Beiträge von Impidimpi

    Jeder legt sein eigenes Geld so an, wie er es für richtig hält.

    Schon allein deshalb, weil die Voraussetzungen unterschiedlich sind. Nicht Jeder kann einen Urlaub aus dem laufenden Einkommen bezahlen. Zum einen, weil die Urlaube und damit zusammenhängenden Ansprüche unterschiedlich sind (was du angedeutet hast), zum anderen und wohl im Wesentlichen weil Jeder unterschiedlich viel verdient. Wenn wir mal vom Durchschnittsverdiener ausgehen, wird eine Woche Urlaub in Frankreich aus dem laufenden Einkommen wohl schon knapp. Wenn er/sie ohnehin immer einen gewissen Cash-Puffer auf dem Giro oder Tagesgeld hat, der sich im Lauf des Jahres ansammelt, weil er nicht jeden Monat zusätzlich zum Sparplan alles investiert, wird das vermutlich aber ohne explizit darauf zu sparen gehen.

    Ich "überplane" aktuell eher mehr als es notwendig wäre, mir macht das aber wie gesagt Spaß und habe gerne die Kontrolle und Übersicht darüber wie viel ich mir leisten kann und will. Das mag sich im Lauf der Zeit ändern bzw. abstumpfen.

    Aber das geht nun über die Thematik des Notgroschens etwas hinaus. Zumindest nach meiner Definition eines Notgroschens.

    Wichtig ist vor allem, dass man das Thema ,,unerwartete Ausgaben" auf ein Minimum reduziert. Eine kaputte Waschmaschine oder ein neues Auto sind keine unerwarteten Ausgaben, sondern sind planbare und abschreibbare Kosten. Wer in diesem Bereich nennenswerte Kosten hat und das monatliche, freie Einkommen nicht ausreicht, sollte sie monatlich abschreiben und sicher zurücklegen.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Genau so mache ich es auch. Übrigens auch obwohl ich mir manches davon aus meinem laufenden Einkommen leisten könnte. Die Waschmaschine oder das Handy zumindest. Das Auto (würde ich eins haben wollen) wohl eher nicht aus dem monatlichen Gehalt. Das werden wohl eher wenige können, zumindest wenn es kein sehr altes einfaches Auto sein soll. Ich hab jedenfalls mehr weil ich Spaß dran und sehr gerne die Kontrolle habe eine Abschreibungstabelle. Für mich ist es auch einfach eine Übersicht meiner Besitztümer und ich weiß zudem sehr genau, wann ich guten Gewissens etwas neu anschaffen kann.

    Bei mir ist der Notgroschen allerdings eine zusätzliche Untergrenze weil ich mir sage, dass ich auch wenn ich mal ein paar Monate die alltäglichen Ausgaben überbrücken müsste, ich nicht direkt an mein Anschaffungsbudget ran gehen wollte. Könnte man nach Risikoabwägung dann aber sagen, dass es ohnehin unwahrscheinlich ist und ich im Fall der Fälle dann einfach an dieses Budget rangehen müsste. Am Ende gibt’s eben nur ein (freies) Vermögen und nicht zig unterschiedliche Töpfe. Aber ich kann’s nicht oft genug sagen: Jeder wie er/sie sich wohl fühlt.

    Ich sehe es jedenfalls ebenfalls nicht so, dass der Notgroschen für das nächste Auto oder eben die 10 Jahre alte Waschmaschine ist. Die sicher irgendwann kaputt gehen wird.

    Darauf wird es vermutlich hinauslaufen, es ist alles Definitionssache. Ich habe auch keinen separaten, getrennten Notgroschen. Ich habe auf dem Tagesgeld Liquiditätsreserven, die schwanken, eben weil dort alles landet, was nicht für die üblichen laufenden Ausgaben auf dem Girokonto bleibt. Zum Monatsende nach Gehaltseingang schiebe ich alles oberhalb eines festen Betrags X (den ich erfahrungsgemäß im Monatsverlauf auf dem Girokonto brauche) ins Tagesgeld. Da ist mal mehr, mal weniger drauf, je nachdem, ob zum Beispiel gerade ein Urlaub oder sonstige größere Ausgaben anstehen oder ein größerer Geldeingang war (Steuererstattung, Bonus etc.). Aber es ist eben kein fester Euro-Betrag, der separat und unangetastet auf einem Konto liegt.

    Ich komme damit gut klar, jemand anders fühlt sich vielleicht besser, wenn es ein getrenntes Notgroschen-Konto gibt, wo immer Betrag X draufliegt, der auch nicht angefasst wird (außer eben im absoluten Notfall).

