Beiträge von Buntbart

    Wir hatten drei Konten: je eigenes, wo der jeweils andere keinen Zugriff drauf hatte und ein gemeinsames, von dem wir unseren Lebensunterhalt als Familie bestritten haben - Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Kinderbelange usw.

    Darauf bezieht sich, glaube ich, auch die Frage von ohne_Peil .

    Drei Konten-Modell, hab ich verstanden, aber wie ist das gemeinsame Konto gefüttert worden? hat hier jeder Partner betragsmäßig den gleichen Teil eingezahlt? Oder jeder beispielsweise 60% seines Netto-Einkommens, also im Verhältnis seiner Leistungsfähigkeit? Gab es dazu eine Verabredung? Wenn ja, was war damals die Motivation und der Grundgedanke für diese Verabredung.

    Ich spekuliere jetzt mal: Wenn jeder den gleichen Betrag einzahlt, empfinde ich das als starke Benachteiligung der Frau, die in diesem Fall zweitweise weniger verdient und dann eben wesentlich weniger Mittel zum Investieren hat. Wenn man dann sowohl die deutlich geringere Sparrate als auch den Zinseszinseffekt berücksichtigt, kann da schon eine Differenz in der fraglichen Größenordnung entstehen.

    Weil du nach Argumenten fragst: das müsste doch eingängig und verständlich sein, oder?

    (die Frage ist dabei jedoch, wie war die Aufteilung, was war diese Idee dahinter, und ist die Idee im Nachhinein dafür verantwortlich, dass die große Vermögensdifferenz entstanden ist)

    Oder gibt es andere Alternativen, um Kapital aus einer klassischen KLV in ein renditestärkeres Rentenprodukt umzuwandeln?

    Als Angestellter würde dir ja dann auch das Altersvorsorgedepot zur Verfügung stehen.

    Davon abgesehen: Warum überhaupt ein "Rentenprodukt"? Renditestark und Rentenprodukt beißen sich halt stark. Ein ETF-Depot würde dir sicherlich mehr Rendite bringen als jedes aktuell auf dem Markt befindliche "Rentenprodukt".

    Da das System stark der „Riester-Logik“ folgt, dürfte das „Aufteilen“ möglich sein

    Das vermute ich auch stark. Hat dann aber etwas Papierkram zur Folge. Es bekommt dasjenige Elternteil die Kinderzulage, welches kindergeldberechtigt ist. Wenn das aktuell die Mutter für beide Kinder ist, muss bei der Familienkasse gemeinsam der Antrag gestellt werden, dass der Vater für eins der Kinder der Kindergeldberichtigte ist.

    Und die Kinderzulage wechselt dann effektiv mit ziemlichem zeitlichem Nachlauf. In meinem Fall haben wir den Kindergeldbezug zum März 2021 geändert. Die Kinderzulage wurde meinem Riestervertrag dann jedoch zum ersten Mal im Jahr 2023 (für 2022) gutgeschrieben. Hat den Hintergrund, dass ein Anspruch auf Riester-Kinderzulage besteht, wenn im Kalenderjahr mindestens einen Monat Kindergeld bezogen wurde. Volle Höhe, kein anteiliger Bezug. Im Beispiel bekam die Mutter noch die Zulage für das Jahr 2021 und der Vater dann erstmalig für das Jahr 2022.

    Man kann auch die Steuerlast wieder senken wenn man denn Beiträge in die Gesetzliche Rente einzahlt. So würde theoretisch die 30% Auszahlung „Steuerneutral“in die Gesetzliche Rente überführt.

    Die Idee hat was! Daher hab ich mich da (im Wesentlichen für mich selbst) mal etwas tiefer reingegraben.

    Mal angenommen, das Ganze funktioniert steuerneutral : dann wäre das doch erstmal nur ein Tausch von einer lebenslangen Rente (Riester) hin zu einer anderen (GRV)?

    Und wenn dem so ist, müsste man dann nicht die Rentenfaktoren vergleichen?

    Bei Riester hat er den Rentenfaktor 51, bei GRV wäre er aktuell in etwa bei 44 (Kosten für einen Rentenpunkt 9.670 € / monatliche Rente pro Rentenpunkt ab 01.07.2026: 42,52 €. Wenn ich bei GRV eine jährliche Steigerung von 2% unterstelle, wäre der "Break even" nach 16 Jahren Rentenbezug erreicht. Knapp vor dem Riester Break even von 16,3 Jahren (hier gehe ich davon aus, dass es keine Rentensteigerung gibt).

