Beiträge von meckelfelder_68

    Liest Du bei Gesetzestexten nur die Teile, die Dir gefallen?

    Es sind immer sämtliche Voraussetzungen zu erfüllen. Wenn eine nicht erfüllt ist, dann klappt es mit der bestimmten Leistung nicht und man muss sich eine andere aussuchen.

    Dein Vortrag erinnert mich an jemanden, der mit dem Fahrkartenautomaten am Bahnhof diskutieren will.

    Ich weiß leider nicht, worauf du hinaus willst.

    Da braucht man nicht auf die Dachdecker verweisen. Andere Arbeit kann anders, aber genauso anstrengend, auslaugend und gesundheitsschädlich sein. Da kannst Du fragen, wen Du willst - ob das der Software-Entwicklungsingenieur ist, die Pflegekraft oder die Verkäuferin im Einzelhandel.

    Ich habe keine empirischen Daten vorliegen und bin auf Vermutungen angewiesen. Meine Vermutung: Der Großteil der Menschen, die mit 63 in die Altersrente gehen, sind noch ziemlich fit. Die könnten locker bis 67 arbeiten. Ich kenne kaum jemanden, der sich völlig ausgelaugt in die Rente gerettet hat. Okay, mein Vater hat das Kunststück fertig gebracht, am letzten Arbeitstag vor der Altersrente zu sterben. Aber das ist anekdotische Evidenz.

    Es würde auch helfen, wenn das Arbeitsleben auf die nachlassende Leistungsfähigkeit im Alter Rücksicht nehmen würde. Da sind meine Erfahrungen angesichts des beginnenden Fachkräftemangels leider gegensätzlich.

    Verstanden, auch im Sinne Deines dem vorangegangenen Beitrags.

    Aber: Was wäre, wenn die Situation derzeit deswegen so verfahren ist, weil man schon längere Zeit die Arbeit und die Arbeitenden übermäßig und vorwiegend mit Steuern und Abgaben belastet? Aber Kapitalerträge nicht in dem Umfang/Maße heranzieht? Was, wenn die Tragfähigkeit dieses Modells an ihre Grenzen kommt? Sollte man dann immer noch Arbeit höher besteuern als Kapitalerträge? Jetzt zieht man bereits die Arbeiter in ihrer späteren Rolle als Rentner mit zusätzlichen Abgaben für GRV und PV heran. Das soll jetzt noch weiter ausgedehnt werden. Und komischerweise sind es deren Kapitalerträge, die man dann doch stärker belasten will - aber eben selektiv, die der Rentner und Pensionäre.

    Das hast du ohne Zweifel einen Punkt. Vermutlich scheut man vor einer höheren Besteuerung von Kapitalerträgen zurück, weil man eine zu große Kapitalflucht befürchtet.

    Peer Steinbrück sagte dazu: "Lieber 25 Prozent von x, als 45 Prozent von nix"

    Früher waren die Kursgewinne nach einer Spekulationsfrist sogar komplett steuerfrei. Da war die Abgeltungssteuer schon ein "Fortschritt".

    Und wenn man die Abgeltungssteuer erhöhen würde, müsste man endlich eine Möglichkeit schaffen, mit ETFs eine Altersversorgung aufzubauen, die einem nicht von der Steuer weggefuttert wird.

    Wir bräuchten endlich eine Aktienkultur in Deutschland. Es kann doch nicht sein, dass ein großer Teil unserer Aktiengesellschaften inzwischen China gehört.

    Man kann beispielsweise weniger arbeiten, beispielsweise anders arbeiten, beispielsweise früher mit dem Arbeiten aufhören (Vorruhestand), sich beispielsweise gegen eine Investition hierzulande entscheiden, sich beispielsweise gegen eine Unternehmensgründung hierzulande entscheiden etc. pp. Auch dies Alles hat in Summe dann signifikante Auswirkungen auf die Steuereinnahmen, die Sozialsysteme, die wirtschaftliche Dynamik, das Potentialwachstum, die Produktivität usw.

