Beiträge von Juwel

    Echt? Ich habe nicht nur 8500€ jährliche Zinsen bei der pbb, sondern auch noch mehrere Festgelder bei Raisin mit durchschnittlich 4% Zins (wollte die Frage hier aber nicht verkomplizieren). Allein von den Zinserträgen kann ich leben. Und das soll ich freiwillig aufgeben, nur weil ich innerhalb der EU umziehen möchte? Das ist Deine Ansicht der Dinge. Sollte die EU nicht möglichst unbürokratisch und einheitlich agieren? Oder was soll diese EU sonst bringen? Freihandelsabkommen kann man auch ohne EU aushandeln. Bist Du sicher, im richtigen Forum zu sein? Geht es hier darum, möglichst elegant sein Geld zu verbrennen?

    Das mag daran liegen, dass die EU für größere, gemeinsame Interessen der Staaten gegründet wurde, und nicht, um Einzelnen Rosinenpickerei zwischen den Ländern zu ermöglichen.

    Das wird auch nicht der einzige Vertrag sein, der wohnortgebunden abgeschlossen wurde, viele andere stehen stets auch zur Disposition mit (Sonder)Kündigung bei Umzug in der EU oder Auswanderung.

    Weit größere Gedanken gehören z.B. der (langfristigen - insbesondere wenn der gute aktuelle Festgeld-Zinssatz längst Geschichte ist) Krankenversicherung/- und Versorgung.

    Selbst wenn man z.B. seine deutsche Krankenversicherungskarte behält (z.B. als Rentner), wird man irgendwann in Spanien feststellen, dass man damit bei weitem nicht so gut versorgt ist wie hier in D. Viel Cash oder nur Privat, insbesondere im Notfall/Krankenhaus.

    Selbst erlebt, glücklicherweise privat abgesichert, und damit viele weite Fahrten zu wenigen „Öffentlichen“ und ewige Wartezeiten erspart (in meinem Fall nach Unfall Hausarzt vor Ort -war nur Privat-, Radiologie -war nur privat- und Klinik -privat mit Spezialist und keine Wartezeit, im Gegensatz zum nächsten öffentlichen Krankenhaus mit sehr langer Wartezeit).

    Ich hab hier letztens bei einer gleichen Frage ein Info-Blatt der Verbraucherzentrale zur betrieblichen Altersvorsorge verlinkt. Dort wies man in einem Unterpunkt „Achtung: Rentenverluste durch betriebliche Altersvorsorge“ auf diesen Nachteil hin. Dort wurde ein Rentenverlust GRV von monatlich über 80 €, lebenslang, berechnet durch die Entgeltumwandlung bei einer monatlichen Einzahlung von 200 € über 37 Jahre.

    Wenn du das grob auf deinen eigenen monatlichen Brutto-Beitrag zur bAV umrechnest wird die weitere Rendite-Einschränkung deutlich.

    Möchte gerne in Bitcoin als Einmalanlage und Sparplan investieren. Allerdings stelle ich mit die Frage was am Ende sinnvoller wäre? Direktinvestment z.B. über Bison, Bitvava etc. oder in einen Bitcoin ETP mit Auslieferungsoption über einen hekömmlichen Broker.

    Steuerlich sollten beide identisch behandelt werden. Was sind eurer Meinung nach die Vor und Nachteile der beiden Varianten?

    Ich würde mir die „Auslieferungsoption“ mal näher in den Geschäftsbedingungen anschauen. So eine Frage wurde hier schon mal gestellt; dort war es bei dem Institut ein ziemliches Prozedere mit Vordruck, Papier, Bestätigung und hohen Gebühren.

    Dann lieber selbst über einen Broker anlegen, der auch einen unkomplizierten Übertrag in ein eigenes Wallet ermöglicht.

    30m², 2 Etagen, Eckgrundstück am Wald mit 3 Meter Abstand zum Nachbargrundstück. Nicht lustig, sondern machbar, wenn es die Gemeinde zulässt. Und genau daran scheitert es, nicht an mir. Ich lebe in 14m² auf 6 Rädern im Sommer seit über 2 Jahren. Im Winter jedoch auf den Kanaren in einer 55m² Wohnung (plus 12m² Balkon mit fantastischem Meerblick). Tiny House war auch da nicht möglich. Lustig nicht?

    Das dürfte wohl nicht an der Gemeinde liegen. Wenn das Grundstück rechtlich bebaubar ist, dann entscheidet die übergeordnete Baugenehmigungsbehörde, auch wenn die Gemeinde noch so dagegen ist.

    Rechtlicher Waldabstand, Schutzabstand, mag Thema sein, und Eckgrundstück am Wald hört sich nicht mehr nach Innenbereich an.

    Und selbst wenn es noch Innenbereich sein sollte, dann übertrifft die bauliche Auslastung des Grundstücks die der umliegenden Grundstücke sicherlich bei weitem. Oder es fügt sich einfach nicht in die nähere Umgebung ein. Oder Erschließung nicht gesichert, Anschluss an öffentliche Zuwegung, oder Auslastungskapazität Abwasser, oder, oder.

    Die Abstandsflächen werden nicht nur zu einem Nachbar gerechnet. Das Grundstück ist viel zu klein für 60 qm Wohnfläche, es wird nicht nur mit Fundament/Wohnkörper versiegelt, sondern mit weiteren Anlagen wie Zuwegung, Stellfläche etc.

