Beiträge von Rudi90

    Danke für eure Beiträge!

    Ich werde der Tochter dann im ersten Schritt empfehlen sich mit der örtlichen Sparkasse betreffend eines S Broker Zugangs in Verbindung zu setzen (Vollmacht liegt dort vor, ja). Eine Abwicklung über die Filiale möchte ich vermeiden, Ziel muss aus meiner Sicht der S Broker Zugang sein - ich stelle es mir etwas schwierig vor die Tochter derart gut zu briefen, dass sie sich gegen einen professionell im Verkauf geschulten Bankberater durchsetzt um Sonderkonditionen auszuhandeln oder Execution Only durchzusetzen.

    Betreffend der Gültigkeit der Vollmacht erwarte ich keine Probleme. Es handelt sich wie erklärt um eine notarielle Vorsorge- und Generalvollmacht. Diese ist nicht nur nicht inhaltlich beschränkt (sie gilt uneingeschränkt auch schon vor dem Tod), sondern zählt auch alle Rechtsgeschäfte auf die ohne ausdrückliche Nennung sonst nicht umfasst wären (wie Immobiliengeschäfte). Laut Notar erübrigt sich dadurch auch die praktische Notwendigkeit für eine gerichtliche Feststellung der Geschäftsunfähigkeit. Dass die Betreuung dann durch die Tochter erfolgt ist ebenfalls geregelt (ja, das Gericht könnte davon de jure abweichen, macht das de facto aber nur in absoluten Ausnahmefällen). Da kann ich fotoman nur zustimmen: Da hat man frühzeitig und sehr gut vorgesorgt.

    Wenn der Verkauf des Einfamilienhauses keine rechtlichen Probleme verursacht, wird auch ein Konto nicht an rechtlichen Problemen scheitern. Allerdings könnte es definitiv daran scheitern, dass die Bank das halt einfach nicht möchte… Daher dürftet ihr absolut Recht haben, dass es vermutlich besser ist nicht noch mehr Banken zu beteiligen. Dass mehr Banken auch die Verwaltung nicht gerade vereinfachen stimmt definitiv auch.

    Konkrete Erfahrungen betreffend "Festgeld mit Vollmacht" hat sonst leider niemand? Schade. Gefa Bank sehe ich mir mal an, Danke Horst Talski!

    Ich schau mir auch nochmal das Thema Bundesanleihen an, Danke 90 Prozent Aktien! Mein aktueller Wissensstand dazu war bisher, dass diese bei den eher kurzen Laufzeiten (1/3 Jahre, max. 5 Jahre) kaum einen Zinsvorteil gegenüber Geldmarkt-ETFs haben - aber da muss ich mich definitiv erst mal auf den aktuellen Stand bringen.

    Über weiteres Feedback und eure Erfahrungen freue ich mich! Vielen Dank nochmal an alle!

    Hallo zusammen,

    kann jemand Depotbanken für die Einmalanlage von (in Summe) einem niedrigen bis mittleren sechsstelligen Betrag in einen Geldmarkt-ETF sowie Festgeldanbieter (ggf. auch Tagesgeldanbieter) empfehlen, die - entsprechende Vollmacht vorausgesetzt - die Verwaltung von Beginn an vollständig durch Dritte (d.h. komplett ohne Beteiligung des Konto-/Depotinhabers) ermöglichen?

    So viel als tl;dr. Wen es interessiert, nachfolgend ausführlicher zum Hintergrund, meinem Recherchestand und weiteren Details zur Frage:

    Hintergrund

    Eine Über-90-jährige Frau ist pflegebedürftig mit fortgeschrittener Demenz und lebt im Pflegeheim. Sie ist praktisch geschäftsunfähig (de facto, aber nicht gerichtlich festgestellt). Eine der Töchter verfügt jedoch über eine umfassende notarielle General- und Vorsorgevollmacht, die bereits greift und ohne Beschränkungen ausgeübt werden kann. Die Vollmacht umfasst auch Finanzgeschäfte (insbesondere Bank- und Immobiliengeschäfte).

    Durch die im Pflegeheim zu leistenden Zuzahlungen ist das zuvor existierende Barvermögen der Frau inzwischen aufgebraucht (nur gesetzliches Schonvermögen verbleibt). Sie ist Alleineigentümerin eines Einfamilienhauses. Zur Finanzierung der weiteren Pflegekosten muss das (leer stehende) Einfamilienhaus verkauft werden. Die notarielle General- und Vorsorgevollmacht umfasst auch Immobiliengeschäfte, der Verkaufsprozess läuft bereits und steht tatsächlich sogar kurz vor dem Abschluss. Entsprechend wird in einigen Wochen ein erklecklicher sechsstelliger Betrag auf dem Girokonto der Frau eingehen.

    Mal davon abgesehen, dass der Betrag die Einlagensicherung erheblich übersteigt, sollen die Beträge nicht unverzinst herumliegen. Es sollen daher mehrere große fünf- bis kleine sechsstellige Beträge angelegt werden. Die Tochter (wie auch die übrigen Kinder der Frau) haben mit Finanzen nicht viel am Hut, daher ist das Thema auf meinem Tisch gelandet. Ich soll auswählen wo wie viel angelegt wird. Die gesamte Abwicklung erfolgt aber durch die Tochter (mit Unterstützung, soweit nötig) mit besagter notarieller Vorsorge- und Generalvollmacht. Die Tochter kann mit Banking-Apps ausreichend gut umgehen (ist also kein Ausschlusskriterium), jedoch wäre die Bedienung am PC per Webbrowser vorzuziehen.

    Fragestellung

    Die Anlagestrategie an sich soll hier nicht Thema sein. Der Anlagehorizont ist realistisch betrachtet überschaubar, das Sicherheitsbedürfnis überwältigend (d.h. Aktien-ETFs fallen raus), der Verwaltungsaufwand muss minimal sein. Die Anlage wird sich daher auf Geldmarkt-ETFs, evtl. Tagesgeld und Festgelder beschränken. Dass das nur einen (teilweisen) Inflationsausgleich darstellt ist vollkommen klar.

    Bei allen Banken ist zwingende Voraussetzung, dass das auf die Frau laufende Konto vollständig von der Tochter verwaltet werden kann - natürlich nach Vorlage der Vollmacht. Wenn die Bank eine notarielle Vollmacht verlangt ist das überhaupt kein Problem, allerdings muss es möglich sein die Vollmacht noch vor Kontoeröffnung vorzulegen. Auch darf der Zugang des Bevollmächtigten nicht eingeschränkt sein.

    Depotbank

    Ich würde jetzt erst mal anhand von https://www.finanztip.de/wertpapierdepot/ alle Banken ausschließen die das Vollmacht-Kriterium nicht erfüllen. Das sind laut Artikel Trade Republic, Scalable Capital, ING und alle Neobroker bei der Baader Bank (Smartbroker+, Traders Place und Finanzen.net Zero). Außerdem fallen nach meinem Verständnis die Banken raus, die laut Tabelle keine "selbsterstellte Vollmacht" erlauben - denn das ist die notarielle Vorsorge- und Generalvollmacht ja prinzipiell. Damit fallen auch Flatex und Merkur raus. Von den Finanztip Empfehlungen bleiben dann nur noch Comdirect, S Broker und Consorbank übrig. Keine Finanztip Empfehlungen, aber in der Tabelle mit entsprechenden Häkchen sind dann noch Targo, 1822direkt, Postbank, HypoVereinsbank und DKB; ob die für diesen Einzelfall funktionieren würden kann ich aktuell nicht einschätzen.

