Auch wenn ich nicht KaffeeOderTee bin in dem Kontext
Magst du die kurz erklären?
Eingeblendeter Untertitel übrigens: "Mehr Steuern, weniger Krise .. ?"
Becks Tenor: "Mehr Steuern, eher noch (deutlich) mehr Krise ... !"
- jedenfalls, wenn man via Erbschaftsteuer in das Produktivkapital (von Familienunternehmen) eingreift und zudem die Ineffizienz des Staates berücksichtigt.
Interessant übrigens seine Ausführungen in dem Kontext zum "sozialistischen Familienbegriff", nachdem die "Gesellschaft ausnahmslos aus dem Staat und Individuen besteht" und eine Art sozialistischer Familienbegriff in dieser Lehre nicht existiert. So gesehen können Erbschaften innerhalb der Familie als "hochgradig ungerechter Akt" verstanden werden. Ein Tenor, der bei "SPD und Gewerkschaften immer mitklingt" bei Diskussionen um das Thema Erbschaftteuer).
Vielleicht magst Du statt ein Video anzuschauen lieber lesen ... einige Auszüge:
Intro:
Die Wirtschaftsdaten sind wirklich desaströs ... Das ist etwas, was sich über längere Zeit aufgebaut hat ...Man kann sehr, sehr viel auf politische Fehlentscheidungen zurückführen ... Firmeninsolvenzen sind auf Rekordniveau ... : Auch dramatisch: Die Nettoinvestitionsquote ist in den letzten zwei Jahren auf praktisch Null gesunken ... Pro Monat gehen 10.000 Industriearbeitsplätze verloren in 2025 ... Dieses Jahr sind es schon 15.000 Industriearbeitsplätze, die pro Monat verloren gehen ...
"Um den Wirtschaftsstandort Deutschland muß man sich Sorgen machen. Es steht sehr schlecht. Wir stehen an einem Scheideweg. Alle Kennzahlen deuten nach unten und damit beginnen jetzt auch die Steuereinnahmen einzubrechen. Entweder es kommen wirtschaftsliberale, harte Reformen oder der Staat, die Politik muß versuchen neue Steuereinnahmen aufzutun, ansonsten geht diese Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben so auseinander, daß das Alles jede Tragfähigkeit verliert".
"Das jetzt beschlossene Maßnahmepaket für Wachstum und Beschäftigung, um den Originalnamen zu zitieren, wird an dieser Situation nichts ändern. Es wird ja heiß diskutiert, wer wird eigentlich belastet, wer wird entlastet. Insgesamt ist es ein schöner Beweis, daß die Politik irgendwie handlungsfähig ist, aber es sind so geringe Reformen, daß es am Wirtschaftsstandort Deutschland nicht viel verändern wird"
"Es müssen also neue Einnahmen her, wenn man mal unterstellt, daß die jetzige Regierung nicht in der Lage ist zu harten Reformen. Und, was könnte man tun ? Einkommenssteuer und Sozialabgaben bei Arbeitnehmern erhöhen, aber das geht nicht mehr, da sind wir eigentlich schon am Anschlag, das ist nicht mehr steigerbar. Das Gleiche gilt aber auch für die Unternehmensgewinn-Besteuerung. Die liegt ungefähr bei 30% in Deutschland und damit deutlich höher als bei den meisten konkurrierenden Ländern, wo im Schnitt 25 oder 20 Prozent zum Teil auch weniger aufgerufen wird".
"Möglich auf die Schnelle zu holen wäre etwas bei der Substanzbesteuerung von Produktivkapital. Man muß kein Hellseher sein, um vorherzusagen, daß die Politik jetzt mit freundlicher Unterstützung großer Teile der Presse wahrscheinlich in diese Richtung argumentieren wird, daß dies gerecht und notwendig sei. Die SPD hat hierzu schon vor ein paar Monaten ihre Forderungen platziert. Und das Ganze wird begleitet davon, daß eine Entscheidung des BVerfG zu den Verschonungsregeln ansteht, so daß das Produktivkapital von Familienunternehmen insbesondere im Feuer steht".
