Beiträge von Newb

    Warum wird dieser sachlich falsche Satz so oft wiederholt?

    Ich hab eben das gleiche geschrieben und Dir ein Danke da gelassen. Aber ganz falsch ist der Satz tatsächlich nicht. Die Beitragsbemessungsgrenze führt dazu, das unter Einbezug der Sozialversicherungen das Paar mit 120k/0k € netto erstmal ca. 4k mehr in der Tasche hat, als ein Paar mit 60k/60k netto.

    Natürlich hat man auch entsprechende Nachteile bei der Rente.

    Also komme ich zu dem Schluss, wenn man reformierten will, sollte man hier ansetzen auch auch die Sozialbeiträge splitten. Allerdings hab ich keine Ahnung, wie man das mit dem AG Anteil machen würde. Das würde auch hervorragend zu dem Parallelthread passen, bei dem es um die GKV Beiträge geht.

    Und durch das Ehegattensplitting in der gegenwärtigen Form wird das nicht getan?

    Da das Ehegattensplitting jede Verteilung der Arbeitszeit (zumindest bei angenommenem gleichem Stundenlohn) steuerlich gleichstellt, tut es das genau nicht.

    Nebenbei: Die Anwesenheit der Versuchung prüft den freien Willen, schränkt ihn aber nicht ein.

    Beeinflussen und einschränken sind auch zwei unterschiedliche Dinge.

    Das Problem dabei: Diese beiden Regelungsbereiche folgen unterschiedlichen Logiken.
    Das Ehegattensplitting ist eine einkommensteuerliche Regelung, die an der Leistungsfähigkeit des Haushalts ansetzt und historisch das Einverdienermodell begünstigt.

    Und das ist aus meiner Sicht einfach falsch und verfälscht die Diskussion. Das Einverdienermodell wird nicht begünstigt, sondern lediglich dem Zweiverdienermodell gleichgestellt.

    Zweitens: Das Ehegattensplitting setzt falsche Anreize bei der Arbeitsverteilung. Typisch ist das Modell „ein Partner Vollzeit, der andere Teilzeit“ – oft in der klassischen Konstellation 40 Stunden zu 20 Stunden. Steuerlich wird genau dieses Ungleichgewicht begünstigt. Eine gleichmäßigere Aufteilung, etwa 30/30, wäre hingegen sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich sinnvoller.

    Bringt es uns gesellschaftlich weiter, wenn der Bürokaufmann jetzt 10 Stunden mehr arbeitet und die promovierte Ingenieurin 10 Stunden weniger?

    Was dabei häufig unterschätzt wird: die langfristigen Folgen für die Altersvorsorge. Wer über Jahre hinweg in Teilzeit arbeitet, sammelt deutlich geringere Rentenansprüche. Das wird oft erst spät sichtbar – etwa bei Trennungen oder im Rentenalter. Viele Frauen stehen dann vor erheblichen finanziellen Problemen, obwohl sie über Jahre hinweg familiäre Arbeit geleistet haben.

    Das ist eine Entscheidung die ich gerne mit meiner Frau innerhalb der Ehe treffen würde. Bei Trennungen gibt es Regeln zum Zugewinnausgleich. Ich glaube nicht, dass Familien dann mehr arbeiten. Wir würden einfach weniger konsumieren und weniger für die private Altersvorsorge zurücklegen.

    Schwieriges Thema bei dem es letztendlich kein Richtig und kein Falsch gibt. Es ist eine Frage von Gerechtigkeit und die kann bei einem progressivem Steuersystem nur subjektiv beurteilt werden.

    Meine persönliche Meinung ist, wir müssen für einander Sorgen, auch wenn einer nicht arbeiten kann. Bspw. weil einer einfach keinen Job findet. Und da fände ich es schon ungerecht, wenn meine Frau oder ich mit einem Einkommen 2 Personen versorgen müssten, aber den Steuersatz eines Singles zahlen.

    Und jetzt während der Elternzeit wäre das zwar nicht unser finanzieller Ruin aber es würde uns weh tun. Ich verdiene gut und will nicht jammern, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir uns ohne Ehegattensplitting ein drittes Kind geleistet hätten, wenn man bedenkt, dass die ersten 1.000€ im Monat schon für die Kinderbetreuung der ersten beiden Kinder weg sind.

