Depot-Check: Aggressiv & Jung – Passt das so?

  • Rational sinnvoller ist es, alles auf einmal zu investieren.

    Nach allen mir bekannten Studien verhält sich das so - rein renditetechnisch gesehen. Wer es aber emotional-psychologisch nicht hinbekommt mit dem "alles auf einmal investieren" (wobei sich das ja ohnehin nur auf den dafür vorgesehenen Teil des Vermögens bezieht, der aktuell in Aktien geschoben werden soll), der sollte es eben "gestückelt" sprich in Tranchen umsetzen. Nicht optimal aus rein renditetechnischer Hinsicht, aber besser als gar keine Mittel in risikoreichen Anlageklassen zu schieben.


    Apropos "rational und rationaler": Ist das deshalb so wichtig, weil auch die Obrigkeit, Regierungen, Politik und Politiker, Geldpolitiker und auch die Märkte immer so "rational" handeln ... ? :)

  • Sovereign Aus meiner Sicht sind Emotionen und fehlende Impulskontrolle das einzig wahre Problem beim langfristigen Vermögensaufbau.

    dude, meine Rede.

    Schon deshalb u. a. mein kontinuierlicher Hinweis auf die bedeutsame emotionale Seite und die subjektive Risikotragfähigkeit sprich individuelle Risikotoleranz.

    Wissen kann man sich aneignen, aber am Ende muss man überzeugt sein.

    Läuft bei mir unter "Compliance" den (hoffentlich vorhandenen) eigenen Finanzplan betreffend.

    Wenn ich verstehe, warum ich finanziell gesehen handele, wie ich handele und finanziell aufgestellt bin, wie ich aufgestellt bin - dann dient dies entscheidend der Disziplin, der Konsequenz, der Kontinuität, dem Durchhaltewillen usw. Nach meinem Dafürhalten und meinen Erfahrungen die (mit bis alles)entscheidenden Aspekte.

    Wäre mir beispielsweise schwer gefallen, wenn ich auf dem langen Weg einen "Anzug von fremden Dritten" oder "Schuhe von fremden Dritten" hätte tragen müssen sprich mir ein "fremder Dritter" als junger Mensch einen Finanzplan verpasst hätte, den ich dann ohne intensive eigene Prüfung sozusagen einfach hätte übernommen sollen.

    Viele sind weder fürs sparen, noch fürs investieren geboren.

    Das ist wohl leider wahr. Einerseits.

    Bei so manchen davon haut es aber trotzdem finanziell hin - oder sie arrangieren sich zumindest mit den Ergebnissen bzw. Folgen ihres (Nicht)Handelns. Andererseits.

  • Was die Gestaltung deines Portfolios angeht, bin ich inhaltlich bei den Vorschlägen von Saarlaender und Einundzwanzig : es ist sinnvoller dein Risiko über deine Aktienquote zu steuern. Statt Wetten auf einzelne Titel einzugehen und per Stock Picking das Glück heraus zu fordern kannst du einfach per moderatem Hebel deine Exposition zum Marktrisiko über 100% steigern. Außerdem bleibst du dann steuerlich effizient da du im Zweifel ETF-Verluste (=sonstige) und keine Aktienverluste generierst.

    Ich würde einen Marktbreiten All-World ETF (ACWI, FTSE AW oder ACWI IMI) mit dem Awumbo also 2x Leveraged World oder wenn du eine US-Exposition wie im eigentlichen MSCI World anstrebst mit dem 2x Lev USA, also Amumbo, kombinieren. Die genaue Verteilung kannst du dir dann einfach danach überlegen ob du offensiv oder wirklich aggressiv am Marktgeschehen teilhaben willst. Aber in jedem Fall bist du passiv und nicht aktiv unterwegs. Damit bleibt dein Investment auf Autopilot zum Ziel.

    In der historischen Rückschau hätten sich effektive Hebel von 1,3x bis 1,5x bewährt, ohne gänzlich extreme Drawdowns bei Markteinbrüchen hinnehmen zu müssen. Beispielsweise also eine Mischung von 70% ACWI und 30% Awumbo. Oder halt 50:50.

    Solltest du unbedingt noch eine Sektorwette eingehen wollen, einfach fürs Gefühl, dann ist das vielleicht nicht sinnvoll begründbar, aber hier würde sich meiner Auffassung nach dann eher 5% 2x Lev Nasdaq als 10% einfacher Nasdaq anbieten. Da hast du dann eine selbstverstärkende Trendfolgestrategie als deinen Satelliten. Hop oder Top.

    Bei crypto halte ich mich raus. Meiner Überzeugung entspricht es nicht. Ich halte es für Bauernfängerei (auch wenn die schon 10+ Jahre gut klappt).


    Insgesamt wärst du damit immernoch mehrheitlich prognosefrei und Aufwandsarm investiert. Nachsteuern dann einfach indem du deine positionsgrößen variierst.