    (Winterfeste/gedämmte) Tiny bzw Mikro- oder Modulhäuser sind grundsätzlich möglich, man muss sich eben mehr auf Bebaubares in „Dorfgebieten“ konzentrieren, ein Grundstück an der Straße zum Teilen finden und dass Äußere der umliegenden Bebauung anpassen. Es gibt zwar einiges an Interessenten, aber letztlich nur wenig Umsetzungen. Das liegt weniger an Genehmigungen, sondern an den letztlich auf den Grundstückspreis eines kleineren Grundstückes umgerechnet hohen Kosten, wonach Interessierte abspringen. Gedämmt, Fundament, evtl Bodengutachten, hohe Erschließungskosten für alle Anschlüsse bei kleinem Grundstück, Außenanlagen und meist extrem hohe Krankosten. Luxuspreise für wenig Wohnfläche mit wenig Grün und wenig Oberflächenentwässerung im Ergebnis. Da sind Eigentumswohnungen in vergleichbarer Größe meist in der Tat günstiger.

    Tiny daran ist, dass es ein EFH ist mit 60m² auf einem Grundstück um 100 m². Alles klar soweit? Ist jetzt nicht so schwer "Tiny House 60m²" mal selber zu googeln, oder?

    😂 Lustig…60 qm-Tiny-House auf 100 qm Grundstück.
    Wenn man nur Abstandsflächen rechnet (und die Flächen für Müllbehältnisse und Stellflächen schon großzügig gerechnet innerhalb dieser), Terrasse mal weggelassen, schon dann müsste das Tiny-House 3-stöckig werden.


    Irgendwie nachvollziehbar, dass das nicht umsetzbar war…😂

    Die Frage der erheblich überproportionalen Erschließungskosten für Be- und Entwässerung, Internet/Telefon, Strom und Straße für ein 100-qm-Grundstück stellt sich damit glücklicherweise nicht mehr. Und die der überwiegenden Versiegelung auch nicht.
    😉

    Bei der Frage, ob eigene Beiträge in eine baV sich lohnen, bitte auch an die Verluste durch die geringeren Beiträge in die Sozialversicherung per Entgeltumwandlung denken. Folgewirkung für Ansprüche auf Kranken-, Arbeitslosen-, Elterngeld und Erwerbsunfähigkeitsrente und Rente.

    Zu letzterem hat die Verbraucherzentrale (s. Link unten) eine Schätzung von >80€ Rentenverlust monatlich berechnet bei Einzahlung 200€ monatlich über 37 Jahre; S. 3 des Infoblattes („Vorsicht: Rentenverlust bei Entgeltumwandlung“) - so mal als grober Richtwert für eigene Überlegungen -:

    https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2020-03/Leitfaden%20betriebliche%20Altersversorgung_Aktualisiert_3.2020.pdf

    Ich habe schon verschiedentlich hier geschrieben, dass die Studie des DIW auffällig einseitig dürftig und nicht umfassend genug aufgestellt ist.

    Ausserdem ist die Studie selbst, ihre Hintergründe zur Erstellung, Intentionen, Bezahlung, sehr intransparent und steht leider überhaupt nicht im Diskurs.

    Da es ihr um die Abmilderung der Altersarmut in der Gruppe der Rentenbezieher in der GRV per Umverteilung geht, fehlt zb der Blick, welchen Anteil Arbeitgeber/Betriebe und der Staat mit zu geringen oder keinen Beiträgen (Stichworte z.B. Mindestlohn und Vorzeiten, Minijobs/Geringverdiener, Pauschalversicherung und Befreiung davon, Bundeszuschüsse zur GRV) daran hatten/haben, und warum dort kein „Soli“ in Betracht gezogen wurde.


    Ein weiterer Aspekt, der ebenfalls nicht in der Studie berücksichtigt wurde, stellt ihre Evidenz/glaubwürdige Anwendbarkeit auch in Frage:

    Niedrige Rentenansprüche durch das Fremdrentengesetz.

    Die Deutsche Rentenversicherung schreibt in ihrer Broschüre „Aussiedler und ihre Rente“, Stand 11/24:

    „Deutschstämmige, die nach dem Zweiten Weltkrieg und verstärkt in den letzten 15 Jahren nach Deutschland zugezogen sind, gehen bei der Altersversorgung nicht leer aus. Obwohl sie in Deutschland möglicherweise bisher nur wenige Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben, stehen ihnen auch die Leistungen der Deutschen Rentenversicherung zu. Diese Rentenansprüche regelt das so genannte Fremdrentengesetz.“

    Der Versicherungsbote berichtet hierzu 07/24:

    „Rund eine Millionen Menschen erhalten derzeit eine Rente nach dem sogenannten Fremdrentengesetz (FRG). Das berichtet die WirtschaftsWoche und beruft sich auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Konkret bedeutet dies, dass die Anspruchsberechtigten ganz oder teilweise eine Rente beziehen, ohne dass sie hierfür Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben.“

    „Möglich macht es das sogenannte Fremdrentengesetz (FRG). Das ermöglicht es, Rentenzeiten anrechnen zu lassen, die bei einem ausländischen Träger erworben wurden. Die Fremdrenten belasten die Rentenkasse jährlich mit 6,5 Milliarden Euro.“

    Das Fremdrentengesetz regelt, welche Beiträge, Arbeitszeiten, Kindererziehungszeiten, Zivildienst- und Wehrzeiten in den Herkunftsländern für die deutsche Rentenversicherung anerkannt werden.

    Lt. DRV werden diese FRG-Zeiten durch Bundeszuschüsse gedeckt („Nicht beitragsgedeckte Leistungen und Bundeszuschüsse 2023, Veröff. Nov. 24).

    Auf die Bundeszuschüsse möchte ich nicht eingehen, das Thema wurde und wird für sich selbst diskutiert.
    Auch nicht auf die Verwirklichung der Ansprüche nach den FRG, es stehen viele tragische Schicksale dahinter und es ist eine herausragende soziale Leistung, die den Sozialstaat auszeichnet.

    Aber: dass eine Vielzahl niedriger Renten innerhalb der ca. 1 Mio. Rentenbezieher nach dem FRG sich auch aus diesem Rechtsbereich ergibt, wurde in der Studie nicht berücksichtigt, obwohl ihr Anliegen niedrige Renten betrifft.

