Beiträge von madize

    Bitte nochmals meine Eingangsfrage genau lesen, da steht alles was du gerade anzweifelst. Übrigens hast du mit 63 Jahren und 45 Beitragsjahren 14,4% Abzüge.

    Du hast recht, dass man mit 63 und sogar mit 45 Beitragsjahren 14,4 % Abschlag haben kann – aber dann ziehst du nicht die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre)“, sondern die „Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre)“. Dort gilt: 0,3 % pro Monat, max. 14,4 % (bei 4 Jahren Vorziehen).

    Der Knackpunkt ist: Die 45-Jahre-Rente ist nicht vorzeitig möglich – auch nicht mit Abschlägen. Für Jahrgänge ab 1964 ist sie erst ab 65 erreichbar.

    Kurz: Die 45 Beitragsjahre “verursachen” keinen Abschlag – sie helfen dir nur, ab 65 abschlagsfrei in dieser Rentenart zu sein. Mit 63 bist du automatisch in der 35-Jahre-Rente, daher die 14,4 %.

    Du verwechselst die Rentenarten: 45 Jahre heißt bei dir abschlagsfrei ab 65, nicht ab 63. Mit 63 ist es die 35-Jahre-Rente mit 14,4 % Abschlag. Und der ‚1-Monat-Job-Trick‘ kann trotzdem eine Sperrzeit geben, wenn die Arbeitslosigkeit bewusst herbeigeführt/abgesprochen wirkt – außerdem musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

    Ziel von D. Trump war es ja, die Zölle zu erhöhen, um damit Einnahmen zu generieren, die dann zur Senkung der Einkommensteuer verwendet werden könnten. Umgekehrt geht's natürlich genauso: wenn Zölle erniedrigt werden oder wegfallen, muss an anderen Steuerschrauben gedreht werden.

    KaffeeOderTee wie von Dir richtig vermutet, geht man davon aus, dass die Endkundenpreise sinken, wenn Einfuhrzölle wegfallen (oder umgekehrt die Endkundenpreise steigen, wenn diese eingeführt oder erhöht werden). Hat man ja in den USA z. B. bei ausländischen PKWs gesehen. Durch solche steigenden Preise von Einfuhrgütern macht man diese unattraktiver, verglichen mit den heimischen Produkten (ein wenig bemittleidenswert sind US-Kunden sich anstelle eines Premium-Klasse Autos aus Deutschland mit einem Chrysler vorlieb nehmen müssen... 8|)

    Lässt sich so nicht einfach sagen. Durch Abbau von Handelsschranken erhofft man sich wohl mehr Handel (die Verbraucher haben jetzt ja auch mehr Geld), dadurch kommen wiederum andere Steuern zum Tragen...alternativ kann man auch an anderer Stelle an der Steuerschraube drehen...

    Wenn ein Recruiter oder -in derart verzweifelt agiert, würde ich da gedanklich eher einen Haken dran machen.

    Die verdienen halt i.d.R. nur, wenn sie jmd. vermitteln. Nicht wenige sind (leider) nicht mal in der Lage ein Profil zu lesen, behaupten aber natürlich, dass würde zu 99,9 % zur vakanten Stelle passen.

    Ist mir schon klar. Bin aber schon groß genug (und habe genügend Selbsterhaltungstrieb), um selber zu beurteilen, wie gut ich zu einer Position passe. Außerdem habe ich über 20 Jahr lang selbst auf der anderen Seite des Bewerbungstischs gesessen...

    Konzern vs. Startup - das könnte für beide Seiten den Kulturschock schlechthin geben. Wenn es gut gemacht ist, kann es gut werden und das Startup geht ein paar vorsichtige Schritte in Richtung "Erwachsenwerden".