    Obwohl ich mich eher als linksgrünversift bezeichnen würde, habe ich bei diesem Thema wirklich Bauchschmerzen.

    Ich kann den Gedankengang nachvollziehen. Habe darüber bei uns ähnlich nachgedacht. Wir haben das so organisiert, dass wir beide jeweils gleich viel netto zur Verfügung haben obwohl ich deutlich mehr verdiene. Gleichzeitig spare ich auf "mein" Depot deutlich mehr als sie auf ihres. Hinzu kommt, dass ich mit deutlich mehr Humankapital in die Ehe gekommen bin und man argumentieren könnte, dass das ja gar kein Zugewinn, sondern nur eine Umwandlung ist. Daher würde es mir im Falle einer Scheidung gehörig stinken, von "meinem" Depot was abzugeben.

    Aber: Als wir beim Standesamt waren, waren mir die Rahmenbedingungen alle bekannt. Da hätte ich das regeln müssen. Hab ich nicht, also ist es auch nicht "mein" Geld was mehr ist, sondern unser Geld, von dem ich nur einen größeren Teil auf meinem Depot verwalte und unser Geld, dass sie mehr verkonsumiert.

    Zum moralischen und rechtlichen wurde einiges gesagt. Meist ist es am einfachsten, man akzeptiert, dass die rechtliche Sicht auch die moralisch richtige ist, da es sonst nicht die Eine Sicht auf die Dinge gibt.

    Es geht Deinem Mann auch vermutlich weniger um die rein finanzielle Sicht. Sondern darum, nicht zu verlieren. Als Mann muss ich leider gestehen, dass ich bei Trennungen (nicht Ehen) mich in dem Moment auch nicht immer fair verhalten habe. Aber da ging es eigentlich um verletzten Stolz (ich weiss nicht wie ich es besser ausdrücke) Macht und Angst vor Kontrollverlust. Das braucht aber ein paar Jahre, bis man das selber reflektieren kann. Aber egal, was mir damals angeboten worden wäre, ich hätte es immer als ungerecht empfunden und nen anderen Grund zum streiten gefunden. Daher ist mein Rat, dass Du dich auf keinen Kompromiss einlässt, sondern einfach auf Deinen Anteil bestehst.

    Sollte wir uns mal scheiden, werde ich das vermutlich ganz anders sehen ;).

    Wer hat sich vor einem guten Jahr über Merz empört, weil er einen Vorschlag zur Abstimmung gebracht hat, der der politischen Ausrichtung der CDU entspricht?

    Und das ist genau der Punkt...es gibt eine Menge Punkte im konservativen Spektrum, die in einer liberalen Demokratie vollkommen akzeptabel sind aber für die AfD auch Zustimmungsfähig. Mit dem Beharren auf eine Brandmauer sperrt man diese für die CDU. Die kann jetzt entweder nach links rücken und entsprechende Wähler an die AfD verlieren. Oder doch Politik in dem Bereich machen und Shitstorms auslösen.

    Ich frage mich ja immer, was wäre, wenn die AfD ankündigt, zukünftig für die Förderung von (deutschen) Elektroautos oder Wärmepumpen zu stimmen. Rücken die Grünen dann von ihrer eigenen Position ab? Oder entfällt die Brandmauer ersatzlos, wenn man selbst davon betroffen ist?

    OK, jetzt hast Du die Sätze noch dreimal gedreht. Die CDU darf selber entscheiden, ob und wie sie mit der AFD zusammen arbeitet. Das die CDU irgendwas nicht tut, weil die Grünen darauf beharren ist einfach lächerlich.

    Aber wie oben geschrieben, ist schön einfach: Die Grünen werden schon schuld sein.

    Passt zu unserer Situation. Meine Frau hat sich mal als Jugendsünde nen Riester Vertrag aufschwatzen lassen. Jetzt mit Kindern und viel Elternzeit lohnt er sich auf einmal für sie.

    Ohne das wissenschaftlich untersucht zu haben, liegt das vermutlich am geringeren Verdienst von Frauen und daran, dass Frauen mehr Gehaltsausfall durch Elternzeit haben.

