Beiträge von Ariel

    Ein Vergleich zwischen dem LS80 und dem GPO zeigt sehr gut, wie ähnlich sich beide entwickeln.

    Und das trotz der höheren Aktienquote des GPO in einem Zeitraum, in dem Aktien outperformt haben...

    Früher bestand diese Reserve hauptsächlich aus kurzlaufenden deutschen Staatsanleihen und US-Treasuries, den klassischen „sicheren Häfen“. Heute ist es überwiegend der Schweizer Franken.

    Beck ist ja wirklich sehr transparent, was die Zusammensetzung seiner Fonds angeht. Da kann man sich selbst einen Überblick verschaffen. Zu behaupten, dass es sich bei dem Anleihenteil um eine kurzlaufende Sicherheitsreserve handelt, stimmt einfach nicht.

    Der Anleihenteil des GPO ist explizit keine Sicherheitsreserve, sondern eine Investitionsreserve. Sie spiegelt mit den hohen Laufzeiten die Zinsmeinung Becks (die er schon länger Vertritt) wieder, dass die EZB eigentlich gar nicht anders kann als die Zinsen zu senken. Werden die Zinsen gesenkt, weil Aktienkurse fallen, tritt der gewünschte Performance-Effekt ein. Hier geht es nicht um Stabilisierung!
    Dass seit letztem Jahr die Renditen ständig steigen, ist halt das Risiko, das mit solchen Prognosen einhergeht. Das ist auch nicht die Schuld von Beck. Wer in Krisen den Aktienteil erhöhen wollte, ist aufgrund des Laufzeithebels oft gut mit längeren Laufzeiten gefahren.

    Eine 100%-Aktien-Benchmark ist aus meiner Sicht nicht rational. Sowohl im Fondsmanagement als auch bei entsprechenden Einstufungen wird das ähnlich beurteilt.

    Als das GPO aufgelegt wurde, war das erklärte Ziel, den MSCI World mit seinem Blasenrisiko zu schlagen. Das sei realistisch, weil die Häufigkeit von Krisen zunehmen würde.

    Ich möchte hier das GPO nicht schlechtreden. Beck ist ein guter Kommunikator und tut viel dafür, Privatanleger durch Information und konkrete Anleitung zu befähigen – auch explizit jenseits seiner Produkte! Das ist wirklich etwas besonderes!

    Idealerweise würde man das GPO mit einer Kombination aus 80 % Aktien-ETF und 20 % Geldmarkt vergleichen.

    Das halte ich für eine Fehleinschätzung.
    Zum einen ist die Investitionsreserve des GPO wirklich weit vom Geldmarkt entfernt. Das sind überwiegen Anleihen, die 2034-2045 fällig werden. Darunter auch eine Johnson&Johnson, die 2055 fällig wird. I.d.R. in Fremdwährungen.
    Zum anderen ist das Ziel der Investitionsreserver nicht die geringere Volatilität. Sie begrenzt die Volatilität nur, wenn die Aktienmärkte steigen. Sobald sie fallen, wird die Aktienquote sogar noch erhöht.
    Dementsprechend hat der Vanguard FTSE ALL WORLD auch eine besser Sharp-Ration über 5 Jahre.

    Im Facsheet des GPO wird darauf hingewiesen, dass die Anleihenquote auch 49% betragen darf. Dann könnte man sich als Benchmark auch den Lifestrategy 60 auswählen und sich freuen, dass das GPO besser lief.

    Als Argument gegen den FTSE ALL WORLD als Benchmark würde ich eher gelten lassen, dass das GPO nicht nach Marktkapitalisierung investiert und eine doppelt so breite Aktienauswahl hält.

    Viele Fonds entwickeln sich über 5 Jahre gut.

