Beiträge von RNowotny

    Hallo,

    deine Berechnung simuliert aber etwas anderes. Sie sagt 20 Jahre keine Inflation und dann einen dicken Inflationshammer im Jahr der Auszahlung.

    Für Deine eigentliche Aussage müsstest Du Deine Einzahlungen von Deinem Nachsteuerergebnis abziehen und dann erst inflationieren.

    Nein, das tun Xetra bzw. die Deutsche Börse nicht. Hier die KI-Antwort dazu (Perplexity):

    „Nein, die deutsche Börse (Deutsche Börse) leistet keine Zahlungen oder Kickbacks an Broker im Sinne von „Payment for Order Flow“ (PFOF). PFOF beschreibt eine Praxis, bei der Broker Orderflüsse an Market Maker oder spezielle Handelsplätze weiterleiten und dafür Rückvergütungen (Kickbacks) erhalten.[financefwd

    Danke für die Klarstellung meiner zu oberflächlichen und falschen Aussage zum Thema Gebühren.

    Hornie Mir geht es nicht darum, dass etwas unmoralisch ist, wie von Dir aufgefasst. Sondern darum, dass jemand sagt ich möchte Transparenz und daher nutze ich keine Sparpläne über Neobroker. Das ist kein Argument der Kosten, daher nannte ich es „moralisch,“ da es etwas mit der persönlichen Werten und Vorstellungen zu tun hat.

    Und das ist aus meiner Sicht völlig legitim und eben nicht „doof“, wie von Wanderslust vielleicht vermutet wurde.

    Du hast ja selbst ausgeführt, dass es bei hochliquiden, marktbreiten ETFs tendenziell eher keine Unterschied macht. Und darum geht es doch eine langfristigen Anleger. Ob PFOF oder ein minimal höherer Spread ist, spielt für Otto Normalanleger mit seinem 100 EUR Sparplan auf dem MSCI World über 30 Jahre überhaupt keine Rolle in beiden Fällen wird die Rendite über dem Sparbuch liegen und er wohl viel richtig gemacht.

    Aber die eigenen Werte und Vorstellungen sind meiner Meinung nach wichtig und sollten berücksichtigt werden.
    Und obwohl ich selbst anders agiere, kann ich die Argumentation nachvollziehen und finde sie plausibel.


    Hallo Wanderslust ,


    Dein Wunsch nach Transparenz ist nachvollziehbar. Allerdings gibt es diese echte Börse nicht. Die bestmögliche Alternative ist Xetra, aber auch hier wäre es denkbar, dass die Deutsche Börse Zahlungen an Broker tätigt, welche Du nicht siehst.

    Auch der Wunsch nach handeln mit normalen Anlegern ist verständlich, allerdings würde ich wetten, dass Du fast immer nur mit Market Makern handelst, ohne sie ist es schlicht nicht möglich.


    So wie ich Dich verstehe, verzichtest Du aus moralischen Gründen bewusst auf Sparpläne und nimmst dafür ein gewisses Market Timing in Kauf, da Du eventuell nicht monatlich kaufst oder den besseren Kaufpreis abwartest. Hinzu kommt das Du nicht „Fire and Forget“ betreiben kannst, da es sonst zu keiner Order kommt.


    Es ist aus meiner Sicht eine moralische und in der Umsetzung schwierigere Strategie mit Einmalkäufen zu agieren. Ich finde aber Deine Meinung nicht doof sondern nachvollziehbar.

    Rein theoretisches Szenario: Deutschland schränkt die Erwerbsmöglichkeiten von Aktien eines deutschen Rüstungskonzerns durch ausländische Anteilseigner ein, um eine mögliche Einflussnahme durch ausländische Aktionäre zu vermeiden. Es sei bitte dahingestellt, ob das überhaupt eine sinnvolle/funktionierende Möglichkeit wäre, eine Einflussnahme zu vermeiden. Annahme: Politisch fällt so eine Entscheidung. Oder dürfte so ein deutsches Rüstungsunternehmen dann gar nicht mehr als AG aufgestellt sein? Müsste (kann?) die Rechtsform dann geändert werden? Mit entsprechenden Konsequenzen für die Mitgliedschaft in einem Aktienindex, auf dem wiederum ein ETF basiert?

