Etfs am Jahresende verkaufen um Freistellungsauftrag auszunutzen?

  • Hallo,


    Dieses Thema wurde mehrmals in diesem Forum besprochen.

    Trotzdem werde ich nicht schlau aus der Sache . Ich habe 3 verschiedene msci world etfs, die ich bespare, wobei ich einen schon seit 2019 bespare und deutlich wertvoller ist als die beiden anderen. Wenn ich jetzt anteile aus dem ältesten etf verkaufe , um Steuern zu sparen, dann verliert der etf doch auch den zinsezinseffekt, da der älteste Anteil aus diesem etf verkauft wird. Ist das so? Dann macht es doch nicht soviel Sinn zu verkaufen und wieder zu kaufen am Jahresende ,oder ? Freu mich auf Ratschläge .

    Danke !

  • Kater.Ka 13. Dezember 2025 um 13:20

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum.

    Unter der Annahme kein Spread und keine Transaktionskosten würde sich der Zinseszinseffekt auch einstellen wenn man.jeden Monat in einen anderen ETF umschichtet. Der erste ETF hat ja seine Rendite gebracht, der zweite gibt auf diese Wertsteigerung wieder eine Wertsteigerung usw., genau das ist der Zinseszinseffekt.

    Insofern spricht der Zinseszinseffekt nicht gegen Dein Vorhaben, solange Du dies steuerfrei und mit geringen Kosten organisierst.

  • Einen Zinseszinseffekt gibt es bei Papieren, die keinen Zins bringen, ohnehin nicht.

    Genauer hingeschaut, geht es darum, daß eine Anlage sich besser entwickelt, wenn man die Erträge beim Kapital läßt, als wenn man dieselben verbraucht. Wenn Du im Zuge des Rollens einen Teilverkauf durchführst und dieses Geld dann gleich wieder in die Anlage hineinsteckst, dann hast Du den erwünschten Effekt. Die kurze Zeit, in der das Geld auf dem Verrechnungskonto liegt, unterbricht die Wirkung nicht.

  • Ich mache das jedes Jahr.

    Ja, es gilt FIFO und man hat dann wieder teuer gekauft, aber im Folgejahr steigt der ETF hoffentlcih wieder und alles ist wieder gut.

    Du kannst auch den Freisparer versauern lassen und bei einem späteren Totalverkauf höhere Steuern zahlen.

    Ich bin mal so frei und verlinke einen Artikel aus der Welt, da wird es noma etwas erklärt. Sollte das nicht erlaubt sein, dann von den Admins löschen.

    Gewinne retten

  • Ich danke sehr für eure Antworten! Dann habe ich jetzt auch keine Bedenken mehr. Muss dafür nun das erste Mal außerhalb eines sparplans verkaufen und sofort wieder nachkaufen. Auch Neuland für mich , aber irgendwann ist immer das erste Mal 🫣 da muss ich wohl durch .

  • Hast du die Kaufkurse parat? Sonst taste dich lieber vorsichtig an die zu verkaufende Anteilssumme heran. Da hat man schnell zu viel verkauft, weil man den Gewinn auf den ältesten Anteilen unterschätzt.

    Must du überhaupt was von deinem 2ü19er-ETF verkaufen oder ist auf den beiden anderen auch genug Gewinn zum Rollen?

    Wie sieht es mit den Handelskosten aus? Neobroker-Preise oder nennenswerte Beträge?

  • Ich danke sehr für eure Antworten! Dann habe ich jetzt auch keine Bedenken mehr. Muss dafür nun das erste Mal außerhalb eines Sparplans verkaufen und sofort wieder nachkaufen. Auch Neuland für mich, aber irgendwann ist immer das erste Mal 🫣 Da muss ich wohl durch.

    Du brauchst für eine solche Maßnahme sinnvollerweise eine vernünftige Aufstellung Deiner Käufe, etwa: Datum, ISIN, Stückzahl, Einzelpreis, Gesamtpreis, ggf. Spesen separat. Dahinter der aktuelle Kurs und Gewinn/Verlust pro Posten.

