Wohngebäudeversicherung

So schützen Sie Ihr Haus

Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Stand: 07. Mai 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Wohngebäudeversicherung ist ein Muss für jeden Hausbesitzer. Sie zahlt bei Schäden, die Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser am Haus anrichten.
  • Eine gute Versicherung zahlt nicht nur für Schäden am Gebäude, sondern kommt auch für Kosten auf, die etwa für den Abbruch des Gebäudes, einen Sachverständigen oder die Beseitigung umgestürzter Bäume entstehen.
  • Zusätzlichen Schutz für Ihr Gebäude bietet eine Elementarschadenversicherung. Sie zahlt auch bei Überschwemmung, Lawinen oder Starkregen. Sie ist jedoch relativ teuer.
  • Unsere Untersuchung zu Wohngebäudeversicherungen hat gezeigt: Mit einer günstigen Versicherung lassen sich ein paar Hundert Euro pro Jahr sparen.
So gehen Sie vor
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie nicht zu viel für Ihre Wohngebäudeversicherung bezahlen.
  • Auch wenn Sie ein Haus kaufen, sollten Sie die übernommene Wohngebäudeversicherung überprüfen.
  • Auf der Grundlage unseres Tests empfehlen wir Ihnen, über Vergleichsportale die passende Versicherung für Ihr Gebäude abzuschließen. Orientieren Sie sich bei der Auswahl der Versicherungsmerkmale an unseren Tipps.
  • Für den Preisvergleich bei Wohngebäudeversicherungen empfehlen wir Verivox. Eine Alternative ist Mr-Money.

Wenn Unwetter über das Land ziehen, ist es schnell passiert: Der Sturm fegt Ziegel vom Dach, Fenster gehen durch umherfliegende Äste zu Bruch. In vielen Fällen kommt eine Gebäudeversicherung für solche Schäden auf. Das Jahr 2018 gehörte nach Zahlen der Versicherungswirtschaft zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre; Schäden in Höhe von 2,1 Milliarden Euro haben Sturm und Hagel deutschlandweit angerichtet.

Wer sollte eine Gebäudeversicherung abschließen?

Mit der Wohngebäudeversicherung können Immobilienbesitzer die Folgen bestimmter Risiken absichern. Ein solcher Vertrag besteht in der Regel als verbundene Wohngebäudeversicherung aus drei Bausteinen: nämlich aus Feuer-, Leitungswasser- und Sturmversicherung.

Als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung sind Sie nicht gesetzlich verpflichtet, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen. Ratsam ist es dennoch. Nicht zuletzt, weil die eigene Immobilie für Sie vielleicht wie für viele Menschen die größte Investition des Lebens ist – es steckt viel Kapital darin. Sinnvoll ist, das abzusichern.

Wir haben untersucht, auf welchem Wege Verbraucher die für sie günstigste und passendste Wohngebäudeversicherung finden können. Da die Tarife sehr kleinteilig und die Beiträge von vielen individuellen Merkmalen wie Wohnfläche, aber auch der Adresse des Gebäudes abhängen, empfehlen wir Vergleich und Abschluss über ein Online-Portal. Denn das ist die beste Möglichkeit, um eine günstige Wohngebäudeversicherung mit guten Leistungen zu bekommen. Nach unserer Einschätzung ist das Vergleichsportal Verivox besonders hilfreich. Alternativ dazu empfehlen wir das Portal Mr-Money. Einzelheiten zu unserem Vorgehen und unserer Auswahl erfahren Sie am Ende des Textes.

Verivox
Vergleichsportal
  • alle von uns empfohlenen Leistungen auswählbar
  • benutzerfreundliche Ansicht
  • verbraucherfreundliche Voreinstellungen
Mr-Money
Vergleichsportal
  • alle von uns empfohlenen Leistungen auswählbar
  • verbraucherfreundliche Voreinstellungen
  • Ansicht nicht in jedem Fall benutzerfreundlich

Was ist versichert?

Die Wohngebäudeversicherung zahlt für Schäden am Gebäude und an festem Inventar. Dazu gehören zum Beispiel Heizungsanlagen, aber auch die Einbauküche, der fest verlegte Fußboden und die eingebaut Badewanne.

Wenn hingegen Möbel oder Ähnliches beschädigt werden, ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Eine Grundbesitzerhaftpflicht wiederum kommt für Schäden auf, die anderen Menschen im Haus oder auf dem Grundstück zustoßen – etwa falls ein Fußgänger draußen auf dem vereisten Weg zur Haustür ausrutscht.

