Langfristig beitragsstabilste & günstigste PKV

  • Liebe Finanztip Community,


    seit einigen Monaten setze ich mich intensiv mit dem Thema „PKV-Tarifoptimierung“ auseinander.

    Ich habe mich umfassend informiert und hierbei auch drei von Finanztip empfohlene Versicherungsmakler konsultiert.

    Kurz zu mir:

    • Beamt:in
    • Keine (ernsthaften) Vorerkrankungen
    • Aktueller Versicherer: Debeka
    • Zahlreiche, teils saftige Beitragssteigerungen in der Vergangenheit


    Eines meiner wichtigsten Learnings war: Die Makler versuchen im Regelfall, den Leistungsumfang zu maximieren. Dies hat nicht zuletzt für den Makler den Vorteil, eine höhere Provision zu erhalten. Dies ist zunächst einmal legitim.

    Interessant ist, dass die Makler mit teils unterschiedlichen Softwareprogrammen arbeiten. Während manche mit „Levelnine“ arbeiten, arbeiten andere mit „psponline“. Diejenigen, die mit „psponline“ arbeiten, haben deutlich gemacht, dass die Software „Levelnine“ angeblich einen in Teilen veralteten Datenstand aufweist.

    Konkretes Beispiel: Bei „Levelnine“ wird in Bezug auf den Bereich „GOÄ/GOZ“ bei der R+V (Tarif: BB20E BB30 EB1 W120E W130 PPB; sozusagen der „Premium-Tarif“ für die Beamt:innen) lediglich ein „mittlerer Leistungsumfang“ ausgewiesen (blaue Balken), wohingegen diejenigen, die die Software „psponline“ verwenden, deutlich machen, dass der Bereich „GOÄ/GOZ“ bei der R+V sehr stark sei.

    Learning: Je mehr Informationen man sammelt, desto verwirrender wird es – klassischer Fall eines information overload. ;(

    Meine Recherche hat gezeigt, dass auch PKV-Versicherte in den von Maklern empfohlenen Versicherungsgesellschaften teilweise sehr unzufrieden sind (nachzulesen beispielsweise bei Finanzfluss).

    Meine pessimistische, wahrscheinlich aber realistische Einschätzung ist: Am Ende muss ich damit rechnen, Rechnungen zumindest in Teilen aus eigener Tasche zu bezahlen – gerade auch im Alter von 70+ (also genau dann, wenn es teuer wird). Ich habe viele Berichte lesen müssen, wonach viele PKV-Versicherte erst nach Hinzuziehen eines Rechtsanwalts ihre Rechnung bezahlt bekommen haben (auch dann immer wieder nur Teilbeträge).

    Ich bin daher auf der Suche nach einer Versicherungsgesellschaft, die langfristig die bestmögliche Beitragsstabilität einerseits und geringe Beiträge andererseits miteinander vereint – selbstverständlich zulasten des Leistungsumfangs (aber bezahlen muss ich ja schließlich eh😉).

    Welche Versicherungsgesellschaften würdet ihr da empfehlen?

    Über konkrete Erfahrungswerte, gern von Menschen Ü70, würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank vorab!

  • Kater.Ka 9. Februar 2026 um 19:12

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Da du Beamtin bist, machen für dich in erster Linie Erfahrungswerte von anderen Beamten Sinn. Als Beamtin wirst du mit Eintritt in die Pension eh nur noch einen 30%-Versicherungsschutz über eine PKV benötigen (in Sachsen: 20%). Daher fallen Beitragsunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern weniger ins Gewicht als bei Nicht-Beamten, die 100% privat absichern.

    Falls du von der Debeka weg wechseln möchtest, solltest du berücksichtigen, dass du einen Teil deiner Altersrückstellungen verlieren wirst. Denn der Übertragungswert besteht nur aus den Altersrückstellungen, die den Basistarif abdecken. Bei einer Versicherungszeit von über 10 Jahren macht daher ein Anbieterwechsel keinen Sinn mehr. Ich würde an deiner Stelle sowieso erstmal prüfen, welche Möglichkeiten du im Rahmen des internen Tarifwechselrechts bei der Debeka hast. Falls du noch in einem alten Bisex-Tarif bist, solltest du dir ein Angebot zu den Unisex-Tarifen erstellen lassen. Diese sind beitragsstabiler als die Bisex-Tarife und haben einen etwas besseren Leistungsumfang.

