Beiträge von Sovereign

    Zum einen:

    Zum sicheren Gold sollte man wissen :

    (nachträglich gefettet von mir)

    Mit den "Sicherheiten" im Bereich "private Finanzen" ist es beim Blick in die lange Geld-, Währungs- und Finanzgeschichte und nach meinen eigenen Erfahrungen folgendermaßen bestellt:

    Die einzigen absoluten drei "Sicherheiten" in dem Bereich "private Finanzen" sind aus meiner Sicht die Steuern, die Inflation und die mit jedem Investment verbundenen (mehr oder weniger hohen) Gebühren bzw. Kosten.

    Zum anderen:

    In den USA gab es 1933 unter Präsident Franklin D. Roosevelt ein Goldverbot (Executive Order 6102), bei dem Bürger ihr Gold an staatliche Stellen abgeben mussten.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Bei dem stets zu empfehlenden Realitätsbezug ist das "mussten" durch ein "sollten" zu ersetzen.

    Das wollen die „Goldys“ doch nicht hören…

    Ohne ansatzweise ein "Goldy" oder gar ein Goldbug zu sein - sondern lediglich ein Bürger, der eine "Versicherung" gegenüber dem Fiat-Money System im Allgemeinen und insbesondere gegenüber mit diversen schweren Konstruktionsfehlern behafteten Währungsexperimenten - wie der europäischen Einheitswährung - im Speziellen seit 1999 für indiziert hält ...

    Was jemand ggf. "hören" will ist das eine - wie die Bürger sich in praxi verhalten ist das andere.

    Wie ein Blick in die Historie solcher verhängten Verbote seitens der Obrigkeit bestätigt (Beispiel: Goldbesitzverbot in den USA für Private - von 1933 bis 1974 nach meiner Erinnerung), zeigte sich der Bürger (in dem Fall der US-Bürger) jedenfalls viel resilienter, als oftmals vermutet.

    Trotz extrem hoher Geldstrafen von bis zu 10.000 $ (inflationsbereinigt heute im sechsstelligen Bereich) und drastischen Strafandrohungen (bis zu 10 Jahren Haft) hat nur der deutlich kleinere (Bruch)Teil der US-Bürger ihr Gold beim Staat zu dem künstlich niedrig angesetzten Preis abgeliefert.

    Wie sich das im - nach meinen langjährigen Beobachtungen - tendenziell eher obrigkeitsgläubigen und obrigkeitshörigen Deutschland verhalten würde, kann nur vermutet werden.

    in dem Kontext Lotto:

    Zugegebenermaßen sehr pointiert und auch etwas sarkastisch - aber gefallen hat es mir damals dennoch. Als ein Bekannter auf der Straße von einem Mann angesprochen wurde ein Lotterielos zu kaufen, meinte dieser trocken: "Als zwangsweise gesetzlich Rentenversicherter spiele ich schon politisches Rentenlotto, da brauche ich kein weiteres Glücksspiel" ...

    Interessant, wir haben heute den 24.05.2026

    Derart sachbezogene und inhaltsschwere Anmerkungen faszinieren mich und finden daher stets mein Interesse ... :)

    Zitat: In der internationalen Presseschau der FAZ vom 27. Mai ("Stimmen der Anderen") wird das Wall Street Journal aktuell wie folgt zitiert:

    Hatte mich in Nr. 428 verschrieben: War die Ausgabe vom 22. Mai.

    By the way:

    Benenne bitte die Eurolottozahlen vom Dienstag, dem 26.5.2026 und sende sie mir via PN, Danke!

    Dein Interesse an der zutreffenden Vorhersage künftiger "Eurolottozahlen" könnte auf ein signifikantes Auseinanderfallen der gewünschten mit Deiner tatsächlichen finanziellen Aufstellung hindeuten.

    Im Sinne von Einflußnahme, Selbstbestimmung und auch Eigenverantwortlichkeit vor dem Hintergrund der Selbstwirksamkeit ...:

    Bei diesbezüglich mangelnder finanzieller Kongruenz empfehle ich daher stets - statt kostenpflichtiger Teilnahme am Glücksspiel - den Fokus auf das eigene Humankapital zu lenken.


    In diesem Sinne ...

    Als Nicht-Naturwissenschaftler fällt es mir schwer zu diesem Thema (E-Auto) - die Makroebene betreffend - mir eine abschließende Meinung zu bilden. Erschwerend kommt hinzu, daß mir selbst im Gespräch mit diesbezüglichen Koryphäen (Professoren beispielsweise) sehr unterschiedliche Meinungen dazu begegnet sind.


    Das Argument "Planwirtschaft" bzgl. Auto in Deutschland ist leider ziemlich dumm.

    Dazu gibt es jedenfalls auch von Deiner Sicht (stark) abweichende Meinungen. Das international bekannte "Wall Street Journal" beispielsweise attestierte bereits im Jahr 2019 - mit der gleichen Wortwahl wie der Deinigen übrigens ... - Deutschland die "dümmste Energiepolitik der Welt" ...

    Diese Meinung teile ich zwar nicht vollumfänglich - beim Blick auf die insgesamt generierten Ergebnisse der sog. deutschen "Energiewende" aber zumindest teilweise.

    Siehe schon hier:

    Dennoch ist selbst mir [als "Nicht-Naturwissenschaftler"] bekannt, daß es dazu auch andere Meinungen gibt, als offensichtlich die Deinige (angefangen von der "dümmsten Energiepolitik der Welt" (Wallstreet Journal im Jahr 2019 nach meiner Erinnerung) bis zu einem Prof. Sinn, der die deutsche Energiepolitik ebenfalls schon lange scharf kritisiert und von einer "Energiewende ins Nichts" spricht - um nur zwei Beispiele aus sehr vielen zu nennen).