    Praktiziere ich eigentlich gar nicht so viel anders. Getrennt ist der Notgroschen auch nicht und ich spare eben auch nicht extra etwas für diesen an oder da rein. Allerdings sehe ich den Notgroschen als eine Art Untergrenze (SAF, siehe oben), die ich gern risikoarm am Geldmarkt liegen habe. So unterschiedlich können Definitionen und Ansätze sein - wenn auch teils nur im Detail :)

    Okay das war vielleicht etwas ungenau geschrieben von mir. Urlaube, Elektrogeräte usw. werden aus laufendem Einkommen bezahlt. Die 100%-Aktienquote bezieht sich auf das Portfolio. Auf dem Girokonto liegen natürlich immer ein paar Tausend Euro rum, weil sich das gar nicht vermeiden lässt. Ich investiere nicht am Zahltag das gesamte Einkommen in einen Aktien-ETF und verkaufe dann am 20. einen ETF-Anteil um den Strom zu zahlen.

    Aber einen gesondertes Notgroschen-Tagesgeld mit 20-30 Tausend Euro haben wir nicht. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass wir das Geld benötigen, verkaufe ich Aktien-ETF. Der Grund sind die Opportunitätskosten eines Notgroschens. Aktien-ETF verdoppeln sich ca. alle 10 Jahre und es macht irgendwann mal keinen Sinn mehr einen Notgroschen zu besitzen. Selbst wenn man im 50%-drawdown verkaufen müsste. Das ist aber bei uns so. Einem Sparanfänger rate ich zunächst einen Notgroschen anzusparen.

    Alles klar, danke für die Präzisierung. So ähnlich dachte ich mir es. Das kann man natürlich so sehen und praktizieren. Jeder muss sich selbst damit wohlfühlen, wie gesagt. Wobei ich sagen würde, dass gerade bei einem großen (Z.B. hohen sechsstelligen) Depot es wenig Unterschied macht, ob man nun (in guten Börsenzeiten) 20-30.000 mehr oder weniger drin hat bzw. ob die dann 0 oder 5% p.a. nach Inflation erwirtschaften. Das ist wohl Ansichtssache.

    Ich würde das mit „Sparanfänger“ etwas erweitert sehen und es eher auf die „breite Masse“ beziehen, dass ein Notgroschen in irgendeiner Art und Weise in den meisten Fällen sinnvoll ist.

    Ja vorallem bin ich auch der Meinung, dass niemand überhaupt 100 Prozent Aktien sein kann. Girokonto, Rentenansprüche und evtl eigene Immobilien machen nach meinem Verständnis ein 100 Prozent Aktien Invest unmöglich. Außer man betrachtet nur sein Depot. Aber die Diskussion hatten wir ja bereits irgendwo hier schon mal gehabt 😅

    Das sehe ich auch so. Aber @Thomas.Schreiber meint mit seinen "100 % Aktien" soweit ich es verstanden habe eben sein Depot bzw. das "freie" Vermögen, wie man es auch immer bezeichnen möchte. Es kommt letztlich auf die Definition an was dieses freie Vermögen eigentlich ist. Für mich gehört es dazu, dass ich Rücklagen auch neben meinen Aktien hab. Vielleicht sagt er sich auch, dass er im Zweifel an sein Aktien-Depot geht, wenn es denn sein muss.

    Ich persönlich könnte vermutlich auch auf das was ich als Notgroschen bezeichne verzichten und rein das, was ich in meinen Budgets anspare (für mittelfristige Ausgaben - teils sind da aber auch durchaus eher langfristigere Ausgaben mit drin, auf die ich aber eben gezielt hin sparen möchte), als meinen Notgroschen betrachten. Der Notgroschen ist so gesehen eine zusätzliche Sicherheit. Jeder so wie er sich wohl fühlt, wie gesagt. Und zumindest was mich angeht kann sich das im Leben auch verändern. Vielleicht brauche ich einmal mehr oder auch weniger Sicherheiten, je nach Lebensumständen. Dann passe ich meine Strategie vielleicht entsprechend an.

    Ich habe zum Beispiel gar keinen Notgroschen.

    Wie machst du das denn wenn mal ungeplante Ausgaben kommen? Und auch wenn du wie du immer sagst 100 % in Aktien bist, wirst du doch trotzdem in irgendeiner Art und Weise Cash-Rücklagen haben. Schon allein für Urlaube usw. Wie machst du das?

    Es ist am Ende auch Definitionssache, was ein Notgroschen eigentlich ist.

    Ein Notgroschen über 30.000 € kommt mir aber etwas überdimensioniert vor, weil der Notgroschen ja „normale“ unvorhergesehene Ausgaben abdecken soll.


    Wie seht ihr das?

    Wie schon gesagt wurde ist es individuell und über die gängige Daumenregel hinaus gibt es kaum einen Konsens. Also auch die Daumenregel ist kein Konsens, aber zumindest weit verbreitet und als ein „besser als gar keinen Plan zu haben“ zu sehen. Ich hab diesbezüglich schon viel nachgedacht und meine Meinung darüber einige Male geändert, meine aber nun meinen Weg gefunden zu haben.