    Welcher Versicherer zukünftig sehr beitragsstabil ist, kann dir heute niemand vorhersagen. Die Debeka mag in den letzten Jahren stärkere Erhöhungen als einige oder viele andere Versicherer gehabt zu haben, aber das kann bald schon wieder anders aussehen. So war die Debeka z. B. zwischen 2011 und 2017 eine der beitragsstabilsten PKV-Versicherer und hatte damals über mehrere Jahre keine einzige Erhöhung. Auch die Barmenia, die von manchem auf Finanztip empfohlenen Vermittler, hochgelobt wird, hatte in den vergangenen Jahren massive Beitragserhöhungen.

    Bei den Berichten, die du im Internet gelesen hast, solltest du immer berücksichtigen, dass Menschen, die zufrieden mit ihrer Versicherung sind, dies eher nicht öffentlich machen. Und dann solltest du die Anzahl der Bewertungen auch immer in Relation zu der Versichertenanzahl sehen. Auch wieder am Beispiel Debeka: Sie hat ca. 2 Mio. Beamte und 400.000 Nicht-Beamte versichert. D. h. mehr als jeder vierte PKV-Versicherte ist bei der Debeka. Dass man dann über die Debeka absolut betrachtet mehr negative Rezensionen als von anderen PKV-Versicherern im Internet findet, ist eigentlich logisch und beweist nicht, dass die Kunden der Debeka unzufriedener als die Kunden anderer Versicherer sind.

  • Wenn Du schon PKV-versichert bist, bedeutet jeder Wechsel, dass es für Dich im Zweifel teurer wird, wie schon Felice geschrieben hat.

    Zu dem Verlust der Altersrückstellungen kommen evtl. neue Erkrankungen und Behandlungen hinzu, die seit dem letzten Vertragsschluss aufgetreten sind.

    Außerdem müssen neben dem höheren Alter und ggf. neuen Erkrankungen auch die Abschlusskosten für den Neuabschluss noch einmal bezahlt werden. D.h. in den ersten Jahren eines jeden Vertrags werden fast keine Rückstellungen gebildet, sondern nur die Kosten des Abschlusses abgestottert.

    Dein Beitrag wird daher im Zweifel umso stabiler bleiben, je seltener Du den Versicherer wechselst.

  • Hallo Felice,
    hallo Wanderslust,


    vielen herzlichen Dank für eure Rückmeldungen! :)


    Tatsächlich habe ich nie irgendwelche „Extras“ gebucht, sodass in meinem konkreten Fall gilt:


    Altersrückstellungen = Übertragungswert
    (Aktuelle Übertragungswertbescheinigung liegt mir vor.)

    Ich bin bereits in einem Unisex-Tarif bei der Debeka. Die Beitragssteigerungen waren in der Vergangenheit jedoch auch bei meinem Unisex-Tarif erheblich. So wurde beispielsweise der Beitrag vom Jahr 2024 auf das Jahr 2025 um über 22% erhöht – also weit oberhalb der Inflationsrate.


    Einen internen Tarifwechsel bei der Debeka habe ich zunächst auch angestrebt, aber der Versicherungsvertreter meinte, dass es keinen günstigeren Tarif geben würde.


    Ich könnte mir vorstellen, dass die Solvenzquoten der Krankenversicherer einen guten Indikator für die zukünftige Beitragsstabilität darstellen:


    https://www.solvencydata.com/ticker


    Was denkt ihr?


    Liebe Grüße & danke vorab :)

  • Ich habe mich umfassend informiert und hierbei auch drei von Finanztip empfohlene Versicherungsmakler konsultiert.

    Hui, Ihnen scheint Beratung richtig Freude zu machen? :)

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
    Von Finanztip empfohlene Spezialisten für Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung | Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen | Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Eines meiner wichtigsten Learnings war: Die Makler versuchen im Regelfall, den Leistungsumfang zu maximieren. Dies hat nicht zuletzt für den Makler den Vorteil, eine höhere Provision zu erhalten. Dies ist zunächst einmal legitim.

    Die Provision, aka Courtage, ist ein Nebeneffekt, der bei Beamten mangels größeren Beitragsunterschieden aber relativ gering ausfällt.

