Mit welcher Begründung erfolgte die Ablehnung?
Beiträge von madize
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Na ja, der Spülkasten und alle Verstecke, die man so bei YouTube findet, sind natürlich den Besitzübergangsfachkräften bekannt...in einem Haus würden mir aber spontan 10 Verstecke einfallen, die nicht unbedingt intuitiv sind...
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Ich würd sie behalten...8 Münzen sind - wie oben schon geschrieben - sicher in Eurer Wohnung so sicher zu verstecken, dass ein potentieller Einbrecher diese nicht in weniger als 1 Stunde findet. Ich schätze am Gold die zusätzliche Diversifikation des Vermögens, die zudem noch unkorreliert mit anderen Anlage formen (ETFs etc.) ist.
Gold hat eine extrem hohe Wertdichte und lässt sich im Fall der Fälle sehr leicht transportieren... -
meinrad ich kann Deinen Frust sehr gut verstehen - wobei Du ja immer noch in der komfortablen Situation bist, einen Arbeitsplatz zu haben und nicht entlassen zu werden (hierfür ist Kurzarbeit ja gedacht). D. h. Du kann aus einer gesicherten Position heraus die Augen offenhalten, Dich bewerben etc.
Nur zur Einordnung: mein Arbeitgeber hat mich September vergangenen Jahres gekündigt - zu alt, zu teuer...offiziell natürlich "Umstrukutrierung". Mit 57 Jahre ist es alles andere als einfach eine adäquate Nachfolgestelle zu finden. Im alten Job habe ich gut 6-stellig verdient, inzwischen bin ich bereit, in ganz Süddeutschland eine Stelle anzutreten, habe meine Gehaltsvorstellungen drastisch heruntergeschraubt...bis Ende April werde ich noch ganz offiziell bezahlt (obwohl freigestellt), anschließend gibt's noch eine sehr vernünftige Abfindung, die alleine mich aber auch nicht bis zur Rente tragen wird, aber sie ist in der Lage, Gehaltseinbußen bis dahin zu kompensieren.Versuch mal, eine Bewerbungsstrategie aufzustellen, eventuell örtlich und in Bezug auf Deine Tätigkeit flexibel zu werden, Sparpotentiale zu erkunden (wenn's in der Kurzarbeit nicht möglich ist, an der Altersvorsorge zu arbeiten, dann ist das halt so, kann später auch wieder anders werden). Versuche einem potentiellen neuen Arbeitgeber nicht zu erzählen, was Du schon alles tolles gemacht hast, sondern hab den Fokus darauf, dass er versteht, was Du mit Deiner langjährigen Erfahrung für ihn tun kannst...
Ich weiß, ab einem gewissen Alter ist es schwer, die Recruiter und ihre automatisierten Filter zu "überlisten", aber das ist genau das, was ich aktuell ebenfalls versuche. Viel Glück Dir!
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Uff, das ist echt bitter – aber leider kenne ich solche Fälle aus der PKV.
Viele Risikozuschläge sind nicht „fix“, sondern laufen quasi wie ein prozentualer Aufschlag mit – und steigen dann bei jeder Beitragserhöhung automatisch mit. Deshalb wird aus 16 € irgendwann ein großer Brocken.
Und „seit Jahren beschwerdefrei“ überzeugt die Versicherer bei Allergien oft trotzdem nicht, weil die sagen: kann wiederkommen / kann sich entwickeln (z. B. Richtung Asthma). Der Ombudsmann schaut meist nur, ob formal alles korrekt lief – nicht, ob der Zuschlag „gefühlt fair“ ist.
Was ich an deiner Stelle noch machen würde:
- Nicht nur „bitte streichen“, sondern gezielt Reduktion beantragen.
- Die Hallesche ganz konkret fragen: Welche Unterlagen braucht ihr, damit ihr den Zuschlag senkt oder rausnehmt? (z. B. X Jahre ohne Medis, keine Folgeerkrankungen, Arztbrief etc.)
- Zusätzlich mal internen Tarifwechsel checken – das kann zumindest die absolute Belastung drücken.
- Und wenn’s um richtig viel Geld geht: einmal kurze Erstberatung (Fachanwalt/PKV-Profi), ob es irgendeinen Hebel gibt.