    Dem hier

    Es ist die ureigensten Aufgabe von Politik, diesen Rahmen (den Markt) im Interesse der Gesellschaft abzustecken.

    würde ich tendenziell zustimmen.

    (*) Wobei es einen signifikanten Unterschied macht, ob von politischer Seite beispielsweise perspektivisch zu erreichende Ziele vorgegeben werden - oder auch noch der Weg dahin samt konkreter Umsetzung en Detail vorgegeben wird ...

    Wie stets und überall hat die Politik aber (und gerade) bei diesem bedeutsamen und so gut wie alle Bürger und Unternehmen betreffenden Thema (Dekarbonisierung) neben dem Klimaaspekt auch den Mehrklang aus Kosten, Energiekosten, gesellschaftlicher Akzeptanz, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Standorts usw. adäquat zu berücksichtigen - jedenfalls, wenn die Energiewende ein Erfolgsmodell werden soll. Hier kann ich mich schon lange nur schwer des Eindrucks erwehren, daß dort eher der Blick durch eine "ideologisierte Brille" - jedenfalls von bestimmten Teilen der (wirtschaftsfremden bis wirtschaftsfeindlichen) Politik - vorherrschte.

    (*) Eine andere und davon unabhängige Fragestellung bleibt, ob ausgerechnet eine EU samt EU-Kommission den alleinigen Königsweg zu zukünftigen technischen Umsetzung und Lösung der Problematik (im Bereich Verkehr und Mobilität) schon heute kennen kann ...

    Das Wall Street Journal beispielsweise scheint das in Bezug gerade auf Deutschland weiterhin sehr kritisch zu sehen. In der internationalen Presseschau der FAZ vom 27. Mai ("Stimmen der Anderen") wird das Wall Street Journal aktuell wie folgt zitiert:

    "Wenn der Weg in die wirtschaftliche Hölle mit guten Absichten gepflastert ist, sollte man nicht erwarten, dort viele deutsche Autos fahren zu sehen (...) Grüne Vorgaben und andere Regulierungen zerstören Arbeitsplätze in der lange angesehenen deutschen Autoindustrie (...) Die Elektroauto-Manie der Europäischen Union ist ein Hauptgrund dafür (...) Brüssel hat nicht aufgegeben, Autohersteller zu zwingen, Autos zu produzieren, die die Verbraucher nicht wollen. Zurück nach Deutschland: Elektrofahrzeuge sind weniger komplex und bestehen aus weniger Teilen als Autos mit Verbrennungsmotor, weshalb ihre Herstellung weniger Arbeitskräfte benötigt. Doch das allein erklärt nicht den beschleunigten Arbeitsplatzabbau in der deutschen Autoindustrie. Das übergeordnete Problem sind nicht wettbewerbsfähige wirtschaftliche Rahmenbedingungen (...) Die E-Auto-Vorgaben sind Teil einer umfassenden und zerstörerischen Kampagne gegen fossile Brennstoffe. Berlins Entscheidung, die teure und unzuverlässige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszubauen und gleichzeitig Kernkraftwerke stillzulegen, ruiniert Branchen auf breiter Front (...) Wirtschaftlicher Selbstmord ist nicht schmerzfrei."

    (nachträglich gefettet von mir, da ich zumindest diese Einschätzungen teile).


    Der deutschen Energiewende wünsche ich nichtsdestotrotz viel Erfolg - allein schon aus diesen beiden sehr bedeutsamen Gründen: Zum einen dürfte ein Stagnations- oder Niedergangmodell schwerlich als Vorbild für andere Länder taugen, dem diese dann im Sinne des Klimaschutzes nacheifern. Zum anderen befeuert wirtschaftliche Stagnation oder gar Niedergang in aller Regel gesellschaftliche Spannungen inklusive Verteilungskämpfe, mithin eine Situation, die meist bzw. in der Regel eher den politischen Rändern in die Karten spielt. Um den obigen Tenor aufzugreifen: Ein wirtschaftlicher Suizid dürfte auch beim Blick auf die politische Stabilität hierzulande eine eher sehr schmerzhafte Angelegenheit werden.

    Qwertz123

    Vorab: Für meinen Teil bin ich weder ein Experte für die diversen Sparten der deutschen Sozialversicherung (Beispiel: GKV) noch ein Fachmann für den Bereich der privaten Assekuranzen (Beispiel: PKV). Über (altersbedingt) ein bißchen Lebenserfahrung und (berufsbedingt) Erfahrungen in diversen Ländern auf verschiedenen Kontinenten verfüge ich nichtsdestotrotz. Vor dem Hintergrund erlaube ich mir daher eine ganz allgemeine sprich generelle Anmerkung.


    ich frage mich, ob man sicherheitshalber vor 55 in die GKV wechseln sollte.

    Nur am Rande aber im Kontext "sicherheitshalber": Die einzigen absoluten drei "Sicherheiten" in dem Bereich "private Finanzen" sind aus meiner Sicht die Steuern, die Inflation und die mit jedem Investment verbundenen (mehr oder weniger hohen) Gebühren bzw. Kosten.

    Nach meinen langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen gilt für schlecht regierte Nationen und/oder im Niedergang befindliche Länder - erst recht, wenn es sich nicht mehr um ein konjunkturelles Thema sondern längst um strukturelle Probleme als Ursache handelt - , daß sich dann Regeln und Rahmenbedingungen ziemlich bis sehr schnell ändern können. Je länger die Politik zwingend indizierte Reformen zuvor verschleppt hat, desto eher gilt dann oftmals von politischer Seite, wenn es finanziell immer enger wird, das Motto "Not kennt kein Gebot" mehr.

    Daher in dem Kontext

    Man muss ja langfristig planen.