    Als ich bei meiner Ex-Firma damals begonnen haben, waren da auch nicht viel mehr als 20 Mitarbeiter in Europa. Ich kenne die Entwicklungsschmerzen, die beim Größerwerden auftreten... ^^

    Danke, sam51, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so ausführlich auf meine "Story" zu antworten. Noch einige Berichtigungen meiner Darstellung, da diese offenbar falsch rübergekommen sind. Die Firma hat mir tatsächlich gekündigt. Die Formulierung war "Hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist zum nächstmöglichen Zeitpunkt..." Nichts mit "betriebsbedingt" oder so, einfach nur fristgerechte Kündigung. Das "betriebsbedingt" weiß ich aus dem Gespräch mit der Personalerin und dem Chef (Umstrukturierung etc.).

    Ich habe auch keinen Aufhebungsvertrag unterschrieben, sondern Kündigungsschutzklage eingereicht. Mein Anwalt und der gegnerische haben sich dann - mit meiner Mitwirkung - auf einen Abwicklungsvertrag geeinigt, der dann gerichtlich protokolliert wurde, was wohl eventuelle Sperrzeiten beim ALG verhindert. Die Alternative wäre gewesen, monate- und jahrelang einen Prozess zu führen, um dann am Ende vielleicht zu gewinnen und in besagtem Zimmer ohne Licht zu landen, um dort meine restlichen 10 Arbeitsjahre bis zur Rente abzusitzen...da sah ich die Entscheidung, die ich nun getroffen habe, nicht als die schlechteste an.

    Den "verhaltenen Optimismus" habe ich, weil ich mir meine Qualtäten bewusst bin und es da draußen tatsächlich Firmen gibt, die genau das suchen, was ich zu bieten habe. Der Geschäftspartner der externen Firma, der mich Anfang des Jahres angesprochen hat, kennt übrigens das Verhalten meiner ehemaligen Firma, er ist selbst schon über 60, hat also keine Berührungsängste mit so jemandem wie mir, braucht einfach gewisse Fähigkeiten zu organisieren, analysieren, Entscheidungen zu treffen und Dinge voranzutreiben. Heute hatte ich einmal wieder ein Recruiter-Screening, wo mich die Dame nahezu bekniet hat, den Bewerbungsprozess bei einem jungen Startup weiterzuführen, da sie jemanden benötigen, der in der Lage ist, eine Abteilung, wie ich sie bei der letzten Firma geführt habe, von Grund auf neu aufzubauen...ob das das gibt? Weiß ich nicht, aber es gibt Optionen, das sehe ich...

    Bis Ende April kann ich mich übrigens noch als "in Amt und Würden" verkaufen, weil mich meine Ex-Firma bis dahin noch voll bezahlt. Ich hoffe, bis dahin bei der Suche erfolgreich gewesen zu sein...wir werden sehen.

    Meine Meinung zum Thema Waschstraße ist die, dass man fürs Nichtstun nur unwesentlich weniger bekommt, als wenn man sich jeden Tag 8 Stunden an die Waschstraße stellt, um dort Plastikkondome über Scheibenwischer zu ziehen und mit Hochdruckreiniger die Autos vorzuwaschen...

    Als ich vor etwa 2 Jahren sah, dass im Altenpflegeheim das angeschlossene Café für 2 Wochen schließen musste, weil 2 Angestellte teils krankheitsbedingt nicht arbeiten konnten, fragte ich im Heim nach, warum diese so wichtige Einrichtung nicht durch Arbeitssuchende besetzt werden könne. Die Heimleiterin sagte mir, dass tatsächlich ein ukrainisches Ehepaar sich vorgestellt hätte, dass sie aber dankend abgelehnt haben, nachdem sie das verfügbare Gehalt erfahren hatten...der Betrag, den sie für sich und ihre 3 Kinder vom Amt erhalten haben, war wohl deutlich attraktiver - und das, ohne morgens aufstehen zu müssen...

    Hat meiner Meinung nach mit echtem Fachkräftemangel nichts zu tun, sondern ist eine Überversorgung von Bürgergeldempfängern in bestimmten Konstellationen (vor allem mit vielen Kindern).

    @da2023sche, danke für Deine Gedanken. "Etwas anderes zu machen" ist natürlich ein sinnvoller und in die Zukunft weisender Plan. Dieser geht mir natürlich auch durch den Kopf.