    Generell sollte man bei der Auswahl einer PKV den - verbindlich vertraglich geregelten - Leistungsumfang in den Vordergrund stellen, nicht vermeintliches "Sparen". Schon gar nicht bei Beamten, die für ihre PKV ohnehin jetzt und als Pensionär nur einen Bruchteil der Beiträge von Nicht-Beamten zahlen.

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  • Interessant ist, dass die Makler mit teils unterschiedlichen Softwareprogrammen arbeiten. Während manche mit „Levelnine“ arbeiten, arbeiten andere mit „psponline“. Diejenigen, die mit „psponline“ arbeiten, haben deutlich gemacht, dass die Software „Levelnine“ angeblich einen in Teilen veralteten Datenstand aufweist.

    My two Cents:

    Psponline (früher Volz) ist eine vertrieblich gut gemachte, etwas einfacher gestrickte PKV-Verkaufssoftware Was wir über unsere Kunden mitbekommen, gehen die PSP Anwender in der Beratung DEUTLICH weniger in die Tiefe. Leistungsunterschiede treten mangels ausreichender Anzahl detaillierter Vergleichskriterien nicht klar zutage, so dass z.B. bei der Kurzberatung eines Vermittlers ein immer wieder gleicher alter (englisch "old") Lieblingsanbieter aus dem Norden trotz eklatanter Leistungsschwächen gut dasteht und aufgrund von Beitrag und vermeintlicher Beitragsstabilität in 99% der uns bekannten Fällen empfohlen wird.

    Wir arbeiten mit Levelnline, einer PKV-Analysesoftware für anspruchsvollere Beratung. Dort können Leistungsunterschiede mit rund 200 Vergleichskriterien in einer ca. 140-seitigen Vergleichsdokumentation deutlich differenzierter dargestellt werden. Die Beratung dauert zwar etwas länger, unsere Kunden können danach aber für sich informiert entscheiden, welche Kriterien ihnen wichtig sind, welcher Anbieter / Tarif diese in welchem Maß erfüllt und was sie bereit sind, dafür auszugeben. "Veralteter Datenstand" ist grober Unfug, Software und Daten werden permanent gepflegt und aktualisiert. Damit sollen vielleicht die genannten Schwächen von psponline bemäntelt werden.

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  • Learning: Je mehr Informationen man sammelt, desto verwirrender wird es – klassischer Fall eines information overload. ;(

    Sie wollten es ja nicht anders wenn Sie sich von drei Beratern beraten lassen. :)

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  • Ich bin daher auf der Suche nach einer Versicherungsgesellschaft, die langfristig die bestmögliche Beitragsstabilität einerseits und geringe Beiträge andererseits miteinander vereint – selbstverständlich zulasten des Leistungsumfangs (aber bezahlen muss ich ja schließlich eh😉).

    Sie beschreiben schön das magische Dreieck der privaten Krankenversicherung:

    • Leistungsumfang - gute Leistungen
    • Stabile Beiträge
    • Niedrige Beiträge

    Alle drei Kriterien lassen sich nicht maximal kombinieren.

    Menschen, die genügend verdienen, um sich privat krankenzuversichern, verstehen meistens, worauf es langfristig ankommt. Deshalb priorisieren ca. 98% der von uns beratenen Kunden gute Leistungen und stabile Beiträge. Sie entscheiden sich deshalb für eine „gute“ private Krankenversicherung und nicht für eine „billige“ PKV.

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  • Falls du von der Debeka weg wechseln möchtest, solltest du berücksichtigen, dass du einen Teil deiner Altersrückstellungen verlieren wirst. Denn der Übertragungswert besteht nur aus den Altersrückstellungen, die den Basistarif abdecken. Bei einer Versicherungszeit von über 10 Jahren macht daher ein Anbieterwechsel keinen Sinn mehr. Ich würde an deiner Stelle sowieso erstmal prüfen, welche Möglichkeiten du im Rahmen des internen Tarifwechselrechts bei der Debeka hast. Falls du noch in einem alten Bisex-Tarif bist, solltest du dir ein Angebot zu den Unisex-Tarifen erstellen lassen. Diese sind beitragsstabiler als die Bisex-Tarife und haben einen etwas besseren Leistungsumfang.

    Es mag überraschen, aber dem stimme ich größtenteils zu. Gerade bei längerer Vorversicherung würde ich immer erst mal Optionen innerhalb der Gesellschaft prüfen und nur komplett wechseln, wenn besonders wichtige Anforderungen an die Leistungen des Tarifs nicht erfüllt werden.