    Die Unterschiede von Comdirect / S Broker / Consorbank anhand der Finanztip Tabelle sind minimal… Kostentechnisch nimmt sich das alles nichts: Ob nun 2 € / 5 € / 0 € laufende Kosten und 60 € / 55 € / 70 € Gebühr für die Einmalanlage anfallen ist im Kontext sechsstelliger Anlagebeträge nicht entscheidend. Wie viele Handelsplätze und ETFs im Angebot sind spielt auch keine Rolle, es geht nur um die Einmalanlage in Geldmarkt-ETFs. Soweit ich das überblicke bieten alle Anbieter eine Browseroberfläche, was gut ist. Spannend beim S Broker ist der Auszahlplan und immerhin 1,5% aufs Tagesgeldkonto, zudem ist die Frau bereits Sparkassenkundin. Bei der Consorbank habe ich etwas Bedenken aufgrund der rechtlichen Komplexität von Vollmacht und Erbe in Verbindung damit, dass die französische BNP Paribas hinter der Consorbank steht.

    Daher tendiere ich beim Depo aktuell zum S Broker. Haltet ihr das für eine sinnvolle Wahl? Habt ihr konkrete Erfahrungen, evtl. sogar speziell zur Nutzung von Vollmachten dort? Könnt ihr vor dem o.g. Hintergrund andere Banken (zentral dabei ist die Vollmacht) empfehlen?

    Banken für Tages- und Festgelder

    Neben der Anlage in einem Geldmarkt-ETF sollen Gelder auch in besser verzinsten Festgelder angelegt werden. Konkret angedacht ist ein Festgeld mit 1 Jahr und 3 Jahren, evtl. auch mit 2 und 5 Jahren Laufzeit. Theoretisch denkbar wäre als Alternative zum Geldmarkt-ETF auch ein Tagesgeld das in Vergangenheit langfristig gute Zinsen geboten hat (Zinshopping fällt definitiv raus), das steht aber nicht sonderlich im Vordergrund, weil durch den Geldmarkt-ETF inhaltlich bereits abgedeckt.

    https://www.finanztip.de/festgeld/ kenne ich natürlich, leider wird dort das Thema Vollmacht (durchaus verständlicherweise) überhaupt gar nicht angerissen. Ich weiß, dass WeltSparen schon mal komplett raus fällt, Raisin bietet keine Vollmachten an. Meines Wissens gilt das generell für ausländische Tages- und Festgelder.

    Kann jemand Banken empfehlen die Festgelder mit Zinsen über dem Niveau von Geldmarkt-ETFs bieten und wie oben dargestellt Vollmachten akzeptieren? Mein Ansatz wäre bisher über Check24 zu gehen und dann jede Bank einzeln zu prüfen…

    Weitere Themen

    Steueroptimierung soll hier nicht Thema sein. Da muss ich mir überhaupt erst mal einen Überblick über die aktuelle Steuersituation der Frau verschaffen, ich vermute aber es läuft auf eine NV-Bescheinigung hinaus, aber das soll wie gesagt nicht Thema sein.

    Das Thema Erbe soll hier auch nicht Thema sein. Dass man auf diese Art sehr erfolgreich das in einem Leben aufgebaute Vermögen (teilweise) vernichtet ist mir vollkommen klar - ich habe das nicht zu entscheiden und ich habe sehr aktiv versucht die Kinder schon vor >12 Jahren für das Thema zu sensibilisieren (ja, d.h. man hätte das Erbe komplett retten können, hätte man damals gehandelt). Das wurde aber von den Betroffenen abgelehnt. Auch wird bis zum tatsächlichen Erbfall in Bezug aufs Erbe nichts passieren. Ich bin froh, dass ich immerhin dafür sensibilisieren konnte, dass keine sechsstelligen Beträge auf dem Girokonto herumliegen. Betrachtet das also als Warnung, dass ihr euch ums Erbe kümmern solltet - lasst es nicht so weit kommen wie hier, egal ob nun aus der Position des Erblassers oder der Erben.

    Danke für eure Tipps!

    Viele Grüße
    Rudi

    Ob man auf so einem Verrechnungskonto wirklich große Summen von Tagesgeld lagern möchte, und ob dies den eigenen Sicherheitsbedürfnissen entspricht, sollte jeder selbst entscheiden.

    Es ist löblich, dass du diesen wichtigen Hinweis nochmal wiederholst; ich hatte das zwar zuvor schon ausführlich getan, eine Wiederholung schadet aber nicht: Jeder sollte für sich selbst entscheiden ob die Anlage in einem Geldmarktfond - unbegrenzt geschützt durch seine Behandlung als Sondervermögen - oder als klassische Bankeinlage - bis zu einem Höchstbetrag geschützt durch das Versprechen der Einlagensicherung - als sicherer (relativ) bzw. sicher genug (absolut) bewertet wird.

    Ich weise hier nur darauf hin (und behaupte gar nichts).

    Wenn du dich auf die Wiederholung dieses vollkommen richtigen Hinweises beschränkt hättest, gäbe es überhaupt keinen Diskurs.

    Allerdings hattest du zusätzlich auch behauptet, dass dadurch - so wörtlich - "völlig unklar" sei was im Falle einer Insolvenz von TR mit den im Geldmarktfond liegenden Geldern passieren würde. Das ist falsch. Nur um diese bei anderen Lesern Ängste schürende Falschbehauptung geht es.

    Wie viele Insolvenzen solcher FinTechs, die dieses Modell anbieten und an denen ersichtlich ist, wie reibungslos alles im Krisenfall funktioniert, hat es den bisher gegeben?

    Mir sind in den vergangenen Jahre keine Probleme mit Depotübertragungen nach Insolvenz bekannt. Dir steht es aber natürlich frei entsprechende Beispiele zu nennen.

    Generell gibt es, anders als von ika behauptet, …

    Als wenn du genau wüsstest, was alles im Ausnahmefall wie passiert ... Die Realität zeigt, dass schon die Einhaltung von Fristen im normalen Alltag (z. B. Klagen über monatelange Depotüberträge) entgegen den Vorgaben gehandhabt wird. Skepsis ist mehr als angeraten.

    bei Insolvenzen grundsätzlich beeindruckend selten Probleme. Das gilt selbst für Extremfälle wie die noa Bank, die (nach Aussage des Insolvenzverwalters) nie die Erlaubnis zur Führung von Bankgeschäften hätte erhalten dürfen. Das gilt sowohl für die Übertragung von Depots nach Insolvenz, als auch für die Einlagensicherung.

    Gerade deshalb wundere ich mich über diese merkwürdige, speziell und singulär gegen TR gerichtete... nennen wir es "Skepsis". So erschließt sich mir nicht woher die von ika vorgetragene, spezifisch gegen TR gerichtete Skepsis kommt, dass ein vom Gericht bestellter unabhängiger Insolvenzverwalter ausgerechnet bei TR anders handeln würde als bei anderen Banken. Scherz: Das muss dann in Anlehnung an die bekannte Filmreihe "der Fluch der Trade Republic" sein, der dann den Insolvenzverwalter infiziert.

    Vielleicht fehlt mir da aber tatsächlich einfach die Fantasie weil ich noch zu wenig negative Emotionen gegen TR angesammelt habe und das zu nüchtern betrachte. Da sind wir dann aber wieder bei dem, was ich zuvor gesagt hatte:

    Wenn man sich mit einer Geldanlage nicht wohl fühlt, dann nutze sie nicht. Das gilt für TR genauso wie für jede andere Geldanlage auch. Ob man TR nun ablehnt weil […] oder auch einfach den Namen doof findet - alles absolut fein, keiner zwingt jemanden dazu bei TR ein Konto zu eröffnen. Schwierig wird es erst dann wenn - auch wenn es unabsichtlich ist - unbegründete Ängste geschürt werden.

    Mir geht es nicht darum irgendwen davon zu überzeugen sein Geld bei TR anzulegen. Mir geht es darum, dass Leser eine informierte und nicht durch Falschbehauptungen in egal welche Richtung beeinflusste Entscheidung anhand ihrer persönlichen Präferenzen treffen können. Eben genau das was auch Finanztip zu erreichen versucht...

