aber die Dinger sind jung - was weiß ich, ob es die in 30 oder 50 Jahren so noch gibt und was ggf. auf dem Weg ihrer Abwicklung passiert sein wird. Deshalb mein Wunsch, auch einen überschaubaren Teil ins pure Original, die gute alte Einzelaktie, zu investieren.
Gerd Kommer zu ETF in seinem neuesten Video: Das am stregnsten regulierte Produkt 👍
Hab nochmal hierrüber nachgedacht, als Aufhänger das Video von Kommer aus #72, danke
@John Bogle !
Ich kann grundsätzlich den Gedankengang verstehen , dass man gern selbst sich aussucht worein man genau investiert - gerade wenn man es immer schon so gemacht hat und damit viele Jahre womöglich gut gefahren ist. Ich halte es heutzutage für wenig sinnvoll damit anzufangen, aber muss ja Jeder selbst wissen.
Nur verstehe ich die Bedenken hinsichtlich ETFs nicht so richtig. Das ist mir im Kommer-Video nochmal klar geworden. Die folgenden Zahlen kommen u.a. aus dem Video, ich habe sie noch einmal per KI-Recherche mit plausibler Quellenangabe überprüft und ergänzt, wer möchte kann gern andere Zahlen vorlegen und mich bzw. Kommer korrigieren. Sie erscheinen mir aber nachvollziehbar bzw. decken sich mit früheren Erkenntnissen und Zahlen in diesem Zusammenhang.
Es wird immer so getan, dass ETFs eine Art Anlageklasse wäre, die erst in den letzten 10-15 Jahren aufgekommen wäre. Dabei gibt es ETFs bereits seit 30 Jahren. Hinzu kommt, dass die ETFs, über die wir reden, Indexfonds sind. Die gibt es schon seit 50 Jahren. Und es handelt sich um Fonds. Der erste deutsche Aktienfonds wurde meines Wissens um 1950 aufgelegt, der erste amerikanische, der immer noch existiert, 1928. Grundsätzlich gehen Fonds bis zurück ins 18. Jahrhundert (1774, Niederlande). Zudem sind ETFs ebenso wie (Index-) Fonds natürlich keine Anlageklasse, sondern ein Vehikel, eine Verpackung. Ja ich weiß, dass Letzteres allen hier Beteiligten klar ist, aber ich finde es wichtig das nochmal zu unterstreichen. Reden wir nun nur noch über das Vehikel, die Verpackung. ETFs sind Fonds, für unser Verständnis Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Ansonsten hat sich meines Wissens nach an der Struktur des Fonds gar nicht viel geändert. Wir reden hier über streng regulierte UCITS-Fonds, wobei UCITS wenn ich es richtig verstehe in den Ursprüngen ebenfalls auf eine sehr lange Historie zurückblicken kann. UCITS selbst gibt es seit 1985, also noch vor den ETFs und ein Vorbild war die amerikanische Regulierung, der Investment Company Act von 1940. Hier sprechen wir also von über 80 Jahren, meinetwegen von 40 was UCITS angeht.
Das als Hintergrund. Nun verstehe ich den Sprung nicht, was am Vehikel, an der Verpackung, "ETFs" schlechter laufen sollte als direkt in Aktien zu investieren. Denn, wie gesagt, die Anlageklasse bleibt doch Aktien. Und ich sehe auch nicht, dass es ein Vehikel ist, das sich mal eben Jemand in den letzten paar Jahren ausgedacht hat. Ja, vielleicht gibt es irgendwann noch bessere Vehikel, auch wenn mir hierfür aktuell die Vorstellungskraft fehlt was das sein könnte. Ich sehe die Argumente nicht wirklich, die für eine Diversifizierung des Vehikels sprechen. Anlageklassen ja, verstehe ich. Bin ich nicht unbedingt ein Fan von was den Vermögensaufbau angeht, aber da kann ich die Argumente verstehen, Stichwort viele Wege führen nach Rom und nicht Jeder zielt vielleicht auf die beste Rendite. Aber warum ist die Verpackung so wichtig? Was soll denn passieren, was mit Aktien ohne Verpackung dann nicht passiert? Und dann eben noch vor dem Hintergrund, dass es kein Vehikel ist, das gestern erfunden wurde. Die Argumente "Aktien und Gold sind X-hundert/tausend Jahre alt" finde ich nicht ganz passend, da das eben keine Vehikel, sondern Anlageklassen sind. Deswegen auch mein obiger Verweis darauf was ETFs (nicht) sind.
Ich möchte wohl gemerkt kein Streitgespräch, sondern bin an den Argumenten hier interessiert, weil ich es noch nicht verstehe. 