Wohngebäudeversicherung

So schützt Du Dein Haus

Kathrin Gotthold
& Co-Autoren
10. November 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Wohngebäudeversicherung ist ein Muss für jeden Hausbesitzer. Sie zahlt bei Schäden, die Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser am Haus anrichten.
  • Eine gute Versicherung übernimmt außerdem die Kosten, die etwa für den Abbruch des Gebäudes, einen Sachverständigen oder die Beseitigung umgestürzter Bäume entstehen.
  • Zusätzlichen Schutz für Dein Gebäude bietet eine Elementarschadenversicherung. Sie zahlt auch bei Überschwemmung, Lawinen oder Starkregen. Sie ist jedoch meist teuer.
  • Unsere Untersuchung zu Wohngebäudeversicherungen hat gezeigt: Mit einer günstigen Versicherung lassen sich ein paar Hundert Euro pro Jahr sparen.
So gehst Du vor
  • Überprüfe regelmäßig, ob Du zu viel für Deine Wohngebäudeversicherung bezahlst. Wenn Du ein Haus kaufst, solltest Du Dir auch die Wohngebäudeversicherung ansehen und überlegen, ob Du sie übernehmen willst.
  • Um eine passende Versicherung für Dein Gebäude zu finden, empfehlen wir Dir Verivox. Eine Alternative ist Mr-Money. Orientiere Dich bei den Versicherungsmerkmalen an unseren Mindestkriterien.

Wenn Unwetter über das Land ziehen, ist es schnell passiert: Der Sturm fegt Ziegel vom Dach, Fenster gehen durch umherfliegende Äste zu Bruch. In vielen Fällen kommt eine Gebäudeversicherung für solche Schäden auf. Im Jahr 2019 haben Unwetter deutschlandweit Schäden in Höhe von 2,1 Milliarden Euro an Gebäuden angerichtet, die meisten Schäden verursachten Sturm und Hagel (1,8 Milliarden Euro).

Warum solltest Du eine Gebäudeversicherung abschließen?

Als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung kannst Du eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Dazu bist Du, anders als etwa bei der Kfz-Haftpflicht, jedoch nicht verpflichtet. Es ist aber empfehlenswert. Da die eigene Immobilie für Dich vielleicht, wie für viele Menschen, die größte Investition des Lebens ist, steckt auch viel Kapital darin. Mit der Wohngebäudeversicherung sicherst Du Dich gegen die finanziellen Folgen von Feuer, Leitungswasser und Sturm ab und schützt damit Deine Investition.

Wir haben untersucht, wie Du als Hauseigentümer die für Dich günstigste und passendste Wohngebäudeversicherung finden kannst. Da die Tarife sehr umfangreich sind und die Beiträge von vielen individuellen Merkmalen wie Wohnfläche oder Adresse des Gebäudes abhängen, empfehlen wir Dir den Vergleich und Abschluss über ein Online-Portal. Denn das ist die beste Möglichkeit, um eine zu Deiner Situation passende Wohngebäudeversicherung mit guten Leistungen zu bekommen. Nach unserer Einschätzung ist das Vergleichsportal Verivox besonders hilfreich. Alternativ dazu empfehlen wir das Portal Mr-Money. Einzelheiten zu unserem Vorgehen und unserer Auswahl erfährst Du am Ende des Textes.

Verivox
Vergleichsportal
  • alle von uns empfohlenen Leistungen auswählbar
  • benutzerfreundliche Ansicht
  • verbraucherfreundliche Voreinstellungen
Mr-Money
Vergleichsportal
  • alle von uns empfohlenen Leistungen auswählbar
  • verbraucherfreundliche Voreinstellungen
  • Ansicht nicht in jedem Fall benutzerfreundlich

Was ist versichert?

Die Wohngebäudeversicherung zahlt für Schäden am Gebäude und an festem Inventar. Dazu gehören zum Beispiel Heizungsanlagen, aber auch die Einbauküche, der fest verlegte Fußboden und die eingebaute Badewanne.

Wenn hingegen Möbel oder Ähnliches beschädigt werden, ist das ein Fall für die Hausratversicherung.

