Beiträge von csh

    Sollte es zukünftig (wie aktuell diskutiert) zusätzlich zu Sozialabgaben auf Kapitalerträge kommen, werden Thesaurierer deutlich mehr Abgaben zur Folge haben. Ok zugegeben, das sind ungelegte Eier.

    Dieses Argument habe ich schon vor ca. zwei Jahren gehört, lange bevor Habeck das angeregt hatte. Allerdings mehr vor dem Hintergrund, dass die KeSt durch den persönlichen Steuersatz ersetzt werden könnte.

    Aber warum werden Thesaurierer dann benachteiligt? Das Argument damals war, dass man bis dahin die "günstige" KeSt mitgenommen hat und erst auf die zukünftigen Ausschüttungen mehr Abgaben zahlen würde.

    Andererseits habe ich erst vor wenigen Tagen als Reaktion auf die Diskussion rund um Rentenbeiträge auf Kapitalerträge gehört, dass Thesaurierer dann ja viel besser wären, weil man dann (erstmal) keine Einkünfte erzielt. Beides erscheint mir einleuchtend.

    Sicher nicht. Auch sechs oder siebenstellige Beträge in einem ETF sind kein Problem.

    Zu diesem Thema "wieviel Geld in einem ETF" wollte ich auch schon immer mal gefragt haben, nun also hier.

    Denn der hier sehr geschätzte Prof. Dr. Walz schreibt auf seinem Blog, in den Kommentaren von Juni 2025:

    Zitat von Hartmut Walz

    Bei größeren Anlagesummen, also z.B. über 100.000 Euro, kippt das Verhältnis von Einfachheit zu Vorsicht (selbst vor Schwarzen Schwänen) und ich würde mich wohler fühlen, dann lieber mehr Zeilen im Depot zu haben und indexgleiche oder indexähnliche Produkte als „Doubletten“ zu führen und das Kapital aufzuteilen.

    [...]

    Falls Sie über 100.000 Euro in einem Welt-ETF haben, sollten Sie keineswegs steuerschädlich eine Korrektur vornehmen. Bei Neuanlagen würde ich jedoch auf alle Fälle weitere ETFs auf den gleichen oder ähnlichen Index wählen.

    Was meint ihr dazu?

    Wenn wir normale Zeiten annehmen, nämlich solche, in denen die Börse Gewinne macht (kleine oder große) und die Ausschüttungen in der Größenordnung des Basiszinses * 70% liegen (Das ist aktuell der Fall), dann drehen sich die Verhältnisse um.

    Es ist wirklich hervorragend wie du das alles immer erklärst, danke!

    Kann man generell also sagen, sobald die Ausschüttung höher ist als 70% des Basiszinssatzes, ist es steuerlich schlecht? Ich kann mich in so Steuerberechnungen, nur schwer eindenken.

    Beispiel: Aktueller Basiszinssatz: 2,53%. Ausschüttungsrendite beim MSCI World laut heutigem Finanztip Newsletter: 1,62%.

    70% vom Basiszins sind 1,77%. Also hier alles gut.

    Mein Emerging Markets ETF schüttet aber auch aus und hat typischerweise eher ca. 2,5% Ausschüttungsrendite. Also wäre hier ein Thesaurierer besser? Aber hier wäre das Problem der doppelten Besteuerung (VAP + Gewinne auf Verkäufe) in der Entsparphase ja auch.

    Das Konzept performt seit 3 Monaten besser als der FTSE All-World.

    Du weißt doch selber, dass das kein Argument ist. Das Konzept finde ich trotzdem gut.

    Florian 290 Warum fühlst du dich nicht gut? Nur ein Emittent? Hohes USA Gewicht? Zu wenig Europa? Weil es auch günstiger geht? Kontrollverlust? Doch lieber FTSE? Marktkapitalisierungsgewichtet hat Konzentrationsrisiken, lieber Equal Weight? Dividendenstrategie oder doch lieber Entnahmeplan? Noch bisschen Momentumstrategie beimischen? Zu wenig Small Caps?

    Ich habe jedenfalls ständig solche Gedanken, mein Portfolio anders aufzubauen, z.B. mit Regionen ETFs nach BIP. Da brauche ich mir nur ein Interview mit Kommer oder Walz anschauen (die beiden eher Richtung BIP gewichten) und möchte am liebsten alles umschmeißen.