    Kann es ja mal beschreiben wie ich es handhabe: noch keine Familie, nur für mich selbst verantwortlich. Ich halte es für sinnvoller seine (monatlichen) Ausgaben zu kennen (Haushaltsbuch/App) und dann abzuschätzen, wie lange man diese Ausgaben mal ohne regelmäßiges Einkommen tragen können müsste. Ich hab für mich entschieden, dass ich das gern ein halbes Jahr lang können möchte, also sechs Monatsausgaben als Notgroschen. Zusätzlich hab ich allerdings immer noch das was ich anspare für meine Urlaube, für die nächsten notwendigen Anschaffungen, für die nächste große Hobby-Ausgabe. Das ist zwar eine variable Summe, aber es ist auch in diesem „Topf“ immer etwas. Aktuell übersteigt das meinen Notgroschen. Ich könnte vermutlich also über ein Jahr mit meinem Cash auskommen. Dass ich das muss ist unwahrscheinlich, aber hier muss man eben abwägen mit was man sich sicher fühlt. Ich fahre dennoch eine hohe Aktienquote und habe beispielsweise über Notgroschen und das „Budget“ für mittelfristige Ausgaben hinaus keinen zusätzlichen Sicherheitsbaustein, sondern bin ansonsten voll in Aktien. Mein „Sicherheitsbaustein“ ändert sich (vom mittelfristigen Sparen mal abgesehen) nur, wenn der Notgroschen steigt und das geschieht nur, wenn meine realen Ausgaben steigen. Der Notgroschen und das was ich für mittelfristige geplante Ausgaben spare ist mein SAF, Safe Asset Floor. Das führt nun aber etwas zu weit.

    Bei dir mag es anders sein. Du musst dich selbst damit wohl fühlen. Als Richtschnur ist es schon ok sich am Gehalt zu orientieren. Sinnvoller aus meiner Sicht wie gesagt an den Ausgaben.

    Meine Situation geht ein klein bisschen in deine Richtung. Ich würde bei mir allerdings nicht unbedingt von einem „Traum“ sprechen, zumindest noch nicht. Vielleicht führte genau das zur Entscheidung, die ich getroffen habe: ich habe nicht gewartet und bin bewusst das Risiko eingegangen, mein Geld in einen weltweit gestreuten Aktien-ETF zu investieren, anstatt es nur auf dem Geldmarkt (Tagesgeld, Festgeld, Geldmarktfonds) liegen zu haben. Bei mir ist es eher eine abstrakte Vorstellung, dass ich irgendwann eventuell eine Immobilie haben möchte. Wüsste ich das konkret für die nächsten paar Jahre, würde ich das Risiko vermutlich nicht eingehen. Aber für einen abstrakten „Wunsch“ wollte ich die Opportunitätskosten nicht in Kauf nehmen. Allerdings auch mit den daraus resultierenden Konsequenzen, dass es sein könnte, dass ich wenn ein richtiger Crash kommt vielleicht mal ein paar Jahre nicht verkaufen sollte und die Immobilie somit warten muss. Oder ich in dem Fall weniger Eigenkapital einbringen kann. Du musst dich hier selbst entscheiden und dich fragen, wie groß dein Traum, dein Wunsch ist und wie konkret er ist. Und ob er eben im Zweifel auch mal nach hinten verlegt werden könnte. Häufig spielt hier auch der Partner, die Partnerin eine Rolle.

    Was genau meinst du damit? Nicht finanzierbar oder nicht rational oder noch was ganz anderes? :/

    Eine selbstgenutzte Immobilie ist in erster Linie eine Lifestyle-Entscheidung und nachgewiesenermaßen nicht die beste sprich rationalste Investmententscheidung. Es ist gleichwohl die vermutlich größte Investitionsentscheidung deines Lebens. Es handelt sich um ein riesiges Klumpenrisiko, das du in einem einzigen Objekt hast und viele rechnen nicht richtig und/oder rechnen dich die eigene Immobilie schön. Instandhaltungskosten und Rücklagen für genau das, die sehr hoch sein können, werden gerne vergessen beispielsweise. Da kannst du dich zu, Beispiel bei Finanztip, mal informieren. Gibt auch gute Bücher zu dem Thema. Wenn es deine Lebensstilentscheidung ist, dann ist das vollkommen nachvollziehbar. Man sollte eben nur ehrlich sein mit sich und der finanziellen Seite. Es ist eben meistens nicht die beste rein finanzielle Entscheidung, sondern durchaus auch ein Risiko und diese Entscheidung bringt einige Nachteile mit sich, die @Achim Weiss teils schon angesprochen hat (Immobilität), teils ich (Klumpenrisiko, teurer als viele denken).

    Viel Erfolg!

    Wenn du meinen Eingangspost nochmal lesen möchtest wirst du feststellen dass du am Thema vorbei denkst

    Ich habe deinen Eingangspost gut gelesen und dir ausführlich geantwortet wie ich es für richtig hielt. Wenn du meinst, dass dir Jemand den Teufel austreiben wollte, bitte. Deine Formulierung, dein Teufel. Sieh es doch mal so, dass dir viele hier vollkommen freiwillig helfen wollten. Dass das nicht in der Form geschehen ist in der du es gerne hättest ist nun mal so. Es wurde offen über Dividenden und Einzelaktien diskutiert. Du schreibst nun, dass du eine offene Diskussion möchtest, aber nicht, dass jemand der von der Strategie nichts hält hier schreibt. Das passt nicht zusammen. Gerne kannst du schreiben wie das aus deiner Sicht zusammen passt.