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  • Tatsächlich habe ich nie irgendwelche „Extras“ gebucht, sodass in meinem konkreten Fall gilt:

    Altersrückstellungen = Übertragungswert
    (Aktuelle Übertragungswertbescheinigung liegt mir vor.)

    Sicher, dass du keine "Extras" gebucht hast? Dann müsstest du den brancheneinheitlichen Basistarif gebucht haben, denn bei diesem gilt Altersrückstellungen = Übertragungswert. Sobald du einen anderen Debeka-Tarif hast, gilt Altersrückstellungen > Übertragungswert.

    Ich bin bereits in einem Unisex-Tarif bei der Debeka. Die Beitragssteigerungen waren in der Vergangenheit jedoch auch bei meinem Unisex-Tarif erheblich. So wurde beispielsweise der Beitrag vom Jahr 2024 auf das Jahr 2025 um über 22% erhöht – also weit oberhalb der Inflationsrate.

    Im Gesundheitswesen gibt es die medizinische Inflation, die u.a. verantwortlich für Beitragssteigerungen ist. Die medizinische Inflation ist meistens 1-3% höher als die "normale" Inflation. Doch seit wenigen Jahren ist die medizinische Inflation weitaus höher, was sich aber (hoffentlich) in den kommenden Jahren wieder normalisieren sollte.

    Mit dem Wert 22% kann ich nicht viel anfangen. Von welchem Beitrag gehst du aus? Hast du vielleicht erst kürzlich einen Tarifwechsel vorgenommen und dabei Leistungen reduziert, damit dein Beitrag niedriger wird? Danach ist es normal, dass die prozentualen Beitragsanpassungen höher ausfallen, weil du von einem geringeren Beitrag ausgehst ("Basiseffekt").

    Anderer Fall: Zwei Personen sind im selben Tarif, Person A im Alter von 21 eingestiegen, Person B im Alter von 42. Es kommt zu einer Beitragsanpassung: In Euro fällt für beide Personen die Anpassung identisch aus. In Prozent ist sie aber für Person A höher als für Person B (auch wieder "Basiseffekt").

    Es gibt auch Tarife, die jahrelang konstant waren und dann plötzlich eine hohe Beitragssteigerung erfahren mussten, weil über mehrere Jahre die Schwelle von 10% nicht überschritten worden ist.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Solvenzquoten der Krankenversicherer einen guten Indikator für die zukünftige Beitragsstabilität darstellen:

    https://www.solvencydata.com/ticker

    Was denkt ihr?

    Was bringen mir im Jahr 2026 die Solvenzquoten aus dem Jahr 2022? Gar nichts, denn die Werte dürften heute ganz anders aussehen.

  • Und schon wieder pflichte ich Felice bei - das wird ja noch zur Gewohnheit. :)

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  • My two Cents:

    Psponline (früher Volz) ist eine vertrieblich gut gemachte, etwas einfacher gestrickte PKV-Verkaufssoftware Was wir über unsere Kunden mitbekommen, gehen die PSP Anwender in der Beratung DEUTLICH weniger in die Tiefe. Leistungsunterschiede treten mangels ausreichender Anzahl detaillierter Vergleichskriterien nicht klar zutage, so dass z.B. bei der Kurzberatung eines Vermittlers ein immer wieder gleicher alter (englisch "old") Lieblingsanbieter aus dem Norden trotz eklatanter Leistungsschwächen gut dasteht und aufgrund von Beitrag und vermeintlicher Beitragsstabilität in 99% der uns bekannten Fällen empfohlen wird.

    Wir arbeiten mit Levelnline, einer PKV-Analysesoftware für anspruchsvollere Beratung. Dort können Leistungsunterschiede mit rund 200 Vergleichskriterien in einer ca. 140-seitigen Vergleichsdokumentation deutlich differenzierter dargestellt werden. Die Beratung dauert zwar etwas länger, unsere Kunden können danach aber für sich informiert entscheiden, welche Kriterien ihnen wichtig sind, welcher Anbieter / Tarif diese in welchem Maß erfüllt und was sie bereit sind, dafür auszugeben. "Veralteter Datenstand" ist grober Unfug, Software und Daten werden permanent gepflegt und aktualisiert. Damit sollen vielleicht die genannten Schwächen von psponline bemäntelt werden.