    Man liest hier oft, dass der Gestaltungsdrang irgendwann nachlassen würde, aber ich frage mich auch wann das denn mal soweit ist.

    Hallo SirTobi1980 ,

    Privatfonds ESG (+ 1,6% Rendite über die Laufzeit)

    Den hatte meine Frau auch. Der ist ein teurer, eher defensiver Mischfonds mit schwacher Performance. Sie hat ihn im Mai verkauft (ca. 10% im Plus) und in einen reinen Aktien-ETF umgeschichtet. Hat sich Stand heute schon gelohnt, wenn man mal die Steuern des Verkaufs außer Acht lässt. Ich würde deine auch verkaufen, schau dir die Zahlen an, und in was sie investieren.

    Den letzten mit dem dicken Minus, das widerstrebt mir, aber leider war das Ding über die gesamte Laufzeit nie wirklich im Plus, ne absolute Krücke

    Ankereffekt.

    Ich habe auch schon ETF im Minus verkauft und neugekauft, aber eher aus steuerlichen Gründen, um den Verlusttopf zu füllen. Ich weiß aber nicht, ob das mit deinem Fonds und Broker übergreifend geht.

    Der Uni Deutschland XS ist halt 100% SDAX für 1,9% TER. Den gäb es auch günstiger als ETF. Ein paar Small Caps schaden sicherlich nicht, aber im SDAX würde ich nicht mehr als 5% meines Aktienvermögens halten wollen. Wenn es dir besser geht, ihn im Plus zu verkaufen, dann halte ihn noch und warte bis er sich dreht. -3% sind aber auch nicht so viel.

    Wenn du größere Mengen dort drin hast, verkaufe Teile lieber. Small Caps sind ohnehin riskanter, und dann nur aus einem Land ist noch riskanter als ein breiterer Fonds.

    Hallo,

    ich halte das für sinnvoll. Manch anderer offenbar nicht.

    Das Thema wurde hier im April nach dem Kurseinbruch auch schon diskutiert.

    Als z.B. mein Amundi ETF (im Plus) zwangsverkauft wurde, habe ich danach einen anderen ETF im Minus verkauft und Steuern, die ich für den Amundi Verkauf bezahlt hatte, zurückbekommen, weil die Verluste gegen die Gewinne gerechnet wurden.

    Verkauf von ETFs im Minus kann man auch gut nutzen um steuerfrei auf einen besseren ETF umzustellen.

    Stichwort auch: Tax Loss Harvesting.

    Nachtrag: sollte mit Tagesgeld und ETF auch funktionieren, da beide den gleichen allgemeinen Verlustverrechnungstopf nutzen. Mit Einzelaktien geht das z.B. nicht, da unterschiedliche Verlustverrechnungstöpfe.

    Allerdings bin ich auch aus anderen Gründen von nachhaltigem Investieren nicht mehr so überzeugt – u. a. weg der m. E. doch zu geringen Streuung - aber auch weil es Greenwashing fördert und andere Nachteile mit sich bringen, über die ich bislang zu wenig wusste - Finanztip bleibt da zu oberflächlich.

    Ich auch nicht. Bei mir war es der Dschungel an SRI/ESG Fonds, wo ich nicht mehr weiß, was es bedeutet, und nicht verstehe warum etwas ausgeschlossen wird.

    Beispiel: Dein UBS SRI gewichtet Coca-Cola relativ hoch. SRI ist meines Wissens der strengste Filter mit den meisten Ausschlüssen (nur die besten 25% kommen rein).

    Dann gibt es die schwächeren "Screened" Indizes, wo man denkt, da sind wirklich nur die ganz schlimmen Unternehmen (z.B. kritische Waffen). Ca. 95% der Unternehmen kommen da rein. Aber Coca-Cola fehlt dort, z.B. im Xtrackers MSCI AC World Screened oder iShares MSCI USA Screened. In den FTSE Screened Indizes ist es aber wiederum drin.

    Ich blickte da einfach nicht mehr durch und verstand mein Investment nicht mehr. Ich habe leider auch noch zwei SRI ETFs aus Anfangstagen (2021). Ich lasse die noch laufen, aber sie sind die ersten Kandidaten, die rausfliegen werden.

    Danke für eure Antworten!

    Das verstehe ich nicht. Bleibt man auch in die Entsparphase zusammen, wird es am Ende sowieso ein (virtuelles) Depot und das Alterseinkommen wird gemeinsam aus den Depots und weiteren Einkünften bestritten.

