Der Weg zum Dividendendepot

  • Hallo,

    vor etwas über einem Jahr habe ich dank neuer möglicher finanzieller Mittel angefangen in ETFs zu investieren. Einen World ETF und einen EuroStoxx ETF, beide thesaurierend.

    Zu diesem Zeitpunkt hielt ich das für das beste wegen dem Steuerstundungseffekt.

    Trotzdem hat mich der Gedanke eines Dividendendepots nie losgelassen und ich überlege immer wieder meine Strategie nicht dahingehend zu ändern.

    Problem ist irgendwie dass zum Thema einiges an Verwirrung herrscht oder vielleicht auch die Informationen nicht so breit getreten sind wie beim klassischen MSCI World.

    Was ich z. B. bei Dividenden sehr spannend finde sind jährliche Steigerungen der Dividende. Das halte ich für einen durchaus interessanten Faktor der eher weniger Beachtung findet.

    Hier stellt sich für mich z. B. schon die erste Frage, um diesen Effekt bestmöglich oder zumindest wertig mitzunehmen, ist das da sinnvoller auf einzelne Unternehmen zu setzen oder auf einen ETF?

    Als ETF habe ich z. B. den SPDR S&P US Dividenden Aristocrats (A1JKS0) gefunden der z. B. nur Unternehmen hält die seit 20 Jahren jährlich die Dividende erhöht haben.

    Nachteil ist ganz klar, dass der nur US Titel hält.

    Im Moment schwebt mir als großer Pfeiler im Dividendendepot ein ETF vor der das selbe macht, aber mit den größten Unternehmen weltweit die eben mind. 20 Jahre jährlich die Dividende erhöht haben, gibt es das?

    Ich finde zwar ETFs für Dividenden weltweit, aber ob diese dann auf Unternehmen fokussiert sind die jährlich steigern muss ich mir sehr mühselig raussuchen....

    Dazu eine Frage im Anschluss, wenn so ein ETF geschlossen wird, warum auch immer, wird man dann ausbezahlt oder kann man seine Aktien als einzelne Werte in sein Depot ziehen?

    Denn wenn man z. B. in 10 Jahren SPDR zu macht wären die mühselig "erarbeiteten" jährlichen Steigerungen futsch... Was auch Hintergrund zu meiner Frage war ob man diese Strategie besser mit einzelnen Aktie fährt.


    Das wäre eigentlich so mal meine erste Frage zu dem Thema Dividenden Depot :)

  • Xenia 14. Mai 2024 um 09:41

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Außerdem gibt es noch die Seite https://aktienfinder.net , welche sich mit Dividenden und Einzeltiteln beschäftigt.

    Der Spdr ist meiner Meinung nach ein recht guter Dividenden-ETF. Gleichwertiges ist für den Rest der Welt leider nicht verfügbar. Dies liegt allerdings vor allen Dingen an der langen Dividendenkultur der Amerikaner.

    Wenn es nicht nur Dividendentitel mit 20 Jahre+ sein dürfen gibt es auch Alternativen für den Rest der Welt.

    Eventuell ist der FTSE Dividend High Yield dann auch interessant.

    Ein Engagement in Einzeltitel setzt ein etwas höheres Kapital voraus, erscheint mir allerdings bei einer Dividendenstrategie durchaus überlegenswert.

    Zum Thema „Schließung eines ETF“:

    Du bekommst z.B. Anteile an einem neuen ETF oder Dein Geld ausbezahlt.

    Du hältst Anteile am ETF aber nicht an den Einzeltiteln.

  • Nein, der SPDR US ist in dieser Form der einzige. Das ergibt auch Sinn, da nach diesen Kriterien fast nur US-Unternehmen auf dem Markt existieren, um als ETF in Frage zu kommen. Du sieht, dass das SPDR auch mit dem EU-Markt als ETF versucht, was aber nur so semi-optimal läuft. Du kannst dies für ausgewählte Unternehmen in der EU ebenfalls abbilden.

    Ja, wenn der ETF "geschlossen" wird, werden die Anteil verkauft. Das ist in der Tat der Nachteil eines jeden ETFs.

  • Danke euch soweit schon mal

    Dann wäre ggf. ein Dividendendepot mit Einzeltiteln nicht so ganz verkehrt.

    Wenn die Aristokraten fast nur US-Titel sind macht ein eigener ETF dafür für mich erstmal weniger Sinn. Ggf. mit geringerer Sparrate noch aber das müsste ich mal sehen.

    Eine Gedanke für das Dividendendepot war bzw. ist auch dass in Krisenzeiten, also bei Börsencrash noch etwas, gern auch "gleicher" Betrag, auf mein Konto kommt. Wäre mir z. B. wichtiger wie ein hohes Gesamtdepot. Wie oder wo kann man denn explizit nach dieser Anforderung suchen?

    Mühselig alle Crashs der Vergangenheit abprüfen?