    Entspann dich mal Rudi. Du hast die Wahrheit nicht gepachtet. Insbesondere, wenn es um Meinungen und persönliche Blickwinkel geht.

    Ich denke ich habe sehr deutlich gemacht, dass es mehr als genug persönliche Gründe geben kann sich gegen TR zu entscheiden. Das kannst du oben nachlesen.

    Zu behaupten, dass im Falle einer Insolvenz von TR "ungewiss" sei was mit Einlagen geschehe, ist allerdings keine Meinung, sondern schlicht und ergreifend falsch. Was im Falle einer Insolvenz von TR mit den Einlagen passiert ist gesetzlich genau geregelt und unterscheidet sich in keiner Weise vom Ablauf bei anderen Banken. Das habe ich dargelegt. Trotz dieser Darlegung ohne irgendwelche Begründung eine solche falsche Behauptung weiter aufzustellen schürt unbegründete Ängste, schadet aktiv und verhindert eine informierte Entscheidung anderer Leser auf Grundlage ihrer persönlichen Präferenzen. Dass 1 + 1 = 3 sei ist keine Meinung und kein persönlicher Blickwinkel.

    Unabhängig davon: Wenn man sich mit einer Geldanlage nicht wohl fühlt, dann nutze sie nicht. Das gilt für TR genauso wie für jede andere Geldanlage auch. Ob man TR nun ablehnt weil einem das Modell zu komplex ist, man die Aufteilung Bankguthaben <> Geldmarkt selbst steuern möchte, man sich mit der Einlagensicherung wohler fühlt, einem die App nicht gefällt (wieso die TR App immer so gelobt wird ist mir bspw. echt schleierhaft...) oder auch einfach den Namen doof findet - alles absolut fein, keiner zwingt jemanden dazu bei TR ein Konto zu eröffnen. Schwierig wird es erst dann wenn - auch wenn es unabsichtlich ist - unbegründete Ängste geschürt werden.

    Also für mich macht das einen gravierenden Unterschied. Was passiert im Falle einer Insolvenz von TR?

    Das selbe wie bei der Insolvenz einer x-beliebigen anderen Depotbank auch: Mit der Abwicklung der Bank wird ein vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter beauftragt der sich darum kümmert, dass die Depots der Kunden auf andere Banken übertragen werden.

    Im Gegenteil ist die Abwicklung der im Geldmarktfond liegenden Guthaben sogar etwas entspannter als die von Bankeinlagen, da hier kein Dritter (der Einlagensicherungsfond) verantwortlich ist dem die notwendigen Informationen erst vorgelegt werden müssten.

    Du besitzt keine Anteile des ETF, deren Erwerb du irgendwie nachweisen kannst.

    Du glaubst nicht wirklich, dass du im Falle einer Insolvenz deiner Hausbank aufgrund eines PDF Kontoauszugs vom Einlagensicherungsfonds Geld überwiesen bekommst, oder?

    Jetzt mal im Ernst, die Regulierung hat sich selbstverständlich darüber Gedanken gemacht, dass im Falle einer Insolvenz ein gewisses Chaos ausbrechen könnte - und aus genau diesem Grund speichert selbstverständlich nicht nur die Depotbank diese Informationen. Im Falle von Wertpapieren hat auch die jeweilige Verwahrstelle alle notwendigen Informationen.

    Es gibt keine Abrechnung, kein Depot- oder Kontoauszug, nichts!

    Selbstverständlich gibt es - wie bei jeder anderen Bank auch - bei TR Kontoauszüge. Wie kommst du darauf, dass es die nicht gäbe? :/

    Vielleicht mal zur Klarstellung: TR hat hier kein "sketchy" Konstrukt entworfen das sich irgendwie durch die Regulierung mogelt - die Möglichkeit, Kundengelder in einem qualifizierten Geldmarktfond zu verwahren ergibt sich direkt aus § 84 WpHG als gleichwertige Option neben der Führung von Treuhandkonten bei einer Vollbank. Diese Möglichkeit wurde 2007 mit dem FRUG (Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz) eingeführt, das auf einer EU-Richtlinie von 2004 basiert. An diesem Modell ist nichts neu und TR ist nicht das einzige FinTech das diese Möglichkeit nutzt. Es wird nur deshalb jetzt breiter bekannt, weil TR auf Einlagen Zinsen zahlt und es plötzlich attraktiv ist auf dem Verrechnungskonto auch mal Beträge liegen zu lassen...

    Dazu gibt es aber keinerlei Verpflichtung. Trade Republic mag derzeit einen Zinssatz zahlen, der dem EZB-Leitzins entspricht. Es gibt aber keinerlei Zusicherung, dass das immer so bleibt. Wenn Trade Republic sich morgen entscheidet, nur noch 1% Zinsen zu zahlen, können sie das machen.

    So what? Variable Zinsen sind eine wesentliche Eigenschaft vom Tagesgeld - bei allen Banken, weltweit.

    Es freut mich für dich, dass du ein befristetes Aktionsangebot gefunden hast mit dem du zufrieden bist. Selbstverständlich kannst du auch nach Ablauf der Aktion von Tagesgeld zu Tagesgeld hoppen. Da spricht absolut nichts dagegen, jedem das seine. Bitte unterlasse es aber mit Falschdarstellungen Bedingungen zu skandalisieren, an denen es absolut nichts auszusetzen gibt. Dich zwingt niemand dein Geld bei TR anzulegen. Dann mach's halt einfach nicht. Es ist tatsächlich so einfach...

    Bei mir war es jetzt halt ein ordentlicher Sprung von 21.000€ innerhalb eines Monats.

    Spannend. Ich würde mir tatsächlich wünschen, dass TR hier etwas transparenter wäre und erläutern würden, nach welchen Kriterien sie vorgehen.

    Es könnte durchaus sein, dass wenn du das Geld abziehst, das Partnerguthaben weiter sinkt. Es könnte auch unabhängig in jedem Fall weiter sinken. Das weiß leider keiner...

    Tatsächlich überlege ich das Geld bis auf die 22k dort wieder abzuziehen.

    Das kannst am Ende natürlich nur du selbst entscheiden.

    Der gegenüber TR geäußerten Kritik, dass sie ein recht komplexes und wenig transparentes Konstrukt geschaffen haben, kann ich nur zustimmen. Dafür erhält man eine dauerhaft klar über dem Markt liegende Verzinsung. Das sollte jeder für sich selbst abwägen - in deinem Fall hattest du das Konstrukt in der Vergangenheit aber ja bereits akzeptiert.

    Die Sicherheitsdebatte halte ich für eine Scheindebatte. Statt durch die Einlagensicherung sind die Gelder im Geldmarktfond als Sondervermögen geschützt. Geldmarkt-ETFs gelten - auch bei Finanztip - nicht grundlos als gleichwertige Alternative zu Tages- und Festgeldern. Ob man Gelder nun selbst in einem Geldmarkt-ETF anlegt oder von TR in einem Geldmarktfond anlegen lässt macht letztendlich keinen Unterschied. Nachvollziehbar wäre in meinen Augen noch den Notgroschen nicht bei TR zu halten, da in marktlichen Extremsituationen analog zu Geldmarkt-ETFs die Liquidität des im Geldmarktfond liegenden Geldes eingeschränkt sein könnte. Ansonsten sollte man sichergehen, dass das Partnerguthaben bei der Deutschen Bank liegt - wenn das zutrifft spricht m.M.n. nicht mehr viel gegen TR.

    Sind die 53.000 € dein Notgroschen oder ein zusätzlicher Sicherheitsbaustein? Wenn letzteres spricht da m.M.n. nichts dagegen das Geld bei TR zu belassen. Letztendlich würde ich dir empfehlen, dass du dir die Frage stellst ob du dieses Geld auch in einem Geldmarkt-ETF anlegen würdest. Wenn Nein solltest du es eher abziehen, ansonsten kann es auch dort bleiben.

