Kombinierte Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung+Rente kündigen?

  • Hallo,

    im Studium wurde sowohl meiner Frau als auch mir jeweils ein Kombiprodukt Dienstunfähigkeit (meine Frau) bzw. Berufsunfähigkeit (ich) jeweils inkl. Rentenversicherung angedreht. Diese sind alles andere als lukrativ. Ich stelle sie kurz vor:

    Berufsunfähigkeit (Alte Leipziger)

    • Klassische Basisrente mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung
    • Beitrag 140€ monatlich, davon etwa 68€ für die RV
    • garantierte Rente: 130€ (bei Kapital von 46.400€, kann aber nicht statt Rente abgerufen werden)
    • Leistung bei BU: 1.760€ (+3% Rentensteigerung p.a.), müsste von mir eigentlich angepasst werden. Habe aktuell ein Netto-Einkommen von 4.000€
    • jährliche Kosten etwa 120€
    • ich werde dieses Jahr verbeamtet und muss noch prüfen, ob diese BU auch als DU weitergeführt werden könnte

    Dienstunfähigkeit (DBV)

    • Flexible Rentenversicherung mit Garantiezins
    • Beitrag 100€ monatlich, unklar wieviel davon für die RV draufgehen
    • Todesfallleistung 2.500€ einmalig
    • Leistung bei DU: 480€, müsste eigentlich angepasst werden. Meine Frau hat ein Netto-Einkommen von 2.700€.
    • garantierte Rente: 57€, unverbindliche Gesamtrente 90€ (garantierte Kapitalleistung von 16.435€, kann wahlweise abgerufen werden; unverbindliche Gesamtleistung 28.750€)

    Wie bewertet ihr die Verträge? Man rät ja von Kombiverträgen immer ab.

    Eine Kündigung ist kritisch, da ja dann auch die BU/DU gekündigt wird. Die Verträge laufen seit 13 Jahren. Ist es ggf. sinnvoll, sich per anonyme Voranfragen nochmal neue BU/DU-Verträge ohne RV anbieten zu lassen?

  • Normalerweise sollte bei kombinierten Versicherungen die Rürup Basisrente 51% ausmachen. Kannst du diese aktuell von der Steuer absetzen? Falls ja, musst du es genau durchrechnen ob es lohnt einen Kombivertrag zu haben oder nicht. Meist nicht. Erst recht nicht, wenn du es gar nicht absetzt, da z. B. Die möglichen Bettäge durch andere Versicherungen verbraucht sind. Bei Beamten eher unwahrscheinlich meines Wissens.

    Bei der Bewertung der BU wirst du meiner Einschätzung nach nicht um ein Gespräch mit spezialisiertem Berater Drumherum kommen und musst in Anbetracht deiner Gesubdheit betrachten, welche Alternativen Angebote du kriegen kannst. Da du jetzt dann sowieso eine DU brauchst, ist das ganze sowieso neu zu betrachten. Auch dürfte der bisherige Betrag keinen Sinn machen.

  • Steuerersparnis habe ich gar nicht bedacht, das stimmt. Setze ich ab, gerade mal eine Simulation gemacht. Ich spare damit etwa 500€ p.a. Steuern! Hätte ich nicht erwartet.

    Ich möchte nicht mehr zu Versicherungsmaklern, habe hier immer schlechte Verkaufserfahrungen gemacht. Worauf muss ich hier achten bzw. gibt es Empfehlungen?

  • Normalerweise sollte bei kombinierten Versicherungen die Rürup Basisrente 51% ausmachen. Kannst du diese aktuell von der Steuer absetzen? Falls ja, musst du es genau durchrechnen ob es lohnt einen Kombivertrag zu haben oder nicht. Meist nicht. Erst recht nicht, wenn du es gar nicht absetzt, da z. B. Die möglichen Beträge durch andere Versicherungen verbraucht sind. Bei Beamten eher unwahrscheinlich meines Wissens.

    Eine BU gehört zu den beschränkt abziehbaren Sonderausgaben, also einem Posten, der regelmäßig von der Krankenkasse übererfüllt ist. Das heißt: Von der prinzipiellen Absetzbarkeit, mir der Finanzprodukteverkäufer immer werben, bleibt in der Regel nichts.

    Eine Kombiversicherung aber zählt unter die Altersvorsorge, und bei der ist das Hemd erheblich weiter. Die kann man typischerweise von der Steuer absetzen.

    Im Einzelfall durchrechnen mußt man das trotzdem.

    Bei der Bewertung der BU wirst du meiner Einschätzung nach nicht um ein Gespräch mit spezialisiertem Berater drumherumkommen und musst in Anbetracht deiner Gesundheit betrachten, welche Alternativen Angebote du kriegen kannst. Da du jetzt dann sowieso eine DU brauchst, ist das ganze sowieso neu zu betrachten. Auch dürfte der bisherige Betrag keinen Sinn machen.

    Das ist alles so. Wichtig halt, daß man zu einem Makler geht statt zu einem Ein-Firmen-Vertreter. Hier im Forum schreibt ja einer, den Finanztip auch empfiehlt.

