Schwacher US-Dollar und Welt-ETF?

  • Hi, ich hab mal eine Frage,

    ich selbst habe alles in einem MSCI-World-ACWI, der in diesem Jahr irgendwas um die "nur" 7% gemacht hat, dank Trump-Crash könnte man denken.

    Guckt man aber auf die Dollarschwäche, scheint das ja mehr der Grund zu sein. Denn in Dollar lag die Rendite bei um die 20%.

    Meine Frage: Gegen schlecht laufende Im ETF liegende Aktien ist man ja gut geschützt, weil sich der Index und dann auch der ETF ständig umschichtet.

    Was ist aber mit solchen Währungsrisiken?

    Wenn der US-Markt stark bleibt, der Dollar um Euro aber dauerhaft schwach bleibt? Darauf stellt sich der Index nicht ein. Oder denke ich falsch?

    Danke

    Fuchs

  • Was ist aber mit solchen Währungsrisiken?

    Währungen unterliegen zyklischen Schwankungen, die sich häufig über viele Jahre erstrecken. Phasen eines schwachen US-Dollars wurden historisch immer wieder von Phasen eines starken Dollars abgelöst. Zudem erzielen global tätige US-Unternehmen ihre Umsätze nicht ausschließlich in Dollar, sondern weltweit. Ein schwächerer Dollar kann ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sogar erhöhen. Über lange Anlagezeiträume von etwa 15 bis 30 Jahren gleichen sich Währungseffekte daher häufig wieder aus – auch wenn diese Schwankungen zwischendurch durchaus schmerzhaft sein können, wie du bemerkt hast ;)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Das ist ja beruhigend, dass sich das in bis zu 30 Jahren wieder ausgleicht. Ich hoffe, solche Faktoren sind in den durchschnittlich 7% Rendite schon eingerechnet. Wobei ich dennoch meine, dass der Trump-Crash in diesem Jahr auch gut 10% Rendite gekostet hat, dann wäre selbst in Euro noch mehr hängen geblieben.

  • Gut, wie schon gesagt, ohne Zoll-Streitigkeiten hätte es schon besser ausgesehen.

    Und wie oben schon richtig gesagt, kann dass die in Dollar wirtschaftenden Firmen stärken, was das Ganze wieder ausgleihen kann.

    Und wer sagt, dass der Euro stark bleibt. Spricht für mich wenig dafür. Was dann natürlich wieder andere Probleme mit sich brächte.

  • Das ist ja beruhigend, dass sich das in bis zu 30 Jahren wieder ausgleicht.

    Genau – und du bist ja vermutlich nicht erst seit heute investiert. Deshalb ist es wichtig, den gesamten Anlagehorizont zu betrachten und nicht nur einzelne Jahre herauszugreifen. Wenn man in der Vergangenheit von einem stärkeren Dollar profitiert hat, gehört das genauso zur Gesamtbilanz und darf nicht ausgeblendet werden. Über lange Zeiträume gleichen sich solche Währungseffekte eben aus – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Aktiv und ETF widerspricht sich für mich.

    Ist aber nicht so. Passive, günstige ETF sind DAS Wahl der Mittel für alle, die den Tricks der Finanzindustrie entkommen wollen.
    Mit klarer Ansage entgeht man dann jeder Verkäuferin* bei Banken und Kreissparkassen mit den hohen Gebühren.

    Aktive ETF gibt es schon lange.

  • Mit klarer Ansage entgeht man dann jeder Verkäuferin* bei Banken und Kreissparkassen mit den hohen Gebühren.

    Ich war vor meinem ETF im Wealth Mabgement der Consorsbank. Erst nach gründlichem Blick in die Aufspritterung der Gebühren im Kleigedruckten, bin auch auf 3,5% Gebühren gekommen. Frech fand ich auch, dass ich nicht individuell verwaltet wurde sondern gemäß meiner Risikotolleranz von 80% mit allen anderen dieser Kategorie. Wird einem nur auch nicht direkt gesagt.

  • Ich hatte nach einer Ergänzung im SRI/ESG- Bereich gesucht und bin dann auf diesen ETF gestoßen, der zudem eine niedrige Volatilität hat.

    Ach so, danke für die Erklärung. Ich bleibe stumpf bei dem ACWI. Denke, dass jede Abweichung von der Marktneutralität wieder eine Prognose ist. Niemand kennt die Zukunft.

  • Hab noch einen aktiven ESG ETF von Invesco parallel, das war etwas erfreulicher.

    Ich denke, den habe ich auch. ... Nicht wegen ESG, sondern weil er mit eine gute Ergänzung zum msci world scheint. Einigermaßen gut gestreut, leicht antizyklisch und zeitwise besseres Risk-Return Profil.

    Läuft als mittelfistiges Nebeninvest und daür bisher erstaunlich gut.

  • IE00BJQRDN15

    Hab mir den mal angesehen, YTD läuft der minimal besser als der ACWI. Auf längere Sicht aber deutlich besser. Wenn ich es richtig verstehe, ist das ein Multifactor-ETF. Wenn man den Grundsatz: Keine Rendite ohne Risiko anlegt. Warum nutzt ihr den nur als Beimischung und investiert nicht komplett in diesen ETF?

  • Hab mir den mal angesehen, YTD läuft der minimal besser als der ACWI. Auf längere Sicht aber deutlich besser. Wenn ich es richtig verstehe, ist das ein Multifactor-ETF. Wenn man den Grundsatz: Keine Rendite ohne Risiko anlegt. Warum nutzt ihr den nur als Beimischung und investiert nicht komplett in diesen ETF?

    Zum einen noch ein junger ETF (Juli 2019, aber schon 1.184 Mio), zum anderen ein aktiver und nur 183 Positionen. Deshalb als Basis den Invesco FTSE und diesen dazu.