    DAS ist ja auch der Grund, warum wir die "falschen" Einwanderer haben. Neben den regulatorischen Problemen (Anerkennung ausländischer Qualifikationen) muss man schon hier geboren sein, um sich die hiesigen Steuern und Sozialabgaben anzutun.

    Jeder weiß, dass uns unsere Sozialsysteme ohne Einwanderung um die Ohren fliegen. Aber niemand tut etwas, um Zuwanderer anzulocken mit Bedingungen, unter denen sich das Arbeiten lohnt.

    Ok, dann habe ich Dich - was das betrifft - falsch verstanden, sorry!

    Dh. Du bist dann gegen jede Maßnahme der Stabilisierung der Renten/Pensionen? Bzw. Du zweifelst die Notwendigkeit hierfür an? Oder schweben Dir da hierfür andere/besser Maßnahmen vor?

    Die einige Maßnahme, die die Rentenversicherung stabilisieren kann und mit Recht und Gesetz vereinbar ist, wird die weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit sein. Die Rente mit 63 (inzwischen fast 65) nach 45 Beitragsjahren wird nicht zu halten sein. Ich würde diese festen Altersgrenzen komplett abschaffen. Das ist doch reine Versicherungsmathematik. Wenn ich mit 67 in Rente gehe, wird ausgerechnet, was ich eingezahlt habe, wie hoch meine Lebenserwartung ist und was mir danach zusteht. Und wenn ich mit 63 in Rente gehen will, wird das weniger sein. Aber ich kann auch mit 60 gehen. Dann aber mit noch weniger Geld.

    Bei mir ist es so, dass ich mit 65 Jahren 7,2% Abzüge hätte und mit 65 Jahren und 1 Monat 0% Abzüge. Das ist doch Irrsinn. Dass die Abzüge bis 67 gerechnet werden und nicht bis zu dem Zeitpunkt, wo man die 45 Versicherungsjahre voll hat, ist bei den Beamten übrigens nicht so. Wäre ich Beamter, hätte ich mit 65 nur 0,3% Abzüge.

    Die Bundesbank hat im Monatsbericht Juni 2025

    https://publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/959270/referenceDoc/ec3417227355d5231f24f09c7d6597ee

    nachgewiesen, dass man wohl ca. 0,5% für jeden Monat abziehen müsste, den wir früher in Rente gehen.

    Aber beim Thema Lebensarbeitszeit bzw. Rentenbeginn mutieren wir ja alle zu Dachdeckern...

    Du wendest lauter offensichtliche rhetorische Mittel an. Jetzt dehnt Du meinen Vorschlag auf Dinge aus, die ich nicht erwähnt habe und ziehst meinen ursprünglichen Vorschlag in's lächerliche, weil Deine eigene Erweiterungen - die nicht von mir kommen - zu Kollisionenen und Konflikten führen.

    Versuch's noch mal...

    Ich ziehe deinen Vorschlag nicht ins lächerliche. Ich zeige nur auf, was passiert, wenn die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet ist. Dann kommen nämlich ganz schnell Ideen, wie man die Einnahmen noch weiter erhöhen kann.

    Die Hauptkritik an der Laffer-Kurve liegt darin begründet, dass man nicht weiß, an welcher Stelle man sich gerade befindet. Aber die Richtigkeit der Kurve an sich, wird vermutlich selbst ein Linker mit Spuren von wirtschaftlichem Sachverstand nicht bestreiten.

    Eine Erhöhung der Abgabenlast wird also irgendwann nicht mehr zu Mehreinnahmen führen. Sondern zum Gegenteil. Was uns unterscheidet ist also vermutlich nur unsere Einschätzung, an welchem Punkt der Laffer-Kurve wir uns aktuell befinden.

    Ich will hier gar nicht den Eindruck erwecken, dass ich Steuern und Abgaben schlecht finde. Wenn ich einen adäquaten Gegenwert dafür bekomme, zahle ich die sogar gerne. Wenn ich aber das Gefühl habe, damit nicht die Einwanderung in den Arbeitsmarkt zu finanzieren sondern die Einwanderung in die Sozialsysteme und wenn ich dann Umwege fahren muss, weil Brücken nicht mehr befahrbar sind und wenn die Bahn dann auch keine Alternative ist, finde ich den Eintrittspreis für dieses Land ganz schön hoch...