Komplett wechseln würde ich nach 30 Jahren nur sehr vorsichtig angehen (neue Gesundheitsprüfung, neues Eintrittsalter …).
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Thorsten87 wenn ich Deinen Forennamen richtig interpretiere, dann bist Du alterstmäßig irgendwo in den späten 30ern? Dafür spricht auch der aktuelle Status (Hausbesitzer seit 2 Jahren). Mein persönlicher Ansatz ist es, erst mal alle Schulden los zu werden - warum? Weil die Schuldzinsen meistens höher sind als das, was Du zuverlässig als Zinsertrag erhalten kannst. Von daher wäre der Schuldenabtrag - falls möglich - erste Priorität.
Ich selbst hab's übrigens genauso gemacht erst das Häuschen abbezahlt (war bei mir so um die 40 erledigt), anschließend mit dem Sparen angefangen - zunächst mit aktiven Fonds, dann kamen Aktien und Edelmetalle dazu, irgendwann kam ich auf den Trichter mit den ETFs. Die aktiven Fonds und die Edelmetalle ruhen heute bei mir, Aktien, ETF und Edelmetalle werden weiterhin bespart.
Ein weiterer Grund, jetzt nicht in einen ETF zu gehen ist, dass beim Wertpapiersparen einen Break-Even-Point gibt, wo man sieht, dass die Wertpapiere durch ihren Wertzuwachs stärker steigen als durch Deine Einzahlung. Dies ist höchst motivierend zu sehen und ab da geht es renditemäßig richtig ab im Depot. Dieser Punkt ist bei der von Dir vorgesehenen Summe noch in weiter Ferne...von daher wirst Du immer Zweifel hegen, ob das ETF-Investment für Dich tatsächlich rentierlich ist.
Bitte vergiss auch Deinen "Notfallpuffer" nicht. Diese von Dir genannte Summe hört sich für mich nach etwas an, was diesen Notfallpuffer speisen könnte...
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Bei ausländischen Visa-Debitkarten zuerst meist „Tarjeta de Crédito“ probieren (Routing über Visa), wenn das nicht klappt „Cuenta Corriente“. „Ahorros“ nur als dritte Option. Die Auswahl ändert i.d.R. nicht, ob es Debit oder Kredit ist – nur den Transaktionsweg. DCC/Umrechnung am ATM immer ablehnen und in lokaler Währung abbuchen lassen.
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Ich habe ein Aktivkonto bei der DKB [...] Die Kundenbetreuung ist auch in Ordnung.
Da habe ich tatsächlich andere Erfahrungen gemacht: die Verfügbarkeit wurde immer mehr schlechter, die Initial Response Time wurde immer länger...bin gerade dabei, von dort weg zu 2 anderen Banken zu gehen.
Tipp: versuch mal auf der Webseite eine Email-Adresse, eine Telefonnummer oder auch nur ein Kontaktformular zu finden...irgendwo ganz tief drin, nachdem man sich angemeldet hat, gibt es so was, man macht es dem Kunden aber maximal schwer, Support zu erhalten, gerade in Paniksituationen ("Ich glaube, jemand hat meine Konto leer geräumt" oder "Der Automat hat meine Karte geschluckt") ist so was wenig hilfreich. -
You get what you pay for...Gebühren optimieren und dafür first class service erwarten hat noch nie funktioniert.
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Bitte nochmals meine Eingangsfrage genau lesen, da steht alles was du gerade anzweifelst. Übrigens hast du mit 63 Jahren und 45 Beitragsjahren 14,4% Abzüge.
Du hast recht, dass man mit 63 und sogar mit 45 Beitragsjahren 14,4 % Abschlag haben kann – aber dann ziehst du nicht die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre)“, sondern die „Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre)“. Dort gilt: 0,3 % pro Monat, max. 14,4 % (bei 4 Jahren Vorziehen).
Der Knackpunkt ist: Die 45-Jahre-Rente ist nicht vorzeitig möglich – auch nicht mit Abschlägen. Für Jahrgänge ab 1964 ist sie erst ab 65 erreichbar.