    Blödsinn ist es, aber für Grüne und SPD unglaublich bequem. Mit dem Beharren auf einer überzogenen Brandmauer engt man den Spielraum des politischen Konkurrenten massiv ein, selbst muss man aber gar nichts tun.

    Das ist so unfassbar exemplarisch für konservative Realitätsverdrehung. Die CDU zieht ne Brandmauer hoch, dann werden die Sätze dreimal gedreht und auf einmal sind DIE GRÜEN! dran schuld.

    Was die CDU da veranstaltet, ist mittlerweile regelrecht trumpesk. Da holt eine Grüne einen alten Clip hervor – ein Vorgang, wie er im Internet täglich millionenfach vorkommt – und sofort wird daraus eine „Schmutzkampagne“ konstruiert. Ausgerechnet die CDU, deren Bundesvorsitzender erst vor Kurzem Millionen von Bürgern als „links-grüne Spinner“ beschimpft hat, heult jetzt rum. Dabei war das nur die Spitze der Hetze, die aus Unionsreihen gegen Habeck und Baerbock betrieben wurde; das waren tatsächliche Schmutzkampagnen. Hinzu kommt ein grundsätzlich sehr zweifelhaftes Verhältnis zu Redlichkeit und Ehrlichkeit.

    Im Vergleich zu Reiche war selbst der „schlechteste Wirtschaftsminister aller Zeiten“ ein Segen. Und warum holt man bei den steigenden Spritpreisen eigentlich nicht einfach – ganz „technologieoffen“ – die E-Fuels raus?

    Was die Union hier abzieht, ist eine massive Beschädigung unserer Demokratie. Bei jedem dieser Stunts wandern weitere Wähler nach rechts außen ab. Das Schlimmste daran: Es ist keinerlei Strategie erkennbar. Was ist das Ziel? Im Superwahljahr mit der AfD koalieren? Neuwahlen provozieren?

    Dafür braucht es nicht einmal das „Rehaugen-Video“. Wer gesehen hat, mit wie viel „Kompetenz“ Hagel den Treibhauseffekt erklärt hat, kann doch nicht ernsthaft der Meinung sein, dass dieser Mann für ein höheres Amt bestimmt ist.

    Das ist genauso unaussagekräftig. Wenn man hier eine vernünftige Aussage treffen möchte, muss man den Quadratmeterpreis inflationsbereinigt mit den Reallöhnen ins Verhältnis setzen. Wenn es um den Hauskauf und nicht die Miete geht, nimmt man noch das Zinsniveau mit rein. Dann ist man beim OECD Erschwinglichkeitsindex.

    https://www.google.com/amp/s/de.stati…wohnimmobilien/

    Das ist aber nach meinem Verständnis nur der Durchschnitt. Das bedeutet dann noch nicht, dass es für kleine Einkommen nicht doch schwerer sein kann, Wohneigentum zu erwerben oder zu mieten.

    Meine persönliche Meinung als Papa in der Familienbubble. Unsere Bekannten und Freunden verdienen in der Regel weniger als wir. Fahren trotzdem geleaste dickere Autos. Haben die schickeren Handys und machen die spektakuläreren Urlaube. Irgendwie geht es. Das dann kein EK für ne Immobilie drin ist, oder ein Auto einfach mal bar zu zahlen, wundert mich nicht. Aber das muss ja auch nicht der Lebenszweck sein. Jeder Jeck ist anders. Muss ja nicht jeder der "Millionaire Next Door" werden. Nur das ständige Gejammer, fällt mir wirklich schwer zu ertragen.

    Ich tue mich etwas schwer die ganze Rechnung nachzuvollziehen. Wenn ich das richtig verstehe, kriegst Du Immobilien mit jährlichen Mieteinnahmen von 32k€ geschenkt. Abzüglich eines offenen Kredits von 100k€ und Auszahlung an den Bruder von 100k€.

    Bei 32k€ Jahresmiete müssten die Immobilien über 600k€ wert sein. Das erscheint mir gegenüber Deinem Bruder nicht sehr fair und vermutlich unter oder nahe an dem gesetzlichen Pflichtanteil beim Erbe - aber gut, das ist eure Sache.

    Ich würde fairerweise den Bruder direkt auszahlen. Mit 32k€ Mieteinnahmen sollten 100 bis 200k€ Kredit easy in 10 Jahren zu stemmen sein.