Die verbundene Wohngebäudeversicherung besteht aus verschiedenen Bausteinen, die Sie kennen sollten.

Baustein Feuerversicherung

Der Baustein Feuerversicherung der verbundenen Wohngebäudeversicherung zahlt bei Schäden am Haus, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion entstehen. Sie greift auch bei fest eingebauten elektrischen Installationen.

Achtung: Ein Rauchmelder ist Pflicht. In den Bauverordnungen der meisten Bundesländer ist festgelegt, dass Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren angebracht sein müssen. Fehlt er, können Sie im Versicherungsfall auf einem Teil Ihrer Schäden sitzenbleiben.

Baustein Leitungswasserversicherung

Die Leitungswasserversicherung zahlt bei Schäden durch Leitungswasser, Frost- und anderen Bruchschäden. Falls also kalkhaltiges Wasser oder Frost die Leitungen im Haus zum Bersten bringt, greift die Versicherung.

Baustein Sturmversicherung

Die Versicherung zahlt bei Sturmschäden ab Windstärke 8 und bei Hagelschäden. Etwa, wenn das Dach abgedeckt wird und repariert werden muss. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, zum Beispiel, wenn es durch ein vom Sturm abgedecktes Dach regnet.

Sonderfall: Baustein Elementarschadenversicherung

Standardtarife in der Wohngebäudeversicherung greifen in aller Regel nicht bei Elementarschäden. Das bedeutet, dass die Versicherung nicht für die Folgen aufkommt, wenn Ihr Gebäude durch Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch, eine Lawine oder Starkregen beschädigt wird. Um auch gegen diese Risiken abgesichert zu sein, müssen Sie Ihren Versicherungsschutz um dem Baustein Elementarschadenversicherung erweitern.

Wir haben in unserem Wohngebäudeversicherungstest Anfang 2019 das Angebot an Wohngebäudeversicherungen auch daraufhin untersucht, wie teurer die Absicherung von Elementarschäden ist. Dafür haben wir Tarife jeweils mit und ohne den Einschluss dieses Bausteins abgefragt. Das Ergebnis: Die Anbieter verlangen im Schnitt einen Aufschlag von 48 Prozent auf die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen. Teils besonders hoch waren die Aufschläge in unserer Untersuchung für Gebäude außerhalb von Risikogebieten. Statt 121 Euro im Jahr sollten Hausbesitzer in einem Tarif 212 Euro zahlen. Durchschnittlich kamen inn solchen nicht-Risikogebieten 46 Prozent Beitragsprämie obendrauf.

Überlegen Sie daher, ob es sich für Sie rechnet, Elementarschäden in den Versicherungsschutz mit einzubeziehen. Befindet sich Ihr Gebäude in einem Risikogebiet für Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsche oder Lawinen – zum Beispiel am Wasser oder am Hang –, kann das der Fall sein.

Welche Risiken sollten Sie absichern?

Sehr gute Wohngebäudeversicherungen definieren sich nicht nur über den Preis, sondern vor allem über die Leistung. Wenn Sie eine Wohngebäudeversicherung wie von uns empfohlen auf den Online-Portalen Verivox oder Mr-Money suchen, sollten Sie die folgenden zentralen Merkmale in der jeweiligen Suchmaske auswählen.

Wichtig ist, dass die Versicherung auch Schäden infolge grober Fahrlässigkeit abdeckt. Verursachen Sie einen Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig, zahlt Ihre Versicherung in aller Regel nicht. Ein Beispiel: Sie heizen im Winter nicht und deshalb bricht ein Wasserrohr. Bei einem Tarif, der die Folgen grob fahrlässigen Handelns nicht einschließt, zahlt die Versicherung nicht. Wir empfehlen daher, grobe Fahrlässigkeit mitabzusichern. Setzen Sie bei der Tarifsuche auf einem der Online-Portale das entsprechende Häkchen.

Weitere Merkmale, die Sie mitversichern sollten, sind Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten. Ebenso eingeschlossen sein sollten die Folgen von Überspannungsschäden und Mehrkosten durch behördliche Auflagen oder wenn die Dekontamination von Erdreich erforderlich wird.