    Aber es ist wie gesagt nicht dein (alleiniger) Thread. Wenn dir Jemand antworten kann und möchte zu deinen konkreten Fragen, dann wird dieser Jemand es tun. Und wenn jemand um Themen drum herum diskutieren will, dann wird das auch geschehen und du musst es hinnehmen.

    Aber nun gut, ich werde hier wohl leider nicht die offene Diskussion bekommen die ich mir erhofft hatte. Da möchte ich die Community hier auch nicht weiter stören.

    Dass du so denkst ist schade, aber es ist auch deine Entscheidung. Du störst aus meiner Sicht keineswegs. Ich fand den Austausch hier interessant. Du kannst nur nicht erwarten, dass dir jemand deine Fragen in deinem Sinne beantwortet, wenn niemand diese Fragen beantworten kann oder will. Zumindest nicht in dem Maße in dem du es offensichtlich möchtest. Du hast in deinem Eingangsbeitrag geschrieben, dass du „Orientierung“ suchest. Die wurde dir in mehreren Beiträgen versucht zu geben.

    Wir sind hier im Finanztip-Forum. Es steht selbstverständlich allen frei hier zu schreiben, ihre Meinungen und von Finanztip bzw. vom „Mainstream“ abweichende Meinungen zu äußern und zu diskutieren. Das haben hier einige getan. Es ist nicht so, dass in diesem Thread alle nur ETFs empfohlen haben. Ganz im Gegenteil. Es war/ist eine sehr offene Diskussion. Aber du kannst von einem Forum, auf dem Finanztip steht, die nun mal ETFs empfehlen und soweit ich weiß noch nie Dividenden- oder Einzelaktien-Strategien empfohlen haben, erwarten, dass dieses Forum bzw. die Mehrheit deine Strategie gutheißt. Oder dass nur die antworten, die deine Strategie gutheißen, von denen es sicherlich einige gibt. Zumindest gibt es hier Dividendenstrategen und Einzelaktienstrategen. Und die haben hier auch teils geschrieben. Was möchtest du denn mehr? Aufgezwungen hat hier niemand irgendwem eine Meinung. Das ist ein freies und anonymes Forum in dem Laien anderen Laien helfen und miteinander diskutieren.

    Du schreibst von einer „offenen Diskussion“, die du haben möchtest, in einem Atemzug aber davon, dass die, die nicht deine Meinung vertreten hier nicht schreiben sollen. Was denn nun? Ich sage es dir: du hast deine offene Diskussion bekommen, möchtest das aber offensichtlich nicht wahrhaben.

    so langsam wird's ganz schön lächerlich wie sehr man den Thread hier für allen möglichen Scheiß missbraucht.

    Ich bitte um angemessenere Ausdrucksweise ;)

    Niemand, auch nicht der Themenersteller, hat ein Recht auf „seinen“ Thread. Es ist das Wesen eines solchen Forums, dass Fragen gestellt werden, geholfen wird und Diskussionen sich entwickeln - auch entgegen den Vorstellungen des ursprünglichen „Fragers“. Dafür ist alles kostenlos. Ein „Berater“, den du bezahlst, würde sicherlich nicht solch kontroverse Debatten mit dir oder um dich herum führen.

    Man hat dir sehr viele Antworten hier gegeben. Einige davon waren vermutlich nicht die, die du erwartet hättest oder die du hören wolltest. Du musst selbst wissen was du nun daraus machst. Vielleicht antwortet dir Jemand noch auf deine Fragen. Aber du hast hier kontroverse Themen aufgeworfen, die nun mal von nicht wenigen hier grundsätzlich kritisch gesehen werden, ob nun zu recht oder nicht.

    Ich wünsche dir viel Erfolg, auch wenn ich sehr an deinem Vorgehen zweifle - aber du musst es selbst wissen.

    Trotzdem würde ich auch den Rest hier bitten sich nicht zu streiten :)

    Ich bin seit vielen Jahren prinzipiell fast zu 100% in Einzelaktien investiert und absolut kein Verfechter von Buy And Hold...

    Ich persönlich hab absolut nichts dagegen wenn andere Leute Spaß dran haben, oder sogar davon überzeugt sind, aus welchen Gründen auch immer, mit Einzelaktien oder sogar nicht Buy & Hold zum Ziel zu kommen. Gerade wenn sie es schon Jahrzehnte lang praktizieren. Ich würde niemanden bekehren wollen, der das macht. Und auch den Austausch finde ich wie gesagt sehr spannend. Zu sehen, welche Wege warum wie nach Rom führen können.

    Nur wenn es darum geht der breiteren Bevölkerung, oder auch Neulingen hier im Forum, Tipps zu vermitteln, halte ich es für sinnvoll sich an entsprechende weitgehend unter verbrauchernahen Experten und Wissenschaftlern anerkannten Prinzipien/Strategien zu halten, die heute nun mal langfristiges, weltweit gestreutes Buy & Hold mit Aktien-ETFs sind. Den wahrscheinlich einfachsten und zuverlässigsten Weg nach Rom sozusagen.