    Schau doch mal nach China. Das ist doch Dein Gedankenexperiment. Da gibt es auch starke staatliche Eingriffe. Trotzdem sind juristische Möglichkeiten entstanden, wie der Großteil des Marktes investierbar bleibt.

    Hmm ich habe Dich so verstanden:

    Deutschland verbietet den Kauf und Besitz von NVIDIA-Aktien.

    Welche Auswirkungen hätte das auf den MSCI World.

    Damit würde eine Emittent mit Sitz in Deutschland auch keine NVIDIA Aktien besitzen dürfen. Einer im Ausland schon.

    Da man als Anleger ja streng genommen nur die ETF-Anteile hält, könnte es sogar für den Anleger egal sein. Nur würde ein inländischer Emittent benachteiligt sein gegenüber dem ausländischen.

    Im ersten Schritt würde ich vermuten, dass voll physisch replizierende Produkte auf diesen Index nicht mehr in diesem Land erwerbbar sind.

    Anbieter würden in der Folge wahrscheinlich ihre Produkte anpassen, um wieder gesetzeskonform zu sein. (z.B. synthetische Abbildung)

    Die Frage ob ein Land aufgrund von Einschränkungen des Kapitalverkehrs z.B. den Status Industrieland aberkannt bekommt und dann bei den Emerging Markets gelistet wird, ist davon unabhängig durch den Indexanbieter zu prüfen.


    Ergänzung:

    Je nach wirtschaftlicher Bedeutung des Landes, könnte es natürlich auch zu einem neuen oder angepassten Index kommen.

    Vor 3 Monaten hat sich jemand aus unbekannten Gründen für eine Rentenversicherung und den Flexizins entschieden.

    Seine Beweggründe scheinen sich nicht geändert zu haben, daher müsste die Auswahl aus seiner Sicht wohl noch passen.

    Mit dem Ziel der nominale Betrag soll erhalten bleiben i.V.m. Risikoklasse 1-Produkten, kannst Du zwar einen anderen Rentenfonds nehmen aber die Rendite ist höchstwahrscheinlich ähnlich.

    Aus meiner Sicht ist Dein Bekannter einfach in diesem Fonds gefangen, da es nicht risikoarmer geht. Er muss sich also, abseits der schon gestellten Frage ob die Wahl einer Rentenversicherung überhaupt sinnvoll war, nicht mehr mit diesem Thema beschäftigen.


    Dann wäre es einfacher gewesen das Geld unter die Matratze zu legen.
    Warum sollte man so eine Renteninvestition tätigen, wenn nix rauskommt.

    Werterhalt müsste zumindest die Inflation ausgleichen.

    Da hast Du vollkommen Recht. Mit den uns vorliegenden Aussagen können wir jedoch nur spekulieren warum der Bekannte das Produkt gewählt hat.

    Ich verstehe leider gar nicht, wer hier bei wem, wessen Geld anlegt.

    Ist der Bekannte erwerbsunfähig und wollte 16.000 Euro investieren? Warum bist Du dann für die Fondsauswahl zuständig? Oder ist es Dein Geld und Du bist erwerbsunfähig?


    Um welches Produkt handelt es sich, wann erworben, warum erworben und welche Auswahlkriterien haben zum obigen Ergebnis geführt.

    Was hat sich seit dem Kauf geändert, dass Du über einen Fondswechsel nachdenkst?

    Mit ein bisschen mehr Kontext, fällt es sicher allen leichter ein paar Sätze zu schreiben.

    Du hast auf individueller Ebene korrekte Beispiele genannt.

    Die Zahlungsbilanz stellt jedoch die Transaktionen zwischen verschiedenen Ländern dar. Jeder Vorgang ist hier eine eigene Buchung. Der Import, der Kauf einer Firma, die Gewinnabführung. Drei verschiedene Vorgänge, welche nicht verrechnet werden.

    Vielleicht als Beispiel: Du bekommst jeden Monat Lohn und sparst davon einen Teil in Deinem Aktien-ETF und erhältst Dividenden. Nach ein paar Jahren verkaufst Du diesen und erwirbst eine Immobilie zur Vermietung und erhältst nun Mieteinnahmen.