    Nach 16 Jahren Bezugszeit würde dann die GRV "gewinnen", weil hier weiter eine Steigerung angenommen werden kann und bei Riester sicherlich nicht. Der Gewinn dürfte sich aber im Cent-Bereich abspielen, da er sich von den 30% Teilauszahlung (ca. 12.700 €) nur eine monatliche Anfangsrente von 55,84 € kaufen kann.

    Eventuell ergibt sich noch ein kleiner Vorteil für die GRV im einstelligen Euro-Bereich durch die unterschiedliche Versteuerung bei Rentenbezug (GRV ab 2027 zu 84,5% steuerpflichtig, Riester zu 100%).

    Aus Sicht der Beiträge zur KV/PV gewinnt dann wieder die Riester-Rente (sv-frei) gegenüber der GRV (beitragspflicht).

    Ich vermute mal stark, bei der Gesamtwürdigung (Höhe der Brutto-Renten, Versteuerung, SV-Beiträge) ist der Bezug der 12.700 € als Riester-Rente vorteilhafter.

    Gerne reingrätschen!

    Bei reinen Fondsriestern wird in der Regel kein Rentenfaktor angeben.

    Da wird dann bei Renteneintritt eine Versicherung vom Fondsanbieter für das Langlebigkeitsrisiko ab 85 Jahren abgeschlossen. Da werden dann je nach Anbieter zwischen 20-30% des angesparten Kapitals in diese Versicherung überführt. Aus dem Rest wird ein Auszahlplan zusammengestrickt der für den Kunden meistens doof ist.
    Die Rentenfaktoren werden dann zum Rentenbeginn festgelegt und weit über 30 findet man da selten.

    Da hat deinen Freund einen „guten“ Vertrag erwischt wenn denn in kostengünstigen und renditestarken Produkten investiert wurde.

    Verstanden. Danke.

    Ja, mein Freund musste sich gerade korrigieren. Er hat keinen Fondsriester, sondern eine fondsgebundene Riester-Versicherung.

    "guter" Vertrag?: er ist ganz zufrieden.

    Summe Eigenbeiträge: 37.940 €

    Summe Zulagen: 4.000 €

    gebildetes Kapital: 82.700 € (Stand 31.12.2025)

    Plus 10.900 € Steuerermäßigungen

    Förderquote nach Anbieterkosten von 33%

    Rentenfaktor nahe 50 (ab dem Alter von 66) und Rentengarantiezeit von 10 Jahren.

    Tatsächlich wurden in den ersten 5 Jahren mehr als 60% der Beiträge ins Fondskapital gesteckt. Und es wurde einfach stringent über die ganze Vertragslaufzeit (egal ob Börsen-Boom oder Crash) eine abnehmendes Verhältnis von Zuführung Fondsvermögen zu Zuführung Garantiekapital eingehalten. Kein cash lock Effekt.

    Ich konnte herausfinden, dass es jedes Jahr 3,25% Garantiezins auf die Einzahlungen und staatl. Zulagen

    Vorsicht mit dieser Aussage. Das wird leider oft missverstanden. Der „Garantiezins“ ist tatsächlich ein Rechnungszins (auch Höchstrechnungszins genannt). Der "Garantiezins" gilt nur für den Sparanteil deiner Beiträge und wird nach Abzug von Kosten (Abschluss-, Verwaltungs-, Vertriebskosten) angewendet. Er wird versicherungsmathematisch zur Berechnung der garantierten Leistung verwendet (z. B. der späteren Rente).

    Deshalb ist er ein Rechnungszins, kein „echter“ Kontozins wie bei einem Sparkonto.

    Aber man kann den Zusammenhang herstellen: hoher "Garantiezins" --> hoher Rentenfaktor

    Ja, klingt gut.

    Der Rentenfaktor ist ziemlich hoch (aber für das Alter des Vertrages plausibel). Nach 16,3 Jahren hättest du, rein nominal, das Kapital ausgezahlt bekommen.

    Wenn du älter wirst, also die Rente länger als 16,3 Jahre beziehst, machst du sozusagen "Gewinn".

