Beimischungen im Depot: Wirkung, Zweck und gängige Missverständnisse

  • In den letzten Tag las ich hier öfters die Meinung, eine sogenannte „Beimischung“ von unter 10% Anteil im Depot sei quasi wirkungslos,

    Ich finde das ist ein wichtiges Thema.

    Der Begriff „Beimischung“ ist nämlich in der professionellen Vermögensverwaltung völlig üblich und beschreibt gezielte Allokationen mit klarer Funktion (z. B. Diversifikation, Drawdown-Reduktionunfc Rebalancing), nicht bloß Renditemaximierung.


    Die pauschale Aussage, ein Asset wirke erst ab 10 %, ist fachlich so nicht haltbar. Entscheidend sind Korrelation, Volatilität und Krisenverhalten und eben nicht eine fixe Prozentgrenze. Gerade niedrig korrelierte Assets wie Gold oder defensive Faktoren können bereits in kleineren Quoten das Risikoprofil messbar verbessern.
    Für Anleger mit z.B. einem Welt-ETF (100 % Aktienrisiko) können solche Beimischungen insbesondere zur Stabilisierung sinnvoll sein.

    Ich freue mich auf eine anregende Diskussion.

  • Anders als z.b. Versicherungen mit verschiedenen Auszahlungsverpflichtungen, Risikomanagement, Ratings und Bilanzierungsgedöns braucht ein Privatanleger der noch viel Zeit bis zur Rente/Entnahmephase hat die meisten von dir genannten Stichworte nicht. Er kann die Volatilität in der Ansparphase voll aussitzen. Er muss auch niemandem eine schöne gerade Kurve zeigen bei der Schwankungen durch Gold oder so gepuffert werden. Für die Entnahmephase wären solche Sachen denkbar aber laut Finanztip so viel ich weiß zu aufwendig und teuer.

  • Ich überlege beispielsweise auch meinen FTSE All Word (thesaurierend) um einen Xtrackers STOXX Europe 600 UCITS ETF (DBX1A7) zu ergänzen, weiß aber nicht welches Verhältnis sich da empfiehlt, da im FTSE All World bereits Europa enthalten ist

  • Wie Du völlig richtig schreibst kommt es auf die Art der Beimischung an (Asset-Allokation).
    Zu einem 100% ETF-Depot aus FTSE All World dann einen 10%-Anteil S&P 500, Nasdaq-100 oder Einzelaktien 'beizumischen' erachte ich als ziemlich sinnbefreit, da es sich grundsätzlich um die gleiche Anlageklasse handelt.
    Eine Beimischung einer anderen Asset-Klasse (z.B. Gold oder Anleihen) ist natürlich etwas anderes.
    Und dann spielt es auch eine Rolle wo im Vermögensaufbau man konkret steht. Wenn mein Anlagehorizont noch hinreichend lang ist und ich mit dem Vermögensaufbau beginne, würde ich mich auf die Anlageklasse beschränken, die nachweißlich langfristig die höchste Rendite erzielt hat: Aktien (möglichst in Form von günstigen Fonds/ETF).
    Wenn es dann irgendwann zunehmend um den Vermögenserhalt geht, kann man darüber nachdenken weitere Assets hinzuzunehmen.
    JustMy2Cent.