Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung

Sichere Dein Haus gegen Feuer, Sturm und Wasser

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung ist ein Muss für jeden Hausbesitzer. Sie zahlt bei Schäden, die Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser am Haus anrichten.
  • Der zusätzliche Schutz für Dein Gebäude gegen Elementarschäden wie Hochwasser oder Starkregen wird zudem immer wichtiger. Den Baustein Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung musst Du zur Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung explizit mitabsichern. Leider macht dieser Schutz die Ver­si­che­rung teuer.

  • Wenn Du planst, ein Haus zu bauen, empfehlen wir, eine oft beitragsfreie Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung schon mit Baubeginn abzuschließen. Sobald der Bau fertig ist, wandelt sie sich automatisch in eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung um und erst dann musst Du meist Beiträge zahlen.

     

So gehst Du vor

  • Wenn Du ein Haus baust, kümmere Dich frühzeitig um eine Ver­si­che­rung. Beim Hauskauf solltest Du die bestehende Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung prüfen. Beachte aber die Kündigungsfrist, bevor Du eine neue Ver­si­che­rung abschließt.
  • Überprüfe generell regelmäßig, ob Du zu viel für Deine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung bezahlst. Vergleiche dafür regelmäßig, spare aber nicht an wichtigem Schutz.
  • Nach unserer umfangreichen Untersuchung empfehlen wir Dir Mr-Money, um eine passende Ver­si­che­rung für Dein Gebäude zu finden. Orientiere Dich bei den Ver­si­che­rungsmerkmalen an unseren Mindestkriterien.

Wenn Unwetter über das Land ziehen, ist es schnell passiert: Der Sturm fegt Ziegel vom Dach, Fenster gehen durch umherfliegende Äste zu Bruch. In vielen Fällen kommt eine Ge­bäu­de­ver­si­che­rung für solche Schäden auf. Im Jahr 2021 haben Versicherer aufgrund von Gebäudeschäden vor allem durch Sturm und Starkregen fast 11 Milliarden Euro gezahlt. Das war im Vergleich zu den beiden Vorjahren ein doppelt so hoher Betrag. Die entstandenen Schäden waren jedoch noch deutlich höher, aber nicht entsprechend versichert.

Warum solltest Du eine Ge­bäu­de­ver­si­che­rung abschließen?

Anders als etwa bei der Kfz-Haftpflicht bist Du als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung nicht verpflichtet, eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung abzuschließen. Dennoch empfehlen wir diese Ver­si­che­rung unbedingt. Eine Immobile ist eine große Investition, die durch unterschiedliche Gefahren wie Feuer, Leitungswasser oder Sturm gefährdet sein kann. Im schlimmsten Fall kann ein großer Schaden den finanziellen Ruin bedeuten. 

Wir haben untersucht, wie Du als Hauseigentümer die für Dich günstige und passende Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung finden kannst. Da die Tarife sehr umfangreich sind und die Beiträge von vielen individuellen Merkmalen wie Wohnfläche oder Adresse des Gebäudes abhängen, empfehlen wir Dir den Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rungsvergleich über ein Online-Portal. Denn das ist die beste Möglichkeit, um einen zu Dir passenden Tarif zu bekommen, der gute Leistungen und einen guten Preis hat. Nach unserer Einschätzung ist das Vergleichsportal Mr-Money besonders hilfreich. Einzelheiten zu unserem Vorgehen und unserer Auswahl erfährst Du am Ende des Textes.

Mr-Money
Vergleichsportal
Nutzer-Erfahrungen
  • umfangreiche Filtermöglichkeiten für die von uns emp­foh­lenen Merkmale
  • ver­brau­cher­freund­liche Voreinstellungen
  • bietet gute Tarife zu günstigen Preisen
Zum Anbieter

Wenn Du Vergleichsportale nutzt, bedenke einige Punkte: Bei unserer Untersuchung war der günstigste Tarif nicht unbedingt geeignet, das heißt, unsere Mindestkriterien wurden nicht erfüllt. Bei unserer Emp­feh­lung Mr-Money lag der beste Tarif im Schnitt auf Platz 4 der günstigsten Tarife. Wir haben mithilfe unserer Mindestkriterien die Leistungen der einzelnen Tarife angeschaut, um den passenden, günstigsten zu finden. Außerdem bieten Vergleichsportale nur eine begrenzte Anzahl an teilnehmenden Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men. Vor allem die großen Anbieter fehlen meist. Wenn Dir das nicht ausreicht oder Du eine persönliche Beratung vorziehst, erkundige Dich bei einem Ver­si­che­rungsberater oder zum Beispiel Deiner Hausratversicherung nach passenden Tarifen. Der Vergleich über ein Portal kann Dir dennoch helfen – so findest Du den Preis für Tarife, an dem Du Dich bei der weiteren Suche orientieren kannst.

