- Sind die oben genannten Bedingungen einigermaßen akzeptabel bzw. was man eben von einem Zeitwertkonto erwarten kann? Oder komplett unterirdisch?
Ist das Finanzielle überhaupt Dein Hauptpunkt?
Denn nein, ich finde die Kosten extrem hoch: 0,82% Verwaltungskosten und 1% Verzinsung heißt für mich, dass Du quasi auf 0 heraus kommst. Mit den 2,2% Beitragsbezigenen Kosten bist Du damit extrem lange (eigentlich lebenslang) im Minus.
Denn zu bedenken ist: Du zahlst heute den Gegenwet deines Stundensatzes ein, musst zur Freistellung aber den Gegenwert Deines dann gültigen Stundnesatzes entnahmen.
Seit ihr nicht tarifgebunden und der AG zahlt darüber ggf. einen Tarifzuschuss?
- Wieviel würdet ihr einzahlen? Nur Überstunden oder auch vom Brutto?
Bei mir waren die Bedingungne besser, daher bin ich jetzt 7 Jahre auf Basis des Zeitwertkontos meines AG freigestellt (unter Weiterzahlung aller Sozailbeiträge). Je nach politischem Entschluss gehe ich direkt anschließend mit 63 in Rente oder nahc 1 bis 1,5 Jahren (und möglichst langer ALG1 Zeit).
Es stellen sich aber mit 45 für mich einge Fragen:
- was möchtest Du mit dem Geld machen (z.B. zusätzlichen Urlaub, Teilzeitarbeit mit Vollzeitgehalt, Freistellung vor Rente)
- wie sicher ist Dein Job, der AG im Allgemeinen und Dein Wunsch, bei diesem AG bis zur Auszahlung des Kontos zu bleiben?
Zudem sind die Kosten sehr hoch. Da kannst du dein Geld lieber in die hier immer wieder empfohlenen ETFs stecken.
Hängt sehr stark von der Nutzung ab und was einem Freizeit wert ist.
Während der Freistellung muss der AG die Sozialbeiträge weiter zahlen (man selber auch) und er sollte auch den Gegenwert der Urlaubs zahlen.
Länger wie einen Monat Freiustellung ohne Lohnfortzahlung führt dazu, dass man selber die KV Beiträge (vollständig) aufbringen muss und dazu keine Rentenbeiträge und keine AV Beiträge mehr zahlt.
Warum sollte man so etwas tun?
Ich habe das liebend gerne (wenn auch mit geringeren Kosten bzw. mehr AG-Zuschuss) getan. Ich hätte von dem selben Geld niemals privat 7 Jahre Vollfreisgtellung inkl. Sozailbeiträgen zahlen können, außer ich hätte über die Einzahlungszeit (also nicht nur die 6 Jahre, in denen ich recht viel eingezahlt habe) 20% p.A. im ETF erhalten.
Es hängt halt davon ab, wie wichtig das Geld sonst für den Lebensunterhalt ist, was man mit der Zeit machen möchte (mit oder ohne Familie/Partner) usw.
Die Problematik bei solchen Konten ist
Das ist zumindest noch mathemtisch irgendwie ausrechenbar. Für mich ist das Problem viel eher, dass es zunächst an den AG gebunden ist. Ob das Geld an die DRV übertragbar ist, wenn der AG in die Insolvenz geht, einem betriebsbedingt kündigen möchte oder man selber den AG wechseln möchte, wäre für mich vorab ebenfalls zu klären.
Sonst tritt in einem solchen Fall der "Störfall" ein und das angepsarte Geld ist umgehend voll zu versteuern und zu verbeitragen (wer PKV ist, hat da einen Vorteil).
Aber das kann man evtl auch relativ kurz vor dem Ausscheiden durch hohe Einmalzahlungen regeln, da müsstest du in deine Bedingungen reinschauen, was da möglich ist.
Was sich (a) auf das eigene Netto auswirkt, (b) auf den möglichen Entnahmebetrag (die genannten 70-130% der letzten 12 Monate vor Freistellung) und (c) ggf. auch zu seltsamen Reaktionen im Betrieb führen soll (hatten wir hier im Forum jedenfalls schon, ist mir allerdings schleierhaft, wie das gehen soll).
Klar, wenn es nur um ein paar Monate Freistellung vor Rente geht, dann sieht es ggf. anders aus. Bei mehreren Jahren sollte der AG hoffentlich die Urlaubstage bei der Auszahlung mit einrechnen. Trotzdem bekommt man den Betrag nur dann innerhalb voin 1-2 Jahren eingezahlt, wenn man (problemlols) von 50-70% des bisherigen Bruttos leben kann/will.