    "Raus aus der Komfortzone" heißt das wohl, aber dies ist sowieso die Situation, in der ich mich derzeit befinde. Dies hat mehrere Aspekte. Ein Aspekt ist, dass ich mich natürlich frage, wie ich eine Position finden kann, wo ich deutlich weniger Erfahrung und Fähigkeiten mitbringe, als dies bei Tätigkeiten der Fall ist, wo ich nun schon über 20 Jahre tätig gewesen bin...für mich persönlich könnte ich mir Consulting vorstellen in Sachen Finanzbildung, Personalberatung in Sachen Recruitment, vielleicht sogar Consulting in Sachen High-Fi Geräte...alles Bereiche, in denen ich mich recht gut auskenne und die ich auch sehr mag.

    Ansonsten, um im Fach zu bleiben, bin ich bereit, und ich sehe auch, dass diese Optionen am Markt existieren, dass man 1-2 Level berufsmäßig nach unten entwickeln kann, oder auch 1-2 Level nach oben.

    Für den Schritt nach unten hätte ich kein größeres Problem, finanzielle Einbußen könnte ich verkraften, dies geht üblicherweise mit weniger Verantwortung und damit auch mit geschonteren Nerven einher.

    Der Schritt nach oben ist finanziell oft lukrativ, lässt mich aber auch immer an mir zweifeln, in wieweit ich dies für die Firma und mich tatsächlich leisten könnte, oft muss man da in fachliche Bereiche eindringen, wo man zwar eine Idee hat, wo man aber bisher wenig Erfahrung aufzuweisen hat...die Sorge zu scheitern ist dann vorhanden...weiß nicht, ob ich mir das in meinem Alter noch antun soll...

    Neben der Bewerbung auf vorhandene Stellenanzeigen gibt es noch weitere Methoden: sich von ehemaligen Geschäftspartner ansprechen lassen (habe gerade eine solche Anfrage bekommen, die Firma möchte ihr Geschäft auf den deutschsprachigen Raum ausdehnen und sucht nun einen Experten, der Land, Leute, Produkt kennt), oder aber das Kontaktieren von Personalvermittlern, die oft Stellen kennen, die noch gar nicht ausgeschrieben sind...

    Wäre ich Personaler, wäre meine erste Frage beim Lesen deiner Bewerbung: "Warum ist diese hochqualifizierte Führungskraft gekündigt worden?" Die genaueren Umstände der Beendigung deines Arbeitsverhältnisses hast du hier nicht erläutert. Aber soweit ich mich erinnern kann, ist es in Deutschland schwierig, einen Mitarbeiter loszuwerden. Da deine Abteilung ja nach deinen Worten noch existiert, dürfte es wohl keine betriebsbedingte Kündigung sein. Empfänger von Bewerbungen stellen aber in der Regel keine Fragen. Kommt denen etwas komisch vor, heißt es: "Im Zweifel gegen den Bewerber." und deine Bewerbung landet im Ausgangsordner. Eine Begründung für die Absage wirst du praktisch nie erfahren, da sich das Unternehmen nicht angreifbar machen will.

    Natürlich wird es im fortgeschrittenen Alter im schwieriger, einen adäquaten Job zu finden. Und wenn es Absage auf Absage hagelt, kann das einem schwer die Laune verderben. Aber ich glaube, wenn du sagst, das passiert alles nur, weil du schon älter als 59 bist, machst du es dir zu einfach. Es kann eben viele andere Gründe geben, warum du Absagen bekommst. Vielleicht hast du zu lange (25+ Jahre?) in einem Konzern gearbeitet und man hält dich nicht für geeignet, dich den Strukturen des stellenausschreibenden Unternehmens anzupassen. Oder deine Gehaltsvorstellung passt nicht. Oder jemand gefällt einfach dein Bewerbungsfoto nicht. Das wirst du aber meist nie erfahren.

    Du schreibst, dass du dir finanziell keine Sorgen machen musst, aber trotzdem noch nicht in den Ruhestand gehen willst. Vielleicht wäre es ja eine Option, wenn du dich als Berater selbständig machen würdest.