    Auch diese niedrigen Renten gehören zum Teil zum Thema „Altersarmut“ und würden in die Umverteilung einbezogen.


    Heißt: Altersrentner mit langer Arbeits- und Beitragsbiographie würden zusätzlich, sozusagen doppelt neben ihren Steuerzahlungen zu Erwerbszeiten, mit denen sie zu den Bundeszuschüsse beitrugen, auch nochmal nachgelagert zu diesen niedrigen Renten aus ihren erworbenen Rentenansprüchen per Umverteilung beitragen müssen.

    Hierzu fällt kein Wort in der Studie; auch nicht, dass hauptsächlich die Nachkriegsgenerationen bis heute die soziale Verantwortung und beträchtlichen Leistungen für Millionen Vertriebene und Spätaussiedler übernommen haben.
    Und demzufolge auch kein Wort darüber, warum jüngere Generationen, wenn ein solcher „Soli“ bestünde, mit ihren Rentenbeiträgen- und Ansprüchen von dieser gesellschaftlichen Verantwortung ausgenommen sein sollen.

    Es ist sehr bedauerlich, dass solche Studien, wie die des DIW, nicht nur selbst hinterfragt werden im öffentlichen Austausch, sondern diese stets nur ein begrenzten Blickwinkel einnehmen und über Umverteilung, höhere Beiträge, höhere Bemessungsgrenzen (zb GKV), niedrigere Leistungen oder, wie hier, einen „Soli“, nicht hinausblicken. Und dadurch nur Flickschusterei in der Sozialversicherung betrieben wird und partout keine langfristige Lösung in Sicht kommt.

    Wenn wir ein guter und gerechter Sozialstaat sein wollen, braucht es umfassende Perspektiven und Blicke in alle Lebensbereiche.

    Demographie und wenige Geburten und steigende Lebenserwartungen? Ist nicht nur ein Boomerproblem, sondern setzt sich laufend fort, trotz der inzwischen besseren Familienpolitik und etwas besseren Vereinbarkeit von Beruf/Familie.

    Weniger Geburten sind auch nicht der Pille selbst zuzuschreiben, sondern dem gerechten Bedürfnis der Frauen nach finanzieller Unabhängigkeit bis ins hohe Alter und Verwirklichung abseits des Haushaltes. Steigende Zahlen dort, seit seit Mitte der 70iger Jahre die Zustimmung der Ehemänner zu Arbeitsverträgen der Ehefrauen nicht mehr erforderlich waren und auch die Akzeptanz bei Arbeitgebern zur Einstellung von Müttern stieg.

    Und inzwischen sollen am liebsten auch Mütter Vollzeit arbeiten, ein großer Verfechter dafür ist ebenfalls Herr Fratzcher vom DIW. Ob es dann mehr Geburten gäbe?

    Und davon ab: den massivesten Geburtenrückgang kennt dieses Land in der jüngeren Geschichte nicht seit dem Pillenknick, sondern seit zwei fürchterlichen Weltkriegen (4,x Geburten zu 1,X Geburten).

    Selbst Schweden, führend in der Familienförderung, z.B. auch mit hohem Elterngeld für Großeltern oder vielen Kinder-Krank-Tagen, schafft es nicht, die Geburtenrate nachhaltig zu steigern, trotzdem weniger Geburten.

    Weniger Geburten wird man langfristig nicht lösen, denn nicht nur viel mehr nötige Familienfreundlichkeit- und Zeit versus dem Hunger nach Wirtschaftswachstum fließt darein, sondern auch Einkommenshöhen (je höher das Einkommen desto weniger Kinder), Krisen, Rezessionen, zunehmende Unfruchtbarkeit (insbesondere in Industrienationen) uvm. lt. Studien.

    Und um den Irrsinn zu toppen sollen 20 % der Summe, die man den Rentnern per Soli abknapsen möchte, in eine neue Bundesbehörde fließen. Weniger Bürokratie und Verschlankung des öffentlichen Dienstes?

    Wieviele Mitarbeiter plus Raumbedarf und technische Infrastruktur bräuchte man da (für die Berechnung von Millionen Einkünften)?

    Und alles wird wieder aufgelöst, wenn der Soli abgeschafft wird? Nochmal haufenweise Befristungsverträge, wie leider zu oft im öD, zumal solche Verträge sich ebenfalls als nicht sehr geburtenfreundlich gezeigt haben?

    Mit dieser Flickschusterei wird die demographische Realität nicht angenommen, zumal es der Studie einzig und allein um die Milderung von Altersarmut geht (ein Soli, weil wir zu viele Menschen mit niedriger Rente haben?
    Und wo bleibt der Betriebs-Soli für zu niedrige Gehälter und Beiträge, insbesondere in der Vergangenheit?).

    Für solche Unterstützungen haben wir das SGB XII und das WohngeldG.

    Welche Gruppen sollen vlt noch gegeneinander ausgespielt werden, um soziale Ausgaben einzuschränken?


    Und eine umlagenfinanzierte Rente in der GKV ist seit jeher in der Kritik, aber leider konnte sich eine wenigstens teilweise Kapitaldeckung mit renditeorientierter Anlage seit Jahrzehnten weder in der Bevölkerung noch in der Politik durchsetzen, guten Beispielen weltweit oder den steigend privaten positiven Erfahrungen mit z.B. Aktienfonds zum Trotz.

    Warten bis zum Sankt-Nimmerleinstag bis Einsicht erfolgt? Nein.

    Um die „demographischen Lasten“, wie das DIW es ausdrückt, anzugehen braucht es andere, weitreichendere Lösungen.