Was ist in der Ge­bäu­de­ver­si­che­rung enthalten?

Die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung zahlt für Schäden am Gebäude und an festem Inventar. Dazu gehören zum Beispiel Heizungsanlagen, aber auch die Einbauküche, der fest verlegte Fußboden und die eingebaute Badewanne.

Wenn hingegen Möbel oder Ähnliches beschädigt werden, ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Oder anders ausgedrückt: Würde Dein Haus auf den Kopf gestellt, wäre alles, was herausfällt, über die Hausratversicherung versichert, der Rest über die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung.

Die verbundene Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die Du individuell auswählen kannst. Diese sind die Absicherung gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Elementarschäden. Die ersten drei Bausteine sind meist in den Ver­si­che­rungen standardmäßig eingeschlossen, anders als Elementarschäden. Die musst Du explizit mitversichern, was die Ver­si­che­rung oft teurer macht. Allerdings solltest Du bei der Absicherung Deines Hauses nicht am Ver­si­che­rungs­schutz sparen. Und gerade die letzten Jahre haben gezeigt: Extremes Wetter und damit die Gefahr von Elementarschäden werden häufiger auftreten – selbst in Regionen, die bisher als sicher galten.

Baustein Feuerversicherung

Die Feuerversicherung zahlt bei Schäden am Haus, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion entstehen. Sie greift auch bei fest eingebauten elektrischen Installationen wie der Stromversorgung für Lampen und Steckdosen.

Achtung: Ein Rauchmelder ist Pflicht. Gemäß der Bauverordnungen der meisten Bundesländer musst Du Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren anbringen. Fehlen die Rauchmelder, kannst Du im Ver­si­che­rungsfall auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben.

Baustein Lei­tungs­was­ser­ver­si­che­rung

Die Lei­tungs­was­ser­ver­si­che­rung übernimmt Schäden durch Leitungswasser und Frost sowie andere Bruchschäden. Falls also kalkhaltiges Wasser oder Frost die Leitungen im Haus zum Bersten bringt, greift die Ver­si­che­rung.

Baustein Sturmversicherung

Die Ver­si­che­rung leistet bei Sturmschäden ab Windstärke 8 und bei Hagelschäden. Etwa, wenn das Dach abgedeckt wird und repariert werden muss. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, zum Beispiel wenn es durch ein vom Sturm abgedecktes Dach regnet.

Sonderfall: Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung

Standardtarife in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung greifen in aller Regel nicht bei Elementarschäden. Das bedeutet, dass die Ver­si­che­rung nicht für die Folgen aufkommt, wenn Dein Gebäude durch Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch, eine Lawine oder Starkregen beschädigt wird. Um auch gegen diese Risiken abgesichert zu sein, musst Du Deinen Ver­si­che­rungs­schutz um den Baustein Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung erweitern.

In unserem letzten Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rungstest Ende 2022 wurde deutlich, dass für den Abschluss der Elementarschadenabsicherung immer ein Aufschlag verlangt wird. Wie hoch dieser konkret ausfällt, ist stark vom Versicherer und vom Wohnort abhängig. Bei unserer Abfrage lag der Aufschlag mal bei moderaten 8 Prozent, mal wurde mehr als das Fünffache verlangt.

Befindet sich Dein Gebäude in einem Risikogebiet für Überschwemmungen, Erdbeben, Erdrutsche oder Lawinen – zum Beispiel an einem Fluss oder an einem Hang –, ist eine Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung sehr sinnvoll. Um das eigene Risiko besser einzuschätzen, bietet der Gesamtverband der Versicherer (GDV) einen Hochwassercheck an. Dort kannst Du Deine Wohnadresse eingeben und prüfen, wie groß die Gefahr ist, von einem Hochwasser durch Flüsse oder Starkregen betroffen zu sein.

Welche weiteren Leistungen braucht guter Schutz?