Der Versicherungsschutz sollte zudem Wasserzu- und Wasserableitungsrohre einschließen – und zwar sowohl auf dem Versicherungsgrundstück als auch außerhalb. Außerdem sollten Schäden am Gebäude, die durch Einbrüche entstehen, mitversichert sein. Bei den von uns empfohlenen Vergleichsportalen ließen sich all diese Tarifmerkmale auswählen.

Was ist nicht versichert?

Unfertige Gebäude - Es ist ratsam, sich bereits frühzeitig mit der Wohngebäudeversicherung zu beschäftigen, auch wenn diese Versicherung nicht zahlt, bevor das Gebäude fertiggestellt ist. Denn während des Baus kann sie bereits als Feuerrohbauversicherung laufen und schützen. Sobald das Haus fertig ist, lässt sich die Feuerrohbauversicherung dann in eine Wohngebäudeversicherung umwandeln.

Wenn Sie also noch dabei sind zu bauen: Suchen Sie auf einem der von uns empfohlenen Vergleichsportale Verivox oder Mr-Money eine für Sie passende Wohngebäudeversicherung. Und wählen Sie in der Suchmaske statt „Wohngebäude“ das Merkmal „Feuerrohbau“ aus. Setzen Sie dann Ihr Versicherungsunternehmen davon in Kenntnis, sobald Sie fertig gebaut haben. Damit endet Ihre Feuerrohbauversicherung.

Krieg - Kriegsschäden oder Folgen von innerer Unruhe ersetzt die Versicherung nicht.

Brand - Die Feuerversicherung zahlt nicht bei einem Kaminbrand oder bei anderen Bränden von Gegenständen, die Sie bewusst anzünden. Die Wohngebäudeversicherung springt außerdem nicht für Überspannungsschäden ein.

Wasser - Die Leitungswasserversicherung kommt nicht auf für Grundwasserschäden, Überschwemmung und witterungsbedingten Rückstau. Wasser, das aus einem Aquarium ausgelaufen ist, zählt ebenfalls nicht als Leitungswasser.

Sturm - Die Sturmversicherung muss nicht zahlen, wenn sich die Schäden bei einer Sturmstärke unter 8 ereignet haben. Haben offene oder undichte Fenster zu Schäden geführt, springt sie ebenfalls nicht ein.

Was kostet eine gute Wohngebäudeversicherung?

Die Preise für Gebäudeversicherungen variieren deutlich. Der Unterschied erklärt sich zwar auch durch die unterschiedliche Preispolitik der Versicherer, vor allem aber durch die stark unterschiedlichen Leistungen. Vor dem Abschluss einer Wohngebäudeversicherung sollten Sie daher Preise und Leistungen genau vergleichen. Sonst zahlen Sie schnell zu viel oder bekommen einen unzureichenden Schutz.

In unserer Untersuchung haben wir im Februar 2019 zwei charakteristische Gebäudetypen abgefragt und dafür Preise erhoben: Für unser freistehendes Einfamilienhaus gab es – über alle Standorte hinweg betrachtet – den günstigsten Versicherungsschutz für knapp 256 Euro im Jahr. Der teuerste Tarif schlug mit rund 470 Euro zu Buche. Bei zusätzlicher Auswahl des Bausteins Elementarschaden-Absicherung zeigten uns die Vergleichsportale Tarife mit Beiträgen zwischen 311 Euro und 596 Euro an.

Für eine Doppelhaushälfte fanden wir auf den untersuchten Portalen Tarife mit Beiträgen zwischen 113 Euro und 150 Euro. Inklusive Elementarschaden-Versicherung gab es den günstigsten Schutz für 211 Euro; für den teuersten Tarif, der uns angezeigt wurde, sollten wir 282 Euro zahlen.

Im Einzelnen haben wir die Preise für folgende Gebäude abgefragt:

  1. Alleinstehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1996, gekauft 2008 mit 212 Quadratmeter Wohnfläche, Dachgeschoss nicht ausgebaut, Garage auf dem Grundstück. Die Bauweise ist massiv und das Dach mit Ziegeln bedeckt (Bauartklasse 1). Teilweise mit Photovoltaik-Anlage, teilweise ohne.
  2. Doppelhaushälfte, Baujahr 2018 mit 170 Quadratmeter und ausgebautem Dachgeschoss. Auch in diesem Fall massive Bauweise und Ziegel als Dach (Bauartklasse 1).