Die verbundene Wohngebäudeversicherung besteht aus der Feuer-, Leitungswasser- und Sturmversicherung. Darüber hinaus kannst Du Zusatzbausteine, beispielsweise für Elementarschäden hinzufügen.

Baustein Feuerversicherung

Die Feuerversicherung zahlt bei Schäden am Haus, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion entstehen. Sie greift auch bei fest eingebauten elektrischen Installationen, wie die Stromversorgung für Lampen und Steckdosen.

Achtung: Ein Rauchmelder ist Pflicht. Gemäß der Bauverordnungen der meisten Bundesländer musst Du Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren anbringen. Fehlen Rauchmelder, kannst Du im Versicherungsfall auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben.

Baustein Leitungswasserversicherung

Die Leitungswasserversicherung übernimmt Schäden durch Leitungswasser und Frost sowie andere Bruchschäden. Falls also kalkhaltiges Wasser oder Frost die Leitungen im Haus zum Bersten bringt, greift die Versicherung.

Baustein Sturmversicherung

Die Versicherung leistet bei Sturmschäden ab Windstärke 8 und bei Hagelschäden. Etwa, wenn das Dach abgedeckt wird und repariert werden muss. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, zum Beispiel wenn es durch ein vom Sturm abgedecktes Dach regnet.

Sonderfall: Elementarschadenversicherung

Standardtarife in der Wohngebäudeversicherung greifen in aller Regel nicht bei Elementarschäden. Das bedeutet, dass die Versicherung nicht für die Folgen aufkommt, wenn Dein Gebäude durch Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch, eine Lawine oder Starkregen beschädigt wird. Um auch gegen diese Risiken abgesichert zu sein, musst Du Deinen Versicherungsschutz um den Baustein Elementarschadenversicherung erweitern.

Wir haben in unserem Wohngebäudeversicherungstest Anfang 2019 das Angebot an Wohngebäudeversicherungen auch daraufhin untersucht, wie teurer die Absicherung von Elementarschäden ist. Dafür haben wir Tarife jeweils mit und ohne den Einschluss dieses Bausteins abgefragt. Das Ergebnis: Die Anbieter verlangen im Schnitt einen Aufschlag von 48 Prozent auf die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen. Teils besonders hoch waren die Aufschläge in unserer Untersuchung für Gebäude außerhalb von Risikogebieten. Statt 121 Euro im Jahr sollten Hausbesitzer in einem Tarif 212 Euro zahlen. Befindet sich Dein Haus also außerhalb eines Risikogebiets, solltest Du Dir genau überlegen, ob der Zusatzschutz notwendig ist.

Befindet sich Dein Gebäude in einem Risikogebiet für Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsche oder Lawinen – zum Beispiel am Wasser oder am Hang –, kann eine Elementarschadenversicherung sinnvoll sein.

Steht Dein Gebäude in einem Hochrisikogebiet, kann es schwierig werden, eine Absicherung gegen Elementarschäden zu bekommen. Unmöglich ist das aber nicht, nur teuer. Denn ob und zu welchen Konditionen ein Wohngebäudeversicherer Dir Schutz anbietet, entscheidet er je nach Einzelfall.

In der Regel zahlst Du bei einem hohen Risiko auch eine hohe Prämie oder eine sehr hohe Selbstbeteiligung. Es kann sogar sein, dass die Versicherung von Dir verlangt, Dein Gebäude umzubauen, damit Du Versicherungsschutz bekommst. Wohnst Du in einem Gebiet mit hohem Risiko, solltest Du Dich beraten lassen. Bei Überschwemmungen etwa spricht man von einem Hochrisikogebiet, wenn Du mit mindestens einem Hochwasser in zehn Jahren zu rechnen hast (Gefahrenklasse GK4).

Was solltest Du zusätzlich versichern?

Sehr gute Wohngebäudeversicherungen definieren sich über die Leistung und den Preis. Wenn Du eine Wohngebäudeversicherung – wie von uns empfohlen – auf den Online-Portalen Verivox oder Mr-Money suchst, solltest Du die Mindestkriterien in die Suchmaske eingeben. Bei den von uns empfohlenen Vergleichsportalen war dies möglich.

