Die große Frage ist, wo sonst sollte man sich um grundlegendes Wissen kümmern, wenn nicht in der Schule?
Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass ein spezieller Finanzunterricht wirklich notwendig wäre. Es würde vollkommen ausreichen, Kinder zu kritisch denkenden Menschen zu erziehen, die selbst nachrechnen, bevor sie einem Finanzproduktverkäufer einfach was glauben. Oder Politikern im Wahlkampf.
Problematisch ist natürlich, dass Schule auch nicht perfekt ist. Gerade unter Lehrern finden sich doch recht viele selbstberufene Kapitalismuskritiker und Staatsgläubige. So zumindest mein Eindruck.
Kann es sein, dass die Erfahrung, dass Finanzbildung im Bildungssystem nicht vorkommt, auf einer Bildungskarriere von Gymnasium zur Universität beruht?
Auch Berufsschulen gehören zum Bildungssystem Und zumindest in meiner kaufmännischen Ausbildung war da zu Rente, Inflation, Leitzins einiges dabei. Ebenso zu GKV, BG, Betriebsrenten.
Das Fachliche natürlich ebenfalls rauf und runter: lohnt es sich für 2% Skonto für 14 Tage den Dispo mit 8% in Anspruch zu nehmen, Opportunitätskosten, auf und abzinsen, etc...
Meine Beobachtung dabei war, dass Real- und Hauptschüler sich mit so praktischen Dingen im Schnitt deutlich leichter getan haben, als Abiturienten. Vielleicht sind Haupt-, Real und Berufsschullehrer auch pragamtischer als Gymnasiallehrer... Andererseits (zumal nach Studium) kann man von Abiturienten aber wiederum irgendwo auch verlangen, dass sie sich selber informieren können.