    Hi sam51 , ich weiß nicht, wie alt Du bist, oder was Du bisher an Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt gemacht hast. Vorweg: ich kenne die Verhältnisse in vielen Ländern dieser Erde und bin sehr froh, dass wir in Deutschland einen sehr guten Schutz für Arbeitnehmer haben. Das sieht -um mal einen Extremfall zu nennen - in USA; wo meine bisherige Firma ihren Hauptsitz hat, ganz anders aus.

    Und nein, die Aussage, man könne über eine betriebsbedingte Kündingung ohne Anlass einen Mitarbeiter nicht loswerden, ist nicht richtig. In der Firma, über die ich spreche, hat es seit deren Bestehen in Europa (mehr als 30 Jahre) keinen einzigen regulären Eintritt in die Rente gegeben (bei heute ca. 800 MA), die allermeisten wurden in etwa nach 25 Jahren Betriebsgehörigkeit gekündigt, die allermeisten hatten zu diesem Zeitpunkt relativ hohe Gehälter. Vorgehen ist immer die gleiche: es wird betriebsbedingt gekündigt, wissend, dass dies einer Kündigungsschutzklage vor Gericht nicht standhalten wird. Aus diesem Grund zeitgleich eine Abfindungsvereinbarung hinterher geschoben, die teilweise sehr attraktiv ist. Damit "kauft" die Firma dem ehemaligen Mitarbeiter quasi seine Stelle ab. Du kannst dann zwar dagegen klagen (habe ich tatsächlich getan), aber wer will schon bei einer Firma weiterarbeiten, wo man genau weiß, dass diese einen nicht mehr behalten will, die alle Möglichkeiten hat, einem das (Berufs-)leben zur Hölle zu machen. Ich frage mich zwar, ob sich das wirklich lohnt (bei mir lag die Abfindung größenordnungsmäßig etwa bei einer viertel Million), aber sie tut es eben (für die Abfindungen gibt es ein Extra-Budget...

    Die Frage, warum ich gehen musste und nicht der Kollege, der heute meine Position übernommen hat, kann viele Gründe haben. Einer könnte sein, dass die von den Shareholdern gewünschten Wachstumsraten von 20 % pro Jahr früher erreicht wurden, heute seit nun ca. 5 Jahren nicht mehr (unter anderem wegen dem Rückgang des Automobilmarkts). Um am Aktienmarkt in dieser Situation bestehen zu können, fühlt man sich gezwungen, Sparmaßnahmen zu proklamieren und diese auch umzusetzen...am Personal zu sparen (bei teuren Mitarbeitern) ist eine sehr einfache Methode.

    Ein weiterer möglicher Grund, den ich aber auch erst jetzt kürzlich verstanden habe ist, dass jüngere, unerfahrenere Chefs (ich habe so einen vor ca. 2 Jahren vor die Nase gesetzt bekommen), haben häufig Schwierigkeiten mit sehr erfahrenen Mitarbeitern, die sich sehr gut im Unternehmen und im Business auskennen...es gibt Charaktere, die meinen, solche Mitarbeiter würden ihre Kompetenzen beschneiden und sie schlechter aussehen lassen. Wenig seniorig, wie ich finde: als Manager sollte es das Ziel sein, sein Team scheinen zu lassen, nicht sich selbst. Ich kam in den letzten 2 Jahren mit vielen Verbesserungsvorschlägen, basierend auf meiner Kenntnis von Firma und Kunden, möglicherweise war dies einer der Gründe für meinen Rausschmiss.

    Dass so eine Entscheidung für die Firma nicht immer eine glückliche Entscheidung ist, habe ich hinterher, bis heute, gesehen. Noch als ich bekannt gegeben habe, dass ich die Firma verlassen werde, habe ich vom ersten Mitarbeiter eine Nachricht per Teams erhalten, dass ich ihm mitteilen sollte, was meine nächste Station sei, er würde definitiv mitgehen. Er sollte nicht der letzte mit dieser Anfrage gewesen sein. Zwei weitere Kollegen bilden sich aktuell massiv weiter, um baldmöglichst den Absprung zu einer anderen Tätigkeit finden zu können. Von einem weiteren Kollegen habe ich die Aussage erhalten, er habe festgestellt, dass seine Loyalität nicht gegenüber der Firma bestehe, sondern gegenüber seinem Team und mir als seinem ehemaligem Chef...das geht natürlich runter wie Öl, zeigt mir, dass ich in meinem Umgang mit Menschen wohl sehr viel richtig gemacht habe, macht mich aber auch unendlich traurig, wenn ich daran denke, welch ein tolles Team ich da zurück gelassen habe.