Sehr gute Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rungen definieren sich über die Leistung und den Preis. Wenn Du eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung – wie von uns emp­foh­len – auf dem Online-Portal Mr-Money suchst, solltest Du die Mindestkriterien in die Suchmaske eingeben. Bei dem von uns emp­foh­lenen Vergleichsportal war dies möglich.

Grobe Fahrlässigkeit - Wichtig ist, dass die Ver­si­che­rung auch Schäden infolge grober Fahrlässigkeit abdeckt. Verursachst Du einen Schaden grob fahrlässig, zahlen Ver­si­che­rungen in aller Regel nicht. Ein Beispiel: Du heizt im Winter nicht und deshalb bricht ein Wasserrohr. Bei einem Tarif, der die Folgen grob fahrlässigen Handelns ausschließt, verweigert die Ver­si­che­rung die Leistung. Wir empfehlen daher, grobe Fahrlässigkeit mit abzusichern. Setze bei der Tarifsuche auf einem der Online-Portale das entsprechende Häkchen.

Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten - Wenn zum Beispiel nach einem Sturm Baumteile vom Dach entfernt werden müssen, sollte Deine Ver­si­che­rung diese Kosten übernehmen.

Folgen von Überspannungsschäden - Nach einem Blitzeinschlag können durch Überspannung Schäden an Elektrogeräten wie Fernseher oder Router entstehen.

Kurzschluss- und Sengschäden - Wenn diese Schäden nicht durch ein versichertes Ereignis verursacht werden (durch Blitzschlag oder einen Brand), sind sie in der Regel ohne diese Klausel nicht versichert. Sengschäden, die innerhalb des Hauses auftreten, kannst Du mit einer Hausratversicherung abdecken.

Mehrkosten durch behördliche Auflagen - Wenn Du beim Wiederaufbau (nach einem Hausbrand) teuren Wärmeschutz anbringen musst, den Du vorher nicht hattest, der inzwischen jedoch Pflicht ist. Oder wenn Du Erde abtragen lassen musst, weil giftige Substanzen eingesickert sind (Dekontamination von Erdreich).

Wasserzu- und Wasserableitungsrohre - Wenn sie der Versorgung des Gebäudes dienen, sollten sowohl die Rohre auf dem Ver­si­che­rungsgrundstück als auch außerhalb versichert sein.

Schäden durch Einbrüche - Wenn bei einem Einbruch Schäden am Gebäude entstehen, sollten diese von der Ver­si­che­rung abgedeckt sein.

Rückstau - Wenn es sehr stark regnet, kann die Kanalisation überlaufen. Das Abwasser gelangt dann unter Umständen über Abflussrohre in Dein Haus. Diese Schadensursache muss meist explizit mit abgesichert werden.

Download Checkliste Mindestkriterien

Unfertige Gebäude - Es ist ratsam, sich bereits frühzeitig mit der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung zu beschäftigen, auch wenn diese Ver­si­che­rung nicht zahlt, bevor das Gebäude fertiggestellt ist. Denn während des Baus kann sie bereits als Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung laufen und schützen. Sobald das Haus fertig ist, lässt sich die Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung dann in eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung umwandeln.

Such Dir am besten noch vor Baubeginn auf dem von uns emp­foh­lenen Vergleichsportal Mr-Money eine für Dich passende Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Und wähle in der Suchmaske statt „Wohngebäude“ das Merkmal „Feuerrohbau“ aus. Du musst dann nur noch Deinen Versicherer davon in Kenntnis setzen, sobald Du fertig gebaut hast. Damit endet Deine Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung.

Was ist in der Ge­bäu­de­ver­si­che­rung nicht enthalten?

Du kannst Dich nicht gegen alle Schäden, die an Deinem Haus entstehen können, mit einer Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung absichern. Einige Schäden sind gar nicht versicherbar, andere kannst Du nur separat (zu teilweise hohen Kosten) absichern.

Was ist nicht versicherbar?

Krieg - Kriegsschäden oder Folgen von inneren Unruhen ersetzt die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung nicht.

Kernenergie - Gegen einen Reaktorunfall in der Nähe Deines Hauses kannst Du Dich nicht absichern.

Vorsatz - Wenn Du einen Schaden vorsätzlich verursachst, ist dieser nicht versichert. Im Gegensatz zur groben Fahrlässigkeit, kannst Du Vorsatz nicht mitversichern.

