Postbank: Verlustverrechungstopf nach Aktienverkauf unverständlich

  • Hallo zusammen,

    ich habe begonnen, mein Postbank-Depot (das ich noch aus der Zeit habe, in der ich Einzelaktien und Stock Picking toll fand) aufzuräumen.

    Dazu habe ich heute Aktien verkauft und damit einen Verlust realisiert. Die Postbank hat nun nicht diesen Verlust dem Verlustverrechnungstopf "Aktien" zugeschlagen, wie ich es vermutet hätte. Stattdessen wurde die Gutschrift(!) aus dem Aktienverkauf vom Verlustverrechungstopf abgezogen -- in voller Höhe. Also so, als hätte ich die Aktien zum Kaufpreis 0,00 erworben und somit dick Gewinn gemacht.

    Das ist nach meinem Dafürhalten falsch und zu meinen steuerlichen Ungunsten. Auf der anderen Seite kann ich mir aber nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, bei dem das passiert und der das merkt.

    Deshalb: Ist dieses Buchungsverfahren der Postbank hier im Forum jemandem bekannt? Oder stehe ich nur völlig auf dem Schlauch?

    Anmerkung: Diese Aktien wurden ursprünglich auch im Postbank-Depot gekauft, es handelt sich also nicht um ein Artefakt aus Depotübertrag o.ä.

    Danke für etwaige Erfahrungsberichte!

  • Es handelt sich um FI4000519236 (F-Secure), gekauft am 31.03.2014, damals noch mit der ISIN FI0009801310. Oh, spannend, hängt das irgendwie mit der ISIN-Änderung zusammen?!

    Ja, dann können Anschaffungsdaten schon mal verloren gehen. Gab es da eventuell einen Aktiensplit?

    Auf jeden Fall würde ich bei der Postbank nachfragen, mit den Anschaffungsdaten als Beleg. Es zählt nicht nur der Kurs, sondern der Kaufpreis inkl. Handelsspesen. Ebenso natürlich beim Verkauf.

    Den FI4000519236 scheint es erst seit 2022 zu geben. Im Jahresbericht 2022 steht folgendes:

    Also hast du vermutlich vorher Aktien von WithSecure gehabt.

  • Ich konnte es nun aufklären:

    "Altes" F-Secure FI0009801310 wird zu WithSecure FI0009801310. Also Umbenennung mit gleicher ISIN.

    Ein "neues" F-Secure lebt zugleich auf, mit ISIN FI4000519236.

    Es stellt sich mir jetzt insgesamt so dar:

    1) "Altes" F-Secure FI0009801310 gekauft. 258,92 Eur
    2) Dann gab es den Split. FI0009801310 wurde zu WithSecure und ich bekam zusätzlich:
    "Neues" F-Secure FI4000519236 mit "Pseudo-Anschaffungspreis" 0,00
    3) Verkauf WithSecure in 2025 bei der ersten Aufräumaktion im Depot. Gutschrift 158,85 Eur im Konto, Verlustverrechungstopf wird um 100,07 aufgestockt -> passt exakt.
    4) Heute verkaufe ich das "neue" F-Secure. 169,25 Eur. Das ist zugleich Gutschrift als auch Gewinn, weil diese Aktien ja einfach so bekommen habe im Split.

    Es geht ein "Entschuldigung" raus an die Postbank: Es passt ganz offenbar alles.

    (Und ja, mit derart kleinen Beträgen zu handeln nehme ich aus meiner heutigen Sicht auch als lächerlich wahr.)

    Herzliches Dankeschön an ANDREJ für die Hilfe bei der Aufklärung!

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