    sam51, das war jetzt ein sehr langer Text mit der Beschreibung meines spezifischen Falls. Ziel war es, Dir zu erklären, wie so etwas "in Wirklichkeit" abläuft, wie die Vorgehensweise, das Mindset von international arbeitenden amerikanischen Firmen ist. Wenn ich den USA bei meiner Ex-Firma angestellt gewesen wäre, wäre mir exakt das gleiche passiert, allerdings wäre ich dann von einem Tag auf den anderen Tag mit meinem 7 Sachen auf der Straße gestanden und nicht mit einer bezahlten und freigestellten Kündigungszeit von 7 Monaten und einer doch erheblichen Abfindung. Erfahrene Personaler, die diese Vorgehensweise von börsennotierten Firmen kennen, sollten dies wissen und von daher meine Kündigung entsprechend einstufen können.

    Es gibt aktuell eine einzige Form von gesellschaftlich akzeptierter Diskriminierung: die des Alters wegen. Wegen jeder Ungleichbehandlung aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, politischer Ausrichtung, Haarfarbe, Form etc. findet sich in Windeseile eine Lobby, die sich empört - nicht so bei der Diskriminierung aufgrund des Alters.

    Ich selbst bekomme das derzeit am eigenen Leibe mit: hochqualifiziert, über 20 Jahre in Führungspositionen, Verantwortlich für eine interntionale Abteilung mit Ingenieuren an 6 Standorten in Europa - dann Kündigung vergangenen September, ich wurde ersetzt durch eines meiner Teammitglieder, der 15 Jahre jünger ist als ich und nur etwa 2/3 von mir verdient hat. Das alles kann sein, lässt sich durch Sparmaßnahmen begründen.

    Was sich schwer begründen lässt, sind die Ergebnisse meiner bisherigen Bewerbungsbemühungen. Ich bewerbe mich sehr selektiv, fast nur auf Stellen, wo ich sicher bin, dass ich die Anforderungen der Ausschreibung zu 95 % erfülle, bei manchen bringen ich sogar noch 20 % als die geforderten Skills mit...wenn man mein bisheriges Fixgehalt zusammenrechnet inkl. Bonus und Aktien, dann kam ich in manchen Jahren auf eine Summe, wo ich aktuell nur etwas mehr als die Hälfte als Gehaltsvorstellung angebe...trotz alledem kommt meist die abschließende Email "Wir waren erstaunt über Ihre hohe Qualfifikation. Leider haber wir jemanden gefunden, der noch besser zu der ausgeschriebenen Position passt." Manchmal sind diese Stelle nach meiner Absage noch Wochen und Monate im Netz, sind also offenbar nicht vergeben worden...

    Einmal bekam ich eine relativ offene Antwort, dass ich für die ausgeschriebene Position wohl überqualifiziert sei...ich war sehr dankbar für die Information, da es mir wenigstens in etwa eine Idee gab, wodurch die Absage begründet war.

    Seitdem ich auf der Suche nach einer neuen Aufgabe bin, habe ich sehr viele Menschen kennengelernt, denen es so wie mir geht. Da sind ca. 150.000 gut qualifizierte Menschen im Laufe des letzten Jahres in der Automobilindustrie und deren Zulieferer entlassen worden, wovon sehr viele "auf dem Markt" sind.

    Das Tragische dabei ist, dass man vielerorts von "Fachkräftemangel" spricht - und dabei vergisst, dass da Menschen verfügbar sind, die genau das haben, was die allermeisten Firmen suchen: Urteilsvermögen. Durchhaltevermögen. Gelassenheit in Stressmomenten. Qualität statt Chaos. Führung ohne Ego.