Was ist nicht in der Grundabsicherung enthalten?

Kurzschluss- und Sengschäden - Wenn diese Schäden nicht durch ein versichertes Ereignis verursacht werden (durch Blitzschlag oder einen Brand), sind sie in der Regel nicht versichert. Sengschäden, die innerhalb des Hauses auftreten, kannst Du mit einer Hausratversicherung abdecken.

Wasser - Die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung kommt nur für Schäden durch Leitungswasser auf. Grundwasserschäden, Schäden durch Überschwemmung und witterungsbedingten Rückstau sind nicht enthalten. Mit einer Erweiterung um Elementarschäden kannst Du zumindest einen Teil dieser Schäden absichern.

Wasser, das aus einem Aquarium ausgelaufen ist, zählt ebenfalls nicht als Leitungswasser. Die dabei entstandenen Schäden kannst Du aber mit einer Hausratversicherung absichern.

Leichter Sturm - Die Ver­si­che­rung muss nicht zahlen, wenn sich die Schäden bei einer Sturmstärke unter 8 ereignet haben.

Welche Ver­si­che­rungs­sum­me solltest Du wählen?

Die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung kalkuliert den Beitrag anhand der Ver­si­che­rungs­sum­me, also dem Betrag, den Du im Schadensfall maximal erhalten würdest. Versichert ist in der Regel der Neuwert des Gebäudes – die Summe, die nötig wäre, um das Haus in gleicher Größe und Ausstattung zum aktuellen Zeit­punkt wiederaufzubauen. Aus diesem Grund ist eine feste Ver­si­che­rungs­sum­me nicht ratsam, denn die Baukosten steigen kontinuierlich. Um das zu vermeiden, ist die Summenberechnung zum sogenannten gleitenden Neuwert (Wert 1914) empfehlenswert und heute auch üblich. Anhand Deiner Angaben zum Gebäude berechnen Ver­si­che­rungen oder Vergleichsportale wie die von uns emp­foh­lene Vergleichsplattform Mr-Money dann den richtigen aktuellen Neubauwert und die Ver­si­che­rungs­sum­me.

Was kostet eine gute Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung?

Die Preise für Ge­bäu­de­ver­si­che­rungen variieren deutlich. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch die unterschiedlichen Leistungen, aber auch der Wohnort spielt eine wichtige Rolle. Vor dem Abschluss einer Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung solltest Du daher Preise und Leistungen genau vergleichen. Sonst zahlst Du schnell zu viel oder bekommst nur einen unzureichenden Schutz.

In unserer Untersuchung Ende 2022 haben wir für 19 unterschiedliche Profile die Preise erhoben. Dabei handelte es sich um sieben Profile an unterschiedlichen Adressen, mit zum Teil unterschiedlichen Gebäudemerkmalen (freistehendes Haus, Doppelhaushälfte, unterschiedliche Quadratmeterzahlen und Baujahr). Innerhalb dieser Profile veränderten wir noch ein- oder zweimal je ein Merkmal (Vorschäden, mit oder ohne Elementarschäden und weitere), um zu sehen, welche Merkmale sich wie stark auf den Preis auswirken.

Den größten Aufschlag verlangen Ver­si­che­rungen, wenn das Risiko von Elementarschäden mitversichert werden soll. Dieser Aufschlag fällt höher aus, wenn das Haus in einer gefährdeten Region für Elementarschäden liegt. Abhängig von Deiner Adresse und der Ver­si­che­rung erhöhten sich die Beiträge in unserer Abfrage um zwischen 8 und 580 Prozent. Auch das Baujahr spielt beim Preis eine wichtige Rolle. Je neuer das Haus, desto günstiger die Beiträge. Mit höheren Beiträgen musst Du rechnen, wenn Du innerhalb der letzten fünf Jahre Vorschäden hattest. Dein Alter spielt hingegen keine Rolle für die Beiträge.

Beitragserhöhungen ab 2023

Ab Januar 2023 steigt der Anpassungsfaktor für den gleitenden Neuwert. Aufgrund der hohen Inflationsrate des letzten Jahres steigt der Baupreisindex – und somit auch der Neuwert Deines Hauses und die Ver­si­che­rungs­sum­me.