Kurz: Die 45 Beitragsjahre “verursachen” keinen Abschlag – sie helfen dir nur, ab 65 abschlagsfrei in dieser Rentenart zu sein. Mit 63 bist du automatisch in der 35-Jahre-Rente, daher die 14,4 %. -
Du verwechselst die Rentenarten: 45 Jahre heißt bei dir abschlagsfrei ab 65, nicht ab 63. Mit 63 ist es die 35-Jahre-Rente mit 14,4 % Abschlag. Und der ‚1-Monat-Job-Trick‘ kann trotzdem eine Sperrzeit geben, wenn die Arbeitslosigkeit bewusst herbeigeführt/abgesprochen wirkt – außerdem musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
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Ziel von D. Trump war es ja, die Zölle zu erhöhen, um damit Einnahmen zu generieren, die dann zur Senkung der Einkommensteuer verwendet werden könnten. Umgekehrt geht's natürlich genauso: wenn Zölle erniedrigt werden oder wegfallen, muss an anderen Steuerschrauben gedreht werden.
KaffeeOderTee wie von Dir richtig vermutet, geht man davon aus, dass die Endkundenpreise sinken, wenn Einfuhrzölle wegfallen (oder umgekehrt die Endkundenpreise steigen, wenn diese eingeführt oder erhöht werden). Hat man ja in den USA z. B. bei ausländischen PKWs gesehen. Durch solche steigenden Preise von Einfuhrgütern macht man diese unattraktiver, verglichen mit den heimischen Produkten (ein wenig bemittleidenswert sind US-Kunden sich anstelle eines Premium-Klasse Autos aus Deutschland mit einem Chrysler vorlieb nehmen müssen...
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Lässt sich so nicht einfach sagen. Durch Abbau von Handelsschranken erhofft man sich wohl mehr Handel (die Verbraucher haben jetzt ja auch mehr Geld), dadurch kommen wiederum andere Steuern zum Tragen...alternativ kann man auch an anderer Stelle an der Steuerschraube drehen...
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Wenn ein Recruiter oder -in derart verzweifelt agiert, würde ich da gedanklich eher einen Haken dran machen.
Die verdienen halt i.d.R. nur, wenn sie jmd. vermitteln. Nicht wenige sind (leider) nicht mal in der Lage ein Profil zu lesen, behaupten aber natürlich, dass würde zu 99,9 % zur vakanten Stelle passen.
Ist mir schon klar. Bin aber schon groß genug (und habe genügend Selbsterhaltungstrieb), um selber zu beurteilen, wie gut ich zu einer Position passe. Außerdem habe ich über 20 Jahr lang selbst auf der anderen Seite des Bewerbungstischs gesessen...
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Konzern vs. Startup - das könnte für beide Seiten den Kulturschock schlechthin geben. Wenn es gut gemacht ist, kann es gut werden und das Startup geht ein paar vorsichtige Schritte in Richtung "Erwachsenwerden".
Als ich bei meiner Ex-Firma damals begonnen haben, waren da auch nicht viel mehr als 20 Mitarbeiter in Europa. Ich kenne die Entwicklungsschmerzen, die beim Größerwerden auftreten...

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Danke, sam51, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so ausführlich auf meine "Story" zu antworten. Noch einige Berichtigungen meiner Darstellung, da diese offenbar falsch rübergekommen sind. Die Firma hat mir tatsächlich gekündigt. Die Formulierung war "Hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist zum nächstmöglichen Zeitpunkt..." Nichts mit "betriebsbedingt" oder so, einfach nur fristgerechte Kündigung. Das "betriebsbedingt" weiß ich aus dem Gespräch mit der Personalerin und dem Chef (Umstrukturierung etc.).