    Mir ist natürlich klar, dass die Vergangenheit kein Blick in die Zukunft zulässt

  • Vor etwas über einem Jahr habe ich ... angefangen, in ETFs zu investieren.

    Trotzdem hat mich der Gedanke eines Dividendendepots nie losgelassen.

    Das größte Risiko für ein Depot ist der Anleger selbst. Je mehr er handelt, desto schlechter ist statistisch seine Rendite.

    Was ich bei Dividenden sehr spannend finde, sind jährliche Steigerungen der Dividende. Das halte ich für einen durchaus interessanten Faktor, der eher weniger Beachtung findet.

    McProfit wird nicht müde, davon zu berichten.

    Objektiv gesehen ist das Argument falsch. Dividenden-ETFs rentieren sich gegenüber neutralen ETFs schlechter, weil die Börsenhighflyer alle entweder keine oder nur wenig Dividende zahlen. Wenn der Kurs einer Aktie 10% steigt, haut es mich nicht vom Sockel, wenn auch die Dividende um 10% steigt.

    ETF-Vergleich: Kosten, Wertentwicklung & mehr vergleichen
    Mit unserem ETF-Vergleich kann die Zusammensetzung, Kosten, Wertentwicklung & Charts von ETFs verglichen werden.
    extraetf.com
    Hier stellt sich für mich z. B. schon die erste Frage, um diesen Effekt bestmöglich oder zumindest wertig mitzunehmen, ist das da sinnvoller, auf einzelne Unternehmen zu setzen oder auf einen ETF?

    Eine Dividendenstrategie mag ein Mehr an Stabilität ins Depot bringen, aber sie kostet Rendite.

    Wenn Du wirklich Dividenden haben willst, solltest Du Einzelunternehmen kaufen, vorzugsweise amerikanische.

    Die jährlich einmalige Dividendenzahlung deutscher Aktiengesellschaften empfinde ich mittlerweile als ärgerlich. Es wird argumentiert, daß man von Dividenden leben könne und daher keine Anteile verkaufen müßte. Für diesen Zweck braucht man aber einen einigermaßen kontinuierlichen Geldfluß. Den bekommt man mit US-Aktien ganz gut hin. Die zahlen pro Quartal, aber in unterschiedlichen Monaten. Du kannst Dir Dein Depot so zusammenstellen, daß Du jeden Monat Geld bekommst. Mit deutschen Aktien geht das nicht, die zahlen praktisch alle im Zeitraum Mitte April bis Mitte Mai.

    Sei mit anderen Ländern vorsichtig! Mit vielen ausländischen Einzelaktien handelst Du Dir mit der fremdländischen Quellensteuer jede Menge Ärger, Arbeit und Kosten ein.

    Ein wichtiges Anlageprinzip ist die Diversifikation. Mit einem ETF erreichst Du diese ziemlich einfach. Mit Einzelaktien brauchst Du eine Menge Geld für eine tolerable Diversifikation.

    Im Moment schwebt mir als großer Pfeiler im Dividendendepot ein ETF vor, der dasselbe macht, aber mit den größten Unternehmen weltweit die eben mind. 20 Jahre jährlich die Dividende erhöht haben, gibt es das?

    Es gibt praktisch keinen Investment-Anfänger, der die Finger von Sektor-Investments lassen kann.


    Jeder legt sein eigenes Geld so an, wie er selbst das will.

  • Hallo barasuma

    so wie es @Achim Weiss geschrieben hat, trifft es auf mich zu:

    Ich habe mit der Aktienanlage und auch mit der Dividendenstrategie vor Jahrzehnten begonnen.

    Damals gab es noch keine ETFs, daher abe ich eben Einzelaktien gekauft.

    Da die inzwischen trotz Dividende stark gestiegen sind, macht eine Umschichtung keinen Sinn mehr, weil erhebliche Summen für Steuer anfallen würden.

    Ich bin bei Dividenden-ETF sehr skeptisch weil diese vorwiegend nach der akuellen Dividende ausgewählt werden und daher viele Aktien enthalten mit guter Dividende, aber schlechtem Aktienkurs.

    Wenn Du ein echter FAN von Dividendenaktien bist dann kommt Du an Einzelaktien kaum vorbei.

    Bei ETF Fonds ist die Auschüttung meist geringer aber Du hast keine Arbeit und Du brauchst nicht ganz so viel Kapital.

    Viel Erfolg wünscht McProfit

  • Wenn ich Einzel Aktien kaufte, dann bislang Mit einer Einsatz Summe von mindestens 10 000€ & mindestens 10anteile (& Verknüpfung nicht oder) aktuell habe ich in diesem Bereich 6 Titel, jeweils differenziert nach Branche in der diese tätig sind, dabei handelt es sich stets um einen big Player.

