Geldmarkt-ETF als sichere Anlage?

  • Finanztip empfiehlt Geldmarkt-ETFs als sichere Geldanlagen

    Schon mit der Formulierung "sichere" Geldanlagen tue ich mich mehr als schwer.

    Nach meinen langjährigen Erfahrungen ist natürlich im Leben nur der Tod "sicher" und im Bereich "private Finanzen" existieren auch nur drei "Sicherheiten", nämlich die Steuern, die Inflation und die mit jedem Investment verbundenen - mehr oder weniger hohen - Kosten (Gebühren).

    Zielführender, da schlicht präziser, finde ich da Zuordnungen in Richtung mehr oder weniger "risikoarme" und mehr oder weniger "risikoreiche" Geldanlagen bzw. Anlageklassen. Mit in aller Regel auch den damit korrespondierenden Renditeerwartungen.

    Gerade in einer langen Ära der orchestrierten Finanzrepression (wie ca. 2009/10 bis 2022/23) mit weit ins Negative gedrückten Realzinsen (sprich dem realen Zins, also nach Steuer und Inflation) bedeuten sog. "sichere" Geldanlagen in der Regel nur einen "sicheren" Verlust (an realer Kaufkraft) für den Anleger.

    Siehe in dem Kontext auch Beitrag Nr. 2.

    Von daher würde ich, ganz persönlich, bei Geldmarkt-ETFs von einer sehr "risikoarmen" aber natürlich keiner "risikofreien" sprich absolut "sicheren" Anlageklasse sprechen.

    Eine solche existiert aus meiner Sicht generell nicht. Um nur ein Beispiel zu nennen: Selbst ausfallsicheres Zentralbankgeld in Form von Banknoten (Bargeld) bei dem Besitz und Eigentum beim Halter zusammenfallen - in der eigenen Hostentasche, in der eigenen Brieftasche, im eigenen Portemonnaie, unter dem Kopfkissen usw. - unterliegt zum einen dem permanenten Kaufkraftverlust durch Inflation und auch weiteren Gefahren (durch Verlieren, durch Diebstahl, durch Brand usw.).

  • Deutsche Staatsanleihen gelten auch als sehr sicher und mit wenig Ausfallrisiko. Allerdings drohen Kursverluste beim vorzeitigen Verkauf . dann natürlich die kurz laufenden Staatsanleihen ETF, null bis ein Jahr.

    Ich persönlich habe mich für Letzteres entschieden, parke dort eine größere Menge, um liquide zu sein, sobald der Markt etwas stärker nachgibt.

  • Dass sich Geldmarkt-ETFs bei negativen (Leit)Zinsen ungünstig entwickeln, verstehe ich wohl. ich glaube aber, dass es hier um etwas anderes geht. Es existieren (wie fabioso bereits gepostet hat) unterschiedliche Charts. auf Finanzen.net mache der Deka Deutsche Börse Eurogov (ISIN: DE000ETFL227) -1,1% in den letzten 5 Jahren und auf justetf.com +5,7%. (Wie) lässt sich das mit Ausschüttungen erklären?

  • Der Grund für diese seltsame Darstellung ist die Ausschüttung im April 2025, die mehr als fünf Mal so hoch war wie alle anderen Ausschüttungen. Das zerspult die Daratellungen … Warum die sich war, habe ich auf die Schnelle nicht herausgefunden.