    Natürlich ist das stets zu empfehlen. Und selbstverständlich kann und muß bei solchen "langfristigen Planungen" immer vom "Status Quo" ausgegangen werden. Ob man diesen aber hierzulande noch über sehr lange Zeiträume als wesentlichen und unverrückbaren Bestandteil seiner Langfrist-Planungen sehen und verstehen kann, scheint mir eher fraglich. Um nur ein Beispiel aus diversen in dem Bereich zu nennen: Der Status KVdR ("Krankenversicherung der Rentner") im Alter.

    Als Mitglied der GKV ist man jedenfalls integraler Bestandteil einer "politischen Verteilungsmasse". Die höchstrichterliche Rechtsprechung (BVerfG beispielsweise) billigt dem Gesetzgeber diesbezüglich in der Regel weite (Gestaltungs-)Spielräume zu. Als in der PKV befindlicher Protagonist beruht das Ganze dagegen auf einem individuellen privatrechtlichen Vertragsverhältnis (Versicherter/Versicherung) mit bestimmten (und weitgehend festen) Regeln. Da sehe ich zumindest etwas mehr an Planbarkeit und Rechtssicherheit auf die lange Sicht.

    Deutlich oberhalb der normalen (Stichwort: Verbraucherpreisindex) Inflation bewegten sich nach meinem Kenntnisstand in den vergangenen Jahrzehnten ohnehin beide Sparten (also sowohl die GKV als auch die PKV) in Sachen Kosten und Beitragsentwicklung. Aufgrund der bekannten Melange (demographischer Wandel, medizinischer Fortschritt) dürfte das auch zukünftig so sein.


    Dir gute Gedanken, Überlegungen und danach ebensolche Entscheidungen !

    Viel wichtiger dürfte in der Hinsicht die Eurokrise gewesen sein

    Nicht "wichtiger" sondern ausschlaggebend.

    Die Eurokrise - diese und der Umgang der deutschen Regierung damit - war damals (= 2013) das Gründungsmotiv und Gründungsmotto der Partei AfD sprich der "Alternative für Deutschland" versus dem Mantra "alternativlos" der Kanzlerin Merkel, worauf schon der Parteiname hinweist (Grund für die Eurokrise war wiederum, daß der permanente Bruch der eigenen EU-Verträge (u. a. Vertrag von Maastricht und Maastricht-Kriterien) - seitens der EU, der EU-Kommission und diverser Euro-Mitgliedsländer - mit Euro-Einführung der ständiger Begleiter der Einheitswährung war. Ohne dieses Verhalten und diese Vorkommnisse wäre eine AfD in 2013 jedenfalls nicht gegründet worden. Vermutlich hätte man diese dann auch heute nicht "an der Backe".

    sowie die Flüchtlingsthematik 2015, die der fast schon wieder sterbenden AfD richtig Oberwasser gegeben hat.

    Vor der Flüchtlings- und Migrationsthematik (2015) notierte die AfD in meinem Bundesland unter der 5% Hürde. Der Umgang der damaligen Kanzlerin Merkel mit diesem Thema hat der AfD erst richtig "Wind unter die Flügel" gebracht und zu ihrem Höhenflug verholfen (und nebenbei die Union - CSU versus CDU - fast zerlegt).

    Ich denke, sachlich und mathematisch ist die Sache klar:
    Dividenden sind rein rechnerisch kein geschenktes Geld, sondern eine linke-Tasche-rechte-Tasche-Transaktion, die steuerlich in der Ansparphase sogar ineffizienter ist als eine Thesaurierung.

    Insofern kann man jedem, der ... ggf. etwas gebetsmühlenartig ... darauf hinweist, dass in den meisten Fällen ein breit gestreuter, thesaurierender ETF (zum Beispiel auf den FTSE All World oder den ACWI IMI) am sinnvollsten ist, nur dankbar sein.

    Soviel zu den sachlichen Gründen.

    Das dürfte aber vielen bis den meisten am Thema "private Finanzen" ernster Interessierten ohnehin bekannt sein.

    Die Psychologie kommt hier aber meines Erachtens zu kurz.

    Meines Erachtens deutlich zu kurz.

    Die saubere Definition der "objektiven Risikotragfähigkeit" ist Conditio sine qua non für jede erfolgreiche Geldanlage (vereinfacht: Was verträgt ein Anleger objektiv als maximales Minus im Depot oder Portfolio ?). Mindestens ebenso bedeutsam für den langfristigen Erfolg ist aber die individuell zutreffende Definition der "subjektive Risikobereitschaft" sprich der emotionalen Risikotoleranz (vereinfacht: Was hält ein Anleger emotional-psychologisch als maximales Minus im Depot oder Portfolio aus ?).

    Da habe ich den zweiten Aspekt betreffend - samt daraus resultierenden negative Folgen - schon Schlimmes bis Schlimmstes gesehen (z. B. in den Jahren 2000 ff und 2008 ff).

    Die Börse besteht nicht nur aus Statistiken, sondern aus Menschen. Geldanlage ist nicht Rationalität pur, sondern ein Verhaltensspiel.

    Allerdings ist dem so. Siehe oben.

    Wie häufig der reine "Homo Oeconomicus" mit seinem stets "rein rationalen" Handeln überhaupt anzutreffen ist, wäre zudem eine eigenständige Frage.

    Wenn der regelmäßige, sichtbare Cashflow auf dem Konto bei jemandem dazu führt, dass die Motivation steigt und dadurch monatlich eine höhere Summe investiert wird, schlägt die Realität die Theorie.

    Die "Compliance" den eigenen Finanzplan betreffend gehört ebenfalls zu den unabdingbaren Voraussetzungen für jede Geldanlage und jeden Vermögensaubau (Disziplin, Konsequenz, Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit).

    Ein nur mittelmäßiger aber durchgezogener Finanzplan wird oftmals letztlich bessere Ergebnisse generieren - als ein lege artis bzw. perfekter Finanzplan, der aber nicht zum Einsatz kommt oder nicht durchgehalten wird.