    Vielleicht kannst du mir da Nachhilfe geben? Ich habe ein ETF-Depot mit einem Marktwert von 3 Mio. € und Anschaffungskosten von 1 Mio. €. Wenn ich jetzt meinen Wohnsitz nach Zypern verlege, muss ich die 2 Mio. € Kursgewinne versteuern. Aber dann bin ich doch raus. Alles, was nach meinem Umzug passiert, geht das deutsche Finanzamt nichts mehr an, oder?

    Also konkret: Warum nicht ein Renten-Soli (für die GRV und die Pensionen) auf Kapitalerträge, zusätzlich zur KapEst und der Kirchensteuer?

    Wenn man diesen Boomer-Soli" einführen würde, dann natürlich auch auf Kapitalerträge. Und dann sollte man bei der Gelegenheit auch noch Sozialversicherungsbeiträge abziehen. Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil. Weil es ja keine Arbeitgeber gibt. Natürlich auch für die Arbeitslosenversicherung. Wie - man hat als Rentner nicht die Gefahr der Arbeitslosigkeit? Egal...

    Ist das so ein "what about"-Ding?

    Man sollte nicht wegen einzelner vorhandener Schlupflöcher, die manche anwenden, im vorausgreifenden Gehorsam alle Ambitionen für Gerechtigkeit über Bord werfen. Sondern erst mal das offensichtliche klären und sich dann um die Schlupflöcher kümmern.

    Hierzu gerne mal aus eigener Erfahrung:

    Ich bin 2003 von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung gewechselt. Der Hauptgrund für mich war die Diskussion, die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung auf die Höhe der Rentenversicherung anzuheben. Das hätte für mich dann eine extreme Beitragserhöhung gebracht. Ohne einen Gegenwert in Höhe besserer Leistungen. Das wurde dann nicht oder nur in geringem Umfang umgesetzt. Aber mich hat es aus der "solidarischen GKV" rausgetrieben.

    Und was passiert, wenn man eine Vermögensteuer einführt, die vielleicht nur Vermögen ab 10 Mio. € betrifft? Dann finden plötzlich auch die Leute mit 1 Mio. € Zypern, Madeira und Co. auch ganz nett. Dann verlieren wir Einkommensteuern und bekommen die Vermögensteuer auch nicht. Aber hey - betrifft ja nur Frau Klatten...

    Wenn der Kreis schon so weit ausgedehnt wird, wieso dann keine generelle Vermögensabgabe, unabhängig davon, ob man eine von den o.g. Renten bekommt?

    Definiere Vermögen.

    Person 1: Frau, 70 Jahre alt, wohnt im schuldenfreien Haus in Hamburg-Blankenese. Marktwert ca. 2 Mio. € (natürlich nur geschätzt). Hat sie geerbt und nennenswerte Einkünfte hat sie nicht. Die Rente reicht so für den Monat.

    Person 2: Frau 70 Jahre alt, hat sich über die Jahre ein nettes Wertpapierdepot zusammengespart. Marktwert 2 Mio. €. Hat zudem auch noch eine ordentliche Rente und die Erträge aus ihrem Depot sind auch nicht zu verachten.

    Wovon soll Person 1 die Vermögensteuer zahlen? Und auf welches Vermögen?

    Person 2 könnte die Vermögensteuer aus ihren Kapitalerträgen zahlen. Und die Höhe ihres Vermögens kann sie täglich ziemlich exakt ermitteln.

    Würdest du es gerecht finden, wenn nur Person 2 eine Vermögensteuer zahlen müsste. Oder würdest du verlangen, dass Person 1 ihr Haus verkauft, um die Vermögensteuer zahlen zu können? Vielleicht sogar unter Wert, weil sie ja verkaufen muss?