Die Versicherer, die zum gleitenden Neuwert versichern, müssen ihre Beiträge gemäß der Indexerhöhungen anpassen. Daher werden die Beiträge für diese Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rungen ab Januar 2023 um etwa 15 Prozent steigen. Das gilt auch für bestehende Verträge und beinhaltet kein Son­der­kün­di­gungs­recht. Dieses hast Du nur, wenn Dein Versicherer den Beitrag um mehr als diese 15 Prozent und ohne Leistungsverbesserung erhöht.

Wir haben unsere jetzigen Ergebnisse mit unserer Untersuchung aus dem Frühjahr 2021 verglichen und noch keine flächendeckenden Preisanstiege erkennen können. Einige Versicherer haben die Beiträge bereits angehoben, andere nicht. Daher ist es noch wichtiger, genau zu vergleichen. Bei Mr-Money kannst Du neben dem generellen Tarifvergleich auch Deinen derzeitigen angeben. Wenn dieser noch gelistet ist, bekommst Du direkt angezeigt, wie gut Dein Tarif im Vergleich zu anderen ist.

Lohnen sich Kombi-Tarife mit Hausratversicherung?

Hin und wieder kommt es im Schadensfall zum Streit, ob nun die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung oder die Hausratversicherung zuständig ist. Wenn Du beide Verträge beim selben Anbieter abschließt, ist die Schadensregulierung in der Regel einfacher. Dann müssen sich die Versicherer nicht erst einigen, wer für welchen Schaden aufkommt.

Es kann in jedem Fall nicht schaden, bei Deinen Versicherern einmal anzufragen, ob es Rabatte gibt, wenn Du beide Ver­si­che­rungen dort abschließt. Vielleicht bekommst Du sogar ein Angebot, das günstiger ist als über ein Vergleichsportal.

Worauf solltest Du während der Ver­si­che­rungszeit achten?

Auch während der Vertragslaufzeit solltest Du einiges beachten, um Deinen Ver­si­che­rungs­schutz nicht zu gefährden. Du bist beispielsweise verpflichtet, dem Versicherer Veränderungen an Deinem Gebäude mitzuteilen. Denn sie können den Wert Deines Hauses erhöhen, aber auch das Risiko. Ein hochwertiger neuer Bodenbelag oder eine moderne Heizungsanlage erhöhen zum Beispiel den Wert Deines Hauses und damit auch die Ver­si­che­rungs­sum­me der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Meldest Du dies nicht, ist Dein Haus im Ernstfall nicht ausreichend versichert, Du wirst den höheren Wert nicht erstattet bekommen.

Wenn Du Dir eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf Dein Dach bauen lässt, musst Du ebenfalls die Ver­si­che­rung informieren. Zum einen erhöht sie den Wert Deiner Immobilie und es kann es sein, dass die Ver­si­che­rung die Gefahr nun höher einschätzt – Elektronik, die Feuer fangen und das gesamte Haus in Brand setzen kann, aber vor allem Hagel, der die gesamte Anlage zerstören kann. Zum anderen willst Du diese Investition selbst vielleicht auch gegen Schäden absichern. Viele Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rungen bieten auch Schutz für Deine PV-Anlage an, aber nicht alle. Du solltest also prüfen, welche Tarife diesen Schutz enthalten und ob er die Ver­si­che­rung teurer macht. Du kannst aber auch eine eigenständige Photovoltaik-Versicherung abschließen.

Was musst Du im Schadensfall tun?

Im Schadensfall kann es mit der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung zu Streit über die Regulierung kommen. Dokumentiere die Schäden am Gebäude daher genau mit Fotos und einem schriftlichen Bericht. Melde die Schäden unverzüglich Deiner Ver­si­che­rung. Je nach Schadenshöhe schickt sie einen Gutachter vorbei.

Du musst außerdem Notmaßnahmen ergreifen, um weitere Schäden abzuwenden. Dazu gehört zum Beispiel, dass Du bei Leitungswasserschäden den Haupthahn der Wasserleitung zudrehst, sobald Du den Schaden bemerkst. Hat ein Sturm das Dach abgedeckt, solltest Du es mit einer Plane verschließen. Eine vollständige Reparatur kann allerdings keiner von Dir verlangen. Wie gesagt: Es geht um Maßnahmen, mit denen Du weitere Schäden abwendest. Natürlich immer nur, ohne Dich dabei selbst zu gefährden.