Ich habe auch keinen Aufhebungsvertrag unterschrieben, sondern Kündigungsschutzklage eingereicht. Mein Anwalt und der gegnerische haben sich dann - mit meiner Mitwirkung - auf einen Abwicklungsvertrag geeinigt, der dann gerichtlich protokolliert wurde, was wohl eventuelle Sperrzeiten beim ALG verhindert. Die Alternative wäre gewesen, monate- und jahrelang einen Prozess zu führen, um dann am Ende vielleicht zu gewinnen und in besagtem Zimmer ohne Licht zu landen, um dort meine restlichen 10 Arbeitsjahre bis zur Rente abzusitzen...da sah ich die Entscheidung, die ich nun getroffen habe, nicht als die schlechteste an.Den "verhaltenen Optimismus" habe ich, weil ich mir meine Qualtäten bewusst bin und es da draußen tatsächlich Firmen gibt, die genau das suchen, was ich zu bieten habe. Der Geschäftspartner der externen Firma, der mich Anfang des Jahres angesprochen hat, kennt übrigens das Verhalten meiner ehemaligen Firma, er ist selbst schon über 60, hat also keine Berührungsängste mit so jemandem wie mir, braucht einfach gewisse Fähigkeiten zu organisieren, analysieren, Entscheidungen zu treffen und Dinge voranzutreiben. Heute hatte ich einmal wieder ein Recruiter-Screening, wo mich die Dame nahezu bekniet hat, den Bewerbungsprozess bei einem jungen Startup weiterzuführen, da sie jemanden benötigen, der in der Lage ist, eine Abteilung, wie ich sie bei der letzten Firma geführt habe, von Grund auf neu aufzubauen...ob das das gibt? Weiß ich nicht, aber es gibt Optionen, das sehe ich...
Bis Ende April kann ich mich übrigens noch als "in Amt und Würden" verkaufen, weil mich meine Ex-Firma bis dahin noch voll bezahlt. Ich hoffe, bis dahin bei der Suche erfolgreich gewesen zu sein...wir werden sehen. -
Meine Meinung zum Thema Waschstraße ist die, dass man fürs Nichtstun nur unwesentlich weniger bekommt, als wenn man sich jeden Tag 8 Stunden an die Waschstraße stellt, um dort Plastikkondome über Scheibenwischer zu ziehen und mit Hochdruckreiniger die Autos vorzuwaschen...
Als ich vor etwa 2 Jahren sah, dass im Altenpflegeheim das angeschlossene Café für 2 Wochen schließen musste, weil 2 Angestellte teils krankheitsbedingt nicht arbeiten konnten, fragte ich im Heim nach, warum diese so wichtige Einrichtung nicht durch Arbeitssuchende besetzt werden könne. Die Heimleiterin sagte mir, dass tatsächlich ein ukrainisches Ehepaar sich vorgestellt hätte, dass sie aber dankend abgelehnt haben, nachdem sie das verfügbare Gehalt erfahren hatten...der Betrag, den sie für sich und ihre 3 Kinder vom Amt erhalten haben, war wohl deutlich attraktiver - und das, ohne morgens aufstehen zu müssen...
Hat meiner Meinung nach mit echtem Fachkräftemangel nichts zu tun, sondern ist eine Überversorgung von Bürgergeldempfängern in bestimmten Konstellationen (vor allem mit vielen Kindern). -
@da2023sche, danke für Deine Gedanken. "Etwas anderes zu machen" ist natürlich ein sinnvoller und in die Zukunft weisender Plan. Dieser geht mir natürlich auch durch den Kopf.
"Raus aus der Komfortzone" heißt das wohl, aber dies ist sowieso die Situation, in der ich mich derzeit befinde. Dies hat mehrere Aspekte. Ein Aspekt ist, dass ich mich natürlich frage, wie ich eine Position finden kann, wo ich deutlich weniger Erfahrung und Fähigkeiten mitbringe, als dies bei Tätigkeiten der Fall ist, wo ich nun schon über 20 Jahre tätig gewesen bin...für mich persönlich könnte ich mir Consulting vorstellen in Sachen Finanzbildung, Personalberatung in Sachen Recruitment, vielleicht sogar Consulting in Sachen High-Fi Geräte...alles Bereiche, in denen ich mich recht gut auskenne und die ich auch sehr mag.
Ansonsten, um im Fach zu bleiben, bin ich bereit, und ich sehe auch, dass diese Optionen am Markt existieren, dass man 1-2 Level berufsmäßig nach unten entwickeln kann, oder auch 1-2 Level nach oben.
Für den Schritt nach unten hätte ich kein größeres Problem, finanzielle Einbußen könnte ich verkraften, dies geht üblicherweise mit weniger Verantwortung und damit auch mit geschonteren Nerven einher.