    Aber es ist eben ein Vehikel und Vehikel können havarieren. Wie das geschehen könnte, und warum, weiß ich auch nicht - wüsste ich es, würde ich durch ein verbessertes Vehikel viel Geld verdienen.

    Ok danke nochmal für deine Argumente, auch wenn sie mich nicht überzeugen, was aber natürlich zu erwarten war. Ganz ansatzweise verstehe ich was du meinst, auch wenn ich es gar nicht teile. Aber muss ja auch nicht sein. Das Wort „Verpackung“ gefällt mir eigentlich fast besser als „Vehikel“, weil es nochmal mehr verdeutlicht, dass es eben nur eine Hülle ist und nicht die Anlageklasse selbst, auf die es meiner Meinung nach ankommt. Und Fonds haben sich als Verpackung eben schon viele Jahrzehnte und Jahrhunderte bewährt, ähnlich wie Anlageklassen sich (ja, noch länger) bewährt haben.

    Zudem habe ich das Aktienpaket über Jahrzehnte mit einer sagenhaften TER von 0 (was manche, die beim Schritt von 0,2 auf 0,15 schon ein feuchtes Höschen bekommen, sicher auch beeindrucken dürfte ^^ ).

    Naja der Vergleich hinkt nun wirklich, schließlich wirst du wohl kaum mit Einzelaktien für 0,2 % Kosten auf tausende Aktien diversifizieren können. Bzw. praktisch geht es gar nicht, vermute ich mal. Und selbst wenn du sagst mit 30-40 Aktien oder ähnlich die Welt hinreichend gut abdecken zu können gibt es immer noch deine Lebenszeit, die du mit dem Stock Picking verbringst. Wenn es Spaß macht, relativiert sich das natürlich. Die Kosten muss man trotzdem gegenrechnen. Und da sind 0,2 % TER nun wirklich nicht viel, wobei die Tracking Difference bei den guten ETFs in der Regel nochmal deutlich geringer ist, eher um die 0. Und auf die TD kommt es an.

    Dass Herr Kommer (mit guten Argumenten!) ETFs gut findet, überrascht nicht.

    Da stimmen wir im großen und ganzen überein. Ich finde Kommers Argumentationen zu den aller meisten Themen transparent und nachvollziehbar, aber er ist schon auch meinungsstark und manches kann man im Detail anders sehen. Dass er nicht immer komplett unvoreingenommen ist stimmt. Aber er ist ja auch nicht der Einzige, der in diese Richtung argumentiert. Von Hartmut Walz, bei dem ich wirklich keine wesentlichen Interessenskonflikte sehe, habe ich auch noch nie etwas darüber gehört, dass es sinnvoll wäre seine Verpackungen/Vehikel zu diversifizieren, vor allem bezogen auf ETFs.

    Und dass Kommer vielleicht nicht ganz neutral ist ändert nichts an den Fakten, dass ETFs eben nichts neues aus den letzten 10-15 Jahren sind, sondern am Ende Fonds, die es schon seit 100 Jahren und die aller ersten sogar seit über 200 Jahren gibt.

    Ab wann hat sich eine Verpackung denn bewährt?

    Die Aktien, die du in deinem Depot als Einzelwerte haben wirst, gibt es vermutlich auch nicht seit mehreren Jahrhunderten. Geschweige denn, dass sie so lange schon gut laufen würden. An der Stelle könnte man doch auch sagen, dass sich diese Aktien und damit diese Unternehmen noch nicht hinreichend bewährt haben. Die Weltwirtschaft hingegen hat sich eben bewährt seit Jahrtausenden oder was Aktien angeht seit 100 oder sogar über 200 Jahren, wenn man sich die Börsengeschichte anschaut. Und die kann ich mit Einzelaktien nicht genauso gut (diversifiziert) abbilden.

    Wie gesagt: Jeder so wie er will. Finde den Austausch darüber aber spannend, da es wirklich unterschiedliche Denkweisen gibt, die die andere Seite offensichtlich nicht ganz nachvollziehen kann. :)

    aber die Dinger sind jung - was weiß ich, ob es die in 30 oder 50 Jahren so noch gibt und was ggf. auf dem Weg ihrer Abwicklung passiert sein wird. Deshalb mein Wunsch, auch einen überschaubaren Teil ins pure Original, die gute alte Einzelaktie, zu investieren.

    Gerd Kommer zu ETF in seinem neuesten Video: Das am stregnsten regulierte Produkt 👍

    Hab nochmal hierrüber nachgedacht, als Aufhänger das Video von Kommer aus #72, danke @John Bogle !

    Ich kann grundsätzlich den Gedankengang verstehen , dass man gern selbst sich aussucht worein man genau investiert - gerade wenn man es immer schon so gemacht hat und damit viele Jahre womöglich gut gefahren ist. Ich halte es heutzutage für wenig sinnvoll damit anzufangen, aber muss ja Jeder selbst wissen.

