Zwangsvollstreckung gegen Arbeitgeber

  • Hallo und guten Tag an Alle,

    Am 1. DEZ 25 bin ich nach 20 Jahren vertrauensvollster, enger Zusammenarbeit mit dem Firmeninhaber zuerst fristlos und nach dem Vergleich vor dem Arbeitsgericht "aus betrieblichen Gründen " mit Abfindung gekündigt und bis zum 30.06.26 freigestellt worden.

    Die Verhandlung/der Vergleich wurde am 26.03.26 geschlossen und bis heute habe ich kein Geld (Gehalt von Dez - Mrz, ab nächste Woche April) erhalten.

    Der Firma (eine e.K.) wurde eine Frist gesetzt, die sie hat verstreichen lassen.

    Mein RA hat nun die Zangsvollstreckung veranlasst....mir aber auch schon angekündigt, dass das nun ne ganze Weile dauern kann...... :(

    Für die Abfindung haben wir eine Ratenzahlung über 4 Monate ab Juli vereinbart (fällig zum 15. des Monats, bei Verspätung wird die Gesamtsumme sofort fällig) und ich befürchte jetzt, dass bei jeder Fälligkeit eine solche Prozedur vom Schuldner losgetreten wird.


    Gibt es noch andere Wege, wie ich als Gläubiger gegenüber dem Schuldner Druck aufbauen kann?!

    Ich hab für das Verhalten vom Schuldner (meinem Arbeitgeber, für den ich ALLES getan habe, mir hätte wohl den linken Arm abhacken lassen) überhaupt kein Verständnis!!! Warum macht man das???

    Meine Fragen

    *Wie lange kann so ein Zwangsvollstreckung dauern?

    *Gibt es noch andere Möglichkeiten um Druck zu mache?

    * Gibt es noch einen "schlechtesten Fall" mit dem ich rechnen sollte?

    Vielen Dank im Voraus

    lg babi

    Vielen Dank

  • Kater.Ka 27. April 2026 um 17:51

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ist der Arbeitgeber überhaupt zahlungsfähig ?


    Sprich mal den Anwalt an, ob da mehr Druck geht.

    Auch du kannst einen

    Insolvenzantrag stellen als Drohung.. (wissen viele nicht, dass das geht). Da müsste man wahrscheinlich Gerichtskosten vorschießen. Die Drohung ist da schon fast besser als die Ausführung.
    Dann ggf. Strafanzeige (bei Vorenthalten von Lohn/Abgaben)

    Und die Forderung wächst durch Zinsen auch noch..

    Wenn die Firma pleite ist, ans Insolvenzgeld denken.

  • Da es sich offenbar um einen gerichtlich protokollierten Vergleich handelt, würde ich mich an Deiner Stelle entspannt zurücklehnen und Deinen Anwalt bzw. die Justiz in aller Ruhe ihren Job machen lassen.

    Hat doch bisher auch prima geklappt nach Deiner Schilderung.

    Für jeden Tag des weiteren Verzugs wird Dein Ex-Arbeitgeber Dir ggf. noch Zinsen zahlen. Dein Anwalt und das Gericht werden auch diese ausrechnen und ggf. eintreiben (lassen).

    Alles, was Du selbst überlegst oder machst (“zusätzlicher Druck”), kann Dir höchstens schaden und Ärger einbringen.

    Vertraue dem Rechtsstaat. Bisher bist Du gut damit gefahren.

  • Na ja, das finde ich schöngeredet. Erst die unerwartete Kündigung, am Ende keine Zahlung. Könnte doch sein, dass man das Geld zum realen Leben benötigt.

    Für die fristlose Kündigung ist nicht das Gericht verantwortlich.

    Das Gericht hat vielmehr den Vergleich protokolliert, mit dem der freigestellte TE noch 6 Monatsgehälter sowie zusätzlich eine Abfindung erhält.

    Dieser Vergleich kann jetzt vollstreckt werden, falls der Arbeitgeber nicht freiwillig zahlen sollte.

    An welcher Stelle ist der TE mit dem Rechtsweg bisher nicht gut gefahren?

    Was schlägst Du stattdessen vor?

  • An welcher Stelle ist der TE mit dem Rechtsweg bisher nicht gut gefahren?

    Was schlägst Du stattdessen vor?

    Ich bezog mich auf die Gesamtbewertung der Situation. Statt paar Zinsen hätte ich lieber das Problem schnellstens vom Tisch. Keine Ahnung, ob im schlimmsten Fall einer Insolvenz der TE ohne alles dasteht.

  • Na ja, das finde ich schöngeredet.

    Das finde ich in diesem Fall nicht. Offensichtlich kennt der Anwalt das Vorgehen und auch das Arbeitsgericht war m.M.n. schnell.

    Daher würde ich wohl meinem Anwalt vertrauen anstatt ihm selber Vorschläge zu machen, wie er die Zahlungen herbeiführen kann.

    Gibt es noch einen "schlechtesten Fall" mit dem ich rechnen sollte?

    Womit Du rechnen solltest, weiss ich nicht. Vermutlich damit, dass Du noch länger auf Dein Geld warten musst.

    Nur Du kennst den Grund für die betriebsbedingte Kündigung. Ob der Grund nur vorgeschoben war, ob ggf. eine Insolvenz droht (mit oder ohne Privatinsolvenz des ehemaligen Arbeitgebers) oder ob der Laden gar an einen (durch die deutsche Justiz nicht greifbaren) Investor "übergeben" werden könnte, weiss hier vermutlich niemand.

    Erst die unerwartete Kündigung

    Von der wir hier nur eine Beschreibung kennen, da für die Frage auch nicht wirklich relevant.

  • Vielen Dank für Eure Antworten.

    Wahrscheinlich ist es tatsächlich so, dass ich jetzt Geduld haben sollte.... 2 Monate halte ich noch durch, dann bekomme ich zumindest Arbeitslosengeld....

    Was ich befürchte?? Die Firma ist eine e.K. und der Sohn ist vor ein paar Jahren (28 J) mit eingestiegen und soll jetzt mehr oder weniger die Firma leiten. Er ist auch der Grund für meine "Kündigung" und er hätte/wäre viel lieber eine GmbH. Selbst wenn eine Umwandlung relativ schnell möglich ist, nimmt die e.K. ja wohl die (meine) finanziellen Verpflichtungen mit...(?)

    Lg

  • Hallo Zusammen,

    Arbeitgeber hat jetzt am 30.04. die ersten Zahlungen Gehalt Dez - April überwiesen, allerdings zuwenig :(

    Also geht das "Spiel" in die nächste Runde. Ziemlich blöd finde ich das..... Mal sehen wie das tatsächlich endet.

    Ich denke damit ist das Thema beendet und mein Post (?) kann geschlossen werden.

    Vielen Dank und an euch alle die besten Wünsche.

    Lg 🙋🏼‍♀️

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