Beck beleuchtet das Thema dann im Weiteren in Bezug auf die beiden Punkte "moralische Aspekte" (die hierzulande "oft im Vordergrund" stehen) und die umfangreiche "empirische Datenlage" zu unterschiedlichen Vorgehensweisen (Effizienz "staatliche Investitionen" vs "private Investitionen" - dabei kommt auch der 750 Mrd. € schwere EU-Corona-Hilfsfonds und dessen Versprechungen zur Sprache ... (inzwischen "Next Generation" genannt)). Unter anderem im Kontext mit einer aktuellen Studie in über 100 Ländern zum Thema "Grad der wirtschaftlichen Freiheit" (vom kanadischen Fraser Institute) im Zusammenhang mit dem Wohlstand, den Einkommen, der Gerechtigkeit und der Zufriedenheit in den untersuchten Ländern.
"Wenn wir wirtschaftlich wieder vorankommen wollen, wenn wir den Wohlstand sichern wollen, wenn wir den Wirtschaftsstandort stärken wollen, dann muß Produktivkapital gerade bei Familienunternehmen wieder gestärkt werden und jeder Zugriff des Staates schädigt nicht nur das Produktivkapital selbst, sondern führt auch nicht dazu, daß ein Staat selber wieder effizienter würde".
Ansonsten noch lesenswerte Passagen:
"Ausländische Investitionen sind in Deutschland eingebrochen und die deutschen Unternehmen verlagern ihre Produktion und ihre Investitionen zunehmend ins Ausland. Also die Wirtschaftsdaten sind wirklich desaströs. Und das ist etwas, daß sich über längere Zeit aufgebaut hat. Man kann sehr, sehr viel auf politische Fehlentscheidungen zurückführen. Und die Belastung der deutschen Unternehmen sind nicht nur die Steuern sondern auch die höheren Energiekosten zum Beispiel. Das wird oft vergessen"
"Und die Bürokratiekosten, indirekt auch eine Form von Steuern, weil damit zentrale planwirtschaftliche Ideen der Politik finanziert werden"
"Schauen wir auf die andere Seite die Steuereinnahmen, die noch 2025 auf Rekordniveau waren. Zwei Zahlen im Vergleich: 2005 mit 450 Mrd. € Steuereinnahmen und 2025 mit 1.000 Mrd. Steuereinnahmen. Das heißt in diesen 20 Jahren Steuereinnahmen mehr als doppelt so schnell erhöht, als die Inflation gewachsen ist. Inflationsbereinigt müßte der Staat im Geld schwimmen. Und diese hohen Einnahmen sind auch noch miz einer steigenden Verschuldung verbunden gewesen, so daß wir unter dem Strich nichts anderes gewonnen haben, als einen immer ineffizienterer werdenden Staat, mit immer höheren Sozialleistungen, immer komplexerer Bürokratie und immer mehr Staatseingriffen in die Wirtschaft.
Da Beck mit guten Gründen längst eine Grenze bei den Steuern im Allgemeinen und den Unternehmenssteuern im Besonderen erkennt (die Unternehmens-Gewinnbesteuerung beträgt hierzulande rund 30% - in vergleichbaren Ländern und/oder Staaten als Wettbewerber aber nur 25, 20 oder noch weniger Prozent) - wirft er im Verlauf des Videos einen Blick auf die Erbschaftssteuer (siehe oben).
"Zu Beginn ein paar Zahlen, wo wir eigentlich stehen, weil ich habe immer mal das Gefühl, daß es vielen Menschen gar nicht bewußt ist, wie stark es mit der deutschen Wirtschaft schon seit Jahren bergab geht".
"Eine ganz entscheidende Größe ist das Wirtschaftswachstum. Wenn ich hier mal vergleiche: China hatte seit 2019 ... 33% Wirtschaftswachstum, die USA über 15% - das deutsche Wirtschaftswachstum seit 2019 ist quasi bei Null. Ganz genau bei 0,3%, das ist praktisch nichts"
Im Verlauf präsentiert Beck eine (alt)bekannte Grafik bzw. Folie, diese zeigt die bereits seit 2019 laufende Loslösung des steigenden Staatskonsums (die Kurven laufen auseinander wie die Scherenhälften einer sich öffnenden Schere) vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der privaten Investitionsquote. Der Staat wurde immer raumgreifender auf Kosten der Privatwirtschaft. Mit den entsprechenden Folgen.