    Ich mache mir finanziell wenig Sorgen. Mein Häuschen ist abbezahlt, die Altersvorsorge ist über mein Depot und die Einzahlung von Höchstbeträgen in die Rentenversicherung über viele Jahre hinweg auf einem sehr guten Weg. Aber es ist die Aufgabe, die jetzt fehlt, man möchte in den Jahren bis zum Ruhestand noch etwas Sinnvolles machen, etwas bewegen, die erworbenen Qualitäten nutzbringend anwenden...

    Ich wünsche mir, dass die Damen und Herren in den Personalabteilungen ihren Horizont dahingehend erweiteren, dass sie die Qualitäten der Ü50er erkennen und diese als nutzbringend für unsere Firmen wahrnehmen...es macht wenig Sinn, die Rentenaltersgrenze weiter nach oben zu schieben, wenn die Menschen, die das betrifft, am Arbeitsmarkt keine Berücksichtigung finden.

    Deine bAV (ab 2017, §3 Nr. 63 EStG – Direktversicherung/Pensionskasse) wurde aus Brutto finanziert, also steuer- und sozialabgabenfrei.
    Daher gilt: Alles, was du später ausgezahlt bekommst, ist voll steuerpflichtig.

    Wenn du den Vertrag jetzt kündigst und dir z. B. 15.000 € auszahlen lässt, wird dieser Betrag zu deinem normalen Bruttojahreseinkommen addiert und mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert.
    Bei typischen Einkommen liegt der bei ca. 38–42 % → du verlierst also rund 6.000 € an Einkommensteuer und bekommst nur etwa 9.000 € netto.

    Sozialabgaben (Kranken-/Pflegeversicherung) fallen bei Kündigung vor Rentenbeginn nicht an – aber die Steuer allein macht die Kündigung wirtschaftlich sehr unattraktiv.

    Fazit:
    Eine Kündigung ist fast immer der schlechteste Zeitpunkt, weil du die komplette Summe mit dem höchsten Steuersatz versteuern musst. Beitragsfreistellung und späterer Bezug in der Rente ist steuerlich deutlich günstiger.

    Wie ist es eigentlich für den Fall, dass bAV-Verträge über Jahrzehnte über den Arbeitgeber bespart wurden (mit meinem Geld natürlich) und diese dann wegen Arbeitslosigkeits von mir privat übernommen und entweder beitragsfrei gestellt oder aber weiter aus meinem Netto weiter bis zur Auszahlung bespart werden?

    Der ehemaligen Schröder-Regierung hat es ja gefallen, und das wurde bis heute mehrmals höchstrichterlich bestätigt, dass Auszahlungen aus diesen Verträgen 10 Jahre lang der Sozialversicherungspflicht unterliegen (für gesetzlich versicherte), weil die Beiträge ja sozialversicherungsfrei eingezahlt wurden. Wie steht es dann mit den Beiträgen, die in der letzten Arbeitsphase privat eingezahlt wurden, diese gingen ja aus den Netto, sind also schon einmal sozialverbeitragt worden. Wird da unterschieden oder geht's nach dem Motto - Pech gehabt? Lohnt bei dieser doppelten Sozialverbeitragung überhaupt die private Fortführung des Vertrags oder sollte man diese besser beitragsfrei stellen?

    Bei mir sind als Einzelaktien Allianz und RWE verblieben (4 bzw. 3 % meines Portfolios), beides klare Dividendenwerte - sehr solide! Ich hatte mal Volkswagen, Vonovia und SAP, sind alle weg. Volkswagen, weil mir die Automobilisten aktuell zu unsicher sind, Vonovia, weil der Staat da seine Finger drin hat (mit Regularien), SAP weil ich sowieso eher Tec-lastig unterwegs sind und ich da den amerikanischen Schwergewichten mit ihrer internationalen Vernetzung und der starken KI-Orientierung mehr vertraue.

    Zusätzlich besitze ich noch einen Bestand am aktiven Fonds DWS Aktien Strategie Deutschland, den ich noch als "Altbestand" führe...wäre einer der ersten Kandidaten, die ich zu Geld machen würde, wenn ich denn mal Bedarf habe...