    Die breite Masse (Durchschnittsbürger bzw. Otto Normalverbraucher) betreffend zeigen dies Untersuchungen zum Thema Mieter vs Wohneigentümer am Ende der üblichen Vermögenssaufbauphase (Alter 65). Trotz den strukturellen Nachteilen des Wohneigentums (hohe Kaufnebenkosten, Zinskosten (bei Finanzierung), Klumpenrisiko, meist renditeschwächer als die Aktienanlage) haben die Menschen mit Wohneigentum durchschnittlich ein deutlich höheres Vermögen als die Mieter (daß dieses in der selbst bewohnten Immobilie kein freies sondern gebundenes Vermögen ist, steht auf einem anderen Blatt).

    Am Ende einer Zeitspanne X steht der Anleger mit der "unvernünftigen" Dividendenstrategie und einer höheren Sparrate womöglich mit einem größeren Vermögen da als der Anleger, der zwar die mathematisch perfekte, thesaurierende Strategie fährt, dafür aber mangels sichtbarer Belohnung eine geringere Summe aufbringt.

    Gut möglich.

    Zusammenfassend kann man beide Seiten verstehen. Den rationalen Investor, der am Ende ein möglichst großes Vermögen erzielen möchte, als auch den Dividenden-Investor, der die ständigen "Belohnungen" benötigt und auch vielleicht in Crash-Phasen nicht panikartig verkauft, sondern auf Grund des steten Geldflusses seine Anteile behält.

    Sehe ich ganz ähnlich.

    Für meinen Teil habe ich in dem Bereich private Finanzen den Glauben an absolute "Sicherheiten" schon vor sehr langer Zeit aufgegeben. Als "Sicherheiten" sehe ich da nur noch die Inflation, die Steuern und die mit jedem Investment verbundenen (mehr oder weniger hohen) Kosten/Gebühren.

    Auch Dividenden und Mieten fließen nicht mit Sicherheit. Wobei Mieten einen etwas stetigeren (sprich etwas weniger unsicheren) Charakter aufweisen als Dividenden. Dafür entwickeln sich im Gegenzug auf lange Sicht die Dividenden dynamischer im Vergleich zu den Mieten.

    Der Compliance meinen Finanzplan betreffend waren diese beiden Zahlungsströme (Dividenden und Mieten) jedenfalls über die Jahrzehnte hinweg sehr förderlich.

    Da kann, soll und muß jede(r) den für sich passenden Ansatz und Weg finden. Zudem möglichst einen solchen, der zu seinem Bild (so denn vorhanden) der Finanzwelt paßt. Letztlich zählen die generierten Ergebnisse. Für (eifernde) Glaubenskriege vermag ich da keine Notwendigkeit zu erkennen.

    Liebe Finanztip-Entscheidungsträger,

    bitte ändern sie die Forenregeln dahingehend, das politische Überlegungen, die Bezug zur Finanzwelt haben, nur dann gepostet werden dürfen, wenn sie eher linksorientiert sind. Das Posten von Umfragen, Statistiken oder Fakten ist bitte auch nur dann zulässig, wenn die Yoga-Gruppe ihre Zustimmung äußert. Durch diese Vorgaben wird das Forum dazu beirragen, die Demokratie in Deutschland umgehend zu retten und insbesondere das Wählerpotential der AfD draußen in dieser doofen realen Welt spürbar zu reduzieren. Das klappt ja mit solchen Sichtweisen und politischer Umsetzung seit ca. 20 Jahren schon super.

    Gruß und Kuss...

    Der Entwurf kann natürlich gerne noch angepasst werden. Aber man will ja helfen wo es geht.

    Eventuell hast Du Haltung und Framing gewisser Kreise und Protagonisten noch nicht vollumfänglich verstanden ... ;)

    Das könnte so aussehen, daß alles, was nicht politisch links und/oder links-grün ist - oder noch weiter links oder links-grüner - per se rechts ist. Entscheidend dabei: Und rechts ist automatisch immer ganz schlecht, ganz böse und ganz schlimm. Konservativ als Einstufung beispielsweise scheint gar nicht mehr zu existieren ... Siehe beispielsweise auch die "Omas gegen rechts", die offensichtlich (nomen est omen) gegen alles antreten und kämpfen, was nicht links ist sprich SPD oder die Grünen und links davon ... Also auch gegen die CDU, CSU, FDP, Freie Wähler usw. kämpfen. Ansonsten müßten sie sich ja "Omas gegen die AfD" nennen ... Von rechts zu rechtsextrem (oder gar einem überzeugten Nazi) dürfte es auf Basis dieser Haltung dann kaum noch einen Unterschied geben - oder ggf. ist das bereits identisch ... ?

    Die Demokratie wird auf Basis dieser Haltung übrigens nicht dadurch "gerettet", indem die Probleme gelöst werden auf denen solche Parteien zum Erfolg reiten - sondern, indem einfach ein Verbot einer demokratisch gewählten Partei angestrebt wird ...


    Nach meiner Beobachtung und Einschätzung ist hierzulande seit sehr vielen Jahren eine starke politische Linksverschiebung zu konstatieren. Was u. a. nicht ohne Folgen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes blieb. Parallel dazu lief auch eine linke gesellschaftspolitische Agenda (Wokeness, Political Correctness, Cancel-Culture, Gendersprech, LGBTQ+ usw.). Was mich schon vor vielen Jahren gewundert hatte: Wie lange es auf nationaler (aber auch internationaler) Ebene gedauert hat, bis es zu einer signifikanten Gegenbewegung kam. Zu dieser ist es auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene schließlich aber doch gekommen. Was bei oben genannten Kreisen und Protagonisten naturgemäß auf Entrüstung stößt.

