Beiträge von Malapascua

    Mir fehlt auch das Thema Vermeidung von altersarmut, Stichwort flaschensammelnde Rentner. Ich will nicht nur immer länger arbeiten müssen für ein nasenwasser an Rente. Im vergleich zu anderen oecd Ländern (Holland etc.) stehen Rentner in Deutschland nicht gut da.

    Rentner sind die am wenigsten von Armut betroffene Gruppe in Deutschland. Am meisten betroffen sind Kinder, Familien und Junge Erwachsene. Leider wird der Eindruck erzeugt es sei die ärmste Gruppe.

    Es ist nicht sinnvoll das Bruttorentenniveau zu vergleichen und dann noch völlig schräg wie in Holland die betriebliche Altersvorsorge mit einzubeziehen, in Deutschland aber nicht. Noch lustiger ist das gerne hervorgeholte Beispiel Frankreich. 75% ab 62. Dass die Franzosen ein Renteneintrittsalter von 67 haben und die Nettorente bei Männern nicht höher ist als in D, wird irgendwie weg gelassen.

    Das ist sicherlich richtig. Ich finde es z.B. auch etwas befremdlich, dass mein Freund Jens, kürzlich mit 60 Jahren in Pension gegangen ist (Polizei HH).
    Er erfreut sich bester Gesundheit und könnte mit Sicherheit noch viele Jahre als Polizist im Innendienst oder bürgernaher Polizist arbeiten.
    Aber die Jahrzehnte in denen Jens jedes 2. Wochenende bei Wind/Wetter bei irgendwelchen Fußballspielen den Puffer zwischen den Hooligans spielen durfte will man dann auch nicht sehen.:/
    Und JEDER hat ja erstmal die Möglichkeit Beamter zu werden wenn das doch ach so erstrebenswert ist.

    Polizist in einer Großstadt….da würde ich mich eher vor nen Zug werfen.

    Schaue dir mal die Jobangebote bei Indeed und Co gern mal an, gerade in den neuen Bundesländern sind solche Löhne Realität.

    Ich hatte mehrere Vorstellungsgespräche als leitende Funktion, mehr als 4.000 Euro (Brutto) war da nirgendwo drin. Bin jetzt im ÖD und da wird man als Meister in E10/E11 eingruppiert.

    Er wohnt aber nicht im Osten oder im Ruhrpott, sondern im Süden und da verdient eine Aldi Kassierin deutlich mehr.

    Ich habe mich über sowas auch immer geärgert, als Teamleiter mit Meisterabschluss hatte ich zuletzt 3300 Euro Brutto ...

    Nur knapp über Mindestlohn und in der Gehaltsklasse sprechen viele gar kein Deutsch.

    Dann schaut man im TV dieses Gehaltsvergleich und sieht das andere mit weniger Qualifikationen oder Erfahrung teilweise das doppelte verdienen. Das frustriert ... . Es spiegelt aber nun nicht den Großteil der Bevölkerung wieder, deswegen sollte man sich und diese Vergleiche nicht einlassen. Repräsentiv ist diese Sendung keinesfalls.

    3.300€ Brutto als Meister und Teamleiter ist von der Realität aber noch viel viel viel weiter entfernt als 6.600€ (was in der Industrie immer noch sehr wenig wäre als Teamleiter). Damit bist du als Meister und Teamleiter weit unter dem Median der Bevölkerung.

    Eigentum kann meiner Meinung nach nie verkehrt sein. Kein Ärger mit Vermietern, kein Stess wegen Mieterhöhungen, teuren Sanierungen u.ä.

    Tatsächlich ist das Durchschnittsvermögen in Deutschland niedriger als etwa in Spanien und Italien, weil dort mehr Leute Immobilien haben.

    Das Durschnittsvermögen wird vor allem durch die Umlagefinanzierte Rente (zählt trotz Hunderttausender € Auszahlung nicht als Vermögen), der hohen Migration (alle ohne Vermögen nach D gekommen) und der Wiedervereinigung beeinflusst. Das Land mit der niedrigsten Immobilienbesitzquote ist das vermögendste Land Europas.

    Hallo,

    eine positive Auswirkung sich nicht mehr rentierender vermieteter Immobilien könnte ja vielleicht sein, dass sich die Eigentumsquote in Deutschland erhöht. Immerhin ist D das einzige EU- Land mit einer Quote unter 50%, siehe https://www.iwd.de/artikel/wohnei…-europa-612730/

    Gruß Pumphut

    Alle reicheren europäischen Länder haben niedrige Eigenheimquoten (Schweiz am niedrigsten) während die ärmsten Länder die höchsten Quoten haben. Weiß nicht ob das erstrebenswert ist.
    Die Quote an Immobilienbesitz wird zudem sehr stark vom Auszugalter aus dem Elternhaus bestimmt. So ist diese in Italien recht hoch, aber das liegt nur daran dass die Italiener bis Mitte 30 bei Mama wohnen und nicht schon Anfang 20 eine Wohnung mieten.

