Wie geht ihr mit fehlenden Börsenkrisen um?

  • Als ich mit selbstorganisierter Geldanlage begonnen habe, stand für mich zunächst nicht im Fokus, auf diesem Weg fürs Alter vorzusorgen. Durch glückliche Umstände in meinem beruflichen Umfeld bin ich seinerzeit in den Genuss einer größeren Einmalzahlung gekommen, die direkt in mein Depot geflossen ist.


    Der risikobehaftete Teil meiner Altersvorsorge ist dann daraus entstanden, dass mein Arbeitgeber aus seinem Beitrag für die bAV ein sogenanntes Benefit Budget zu machen, über das ich frie verfügen kann. Ich habe mich entschieden, mir diesen Betrag auszahlen zu lassen und in ETF und anteilig in einen Gold-ETC zu stecken. Etwa zur gleichen Zeit habe ich meine Riester-Rente aufgelöst und das Guthaben und den monatlichen Beitrag in der gleichen Verteilung in einen ETF und den Gold-ETC zu stecken.


    Dieses Depot zur Altersvorsorge ist für mich "unantastbar". Allenfalls in einer extremen Notsituation würde ich vor Renteneintritt Geld entnehmen. Zudem bediene ich die Sparpläne hier wirklich jeden Monat.


    In dem anderen Depot bin ich entspannter. Da setze ich auch mal einen Monat die Sparpläne aus, wenn eine größere Ausgabe ansteht. Hier würde ich auch Geld entnehmen, um statt eines schönen Urlaubs einen besonders schönen zu machen, um das Studium der Kinder mitzufinanzieren etc. Mir war es wichtig, diesen Teil meines Vermögens nicht mit dem Teil für die Altersvorsorge "zusammenzukippen", sondern es sauber zu trennen. Man hätte das natürlich auch über verschiedene ETF in einem Depot machen können, aber so empfinde ich die Trennung als noch klarer.

    Und ja, die Asset Allokation ist in den beiden Depots unterschiedlich. Bei der Altersvorsorge ist es zu 90% ein Welt-ETF und zu 10% ein Gold -ETC. Hier betreibe ich Rebalancing und das ist es.


    In dem anderen Depot ist die Zusammensetzung ein klein wenig bunter und hier habe ich auch ein paar Spielpositionen.

  • 2019 fing ich mit einigen ETF an zu sparen. Im März 2020 ging es dann mit -25% in die roten Zahlen. Als Freiberufler mit coronabedingtem Berufsverbot machte mir das schon zu schaffen. Ich blieb glücklicherweise investiert und schon im Oktober 2020 war das Investment mit genau +25% grün.

    Dabeibleiben, durchhalten :)

  • 2019 fing ich mit einigen ETF an zu sparen. Im März 2020 ging es dann mit -25% in die roten Zahlen. Als Freiberufler mit coronabedingtem Berufsverbot machte mir das schon zu schaffen. Ich blieb glücklicherweise investiert und schon im Oktober 2020 war das Investment mit genau +25% grün.

    Dabeibleiben, durchhalten :)

    Danke für die Information!:thumbup:

  • Das war kein crash.

    Wenn es Monate und Jahre kontinuierlich runter geht, ein kleines bisschen hoch und dann noch tiefer in den Keller, dann nach 7 oder 10 Jahren noch dabei zu bleiben, dazu gehört Durchhaltevermögen und das kannst du NICHT im vorraus trainieren.

    Von ca. 2000 bis ca.2013 verliefen die Kurse vieler großer Indices mehr oder weniger seitlich.

    Das war auch die Zeit, wo ich begonnen habe zu investieren und mich mehr als einmal gefragt habe, ob meine Strategie (vor allem Gold, MSCI, S&P) die richtige ist....Insgesamt ging es, dank Gold, nur leicht aufwärts und oft stark abwärts. Zum Glück habe ich durchgehalten und meine ganz persönlichen Lehren daraus gezogen.

    Aber langfristig betrachtet war das gar nichts, es gibt kaum noch Zeitzeugen von echten Krisen (große Kriege, Vulkanausbrüche mit anschließenden weltweiten Ernteausfällen)....und die Geschichte lehrt, dass dies keine wirklich seltenen Ereignisse sind. Fast jede zweite Generation erlebt so etwas mit.

    Deswegen ist eine resiliente Aufstellung (die weit über das Investieren und den damit verbundenen Assets hinausgeht anzuraten). Ein gutes Mindset & Skills sind durch nichts ersetzbar.