    Fraglos ist die AfD eine unleidige Partei - aber offensichtlich als Sammelbecken für viele Unzufriedene und Protestwähler eine unvermeidliche. Sollte auch diese Regierung es nicht schaffen die Rahmenbedingungen so zu setzten, daß die Wirtschaft (endlich) wieder etwas an Fahrt gewinnt, dürfte die Polarisierung zu den politischen Rändern eher noch zunehmen.

    Um einen langjährigen Bekannten und Journalist zu zitieren:

    "Die Koalition kann noch Jahre so weitermachen. Dann ist Sachsen-Anhalt nur ein Vorspiel"

    Ich kann jedenfalls nicht erkennen, was passieren muss, damit ein Vermieter auf der Straße steht.

    Soll dies als Kriterium für die Mietgesetzgebung und die von politischer Seite gesetzten Rahmenbedingungen taugen ... ?

    In Deutschland muß nach meinem Kenntnisstand kein Mensch auf der Straße oder auf der Parkbank übernachten. Für Flüchtlinge beispielsweise gilt meines Wissens seitens der Kommunen eine gesetzliche Unterbringungspflicht.

    Mein Kriterium wäre ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage in dem Bereich Wohnraumversorgung (wieder)herzustellen (das - also Angebot und Nachfrage - läuft in meiner Region nämlich seit fast 20 Jahren immer weiter auseinander ...). Dazu gehört u. a. von politischer Seite die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen.

    Für meinen Teil war ich in zig Ländern (temporär) auch Mieter. An ein strikteres und mieterfreundlicheres Mietrecht als das in Deutschland inzwischen kann ich mich nicht erinnern ...


    Nur am Rande Deine Erfahrungen diesbezüglich über die Jahrzehnte betreffend: Vermietest Du selbst Wohnungen oder Häuser ? Falls ja, seit wann und wie viele Einheiten ... ?

    Vermieter sind halt nicht nur große Konzerne sondern auch kleine Privatleute.

    Nicht "auch" sondern "überwiegend" ...

    Nach diversen Untersuchungen (z. B. Gutachten des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW; Köln)) sind private Kleinvermieter (mit einem Anteil von 64,4% aller zur Verfügung gestellten Wohnungen) eine tragende Säule der Wohnraumversorgung in Deutschland. Eine viel größere und bedeutsamere als Konzerne wie Vonovia beispielsweise.

    Ich glaube jeder der schon mal in den "Genuss" von Mietnomaden gekommen ist, weiß wie es um die Rechte von Vermietern bestellt ist.

    Ein Aspekt unter diversen anderen (andere Aspekte: Asymmetrische Kündigungsfristen, Mietpreisbremsen, Kappungsgrenzen, Regelungen zur Renovierung, Bestellerprinzip (Courtage), Vorgaben Kautionshöhe, gesetzlicher Kündigungsschutz usw.).

    Wirst du jetzt beleidigend oder bestätigst du meine Aussage?

    Weder noch.

    Zum einen: Was an meinem Beitrag (Nr. 57) auch nur ansatzweise "beleidigend" sein soll oder könnte, erschließt sich mir nicht. Es handelt sich dabei explizit um "meine persönlichen Beobachtungen" und explizit um meine persönliche Meinung (siehe "nach meinem Dafürhalten"). Mit diesen Einschätzungen stehe ich übrigens nicht alleine - um es noch möglichst zurückhaltend zu formulieren.

    Zum anderen: Was veranlaßt Dich darin eine Bestätigung Deiner Behauptung (Nr. 52) zu sehen oder zu vermuten ... ? Ein meines Erachtens abwegiger Ansatz.


    In dem Kontext ganz allgemein und nach meinen Erfahrungen:

    Weder mit Smileys ("Daumen nach unten") noch mit dem Verschwindenlassen von Texten ("mit blauer Farbe ?") lassen sich die - früher oder später - unvermeidlichen "Rendezvous mit der Realität" vermeiden.

    Wie die real existierende EU und Deutschland seit Jahren erfahren (müssen).

    Nur am Rande aber in dem Kontext

    Was leider nicht stimmt.

    Nach meinen Beobachtungen:

    Eine verzerrte oder gestörte Wahrnehmung der Wirklichkeit - oder gezieltes Ignorieren derselben sprich der stets erforderliche aber hierzulande sukzessive geschwundene Realitätsbezug - gehört nach meinem Dafürhalten seit langer Zeit zu den elementaren Problemen hierzulande. Das gilt nicht nur für den Bereich "Mieten, Bauen, Wohnen, Wohneigentum" sondern auch für diverse andere Themen (angefangen beispielsweise von Bürokratie und EU-Regulatorik über die Konstruktion und den Umgang mit der europäischen Einheitswährung bis hin zu Themen wie der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und der Verteidigungsfähigkeit).

    Immenried1575

    Vorab: Für meinen Teil bin ich nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen sehr Interessierter mit auch ein bißchen eigenen Erfahrungen. Überflogen habe ich zudem nur Deinen Beitrag Nr. 1.

    Hat schon jemand Erfahrung mit Hausverkauf ohne Makler?

    Obwohl ich ansonsten meine privaten Finanzen seit über 50 Jahren selbst und aktiv bewirtschafte (Schwerpunkte Aktien und Immobilien) arbeite ich in dem Bereich Immobilien seit Jahrzehnten ausschließlich mit Maklern (Verkäufe sind bei mir die Ausnahme, Vermietungen die Regel). Das ist aber meine ganz persönlich präferierte Vorgehensweise sich dieser Dienstleistung zu bedienen.

    Das Ganze dürfte u. a. auch vom Objekt (Immobilie, Lage, Preis) und Subjekt (Verkäufer typbedingt) abhängig sein. Ein pauschales Richtig oder Falsch für sämtliche Konstellationen erscheint mir wenig sachgerecht.