Kombi-Rabatte mit der Hausratversicherung

Hin und wieder kommt es im Schadensfall zum Streit, ob nun die Wohngebäudeversicherung oder die Hausratversicherung zuständig ist. Wenn Sie beide Verträge beim selben Anbieter abschließen, ist die Schadensregulierung in der Regel einfacher. Dann müssen sich die Versicherer nicht erst einigen, wer für welchen Schaden aufkommt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Anbieter einen Kombi-Rabatt von 5 Prozent einräumen. Allerdings sollten Sie sicherstellen, dass beide Versicherungen auch für sich gesehen gute Preise und Leistungen bieten.

Wie berechnet sich die Versicherungssumme?

Um den Beitrag für eine Wohngebäudeversicherung kalkulieren zu können, benötigt die Versicherung die Versicherungssumme. Versichert ist in der Regel der Neuwert des Gebäudes – also die Summe, die nötig wäre, um das Haus in gleicher Größe und Ausstattung zum aktuellen Zeitpunkt wiederaufzubauen. Es gibt unterschiedliche Ansätze, diesen Neuwert zu bestimmen. Die von uns empfohlenen Vergleichsplattformen Mr-Money und Verivox errechnen auf Grundlage Ihrer Angaben einen sogenannten gleitenden Neuwert (Wert 1914).

Gleitender Neuwert - Durch den gleitenden Neuwert ist die Versicherungssumme bei der Gebäudeversicherung an die Wertentwicklung des Gebäudes angepasst. Er funktioniert mit dem fiktiven Wert 1914. Das ist der Preis (in Mark), den der Bau des Hauses im Jahr 1914 theoretisch gekostet hätte. Dieser wird errechnet, indem der Neuwert des Hauses durch den sogenannten Baupreisindex geteilt wird.

Die Versicherungssumme wird also jährlich angepasst. Nur so kommt die Versicherung auch Jahre nach dem Bau für den kompletten Neubau des Hauses im ursprünglichen Zustand auf. Setzen Sie deshalb auf den gleitenden Neuwert. So verhindern Sie am besten eine Unterversicherung.

Wohnflächentarif - Beim Wohnflächentarif bezieht sich die Versicherungssumme auf die Größe des Hauses und die Ausstattung. Kommt es zum Versicherungsfall, zahlt die Versicherung die Kosten in Höhe des ortsüblichen Neubauwerts. Dabei gibt es keine Versicherungssumme, sondern eine Höchstentschädigungsgrenze. Sie wird nicht an die Entwicklung der Baukosten angepasst. Somit kann es sein, dass Sie Jahre nach dem Bau unterversichert sind.

Wertgutachten - Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Gutachter den Wert des Gebäudes schätzt. Das kann jedoch teuer werden. Außerdem bezieht sich dieses Gutachten oft auf den Verkehrswert des Gebäudes. Wichtiger sind jedoch die Kosten für den Wiederaufbau.

Auch wenn Sie auf den gleitenden Neuwert setzen, ist es empfehlenswert, mit der Versicherung einen Unterversicherungsverzicht zu verabreden. Damit verzichtet das Unternehmen darauf, im Schadensfall überhaupt geltend zu machen, dass Sie unterversichert sein könnten.

Was tun im Schadensfall?

Im Schadensfall kann es mit der Wohngebäudeversicherung zu Streit über die Regulierung kommen. Dokumentieren Sie die Schäden am Gebäude daher genau mit Fotos und einem schriftlichen Bericht. Melden Sie Schäden unverzüglich an Ihre Versicherung. Je nach Schadenshöhe schickt sie einen Gutachter bei Ihnen vorbei.

Sie müssen außerdem Notmaßnahmen ergreifen, um Folgeschäden abzuwenden. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie bei Leitungswasserschäden den Haupthahn der Wasserleitung zudrehen, sobald Sie den Schaden bemerken. Hat ein Sturm das Dach abgedeckt, sollten Sie es mit einer Plane verschließen. Eine vollständige Reparatur kann allerdings auch nicht von Ihnen verlangt werden. Wie gesagt: Es geht um Maßnahmen, mit denen Sie weitere Schäden abwenden.

Falls Sie Schäden vor der Erstellung des Gutachtens beheben müssen, weil das Haus sonst unbewohnbar wäre, sprechen Sie das unbedingt mit dem Versicherer ab. Dokumentieren Sie außerdem, wie Sie die Schäden beheben, und bewahren Sie entsprechende Rechnungen von Handwerkern auf. Sofern Sie beschädigte Teile entsorgen, gilt dasselbe.

