Ich beziehe mich Mal nur auf die Moral.
Du 100.000€, er 500.000€.
Eigentlich müsste er dir 200.000€ geben (Nach Gesetz), er will aber nur 100.000€ geben. Wir reden also "nur" über eine Absenkung des Ausgleichs und keiner Verweigerung. (Nur um erstmal die Fakten darzustellen, wie ich sie verstehe)
Ich selbst hab mir auch schon Gedanken gemacht, wie das bei mir und meiner Frau wäre, weil ich da mehrere Punkte sehe die Unfair wären.
So wie ich es verstehe, habt ihr getrennt voneinander Geld verdient, verwaltet und angelegt. Er hat mehr verdient und, so klingt es, gewinnbringender angelegt.
Ich finde, die Schwierigkeit liegt eher in der Unbekannten: Den Ausgaben. Als Beispiel von mir: Meine Frau und ich verdienen ähnlich, aber sie gibt ~1000€ im Monat für ihr Hobby aus (Pferd). Ich lege das Geld entsprechend eher an für die Rente. Entsprechend fände ich es unfair, wenn sie später Anspruch auf das Geld erheben würde, weil wir beide immer gleich viel hatten, aber sie es eben für sich ausgegeben hat.
Beim Einkommen allerdings finde ich es fair, wenn man nicht darauf guckt. Sie hat noch eine Zeit lang studiert, als ich schon Geld verdient habe, das würde ich nicht gegenrechnen. Noch viel weniger würde ich mein Einkommen gegenrechnen während der Elternzeit. Da hat man zu teilen, fertig.
Das ist meine persönliche Sicht. Dazu hast du aber wenig geschrieben. Also hat er sich bei Ausgaben zurückgehalten und du hast gerne Geld ausgegeben?
Ein anderer, vergessener, Punkt: Rentenansprüche. Ich nehme an, die hast du nicht im Vermögen aufgeführt. Wie geht ihr damit um?
Ein Punkt, an dem ich deinem Mann aber vllt etwas zustimme, moralisch: Wenn du dich getrennt hast, würde ich dir auch keinen Cent mehr geben, als ich moralisch vertretbar fänd. Den Ausgleich für die Kindererziehung, klar. Aber Ersparnisse? Für mich persönlich sind das Ersparnisse in der Ehe. Und wer die Ehe verlässt hat keinen Anspruch. Den der andere ist dann ja noch drin.
Einfach mein moralischer Gedanke. Den eigentlich sollten sich beide Partner ja darauf verlassen können, dass man für immer zusammen bleibt und entsprechend auch planen können. Und da finde ich, sollte es auch Hürden geben, eine Scheidung zu forcieren. (Das ist aber wirklich nur meine persönliche Sichtweise, nicht das das jemand so wahrnimmt, als würde ich die Sichtweise auch von anderen verlangen)