    Es wäre z.B. mal toll zu hören, dass statt solch einer bürokratischen und teuren „Soli-Verwaltungs-Behörde“ andere Institutionen eingerichtet werden, die Bedürfnisse abdecken, kostendeckend sind und darüberhinaus Gewinne in die Sozialversicherung fließen lassen.


    Beispiel Energie: Bevölkerung und Betriebe haben dauerhaft einen enormen Energiehunger und D will bis 2045 klimaneutral sein. Mit vielen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien sollen turbomässig erneuerbare Energien ausgebaut werden. Das überlässt man fast ausschließlich Privaten (die sich später meist dumm und dusselig damit verdienen, zum Teil natürlich auch für Ihre Investionen und Finanzrisiken berechtigt).

    Und der Bund z.B. sitzt mit seiner GmbH auf einem riesigen, teuren und unterhaltungsaufwändigem Autobahnnetz, zumeist ohnehin seitlich elektrifiziert, statt diese Flächen z.B. für hochgelegene PV-Anlagen (plus vertikale Windturbinen) selbst zu nutzen, mit den weiteren Vorteilen wie weniger Sanierungsbedarf und geringeren Winterdienst und top Voraussetzungen für E-Highways.

    Die drei Projekte „E-Highways“ in D wurden jetzt beendet und sollen ausgewertet werden. Statt diesem Rückbau besser Ausbau.
    Statt private Flächen neben Autobahn und Schiene oberflächlich in Massen zu „versiegeln“, könnten die öffentlichen Flächen (überschussorientiert) mehrfach selbst genutzt werden. Hier gab es bereits z.B. ein Projekt in der Schweiz.

    Statt Sondervermögen „Soli“ ein Sondervermögen für den staatlichen Ausbau von Energieträgern und Umspannwerke.

    Wasserstoff?

    Es gibt reichlich Bedarf an Energie, und weitere Bedürfnisse in der Daseinsvorsorge, aber der Staat hält sich leider aus rentablen Produkten heraus, überlässt die Gewinne (und Gewinnverteilung) anderen und beschränkt sich stets auf kritikbehaftete und konfliktanfällige Steuern, Beiträge und kostendeckende Gebühren, um z.B. die hohen sozialen Kosten und Bedürfnisse zu decken.


    Will heißen: für langfristig nachhaltige Lösungen muss man jetzt Unlösbares akzeptieren und über den Tellerrand der sozialen Versicherungen und Leistungen und deren Beteiligte hinaus schauen.

    Die Demographie kann ohnehin langfristig nicht gelöst werden. Auch für mehr qualifizierte Zuwanderung gibt es zu wenig und sehr aufwändige Umsetzungen für alle Beteiligten, und Fachkräfte fehlen dann in den Heimatländern.

    Die Menschen reagieren sowieso auf ihre Weise und selbstbedacht, wenn es nicht anders geht, so sehr Wirtschaft und so manche Ökonomen anderes rufen und propagieren (auch auf ihre Weise und selbst bedacht):

    sie gehen frühestmöglich in den Ruhestand, wenn die Power ausgegangen ist, ihr Arbeitsplatz und sein Zeitaufwand zu belastend, oder nicht einträglich ist,

    und sie gehen weniger arbeiten, wenn sie realistisch Betreuungs- und Unterstützungszeit für Nachwuchs und immer mehr ältere Angehörige brauchen,

    und sie bekommen keine Kinder, wenn es real für sie nicht umsetzbar ist.

    Ich denke, es ist unerlässlich zur Daseinsversorgung der Gesellschaft, hier Altersvorsorge, über den Tellerrand der Sozialversicherung und deren Beteiligte hinauszuschauen und neue Lösungen, wie zb o.g. als eine Inspiration und Beispiel (für weitere Ideen) in Betracht zu ziehen (Beispiel Norwegen), da die genannten Problemfaktoren aktuell unlösbar sind, nur weiter generationenverschoben werden und zu ungerecht empfundenen Verteilungen mit unvermeidlichen Vermeidungsstrategien in der Konsequenz führen.

    Es ist und bleibt nunmal eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe.

    Ich war auch zwiegespalten, insbesondere nach dem Black-Friday-Angebot der ING letztes Jahr (200€ Wechselgutschrift plus 75€ für Weiterempfehlung - da kann in der Familie einiges zusammen kommen…wäre bei uns aber auch komplett steuerpflichtig geworden).


    Bei uns hat der örtliche Bankenverband die Gebühr nach nicht mal 5 Jahren um satte 25 % erhöht, eine Zahl die ziemlich dreist klingt, wenn man sie in Relation zu den Gehalts- und Rentenentwicklungen der letzten Jahre setzt.

    Wir nutzen unsere örtliche Filiale sporadisch (auch ua für Münzgeldeinzahlungen) und sind mit dem Banking, der Kommunikation und Erreichbarkeit sehr zufrieden.

    Ich habe dann gerechnet und gesehen, dass die Gebühr durch steuerliche Absetzung deutlich dezimiert wird und die EC-Karte, im Gegensatz zu den gebührenfreien Konten, kostenlos ist.

    Gewechselt haben wir angesichts des tatsächlich verbleibenden Betrages nicht, weil wir insbesondere die Leerstände im Innenbereich mit Sorge betrachten. Wir wohnen ländlich, und von Apotheke über Läden und Gastronomie hat hier einiges geschlossen. Nun schließt die nächste Gastronomie, stark bzw traurig diskutiert im Ort.

    Wenn ich mir vorstelle, unsere örtliche Bankfiliale schließt auch, von der man zudem viele Mitarbeiter persönlich kennt, hieße das ein weiterer beträchtlicher Leerstand und nachfolgend vermutlich auch das Aus für einige weitere anliegende Betriebe im Innenbereich. Und das soziale Engagement der Bank für das Vereinswesen vor Ort plus für überörtliche Projekte (z.B. Wohnen) gäbe es dann auch nicht mehr.