Grobe Fahrlässigkeit - Wichtig ist, dass die Versicherung auch Schäden infolge grober Fahrlässigkeit abdeckt. Verursachst Du einen Schaden grob fahrlässig, zahlt Deine Versicherung in aller Regel nicht. Ein Beispiel: Du heizt im Winter nicht und deshalb bricht ein Wasserrohr. Bei einem Tarif, der die Folgen grob fahrlässigen Handelns ausschließt, verweigert die Versicherung die Leistung. Wir empfehlen daher, grobe Fahrlässigkeit mitabzusichern. Setze bei der Tarifsuche auf einem der Online-Portale das entsprechende Häkchen.

Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten - wenn zum Beispiel nach einem Sturm Baumteile vom Dach entfernt werden müssen, sollte Deine Versicherung diese Kosten übernehmen.

Folgen von Überspannungsschäden – zum Beispiel Schäden am Fernseher oder Router durch Überspannung nach einem Blitzschlag.

Auch Mehrkosten durch behördliche Auflagen - wenn Du beim Wiederaufbau (nach einem Hausbrand) teuren Wärmeschutz anbringen musst, den Du vorher nicht hattest, der inzwischen jedoch Pflicht ist. Oder wenn Du Erde abtragen lassen musst, weil giftige Substanzen eingesickert sind (Dekontamination von Erdreich).

Wasserzu- und Wasserableitungsrohre - sowohl auf dem Versicherungsgrundstück als auch außerhalb.

Schäden durch Einbrüche – Wenn bei einem Einbruch Schäden am Gebäude entstehen, sollten diese von der Versicherung abgedeckt sein.

Unfertige Gebäude - Es ist ratsam, sich bereits frühzeitig mit der Wohngebäudeversicherung zu beschäftigen, auch wenn diese Versicherung nicht zahlt, bevor das Gebäude fertiggestellt ist. Denn während des Baus kann sie bereits als Feuerrohbauversicherung laufen und schützen. Sobald das Haus fertig ist, lässt sich die Feuerrohbauversicherung dann in eine Wohngebäudeversicherung umwandeln.

Such Dir also am besten noch vor Baubeginn auf einem der von uns empfohlenen Vergleichsportale Verivox oder Mr-Money eine für Dich passende Wohngebäudeversicherung. Und wähle in der Suchmaske statt „Wohngebäude“ das Merkmal „Feuerrohbau“ aus. Du musst dann nur noch Deinen Versicherer davon in Kenntnis setzen, sobald Du fertig gebaut hast. Damit endet Deine Feuerrohbauversicherung.

Was ist in der Gebäudeversicherung nicht enthalten?

Du kannst Dich nicht gegen alle Schäden, die an Deinem Haus entstehen können, mit einer Wohngebäudeversicherung absichern. Einige Schäden sind gar nicht versicherbar, andere kannst Du nur separat (zu teilweise hohen Kosten) absichern.

Was ist nicht versicherbar?

Krieg - Kriegsschäden oder Folgen von innerer Unruhe ersetzt die Wohngebäudeversicherung nicht.

Kernenergie – gegen Reaktorunfall in der Nähe Deines Hauses kannst Du Dich nicht absichern.

Vorsatz – Wenn Du einen Schaden vorsätzlich verursachst, ist dieser nicht versichert. Im Gegensatz zur groben Fahrlässigkeit, kannst Du Vorsatz nicht mitversichern.

Was ist nicht in der Grundabsicherung enthalten?

Grobe Fahrlässigkeit bei Brand – Wenn ein Brand durch grobe Fahrlässigkeit entsteht (Du lässt zum Beispiel den Kamin unbeaufsichtigt und es kommt durch Funkenflug zu einem Brand), zahlt die Versicherung oft nicht oder kürzt die Zahlung. Auch Sengschäden, die zu einem Brand führen, werden häufig als grobe Fahrlässigkeit gewertet. Allerdings kannst Du Sengschäden, die innerhalb des Hauses auftreten mit einer Hausratversicherung abdecken.

Wasser - Die Wohngebäudeversicherung kommt nur für Schaden durch Leitungswasser auf. Grundwasserschäden, Schäden durch Überschwemmung und witterungsbedingten Rückstau sind nicht enthalten. Mit einer Erweiterung um Elementarschäden kannst Du zumindest einen Teil dieser Schäden absichern.

