Chinesischer Drache

  • Hallo,

    ich bin kein Experte für weltwirtschaft. Ich frage mich allerdings, ob es nicht sinnvoll wäre in China zu investieren. Ich sehe, dass sie enorm innovativ sind (z.b. in der Robotik aber auch im Bereich KI). Das müssen Sie auch sein, weil die Bevölkerung rasant schrumpft. Wie sieht ihr das? Und wie würde man am besten dort investieren?

  • Ich bin kein Experte für Weltwirtschaft. Ich frage mich allerdings, ob es nicht sinnvoll wäre in China zu investieren. Ich sehe, dass sie enorm innovativ sind (z.b. in der Robotik aber auch im Bereich KI). Das müssen Sie auch sein, weil die Bevölkerung rasant schrumpft. Wie sieht ihr das? Und wie würde man am besten dort investieren?

    Ich bin kein Experte für Weltwirtschaft. Ich frage mich allerdings, ob es nicht sinnvoll wäre, in Rußland zu investierten. Das ist ein rohstoffreiches Land, und Rohstoffe sind die Basis jeder Industrie. Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, daß Gasprom ein gutes Investment wäre.

    Halt einmal! War das nicht früher einmal so? Wie ist das denn heute? Ist ein Investition in Rußland überhaupt sicher? Das Rechtswesen dort ist so korrupt wie irgendwas. Man braucht keine Furcht zu hegen, daß die Investitionen einfach enteignet und verstaatlicht werden, denn genau das ist vor wenigen Jahren ja passiert. Man kann also ziemlich sicher sein, daß Rußland dem Investor irgendwann einmal sein Geld wegnimmt. Rußland wird deswegen auch dann, wenn der Ukraine-Krieg irgendwann mal zu Ende sein wird, vermutlich kein westliches Geld bekommen. Xi freut sich, der wird die russischen Rohstoffvorkommen dann aufkaufen - und die chinesische Armee dürfte stärker sein als die russische.

    Rußland spielt falsch, China spielt falsch. China schließt keine Verträge auf gleichberechtigter Basis ab, sondern nur schiefe Verträge, von denen primär China einen Vorteil hat. China ist bereits ein wirtschaftlicher Riese, die Chinesen sind auch innovativ. Aber sie halten sich nicht an das übliche Miteinander. Auch hier spielt das Rechtswesen eine wesentliche Rolle. Eine westliche Firma dürfte kein Recht bekommen, wenn sie eine chinesische Firma vor einem chinesischen Gericht verklagt. Für mich schließt das eine Investition in China geradezu aus. Ich bin jetzt schon über Joint-Ventures meiner westlichen Investitionen in China engagiert, wogegen ich nichts machen kann. Freiwillig werde ich meine China-Exposition nicht erhöhen.

  • Ich bin jetzt schon über Joint-Ventures meiner westlichen Investitionen in China engagiert, wogegen ich nichts machen kann.

    Gute Analyse. Ich hatte deshalb meinen gesamten großen Altbestand an BASF-Aktien verkauft.
    Ein verblendetes Management investiert gigantische Summen in einen Verbundstandort in der Provinz Guangdong. Das wird alles im Fiasko enden.

    Ein MSCI World ACWI hat ca. 3 % Mainland-China-Anteil,

    Wer in einem EM-ETF geht, bekommt natürlich mehr.

    Das Feld spezieller China-ETF ist hoch komplex wegen verschiedenster Indices.

    Einzelaktien-Investments sind hochrisksnt. Ich habe eine Dame in der Yoga-Gruppe, die ihre China Mobile Aktien wegen den USA nicht mehr verkaufen kann.

  • Hallo, Goldmicha

    vorab der guten Ordnung halber: Ich bin nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen (investiere seit gut 50 Jahren aktiv u. a. in Aktien und Immobilien).

    Und, so wie Du,

    ich bin kein Experte für weltwirtschaft.

    leider ebenfalls auch kein Experte für Weltwirtschaft.

    Ich frage mich allerdings

    im Kontext mit China, warum ausgerechnet die Chinesen, die ein bißchen zu Geld (gehobene Mittelschicht) gekommen sind (die reichen Chinesen praktizieren dies ohnehin schon sehr lange) ihre Mittel nicht bevorzugt im eigenen Land (und auch in der eigenen Währung) halten, anlegen und investieren ... ?!

    Hier vor Ort sind mir beispielsweise zig Fälle bekannt, in denen chinesischen Familien regelmäßig Geld aus China abziehen (das geht wohl nur gestückelt sprich pro Kopf und Jahr im Gegenwert von rund max. 50.000 $ und muß deklariert werden; wurde mir so zumindest mal erklärt (*)), um beispielsweise hier vor Ort dann Immobilien (bevorzugt kompakte Wohnungen in Citylage) zu kaufen. Es gibt hier schon länger Maklerfirmen (mindestens zwei meines Wissens), die sich auf dieses Klientel spezialisiert haben (Procedere, Formalitäten, Regulatorik, Sprachkenntnisse usw.).

    (*) Mir sind auch Fälle bekannt, wo größere Summen im Spiel gewesen sein müssen. Vermute mal, dies lief dann über Hawala-Banking. Ist illegal und dürfte, wenn es entdeckt wird, für die Protagonisten in China zu erheblichen Problemen führen (strenge Kapitalverkehrskontrollen, limitierter Kauf von Devisen usw.).

    Das wirkt auf mich in Sachen Rechtssicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Eigentumsrechte, politische und institutionelle Kontinuität, Vertrauen in die Obrigkeit usw. nicht unbedingt besonders vertrauenserweckend; das gilt generell für Kapitalabflüsse aus Ländern (insofern sehe ich auch die Rekord-Nettokapitalabflüsse aus Deutschland der vergangenen Jahre in dreistelliger Milliardenhöhe per annum kritisch). Zumal diese Menschen (als Chinesen) ihr eigenes Land - samt Vor- und Nachteilen inkl. Chancen und Risiken - sicherlich besser einschätzen können, als meine Wenigkeit als sozusagen "fremder Dritte".


    Wen es - aus welchen (guten oder nachvollziehbaren) Gründen auch immer - aus Deutschland weg in andere Länder zieht (selbst oder nur sein Geld betreffend), kann an dem Beispiel zumindest erkennen, daß so manche andere Protagonisten Deutschland immerhin (noch) als das "kleinere Übel" im Vergleich zu ihrem eigenen Land ansehen, wenn es um ihr Geld geht jedenfalls (bei den so vorgehenden Chinesen (Wohnungen in Deutschland kaufen) sind nach Aussage der Makler übrigens besonders Berlin (da Hauptstadt) und Frankfurt am Main (da bekannter Finanzplatz) beliebt).


    Dir weiter viel Erfolg mit Deinen privaten Finanzen !