USA greifen Venezuela an

  • Und damit holt er die untere Mittelschicht, die hart arbeitende Bevölkerung ab. Viele US Amerikaner beklagen schon seit längerem sich das eigene Häuschen nicht mehr leisten zu können.

    Eine relativ hohe Wohneigentumsquote kann eine stabilisierende Wirkung entfalten auch im Kontext mit der Zufriedenheit der Bürger - Deutschland ist nach allen mir bekannten Statistiken (nur 47 bis 49%) diesbezüglich auf dem letzten Platz in der gesamten Eurozone. In den USA liegt diese Quote bei rund 65% und damit viel höher.

    Möglichst vielen Menschen den Weg zum Wohneigentum zu eröffnen kann sinnvoll sein - der Ansatz präziser Versuch aber fast jedem diesen Weg zu eröffnen dagegen nicht. Wie auch die Zeit vor Ausbruch der Weltfinanzkrise (2007/2008) gezeigt hatte (wenn es auch ohne die Instrumente der Bündelung von Hypothekenkrediten samt Verbriefung samt positivem Stempel willfähriger Ratingagenturen nicht zur Kontamination der (fast) ganzen übrigens Welt gekommen wäre ...).

    Der Häuserboom - auch unterstützt durch die Unsicherheiten samt sehr niedrige Zinsen nach dem Platzen der Dotcom-Blase (2000 ff) - war in den Folgejahren sozusagen fast ein sozusagen "perpetuum mobile": Die Banken, die Bauindustrie, die Makler, die Berater bzw. Notare, die Möbelindustrie, die Handwerker etc. pp. haben stark profitiert - und last but not least auch der Staat über das wirtschaftliche Wachstum und die Steuereinnahmen usw. Zumal nicht ganz wenige Amerikaner bei gestiegenem Hauspreis dies für ein Mortgage-Upgrade nutzten. Das so frei gewordene Geld - noch dazu bei oftmals trotz aufgestocktem Darlehen bei geringerer Darlehensrate, da immer niedrigere Zinsen - wanderte nicht selten teilweise oder ganz in den Konsum (neues Auto, anderen Anschaffungen, Reisen usw.), was wiederum ebenfalls die Wirtschaft angetrieben hatte. Das ging so lange gut, wie die Immobilienpreise in den USA (nicht zuletzt durch Greenspans Geldpolitik) nur eine Richtung kannten - immer weiter nach oben nämlich. Als da vermehrt Zweifel aufkamen war bald Game over ...

    Was auch extrem zugenommen hat, ist die Anzahl an Amerikanern die entweder in den Caravan Parks oder einfach nur noch in ihrem Auto wohnen.

    All diese Leute bangen oder hoffen (je nach Ausrichtung) dass es Trump irgendwie richten wird und das sind wirklich Millionen US Bürger.

    Schlechte Zeiten und wirtschaftliche Stagnation oder gar wirtschaftlicher Rück- oder Niedergang sind in aller Regel am problematischsten und schwierigsten für die Mittelschicht abwärts.

    Amerika gleicht einem sozialen Pulverfass und Demagogen wie Trump und seine Mischpoke wissen dies für ihre eigenen Zwecke zu nutzen.

    Ob man das so zugespitzt sagen kann, vermag ich nicht zu sagen.

    Je länger aber solche wirtschaftliche Miseren anhalten, umso empfänglicher werden breite Bevölkerungskreise in der Regel für die Sirenenklänge eines bestimmten Politikertypus und auch für einfache Lösungen.

    Dagegen sind eine prosperierenden Wirtschaft samt einem insgesamt gut funktionalen Land vermutlich die beste Prophylaxe.

  • Naja, wen wundert es. Bei der extremen Inflation in den letzten 4-5 Jahren ist die Zitrone halt irgendwann mal ausgequetscht. Die Lohnsteigerungen haben das nicht annähernd kompensieren können. Damit hangeln sich immer mehr Menschen mit Krediten durch. Vor allem in den unteren Einkommensschichten, wo an sich schon wenig Spielraum ist.

  • Naja, wen wundert es.

    Zumal die aktuelle Inflation (in den USA um 2,7% ... ?) ja stets auf Basis der bereits zuvor stark gestiegenen Inflation berechnet wird sprich ausgehend von dem neuen deutlich höheren Preisniveau. Wenn es also heißt die Inflation ist gesunken, ist das nicht nicht gleichbedeutend damit, daß die Preise auch wieder sinken ... sie steigen (bei 2,7% bezogen auf das erreichte Niveau) weiter erheblich an.

    Dazu kommt, daß durchaus kundige Protagonisten - jedenfalls kundigere als ich es als Finanz-Laie bin - die offiziellen US-Inflationsraten mit einer gewissen bis deutlichen Skepsis sehen. Es gibt da schon sehr lange eine Website (shadowstats.com - oder so ähnlich), die nach den noch in den 80er Jahren gültigen offiziellen Regeln die Inflation berechnen: Danach fällte diese regelmäßig einige Prozentpunkte höher aus - als die aktuelle offizielle Inflationsrate.

    Nach meiner Erinnerung - könnte rund 20 Jahre her sein (um 2005 herum) hatte man damals wohl auch in den USA erwogen, die Entwicklung der Geldmenge (M3) nicht mehr zu veröffentlichen, wie früher üblich. Was daraus geworden ist, weiß ich aber nicht. Hatte das nicht weiter verfolgt.