Wasser, das aus einem Aquarium ausgelaufen ist, zählt ebenfalls nicht als Leitungswasser. Die dabei entstandenen Schäden kannst Du aber mit einer Hausratversicherung absichern.

Leichter Sturm - Die Versicherung muss nicht zahlen, wenn sich die Schäden bei einer Sturmstärke unter 8 ereignet haben. Haben offene oder undichte Fenster zu Schäden geführt, springt sie ebenfalls nicht ein.

Was kostet eine gute Wohngebäudeversicherung?

Die Preise für Gebäudeversicherungen variieren deutlich. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch die unterschiedlichen Leistungen. Vor dem Abschluss einer Wohngebäudeversicherung solltest Du daher Preise und Leistungen genau vergleichen. Sonst zahlst Du schnell zu viel oder bekommst nur einen unzureichenden Schutz.

In unserer Untersuchung im Februar 2019 haben wir für zwei charakteristische Gebäudetypen Preise erhoben: Für unser freistehendes Einfamilienhaus gab es – über alle Standorte hinweg – den günstigsten Versicherungsschutz für knapp 256 Euro im Jahr. Der teuerste Tarif schlug mit rund 470 Euro zu Buche. Bei zusätzlicher Elementarschadenabsicherung zeigten uns die Vergleichsportale Tarife zwischen 311 Euro und 596 Euro an.

Für eine Doppelhaushälfte fanden wir auf den untersuchten Portalen Tarife mit Beiträgen zwischen 113 Euro und 150 Euro. Inklusive Elementarschadenversicherung gab es Schutz für 211 Euro bis 282 Euro.

Unsere Untersuchung zeigte außerdem: Mit einer längeren Laufzeit lässt sich bei der Wohngebäudeversicherung nicht sparen.

Im Einzelnen haben wir die Preise für folgende Gebäude abgefragt:

  1. Alleinstehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1996, gekauft 2008 mit 212 Quadratmetern Wohnfläche, Dachgeschoss nicht ausgebaut, Garage auf dem Grundstück. Die Bauweise ist massiv und das Dach mit Ziegeln bedeckt (Bauartklasse 1). Teilweise mit Photovoltaikanlage, teilweise ohne.
  2. Doppelhaushälfte, Baujahr 2018 mit 170 Quadratmetern und ausgebautem Dachgeschoss. Auch in diesem Fall massive Bauweise und Ziegel als Dach (Bauartklasse 1).

Lohnen sich Kombi-Rabatte mit Hausratversicherung?

Hin und wieder kommt es im Schadensfall zum Streit, ob nun die Wohngebäudeversicherung oder die Hausratversicherung zuständig ist. Wenn Du beide Verträge beim selben Anbieter abschließest, ist die Schadensregulierung in der Regel einfacher. Dann müssen sich die Versicherer nicht erst einigen, wer für welchen Schaden aufkommt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Anbieter einen Kombi-Rabatt von 5 Prozent einräumen. Allerdings solltest Du sicherstellen, dass beide Versicherungen auch für sich gesehen gute Preise und Leistungen bieten.

Welche Versicherungssumme solltest Du wählen?

Die Wohngebäudeversicherung kalkuliert den Beitrag anhand der Versicherungssumme, also dem Betrag, den Du im Schadensfall maximal erhalten würdest. Versichert ist in der Regel der Neuwert des Gebäudes – also die Summe, die nötig wäre, um das Haus in gleicher Größe und Ausstattung zum aktuellen Zeitpunkt wiederaufzubauen. Es gibt jedoch unterschiedliche Ansätze, diesen Neuwert zu bestimmen. Die von uns empfohlenen Vergleichsplattformen Mr-Money und Verivox errechnen auf der Grundlage Deiner Angaben einen sogenannten gleitenden Neuwert (Wert 1914).

Gleitender Neuwert - Durch den gleitenden Neuwert ist die Versicherungssumme bei der Gebäudeversicherung an die Wertentwicklung des Gebäudes angepasst. Er funktioniert mit dem fiktiven Wert 1914. Das ist der Preis (in Mark), den der Bau des Hauses im Jahr 1914 theoretisch gekostet hätte. Dieser wird errechnet, indem der Neuwert des Hauses durch den sogenannten Baupreisindex geteilt wird. Dieser zeigt die Entwicklung der Baupreise seit 1914 und wird jährlich vom Statistischen Bundesamt festgelegt.