    Nur verstehe ich die Bedenken hinsichtlich ETFs nicht so richtig. Das ist mir im Kommer-Video nochmal klar geworden. Die folgenden Zahlen kommen u.a. aus dem Video, ich habe sie noch einmal per KI-Recherche mit plausibler Quellenangabe überprüft und ergänzt, wer möchte kann gern andere Zahlen vorlegen und mich bzw. Kommer korrigieren. Sie erscheinen mir aber nachvollziehbar bzw. decken sich mit früheren Erkenntnissen und Zahlen in diesem Zusammenhang.

    Es wird immer so getan, dass ETFs eine Art Anlageklasse wäre, die erst in den letzten 10-15 Jahren aufgekommen wäre. Dabei gibt es ETFs bereits seit 30 Jahren. Hinzu kommt, dass die ETFs, über die wir reden, Indexfonds sind. Die gibt es schon seit 50 Jahren. Und es handelt sich um Fonds. Der erste deutsche Aktienfonds wurde meines Wissens um 1950 aufgelegt, der erste amerikanische, der immer noch existiert, 1928. Grundsätzlich gehen Fonds bis zurück ins 18. Jahrhundert (1774, Niederlande). Zudem sind ETFs ebenso wie (Index-) Fonds natürlich keine Anlageklasse, sondern ein Vehikel, eine Verpackung. Ja ich weiß, dass Letzteres allen hier Beteiligten klar ist, aber ich finde es wichtig das nochmal zu unterstreichen. Reden wir nun nur noch über das Vehikel, die Verpackung. ETFs sind Fonds, für unser Verständnis Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Ansonsten hat sich meines Wissens nach an der Struktur des Fonds gar nicht viel geändert. Wir reden hier über streng regulierte UCITS-Fonds, wobei UCITS wenn ich es richtig verstehe in den Ursprüngen ebenfalls auf eine sehr lange Historie zurückblicken kann. UCITS selbst gibt es seit 1985, also noch vor den ETFs und ein Vorbild war die amerikanische Regulierung, der Investment Company Act von 1940. Hier sprechen wir also von über 80 Jahren, meinetwegen von 40 was UCITS angeht.

    Das als Hintergrund. Nun verstehe ich den Sprung nicht, was am Vehikel, an der Verpackung, "ETFs" schlechter laufen sollte als direkt in Aktien zu investieren. Denn, wie gesagt, die Anlageklasse bleibt doch Aktien. Und ich sehe auch nicht, dass es ein Vehikel ist, das sich mal eben Jemand in den letzten paar Jahren ausgedacht hat. Ja, vielleicht gibt es irgendwann noch bessere Vehikel, auch wenn mir hierfür aktuell die Vorstellungskraft fehlt was das sein könnte. Ich sehe die Argumente nicht wirklich, die für eine Diversifizierung des Vehikels sprechen. Anlageklassen ja, verstehe ich. Bin ich nicht unbedingt ein Fan von was den Vermögensaufbau angeht, aber da kann ich die Argumente verstehen, Stichwort viele Wege führen nach Rom und nicht Jeder zielt vielleicht auf die beste Rendite. Aber warum ist die Verpackung so wichtig? Was soll denn passieren, was mit Aktien ohne Verpackung dann nicht passiert? Und dann eben noch vor dem Hintergrund, dass es kein Vehikel ist, das gestern erfunden wurde. Die Argumente "Aktien und Gold sind X-hundert/tausend Jahre alt" finde ich nicht ganz passend, da das eben keine Vehikel, sondern Anlageklassen sind. Deswegen auch mein obiger Verweis darauf was ETFs (nicht) sind.

    Ich möchte wohl gemerkt kein Streitgespräch, sondern bin an den Argumenten hier interessiert, weil ich es noch nicht verstehe. :)

    Die Aktienquote steigt zwar, aber auf sehr, sehr niedrigem Niveau. ETFs ? Wie viel Prozent in Deutschland haben heute ETFs. 2%? 3%?

    Da hab ich tatsächlich noch nie eine konkrete Zahl gehört. Das ist natürlich echt wenig.

    Allerdings hab ich schon den Eindruck bzw. bin mir sogar recht sicher, dass die „Qualität“ der Aktionäre insgesamt zumindest langsam steigt und der finanzielle Bildungsgrad allgemein. Sonst hätte sowas wie Finanztip oder auch Finanzfluss nicht doch eine recht große Reichweite. Aber ja, es sind eben viele, die sich zumindest erstmal am Zocken versuchen, obwohl sie es gelesen/gehört/gesehen haben müssten wie es sinnvollerweise geht. Sei es weil es ihnen zu langweilig ist, und/oder sie es nicht richtig verstanden haben oder verstehen wollten. Vielleicht ist das aber auch völlig normal. Ehrlich gesagt glaub ich auch nicht, dass in anderen Ländern so viel mehr reines Buy & Hold mit einem ETF getrieben wird. Vermutlich sind die Menschen einfach nicht so gestrickt.

    Aber insgesamt geht es denke ich trotzdem langsam vorwärts. Nicht alles direkt 100% in die richtige Richtung, aber wenn es wenigstens ein bisschen in die Nähe kommt, ist doch schon etwas gewonnen.