    Ich verweise nochmal auf diesen Beitrag:

    So what?

    Das ist bei jeder Geschäftsbank in Europa - vermutlich weltweit - nicht anders. Banken können Gelder ihrer Kunden bei der EZB parken und erhalten dafür Zinsen - genau das ist der EZB Leitzins. Diese Zinsen bekommst du als Kunde bei keiner Bank durchgereicht. Noch "schlimmer": Banken nutzen die Kundeneinlagen auch um Kredite an andere Kunden zu vergeben - und diese Kreditzinsen reicht die Banken auch nicht an dich weiter.

    TR zahlt Zinsen in Höhe des EZB Leitzins, mehr als jedes andere Tages- und fast aller Festgeldangebote in Europa. Wie bei jedem Tagesgeldangebot auch kann TR den Zinssatz jederzeit ändern. Wie inzwischen bei nahezu jeder anderen Bank auch hat TR Klauseln um im Falle von Negativzinsen diese an die Kunden weiterzureichen. Wie bei jeder anderen Bank auch erhältst du den mit dir vereinbarten Zinssatz, nicht den Zins den die Bank mit deinem Geld erwirtschaftet - sei es der Einlagenzins der EZB, der Zins im Kreditgeschäft oder die Zinsen eines zugrundeliegenden Geldmarktfonds. Das ist was Banken so machen.

    Ich hatte ja die Annahme, dass sich der Betrag nach und nach erhöht, wenn man mehr Geld dort liegen hat. Also Mehr Kapital auf die Banken anstatt in den Geldmarkt geht.

    Ich kann nun aber Gegenteiliges berichten. Mittlerweile liegt das Guthaben nochmal deutlich höher, aber bei der DB werden nur noch 22.000 anstatt 53.000 angelegt.

    Das kann ich nach meinen Beobachtungen von mehreren Konten unterschiedlicher Personen ebenfalls bestätigen. Grundsätzlich ist es offenbar so, dass wenn das Guthaben am Monatsende unter dem Partnerguthaben (das Geld, das dann bei den Partnerbanken liegt; der Rest landet im Geldmarktfond) liegt, das Partnerguthaben gesenkt wird. Das Partnerguthaben kann aber auch unabhängig davon jederzeit am Monatsende sinken, meiner Beobachtung nach allerdings jetzt in keinen all zu großen Sprüngen. Dass es steigt habe ich bisher noch nirgends gesehen.

    Mein Vorschlag wäre die 53.000€ sofort in ein All World ETF zu investieren.

    Ohne zu wissen wie die Vermögensstruktur von WerAuchImmer aussieht ist das ein gefährlicher Vorschlag.

    Mal angenommen, wir sprächen hier nicht von Sohn und Mutter, sondern von Finanzprodukteverkäufer und Kunde. Wie würde man dann das Verhalten des Sohnes/Finanzprodukteverkäufers bewerten?

    Er sind aber nun mal nicht Finanzprodukteverkäufer und Kunde, sondern Sohn und Mutter.

    Ich sehe im Verhalten des Threadstarter eine erhebliche Fahrlässigkeit, und lasse mich auch von der versammelten Corona in dieser Einschätzung nicht beirren.

    Die Härte mit der du den TE kritisierst und auch persönlich angehst empfinde ich - gelinde gesagt - als befremdlich und als absolut nicht konstruktiv. Inhaltlich richtige Punkte in deinem Beitrag ob des durchaus fragwürdigen Vorgehens des TE gehen in deiner Tirade vollkommen unter - und kommen daher kommunikativ weder beim TE, noch bei anderen Lesern die vor ähnlichen Herausforderungen stehen an. Damit bietest du dem TE überhaupt keine Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.

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    Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen die inhaltlich richtigen Punkte aufzugreifen und nochmal sachlich zusammenzufassen, damit der TE auch tatsächlich die Möglichkeit hat sich weiterzuentwickeln:

    • Bitte überlege gemeinsam mit deiner Mutter ob die Anlagestrategie in dieser Form richtig ist. In der Anlagestrategie einer 60-jährigen Witwe mit geringer Erwerbsminderungsrente sollte sich widerspiegeln, die Zusatzrente auch kurzfristig garantieren zu können ohne, dass zu viel Kapital aufgezehrt wird. Bedenkt gemeinsam, dass auch weltweit gestreute ETFs (z.T. starken) Schwankungen und langfristigen Marktphasen unterliegen. So kann es durchaus sein, dass die Kurse um 30% und mehr einbrechen und sich auch über 10 Jahre kaum erholen. Es sollte einen "Plan B" geben wie die Zusatzrente dann sichergestellt ist.
      • Zusätzlich zum weltweit gestreuten ETF ist ein Sicherheitsbaustein sinnvoll. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, typische Lösungen sind Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt-ETFs. Dadurch ist auch mehr Liquidität in der Anlagestrategie, mit der einerseits Schwankungen und schlechte Marktphasen ausgeglichen, andererseits auch den nachfolgenden Punkten begegnet werden kann.
      • Bei einem thesaurierenden ETF müssen zur Auszahlung der Rente regelmäßig Transaktionen durchgeführt werden. Ihr solltet gemeinsam überlegen wie ihr sicherstellen könnt, dass diese regelmäßigen Transaktionen auch korrekt stattfinden - oder wie ihr die Anzahl der notwendigen Transaktionen reduzieren könnt.
      • Bei diesen großen Beträgen kann die Vorabpauschale von thesaurierenden
        ETFs ernsthafte Probleme bereiten: Es muss sichergestellt sein, dass zu Jahresbeginn - wenn die Vorabpauschale fällig wird - auf dem Verrechnungskonto ausreichend Guthaben vorhanden ist um diese zu begleichen. Das kann durch den rechtzeitigen Verkauf von Anteilen passieren oder indem von anderen Konten Liquidität nachgeschossen wird, es muss aber sichergestellt sein, dass das Guthaben dann da ist. Ein (ggf. zusätzlicher) ausschüttender ETF könnte hier eine (Teil-) Lösung sein.
      • Bei einer 60-jährigen Witwe mit geringer Erwerbsminderungsrente ist zudem das Thema Steuern relevanter als sonst. Insbesondere eröffnet die Günstigerprüfung gewisse steuerliche Spielräume, die genutzt werden können. Ein (ggf. zusätzlicher) ausschüttender ETF könnte hier eine (Teil-) Lösung sein.
    • Bitte überlege gemeinsam mit deiner Mutter wie ihr sicherstellen könnt, dass deine Mutter im Zweifel alleine agieren kann. Dass du sie dabei unterstützt ist absolut löblich, sie muss (hier ausdrücklich kein "sollte") aber in der Lage sein das Management auch komplett alleine zu übernehmen. Möglicherweise ist ein Neobroker dann tatsächlich nicht die beste Wahl, sondern möglicherweise eine klassische Filialbank mit Berater der zwar teurere, aber letztendlich bessere Weg. Das könnt nur ihr gemeinsam entscheiden.
    • Bitte überlege gemeinsam mit deiner Mutter wie ihr sicherstellen könnt, dass sich solche Fehler in Zukunft nicht wiederholen. Versucht die Anzahl der "ersten Male" zu reduzieren: Erstes Mal handeln am Smartphone, erstes Mal handeln mit dem neuen Broker, erstes Mal handeln mit dem neuen ETF, erstes Mal größere Beträge zwischen Konten umbuchen - all diese "ersten Male" sollten eher Testläufe sein, nicht direkt der "Realfall" mit der kompletten Anlagesumme. Erfahrung, Sorgfalt und Kontrolle sind bei solchen Beträgen wichtig.


    Wenn du zu den einzelnen Punkten Fragen hast oder unklar ist was gemeint ist, frage gerne nach. Wie von @Impidimpi betont, lasse dich bitte nicht abschrecken.

