Wie legt ihr Gelder an, die nicht in den Aktienmarkt sollen, aber auch nicht kurzfristig benötigt werden?
Was ich kurzfristig benötigen könnte (was auch immer kurzfristig bedeutet) liegt im Geldmarkt. Egal ob auf einem TG-Konto, dem verzinsten Konto meines Brokers oder in Geldmarkt-ETFs.
Da von Dir genannt gibt es noch eine PRV und ein paar BAVs, die jeweils mit einem Zieltermin und einem zu diesem Zeitpunkt definierten Mindestbetrag ausgezahlt werden. Zumindest die PRV ist aber nicht mit Festgeld vergleichbar, diese kann ich bei Bedarf übermorgen auflösen.
aber wenn ich heute 30T EUR parken will, weil ich in 5 Jahren ein Auto davon kaufen möchte,
Dann gibt es bei mir zwei Alternativen:
Tagesgeld, weil ich exakt weiss, dass ich in (max.) 5 Jahren kaufen MUSS und lieber den Kaufkraftverlust wie den möglichen Gewinn im Aktienmarkt habe. Sowas gilt für mich aber nur, wenn ich z.B. in 5 Jahren meinen Immo-Kredit abzahlen müsste oder ich mit einem Defekt des derzeitigen PKW in 0-5 Jahren rechne.
Oder ich werfe das Geld in den Aktien-ETF, hoffe auf eine Rendite oberhalb der Inflation und verschiebe zur Not den gewünschten PKW-Kauf in 5 Jahren, wenn mir der gefallenen Markt den PKW zu teuer macht und ich den Gewinn nicht früh genug abgeschöpft habe.
Da mein aktueller PKW eher noch 10 Jahre halten soll/wird und mir derzeit auch die Vollkasko den Wiederbeschaffungswert zahlt, landet das dazu zu sparende Geld im Aktien-ETF. Ich habe auch heute das Kapital für mein zukünftiges Auto nicht reserviert. Das kommt erst ein Paar Jahre vor den geplanten Kauf (oder auch nicht, wenn das Geld bis dahin im Aktien-ETF mehr wie genug Überrendite zum TG erzielt haben sollte).
Ich könnte dann im Ernsfall das Auto nicht kaufen, oder?
Dann ist es für mich kein "wollen" in 5 Jahren sondern ein "müssen". Und zwar zum heute schon definierten Preis. Aber ja, wenn das Auto dann 30k€ kostet und Du nur noch 20k€ hast, dann gibt das mit dem Auto nichts.
Steigt der Preis aber schon nur über die Nettozinsen Deiner Anlage., ist es das Selbe. Dort aber garantiert und ohne die Chance, dass die Anlage eine Überrendite erwirtschaften könnte.
Selbst SC bietet 2,5% dauerhaft an...
Ich habe dort keinen dauerhafte Zins-Zusage, sondern nur die Hoffnung, dass sie längerfristig über dem EZB Zins zahlen werden.
Wo siehst Du seine Stärken gegenüber einem anderen Anleihen-ETF?
Dazu müsste man sich die Fact Sheets genau durchlesen. Ich würde hoffen (nur auf Basis der Videos von/mit Andreas Beck, Folgendes ist also reine Spekulation), dass der Fonds sich die Anleihen nicht nur passend aussucht sondern auch aktiv entscheidet, ob er diese zum gegebenen Zeitpunkt veräußert (wie es ein dummer, sorry passiver Anleihen ETF tun muss) oder ob es für die Rendite aktuell besser ist, die Anleihen ggf. bis zum Laufzeitende zu halten.
Ich habe weder Anleihen ETFs noch den Fixed Income One. Anleihen ETFs abseits von Ultra-Short Bonds oder Geldmarkt-ETFs kommen für mich nicht in Frage, da ich die Logik dahinter nicht vertrete. Da werden die Anleihen stur bei zu kurzer Restlaufzeit veräußert, egal, ob das positiv oder negativ für die Rendite des ETFs ist.
Wenn ich etwas mit Anleihen machen wollte, dann entweder über Laufzeit ETFs, den Fixed Income One (nach intensiver Prüfung des Vorgehens) oder ggf. derzeit über einzelne Staatsanleihen, bei denen man ggf. das Zinsänderungsrisiko ausnutzen kann, wenn man sich sicher ist, dass man sie bis zum Laufzeitende behält.
Z.B. haben gewisse BRD Anleihen (mit 0% Zins) derzeit einen Kurs von 74% des Nennwertes. Damit kann man sich ausrechnen, welcher Zins sich bis zum Laufzeitende ergibt. Festgeld mag aktuell mehr bringen, es ist halt fest. Benötige ich zwingend vor Laufzeitende einen neuen PKW, dann kaufe ich den auch für 20k€ anstatt noch ein paar Jahre ohne PKW zu leben.
Die dritte Alternative wäre der erwähnte LifeStrategy ETF, aber erst, wenn ich keine Lust mehr auf anderes habe und damit hoffe, den Kursverlauf meines Depots während der späten Entnahme etwas zu glätten ohne ganz auf die Rendite von Aktien zu verzichten.