    Das stimmt. Z.B. der Vanguard FTSE ALL WORLD. Einen globalen Aktien ETF, der bis zu 100% Aktien hält, würde ich deshalb auch mit einem Globalen Aktien ETF vergleichen. Dann sieht es für das GPO auf 5 Jahre nicht mehr so gut aus.
    Aber bestimmt lassen sich auch einzelne Wochen finden, oder anderen beliebig kurze Zeiträume, in denen das GPO besser performt hat als der FTSE All World. ;)

    Ich bin eher für "normale Volatilität"

    Dem würde ich mich anschließen.

    Wenn man in die Analyse des täglichen Marktgeschehens einsteigt, Einordnungen versucht und Prognosen zur Inflationserwartung o.ä. anstellt, bildet man sich eine Marktmeinung.
    Irgendwann stellt sich dann die Frage, ob man nicht sein Portfolio dieser Marktmeinung anpassen sollte.

    Es entsteht der typische Gestaltungsdrang und die Abkehr von KISS und Buy&Hold.

    Wenn man nicht generell aktiv aufgrund von Umständen und Ereignissen in das Portfolio eingreifen möchte, würde ich mich lieber von solchen finanzpornographischen Analysen fernhalten und am besten gar nicht ins Depot schauen.

    Es scheint auf jeden Fall wieder so komplex zu werden, dass Vergleiche schwierig werden, weil man schnell Gefahr läuft, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
    Wie soll man seriöse Vergleichsrechnungen anstellen, wenn die konkrete Besteuerung/Förderung/Halbeinkünfte/Ertragsanteilsbesteuerung, etc. von so vielen unterschiedlichen und individuellen Faktoren abhängen.
    Eine optimale Ausgangslage für DVAG&Friends.

    Mir erschließt sich diese Empfehlung für den sicheren Portfolioteil auch nicht ganz.
    Wie Irving richtig hinweist: Der "hack" für Privatanleger mit Volumen unter 100.000€ sind TG und FG.

    Möchte man in Richtung 1-3 jährige Anleihen gehen, kann man einfach eine 3 stufige Bundesanleihentreppe bauen, bei der man 1x/Jahr nachkaufen muss.

    ETFs auf die empfohlenen Indizes finde ich für das Gebotene fast schon unverschämt teuer. Zusätzlich zu den größeren Schwankungen durch die Duration hat man dann 30% BBB Anleihen und 60% Wertpapierleihe für magere 0,05% mehr Rendite im Vergleich zu der Bundesanleihentreppe (und 0,4%+ weniger im Verglich zu TG/FG).

    Von dem Austausch und der Diskussion über die unterschiedlichen Strategien und die Rolle der Kosten kann man viel lernen.

    Allerdings leider nicht, welche Strategie nun tatsächlich in der Zukunft die bessere gewesen sein wird.
    Kommer selbst sagte immer wieder in seinen Interviews, dass Zeiträume von unter 20 Jahren zu kurz seien, um Faktrostrategien zu bewerten und es/oder man "dumm" sei, wenn man es dennoch macht.
    Nach seinen Maßstäben, wird man seine Strategie also frühestens in 17 Jahren bewerten können. Das Ergebnis würde für mich dann zu spät kommen.

    Ob die Gewichtung in einem global diversifizierten Aktienkorb am Ende einen signifikanten Unterschied machen wird, bleibt m.E. fraglich. Selbst wenn, bleibt es schwierig, sich ex ante für die individuell optimale (zu den persönlichen Entnahmezeitpunkten passende) zu entscheiden.

    Dass man Kommer die höheren Kosten gegenüber bspw. einem Prime Global vorwirft, mag in Teilen unfair sein, weil Kommers Strategie eben eine kostspieligere ist.
    Es war allerdings der Meister selbst, der Menschen wie mir über viele Jahre in den Büchern + Interviews regelmäßig eingeimpft hat, welche entscheidende Rolle Kosten spielen (insbesondere über Lange Zeiträume (-> neg. Zinseszins)).

    Nach dem Autorennen als Verlierer zu behaupten, dass man mit einem anderen Auto, das zu Hause in der Garage steht, gewonnen hätte, ist halt ein bisschen….sagen wir mal….bemüht.