    Ich meinte den Todesfall. Wenn ich z.B. sterbe muss sich meine Frau auch um meine Geldanlage kümmern. Sie weiß ja jetzt schon nicht, wie das funktioniert :D. Und wenn ich ihren ETF erbe, werde ich womöglich fragen, warum ich eigentlich zwei ETFs habe und "damals" nicht richtig nachgedacht habe.

    Was interessieren mich meine Erben bzw. was interessiert mich als Erbe, ob ich ein oder zehn (unterschiedliche) ETFs erbe? Ich werde mit Sicherheit nicht die Strategie der Erblasser weiter verfolgen sondern das Erbe in meiner Strategein integrieren.

    Meine Kinder interessieren mich schon... Und an der Strategie eines Welt-ETFs ist (Stand heute) nicht viel verkehrt, dass man ihn verkaufen wollte.

    Aus aktueller Erfahrung: mir ist es im Erbfall egal, welche Fonds/ETFs/Aktien die Erblasserin besessen hat.

    Ein übersichtliche Depot zu erben ist doch schöner also ein Kraut-und-Rüben-Depot. Häufig findet man hier im Forum den Ratschlag geerbte Einzelaktien oder Nischen-ETFs zu verkaufen, da wäre man doch froh, man würde etwas erben, was man fortführen kann.

    (b) führt das immer dann zum "Chaos", wenn der Beschenkte nicht den selben ETF bespart. Bespart meine Partnerin andere ETFs und lehnt meine ab, erhält sie halt keine Schenkung von mir.

    Ja genau darum geht es doch hier, um dieses Chaos zu vermeiden und solche Überlegungen von Anfang an in die Vermögensstrategie mit einzubeziehen.

    Was LIFO/FIFO angeht: hast Du noch die üblichen 30 Jahre bis zum Start der Entnahme, von denen FT grundsätzlich ausgeht (dann wird es auch Entnahepläne geben)?

    Eher 20. Aber die Sache ist ja, den ETF den man heute anfängt zu besparen ist wahrscheinlich der, von dem man noch Anteile vererben wird, weil man ihn als letztes entspart.

    Darum dämmerte es mir neulich: Die ETFs die wir heute kaufen, werden wahrscheinlich mal unsere Kinder bekommen.

    Ein ETF, den ich heute für 100k€ kaufe, hat in 30 Jahren 441k€ Gewinn gemacht bei 6% p.a.

    Wenn es geht will man den als Erbe doch weiter führen anstatt ihn zu verkaufen (nur weil er kein ESG hat oder anderweitig nicht zur eigenen Strategie passt).

    Aber wer weiß schon, was in 30 Jahren ist und wie das Steuerrecht ist und ob Aktien überhaupt noch eine Rolle spielen, insofern mache ich mir vielleicht wirklich zu viel unnötige Gedanken.

    Liebe Forenmitglieder,

    mich treibt aktuell eine Frage um:

    Sollten Ehepartner den gleichen (Kern-)ETF besparen?

    Wir haben getrennte Depots und sind steuerlich zusammen veranlagt. Getrennte Depots und Konten finden wir gut und auch nicht weiter nachteilig. Ein Gemeinschaftsdepot/konto vermissen wir nicht, aber darum geht es hier gar nicht.

    Wir besparen aber verschiedene ETFs (sogar verschiedene Indizes), v.a. aus dem Grund nicht abhängig vom Anbieter zu sein, damit sich so etwas wie mit Amundi bei uns nicht wiederholt oder uns zumindest nicht voll trifft.

    Nun wird mir aber immer mehr klar, dass es für die Erben oder Witwe(r) unübersichtlich werden könnte und dass man beide Depots eher als eins sehen sollte.

    Meine Überlegungen zu "beide besparen den gleichen ETF":

    Pro

    • Gleiche verständliche Strategie, Risiko und Produkte für beide
    • Wenn einer stirbt, übernimmt der andere den Inhalt des Depots des Verstorbenen mit genau dem gleichen ETF, was einfacher zu handhaben ist (ist es das?)
    • Schenkung von ETF Anteilen an den Ehepartner ist aus den gleichen Gründen übersichtlicher. Er hat dann weiterhin nur einen ETF, nur halt mehr Anteile.
    • Für die Erben oder Schenkung an Kinder ist es auch einfacher, wenn sie nicht von zwei Elternteilen jeweils verschiedene ETFs bekommen, sondern von "den Eltern" gemeinsam eine einheitliche Vermögensstruktur.

