer einen deutlichen Steuerstundungseffekt. In der Ansparphase waren keine Steuern fällig (wie heute noch bei Aktien), in der Entsparphase hat man immer wieder Anteile verkauft und für diese nur insoweit Steuer bezahlt, wie sie Gewinne enthielten. Der Teil der Teilverkäufe, die Rückzahlung des Kapitals waren, waren logischerweise steuerfrei.

    Das ist heute anders.

    Heute zahlt man bei Thesaurierern laufend (also jedes Jahr) Steuer auf einen fiktiven Gewinn (sofern die Papiere überhaupt steigen, was wir hoffen wollen, was auch in den meisten Jahren der Fall war und hoffentlich auch in der Zukunft so sein wird). Beim aktuellen Zinsniveau versteuert man pro Jahr etwa 1,2% Gewinn pro Jahr. Das kommt zu dem obigen obendrauf.

    Beim Ausschütter versteuerst Du laufend die Ausschüttungen. Die Ausschüttungen werden allerdings von der Vorabpauschale abgezogen. Sie liegen bei einem typischen Ausschütter-ETF in der Größenordnung der Vorabpauschale, so daß in der Ansparphase für einen Ausschütter etwa so viel Steuer anfällt wie für einen Thesaurierer.

    In der Entsparphase aber zahlst Du für einen Thesaurierer mehr Steuer, weil Du die Teilverkäufe teilversteuerst und zusätzlich die Vorabpauschale auf das gesamte Kapital versteuerst. Bei gleichen Auszahlungen zahlst Du für einen Ausschütter in der Entsparphase weniger. Ich habe das ein oder zweimal beispielhaft vorgerechnet, ich darf Dich auf die Suchfunktion des Forums verweisen, wenn Du das nachlesen willst.

    Ganz am Ende zahlt man beim Gesamtverkauf auf den Thesaurierer weniger Steuer als auf den Ausschütter, weil man während der Laufzeit schon einen größeren Teil der Gewinne versteuert hat. Aber diese Frage interessiert möglicherweise Deine Erben eher als Dich.

    :)

  • Guten Morgen,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Da ich im Familien- und Freundeskreis niemanden habe, der in einen ETF-Sparplan investiert, brauchte ich für mein Wohlbefinden einfach eine positive Rückmeldung.

    Danke dafür 😉

    Das mit den 15 bis 20 Jahren sagen sie alle. :)

    Da schwimme ich wohl einfach mit dem Strom mit. In 15–20 Jahren gebe ich dann Feedback. 😉

    Der gewählte ETF ist ganz ok. Ich würde die die ausschüttende Variante nehmen, also IE00B3RBWM25. Der ETF sieht sehr ähnlich aus, möglicherweise steckt sogar das gleiche Portfolio dahinter. Seit der Einführung der unseligen Vorabpauschale sind ausschüttende Fonds günstiger als thesaurierende. Vorher war es andersherum. Ja, ich weiß, daß Saidi das andersherum sagt (oder sagte). Offenbar sind seine Videos nicht auf dem neuesten Stand.

    Guter Hinweis (auf „Ausschütter“ geändert) 😉

    Nach meinem Dafürhalten liegt da etwas zu viel Bargeld herum. Für einen Hauseigentümer ist es kein Schaden, wenn er etwas mehr Liquidität auf der Seite hat, aber 63 Mille müssen das nicht sein. Was bekommst Du dafür an Zins? Ist es nicht günstiger, zumindest einen Teil des Geldes ins Immobiliendarlehen zu stecken, vielleicht 20 oder 30 T€? Oder ist der Darlehenszins etwa niedriger als der Habenzins? Könnte ja sein, vor 2020 gabs ja Immodarlehen zu 1,x% oder gar 0,x%.

    Wenn es nach mir ginge, müsste ich auch nicht so viel Bargeld herumliegen haben. Für meine Frau ist die ganze Aktiengeschichte allerdings ein Hexenwerk.

    Sie möchte weiterhin, dass monatlich 1.000 Euro auf das Tagesgeldkonto gehen.

    Dem Hausfrieden zuliebe bleibt das auch so.

    Den Hauskredit wollte ich ursprünglich vor drei Jahren vollständig ablösen. Allerdings wären dabei so hohe Vorfälligkeitszinsen angefallen, dass ich ihn nun die verbleibenden vier Jahre regulär weiterlaufen lasse.