    So mal meine persönlichen Gedanken zum Nichtwechsel zu einer (überwiegend) gebührenfreien Bank.

    Was rein an der Umlagefinanzierten Rentenversicherung liegt, welche im Gegensatz zu kapitalbildenden Systemen nicht als Vermögen gezählt wird, obwohl gigantische Summen bei raus kommen. Daher ist der Vergleich einfach nur Quatsch.


    Auf Sätze wie „Daher ist der Vergleich einfach nur Quatsch.“ antwortete ich eigentlich nicht, weil viel zu unhöflich und durch nichts fundiert hinterlegt. Für sowas habe und nehme ich mir keine Zeit.

    Aber: wohlgemerkt, alle vor Deutschland liegenden Länder im Vermögensvergleich verwenden ein hauptsächlich umlagefinanziertes Rentensystem, tw. sogar mit höheren Beiträgen und/oder Rentenansprüchen.

    Übersehen wird auch, dass Deutschland mit Frankreich, Spanien, Italien und Polen die höchste Anzahl selbstständig tätiger Menschen aufweist.

    „So werden beispielsweise viele nicht versicherungspflichtige Selbständige für ihre Rentenvorsorge hohe Geld- oder auch Immobilienvermögen halten, die im Unterschied zu den Rentenansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung von der EZB erfasst werden.“(rwi Essen, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, 01/24).

    Betriebsvermögen wurden ebenfalls in der Statistik mit hinzugezählt. Und ebenso alle weiteren privaten Vorsorgen Nichtselbstständiger, als weitere Standbeine neben der GRV.

    Was zusätzlich in der DIW-Studie augenfällig ist, ist die hohe Anzahl von Doktoranden, die daran mitgewirkt haben. Man mag vlt. ausschließen dürfen, dass jahrzehntelange Erfahrungen in Erwerbsarbeit und dem Erleben im langwierigen Aufbau von Rentenpunkten ein Kriterium sein sollten, wohl darf von einer solchen Studie aber erwartet werden, dass sie sich nicht ausschließlich nur mit den Rentnern befasst, sondern historisch auch die Probleme beleuchtet, die seitens der Betriebe/Arbeitgeber aufgebaut wurden durch zu geringe Gehälter und somit fehlende Beitrage.

    Beginnend mit marginalen Stundenlöhnen in der großen Branche der Raumpflege-Kräfte (s. damalige 2-Euro/Std-Debatte) und z.B. Gastronomie, endend in der Festlegung eines Mindeslohns.

    Aber eine (zusätzliche) Forderung nach einem AG-Soli wäre wohl unpassend gewesen…


    Überhaupt ist die Titulierung „Boomer-Soli“ schon eine Farce, da die Studie selbst zugibt, dass dieser aktuell verfassungsrechtlich nicht umsetzbar wäre und nur in Zukunft verfassungsrechtlich und gesetzlich eingebaut werden könnte. Wieviele „Boomer“ dann überhaupt noch betroffen wären, lässt die Studie auch offen.

    Wer die Studie gelesen hat, mag sich vlt auch Fragen stellen, die völlig offen gelassen werden:

    - Anlass der Studie, Beauftragung und ggfs. Bezahlung durch wen?

    Bekanntermaßen wird das DIW, rechtlich ein Verein, hauptsächlich durch öffentliche Haushalte finanziert, aber ua auch durch Unternehmen, Stiftungen und durch Auftragsforschungen. Plus Spenden und Beiträge durch die „Vereinigung der Freunde des DIW Berlin (VdF)“. Transparentes zu Einkünften durch Unternehmen oder Aufträge, zu „Freunden“ resp. Förderern, ebenso rechnerische Jahresabschlüsse, findet man dort auf der Internetseite nicht.

    - Behandelt wird ausschließlich Umverteilung unter (ehemaligen) Beschäftigten und ihrer Altersvorsorge. Wo bleiben die Betriebe? Insbesondere diejenigen, derentwegen Mindestlöhne eingeführt werden mussten (und die viel zu wenig in die Sozialversicherung einzahlten). Das lässt sich bis heute weiterführen: D ist weltweit drittgrößte Volkswirtschaft und BIP-führend in Europa, aber beim Vermögensvergleich der Haushalte (anderer Thread) in Europa nur schwaches Mittelfeld.

    Schön, wenn dann alle auf sich einhauen und sich gegenseitig ein zu großes Konsumverhalten und marginales Spar- und Denkvermögen vorwerfen. Ausgerechnet in D?

    Wäre ja auch unschön, wenn sich stattdessen das Denken und die Frage durchsetzt, ob in anderen Ländern mit kleinerer Volkswirtschaft und kleinerem BIP einfach mehr bei den Beschäftigten ankommt, wenn es an die Gewinnverteilung geht…auch nach Steuern und Beiträgen?

    - Auch kein Thema: die Lebenserwartung. Alle zahlen den gleichen Beitrag. Wie ich hier schon schrieb ist die Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren beträchtlich um Jahrzehnte gestiegen. Der „Boomer“ hat längst nicht die gleiche Lebenserwartung wie junge Beitragszahler, aber alle zahlen den gleichen Beitragssatz?

    Und das ist nur das, was sogleich ins Auge fiel.

    Fragen über Fragen. Man darf auch gerne mal kritisch die Hintergründe solcher Studien und ihre Intention in Frage stellen.

    Dafür, dass Deutschland das größte nominale BIP in Europa haben soll und zudem die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sein soll, ist das genannte Vermögen im europäischen Vergleich eigentlich ein ziemlich trauriger Wert:

    Vermögen im europäischen Vergleich
    Für einen Vergleich der Höhe des Nettovermögens innerhalb europäischer Länder stellt die Europäische Zentralbank (EZB) harmonisierte Mikrodaten zur Verfügung.
    www.bpb.de


    „Für Deutschland betrug der Median des Nettohaushaltsvermögens rund 106.600 Euro. Dieser Wert liegt etwas unterhalb des mittleren Bereichs der betrachteten Länder…“

    Auf der Sachebene sind hier Viele absolute Spitze, bei der Empathie ist es very suboptimal.