    Ich gehe mal von aus du meinst diese Passage aus der Studie:

    "Eine Modellrechnung für die Rentner:innen des Jahrgangs 1957 – dies ist aktuell der jüngste Jahrgang, der vollständig im Ruhestand ist – zeigt, dass die Gesetzliche Rentenversicherung dadurch um rund 10,4 Milliarden Euro für diesen Jahrgang entlastet werden könnte. "

    Es liegt hier ein sogenannter Kohortenfehler vor, nachfolgende Geburtenjahrgänge haben andere Erwerbsbiografien und andere Einstiegsalter in die Rente. Trotzdem wurde auf Grundlage des Jahrgangs 1957 die Studie einfach hochgerechnet, obwohl der Einspareffekt bei nachfolgenden Generationen deutlich geringer ausfällt.

    Das dürfte sehr wenig ausmachen.

    Bei der Bertelsmann Stiftung kann sich doch alle Studien so bestellen, wie man sie haben möchte. Völlig unglaubwürdiger Laden.

    Das die „Rente mit 63/65“ ein schwerer Fehler war und sofort weg gehört sollte unstrittig sein. Genauso wie die Ausweitung der Mütterente.

    Da sollte aber genau gerechnet werden und auf die Kosten geachtet werden.

    Das ist nichts anderes als ein Sparvertrag, das geht oft auch selber günstiger und zur Not kommt man auch noch an sein Geld heran.

    Ein Sparvertrag bei dem der Arbeitgeber die Hälfte mitzahlt. Das lässt sich kaum schlagen als Angestellter.

    Dann sollte doch endlich mal das gemacht werden, was in den 80ern schon öfters propagiert wurde. "Jeder Roboter soll Rentenversicherung und Krankenversicherung zahlen."

    Man könnte es ja etwas umschreiben: Jede Maschine (Roboter als auch KI), die einen menschlichen Arbeitsplatz ersetzt, muss verpflichtend RV und KV zahlen."

    Dann würde alles wieder gut werden.

    Wenn das auf irgendeine technische und international einführbare Weise möglich wäre… Aber es ist unmöglich und daher braucht man über so einen Quatsch nicht nachzudenken. Das fängt schon beim Rasenmäherroboter an.

    Bitte gerne Fakten zum Wegzug von Vermögenden. Ich hab noch keine belastbare Zahlen dazu gesehen, obwohl das Argument andauernd aufgeführt wird.

    Henley private Wealth Migration Report. Und das ist sehr sehr konservativ weil darin nur liquides Vermögen erfasst wird. Unternehmen die ihren Sitz nach CH verlagern gibt es extrem viele. Und obwohl die Fiskaleinnahmen gemessen am BIP viel geringer ausfallen funktioniert alles Bestens.

    Stimmt war ein Tippfehler. Natürlich 3.9 Milliarden Euro.

    Das Totschlagargument schlechthin ist immer das so wenig nichts bringt. Ich gehe aber auch davon aus das wenn man die Steuer reformieren würde und bei den deutlich gestiegenen Vermögen weitaus mehr rumkommt. Weiterhin bezweifel ich das die Erhebung der Daten 3.9 Milliarden Euro kostet. Es sei denn Jens Soahn eröffnet wieder ein open house Verfahren 😉

    Das andere Länder sich anders finanzieren steht auf einem anderen Blatt. Das ist an der Stelle relativ irrelevant, da die beiden genannten Länder grundsätzlich anders funktionieren.

    Wir leben in einem extrem Hochsteuerland, wer kann haut heute bereits ab. Kannst mir sicherlich erklären warum so viele Unternehmen in Irland oder CH ihren Sitz haben. Und als einzige Reaktion die einem einfällt kommt „ja juhu noch mehr Steuern“.
    Wenn dann benötigt es eine weitreichende Steuerreform und ich halte sehr wenig von einer Substanz-Steuer auf Betriebsvermögen, völlig unabhängig vom Gewinns. Das eine Vermögenssteuer funktionieren kann, zeigt die Schweiz, aber eben in Kombi mit amerikanischem Arbeitsrecht, extrem geringer Besteuerung von Unternehmensgewinnen und keiner Kapitalertragsteuer. Viele reiche Leute sind dahin abgehauen, auch viele Unternehmer hier in der Region. Die zahlen lieber Vermögenssteuer und besteuern und investieren Geld in ihr Unternehmen das nicht mit abartiger Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer belastet wurde.

    Nochmals: es gibt nur 2 Länder weltweit die eine umfassende Vermögenssteuer erheben. 2 von 200.