    Mit einer monatlichen Rate von 1.000 Euro und einer jährlichen Sondertilgung von 1.700 Euro bin ich dann exakt zum Ende der vereinbarten 20 Jahre schuldenfrei. Aktuell sind noch rund 46.000 Euro offen.

    Günstig an Deiner Rentenversicherung ist, daß sie vor 2005 abgeschlossen wurde, so ist die vermutlich magere Rendite immerhin steuerfrei. Allerdings ist die Rendite vermutlich mager. Hast Du Dir sie mal ausgerechnet? Wenn es meine wäre, würde ich sie vermutlich trotzdem stehen lassen. Wenn Du die Versicherung bei einem guten Anbieter hast, könnte die Versicherung nach Steuer 2,75% oder so bringen; für quasi ein festverzinsliches Papier ist das so schlecht nicht.

    Die Versicherung läuft bei der DEVK. Genauer habe ich mir das Ganze bislang noch nicht angeschaut.

    Stand jetzt sollen für beide zum Renteneintritt rund 150.000 Euro ausgezahlt werden.

    Ich lasse die Verträge erst einmal weiterlaufen und schaue dann, wie es aussieht, wenn es soweit ist.

    Wenn es klappt, hast Du den Gewinn. Wenn es nicht klappt, trägst Du den Schaden. Damit will ich den Teufel nicht an die Wand malen, aber niemand kann in die Zukunft schauen.

    Laß Dich nicht verrückt machen! Andere Leute kochen auch nur mit Wasser.

    Wenn es nicht klappt, geht die Welt auch nicht unter. Hoffentlich 😉

    Ganz am Ende zahlt man beim Gesamtverkauf auf den Thesaurierer weniger Steuer als auf den Ausschütter, weil man während der Laufzeit schon einen größeren Teil der Gewinne versteuert hat. Aber diese Frage interessiert möglicherweise Deine Erben eher als Dich.

    Da wir keine Kinder haben, kann später ohnehin nur jemand aus der Verwandtschaft erben. Die dürfen sich dann selbst mit dem ganzen Kram herumschlagen.

    Aber wie alle anderen geben wir natürlich alles bis auf den letzten Euro aus. Ist doch klar. 😄

  • Ein Depot bei der ING habe ich bereits eröffnet. Ab dem 23.12.2025 soll der Sparplan starten – mit 400 € monatlich und einer einmaligen Zahlung von 10.000 €.

    Noch zwei wichtige Tipps für dich für die handwerkliche Ausführung:

    Du kannst dir für die 10.000 € Einmalanlage die völlig überteuerte Gebühr von 29,90 € sparen, wenn du jetzt zum 23.12.2025 in deinem Depot ganz viele Sparpläne anlegst. Das geht mit dem + Zeichen rechts oben, nachdem du deinen ersten Sparplan angelegt hast.
    Also zuerst mal alle Sparpläne mit Maximum 1000 € rein und dann nach der Ausführung wieder löschen.

    Ab Januar kannst du dann machen, was du willst.

    Ich lasse meine Sparpläne immer wöchentlich laufen, das geht nämlich auch.

    Zweiter wichtiger Punkt (da weiß @Achim Weiss perfekt Bescheid):

    Du solltest im Januar zur Sicherheit etwas Geld auf dem Verrechnungskonto der Sparpläne bereithalten ( also entweder das Girokonto oder das Extra Konto) , weil diesmal auch der ausschüttende Vanguard FTSE All-World von dem Thema Vorabpauschale betroffen sein dürfte.

    Oder du erhältst einen Freistellungsauftrag.

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Gern geschehen.

    Wenn es nach mir ginge, müsste ich auch nicht so viel Bargeld herumliegen haben. Für meine Frau ist die ganze Aktiengeschichte allerdings ein Hexenwerk.

    Sie möchte weiterhin, dass monatlich 1.000 Euro auf das Tagesgeldkonto gehen.

    Dem Hausfrieden zuliebe bleibt das auch so.

    Frauen sind oftmals die besseren Anleger, und zwar deswegen, weil von ihnen sehr viel weniger "spielen" wollen als von den Männern. Allerdings sind sie manchmal etwas zu sicherheitssüchtig.

    Das Leben ist allgemein ein Risiko, das bekommt man nicht weg. Ich bin überzeugt davon, daß mein Geld in der weltweiten Wirtschaft mehr Ertrag bringt denn als Festgeld bei der lokalen Sparkasse - aber mein Aktiendepot wird alle paar Jahre abschmieren, was das Festgeld nicht tut. Und dann heißt es: Siehste! Ich habs ja gleich gesagt!