    Der mit dem Thema "Hausverkauf" in der Regel verbundene Aufwand wäre mir persönlich deutlich zu hoch (Expose, Anzeigen schalten/einstellen, Präsentation, Unterlagen, Terminvereinbarungen, Besichtigungen, Nachfragen, Verhandlungen usw.).

    Andererseits: Bei einem Verkauf (nur) einer Immobilie hat man mit dem (hoffentlich) solventen Käufer danach (und nach dem Notartermin) nichts mehr zu tun, wenn alles glatt läuft jedenfalls.

    Die vom Makler ausgewählten (meist drei oder vier) Mietinteressenten schaue ich mir nichtsdestotrotz - sprich trotz der eingekauften Dienstleistung - in aller Regel persönlich bei einem kurzen Treffen an, da Vermietung in der Regel zu einer anderen und längeren "Bindung" führt als dies bei einem Verkauf der Fall ist (oder wie es eine Maklerin mal pointiert formulierte:

    "So wie das deutsche Mietrecht aussieht, kann es hierzulande inzwischen einfacher sein, sich von seinem Ehepartner scheiden zu lassen als sich von seinem Mieter zu trennen").


    Dir gutes Gelingen und viel Erfolg - mit oder ohne Makler - bei dem avisierten Hausverkauf !

    ich überlege mir, ob ich mir nicht auch eine Spielwiese anlege.

    Vom Grand Design her befindest Du Dich ohnehin längst auf einer "Spielwiese" (um Deine Formulierung aufzugreifen):

    Das betrifft sowohl das Geldsystem (Fiat-Money seit 1973) und den Umgang der Staaten und staatlichen Notenbanken damit im Allgemeinen als auch das europäische Einheitswährungs-Experiment (Euro seit 1999 als Buchgeld und 2002 als Bargeld) und den Umgang der beteiligten Länder und der EZB damit - inklusive der zugehörigen EU-Verträge (AEUV) - im Besonderen.


    Nur am Rande aber in dem Kontext:

    Da gibt es keine neuen Erfahrungen zu machen. Es wird auch keine neuen Erkenntnisse bringen. Die Fakten liegen bereits auf dem Tisch. Wir wissen alles, was man wissen muss.

    In Sachen ökonomischer Ausrichtung im Allgemeinen beispielsweise und monetärer Ökonomik im Speziellen beispielsweise sehe ich das ebenso.

    Gleiches gilt übrigens auch für die Versuche von Währungsunionen a la Euro in der bisherigen Währungs- und Finanzgeschichte.

    Es ist nun einmal falsch, dass der Mensch nur durch Erfahrung lernt. Auch das ist lange bekannt.

    Der Mensch lernt durch Nachahmung. Das ist der einfachste Weg.

    Der Mensch lernt auch durch eigene Überlegungen. Das ist der edelste Weg.

    Und der Mensch lernt auch durch Erfahrungen. Das ist der bitterste Weg.

    Selbst der "bitterste Weg" (siehe DDR beispielsweise) oder die diversen anderen gescheiterten bitteren Versuche - von Kuba bis Nordkorea und von Nicaragua bis Venezuela und von Kambodscha bis Mozambique - scheinen hierzulande dem Glauben an sozialistische Ansätze oder gar dem Sozialismus-Gedanken selbst, also Staatswirtschaft samt Kollektivierung und Etatismus, nichts anhaben zu können.

    Jedenfalls in gewissen Teilen und Kreisen der Politik und bei so manchen Protagonisten auch außerhalb der Politik-Community.

    Nach meinem Dafürhalten: Eine durchaus anspruchsvolle und herausordernde Aufgaben bei diesem Grand Design - sprich Fiat-Money-System im Allgemeinen und Experiment Euro im Speziellen - und dem ökonomischen Trend hierzulande für eine solide und möglichst robuste und resiliente Aufstellung der eigenen privaten Finanzen zu sorgen.

    Als ein von diesen Kreisen als "Überreicher" definierter und diskreditierter dürfte das erst recht gelten.

    nur EINE einzige richtige Währung, in der das anders aussieht.

    Diesbezüglich (Ratio Papiergeld vs Gold) gilt: Es kann seit dem Ende von Bretton-Woods (1973 nach meiner Erinnerung) nur noch zwischen extrem bis sehr schlechtem und etwas bis einen Hauch weniger schlechtem Papiergeld unterschieden werden.

    Um, wie von Dir gewünscht, "EINE" Währung zu nennen: Siehe den Schweizer Franken (CHF)

    Das zeigt übrigens auch der Blick auf den Kurs CHF vs Euro - meine, der kommt von einstmals um die 1,65 zum Euro auf inzwischen runter auf 0,92 ...


    Nur am Rande in dem Kontext: Wobei ja nunmehr auf die Schweiz eine "sehr große Inflationswelle zurollt", wie ich als Finanz-Laie hier von kundiger Seite erfahren durfte:

    Auf die Schweiz rollt übrigens in den nächsten Monaten eine sehr große Inflationswelle zu.

    Stimmt tatsächlich. Die offizielle Inflationsrate der Schweiz hat sich gerade im Vergleich zum Vormonat des letzten Jahres verdoppelt. Nämlich von 0,3% auf 0,6% ...

    Die Schweizer Nationalbank (SNB) ließ dies unkommentiert. Die SNB strebt - meiner bescheidenen Kenntnis nach - übrigens eine Inflationsrate von Null bis zwei Prozent p. a. an. Demnach besteht für die SNB kein Grund zum Handeln sprich Eingreifen. Die EZB dagegen hat in der Vergangenheit ihr Inflationsziel vier Mal in Folge erhöht und strebt nunmehr symmetrische zwei Prozent Inflation per annum an. Die aktuelle Schweizer Inflationsrate wäre also für die EZB ein Grund zur weiteren Ankurbelung der Inflationsrate.

    das ist mir nicht geheuer.