    Warum die Vermögensteuer aktuell nicht erhoben wird, ist dir bekannt? Wie würdest du es ganz konkret regeln? Und ab welchem Vermögen würdest du sie erheben?

    Es gibt ja die Faustregel, dass man zur Vermeidung der Rentenlücke ca. 15% vom Nettogehalt sparen soll.

    Ich habe jetzt mal simuliert, dass man mit 20 beginnt und eine Rendite von gut 7% erzielt und dann bis 67 spart. Außerdem habe ich die Sparrate mit 2% jährlich dynamisiert (Inflationsrate).

    Wenn man erst mit 38 beginnt und auf denselben Betrag kommen will, wie der "mit-20-Beginner", muss man ca. das 2,9fache von dem sparen, was der "mit-20-Beginner" spart (15% vom Nettogehalt). Also gut 43% vom Nettogehalt.

    Mein Vorschlag wäre also, einen ordentlichen Sparplan einzurichten, der nicht mehr so viel Geld zum verkonsumieren lässt. Mir ist klar, dass 43% vom Nettogehalt vermutlich illusorisch ist. Aber mit den empfohlenen 15% kommst du jetzt halt auch nicht mehr weit.

    Ich muss da wieder eine Lanze für Leute brechen, die das in jungen Jahren oder auch später nicht können. Krankheit, Kinder, Unfall, arbeitslos, Scheidung, simpel Dummheit, Szenarien gibt es viele. Ich war eine Mischung aus "hab kein Geld" und "keine Ahnung". In der Schule kein Wort vom Sparen und Rendite. Rente??? Das ist was für alte Leute! Und dann läuft das Leben unrund und "Hoppla" schon so spät?!

    Mir ist klar, dass die Leute immer irgendwelche Gründe haben. Zu 80 bis 90% ist das aber Ahnungslosigkeit, Dummheit, Kaufsucht etc. Für diese Leute will ich aber nix von meiner Rente oder meiner Altersvorsorge abgeben. Und um die echten "Sozialfälle" soll sich bitte "der Staat" mit seiner Grundsicherung im Alter kümmern. Und das tut er ja bereits.

    Ich für meinen Teil predige meine beiden Kindern jedenfalls, dass sie mindestens 15% vom Netto in Aktien-ETF sparen sollen. Der, der bereits Geld verdient, tut dies bereits. Und die, die demnächst mit dem Geld verdienen beginnen wird... gibt sehr gerne Geld aus und da zweifle ich, ob meine "Predigt" durchdringt. Aber wenn bei ihr die Altersarmut durchschlägt, bin ich zum Glück nur noch Asche und bekomme das nicht mit.

    Die Frage, ob ein Gutteil der Bürger mit der gewonnen Freiheit umzugehen vermag, darf man sich natürlich stellen.:/

    Die Bürger haben ja heute auch schon ziemlich viele Freiheiten. Das Rentensystem ist in D so aufgebaut, dass man eine relativ niedrige Rente bekommt. Man könnte auch eine höhere Rente zahlen, müsste dann aber die Beiträge erhöhen.

    Jedem Bürger muss klar sein, dass er mit seiner Rente in ein tiefes Loch fällt, wenn er nicht privat vorsorgt. Im Grunde ist das wie eine Waage. Links liegt ganz viel und rechts liegt viel zu wenig. Ich müsste möglichst schon mit meinem ersten Einkommen beginnen, einen bestimmten %-Satz meines Nettoeinkommens (meinetwegen 15%) auf die rechte Seite zu packen, damit ich die Waage ins Gleichgewicht bekomme.

    Fange ich später an, muss ich deutlich mehr in der verbleibenden Zeit rüberpacken.

    Und wenn ich als freier Bürger entscheide, dass ich ganz spät oder gar nicht gegen meine Rentenlücke spare, ist das okay. Aber dann soll bitte nicht der Staat kommen und sagen, dass die sparsamen Altersvorsorger doch bitte schön was an die abgeben sollen, die alles in jungen oder mittleren Jahren verkonsumiert haben.