    Ich versuche daher, mich mit Ratschlägen insoweit zurückzuhalten, indem ich sage: Mir scheint das oder das besser zu sein (und das möglichst auch begründe) statt daß ich sage: Du sollst oder gar Du mußt.

    Was Du mit Deinem Geld machst, ist letztlich Deine Sache, selbst wenn Du meinen, also fremden, Vorschlägen folgst, trägst Du die Verantwortung und nicht ich.

    Was richtig und/oder sinnvoll ist bei der Geldanlage, ist nicht männlich oder weiblich. Dennoch erlebe ich immer wieder, daß Frauen primär anderen Frauen zuhören wollen (und sich auch lieber von anderen Frauen ausnehmen lassen möchten als von Männern). Leg Ihr doch ein Finanzbuch einer Frau ans Herz, etwa von Dani Parthum oder Margarete Honisch.

    Den Hauskredit wollte ich ursprünglich vor drei Jahren vollständig ablösen. Allerdings wären dabei so hohe Vorfälligkeitszinsen angefallen, dass ich ihn nun die verbleibenden vier Jahre regulär weiterlaufen lasse.

    Man muß es sich - wie immer! - im Einzelfall ausrechnen.

    Typischerweise sind Darlehenszinsen höher als Habenzinsen, so daß eine Sondertilgung eine steuerfreie Geldanlage mit dem Zinssatz des Darlehens ist. Für einen Sicherheitssparer ist das eine gute Idee.

    Allerdings ist Liquidität eine weitere Dimension. Es hat etwas für sich, wenn man die teure Autoreparatur bezahlen kann, ohne in den Dispo zu müssen, selbst wenn das dafür vorgehaltene Geld zu 0,5% auf dem Tagesgeld dümpelt, man für den Immo-Kredit aber 3,5% zahlt.

    Wenn Dich Schulden drücken (also die Tatsache, daß Du einen Kredit laufen hast, obwohl Du das Geld hättest, ihn spontan zurückzahlen zu können), dann solltest Du prüfen, ob Du ihn zurückzahlen kannst. Dabei kann herauskommen, daß Du wider wirtschaftliche Vernunft die Vorfälligkeitsentschädigung zahlst. Wenn nicht, ist die zweitbeste Lösung, daß Du auf die Fälligkeit des Kredits zielst und zu diesem Zeitpunkt genügend Geld flüssig hast, daß Du den Kredit ablösen kannst.

    Mit einer monatlichen Rate von 1.000 Euro und einer jährlichen Sondertilgung von 1.700 Euro bin ich dann exakt zum Ende der vereinbarten 20 Jahre schuldenfrei. Aktuell sind noch rund 46.000 Euro offen.

    Wenn das so ist, brauchst Du noch nicht einmal Dein Tagesgeld für die Rückzahlung.

    Eine wichtige Planungsgrundlage ist eine Vermögensbilanz (Hartmut Walz nennt sie Privatbilanz und stellt dafür ein Excel-Blatt zur Verfügung. Auch sein Buch Ihre Finanzen fest im Griff: Vermögen aufbauen, statt Geld verschenken. ist mit 15 € nicht teuer und als Grundlage lesenswert.

    Wenn Du Deine Privatbilanz ausfüllst, wirst Du erkennen, daß die 10.000 €, die Du jetzt anzulegen gedenkst, ein verblüffend kleiner Bestandteil Deines Vermögens ist, vor allem dann, wenn Du Dir mal ausrechnest, was Deine Altersvorsorge wert ist, und diese zu Deiner Privatbilanz dazurechnest.

    Ein Haus ist heute mindestens eine halbe Million wert, wenn nicht eine ganze - und von diesem Wert mußt Du aktuell gerade mal 46 T€ abziehen. Zu dieser halben oder ganzen Million (abzüglich 46 T€ Restschuld) kommen um die 60 T€ einigermaßen liquides Geld, von dem Du gerade mal 10 T€ in Aktien einsetzen willst. Wenn sich diese (sehr optimistische Sicht!) verdoppeln, hast Du dann statt vielleicht 700 T€ 710 T€. Würde sich das Depot in Luft auflösen (was äußerst unwahrscheinlich ist, wider die Vorstellungen von Sicherheitssparern), hättest Du statt z.B. 700 T€ nur noch 690 T€. Ohne Frage müßtest Du dann mit dem Hut in der Hand (und Deiner Frau an der Seite!) in der Fußgängerzone Deiner Stadt betteln gehen.