Wenn Du Deiner Ver­si­che­rung einen Schaden meldest, reichen die ersten Informationen oft nicht aus, um eine abschließende Entscheidung zu treffen. Es ist dann üblich, dass Dir Deine Ver­si­che­rung eine Reparaturfreigabe über einen bestimmten Betrag erteilt, um erste Reparaturen vornehmen zu lassen. Gleichzeitig fordert der Versicherer weitere Unterlagen, die den Schaden und die Kosten dokumentieren. Bewahre also alle Rechnungen, Kostenvoranschläge und beschädigten Teile auf.

Bedenke, dass diese Freigabe erteilt wird, bevor sich der Versicherer tatsächlich mit dem Ver­si­che­rungsfall befasst hat, um Dir schnell zu helfen. Vor allem nach der Flut im Ahrtal haben Versicherer aufgrund der hohen und vielen Schäden schnell erst einmal Reparaturfreigaben überwiesen. Dies stellt aber noch keine Kostenübernahmeerklärung dar. Es kann dann weiterhin passieren, dass Dein Versicherer nach genauer Prüfung die Schadensregulierung – komplett oder teilweise – ablehnt. Im Fall der Ahrtal-Flut kann dies beispielsweise mit der fehlenden Absicherung gegen Elementarschäden zu tun haben. Wichtig ist also, die Schreiben des Versicherers regelmäßig genau zu lesen und im Zweifel noch einmal nachzufragen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Nach einem Schadensfall können sowohl Du als auch Deine Ver­si­che­rung den Vertrag außerordentlich kündigen. Welche weiteren ordentlichen und außerordentlichen Kündigungsregeln es gibt, erfährst Du im Ratgeber Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung kündigen.

So haben wir getestet

Test Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung 2022

Tarife in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung sind von vielen individuellen Merkmalen abhängig. So spielt neben der Ausstattung und Größe des Gebäudes vor allem die Lage eine Rolle. Dabei ist auch die Frage relevant, ob sich das Wohngebäude in einem Risikogebiet für Elementargefahren befindet.

Du musst daher beim Abschluss einer Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung die genaue Adresse Deines Wohngebäudes angeben. Nur mit dieser Angabe kann die Ver­si­che­rung Dir den Preis für Deinen Ver­si­che­rungsvertrag überhaupt nennen. Um dennoch eine große Anzahl an Tarifen abzufragen, empfehlen wir den Vergleich über ein Online-Portal. Das ist die beste Möglichkeit, um eine günstige Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung mit guten Leistungen zu bekommen. Daher sind auch wir den Weg über verschiedene Online-Portale gegangen und haben diese für Dich getestet.

Wir haben auf Google mit den Begriffen „Wohngebäudeversicherung“, „Gebäudeversicherung“, „Wohngebäudeversicherung Vergleich“, „Wohngebäudeversicherung Test“ nach passenden Portalen gesucht. Seiten von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, Seiten ohne Vergleichsrechner und Duplikate haben wir entfernt.

Daraus entstand die Grundgesamtheit von 35 Seiten mit Vergleichsrechnern. Bei diesen haben wir geprüft, ob nach grober Fahrlässigkeit gefiltert werden kann und die Ergebnisse auch korrekt sind. Außerdem haben wir geprüft, bei welchen Seiten Rechner anderer Seiten eingebaut waren (sogenannte Klone), die keinen Mehrwert zum Original hatten (andere/mehr teilnehmende Ver­si­che­rungen).

Es blieben zehn Seiten, bei denen wir im nächsten Schritt mit zwei Profilen die Beiträge abgefragt haben. Ziel war es, herauszufiltern, welche übrig gebliebenen Duplikate im Ergebnis einen Mehrwert bieten. Machen zum Beispiel die anderen teilnehmenden Ver­si­che­rungen einen Unterschied? Nach dieser Prüfung blieben vier Vergleichsportale übrig, die wir weiter untersuchten: Mr-Money, Verivox, Ino24 und Heim und Immobilien.