Der Schritt nach oben ist finanziell oft lukrativ, lässt mich aber auch immer an mir zweifeln, in wieweit ich dies für die Firma und mich tatsächlich leisten könnte, oft muss man da in fachliche Bereiche eindringen, wo man zwar eine Idee hat, wo man aber bisher wenig Erfahrung aufzuweisen hat...die Sorge zu scheitern ist dann vorhanden...weiß nicht, ob ich mir das in meinem Alter noch antun soll...
Neben der Bewerbung auf vorhandene Stellenanzeigen gibt es noch weitere Methoden: sich von ehemaligen Geschäftspartner ansprechen lassen (habe gerade eine solche Anfrage bekommen, die Firma möchte ihr Geschäft auf den deutschsprachigen Raum ausdehnen und sucht nun einen Experten, der Land, Leute, Produkt kennt), oder aber das Kontaktieren von Personalvermittlern, die oft Stellen kennen, die noch gar nicht ausgeschrieben sind...
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Wäre ich Personaler, wäre meine erste Frage beim Lesen deiner Bewerbung: "Warum ist diese hochqualifizierte Führungskraft gekündigt worden?" Die genaueren Umstände der Beendigung deines Arbeitsverhältnisses hast du hier nicht erläutert. Aber soweit ich mich erinnern kann, ist es in Deutschland schwierig, einen Mitarbeiter loszuwerden. Da deine Abteilung ja nach deinen Worten noch existiert, dürfte es wohl keine betriebsbedingte Kündigung sein. Empfänger von Bewerbungen stellen aber in der Regel keine Fragen. Kommt denen etwas komisch vor, heißt es: "Im Zweifel gegen den Bewerber." und deine Bewerbung landet im Ausgangsordner. Eine Begründung für die Absage wirst du praktisch nie erfahren, da sich das Unternehmen nicht angreifbar machen will.
Natürlich wird es im fortgeschrittenen Alter im schwieriger, einen adäquaten Job zu finden. Und wenn es Absage auf Absage hagelt, kann das einem schwer die Laune verderben. Aber ich glaube, wenn du sagst, das passiert alles nur, weil du schon älter als 59 bist, machst du es dir zu einfach. Es kann eben viele andere Gründe geben, warum du Absagen bekommst. Vielleicht hast du zu lange (25+ Jahre?) in einem Konzern gearbeitet und man hält dich nicht für geeignet, dich den Strukturen des stellenausschreibenden Unternehmens anzupassen. Oder deine Gehaltsvorstellung passt nicht. Oder jemand gefällt einfach dein Bewerbungsfoto nicht. Das wirst du aber meist nie erfahren.
Du schreibst, dass du dir finanziell keine Sorgen machen musst, aber trotzdem noch nicht in den Ruhestand gehen willst. Vielleicht wäre es ja eine Option, wenn du dich als Berater selbständig machen würdest.
Hi sam51 , ich weiß nicht, wie alt Du bist, oder was Du bisher an Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt gemacht hast. Vorweg: ich kenne die Verhältnisse in vielen Ländern dieser Erde und bin sehr froh, dass wir in Deutschland einen sehr guten Schutz für Arbeitnehmer haben. Das sieht -um mal einen Extremfall zu nennen - in USA; wo meine bisherige Firma ihren Hauptsitz hat, ganz anders aus.
Und nein, die Aussage, man könne über eine betriebsbedingte Kündingung ohne Anlass einen Mitarbeiter nicht loswerden, ist nicht richtig. In der Firma, über die ich spreche, hat es seit deren Bestehen in Europa (mehr als 30 Jahre) keinen einzigen regulären Eintritt in die Rente gegeben (bei heute ca. 800 MA), die allermeisten wurden in etwa nach 25 Jahren Betriebsgehörigkeit gekündigt, die allermeisten hatten zu diesem Zeitpunkt relativ hohe Gehälter. Vorgehen ist immer die gleiche: es wird betriebsbedingt gekündigt, wissend, dass dies einer Kündigungsschutzklage vor Gericht nicht standhalten wird. Aus diesem Grund zeitgleich eine Abfindungsvereinbarung hinterher geschoben, die teilweise sehr attraktiv ist. Damit "kauft" die Firma dem ehemaligen Mitarbeiter quasi seine Stelle ab. Du kannst dann zwar dagegen klagen (habe ich tatsächlich getan), aber wer will schon bei einer Firma weiterarbeiten, wo man genau weiß, dass diese einen nicht mehr behalten will, die alle Möglichkeiten hat, einem das (Berufs-)leben zur Hölle zu machen. Ich frage mich zwar, ob sich das wirklich lohnt (bei mir lag die Abfindung größenordnungsmäßig etwa bei einer viertel Million), aber sie tut es eben (für die Abfindungen gibt es ein Extra-Budget...