    Die Deutschen haben eine namenlose Furcht vor Aktien: Ich wache morgen früh auf - und alles ist weg! Unsinn! Die gesamte deutsche Industrie ist pleite? Elon Musk schläft unter der Brücke? Es gibt keine Pampers und keine Nivea-Creme mehr - und vor allem keinen Big Mac! Unrealistisch. Das wird nicht passieren.

    Festzinspapiere hingegen geben Sicherheit. Seit mindestens 15 Jahren stehen sie in Deutschland für sicheren Verlust - nach Steuern (Leistungsloses Einkommen!) und Inflation. Das war bis etwa 2010 noch anders. Bis etwa damals hatte man die Chance, mit Festanlagen die Inflation zumindest zu egalisieren. Seither klappt das aber nicht mehr. Die Sicherheitssparer dieser Republik mögen es sich vor Augen führen. :)

    Die Versicherung läuft bei der DEVK. Genauer habe ich mir das Ganze bislang noch nicht angeschaut.

    Das solltest Du aber tun, Dir insbesondere die Rendite ausrechnen. Das ist nicht so schwer, wenn man zwei (oder mehrere) aufeinanderfolgende Standmitteilungen miteinander vergleicht.

    Stand jetzt sollen für beide zum Renteneintritt rund 150.000 Euro ausgezahlt werden.

    Stand heute wäre viel interessanter, wieviel in den Versicherungen aktuell drin ist statt eines Luftschlosses in 20 Jahren. :)

  • Frauen sind oftmals die besseren Anleger, und zwar deswegen, weil von ihnen sehr viel weniger "spielen" wollen als von den Männern. Allerdings sind sie manchmal etwas zu sicherheitssüchtig.

    Moin @Achim Weiss ,

    ich lasse den ETF erst einmal sechs Monate laufen und nähere meine Gattin dem Thema danach wieder ganz behutsam an 😄

    Ich versuche daher, mich mit Ratschlägen insoweit zurückzuhalten, indem ich sage: Mir scheint das oder das besser zu sein (und das möglichst auch begründe) statt daß ich sage: Du sollst oder gar Du mußt.

    Was Du mit Deinem Geld machst, ist letztlich Deine Sache, selbst wenn Du meinen, also fremden, Vorschlägen folgst, trägst Du die Verantwortung und nicht ich.

    Vernünftig. Im Grunde weiß ich ja, was ich will, und werde es auch genau so machen. 😉

    Man muß es sich - wie immer! - im Einzelfall ausrechnen.

    Typischerweise sind Darlehenszinsen höher als Habenzinsen, so daß eine Sondertilgung eine steuerfreie Geldanlage mit dem Zinssatz des Darlehens ist. Für einen Sicherheitssparer ist das eine gute Idee.

    Es laufen zwei Kredite aufs Haus.

    Konto 1.

    Stand jetzt: Restschuld 21.100 Euro.
    Monatliche Tilgung: 350 Euro.
    Aktuell keine Sondertilgung.

    Konto 2.

    Stand jetzt: Restschuld 27.000 Euro.
    Monatliche Tilgung: 712 Euro.
    Jährliche Sondertilgung: 1.700 Euro.

    Gesamtrestschuld: 48.114 Euro.

    Laut ING-Rechner passt das exakt bis zum 30.09.2029, ohne offenen Restbetrag.

    Bisher hielt ich es für eine gute Idee, den Kredit bis zum Ende planmäßig laufen zu lassen. 😉

    Auch sein Buch Ihre Finanzen fest im Griff: Vermögen aufbauen, statt Geld verschenken. ist mit 15 € nicht teuer und als Grundlage lesenswert.

    Gestern schon bestellt. ;)

    Eine wichtige Planungsgrundlage ist eine Vermögensbilanz (Hartmut Walz nennt sie Privatbilanz und stellt dafür ein Excel-Blatt zur Verfügung.

    Schaue ich mir in Ruhe an. Danke für den Tipp. :thumbup:

    60 T€ einigermaßen liquides Geld, von dem Du gerade mal 10 T€ in Aktien einsetzen willst

    Die 10k sind bei den 60k schon raus gerechnet.