Tarifmerkmale auf vier Portalen abgefragt

Auf den vier genannten Portalen haben wir dann für insgesamt 19 Profile Abfragen vorgenommen. Diese unterschieden sich:

  • im Standort (alle Gefahrenklassen vertreten)
  • in der Ausstattung (mit und ohne ausgebautem Dach und Keller, Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge, Ein-, Zweifamilienhaus, Größe)
  • im Baujahr
  • ob eine Vorversicherung vorhanden ist
  • im Alter der Ver­si­che­rungsnehmer
  • mit und ohne Absicherung von Elementarschäden

Die von uns ausgewählten Tarife sehen eine jährliche Zahlungsweise vor sowie 500 Euro Selbstbeteiligung (in besonderen Fällen haben wir auch eine höhere Selbstbeteiligung akzeptiert). Sie mussten auch Schäden infolge grober Fahrlässigkeit bis zur vollen Ver­si­che­rungs­sum­me zahlen. Für folgende Kosten mussten sie darüber hinaus einspringen:

  • Schäden durch Brand, Blitz, Sturm und Hagel bis zur Ver­si­che­rungs­sum­me
  • Rauch- und Rußschäden (einige Profile bis zur vollen Ver­si­che­rungs­sum­me)
  • Abbruch- und Aufräum- sowie Bewegungs- und Schutzkosten
  • Überspannungsschäden
  • Mehrkosten in Folge behördlicher Auflagen
  • Kosten für Dekontamination von Erdreich
  • Schäden durch Wasserzu- und Wasserableitungsrohre auf und außerhalb des Ver­si­che­rungsgrundstücks, die der Versorgung des Gebäudes dienen, mindestens 5.000 Euro
  • Hotelkosten 150 Euro pro Nacht, mindestens 100 Tage
  • Schäden am Gebäude in Folge von Einbrüchen

Einige Profile haben wir mit und ohne Elementarschäden abgefragt. Wenn Elementarschäden mitversichert waren, musste dieser Schutz bis zur Ver­si­che­rungs­sum­me gelten. Ergebnisse dieser Abfragen: Die zusätzliche Absicherung von Elementarschäden ist unserer Einschätzung nach kostenintensiv. Wenn dieser Baustein eingeschlossen wurde, erhöhten sich die Beiträge um bis zu 580 Prozent.

So kamen wir zum Ergebnis

Kein Portal bot Filtermöglichkeiten, die alles bis zu den von uns geforderten Ver­si­che­rungs­sum­men abbilden konnten. Daher mussten wir uns die Details der Tarife in der Ergebnisliste jeweils genauer anschauen. Dafür sortierten wir das Ergebnis des Rechners nach dem Preis. Beginnend mit dem günstigsten, sahen wir uns im nächsten Schritt die Tarifdetails und Ver­si­che­rungs­be­din­gungen an, um zu prüfen, ob der Tarif alle Merkmale in der von uns definierten Höhe abdeckte. War dies nicht der Fall, überprüften wir den zweiten Tarif und so weiter. Meist lag der passende Tarif an Stelle zwei bis fünf.

Unsere Emp­feh­lung: Mr-Money

Wir empfehlen das Vergleichsportal Mr-Money. Verivox bietet einen ebenso umfangreichen und gut funktionierenden Filter, jedoch handelt es sich hier um den Rechner von Mr-Money, ohne dass sie einen eigenen Mehrwert bieten.

Ino24 und Haus und Immobilie zeigten deutlich höhere durchschnittliche Abweichungen vom Bestpreis, hier fanden wir Tarife im mittleren und oberen Preissegment. Zudem tauchten bei Ino24 zwei Fehler auf: Eine Adresse wurde nicht der korrekten Gefahrenklasse zugeordnet, was zu einem falschen, zu niedrigen Beitrag führte (wir haben direkt bei der betroffenen Ver­si­che­rung nachgefragt), außerdem konnten wir hier keinen Feuerrohbau absichern.

Interessante Beobachtungen

Dass Mr-Money meist auf dem ersten Platz liegt, ist einem einzelnen Tarif zu verdanken, den die anderen Portale nicht führten. Wenn dieser wegfällt, könnte sich das Ergebnis verschieben. Da jedoch zwei der vier geprüften Portale deutlich teurer waren mit dem günstigsten, passenden Tarif und Verivox sehr viele gleiche Anbieter wie Mr-Money in seinem Rechner enthält, ist das Risiko klein.

Das Alter des Antragstellers schien bei unserer kleinen Stichprobe keine Rolle zu spielen, jedoch das Alter des Hauses. Je neuer ein Haus war, desto günstiger waren die Ver­si­che­rungsbeiträge. Wenn es Vorschäden gab, stieg der Preis ebenfalls.

 

Autor
Henriette Neubert

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