    Ja, ist 1 Eintrag pro Sparplanausführung, ist etwas Mühe, das nachzuerstellen, wenn Du das nicht gleich von Anfang an so gemacht hast.

    Ich habe hier auch eine Aufstellung der bisher im Jahr erhaltenen Kapitalerträge unter Berücksichtigung der Teilfreistellung. So weiß ich immer, wieviel vom Sparerpauschbetrag noch frei ist. Wenn Du nur 1 Depot bei 1 Bank hast, bekommst Du diese Information eventuell von Deiner Bank (sprich: Du kannst sie in der Bankingschnittstelle einsehen).

    Und dann rechnest Du halt: Wieviel Kapitaleinkünfte mehr hätte ich, wenn ich den Posten vom Juni 2023 verkaufen würde?

    Bei welcher Depotbank bist Du denn? Wieviel Spesen kostet Dich der Deal? Wenn ein Einzelkauf etwas kostet, der Sparplan aber nicht, könntest Du erwägen, den Nachkauf als Sparplan zu realisieren, je nach Betrag.

  • Da gibt es doch ein Video von Saidi. Ich hoffe ich habe das Richtige erwischt.

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  • Ich danke sehr für eure Antworten! Dann habe ich jetzt auch keine Bedenken mehr. Muss dafür nun das erste Mal außerhalb eines sparplans verkaufen und sofort wieder nachkaufen. Auch Neuland für mich , aber irgendwann ist immer das erste Mal 🫣 da muss ich wohl durch .

    Du kannst erstmal eine Anzahl Anteile von Summe X verkaufen und dann später am Tag in den Freistellungsauftrag gucken, wieviel Dir abgezogen wurde. Dann kannst Du nachverkaufen oder halt Steurn nachzahlen wenn es zu viel war.

    Kleiner Tip von mir, verkaufe nicht so früh am Tag, wegen Spread gegenüber USA z.B. Ich verkaufe gegen 17 Uhr, wenn alle Börsen fast zeitgleich offen sind (Zeitverschiebung).

    Ich habe mir auch eine Excel gemacht, wo ich über die Jahre sehe was ich verkauft und wieder gekauft habe mit Datum.

  • Da gibt es doch ein Video von Saidi. Ich hoffe ich habe das richtige erwischt.

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    Saidi sagt: Auf Sicht von 30 Jahren macht das keinen großen Unterschied.

    Man kann mittels Rollen den Sparerpauschbetrag nutzen. Das spart maximal 263,75 € Steuer im Jahr (oder Kirchensteuer obendrauf). Das Steuersparpotential wird mit wachsendem Vermögen von Jahr zu Jahr geringer. 50.000 € zu 2% bringen im Jahr 1000 € Zins, damit ist der Pauschbetrag voll.

    Warum aber sollte man die Methode am Anfang seiner Anlegerkarriere nicht nutzen?

    Das FiFo-Verfahren macht übrigens keinen Unterschied, man muß es lediglich im Auge behalten. Wenn man nichts dagegen macht, werden stets die ältesten Anteile verkauft, die typischerweise den höchsten Gewinn angesammelt haben. Es ist ein reines Rechenexempel, das man locker durchführen kann, wenn man die oben beschriebene Liste im Excel hat: Enthält ein ETF-Anteil einen höheren Gewinn, braucht man von dieser Tranche entsprechend weniger Anteile zu verkaufen als von neueren Tranchen mit weniger Gewinn.

    Ok: 1.400 € Gewinn muß man auch erstmal haben. Wer zu Beginn des Jahres nur 10.000 € ETF-Anteile hatte (die sich im Laufe des Jahres immerhin auf 10600 € hochgerobbt haben (hätten sie sich auf 9000 € heruntergerobbt, wäre es weniger schön gewesen), der realisiert nur 600 € Gewinn, wenn er den ganzen Posten verkauft. Damit er auf diese Weise den Sparerpauschbetrag ausschöpfen kann, müßte der Posten am Jahresanfang um die 25.000 € gehabt haben. Achtung! Vorabpauschale vom Januar 2025 nicht vergessen! Die zählt auch in den Sparerpauschbetrag 2025.

    Viel Erfolg beim Rollen!