    Ein Haus ist heute mindestens eine halbe Million wert, wenn nicht eine ganze - und von diesem Wert mußt Du aktuell gerade mal 46 T€ abziehen. Zu dieser halben oder ganzen Million (abzüglich 46 T€ Restschuld) kommen um die 60 T€ einigermaßen liquides Geld, von dem Du gerade mal 10 T€ in Aktien einsetzen willst. Wenn sich diese (sehr optimistische Sicht!) verdoppeln, hast Du dann statt vielleicht 700 T€ 710 T€. Würde sich das Depot in Luft auflösen (was äußerst unwahrscheinlich ist, wider die Vorstellungen von Sicherheitssparern), hättest Du statt z.B. 700 T€ nur noch 690 T€. Ohne Frage müßtest Du dann mit dem Hut in der Hand (und Deiner Frau an der Seite!) in der Fußgängerzone Deiner Stadt betteln gehen.

    Von der Seite habe ich das bisher noch nicht betrachtet.^^

    Stand heute wäre viel interessanter, wieviel in den Versicherungen aktuell drin ist statt eines Luftschlosses in 20 Jahren. :)

    Stand jetzt wäre ja quasi nach Beitragsfreistellung korrekt?

    2024:

    2025:

    Vielen Dank noch einmal für den Input.

    Falls wir uns nicht mehr lesen, wünsche ich dir einen fleißigen Weihnachtsmann. 🎅


    Liebe Grüße

  • Sieht tatsächlich so aus, als könntet Ihr mit Festgeld mehr Zinsen rausholen, als die Hauskredite Euch an Zinsen kosten. Aber da Du das Sicherheitsbedürfnis Deiner Frau erwähnst: Möglicherweise wäre ihr wohler dabei, die Hauskredite wegzuhauen, bevor Ihr mit ETFs anfangt.

    Wir haben uns damals so entschieden und konnten, da der Kredit schon >10 Jahre lief, praktisch unbegrenzt Sonderzahlungen leisten. Im Nachhinein: Anlage auf dem Kapitalmarkt wäre vielleicht lukrativer gewesen - aber Du ahnst nicht, was für ein wundervolles Gefühl es ist, wenn die Hütte abbezahlt und das Grundbuch sauber ist.

  • Sieht tatsächlich so aus, als könntet Ihr mit Festgeld mehr Zinsen rausholen, als die Hauskredite Euch an Zinsen kosten. Aber da Du das Sicherheitsbedürfnis Deiner Frau erwähnst: Möglicherweise wäre ihr wohler dabei, die Hauskredite wegzuhauen, bevor Ihr mit ETFs anfangt.

    Wir haben uns damals so entschieden und konnten, da der Kredit schon >10 Jahre lief, praktisch unbegrenzt Sonderzahlungen leisten. Im Nachhinein: Anlage auf dem Kapitalmarkt wäre vielleicht lukrativer gewesen - aber Du ahnst nicht, was für ein wundervolles Gefühl es ist, wenn die Hütte abbezahlt und das Grundbuch sauber ist.

    Moin Evaluise ,

    ja das hätte natürlich auch seinen Reiz. Mein Festgeld läuft im Sommer 2026 aus.

    Ich werde das nochmal genau durchrechnen. Die 10.000 Euro Einmalzahlung fürs ETF-Konto wollte ich ohnehin erst im Januar leisten.

    Diese Summe könnte ich natürlich auch für die vollständige Ablösung des Kredits verwenden und ab Sommer die ETF-Sparrate direkt von 400 Euro auf zum Beispiel 1.200 Euro erhöhen.

    Kommt Zeit, kommt Rat. 😉


    Liebe Grüße

  • Bothbee Gefällt vielleicht deiner Frau;)

    "Frauen erzielen im Durchschnitt eine um zwei Prozent höhere Rendite", sagt Oswald Salcher, Österreich-Chef von Trade Republic. Das liege daran, dass Frauen ihre Investments breiter streuen und öfter in diversifizierte ETFs investieren und weniger in risikoreiche Veranlagung gehen. Das mache sich im Portfolio bemerkbar. Männer hingegen setzen öfter auf Einzelaktien und gehen in Summe höhere Risiken ein.

    Frauen investieren vorsichtiger, haben damit oft mehr Erfolg als Männer
    Bis zu zwei Prozent mehr Rendite erwirtschaften Frauen, weil sie ihre Investments breiter streuen und weniger Risiko eingehen
    www.derstandard.at