    Hallo Herr Dr. Schlemann,

    zunächst vielen Dank für Ihre Rückmeldungen!

    Ihre Aussage "Was wir über unsere Kunden mitbekommen, gehen die PSP Anwender in der Beratung DEUTLICH weniger in die Tiefe." kann ich so tatsächlich nicht bestätigen. Hier wird es wohl unterschiedliche Erfahrungswerte geben.

    Welchen alten Lieblingsanbieter aus dem Norden Sie meinen, erschließt sich mir leider nicht. Die mir empfohlene R+V Versicherung sitzt jedenfalls in Wiesbaden.

    Leider sind Sie nicht auf das von mir oben genannte Beispiel mit der R+V eingegangen. Aus der Perspektive des Maklers, der die Software "psponline" nutzt, weist die von Ihnen genutzte Software "Levelnine" in Bezug auf die „GOÄ/GOZ“ bei der R+V einen alten Datenstand auf.

    Sie beschreiben schön das magische Dreieck der privaten Krankenversicherung:

    • Leistungsumfang - gute Leistungen
    • Stabile Beiträge
    • Niedrige Beiträge

    Alle drei Kriterien lassen sich nicht maximal kombinieren.

    Menschen, die genügend verdienen, um sich privat krankenzuversichern, verstehen meistens, worauf es langfristig ankommt. Deshalb priorisieren ca. 98% der von uns beratenen Kunden gute Leistungen und stabile Beiträge. Sie entscheiden sich deshalb für eine „gute“ private Krankenversicherung und nicht für eine „billige“ PKV.


    Ihre Aussage "Deshalb priorisieren ca. 98% der von uns beratenen Kunden gute Leistungen und stabile Beiträge." fand ich äußerst spannend. Aus Leistungssicht ist es sicherlich legitim, die Barmenia zu empfehlen. Aber ob es dort stabile Beiträge gibt? Da hat mir ein langjähriger PKV-Kunde der Barmenia leider etwas anderes erzählt.

    Welchen Versicherer würden Sie denn empfehlen, wenn die Ecke "stabile Beiträge" des magischen Dreiecks fokussiert wird?


  • Hallo Felice,

    zunächst danke für deine Rückmeldung!

    Du schreibst:

    "Was bringen mir im Jahr 2026 die Solvenzquoten aus dem Jahr 2022? Gar nichts, denn die Werte dürften heute ganz anders aussehen."

    Ich bin für neuere Solvenzquoten gern offen. Aktuellere Daten, die öffentlich frei zugänglich sind, habe ich leider nicht finden können.

    Wenn du andere Indikatoren kennst, die die Beitragsstabilität besser prognostizieren können, bin ich dir für einen Hinweis sehr dankbar.

  • Welchen Versicherer würden Sie denn empfehlen, wenn die Ecke "stabile Beiträge" des magischen Dreiecks fokussiert wird?

    Diese Ecke öffnet sich nach unserem Verständnis erst, wenn man vorher die sinnvollen und notwendigen Leistungskriterien geklärt hat. Gerade beim Thema AHB und Reha trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen und es bleibt letztlich nur noch eine Handvoll Versicherer übrig, die qualitativ in Fragen kommen.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
    Von Finanztip empfohlene Spezialisten für Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung | Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen | Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Ich bin bereits in einem Unisex-Tarif bei der Debeka. Die Beitragssteigerungen waren in der Vergangenheit jedoch auch bei meinem Unisex-Tarif erheblich. So wurde beispielsweise der Beitrag vom Jahr 2024 auf das Jahr 2025 um über 22% erhöht – also weit oberhalb der Inflationsrate.

    Tipp: Schau dir mal an, wann genau PKVen Beiträge erhöhen dürfen und wie das funktioniert! Es müssen gewissen Grenzen/Hürden gerissen sein über längere Zeit, dann müssen aber alle Berechnungsgrundlagen auf den neusten Stand (inkl. Zinsniveau) gebracht werden. Das führt regelmäßig zu keinen Steigerungen über mehrere Jahre, anschließend dann aber zu heftigen Steigerungen auf einen Schlag.

    Das relativiert dann die 22% ziemlich stark, zumal bei steigenden Zinsen auch Beitragssenkungen kommen können, wenn die Rücklagen dann plötzlich höher verzinst werden.