Die Versicherungssumme wird also jährlich angepasst. Nur so kommt die Versicherung auch Jahre nach dem Bau für den kompletten Neubau des Hauses im ursprünglichen Zustand auf. Wenn Du auf den gleitenden Neuwert setzt, verhinderst Du am besten eine Unterversicherung. Bist Du unterversichert, ist die Versicherungssumme niedriger als der tatsächliche Wert. Bei einem Schaden würde die Versicherung Dir dann nur eine anteilige Summe ersetzen und nicht die gesamte Schadenssumme. Ein Beispiel: Entspricht Deine Versicherungssumme nur 50 Prozent des Gebäudewertes, erhältst Du auch nur 50 Prozent des Schadens ersetzt.

Wohnflächentarif - Beim Wohnflächentarif gibt es keine Versicherungssumme, sondern eine Höchstentschädigungsgrenze. Die Versicherung setzt also eine Summe fest, die Du als Entschädigung im Schadensfall maximal erhältst. Die Versicherung berechnet sie anhand der Größe und der Ausstattung des Hauses. Kommt es zum Versicherungsfall, zahlt die Versicherung die Kosten in Höhe des ortsüblichen Neubauwerts. Um eine Unterversicherung zu vermeiden musst Du deshalb der Versicherung jeden Um- und Anbau melden beziehungsweise ihr mitteilen, dass Du die Ausstattung verbessert hast.

Die Höchstentschädigungsgrenze wird zudem nicht an die Entwicklung der Baukosten angepasst. Auch dadurch kann es sein, dass Du ein paar Jahre nach dem Bau unterversichert bist. Das kannst Du vermeiden, indem Du von Zeit zu Zeit die Höchstentschädigungsgrenze erhöhst.

Wertgutachten - Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Gutachter den Wert des Gebäudes schätzt. Das kann jedoch teuer werden. Außerdem bezieht sich dieses Gutachten oft auf den Verkehrswert des Gebäudes. Wichtiger sind jedoch die Kosten für den Wiederaufbau.

Auch wenn Du auf den gleitenden Neuwert setzt, ist es empfehlenswert, mit der Versicherung einen Unterversicherungsverzicht zu verabreden. Damit verzichtet das Unternehmen darauf, im Schadensfall überhaupt geltend zu machen, dass Du unterversichert sein könntest.

Was musst Du tun im Schadensfall?

Im Schadensfall kann es mit der Wohngebäudeversicherung zu Streit über die Regulierung kommen. Dokumentiere die Schäden am Gebäude daher genau mit Fotos und einem schriftlichen Bericht. Melde die Schäden unverzüglich Deiner Versicherung. Je nach Schadenshöhe schickt sie einen Gutachter vorbei.

Du musst außerdem Notmaßnahmen ergreifen, um weitere Schäden abzuwenden. Dazu gehört zum Beispiel, dass Du bei Leitungswasserschäden den Haupthahn der Wasserleitung zudrehst, sobald Du den Schaden bemerkst. Hat ein Sturm das Dach abgedeckt, solltest Du es mit einer Plane verschließen. Eine vollständige Reparatur kann  allerdings keiner von Dir verlangen. Wie gesagt: Es geht um Maßnahmen, mit denen Du weitere Schäden abwendest. Natürlich immer nur, ohne Dich dabei selbst zu gefährden.

Falls Du Schäden vor der Erstellung des Gutachtens beheben musst, weil das Haus sonst unbewohnbar wäre, sprich das mit dem Versicherer ab. Dokumentiere außerdem, wie Du die Schäden behebst, und bewahre entsprechende Rechnungen von Handwerkern auf. Bei beschädigten Teilen gilt dasselbe.

Wie kannst Du die Versicherung kündigen?

Du kannst die Versicherung drei Monate vor dem Ende des Versicherungsjahrs kündigen. Das Versicherungsjahr beginnt immer an dem Tag, der in Deinem Vertrag vereinbart ist und läuft 365 Tage. Bei einer mehrjährigen Laufzeit ist eine Kündigung erst zum Vertragsende möglich.