    Auch wenn ich das was der TE machen will kritisiere: hey, er hat angefangen, macht sich Gedanken und wird vermutlich nicht arm in Rente gehen. Und er fragt ja auch nach, genauso wie andere hier im Forum. Ein bisschen Hoffnung macht es schon. Auch wenn es wohl noch ein langer Weg ist. Aber genug des Abschweifens, würde ich sagen. :D

    Na ja, der erste Aktienfonds für Privatanleger wurde in Deutschland kurz nach dem zweiten Weltkrieg aufgelegt. Nicht ideal, da teuer, aber immer noch besser als Einzel-Aktien. Vermutlich hatten die Leute damals auch andere Sorgen...

    Früher war es auch einfacher- Laut MC Kinsey war die Überlebenswahrscheinlichkeit von Großunternehmen deutlich höher. 1965 überlebten sie mehr als 32 Jahre.

    Klar: es gab Aktienfonds, aber wie du schriebst waren die teuer und was auch praktisch relevant war/ist: die Menschen wussten es in den 90ern vor Dot-COM nicht wirklich besser. Es gab noch nicht so viele unabhängige Informationen leicht zugänglich. So haben sich eben viele an Einzelaktien versucht.

    Aber wie gesagt wir stimmen vollkommen darin überein, dass sich das in den letzten Jahren geändert hat und es jetzt nur noch wenig (bis keinen) Grund gibt für Einzelaktien.

    Wer es bewusst macht, weil er Spaß dran hat und/oder wie manch einer hier sagt, weil er gern selbst aussucht worein genau er investiert: bitte. Viele Wege führen nach Rom. Die Diskussion um die Effizienz brauchen wir an der Stelle ja nicht führen.

    Einzelaktien aufgrund der Dividenden heute aufzubauen ist jedenfalls rational Unsinn aus meiner Sicht. Jeder muss es selbst entscheiden.

    Buy and hold bei Einzelaktien ist Wahnsinn!

    Früher gab es ja noch nicht die heutige Alternative und es gibt durchaus einige (auch hier im Forum), die dennoch gut gefahren sind mit Einzelaktien-Buy-and-Hold, die sie eben auch möglichst breit gestreut haben, soweit es eben ging. Einen gewissen Bestandsschutz würde ich zu dieser Aussage also hinzufügen, auch wenn das in den wenigsten Fällen vollständiges Buy and Hold gewesen sein dürfte.

    Ich hatte knapp 20 Jahre Einzelaktien, einigermaßen breit gestreut, hab vom Kauf bis zum kompletten Verkauf nie etwas geändert. Da war dann am Ende eben auch ein Rohrkrepierer wie zum Beispiel Bombardier drin, der Ende der 90er, Anfang der 00er abging. Danach weniger, vorsichtig gesagt. Vermutlich versprach die Aktie auch eine tolle Dividende. Und das machte dann schon etwas aus als die abstürzte. Ich hab das Depot wohlgemerkt nicht selbst eröffnet, es war anfangs ein Kinder-/Jugenddepot, aber ich hab’s als Erwachsener auch gehalten, bis ich mich anfing wirklich damit auseinanderzusetzen. Ganz schlecht ist’s nicht gelaufen, aber hätte es damals einen MSCI World ETF gegeben, wäre der deutlich besser gelaufen, trotz des verlorenen Jahrzehnts mit Dot-Com und Finanzkrise, die beide drin lagen lagen.

    Aber es gibt eben heute die sinnvollere Alternative die da heißt weltweit gestreuter Aktien-ETF. Und soweit psychisch auszuhalten: thesaurierend.

    von 2000 bis 2012 hat sich der S&P mehr oder weniger nur seitwärts bewegt. Es gibt sogar einige zusammenhängende Jahre in denen der Index tiefer stand als im Startjahr 2000.

    Trete ich also mit 67 ärgerlicherweise in so eine Phase ein müsste ich 12 Jahre das Depot schröpfen als gäbs kein morgen. Die Entnahmestrategie wäre so wenig wie irgendwie möglich.

    Um das abzufedern gibt es diverse Entnahmestrategien. Zum Beispiel einen Cash- oder wenn man so will „Crash“-Puffer zu bilden, von dem man in schlechten Jahren bzw. in den ersten Jahren entnehmen kann. Dann etwas zwischen 3 und 4% plus Inflationsanpassung pro Jahr entnehmen. Vereinfacht dargestellt. Lies mal ein bisschen in diesem Blog, da gibt’s sehr viel zu Entnahmestrategien:

    Entnahmestrategien optimieren – mit dem C(r)ash Puffer ist die 4%-Regel bombensicher! – Finanzen? Erklärt!

    Wichtig dabei ist tatsächlich, dass der Kurs in diesem Augenblick egal ist, denn als Anleger will man hier cashflow auf sein Konto.

    Aus meiner Sicht begehst du hier nach wie vor einen Denkfehler. Rendite und speziell Kurs eines thesaurierenden ETFs ist immer Kurse plus Dividenden der Aktien, die drin sind.