    Einzel Aktien habe ich aber schon länger (5jahre) keine mehr nachgekauft, entsprechend machen diese weniger als 10% meines gesamt Depots aus (spitzen Reiter aktuell +240%, größter Verlust bislang -25%)

    Anstatt auf spezielle Dividenden etfs zu setzen, nutze ich lieber ausschüttende etf formen auf die selben sehr breiten Indexe die hier auch sonst empfohlen werden, so bekommt man etwas

    Beim msci world wäre das beispielsweise der amundi IE000CNSFAR2

    Beim euro 600 ein ishare DE0002635307

  • barasuma

    Ich kann Dir auch den Blog von Alexander ans Herz legen:

    Rentenlücke füllen und Vermögensaufbau
    Die Rente mit Dividenden erhöhen und einen langfristigen Vermögensaufbau erreichen. Passives Einkommen durch dividendenstarke Aktien generieren.
    www.rente-mit-dividende.de

    Alexander beschreibt dort detailliert seinen Weg zum Aufbau eines Dividenden-Depots.

    Alexander war auch schon mehrfach im Podcast von Daniel Korth (Finanzrocker) zu Gast. Auch hörenswert. Vor allem im zeitlichen Verlauf ganz interessant um die Entwicklung zu verfolgen.

    "Rente mit Dividende erreichen" - Interview mit Alexander - Finanzrocker
    Diese Woche habe ich Alexander vom Blog "Rente mit Dividende" zu Gast. Auch dieses Interview ist sehr lang und interessant geworden.
    finanzrocker.net
    Nachkäufe von Aktien, Dividenden-ETFs und Rente mit Dividende - Teil 2
    Erneut habe ich Alexander vom Blog "Rente mit Dividende" zu Gast. Wir sprechen über Dividenden-ETFs, Nachkäufe von Aktien und mehr.
    finanzrocker.net
    "Unrealisierte Kursgewinne oder -verluste interessieren nicht"
    Die Märkte gönnen sich eine Verschnaufpause. Zeit, meinen Stammgast Alexander von Rente mit Dividende einzuladen, den Kursschwankungen nicht interessieren.
    finanzrocker.net
    Über 600 Euro Dividende im Monat: Interview mit Rente mit Dividende
    Alexander von Rente mit Dividende erhält mittlerweile über 600 Euro Dividende im Monat. Sein Ziel ist es mit 60 allein von Dividenden in Rente zu gehen.
    finanzrocker.net
    Rente mit Dividende: So hat Alexander seine Ziele erreicht
    Mittlerweile hat Alexander 500.000 Euro in Aktien investiert und erhält im Monat 1.600 Euro. Wie geht es nun mit Rente mit Dividende weiter?
    finanzrocker.net

    Viel Erfolg!

  • Ich bin bei Dividenden-ETF sehr skeptisch weil diese vorwiegend nach der akuellen Dividende ausgewählt werden und daher viele Aktien enthalten mit guter Dividende, aber schlechtem Aktienkurs.

    Nja, das ist eines der Probleme. Das andere, verwandte ist, dass Dividenden-ETFs durch ihre Selektionsmechanismen in Titel investieren, die sehr volatil Dividenden auszahlen. Erkennt man dann auch an der starken Fluktuation von 30% und mehr pro Jahr. Gleichzeitig sind das aber auch nicht wirklich Unternehmen, die dann auf Wachstum ausgerichtet sind. Daher stagnieren dann diese High-Dividend-ETFs übermäßig stark. Ich bin bspw. beim FTSE-All World HD sehr skeptisch.

    Bei Just-ETF ist mal ein globales Dividendenportfolio konstruiert worden, was mich so gar nicht überzeugt. Da sind dann auf einmal im asiatischen und lateinamerikanischen Raum auf einmal sehr viele Reedereien und Rohstoffförderer enthalten, also massive Zykliker.

    Wie oben schon geschrieben ist der SPDR US Aristocrats vermutlich der einzige ETF, der sinnvoll konstruiert ist und und in den sogar ein McProfit dann seine unverbrauchten und besteuerten Dividenden aus den Einzeltiteln jedes Quartal sammeln kann. Danach wird's aber schon schwierig. Die globale oder EU variante sieht schon wieder grenzwertig aus, weil die Märkte territorial einfach nicht darauf ausgelegt sind.

    Andere ETFs wir reden hier von äußerst langläufigen Märkten wo man nicht, wie bei anderen ETFs einfach wahllos kombinieren kann. Nur der VanEck Dividend Leaders (NL0011683594) scheint recht ausgewogen zu sein. Aber auch der stagniert sehr stark. Zumindest sind die Dividenden aber weitestgehend stabil.

    Ich behaupte jetzt mal, dass man mit einem sehr ausgewogenen Einzeltitelportfolio einem ETF überlegen ist und man findet immer mal wieder Einzeltitel, die man so überhaupt nicht auf dem Schirm hat, die aber eine recht gute Beimischung bieten. Bei mir war es gerade bspw. die BKW.

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