Nach einem Versicherungsfall hast Du ein außerordentliches Kündigungsrecht und kannst innerhalb eines Monats kündigen. Das gilt auch, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht – jedoch nicht, wenn die Beiträge aufgrund des gleitenden Neuwerts oder einer Leistungserweiterung steigen. Du musst dann innerhalb eines Monats nach der Mitteilung über die Beitragserhöhung kündigen.

Die Gebäudeversicherung geht bei einem Eigentümerwechsel automatisch auf den neuen Eigentümer über. Dieser kann sie jedoch innerhalb eines Monats nach dem Eintrag in das Grundbuch kündigen.

Falls Du kündigst: Verschicke die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein. Und nenne im Kündigungsschreiben die Versicherungsnummer. Achtung: Wenn Du kündigen willst, musst Du den richtigen Zeitpunkt im Blick haben. Denn der Vertrag verlängert sich nach Ablauf der Vertragszeit automatisch. Du solltest vor der Kündigung der alten Wohngebäudeversicherung am besten schon ein Angebot für einen neuen Vertrag in der Tasche haben.

Was, wenn der Versicherer kündigt?

Auch die Versicherung hat nach einem Schadensfall ein Recht zur außerordentlichen Kündigung. Macht sie davon Gebrauch, kann es für Dich schwierig werden, einen neuen Vertrag zu günstigen Konditionen zu bekommen. Beim neuen Antrag musst Du nämlich angeben, wer die Kündigung ausgesprochen hat. Da die Unternehmen alle Daten im Hinweis- und Informationssystem – kurz HIS – speichern, solltest Du immer korrekte Angaben machen . Sieht ein Versicherer, dass Dir ein Unternehmen gekündigt hat, lehnt er Dich womöglich ab.

Damit Dich Dein Versicherer nicht wegen (zu vieler) Schäden kündigt, kann eine Selbstbeteiligung helfen. Du zahlst dann kleine Schäden selbst. Das spart nicht nur Aufwand, sondern dem Versicherer auch Kosten – und die Möglichkeit Dir zu kündigen. Wir empfehlen 250 Euro Selbstbeteiligung und haben dies auch in den Tarifen für unsere Untersuchung vorausgesetzt.

Sollte eine Versicherung dennoch nach einem höheren Schadensfall eine Kündigung aussprechen, kannst Du bei dem Unternehmen nach einer Kündigungsumkehr fragen. Dann kündigst nämlich Du selbst und nicht der Versicherer.

Falls der Versicherer bereits gekündigt hat, solltest Du auf jeden Fall bei mehreren anderen Versicherern die Tarife vergleichen und nach Angeboten fragen. Einige Unternehmen sehen die Zahl der Schadensfälle und die Kündigung durch den Versicherer weniger dramatisch als andere.

Hilft das alles nichts, musst Du übergangsweise ein weniger attraktives Angebot annehmen – und Dich weiter nach einer besseren Alternative umsehen. Außerdem kann eine Beratung durch Verbraucherinstitutionen oder Bauherrenverbände hilfreich sein. Auch der Gang zu einem unabhängigen Makler oder Versicherungsberater ist eine Möglichkeit. Zwar musst Du solch eine Unterstützung aus eigener Tasche zahlen, aber womöglich findet ein professioneller Berater in so einem Fall eher einen passenden Tarif als Du selbst.

So haben wir getestet

Test Wohngebäudeversicherung 2019

Tarife in der Wohngebäudeversicherung sind von vielen individuellen Merkmalen abhängig. So spielt neben der Ausstattung und Größe des Gebäudes vor allem die Lage eine Rolle. Dabei ist die Frage, ob sich das Wohngebäude in einem Risikogebiet für Elementargefahren befindet.

Du musst daher beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung die genaue Adresse Deines Wohngebäudes angeben. Nur mit dieser Angabe kann die Versicherung Dir den Preis für Deinen Versicherungsvertrag überhaupt nennen. Um dennoch eine große Anzahl an Tarifen abzufragen, empfehlen wir Vergleich und Abschluss über ein Online-Portal. Das ist die beste Möglichkeit, um eine günstige Wohngebäudeversicherung mit guten Leistungen zu bekommen. Daher sind auch wir den Weg über verschiedene Online-Portale gegangen und haben diesen für Dich getestet.