    Ich sehe im Impuls des Threaderstellers einen interessanten Ansatz: Was soll er jetzt und in Zukunft machen? Soll er der Mutter die finanziellen Folgen seines zugestandenen Fehlers erstatten? Wie lang ist er in der Pflicht?

    Ich möchte die Frage gerne erweitern: Wie seht ihr das wenn der Fehlkauf besser gelaufen wäre als der Welt-ETF? Hätte seine Mutter ihm dann den finanziellen Vorteil seines Fehlers erstatten müssen?

    Ich empfinde diese enorm scharfe Kritik, die schon regelrecht an "einkloppen" erinnert, als enorm unanständig. Menschen machen Fehler. Dass der Schaden nicht ihn selbst trifft macht es problematischer, ändert aber nichts an der simplen Tatsache, dass Fehler passieren. Ich habe in der Familie eine ähnliche Situation, nur anders herum: Vor knapp 15 Jahren hat mein Vater nach meinem Auszug aus der elterlichen Wohnung meine bis dahin entstandenen Taschengeld-Ersparnisse - immerhin ein vierstelliger Betrag - in einen aktiv gemanagten Fond bei Fürst Fugger angelegt. Der war nicht nur schlecht gemanagt, sondern auch noch teuer. Immerhin ist nach Steuern und Kosten kein Kapital verloren gegangen - gewachsen ist es aber auch nicht. Das macht im Vergleich zu einem Welt-ETF über die 10-15 Jahre, die mein Geld dort angelegt war, einen größeren Schaden aus als den, den der Threadersteller bei seiner Mutter verursacht hat. Soll ich meinem Vater jetzt deswegen Vorwürfe machen? Soll ich von meinem Vater jetzt die entgangenen Gewinne fordern? Für mich ist die Antwort ohne auch nur den geringsten Zweifel absolut klar: Definitiv nicht!

    Finanztip möchte, dass Menschen zu "Finanztip-Botschaftern" werden und das Wissen um Geldanlage in der Bevölkerung verbreitet. Ja, natürlich ist damit nicht gemeint, dass man als "Botschafter" die Aufgabe übernehmen soll, man soll vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe leisten. In der Familie ist das aber anders: Man gibt sich in der Familie nicht nur Tipps, man hilft sich. Das kann eben auch bedeuten, dass man die Aufgabe übernimmt - und da passieren Fehler. In einer gut funktionierenden Familie spricht man dann über diese Fehler und bespricht, was man gemeinsam daraus lernt und was man zukünftig besser macht. Das ist Familie, keine fremden Dritten.

    Denkbar wäre auch eine Teilumschichtung in ein ETF-Portfolio: Anstatt den Gesamtbetrag in einen einzelnen Welt-ETF umzuschichten könntest du auch einen Teil des Kapitals in mehrere weitere Regionen-ETFs (für Nordamerika, Pazifik, ggf. Emerging Markets) umschichten und dadurch ein ETF-Portfolio bauen. Das spart kurzfristig etwas Steuern.

    Nachteil ist, dass du dich zukünftig selbst ums (alle 1-x Jahre notwendige) Rebalancing kümmern musst. Das ist Aufwand der sich nur dann lohnt, wenn du den Vorteil eines ETF-Portfolios auch nutzen möchtest und eine andere Zusammensetzung als rein nach Marktkapitalisierung von Medium & Large Caps wünscht. Ansonsten lohnt sich der Aufwand nicht...

    Die Möglichkeit die Umschichtung auf mehrere Jahre zu verteilen wurde angesprochen. Ich möchte nochmal betonen, dass das nur mit dem Ziel Steuern zu sparen sinnvoll sein könnte - der Cost Average Effect dürfte in diesem Fall (Umschichtung von ETF zu ETF) kaum relevant sein. Zum Thema Steuern dürfte der Sparerpauschbetrag zwar wohl schon aufgebraucht sein, eine Günstigerprüfung könnte die Steuerlast aber möglicherweise reduzieren - müsstest du prüfen. Wenn da tatsächlich die Chance besteht und nachdem wir schon im 2. Halbjahr sind sollte nicht viel gegen eine Aufteilung zumindest auf 2024 + Anfang 2025 sprechen - auf einen noch längeren Zeitraum würde ich die Umschichtung aber nicht verteilen.

    Wenn du nun sachlich und respektvoll weiter diskutieren möchtest, können wir das gerne tun. Ansonsten lassen wir es vielleicht lieber.

    Wir führen eine sachliche Diskussion. Du fühlst dich durch meinen inhaltlichen Widerspruch und einer fälschlicherweise als persönlich wahrgenommenen Ansprache jedoch persönlich angegriffen. Das habe ich zu respektieren. Ich habe versucht in späteren Beiträgen deutlicher zu machen wann Du persönlich gemeint bist und wann nicht, offenbar gelingt mir das aber nicht. Da ich nicht möchte, dass Du dich weiter persönlich angegriffen fühlst, belasse ich es nun dabei und werde auf deine Beiträge hier inhaltlich nicht mehr eingehen. Ich wünsche Dir weiter viel Erfolg beim Vermögensaufbau! :thumbup:

    Bei mir ist das im Grunde genauso. Der Notgroschen/Liquiditätsreserve ist im Grunde fix

    Es geht beim Rebalancing nicht spezifisch um den Notgroschen, sondern das übergeordnete Verhältnis aller risikoreicheren Anlagen zu sichereren Anlagen. Der Notgroschen ist nur ein Teil der sichereren Anlagen.

    Anders als von Impidimpi impliziert bedeutet Rebalancing auch nicht den Börsen hinterher zu hecheln. Es bedeutet lediglich, dass sich das Verhältnis von risikoreicheren zu sichereren Anlagen in einem für die eigene Risikobereitschaft angemessenen Korridor bewegt - und verlässt es diesen Korridor sollte man handeln. Häufiger als jährlich ist das sicher nicht notwendig, so groß sind die Schwankungen nicht. Wenn man entsprechende Sparraten wählt noch seltener.

    Auf Dauer wird sich da natürlich die Verteilung verschieben, und das Tagesgeld einen immer kleineren Teil ausmachen.

    Unter der Annahme, dass Du neben dem Tagesgeld keine anderen sichereren Anlageformen hast: Verschiebt sich denn auch Deine Risikobereitschaft im Zeitablauf entsprechend? Sprich: Du bist heute weniger risikobereit als Du es in bspw. 10 Jahren sein wirst?

    Wenn Ja: Alles super. Dann würde ich Dir lediglich empfehlen, dass Du dir konkreter darüber Gedanken machst Wieso und Wie genau sich Deine Risikobereitschaft verändert. Dafür kann es gute Gründe geben. In deinem Fall wäre ich aufgrund der immer weiter voranschreitenden Abzahlung der Immobilie bspw. vermutlich auch bereit größere Risiken zu tragen. Das sollte man sich einfach nur bewusst machen sowie aktiv und konkret danach handeln. Genau darum geht es mir.

    Wenn Nein: Dann würde ich dir klar dazu raten darüber nochmal nachzudenken.

    Wenn der Crash kommt, schichte ich dann von Risiko ins ETF .


    Wenn der Crash nie kommt - werde ich weiterhin in Anleihen oder Geldmarkt ETF investiere.


    Ich bin überzeugt, dass ich diese Spiel nicht verlieren werde.

    Genau das ist der Punkt: Das Risiko steigt im Zeitablauf, was vielen Anlegern entweder nicht klar ist oder sie verdrängen diese Tatsache.

    Wer heute auf Grundlage seiner Risikobereitschaft eine Vermögensallokation von 70:30 festlegt und immer 700 € in ein Welt-ETF und 300 € in Festgelder investiert, hat nach 30 Jahren bei angenommenen 7% Welt-ETF-Rendite und 2% Festgeldrendite sowie abzüglich Steuern knapp 85% seines Vermögens im Welt-ETF und damit einer risikoreicheren Anlage liegen.