    Contra:

    • Das operative Risiko auf Anbieterseite (Fonds wird geschlossen oder verschmolzen, Indexwechsel auf ESG, usw.). Anbieterdiversifikation war der einzige gute Grund.
    • Könnte man mit verschiedenen ETFs das LIFO Prinzip einfacher nutzen? Beispiel: ich übertrage meiner Frau meinen halben ETF und verkaufe die neueren, um Steuern zu stunden. Sie tut es auch. Wir würden also ETF tauschen. Das würde bei einem ETF nicht gehen, richtig? Aber man muss hier Schenkungsfreibeträge beachten, oder (ich denke ja)?
    • Verschiedene ETFs sind egal, weil irgendwann würde man wohl ohnehin einen neuen ETF hinzunehmen (z.B. für 3*10 Strategie).
    • Wenn man schon vor der Ehe Vermögen mitbringt, würde sich die Frage ja auch nicht stellen.

    Mache ich mir hier zu viele unnötige Gedanken :saint:? Wie seht ihr das und wie handhabt ihr eurer Vermögen in der Ehe oder auch in der Familie, auch im Hinblick auf Erbschaften?

    @as haltet Ihr von diesen Überlegungen?

    Du willst also jetzt den sechsten ETF eröffnen? Warum stockst du nicht den Stoxx Europe auf statt ex-USA, dürfte ähnliche Absicherung gegen einen KI Crash sein.

    Du scheinst mir durch bAV und LV außerdem gut abgesichert zu sein und hast vermutlich noch ca. 20 Jahre bis zur Rente, so dass du es gelassen(er) sehen kannst.

    Ich stelle mir bei solch einem Portfolio immer auch die Frage, wie die Entnahme strukturiert vorgenommen werden soll. LIFO fällt ja schwer, wenn viele der ETFs gleichzeitig bespart worden sind. Gleichmäßiger anteiliger Abverkauf mehrerer ETFs?

    Also ich würde es gleichmäßig wieder abverkaufen, so dass die gewünschte Struktur (z.B. ex-USA 10%) weiterhin bestehen bleibt. Oder ich würde mich entscheiden, erst einen ETF zu verkaufen, wenn er nicht mehr zur Strategie passt (z.B. bei Dividenendestrategie oder Small Caps) oder er mir sonst nicht mehr gefällt (z.B. zu teuer).

    Mein Depot sieht derzeit so aus:

    ETFAnteil am Gesa portfolio
    MSCI World Small Cap 11,11%11,11 %
    MSCI World Ex-USA5,63 %

    Developed Markets

    Dividend Leaders

    11,43%
    MSCI World48,78 %
    S&P 5002,73 %
    STOXX Europe 6002,20 %
    MSCI EM IMI18,12 %



    Was würdet ihr rausschmeissen? Eigentlich würde ich noch gerne pacific ex Japan und msci Japan aufnehmen. Den ex usa habe ich, damit usa etwas weniger Gewichung haben.

    Ich habe noch Tagesgeld für 4 Jahre und 2% bitcoin sowie ein abgezahltes EFM.

    Ich würde diese Mini Positionen S&P 500 und Stoxx Europe 600 rausschmeißen. 2-3% Gewichtung bringt doch nichts.

    Stoxx Europe, Japan, ex-Japan sind doch schon alle in MSCI World ex-USA drin. Daher würde ich mir die Aufnahme der neuen ETF sparen und den ex-USA erhöhen.

    warum sollte ich die allocation anders aufbauen wie mein bisheriges 6 stelliges mittleres Analgevermögen?

    Ich sehe grundsätzlich keinen Grund bei 1 Million anders zu investieren als bei 100k.

    Mein Gedanke dazu war, dass man die 1 Mio eher erst gegen Ende des Lebens haben würde (wenn überhaupt) und man dann mehr Wert auf eine breitere Diversifikation und Vermögensschutz (Gold) legt.

    100k hat man vielleicht schon mit 30, da ist das noch nicht so wichtig.

    Außerdem: Die Fallhöhe ist bei 1 Mio einfach höher, daher mehr Fokus auf breitere Streuung.