Die Frage, warum ich gehen musste und nicht der Kollege, der heute meine Position übernommen hat, kann viele Gründe haben. Einer könnte sein, dass die von den Shareholdern gewünschten Wachstumsraten von 20 % pro Jahr früher erreicht wurden, heute seit nun ca. 5 Jahren nicht mehr (unter anderem wegen dem Rückgang des Automobilmarkts). Um am Aktienmarkt in dieser Situation bestehen zu können, fühlt man sich gezwungen, Sparmaßnahmen zu proklamieren und diese auch umzusetzen...am Personal zu sparen (bei teuren Mitarbeitern) ist eine sehr einfache Methode.
Ein weiterer möglicher Grund, den ich aber auch erst jetzt kürzlich verstanden habe ist, dass jüngere, unerfahrenere Chefs (ich habe so einen vor ca. 2 Jahren vor die Nase gesetzt bekommen), haben häufig Schwierigkeiten mit sehr erfahrenen Mitarbeitern, die sich sehr gut im Unternehmen und im Business auskennen...es gibt Charaktere, die meinen, solche Mitarbeiter würden ihre Kompetenzen beschneiden und sie schlechter aussehen lassen. Wenig seniorig, wie ich finde: als Manager sollte es das Ziel sein, sein Team scheinen zu lassen, nicht sich selbst. Ich kam in den letzten 2 Jahren mit vielen Verbesserungsvorschlägen, basierend auf meiner Kenntnis von Firma und Kunden, möglicherweise war dies einer der Gründe für meinen Rausschmiss.
Dass so eine Entscheidung für die Firma nicht immer eine glückliche Entscheidung ist, habe ich hinterher, bis heute, gesehen. Noch als ich bekannt gegeben habe, dass ich die Firma verlassen werde, habe ich vom ersten Mitarbeiter eine Nachricht per Teams erhalten, dass ich ihm mitteilen sollte, was meine nächste Station sei, er würde definitiv mitgehen. Er sollte nicht der letzte mit dieser Anfrage gewesen sein. Zwei weitere Kollegen bilden sich aktuell massiv weiter, um baldmöglichst den Absprung zu einer anderen Tätigkeit finden zu können. Von einem weiteren Kollegen habe ich die Aussage erhalten, er habe festgestellt, dass seine Loyalität nicht gegenüber der Firma bestehe, sondern gegenüber seinem Team und mir als seinem ehemaligem Chef...das geht natürlich runter wie Öl, zeigt mir, dass ich in meinem Umgang mit Menschen wohl sehr viel richtig gemacht habe, macht mich aber auch unendlich traurig, wenn ich daran denke, welch ein tolles Team ich da zurück gelassen habe.
sam51, das war jetzt ein sehr langer Text mit der Beschreibung meines spezifischen Falls. Ziel war es, Dir zu erklären, wie so etwas "in Wirklichkeit" abläuft, wie die Vorgehensweise, das Mindset von international arbeitenden amerikanischen Firmen ist. Wenn ich den USA bei meiner Ex-Firma angestellt gewesen wäre, wäre mir exakt das gleiche passiert, allerdings wäre ich dann von einem Tag auf den anderen Tag mit meinem 7 Sachen auf der Straße gestanden und nicht mit einer bezahlten und freigestellten Kündigungszeit von 7 Monaten und einer doch erheblichen Abfindung. Erfahrene Personaler, die diese Vorgehensweise von börsennotierten Firmen kennen, sollten dies wissen und von daher meine Kündigung entsprechend einstufen können.