    Vielleicht sind Einige nahezu permanent hier, weil ihre soziale Kompetenz für den direkten Umgang mit Menschen einfach nicht ausreicht. Keine Behauptung von mir, nur eine Vermutung.

    Mangelnde Emphathie oder weniger soziale Kompetenzen sind nicht automatisch belastend für Mitmenschen; wer kann sich da tagtäglich übers Leben schon ausnehmen?

    Da gibt es auch Menschen, die gerade deshalb mehr Respekt und Höflichkeit zeigen, um andere nicht unbewusst zu verletzen.

    Schlimm wird es bei denjenigen, die andere Menschen verletzen, weil sie sich dann für einen Moment in ihrem eigenen Dasein besser fühlen. Und nicht erkennen, dass es so ist und was eigentlich die Ursache dafür ist.

    Also, warum verhält man sich herablassend anderen gegenüber? Muss sich messen und abgleichen, muss angeben oder genüsslich vermeintliche Fehler anderer öffentlich vorführen usw?

    Sicher nicht, weil man mit sich im Reinen und zufrieden oder selbstbewusst ist.

    Da werden z.B. irgendwelche unverdauten Pakete wie Erlebnisse und Unzulänglichkeiten mit sich geschleppt und auf der Suche nach Anerkennung, Lob oder Frustabbau andere als Katalysator genutzt.

    Am wirkungsvollsten noch beifallheischend mit konstruiertem Herdendruck.

    Und am liebsten und einfachsten anonym.

    Ist Dir eigentlich jemals bewusst geworden, worin dieser Drang, sich stets mit anderen vergleichen und messen zu wollen, begründet ist und wo er meist geprägt ist?

    Und wie sinnvoll das eigentlich ist, wenn man unter diesem fabrizierten Druck dann doch nie zufrieden sein kann, es im allgemeinen aber eigentlich sein könnte?

    Und wie sieht das übertragen auf die „halbwegs kundigen Ökonomen“ aus, ihrem Antrieb und ihrer Motivation?

    Wohin soll die Reise denn gehen - bis man endlich der „Stärkste“ ist und auf Anerkennung hofft? Warum?

    Wir können voneinander lernen und miteinander entwickeln, aber für mehr Fortschritt, Humanität und Zufriedenheit brauchen wir dieses ständige „Messen“ nicht.

    Mal ehrlich, so schlecht lebt es sich hier im allgemeinen nicht, oder?

    Wenn man das abstrakte Optimum in allem doch nie erreichen kann, so kann man sich aber auf sein reales Lebensumfeld besinnen, und lernen, mit den menschlich kleinen Schritten und dem Hier und Jetzt auch einfach mal zufrieden zu sein.

    Bei der in den Medien diskutierten "geringen Arbeitszeit in Deutschland", werden - soweit ich weiss - auch all die Teilzeitkräfte mit eingerechnet. Und es wird auch weiter gemittelt zwischen denen, die nach einer kurzen Episode von < 40 Wochenstunden wieder bei 40 oder mehr Stunden gelandet sind und denen, deren Firma noch in einem Arbeitgeberverband drin ist und mit Gewerkschaften verhandelt und bei 35 Wochenstunden liegt.

    Für alle soll dann Pfingsten gestrichen werden. Vermutlich auch, damit man anfangend bei Pfingsten auch weitere christliche Feiertage in diesem Rahmen (Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt) in Frage stellen kann.

    Mit einer 40 Stundenwoche fühle ich mich bei diesen Zahlentricks veräppelt.

    Ganz genau! Dieses Kuriosium, dass die Deutschen „zu wenig arbeiten“, obwohl hier ein hoher Beschäftigungsgrad vorliegt (Top 3 in Europa) und erstaunlicher Weise in Griechenland „enorm“ viel mehr gearbeitet wird (mit niedrigem Beschäftigungsgrad). In dieser leidigen Statistik wird selbst darauf hingewiesen, dass die Erhebung sehr uneinheitlich aufgrund unterschiedlicher Erfassungen erfolgt.

    Aber soweit wird dann nicht mehr geschaut, Hauptsache, es gibt was zu meckern und reißerische Schlagzeilen für Wut-Klicks.

    Und, wieviel Lobbyismus dahinter steckt, wird auch nie deutlich.

    Die Skandinavier und Deutschen erfassen genauer und detaillierter (Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Teilzeit…)

    In Griechenland arbeitet zb die Hälfte der Frauen nicht, kein Wunder, dass dort Stundenzahlen durch mehr Vollbeschäftigung von Männern hochgezogen werden. Hier arbeiten rund 75 % aller Frauen, aber eben mehr in Teilzeit (wie soll es auch funktionieren mit jungen oder älteren bedürftigen Angehörigen, so ein Tag ist eben für alle gleich lang und kann nicht beliebig vollgestopft werden mit Pflichten).

    Erfreulicherweise kommt auch mehr Teilzeit bei Männern für eine bessere Aufteilung zu Hause - dann sind 2 in Teilzeit, was den Schnitt wieder drückt.

    Das mit der Berechnung ist nicht meine Idee, das habe ich in einem Artikel einer Uni nachgelesen. Dort gab es das Beispiel des Mannes mit 40 Stunden und wie der Schnitt insgesamt gesenkt wird in solchen Statistiken, wenn die Partnerin mit weniger Stunden wieder einsteigt.

    Diese Statistiken müssten wesentlich einheitlicher mit denselben Maßstäben und für alle Menschen im erwerbsfähigen Alter geführt werden, wenn man einen Vergleich haben möchte, dem man etwas mehr Glauben schenken kann.