Wie lässt sich die Versicherung kündigen?

Sie können die Versicherung drei Monate vor dem Ende des Versicherungsjahrs kündigen. Bei einer mehrjährigen Laufzeit ist dies erst zum Vertragsende möglich. Nach einem Versicherungsfall haben Sie ein außerordentliches Kündigungsrecht und können innerhalb eines Monats kündigen. Das gilt auch, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht – jedoch nicht, wenn die Beiträge aufgrund des gleitenden Neuwerts oder einer Leistungserweiterung steigen. Sie müssen innerhalb eines Monats nach der Mitteilung über die Beitragserhöhung kündigen.

Die Gebäudeversicherung geht bei einem Eigentümerwechsel automatisch auf den neuen Eigentümer über. Dieser kann sie jedoch innerhalb eines Monats nach dem Eintrag in das Grundbuch kündigen.

Falls Sie kündigen: Verschicken Sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein. Und nennen Sie im Kündigungsschreiben immer die Versicherungsnummer. Achtung: Wenn Sie kündigen wollen, müssen Sie den richtigen Zeitpunkt im Blick haben. Denn der Vertrag verlängert sich nach Ablauf der Vertragszeit automatisch. Sie sollten vor der Kündigung der alten Wohngebäudeversicherung schon ein Angebot für einen neuen Vertrag in der Tasche haben.

Was, wenn der Versicherer kündigt?

Auch die Versicherung hat nach einem Schadensfall ein Recht zur außerordentlichen Kündigung. Macht sie davon Gebrauch, kann es schwierig sein, einen neuen Vertrag zu günstigen Konditionen zu bekommen. Beim neuen Antrag sind Sie verpflichtet, anzugeben, wer die Kündigung ausgesprochen hat. Machen Sie auch zu diesem Punkt immer korrekte Angaben. Versicherungen tauschen sich untereinander aus. Die Unternehmen speichern Daten über Versicherungsnehmer im Hinweis- und Informationssystem – kurz HIS. Sieht ein Versicherer, dass Ihnen ein anderes Unternehmen gekündigt hat, lehnt er Sie womöglich ab.

Helfen kann in dieser Situation aber ein Selbstbehalt. Wir empfehlen daher 250 Euro Selbstbeteiligung und haben dies auch in den Tarifen für unsere Untersuchung vorausgesetzt. Sie zahlen kleine Schäden selbst und sparen sich so Verwaltungsaufwand – und dem Versicherer zusätzlich auch Kosten.

Sollte eine Versicherung dennoch einmal eine Kündigung aussprechen, können Sie bei dem Unternehmen nach einer Kündigungsumkehr fragen. Dann kündigen nämlich Sie statt des Versicherers.

Falls der Versicherer bereits gekündigt hat, sollten Sie auf jeden Fall bei mehreren anderen Versicherern die Tarife vergleichen und nach Angeboten fragen. Einige Unternehmen sehen die Zahl der Schadensfälle und die Kündigung durch den Versicherer weniger dramatisch als andere.

Hilft das alles nichts, müssen Sie übergangsweise ein weniger attraktives Angebot annehmen – und sich weiter nach einer besseren Alternative umsehen. Außerdem kann eine Beratung durch Verbraucherinstitutionen oder Bauherrenverbände hilfreich sein. Auch der Gang zu einem unabhängigen Makler oder Versicherungsberater ist eine mögliche Lösung. Zwar müssen Sie solch eine Unterstützung aus eigener Tasche zahlen, aber womöglich findet ein professioneller Berater eher einen passenden Tarif als Sie selbst.

So haben wir getestet

Test Wohngebäudeversicherung 2019

Tarife in der Wohngebäudeversicherung sind von vielen individuellen Merkmalen abhängig. So spielt neben der Ausstattung und Größe des Gebäudes vor allem die Lage eine große Rolle. Dabei geht es darum, ob sich das Wohngebäude in einem Risikogebiet für Elementargefahren befindet.

Sie müssen daher beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung die genaue Adresse Ihres Wohngebäudes angeben. Nur mit dieser Angabe kann die Versicherung Ihnen den Preis für Ihren Versicherungsvertrag überhaupt nennen. Um dennoch eine große Anzahl an Tarifen abzufragen, empfehlen wir Vergleich und Abschluss über ein Online-Portal. Das ist die beste Möglichkeit, um eine günstige Wohngebäudeversicherung mit guten Leistungen zu bekommen. Daher sind auch wir den Weg über verschiedene Online-Portale gegangen und haben diesen für Sie getestet.