    Das wird, wie nicht ganz selten beim Thema "private Finanzen", im Auge des Betrachters liegen.

    "Nicht geheuer" (nur um diese Deine Formulierung aufzugreifen) ist mir beispielsweise das Fiat-Money-System und der Umgang der Obrigkeit (Staaten und staatliche Notenbanken) damit im Allgemeinen sowie insbesondere das Experiment einer europäischen Einheitswährung und der Umgang der Obrigkeit (Euro-Mitgliedsstaaten und EZB) damit inklusive dem Umgang mit den diese Einheitswährung betreffenden EU-Verträge (AEUV) im Speziellen.

    Von geopolitischen Friktionen, einer ebensolchen geopolitischen Neuordnung und dem Umgang der USA mit dem Dollar als (noch) Weltleitwährung beispielsweise ganz abgesehen.


    Goldpreis bei Euroeinführung im Jahr 1999 um die 250 € pro Unze - aktuell um 4.000 €

    Goldpreis bei Euroeinführung im Jahr 1999 um die 7. 880 € pro Kilo - aktuell > 129.000 €

    Die sagen aber, sie hätten damit gute Gefühle und würden gut schlafen. Dann muss es doch gut sein, oder?

    Ob "die das (alle) sagen" entzieht sich meiner Kenntnis. Nicht wenige scheinen mir eher verunsichert bei dem Thema "private Finanzen" ... und handeln daher (vermeintlich) vorsichtig. Bei unserem Fiat-Money-System (und dem Umgang der Staaten und Notenbanken damit) und dem Euro-Experiment (und dem Umgang der beteiligten Länder und der EZB damit) scheint mir ein Schwerpunkt auf Nominalwerte ein eher unglücklicher zu sein.

    Selbst gemäß Herrn Kommer - als selbst ernanntem "Super-Rationalist" und "Homo Oeconomicus" der Geldanlage und vermeintlichem Inhaber und Hüter des "Heiligen Grals" des Investieren - siehe hier

    Was ich witzig fand: Herr Kommer argumentiert jetzt immer mal wieder mit dem 'guten Gefühl'. Er hätte eben kein 'gutes Gefühl' mehr, wenn soviel Geld in einem Land oder in einer Branche investiert wäre, usw. :/
    Und ich Simpel dachte, nach dem Lesen der 'Kommer-Bibel', doch gerade, dass man Gefühle und Geldanlage strickt voneinander trennen sollte. :D

    scheinen "gute Gefühle" doch nunmehr ein Kriterium zu sein ... :)

    M.E. muss man hier klar trennen. Es geht ja bei Herrn Kommer i.d.R. immer um die Betrachtung einer einzelnen Anlageklasse (weltweite Aktien oder die 'Welt-AG' wie er Sie immer nennt).
    Wenn man bei wachsendem Vermögen dann weitere Assets wie z.B. Anleihen, Immobilien oder Gold hinzunimmt wird ja weiter diversifiziert bzw. es wird die Abhängigkeit von der einen Anlageklasse verringert.

    M. E. ist es damit eher folgendermaßen bestellt:

    Wenn sich jemand sehr lange, permanent und explizit als (selbst ernannter) "Super-Rationalist" (und "Homo Oeconomicus") der Geldanlage geriert - dann ist es ziemlich seltsam, daß nunmehr auch "gute Gefühle" eine Rolle spielen sollen. Das gilt dann auch innerhalb nur einer Anlageklasse (in Kommers Fall bzw. dem Fall bei Aktien).

    Diese Deine folgende Sicht teile ich natürlich

    Wenn man bei wachsendem Vermögen dann weitere Assets wie z.B. Anleihen, Immobilien oder Gold hinzunimmt wird ja weiter diversifiziert bzw. es wird die Abhängigkeit von der einen Anlageklasse verringert.
    Zumal ja bei vielen Anlegern in Deutschland auch noch Ansprüche an gesetzliche oder private Rentenversicherungen oder Pensionen vorhanden sein dürften.

    Das - aus meiner Sicht - eher problematische dabei, daß ziemlich viele Menschen hierzulande ein starkes bis sehr starkes Deutschland-Exposure (Arbeitsplatz, Wohneigentum, GRV, Pension, bAV, PRV, KLV, Konten usw.) und zudem Euro-Exposure haben dürften. Vermutlich ohne sich dies aktiv bewußt zu machen.

    So manche bis viele werden daran auch nur (ganz) bedingt etwas ändern können. Umso wichtiger wäre eine deutlich höhere Aktienquote via weltweiter Aktien-ETFs. Funktioniert hat dies trotz aller Bemühungen und Anstrengungen (Stichwort: Deutsches Aktieninstitut (DAI) gegründet in 1953 (!) - um nur ein Beispiel zu nennen) bis heute nicht so recht.

    Billionen "schlummern" weiterhin auf Girokonten, Sparbüchern, Tagesgeldern usw. sprich nur in Nominalwerten - während sowohl die Aktienquote als auch die Wohneigentumsquote - also Sachwerte im weiteren Sinne - schwach ausgeprägt sind.

    Für die wahrscheinlichen Szenarien (wie orchestrierte Finanzrepression, Stagflation, Dauerrettung des Euro-Experiments, tendenziell höhere Inflationsraten aufgrund der geopolitischen Neuordnung) jedenfalls keine besonders glückliche Aufstellung.

    Was ich witzig fand: Herr Kommer argumentiert jetzt immer mal wieder mit dem 'guten Gefühl'. Er hätte eben kein 'gutes Gefühl' mehr, wenn soviel Geld in einem Land oder in einer Branche investiert wäre, usw. :/
    Und ich Simpel dachte, nach dem Lesen der 'Kommer-Bibel', doch gerade, dass man Gefühle und Geldanlage strickt voneinander trennen sollte. :D

    Ist einem meiner finanz-affinen Patenkinder auch (unangenehm) aufgefallen.