    1995 wurden noch 3.9 Millionen Euro aus der Vermögensteuer an die Bundesländer gezahlt, die jetzt ersatzlos weggefallen sind. Ich glaube ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster wenn ich behaupte die Summe wäre heute signifikant höher und würde die angespannte Haushaltskassen der Länder entlasten.

    Ich nehme an es waren 3,9 Milliarden. Beim gesamten Ausgaben von Bund und Ländern von 2,21 Billionen Euro 2025 ein völlig irrelevanter Betrag, ob du den hast oder nicht - darauf ist am Ende komplett geschissen. Erhebungsaufwand dürfte ähnlich hoch sein.

    Und nochmals: es gibt weltweit nur 2 Ländern mit einer umfassenden Vermögenssteuer auch auf Betriebsvermögen. Norwegen und die Schweiz. Norwegen hat daraus keine nennenswerten Einnahmen, ob diese Steuer existiert oder nicht ist nicht relevant.
    Das Schweizer Steuer und Sozialsystem können wir hier gerne einführen. Keinelei Kündigungsschutz mehr, keine Betriebsräte, keine Kapitalertragsteuer, kaum Sozialleistungen, maximaler Druck auf Arbeitslose, keine Familiebversicherung, allgemein niedrige Steuern aber dafür alles selber zahlen,….da würden alle Linken heulen wie Schlosshunde.

    In einer Zeit, in der Arbeitsplätze in der Produktion großflächig abgebaut werden, halte ich Überlegungen von Abschaffung von irgendwie anders gearteten Beschäftigungsmodellen als ein Vollzeitjob einfach falsch. Was soll denn der alleinerziehende Elternteil denn machen, wenn für das oder die Kinder keine Ganztagsschule bzw. eine Anschlussbetreuung zur Verfügung steht? Das wäre nur mal ein Beispiel, die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. ( fabioso Da hab ich jetzt aber schön das Gendern umschifft).

    Es scheint ja so zu sein dass quasi ausschließlich Amleinerziehende im Bürgergeld landen. Dem ist nicht so, es ist vor allem ein Migrationsphänomen mit 3/4 der Bezieher. Und leider ist es auch so dass sehr viele Alleinerziehende aufstocken so wie allgemein sehr viele Empfänger. Und meist zufälligerweise genauso viel verdienen was die Höhe der Anrechnungsfreien Zuverdienstmöglichkeit betrifft. Man kann hier in den meisten Fällen auch von Schwarzarbeit ausgehe die durch den legalen Zuverdienst praktisch nicht nachzuweisen ist. Maximaler Druck mit Arbeitspflicht und Meldepflicht ist aus meiner Sicht das einzige was hier hilft. Oder denkst du es macht irgendwie Sinn als Geringqualifizierter mit 4 Kindern arbeiten zu gehen? Schon 2x macht es keinen Sinn wenn man aus religiösen Gründen die Frau in der Wohnung einsperrt und sie nicht mitarbeiten darf.

    Davon habe ich bei der GRV noch nie etwas gehört. Man lernt nie aus ...

    Natürlich in der GKV, es sollte aber die Beschäftigungsquote erhöhen wenn diese Herdprämie weg fällt.

    Ebenso müsste man überlegen beim Bürgergeld erheblichen Druck aufzubauen wie tägliche Meldepflicht sonst 0 Sanktion etc.

    Vorschläge zur Sanierung der Kassen der GRV:

    - Deutliche Verkleinerung des Berufsbeamtentums,

    - Festschreibung der jährlichen Rentenerhöhung auf die Inflationsrate, Status Quo muss allerdings gegeben sein, falls es eine Deflation geben sollte

    - Zahlungen, für die keine Einzahlungen in die bestehende GRV erfolgt sind, wie etwa Mütterrente, Ostrenten und sonstiges werden ausgelagert und in den normalen Bundeshaushalt überführt

    weiteres kann gerne ergänzt werden...

    Neben der rückwirkenden Kopplung des Eintrittsalters an die Lebenserwartung, der Wiedereinführung des Demographischen Faktors (und dessen Verdoppelung) und der Verdoppelung der Abschläge bei früherem Eintritt würden mir noch einfallen:

    - Abschaffung der Minnijobs

    - Abschaffung der Mütterente

    - Abschaffung der Witwenrente

    - Abschaffung der Beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern

    - Mindestversicherungszeit von 20 Jahren

    - Abschaffung der KVdR

    Deine Rechtfertigungen warum die Boomer an allem Schuld sind werden immer Abstruser.

    Was für Schuld? Sie sind an gar nix schuld nur können Kinder die es nie gab auch keine Rente zahlen. Und damit sollte sich die Diskussion doch erübrigen.
    Das besondere der Boomer ist dass sie derartig simple Mathematik nicht akzeptieren wollen und einfach drauf pochen dass ihnen das zusteht.
    Die nachfolgenden Generationen haben längst eingesehen dass sich das nicht mehr ausgeht.

    Da sieht man wie übel Demokratie ist.