    Und schön die Streichung von Feiertagen: Betriebe fahren höhere Gewinne, Führungskräfte oder Chefs mehr Boni, und die Arbeitnehmer mit Festgehalt arbeiten for nothing. Tolle Idee.

    Lieber #monstermania, du hast jetzt schon einige Male zu den „Boomern“ geschrieben und z.B. zur Belastung des Rentensystems durch ihren Austritt aus dem Arbeitsleben - ich möchte für sie, auch wenn ich nicht dazugehöre, mal eine Lanze brechen:

    Du sprichst da über Generationen, die, vermutlich im Gegensatz zu deiner, nicht mit Elternzeit, Elterngeld, Rechtsanspruch auf Kindergarten (schon gar nicht u-3Jahre), verlässlichen Schulzeiten, Nachmittagsbetreuung, mehr Urlaubstagen, Remote-Arbeit -überhaupt besserer Vereinbarung von Familie und Beruf- gesegnet waren. Sie mussten es irgendwie so wuppen, ohne Akzeptanz familiärer Bedürfnisse und Rechtsansprüche oder Förderungen. Wenn eine Frau arbeiten wollte, dann bitte, wenn sie Kinder und Haushalt trotzdem schafft. Ein Familienvater musste seine familiären Bedürfnisse bitte zu Hause lassen, das hatte nichts mit der Arbeit zu tun („haben Sie keine Frau, die das Kind erkrankt aus der Schule abholen kann/zum Arzt etc begleiten kann“…).

    Bis in die 70iger Jahre wurde nach dem BGB noch das Einverständnis des Ehegatten zum Arbeitsvertrag der Frau erwartet; diese Einstellung war auch in vielen Jahren danach noch sehr prägend für die Arbeitsverhältnisse von Frauen („schaffen Sie das mit ihrer Familie?“ - eine häufige Frage in Vorstellungsgesprächen, heute nicht mehr zulässig), zumal es auch keinen Teilzeitanspruch gab.

    Wohngeld, Unterhaltsvorschüsse deutlich niedriger, Zuschlag zum Kindergeld gabs nicht, auch kein Teilhabepaket für Kinder. Wer einen typischen 4-Stunden-Kiga fand musste ihn bezahlen, ohne Förderung.

    Mindestlohn Fehlanzeige. Anspruch auf Teilzeit, um Familie besser vereinbaren zu können oder überhaupt mit Kindern arbeiten zu können kam auch erst beginnend 2001.

    Teilzeit-Ausbildung ein Fremdwort.

    Dass diese deutlich erschwerten Bedingungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ziemlich belastend waren und über Jahrzehnte auch sehr zehrend und gesundheitsbeeinträchtigend für diejenigen waren, die es trotzdem irgendwie versucht haben, müsste eigentlich nachvollziehbar sein.

    Sie jetzt als gesunde und wohlhabende Boomer-Generation zu bezeichnen ist sehr unfair und trifft auf viele unter obigen und weiteren Bedingungen in Sachen Rücklagen und erworbenen Rentenansprüche so pauschal nicht zu.

    Ihre Probleme und Auseinandersetzungen haben dazu beigetragen, dass heutige Generationen unter wesentlich besseren Bedingungen Beruf und Familie unter einen Hut bringen können.

    Leider können sich letztere offenbar nicht mehr vorstellen, wie es ist, wenn man ohne großzügiges Elterngeld mit Auszeit, auch für Väter, sofort nach kurzem Mutterschutz wieder voll einsteigt, egal wie es einem nach der Geburt geht oder wie wenig Schlaf man mit Baby hat.

    Das zehrt ein Leben lang.

    Woher ich das weiß? Weil ich mich gerne mit älteren Menschen unterhalte und zuhöre.

    Kurios ist auch, dass Ältere noch vor wenigen Jahren ziemlich verschrien waren wegen ihrer höheren Gehälter und der höheren Beiträge. Ziemlich viele, die sich deswegen Sorgen um ihre berufliche und existenzielle Zukunft machten, zu großen Teilen leider berechtigt. Das prägt.

    Inzwischen kenne ich einige, die über das Rentenalter hinaus arbeiten, und den positiven gedanklichen Wandel über „Ältere“ im Arbeitsleben sehr schätzen. Es ist sehr wohltuend zu wissen, dass man jetzt als unverzichtbarer und erfahrener Mitarbeiter geschätzt wird und dabei seit der „kürzlichen“ Abschaffung der Hinzuverdienstgrenzen in der Rente die völlig neue Freiheit genießen darf, Spaß und Freude an der Arbeit zu haben mit Rentenanspruch im Gepäck. Mit dem Wissen, dass man Wohlstand aufbauen und jederzeit gehen kann.

    Es ist schön für jüngere Generationen mit diesem Wandel der Akzeptanz und des Geschätztwerdens und den vielen Verbesserungen die eigenen Perspektiven der Zukunft zu betrachten, denn selbstverständlich war das nicht immer.

    Und ja, wie schon hier genannt, gibt es leider auch noch viele toxische Arbeitsverhältnisse. Arbeitgeber, die nicht wertschätzen oder für Änderungen bereit sind. Die sofort „Fachkräftemangel“ rufen und überfordert sind, weil ihr Arbeitsangebot oder ihre Personalakquise nicht („wie es immer schon war“) funktioniert.

    Das sieht man z.B. bei Stellenausschreibungen, da hat sich wenig getan („leistungsgerechte Bezahlung“ zb, kaum ein AG ist da transparent und somit unter den Mitarbeitern gerecht, sofern kein Tarif zutrifft).

    Wem will man da insgesamt einen Austritt verdenken?