    Für meinen Teil - als Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter - hatte die persönlich-subjektive Seite - gemäß meinem Bild des Ganzen - schon immer erhebliches Gewicht.

    Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf einer möglichst soliden, robusten und resilienten Finanz-Aufstellung.

    Ein "gutes Gefühl" und ein "ruhiger Schlaf" waren und sind da integrale Bestandteile

    Finanzielle jederzeitige Beweglichkeit ("immer flüssig" sein) vermittelt mir zudem (neben oben genannten Aspekten) auch subjektiv ein gutes Gefühl und eine ruhigen Schlaf.

    Diesbezüglich bin ich aber stets davon ausgegangen, daß dies die selbst ernannten "Super-Rationalisten" der Geldanlage (ganz) anders sehen.

    Auch wenn die (nicht selten selbst ernannten) "Super-Rationalisten" der Geldanlage - und "Gläubigen" an das Bild des "Homo Oeconomicus" - das vermutlich (ganz) anders sehen.

    Dies scheint nunmehr aber nicht mehr der Fall zu sein ... ?

    Wenn es Herrn Kommer nunmehr um "gute Gefühle" bei der Geldanlage geht, ist das in etwa so, als würde ein in der Wolle gefärbter Vegetarier sich plötzlich für Steaks interessieren ...

    Oder steht da (mal wieder) nur (s)ein "kommer"zielles Interesse dahinter ... ?

    Nur am Rande aber in dem Kontext:

    Die reichsten Länder Europas haben eine niedrige Eigentumsquote die ärmsten die höchste.

    Ob das in dieser Pauschalität und Vereinfachung ("arme vs reiche" Länder) als innerer Zusammenhang beim Thema Wohneigentumsquote zutrifft, scheint mir eher fraglich.

    Schon spontan fallen mir da nämlich diverse "reiche" Länder (in Europa) ein - mit auch relativ "reichen" Bürgern (Durchschnittsvermögen, Medianvermögen, erwirtschaftetes BIP pro Kopf) - wie Dänemark, Schweden, Luxembourg, Niederlande, Irland, Norwegen - und außerhalb Europas natürlich die USA -, die deutlich bis viel höhere Wohneigentumsquoten als Deutschland (um die 43 bis 47% - je nach Erhebung) aufweisen.

    Die USA beispielsweise mit einer Wohneigentumsquote deutlich > 60% (65 bis 66%), Irland beispielsweise eine um fast 70% und Norwegen eine um nahe 80% (allein der norwegische Staatsfonds dürfte inzwischen um die zwei Billionen € notieren und allein dieser verwaltet für jeden norwegischen Bürger (s)einen rein rechnerischen pro Kopf-Anteil von ca. 360.000 €).

    Zahlen aus der Erinnerung - Kundigere mögen das gerne korrigieren

    Das Ganze rund um die internationalen Wohneigentumsquoten ist nach meinen Erfahrungen viel eher ein komplexes Zusammenspiel aus kulturellen-traditionellen (angelsächsischer Raum "My Home is my Castle" beispielsweise), politischen (Förderung und steuerliche Aspekte beispielsweise), rechtlichen (Mietgesetzgebung beispielsweise), wirtschaftlichen (Erschwinglichkeit beispielsweise) und historischen (Beispiel: Deutschland; kriegsbedingte Zerstörungen, Phänomen DDR beispielsweise) Faktoren.

    Ich sehe nicht das eine hohe Wohneigentumsquote erstrebenswert ist.

    Um isoliert allein nur den finanziellen Aspekt zu betrachten (daneben gibt es bei dem Thema natürlich diverse weitere wie Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Bleibe, Unabhängigkeit von Mieterhöhungen, Sicherheit vor Eigenbedarfskündigungen beispielsweise):

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird rein rechnerisch ein Protagonist besser fahren, wenn dieser seine freien Mittel (Eigenkapital) und seine monatliche Sparrate über die Jahrzehnte hinweg ganz oder zumindest ganz überwiegend im/am Aktienmarkt investiert - anstatt sein Eigenheim oder seine Eigentumswohnung abzubezahlen. Seit etwa dem Jahr 2000 ist dies zudem weltweit breit gestreut und sehr kostengünstig via Aktien-ETFs möglich.

    Voraussetzung - im Sinne einer "conditio sine quo non" - ist aber zum einen, daß dabei über Jahrzehnte hinweg die gleiche Kontinuität und Disziplin an den Tag gelegt wird, wie bei der Bedienung einer Annuität samt dem darin enthaltenen Tilgungsanteil (Zwangsspareffekt) und zum anderen, daß die über eine so lange Zeit unvermeidlichen erheblichen Schwankungen der Börsen emotional ausgehalten werden (subjektive Risikobereitschaft sprich Risikotoleranz).

    Das mag (eventuell oder wahrscheinlich) für überzeugte "ETF-Sparbüchsen" und/oder Vielschreiber in einem solchen Special-Interest-Forum (für "private Finanzen") tatsächlich in praxi funktionieren. De facto dürften solche Special-Interest-Foren aber eher einem Biotop ähneln, welches nur eine geringe oder kaum Abbildung in der breiten Bevölkerung findet (sog. Otto Normalverbraucher bzw. Durchschnittsbürger).

    Der Blick beispielsweise auf die sehr geringe Aktienquote hierzulande (nur um die 20% oder noch weniger (?) - trotz eine sehr langjährigen Hausse an den Börsen; unterbrochen nur von kleineren "Schluckaufs") oder beispielsweise auf den Vermögens-Vergleich "Eigentümer vs Mieter" am Ende der Vermögensaubauphase (Alter 60) sprechen (leider) für diese Einschätzung.