    PS: beitragsfrei stellen kannst du es ja trotzdem sofort

    PPS: was würde aus deiner Sicht noch dafür sprechen, den Vertrag ins Altersvorsorgedepot zu überführen? Der Auszahlplan bis 85 Jahre? Ich überlege nur, dass du bestimmt jünger als 69 Jahre bist, richtig? Dann wäre meiner Ansicht nach die lebenslange Rente mit dem Rentenfaktor 51 besser. Wie gesagt, du hättest nach 16,3 Jahren dein Kapital ausgezahlt bekommen, also vor dem 85 Lebensjahr. Und würdest lebenslang die Rente bekommen. Was ich noch nicht weiß, ist, wie die Regelungen beim Auszahlplan sind, falls der Bezieher dann vor dem 85. Lebensjahr verstirbt. Aber ich vermute stark, dann geht der Rest des Kapitals an seine Erben.

    Angebot einholen, aber noch warten mit der Umsetzung. Und zwar warten auf die Regelungen zur Überführung von Riester-Verträgen ins Altersvorsorgedepot. Im Altersvorsorgedepot soll es neben der Option lebenslange Rente (bei Riester Pflicht und ein ordentlicher Renditekiller) auch den Auszahlplan bis zum Alter von 85 Jahren geben. Heißt dein angespartes Kapital wird dir komplett ausbezahlt. So zumindest der jetzige Stand der Diskussion.

    So alte Verträge haben manchmal recht gute, also noch sehr hohe, Rentenfaktoren. Das wäre ein wichtiger Parameter zur Beurteilung. Und vielleicht findest du noch Informationen, wie "hart" dieser Rentenfaktor ist und wie der sich ggf. über die Vertragslaufzeit verändert hat.

    Ja, nur anhand dieser Zahlen lässt sich schlecht eine Urteil fällen.

    Tomarcy hat es ja schon gesagt: Aktuell befindet sich das "Altersvorsorgedepot" im Gesetzgebungsverfahren. Warte mal ab, was sich da tut und halt dich auf dem Laufenden. Finanztip informiert dazu auch umfangreich. Ggf. kannst du den alten Riestervertrag ins AV-Depot überführen.

    Bis dahin die Zeit nutzen, um mal Inventur beim Riester zu machen. Dann vielleicht mit aktuellen Zahlen zum 31.12.2025. Summe der Eigenbeiträge über die ganze Vertragslaufzeit ermitteln oder erfragen. Also wieviel eigenes Geld steckt da in Summe drin?

    Und parallel bei der Zulagenstelle abfragen, wie hoch die Summe der staatlichen Zulagen und die Steuerermäßigung des Vertrages ist.

    ZfA-Riester | Anfrage auf Auskunft zu vorhandenen Zulagen und Steuerermäßigungen

    Die Infos sind wichtig, um beurteilen zu können, wie groß bei der Variante "Kündigung" die Rückzahlung der Förderung wäre und wieviel Euro du damit auf die Hand bekommst.

    Und wie hoch der Rentenfaktor ist, wäre auch noch gut zu wissen, für die Beurteilung der "Qualität" des Vertrages.

    Könnt ihr mir bitte helfen?

    Hallo gago , ich hab mich mal dran versucht. Deine Berechnungslogik der Steuer war schon richtig. Die Basis, der zu versteuernde Jahresbetrag war etwas zu ungenau.

    Mein Versuch liegt beim zu versteuernden Jahresbetrag allerdings immer noch um 5,55 € daneben. Und damit bei der Summe Einkommensteuer und Soli um 2,24 €. Vielleicht reicht das ja für deine Zwecke?

    Oder ein anderer Forist findet den Fehler.

    Hallo FI-Newbie ,

    ich bin etwas überfragt von deinen Fragen und kann dir wohl nicht in der Weise helfen, die du dir vorstellst.

    Aber: ich würde dir empfehlen, es am Anfang nicht zu verkopfen und zu kompliziert zu machen.

    Konkret: ein ETF reicht, auf den MSCI ACWI oder FTSE All World. Und wie genau und ob überhaupt eine 3x10 oder 5x8 Strategie für dich sinnvoll ist, kannst du nach etwa 7,9 Jahren für dich immer noch entscheiden. Da hast du genug Zeit, Erfahrungen zu sammeln und (dich) zu beobachten, wie gut du im "Stillsitzen" bist. Ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Bei den meisten kommt der Optimierungswahn/Spieltrieb immer mal wieder hervor.