    Wenn parallel auch die Risikobereitschaft gestiegen ist und nach 30 Jahren die Ziel-Vermögensallokation tatsächlich bei 85:15 liegt, passt ja alles. Wer aber so tut als hätte sich das Risiko nicht erhöht könnte eine unliebsame Überraschung erleben.

    Wenn der Crash nie kommt hast du faktisch verloren :D zumindest wenn du deine Rendite mit der Aktien-Wektmarkt-Rendite vergleichst.

    Also 100% des Vermögens in den Nasdaq investieren - war in der Vergangenheit ja auch erfolgreich :thumbup:

    Ist das so? Wo empfiehlt Finanztip denn was genau?

    Wo?

    Was?

    Finanztip empfiehlt, dass man sich 1x jährlich über die Anlagestrategie Gedanken macht und wenn die Vermögensallokation nicht mehr zur Anlagestrategie passt entsprechend zu rebalancen. Ergebnis dieser Abwägung kann, wie schon mehrfach wiederholt, durchaus sein nicht zu rebalancen weil man bereit ist das sich verändernde Risiko zu tragen. Wichtig ist, dass das eine aktive Entscheidung ist und man sich das sich verändernde Risiko bewusst macht.

    Wie gesagt spreche ich ja auch gar nicht davon, dass meine Gesamtrisikoallokation 80/20 oder 100/0 ist. Ich muss aber irgendwie festlegen wie meine Sparrate in die eher risikoarme und die eher risikobehaftete Anlageklassen sein soll. Und die lege ich nach solch einer Zahl fest.

    Wir reden die ganze Zeit aneinander vorbei: Du sprichst darüber, wie man seine Sparrate aufteilt. Ich spreche darüber, wie man sein Vermögen allokiert.

    Während die Vermögensallokation eine von der individuellen Risikobereitschaft abhängige aktive Entscheidung ist (mein Thema), ist die Aufteilung der Sparrate (dein Thema) nur eine Konsequenz aus der aktuellen und gewünschten Vermögensallokation, die für sich genommen keinerlei Aussagekraft besitzt.

    In der Praxis sind beide Aufteilungen zunächst identisch: Wie du vollkommen richtig feststellst kannst du in Ermangelung einer Glaskugel nicht wissen wie sich die einzelnen Vermögensteile entwickeln. Entsprechend wird deine Sparrate zunächst der Ziel-Vermögensallokation entsprechen. Nach dem ersten Planungshorizont (z.B. 1 Jahr) sieht das aber schon anders aus: Dann haben sich deine risikoreicheren Anlagen hoffentlich besser entwickelt als die sichereren Anlagen, weshalb sich das Vermögen zugunsten der risikoreicheren Anlagen verschiebt.

    Es ist also ein Rebalancing notwendig. Das kannst du im Wesentlichen auf zweierlei Art machen: Indem du zu einem Stichtag aktiv umschichtest oder indem du die Sparraten anpasst.

    Wenn du letzteres tust hat die Aufteilung deiner Sparrate unter Umständen nicht mehr viel mit deiner Ziel-Vermögensallokation zu tun. Sie hat aber auch nichts mehr mit deiner Risikobereitschaft zu tun. Sie ist nur eine Folge aus deiner Ist- und Soll-Vermögensallokation. So kann es bei einer sehr positiven Entwicklung der risikoreicheren Anlagen bspw. sein, dass deine komplette Sparrate in sicherere Anlagen fließt - was dann nicht heißen würde, dass du extrem risikoavers wärst, sondern nur, dass du rebalanced. Das Verhältnis deiner Sparraten zueinander hat dann allerdings keinerlei inhaltliche Aussagekraft mehr.

    Du missverstehst glaube ich einen entscheidenden Punkt

    Nein. Das Missverständnis liegt darin, dass Du (hier tatsächlich Benutzer Impidimpi) Deiner Sparrate, obwohl Du sie offenbar zum Rebalancing nutzt, offenbar trotzdem inhaltliche Aussagekraft zumisst (Übrigens: "Offenbar" steht da nicht grundlos).

    Das ist, wie oben ausgeführt, nicht der Fall und führt komplett in die Irre: Für die Einschätzung des Risikos von Vermögen ist eine zum Rebalancing genutzte Sparrate komplett irrelevant. Sie dennoch zu nutzen ist das, was ich als "Selbstbetrug" beschreibe.

    Letzterer steigt im Gegensatz zu ersterem langfristig an und gewinnt dabei an Gewicht innerhalb meines Vermögens. Meine Rücklagen werden wahrscheinlich in nicht so großem Maße wachsen. Ich werde aber durch meine Strategie nie hingehen und […] meine Rücklagen mit ins Rebelancing einzubeziehen. Die bleiben unabhängig davon, […] Manchem ist das zu viel Sicherheit, andere wollen noch deutlich mehr Sicherheit.

    Da unterliegst Du (Benutzer Impidimpi) einem recht kapitalen Denkfehler: Das bedeutet eine langfristig immer risikoreicher werdende Vermögensallokation.

    Wenn du (nicht "Du") dir dessen bewusst bist und du das aus welchen Gründen auch immer als richtig empfindest: Absolut kein Problem. Tust du das nicht und unterliegst der Fehleinschätzung, dass dein Risiko nicht steigen würde, liegt das vor, was ich hier mit "Selbstbetrug" umschreibe.

    Mal angenommen Du (Benutzer Impidimpi) bist dir darüber bewusst, dass dadurch im Zeitablauf Dein Risiko immer weiter steigt, wäre es für mich doch spannend zu erfahren welche Gedanken hinter diesem Anlagekonzept stehen. Es widerspricht jedenfalls auch dem, was Finanztip regelmäßig empfiehlt.

    Du hast in deiner 70/30 Betrachtung die GRV vermutlich auch nicht drin,

    Selbstverständlich gehören Rentenansprüche, ob nun gesetzliche oder private Rente, mit in die Betrachtung. Ob du deine Rentenansprüche aktiv als Teil deines Vermögens trackst oder einen Vermögensaufbau planst der zum Ziel hat die Rentenlücke zu schließen, ist letztendlich vollkommen egal. Finanztip kommuniziert letzteres.

    Ich persönlich (Benutzer Rudi90) tracke meine GRV-Ansprüche als Teil meines Vermögens. Da tut sich aber auch nicht viel, da ich persönlich glücklicherweise nicht in dieses vollkommen kaputte System einzahlen muss und es daher auch nicht tue.

    Ich kenne zwar das "kapitale Du", ist mir aber im Alltag nicht wirklich geläufig, anders als Sie/Ihr.

    Wir sind hier in einem anonymen Forum, keinem sozialen Netzwerk. Wieso sollte ich über Deine individuell-persönlichen Verhältnisse sprechen? Wir kennen uns nicht und was Du persönlich machst berührt mein Leben nicht… Beziehe, gerade im Internet, nicht alles auf dich persönlich.

    Deine Formulierung geht ja schon in eine persönliche Richtung

    Wir sprechen über eine Vorgehensweise zur Vermögensaufteilung, nicht über Deine persönlichen Vermögensverhältnisse. "du" (im Unterschied zu "Du") ist die vom Beitrag angesprochene handelnde Person. Mit "ich" bin ja auch nicht "Ich" (Benutzer Rudi90) gemeint… "du" beschreibt die Perspektive.

    Wenn "Du" (Benutzer Impidimpi) dich als handelnde Person angesprochen fühlst, bist auch (!) "Du" (Benutzer Impidimpi) gemeint. Aber eben nur "auch". Wenn "Du" (Benutzer Impidimpi) dich nicht angesprochen fühlst, bist "Du" (Benutzer Impidimpi) auch nicht gemeint.