    Es ist bekannt- und das ist ja auch ein sehr richtiger Gedanke - dass Finanztip sich vor allem für eine prognosefreie Anlageform einsetzt, was bedeutet, auf einen möglichst breiten Korb an Firmenbeteiligungen zu setzen (der MSCI World ist eine Möglichkeit hierfür). Das muss nicht heißen, dass man alle anderen Anlageformen ausschließt. Es ist jedem selbst überlassen, wo er seine Risikobereitschaft sieht und welchen Anlageformen er Vertrauen schenkt (manche legen in Wein an, ich trinke den lieber).

    Der DAX hat sich im letzten Jahr deutlich besser als der weltweite Index entwickelt. Wird er das weiterhin tun? Ich weiß es nicht. Meiner Meinung nach hat er einfach etwas aufgeholt, was der MSCI World vorher vorgelegt hat. Dies balanciert auch das Übergewicht von US-Werten etwas aus. Von daher könnte auch künftig der DAX ein interessantes Investment sein - neben den weltweiten Werten.

    Wenn man bisher den DAX als Investment hatte und auch künftig daran als Diversifikationsobjekt glaubt, dann sollte man ihn auch behalten.

    Anderes, aber verwandtes Beispiel: ich habe Geld als relevante Sicherheitskomponente in meinem Depot, dieser Teil hat seinen Wert in 2025 um fast 50 % gesteigert. Sollte ich nun verkaufen? Ich werde einen Teufel tun, sondern diesen Teil einfach behalten, auch wenn er sich künftig vielleicht wieder schlechter als Aktien entwickeln wird...aber er gibt mir Sicherheit da er eine geringe Korrelation mit dem MSCI World hat.

    Na ja, wenn hier im Forum der allgemeine Konsens ist, man möge doch auf den MSCI World setzen, dann besteht bei Ergebnissen von Anlegern die dies nicht zu 100 Prozent tun und dann auch noch deutlich höhere Renditen erwirtschaftet haben, natürlich schon Neidgefahr... 8)

    By the way: ich setze auch auf den MSCI World (in der ACWI-Variante), habe aber auch noch vertrauenswürdige Aktien und Edelmetalle im Portfolio. Rendite in 2025 bis heute bei 19.3 %...so, und jetzt steinigt mich... :S

    Das ist wie mit dem Autofahren: 82 % der Deutschen meinen, sie fahren überdurchschnittlich gut Auto...beim Investieren ist es sehr ähnlich. Es gibt Investmentfirmen, die bauen ihre Gebäude möglichst nahe bei der Börse, um Millisekunden schneller als andere auf Nachrichten reagieren zu könnnen...man sieht hieran, dass es andere Player gibt, die eventuell eine Chance hätten, inhalts- und damit auch prognosebasiert Investment treiben zu können.

    Für den normalen Anleger ist eine prognosefreie Anlageform die bessere. Niemand weiß, ob der Kurs einer Aktie morgen fallen oder steigen wird. Was ETF-Anleger antreibt, ist der Glaube in die Gier der Menschen, dass die Wirtschaft stets versuchen wird, Steigerungsraten und Wachstum hinzulegen. Dieses ist unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Wenn dieser Glaube korrekt ist, dann sollte nach absehbar längerer Zeit (10-15 Jahre) in allen Fällen eine Steigerung des Vermögens vorhanden sein...von daher ist es egal, wann Du einsteigst, wichtig ist nur, dass Du einsteigst.

    Time in the Market beats Timing the Market.

    Meine Frau besitzt die ein oder anderen Mietwohung und wir haben uns dewegen auch schon mal bei der Gesellschaft erkundigt, bei der wir auch unsere private RS-Versicherung haben. Allerdings waren die Beiträge derart exorbitant, dass selbst der Versicherungsvertreter uns davon abgeraten hat. Er meinte, es wäre wohl eine gute Idee, Mitglied bei Haus und Grund zu werden, um von dort zumindest eine solide Rechtsberatung für kleines Geld zu erhalten...