Über eine Online-Recherche haben wir bei unserem Test sieben Vergleichsportale gefunden. Gesucht haben wir nach den Begriffen „Wohngebäudeversicherung“, „Gebäudeversicherung“, „Gebäudeversicherung Vergleich“, „Wohngebäudeversicherung Vergleich“, „Wohngebäudeversicherung Test“.

Wir haben dann eine Vorauswahl hinsichtlich der Portale getroffen: Entscheidend war, dass auf den Portalen alle uns wichtigen Merkmale auswählbar (oder voreingestellt) sein und in das Ergebnis einfließen mussten. Diese Kriterien erfüllten die Vergleichsportale Verivox, Mr-Money und eingeschränkt auch Check24.

Tarifmerkmale auf drei Portalen abgefragt

Auf den drei genannten Portalen haben wir sodann Abfragen vorgenommen: insgesamt für 18 Profile – zwei unterschiedliche Gebäudetypen mit unterschiedlichen Ausstattungen an 18 Standorten in Deutschland. Ein Teil der Standorte weist ein erhöhtes Elementarschaden-Risiko auf, ein Teil ein unterdurchschnittliches.

Die von uns ausgewählten Tarife sehen eine jährliche Zahlungsweise vor, sowie 250 Euro Selbstbeteiligung. Sie mussten auch bei Schäden infolge grober Fahrlässigkeit greifen. Für folgende Kosten mussten sie darüber hinaus einspringen:

  • Abbruch- und Aufräum- sowie Bewegungs- und Schutzkosten;
  • Überspannungsschäden;
  • Mehrkosten in Folge behördlicher Auflagen;
  • Kosten für Dekontamination von Erdreich;
  • Schäden durch Wasserzu- und Wasserableitungsrohre auf und außerhalb des Versicherungsgrundstücks;
  • Schäden am Gebäude in Folge von Einbrüchen.

Zwei zusätzliche Merkmalstudien

Mit Blick auf die Frage, wie teuer es für Verbraucher ist, das Risiko von Elementarschäden abzusichern, haben wir jedes Profil sowohl mit als auch ohne den Baustein Elementarschadenversicherung abgefragt. Darüber hinaus haben wir innerhalb eines jeden Profils untersucht, ob es günstiger ist, die Vertragslaufzeit von einem Jahr auf fünf Jahre zu erhöhen. Die Daten zu Elementarschadenabsicherung und Laufzeit haben wir nur auf dem Portal Mr-Money erhoben.

Ergebnisse dieser Abfragen: Die zusätzliche Absicherung von Elementarschäden ist unserer Einschätzung nach kostenintensiv, vor allem für Gebäude, die nicht in Risikogebieten liegen. Die Preise unterschieden sich nicht, wenn wir statt einem Jahr Laufzeit auf fünf Jahre gingen.

Unsere Empfehlung: Verivox oder Mr-Money

Unsere Empfehlung ist, dass Du das Vergleichsportal Verivox nutzen solltest, alternativ das Portal Mr-Money (Zweitempfehlung). Bei Check24 ließen sich einige der gewünschten Merkmale einer guten Wohngebäudeversicherung nicht in den Filtern einstellen – allerdings erfüllten alle in einer ersten Stichprobe untersuchten Tarife dennoch unsere Anforderungen.

Beim Preisvergleich konnte Check24 nicht vollständig überzeugen: Zwar waren die Ergebnisse auf allen drei getesteten Portalen in den meisten Fällen recht ähnlich. Bei Check24 waren jedoch in 7 von 18 Fällen die Preise höher – teils auch, wenn das Portal denselben Tarif desselben Anbieters vorschlug wie Verivox und Mr-Money.

Einen Grund dafür erkannten wir darin, dass die Tarife zusätzliche, von uns nicht gewünschte Risiken absicherten. Diese zusätzlichen Risiken ließen sich jedoch nicht abwählen, weil die Datenabfrage des Portals recht spärlich ausfällt.

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autoren
Annika Krempel , Henriette Neubert

10. November 2020


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.