    Ich kann gerade nicht ganz folgen. Um welches Rennen geht es?

    Geht es um die letzten 12 Monate?
    Da kann ich keine signifikanten Unterschiede erkennen.
    Man sieht nur, dass unterschiedliche Gewichtungen in einem globalen Aktienportfolio keinen wesentlichen Unterschied in den jüngsten Marktphasen gemacht haben.
    Ob die minimalen Unterschiede nun durch Kosten, Strategien oder den Stand der Sterne zustande kommen, finde ich jetzt nicht so relevant.

    Schaut man sich den längstmöglichen Anlagezeitraum an, werden die Abstände zwar größer, aber auch da sind keine wesentlichen Unterschiede sichtbar (außer vielleicht der erwartbare Bond-Drag beim Beck Fonds).

    Der Zeitraum ist allerdings so kurz, dass sich ohnehin keine belastbaren Aussagen zu diesen Strategien treffen lassen.

    Ist ja bekannt ... aber hätte irgendjemand hier den Nerv, ausgerechnet heute den gesamten Betrag in egal welchen Welt-ETF zu stecken? Ich nicht.

    Die persönlich richtige Aktienquote zu finden, ist tatsächlich nicht so einfach.
    Der von Dir genannte Gedanke kann aber helfen.
    Das Halten eines bestimmten Depotbestands entspricht dem Kauf dieses Bestandes heute.

    Wenn mein Depot bspw. 500.000€ umfasst mit 70%Aktien/30% Geldmarkt. Würde ich 500.000€ heute genau so investieren? Dann passt die Aktienquote.

    Wäre mir das zu heiß? Dann ist die Aktienquote zu hoch.

    was passiert denn mit dem SWAP ETF, wenn die Weltgemeinschaft - oder zumindest alle westlichen ETF/Fondsanbieter - wie bei russischen Unternehmen den Handel einstellen?

    Soweit ich informiert bin, folgt der SWAP ETF auch in diesem Fall dem Index.

    Das Trägerportfolio wird für den Anleger nur relevant wenn der/die Kontrahent/en ausfallen.

    Und wenn wir uns auf das Spielchen einlassen, dann bitte auch richtig.

    Die direkten Vergleiche kommen ab einem bestimmten Punkt immer an eine Grenze.

    Wir haben vor 2 Jahren einen neuen Up Reimport für 13000€ gekauft. Der hat 700km Reichweite und ist in 5min getankt. Wenn ich diese Eigenschaften bei einem E-Fahrzeug suche, finde ich sie entweder gar nicht oder erst in Preissphären, die mit einem Up nicht im entferntesten etwas zu tun haben. Diese Fahrzeuge haben dafür ganz andere Qualitäten, die für unseren Zweitwagen aber nicht relevant waren.

    Wenn man direkt vergleichen möchte, geht das nur individuell. Also welche Bedürfnisse an Raumangebot, Reichweite, Ausstattung, Preis etc. habe ich genau und welche Fahrzeuge kommen in genau diesem Segment für mich in Frage.

    Tagesgeld als Notgroschen ist vorhanden (50k) + es besteht ein
    ETF mit „HSBC MSCI World UCITS ETF (IE000UQND7H4)“

    D.h. Dein Vermögen ist in Notgroschen und ansonsten 100% Aktien investiert?
    Wie lange machst Du das schon so und wie hat es sich bisher für Dich angefühlt?

    Wenn Du das so beibehalten kannst und willst:
    Liquiditätsplanung für die nächsten 15 Jahre machen:
    Welche Beträge werden wann (ungefähr) benötigt, die nicht aus dem laufenden Einkommen bestritten werden können? Diese Beträge in Bundesanleihen/Geldmarkt ETF.

    Der Rest könnte (entsprechende Erfahrung mit hoher Aktienquote vorausgesetzt) z.B. in eine ACWI IMI investiert werden.