    Ich habe an keiner Stelle davon gesprochen, dass meine persönliche reale Risikoallokation 80/20 oder 70/30 ist.

    Eben.

    Die kann ich nur für meine langfristige Sparquote festlegen. Könnte diese dann auch 100/0 sein?

    Du sprichst den gedanklichen Fehler ja bereits selbst an: Was für einen Sinn soll es haben sich selbst als derart risikofreudig zu beschreiben, dass eine Vermögensallokation von 100:0 als Ziel formuliert wird, dieses Ziel aber nie praktisch verfolgt wird?

    Das ist das, was ich mit "Selbstbetrug" umschreibe: Wenn du dir selbst zuschreibst, dass du so risikofreudig bist, dass dein gesamtes Vermögen in risikoreichere Anlagen investiert werden sollte, wieso machst du es dann nicht? Du schätzt dein Risiko, dass du jemals einen Notgroschen benötigen wirst, ja als nicht existent ein - wieso hast du dann einen?

    Der Grund ist, dass du in Wirklichkeit schlicht und ergreifend nicht so risikofreudig bist, dass eine Allokation von 100:0 gerechtfertigt wäre. Nochmal: Da spricht absolut nichts dagegen! Es geht darum, dass man sich seiner Selbst bewusst ist.

    Ich habe eben nicht nur eine Zahl, sondern ich hab eine Zahl die ich langfristig anstrebe und eine, die es real ist.

    Da spricht absolut nichts dagegen. Das bedeutet nur, dass du aus den Gründen X, Y und Z heute risikoaverser oder -freudiger bist, als du es wärst wenn diese Gründe nicht vorlägen. Da spricht absolut nichts dagegen.

    Die Gründe weshalb die heutige und mögliche zukünftige Vermögensallokation unterschiedlich ist, ist wieder gänzlich individuell. Ein Grund kann, wie von dir angesprochen, sein, dass man noch am Anfang des Vermögensaufbaus steht und daher nur den Verlust kleiner Teile des Vermögens verkraften würde. Auch dagegen spricht absolut nichts.

    Es geht nur darum, dass man sich seiner Selbst bewusst ist. Du (hier tatsächlich Benutzer Impidimpi) machst auf mich den Eindruck, dass das für Dich der Fall ist. Das ist aber nicht das Thema…

    Aber wer sagt denn überhaupt, dass man zwingend einen Prozentsatz braucht?

    Es geht auch nicht um exakte Beträge. Das kann auch eine Spanne sein.

    Betrachte ich nur Depot und Tagesgeld, liege ich wahrscheinlich bei über 80% in Aktien und damit ziemlich riskant. Rechne ich aber die Immobilie […] mit rein, lande ich mit genau dem gleichen Vermögen je nach Bewertung und Rechenweg nur noch bei 10% in Aktien und damit extrem konservativ.

    Das ist doch davon abhängig als wie risikoreich Du die Immobilie bewertest. Würdest Du sie als absolut sichere Anlage einschätzen? Dann müsstest Du sie zu den sichereren Anlagen zählen und hättest eine extrem risikoaverse Anlagestrategie, korrekt. Bewertest Du die Immobilie aber tatsächlich als vollständig und absolut sichere Anlage? Das kannst nur Du wissen.

    Ich persönlich setze für Immobilien jedenfalls einen sicheren "Mindestwert" an, von dem ich glaube, dass ich ihn auch langfristig sicher erzielen kann. Die Differenz zum geschätzten Marktwert zählt zum risikobehafteten Vermögen.

    Auch mit Immobilie und Rentenansprüchen landest du am Ende bei einer Vermögensallokation, die deiner individuellen Risikofreudigkeit entsprechen sollte.

    Da gibts aber sehr unterschiedliche Ansichten zu.

    Ich möchte damit zeigen, dass es verschiedene Ansätze gibt und es eher nicht zielführend ist von "man legt einmal fest" zu sprechen aus meiner Sicht. Manche mögen mehr Sicherheit, manche mögen es einfach, manche wollen lieber mehr planen, manche haben sogar Spaß daran, ...

    Das mag sein. Letztendlich ist es aber ein gewisser Selbstbetrug: Es geht gerade nicht darum Menschen Vorgaben zu machen wie viel Sicherheit oder Planung sie zu wünschen haben, sondern darum, seine Wünsche realistisch einzuschätzen und diese dann umzusetzen.

    Es geht letztendlich um die Frage: Wie risikoavers oder -freudig bin ich? Diese Frage musst du für dich individuell und ehrlich beantworten - und erst daraus folgt dann:

    • Welche Vermögensaufteilung von sichereren zu risikoreicheren Anlageformen ergibt sich daraus für mich?
    • Wie groß sollte demzufolge mein Notgroschen sein um schwerwiegende unerwartete Ereignisse abfedern zu können?

    Das sind zwei unabhängige Fragen. Wenn du feststellst, dass eine Vermögensaufteilung von 70:30 deiner Risikofreude entspricht, solltest du diese auch umsetzen. Bei 100.000 € Vermögen sollten dann also 70.000 € in risikoreichere Anlagen (wie ein weltweit gestreuter ETF) und 30.000 € in sicherere Anlagen (wie Tagesgeld, Festgeld, sichere Anleihen, Geldmarkt-ETF) liegen. Teil dieser 30.000 € ist dann auch dein Notgroschen - seien es bspw. 10.000 €.

    Wenn du stattdessen den Notgroschen separat betrachtest liegen nur 63.000 € in risikoreicheren Anlagen, 27.000 € in sichereren Anlagen und 10.000 € im Notgroschen - in Summe also 63.000 € zu 37.000 €. Das ist dann keine deiner individuellen Risikofreude entsprechenden Vermögensaufteilung von 70:30 mehr, sondern von 63:37.

    Der entscheidende Punkt ist, dass an einer Vermögensaufteilung von 63:37 nichts auszusetzen wäre - die ist genauso legitim wie 70:30, 85:15 oder 50:50. Entscheidend ist, dass du die für dich richtige Aufteilung wählst - und diese dann umsetzt. Durch Verschachtelung und Verschleierung betrügst du dich letztendlich nur selbst.

    Wenn du dich am Ende mit 70.000 € risikoreicheren Anlagen von 100.000 € Gesamtvermögen unwohl fühlst solltest du dich mit dir selbst ehrlich machen: Dann entsprechen 70:30 eben nicht deiner Risikofreude. Das ist absolut okay! Vielleicht sind es dann eher 60:40. Da spricht überhaupt nichts dagegen. Die Risikofreude und damit die Vermögensaufteilung kann sich im Zeitablauf - sei es nun durch steigendes Gesamtvermögen, sich ändernden Lebensverhältnissen oder einfach steigendes Alter - ändern. Das ist absolut in Ordnung! Aber mach dich mit dir selbst ehrlich und versuche nicht dich selbst zu betrügen.

    Besteht dein Notgroschen aus netto oder Brutto Monatsgehälter?

    (Bei mir ist es Brutto)

    Die Bemessung des Notgroschens anhand des Gehalts ist m.M.n. generell ziemlicher Unsinn: Du rechnest dann nämlich inklusive Sparrate. Prinzipiell kann man aus Rücklagen aber nicht "Sparen" - man schichtet dann nur um, wodurch sich das Verhältnis gleich doppelt (Lebensunterhalt + Umschichtung) zulasten der sichereren Anlagen verschiebt.

    Daher: Schließe niemals Verträge ab bei denen du die Sparrate nicht oder nur sehr teuer anpassen bzw. aussetzen kannst.