    Bei dem „Boomer-Renten-Thema“ und dem häufigen Gerede von Belastungen für die Rentenversicherung könnte man fast meinen, als hätten diese Menschen pauschal Beiträge wie in die Krankenkasse gezahlt und würden nach Lebensalter eine Rente erhalten.

    Nein, sie haben geleistet und gezahlt und damit individuell berechnete Punkte und Ansprüche erworben.

    Ihr „frühzeitiger“ Austritt ist eine Belastung für die Rentenkasse? Wo werden diejenigen genannt, die weiter arbeiten? Und von welchen Einsparungen spricht man eigentlich, wenn sie z.B. 2 Jahre später gehen (und dann entsprechend höhere Ansprüche haben)?

    Oder ist es nicht eher so, dass gerade für jüngere Generationen zu wenig eingezahlt wird, weil sie eine höhere Lebenserwartung haben?

    Kann man beim häufig genannten Stichwort „Demographie“ nicht auch hinterfragen, warum alle von jung bis alt den gleichen Beitrag zahlen?

    Ich las beim Statistischen Bundesamt, dass z.B. 1923 Geborene eine Lebenserwartung von 59/66 Jahren hatten. Für in 2023 Geborene beträgt diese schon bis 91/93 Jahre.

    Ich denke auch daher, das Thema darf nicht zu drastisch auf „Boomer“, die zu Recht beanspruchen, und Demographie begrenzt werden, es gibt noch viele weitere Aspekte.

    Zumal oft auch nicht ersichtlich ist, wodurch reißerische Artikel in den Medien, mit einfach präsentierten und dadurch allgemein nachvollziehbaren „Wahrheiten“, motiviert werden; Lobbyismus, der zuletzt hier in D den neuen Höchstwert von 1 Milliarde Euro (!) in verschiedensten Bereichen erreicht hat, darf dabei sicherlich nicht unterschätzt werden.

    Gerechte Entlohnung (plus Notwendigkeit Mindestlöhne einzuführen) hat ebenso entscheidende Einflüsse auf die Rentenkasse. Wie auch die Frage, wie die Gelder renditeorientierter angelegt werden können.

    Oder auch die Frage, ob Erzeugnisse (z.B. Energieerzeugung) nicht ebenso gemeinwohlorientiert in die Altersvorsorge gelegt werden können, wie z.B. in Norwegen. Wie wir inzwischen wissen, ist es nicht immer optimal für die Daseinsvorsorge, wenn partout alles privatisiert wird.

    Und vieles mehr.

    Ich finde, wir sollten uns untereinander für mehr Respekt, Wertschätzung und Gemeinsinn einsetzen. Und nicht gegeneinander. Viele Grüße

    Warum sparst du nicht auf ein eigenes Depot an und verschenkst es dann? 200.000 Euro können immer und problemlos steuerfrei verschenkt, also übertragen werden. Wenn es über die Eltern läuft, noch mehr. Wäre doch ziemlich blöd, wenn das Enkelkind irgendwann wegen zu hohem Vermögen oder Einkommen Probleme bekommen könnte (BaföG, Familienversicherung, ....) oder wenn du dich irgendwann einmal anders entscheidest.

    Ich würde schenken, wenn es Sinn macht und das Enkelkind was mit dem Geld anfangen kann.

    Gerade weil man nicht weiß was in 20 Jahren ist, sollte man sich so neutral wie möglich aufstellen. Ist das Vermögen einmal übertragen, beschränkt es die Möglichkeiten. Völlig unnötig. Und was hat das Einkommen von heute damit zu tun? Ist das nicht ein Widerspruch zu deinem Argument ,,wer weiß was in 20 Jahren ist"?

    Wie gesagt: Viele Deutsche würden sich einen Finger abhacken, wenn sie 10 Euro Steuern sparen können. Steuerersparnis ist wirklich der dümmste Grund für eine Anlageentscheidung. Und sie ist bei einem Kinderdepot der einzige Grund.

    Sehe ich genauso.

    Apropos Steuern sparen:

    Im ersten Moment werden die Eltern vermutlich geschmeichelt sein über den Sparplan fürs Kind.

    Aber sollte das Kind mit 25 in einer Ausbildung sein ohne Entgelt (zb Studium) oder in einer, die selbst zu bezahlen ist (gibts auch) werden sie es sicherlich nicht mehr sein, weil die regelmäßig sehr hohen Kosten für Lebensunterhalt, Wohnen, Krankenversicherung und Ausbildung dann nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden können, sollte das Vermögen des Kindes über 15.500 Euro liegen.

    Und, wohlgemerkt, diese Grenze für das Schonvermögen von 15.500 Euro soll schon seit 1975 (!) unverändert gelten und hat bisher gerichtlich standgehalten.

    Wäre es schade für die Schenkende, wenn dann erstmal das mit so guten Gedanken angesparte Vermögen eingesetzt werden müsste und die Eltern nichts absetzen können, obwohl sie vlt trotzdem darüberhinaus Unterhaltszahlungen leisten?

    Das gleiche, sollte es mal beruflich oder gesundheitlich nicht so gut laufen und soziale Bedürftigkeit eintreten; Vermögen wäre dann vorrangig.

    Und was wäre eigentlich bezüglich der Schenkungen, wenn selbst Bedürftigkeit eintritt (Pflegewohnen z.B.)? Stichwort 10-Jahresfrist BGB?

    Das bedingt aber, dass man das Vermögen zuvor ohne große Einschränkungen seines Lebens während der Erwerbstätigkeit aufbauen konnte. Ich hätte mich für eine solche Absicherung jedenfalls nicht mein Leben lang krumm gelegt und dabei auf nahezu alles verzichtet.

    Das bezog ich auf den Eingangspost, die aufgeworfene Frage, ob vor dem Tag X (Pflegeheim) alles (vorhandene) Vermögen zu Geld gemacht und verlebt werden sollte.