    Der Makler kostet den Kunden letztlich nichts zusätzlich. Der bekommt zwar vom Kundengeld seine Courtage, aber wenn der Kunde direkt bei der Versicherung abschließt, ist die Versicherung genauso teuer, dann steckt die Versicherung die Courtage ein, ohne daß sie dafür etwas tut.

  • Trotzdem hat ein Makler aber das Interesse, Produkte zu verkaufen, oder? Mir geht es explizit um eine Beratung, die keinen Verkaufsdruck hat. Ist das dann eine Honorarberatung? Mit welchen Honorarsätzen muss man da rechnen?

  • Trotzdem hat ein Makler aber das Interesse, Produkte zu verkaufen, oder? Mir geht es explizit um eine Beratung, die keinen Verkaufsdruck hat. Ist das dann eine Honorarberatung? Mit welchen Honorarsätzen muss man da rechnen?

    Mit welcher Kompetenz des Honorarberaters muß ich da rechnen?

    Ich erlebe häufig, daß gerade Neuforisten von einem Extrem ins andere verfallen. Erst lassen sie sich von einem Finanzoptimierer ausnehmen nach Strich und Faden, hinterher sind sie von Mißtrauen derart erfüllt, daß sie keinem Menschen mehr über den Weg trauen.

    Jeder Dienstleister muß letztlich von seiner Dienstleistung leben. Das gilt auch für Dich. Würdest Du keinen Lohn bekommen, gingest Du nicht zur Arbeit. Wenn Du zum Arzt gehst in dem Bewußsein: Der behandelt mich nur, weil er eine Rechnung schreiben kann! dann bleibst Du am besten gleich weg aus der Praxis. Der Arzt mag Patienten, die das durchscheinen lassen, nicht besonders gern.

    Es spricht für einen Dienstleister, wenn er einem prospektiven Kunden gelegentlich auch mal abrät. Aber prinzipiell muß ein Dienstleister im Durchschnitt verkaufen. Ich erinnere mich an eine Foristin hier, die davon berichtet hat, wie ihr Besuch bei einem Honorarberater grandios danebengegangen ist. Sie hatte ihr Mißtrauen derartig kultiviert, daß der Funke nicht übergesprungen ist.

    In seinem Buch Geld oder Leben berichtet Nikolaus Braun von Fällen aus seiner Praxis als Honorarberater. Besonders interessant finde ich, daß er auch von seinen Mißerfolgen berichtet (wobei er eigene Fehler auch nicht unerwähnt läßt). Der Begriff Honorarberater hat hier im Forum eine Art Heiligenschein, zu Unrecht. Ein Berater ist nicht deswegen automatisch kompetent, weil er sich direkt vom Kunden bezahlen läßt. Er kann dennoch ein Stümper sein, und man sieht es ihm nicht an der Nase an.

    Lies Dich auch mal auf der Seite der Finanzberatung Bierl ein. Das sind keine Honorarberater. Ich kenne die Firma nicht näher und werbe auch nicht für sie. Ich habe mich auf deren Seite nur mal eingelesen. Mich sprechen die Texte an, obwohl sie dem einen oder anderen Sensibelchen hier vielleicht zu rauh vorkommen mögen. Der Autor (einer der Bierls) nimmt kaum ein Blatt vor den Mund. Die Leute haben wohl genug zu tun, so daß sie sich leisten können, Mandate abzulehnen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, im Rahmen das zu tun, was sie für richtig halten und nicht auf jedes Einzelmandat angewiesen zu sein.

    Der für Deine Berufs- und/oder Dienstunfähigkeitsversicherung ist typischerweise ein Versicherungsmakler, der möglichst viele verschiedene Firmen im Blick hat. Die Versicherung ist bei ihm genauso teuer wie bei der Versicherung selbst. Solltest Du einen geeigneten Honorarberater finden, zahlst Du ihn extra - was nicht unbedingt ein schlechtes Geschäft für Dich sein muß, was aber auch nicht notwendigerweise ein gutes Geschäft ist.

    Ich unterstelle mal, daß die Makler, die Finanztip empfiehlt, ihr Gewerbe nach bestem Wissen und Gewissen betreiben. Man muß keine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, diese Versicherung ist aber grundsätzlich sinnvoll - und Deine aktuelle erscheint mir unterdimensioniert. Wenn Du schon eine neue haben willst, kommst Du um den Makler nicht herum und wirst irgendwann auch unterschreiben müssen.

    Probier es doch einfach! Wenn Du Verkaufdruck bei der Gegenseite verspürst, kannst Du ja immer noch abbrechen.

  • Haben die Stellung von Rechtsanwälten , im Gegensatz zu klassischen Honorarberatern

    "Stellung von Rechtsanwälten" finde ich als jemand, der beide "Lager" kennt, etwas sehr hoch gegriffen.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
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  • Die Leute haben wohl genug zu tun, so daß sie sich leisten können, Mandate abzulehnen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, im Rahmen das zu tun, was sie für richtig halten und nicht auf jedes Einzelmandat angewiesen zu sein.

    Das ist glaube ich ein ganz guter Anhaltspunkt. Wer gut zu tun hat, kann entspannter abraten, auch wenn das - kurzfristig gesehen - Umsatz kostet. Gute Bewertungen hier bei Finanztip und auf anderen Bewertungsplattformen sind ein zusätzliches Indiz für Beratungsqualität.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
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