    Vielmehr solltest du überschlägig deine im "Fuck you"-Fall anfallenden Kosten (Miete, Auto, Versicherungen, Lebensunterhalt, Verträge & Abos, Urlaub, etc. - also durchaus unter Beibehaltung des Lebensstandards!) zusammenrechnen (abzüglich etwaiger wegfallender Kosten, bspw. Kosten fürs Pendeln), etwaige hinzukommende Einnahmen (z.B. ALG I abzüglich möglicher Sperrzeiten) abziehen und das dann mit deinem gewünschten "Sicherheitszeitraum" multiplizieren.

    Wie lange dieser Zeitraum ist kannst nur du selbst abschätzen. Orientierung sollte die Zeit sein in der du dir sicher bist, dass du den "Fuck you"-Fall zufriedenstellend aufgelöst bekommst. Wenn dein "Fuck you"-Fall bspw. eine Kündigung ist wäre es der Zeitraum den du deiner Einschätzung nach maximal benötigst um einen neuen guten Job zu finden.

    Ich persönlich rechne da mit 3 Monaten, bin als Puffer aber mal auf ein halbes Jahr gegangen. Von meinem Ausgabeverhalten ausgehend gerechnet wohlgemerkt - nicht vom Bruttogehalt. Der zwingend liquide gehaltene Teil meines Notgroschens (siehe unten) ist daher vierstellig...

    Was unterscheidet den "Notgroschen" bei Dir vom Tagesgeld?

    Meine vollste Zustimmung: Das ist nicht zusätzlich.

    Man legt einmal eine Quote von sichereren und risikoreicheren Anlagen fest (bspw. 70:30); in den sichereren Anlagen ist dann auch der Notgroschen enthalten. Das heißt, dass ein wesentlicher dem Notgroschen entsprechender Teil der sichereren Anlagen in Tagesgeld erfolgen sollte und der Rest in tendenziell länger laufende Anlagen (Festgeld, Anleihen, Geldmarkt-ETF, etc.) investiert werden kann (nicht muss…).

    "Wesentlicher Teil" schreibe ich übrigens nicht grundlos: Wenn der Notgroschen für ein komplettes Jahr reichen soll ist es schlicht und ergreifend nicht notwendig, dass der gesamte Notgroschen im Tagesgeld liegt - ein Teil kann dann bspw. auch in 6-monatigen Festgeldern, Anleihen oder in einem Geldmarkt-ETF liegen. Selbst wer mit 12 Monaten "Fuck you"-Zeit rechnet muss nicht jederzeit 12 Monate liquide sein, da reichen auch 3-6 Monate solange der Rest bis dahin problemlos liquidierbar ist...

    Ganz generell sollte man es mit der "Fuck you"-Zeit nicht übertreiben: Wenn das Vermögen groß genug ist, dass neben dem Notgroschen in den sichereren Anlagen noch weitere Beträge liegen, sind die im "Fuck you"-Fall ja nicht weg. Wenn man nach einem halben Jahr merkt, dass das ganze länger dauern könnte, kann man problemlos anfangen sich darüber Gedanken zu machen Beträge in liquide Anlageformen wie Tagesgeld umzuschichten.

    Ich halt meinen "Notgroschen" eher klein, gerade in Zeiten hoher Inflation.


    Für ungeplante Ausgaben habe ich unter anderem zwei Kreditkarten mit insgesamt 15.000 Euro Verfügungsrahmen - bei einem der Anbieter könnte ich den Verfügungsrahmen zinsfrei (innerhalb einer Abrechnungsperiode) direkt auf mein Konto überweisen lassen.

    Verfügungsrahmen von Kreditkarten und Girokonten sind kein Vermögen, die haben in der Betrachtung nichts zu suchen. Ob nun verzinst oder zinsfrei ist da relativ egal - verzinst macht es nur schlimmer. Die Hanseatic GenialCard musst du monatlich ausgleichen - wenn du den Verfügungsrahmen bspw. den Tag vor der Abrechnung in Anspruch nimmst überbrückst du damit nur 2-3 Tage bis die Hanseatic Bank das Geld zurück haben will.

    Solche Verfügungsrahmen können dazu dienen extrem kurzfristige Liquiditätsengpässe (2-3 Tage) auszugleichen - bspw. für eine unerwartete Ausgabe wie eine notwendige Autoreparatur. Also bspw. die Zeit die es braucht um Geld vom Tagesgeld aufs Girokonto zu bekommen. Mehr aber auch nicht... Das ist nicht Teil vom Notgroschen.

    Kann ich ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen... Auf meinem TR-Konto liegen immer nur so ~ 20€, der Rest geht in ETF.

    Also machst du "dieses Theater" auch mit? :/

    Bisher war es ja recht klar. Man hat gesehen wo sein Geld liegt und man konnte es als Tagesgeldersatz nutzen. Warum nicht. War auch nicht komplizierter oder weniger sicher als ein anderes TG.

    Ist doch jetzt nicht anders? Während du in Vergangenheit die IBAN/BIC prüfen musstest wird dir die Bank, auf der dein Guthaben liegt, direkt angezeigt. Einziger Unterschied ist, dass du jetzt nicht mehr 50.000 € pauschal auf's Konto schieben kannst und ein Tagesgeld hast, sondern das Geld (zwischenzeitlich?) in einem Geldmarktfonds landen könnte. Ansonsten glaube nicht, dass TR anfängt wild Gelder zwischen Banken hin und her zu schieben...

    Ob TR das Geld, das in einem Monat das Partnersaldo übersteigt, dauerhaft in Geldmarktfonds anlegt oder zum Monatswechsel wieder auf die Partnerbank umschichtet ist bisher noch komplett unklar - habe noch keine Berichte dazu gelesen. Ich werde das im Juli ausprobieren: Vor Monatsende kommen zwei meiner Festgelder zurück, die schiebe ich dann erst mal auf TR. Die Beträge übersteigen mein aktuelles Partnerlimit deutlich, dürften also in einem Geldmarktfond landen. Dann beobachte ich mal was am 1.8. passiert: eben ob mein Partnersaldo konstant und das Geld im Geldmarktfond bleibt, oder mein Partnersaldo erhöht und TR das Geld wieder aus dem Geldmarktfond entnimmt.

    Ich hab mein (nicht gerade benötigtes Geld) noch bei TR in einen Geldmarkt-ETF geschoben und übertrage es gerade in mein Hauptdepot.

    Jetzt mal ehrlich, wo ist da dann jetzt der Unterschied? Mit TR liegt im Zweifel ein Teil deines Geldes in einem Geldmarktfonds. Ohne TR legst du das gesamte Kapital in ein Geldmarktfond. Vorteil?

    Genau das ist auch der Grund weshalb ich das wie oben beschrieben einfach ausprobiere: Meine Alternative zu TR ist die Beträge in mein bestehenden Geldmarkt-ETF zu schieben. Dabei macht es überhaupt keinen Unterschied ob ich das Geld nun selbst in ein Geldmarktfond schiebe oder TR das für mich macht - also probiere ich es einfach aus.

    Der Entscheidungsraum ist für mich jedenfalls klar: TR oder Geldmarktfond. Bei TR bekommt man 3,75%, im Geldmarktfond etwa analog; das nächst beste dauerhafte (für Hopping ist mir meine Zeit zu schade) Tagesgeld-Angebot laut Finanztip sind 3,27% bei Avida Finans über Weltsparen. Macht bei den von dir in den Raum gestellten 20.000 € immerhin 96 € weniger Zinsen pro Jahr. Sicher keine Unsumme, aber trotzdem: 96 € haben oder nicht haben. TR liegt auch schon länger rund 0,5% über der Konkurrenz, es sind eben nicht "nur 0,1%".

    Ja, ich stimme zu, dass der Ansatz von TR komplex ist. Ob er unnötig komplex ist, ist die Frage - denn immerhin sorgt diese Komplexität dafür, dass TR dauerhaft höhere Zinsen bietet. Ein höheres Risiko gegenüber einer "manuellen" Anlage in einem Geldmarktfond kann ich irgendwie nicht erkennen...