    Angenommen es gäbe einen thesaurierenden ETF auf deine drei „Aristokraten“, dann könntest du den kaufen und immer wenn eine Dividende der drei darin enthaltenen Aktien ausgeschüttet werden würde diese dir selbst ausschütten durch einen Teilverkauf. Käme auf das gleiche raus! Oder, und das ist der Vorteil, zielgerichtet wenn du Geld benötigst davon etwas verkaufen.

    Und nun ist es eben so, dass die „Aristokraten“ in aller Regel nicht die beste Rendite haben. Also kannst du auch, um besser diversifiziert zu sein, direkt einen ETF auf den Weltmarkt nehmen.

    Es ist ein Trugschluss, dass du irgendwelche rechnerischen/rationalen Vorteile hättest. Psychologisch könnte es dir helfen, wenn du der Typ dafür bist. Aber in einer Krise Dividenden ausgeschüttet zu bekommen oder einen Thesaurierer in gleicher Summe zu verkaufen kommt aufs gleiche raus, soweit es die gleichen Aktien sind.

    (Etwas vereinfacht, Steuern und Gebühren mal außen vor gelassen)

    Hallo und herzlich Willkommen im Forum! :)

    Welchen vernünftige Optionen gibt es in meinem Fall?

    Verkaufen aufgrund einer Marktphase widerspricht dem Buy & Hold Ansatz, der in aller Regel sinnvoll ist bei Aktien (-ETFs). Dein Portfolio ist tatsächlich recht chaotisch. Ein einziger ETF z.B. auf den MSCI World, heute würde man eher den MSCI ACWI (IMI) oder den FTSE All-World mit Schwellenländern empfehlen, hätte es auch getan. Da du das Chaos selbst erkannt hast, ist dir das vielleicht bewusst?

    Aber die Situation ist nun wie sie ist. Du hast einiges an Gewinnen einfahren können, sodass ein kompletter Wechsel hin zu einem übersichtlicheren Portfolio den Steuerstundungseffekt ohne Not unterbrechen würde. Also wenn du jetzt verkaufen und neu anlagen bzw. umschichten würdest, müsstest du Steuern auf die Gewinne zahlen und der Betrag, der durch die Steuern dann weniger angelegt werden könnte, könnte keine Rendite mehr für dich erbringen. Wenn du mit dem "Chaos" leben kannst, dann würde ich es vermutlich eher so lassen, nicht mehr auf die einzelnen Positionen schauen, sondern das Ganze als ein "Ding" betrachten, wie auch immer es gewachsen ist.

    Wenn dich das Chaos allerdings stört, was ich sehr gut verstehen könnte, dann vereinfache es eben unter Realisierung der Gewinne und damit Steuerzahlung. Davon wird die Welt auch nicht untergehen.

    Ausnahme sind deine beiden Positionen mit Verlusten. Die würde ich an deiner Stelle einfach verkaufen und tatsächlich in andere Positionen umschichten. Über den mit -0,45% kann ich nicht viel sagen, das ist vermutlich irgendeine Art von Anleihe? Hab es jetzt nicht gegoogled. Die Biontech-Aktien würde ich auf jeden Fall verkaufen. "Stock Picking" funktioniert nicht, wie man sieht. Ich vermute mal, du hast "im Hype" gekauft, also als alle Biontech gekauft haben und sie hoch stand, und warst dann zu spät - und jetzt geht es eben eine Weile wieder bergab.

    Es ist nicht schlimm Verluste zu realisieren, solange man das frei gewordene Kapital direkt wieder anlegt. Aber es handelt sich dabei ja auch nur um kleine Positionen und ein bisschen Kosmetik.

    Letztlich kommt es tatsächlich auf deine Strategie an und wofür du das das Geld, das sich im Moment in den Wertpapieren befindet, noch brauchst, da bin ich voll bei monstermania . Du bist potenziell nicht mehr in der Ansparphase, sondern in der Entsparphase. Wofür brauchst du die nächsten Jahre das Geld? Auch kommt es auf dein Gesamtvermögen an. Das musst du dir selbst beantworten. Finanzplanung ist immer ganzheitlich.

    Beispiele: Wenn du es noch 15 Jahre nicht brauchst und/oder so es vererben möchtest, dann kannst du drin bleiben. Wenn du eine zusätzliche kleine Rente haben möchtest daraus, die möglichst lange reicht, dann kannst du es drin lassen und langsam Anteile verkaufen von Monat zu Monat oder Jahr zu Jahr. 3-4 % pro Jahr (vom Anfangswert) entnehmen beispielsweise. Also verkaufen und dann verkonsumieren, für was auch immer. Dazu gibt es Entnahmestrategien. Einen "Cash-Puffer" hast du ja anscheinend bereits, der vermutlich für die nächsten Jahre reichen sollte für den Fall, dass deine Aktienanlagen nach unten rauschen. In diesem Fall wäre richtig was du bisher anscheinend auch geschafft hast: ruhig bleiben und abwarten. Die Erholung des Aktienmarkts wird kommen.

    In jedem Fall viel Erfolg und einen hoffentlich schönen (Un-) Ruhestand!