    Wenn jetzt ein Freund fragt, wie Du das geschafft hast, ist deine Antwort wahrscheinlich nicht: „Mein Arbeitgeber hat mich mit der Immobilie bezahlt.“

    So ist es auch volkswirtschaftlich, es findet keine Verrechnung statt.

    Welche der "Denkschulen" in der Wirtschaftswissenschaft siedelt "Forderung aus Firmenkauf" näher an Forderungen in Form von Geld oder Stastsanleihen an, als an Gold? Ich persönlich würde den Firmenbesitz sogar höher einstufen, als Gold, das irgendwo herumliegt.

    Aus meiner Sicht keine. Es gibt keinen Regler von "hartes Geld" bis "weiches Geld". Aus Sicht der VWL ist nur physisches Gold sicher. Alle anderen Positionen z.B. Geld, Staatsanleihen, Unternehmensanteile oder wie in Deinem Beispiel Infrastrukturinvestitionen sind Forderungen. Und die Sicherheit dieser Forderung hängt an der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Staates.

    Das Du persönlich den Firmenbesitz höher bewertest als physisches Gold ist subjektiv vollkommen in Ordnung. Volkswirtschaftlich ist aber Gold in "meiner eigenen Bank" sicherer als der Anspruch aus einer Forderung.

    Vielleicht kann mir jemand hier diesen einen Satz in Flassbeck's Artikel erklären?

    Wieso spart dass Ausland "für die USA", wenn die USA ein Leistungsbilanzdefizit hätten?
    (Ich schreibe extra "hätten", weil bereits festgestellt wurde, dass Warenströme ohne Einbeziehung von Dienstleistungen ein unvollständiges Bild ergeben.)

    Auch wenn es vielleicht zu weit geht, muss man hier bei Flassbecks Aussage ein wenig aufpassen, da sie nicht wertfrei ist:

    Flassbeck sagt:

    Private Haushalte sparen 4%

    Unternehmen sparen 1%

    Ausland spart 3%

    S-I = 4+1=5

    X-M=-3

    Es gilt bei Sektorsalden: (S-I)+(T-G)+(X-M) = 0

    (S-I)+(X-M) = -(T-G)

    5-3=2 --> Staat muss sich um 2% verschulden um buchhalterisch sauber zu bleiben.

    Interpretation Handelsblatt (Neoklassik): Für die Staatsverschuldung braucht die USA das Ausland -> X-M sollte -5 werden, dann braucht sich der Staat nicht verschulden.

    Interpretation Flassbeck (Keynes/MMT): Wenn Zwei Sektoren sparen, fehlt insgesamt Nachfrage im System. Um diese fehlende Nachfrage auszugleichen, muss der Staat sich um mindestens 8% verschulden.

    Das ist das was die Mitforisten hier schon als schwierig dargestellt haben. Die Grundlagen der VWL mischen sich mit den Denkschulen.

    Lieber KaffeeOderTee,

    Volkswirtschaftslehre an einem einzelnen Produkt festzumachen, ist häufig schwierig. Grundsätzlich geht es um die gesamtwirtschaftlichen Salden. Die USA als Importweltmeister hat im Auslandssaldo /Leistungsbilanzsaldo ein Defizit (Importe > Exporte) buchhalterisch steht diesem Defizit in der Kapitalbilanz ein Überschuss gegenüber.

    Bei Waren und Dienstleistungen geht also ein reales Gut in die USA und das Ausland erwirbt eine Forderung ggü. der USA. Diese Forderung wird nun nicht genutzt um Produkte und Dienstleistungen in den USA zu erwerben. Es ist sozusagen eine nicht realisierte Nachfrage.

    Das Ausland "spart" also aus amerikanischer Sicht an Nachfrage.

    Die Überschrift irritiert mich.

    Dass die USA für ihre laufenden hohen Haushaltsdefizite auch auf den steten Zustrom ausländischen Kapitals angewiesen sind, ist allgemein bekannt. Das ist nicht erst seit gestern so

    Kurze Verständnisfrage:


    Wenn die USA ihre eigene Währung herausgeben und damit ihre Ausgaben bezahlen - warum benötigen sie dann ausländisches Kapital?