Über eine Online-Recherche haben wir bei unserem Test sieben Vergleichsportale gefunden. Gesucht haben wir nach den Begriffen „Wohngebäudeversicherung“, „Gebäudeversicherung“, „Gebäudeversicherung Vergleich“, „Wohngebäudeversicherung Vergleich“, „Wohngebäudeversicherung Test“.

Wir haben dann eine Vorauswahl hinsichtlich der Portale getroffen: Entscheidend war, dass auf den Portalen alle uns wichtigen Merkmale auswählbar (oder voreingestellt) sein und in das Ergebnis einfließen mussten. Diese Kriterien erfüllten die Vergleichsportale Verivox, Mr-Money und eingeschränkt auch Check24.

Tarifmerkmale auf drei Portalen abgefragt

Auf den drei genannten Portalen haben wir sodann Abfragen vorgenommen: insgesamt für 18 Profile – zwei unterschiedliche Gebäudetypen mit unterschiedlichen Ausstattungen an 18 verschiedenen Standorten in Deutschland. Ein Teil der Standorte weist ein erhöhtes Elementarschaden-Risiko auf, ein Teil ein unterdurchschnittliches.

Die von uns ausgewählten Tarife sehen eine jährliche Zahlungsweise vor, sowie 250 Euro Selbstbeteiligung. Sie mussten auch bei Schäden infolge grober Fahrlässigkeit greifen. Für folgende Kosten mussten sie darüber hinaus einspringen:

  • Abbruch- und Aufräum- sowie Bewegungs- und Schutzkosten;
  • Überspannungsschäden;
  • Mehrkosten in Folge behördlicher Auflagen;
  • Kosten für Dekontamination von Erdreich;
  • Schäden durch Wasserzu- und Wasserableitungsrohre auf und außerhalb des Versicherungsgrundstücks;
  • Schäden am Gebäude in Folge von Einbrüchen.

Zwei zusätzliche Merkmalstudien

Mit Blick auf die Frage, wie teuer es für Verbraucher ist, das Risiko von Elementarschäden abzusichern, haben wir jedes Profil sowohl mit als auch ohne den Baustein Elementarschadenversicherung abgefragt. Darüber hinaus haben wir innerhalb eines jeden Profils untersucht, ob es günstiger ist, die Vertragslaufzeit von einem Jahr auf fünf Jahre zu erhöhen. Die Daten zu Elementarschadenabsicherung und Laufzeit haben wir nur auf dem Portal Mr-Money erhoben.

Ergebnisse dieser Abfragen: Die zusätzliche Absicherung von Elementarschäden ist unserer Einschätzung nach kostenintensiv, vor allem für Gebäude, die nicht in Risikogebieten liegen. Mit einer längeren Laufzeit lässt sich bei der Wohngebäudeversicherung nicht sparen. Die Preise unterschieden sich nicht, wenn wir statt einem Jahr Laufzeit auf fünf Jahre gingen.

Unsere Empfehlung: Verivox oder Mr-Money

Unsere Empfehlung ist, dass Sie das Vergleichsportal Verivox nutzen sollten, alternativ das Portal Mr-Money (Zweitempfehlung). Bei Check24 ließen sich einige der gewünschten Merkmale einer guten Wohngebäudeversicherung nicht in den Filtern einstellen – allerdings erfüllten alle in einer ersten Stichprobe untersuchten Tarife dennoch unsere Anforderungen.

Beim Preisvergleich konnte Check24 nicht vollständig überzeugen: Zwar waren die Ergebnisse auf allen drei getesteten Portalen in den meisten Fällen recht ähnlich. Bei Check24 waren jedoch in 7 von 18 Fällen die Preise höher – teils auch, wenn das Portal denselben Tarif desselben Anbieters vorschlug wie Verivox und Mr-Money.

Einen Grund dafür erkannten wir darin, dass die Tarife zusätzliche, von uns nicht gewünschte Risiken absicherten. Diese zusätzlichen Risiken ließen sich jedoch nicht abwählen, weil die Datenabfrage des Portals recht spärlich ausfällt.

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 07. Mai 2019


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