    Mein Tipp: Bleib bei der Debeka und hinterfrag (falls es dich wirklich so stört!) die Zusatzbausteine wie WL oder B(C) etc.

    Aber auch da wäre meine Devise: Lieber umfangreich versichert bleiben als jetzt an ein paar Euro zu sparen, weil dann werden die Zuzahlungen im Alter absehbar wirklich deutlich heftiger…

  • Meine Frage ist, ob auch nicht die BRE ein wichtiger Faktor sein kann? Oder ist zu erkennen, dass die Versicherer mit höherer BRE einen schlechteren Leistungsumfang bieten?

    Ich fühle mich als Beamter tatsächlich etwas ausgenommen, wenn ich den Beitrag einer Kolleg*innen so mit meinem vergleiche. Und ja, ich bin bei der Barmenia… Aktuell denke ich wirklich an einen Wechsel…

  • Ich bin für neuere Solvenzquoten gern offen. Aktuellere Daten, die öffentlich frei zugänglich sind, habe ich leider nicht finden können.

    Wenn du andere Indikatoren kennst, die die Beitragsstabilität besser prognostizieren können, bin ich dir für einen Hinweis sehr dankbar.

    Es kann sein, dass du auf den Unternehmensseiten im Internet den Bericht zur Solvenz- und Finanzlage (SFCR) findest.

    Aber ich würde eher auf verschiedene PKV-Kennzahlen schauen: Bestandswachstum (kommen neue Versicherte permanent hinzu), RfB, Nettoverzinsung, Leistungskostenentwicklung, ... Auch ein Blick in irgendwelche Ratings (z. B. Assekurata) kann hilfreich sein.

    Ich denke, zu dem Thema kann dir Dr. Schlemann vielleicht ein paar hilfreiche Tipps geben.

  • Es müssen gewissen Grenzen/Hürden gerissen sein über längere Zeit, dann müssen aber alle Berechnungsgrundlagen auf den neusten Stand (inkl. Zinsniveau) gebracht werden. Das führt regelmäßig zu keinen Steigerungen über mehrere Jahre, anschließend dann aber zu heftigen Steigerungen auf einen Schlag.

    In den vergangenen 5 Jahren gab es aber diverse KV-Tarife, die in einem Jahr z. B. um 9% teurer wurden und im Folgejahr dann direkt nochmal um z. B. 22%.

    Das relativiert dann die 22% ziemlich stark, zumal bei steigenden Zinsen auch Beitragssenkungen kommen können, wenn die Rücklagen dann plötzlich höher verzinst werden.

    Falls die Zinsen in den kommenden Jahren steigen sollten (persönlich rechne ich damit frühstens ab 2030 aufgrund der aktuell schwachen Wirtschaftslage), dann glaube ich nicht, dass es zu Beitragssenkungen kommen wird. Höchstens "Nullrunden". Aber solange die Zinsen niedriger als die medizinische Inflation bleiben sollten, werden wir weiterhin mit Beitragssteigerungen zu rechnen haben.

    Es mag aber durchaus sein, dass der ein oder andere Versicherer seinen Rechnungszins wieder auf 2,75% anheben wird. Ab dann würden die Beitragssteigerungen wieder etwas schwächer ausfallen.

  • Falls die Zinsen in den kommenden Jahren steigen sollten (persönlich rechne ich damit frühstens ab 2030 aufgrund der aktuell schwachen Wirtschaftslage), dann glaube ich nicht, dass es zu Beitragssenkungen kommen wird.

    Ist so passiert, gerade im letzten Jahr und bei der Debeka. Ob die Beiträge dann im Einzelfall gesenkt wurden, hängt primär am Alter bzw. der Vertragslaufzeit für die Verzinsung der entsprechenden Rücklagen! Der Punkt dabei ist: Der Rechnungszins der Versicherungen dreht genau so langsam wie das Anlageportfolio eben dieser Versicherung. Und wenn das entsprechend lange Laufzeiten hat, dauert es eben, bis sich ein höheres Zinsniveau auswirkt…

    Ich habe den Eindruck, Leopard versucht eine Glaskugelfrage (zukünftige Beitragsstabilität) zu beantworten und viele schauen dabei auf nicht wirklich passende Parameter. :/