Huhu!
Die Lebenspartnerin meines Onkels ist vor zwei Jahren verstorben. Sie hat ihm das gemeinsam bewohnte Einfamilienhaus vererbt. Jetzt soll er Erbschaftssteuer zahlen und da die beiden nicht verheiratet waren, ist der Freibetrag nur 20.000.
Meine erste Frage, die Ansetzung des Wertes der Immobile wurde vom Finanzamt recht hoch vorgenommen, aufgrund welcher Daten machen die das? Ein Gutachten über den tatsächlichen Wert müsste er selbst beauftragen und wohl auch bezahlen, wird sich aber kaum vermeiden lassen. Jedenfalls hat sein Steuerberater erst einmal Einspruch eingelegt.
Das Haus wird wohl verkauft werden müssen, allein schon um die Erbschaftssteuer zu zahlen. Blöd, dass es eine Klausel in ihrem Testament gibt, dass im Verkaufsfall noch ihre Schwester mit 20% beteiligt werden muss. Damit bleibt am Ende abzüglich der Erbschaftsteuer nur noch gut die Hälfte übrig, aber das ist ein anderes Thema. Er sucht jetzt für sich ein betreutes Senioren-Wohnprojekt vorzugsweise in der Gegend wo er mal aufgewachsen ist, denn Kinder hat er keine. Das wird allerdings etwas dauern, bis er etwas gefunden hat und das Haus verkauft werden kann, deshalb muss die Erbschaftssteuer zwischenfinanziert werden.
Und hier komme ich ins Spiel. Ich habe ihm versprochen zu helfen, denn in seinem Alter ist es schwierig einen Bankkredit für die Zwischenfinanzierung zu bekommen. Ich würde ihm also einen privaten Kredit geben. wir reden von ungefähr zwei Jahren und ungefähr 100.000.
Was ist dabei zu beachten?
Schriftform ist klar.
Wir sind uns darüber einig, dass es auch für mich kein Zuschussgeschäft werden soll. Er wird mir Zinsen zahlen, nur wie hoch sollten wir die ansetzten? Was wäre denn marktüblich? Ich möchte fair sein und ihn nicht über den Tisch ziehen, andererseits will ich auch nicht drauf legen. Das bedeutet auch, der Kredit, den ich ihm gewähre, wäre für mich eine Anlage. Muss ich hierauf Abgeltungs- oder gar Einkommensteuer zahlen?
Wie absichern? Ich habe absolutes Vertrauen zu ihm, aber was wenn ihm etwas passiert? Er ist zwar für sein Alter körperlich noch ganz gut in Form, aber wissen kann man das ja nie.
Das wird wohl das diesjährige Thema unterm Weihnachtsbaum werden, denn dann treffen wir uns und er wird mir den Schriftverkehr mit dem Finanzamt und weitere Unterlagen zeigen.
Danke für Eure Antworten und Einschätzungen.