Gut, wenn aber die großen Drei da sind ist die Option zu wechseln dadurch ja reduziert. Ich glaube, das meint er. Diese Pools haben durch die Bereitstellung von Hardware allein schon ein zentrale Macht.
Du hast es leider noch nicht verstanden
– Nochmal: Mining-Farmen ≠ Mining-Pools.
Man besitzt gar nichts. Letztlich ist es die Wette darauf, dass es jemanden gibt, der dir deine Anteile an Nichts teurer abkaufen. Das wird dort auch erwähnt. Das ist nicht wie bei Aktien, wo du Firmenanteile erwirbst, oder wie bei Gold, wo du immerhin einen Klumpen Edelmetall in der Hand hast. Bitcoin besteht nur aus der Summe der Einzahlungen. Was einer mehr hätte, muss ein anderer abgeben. Ein Nullsummen-Spiel.
Du bleibst beim gleichen Denkfehler stehen: Bitcoin wird von dir weiterhin mit Ansprüchen oder Sachwerten verglichen, obwohl er eine eigene Kategorie darstellt. Zu sagen „man besitzt gar nichts“, ist nur dann richtig, wenn Besitz zwingend an einen physischen Gegenstand oder an eine Forderung gegen einen Dritten gebunden ist. Genau diese Annahme ist bei Bitcoin falsch.
Bei Bitcoin besitzt man keinen Anteil an einem Unternehmen und keinen Anspruch gegen jemanden – aber man besitzt sehr wohl einen exklusiven Zugriff auf einen eindeutig definierten, weltweit anerkannten Eintrag in einem unveränderlichen Register. Dieser Zugriff ist durch kryptografische Schlüssel abgesichert und kann nicht verwässert, enteignet oder beliebig vermehrt werden. Das ist kein „Nichts“, sondern digitales Eigentum mit klaren Regeln. Dass man es nicht anfassen kann, macht es nicht wertlos – genauso wenig wie Buchgeld, das niemand physisch in der Hand hält.
Die Behauptung, Bitcoin bestehe „nur aus der Summe der Einzahlungen“, ist ebenfalls unzutreffend. Bitcoin ist kein Umlagesystem und kein Versprechen, zukünftige Einzahler auszuzahlen. Sein Wert entsteht nicht dadurch, dass jemand anderes „abgeben muss“, sondern dadurch, dass immer mehr Menschen Bitcoin als Geld- und Wertspeicher akzeptieren, weil er Eigenschaften besitzt, die vorher kein System zuverlässig vereint hat: absolute Knappheit, Zensurresistenz, globale Übertragbarkeit und Eigentum ohne Gegenpartei. Das ist ein Adoptionsprozess, kein Verteilungsspiel.
Das Nullsummen-Argument greift nur dann, wenn man Bitcoin isoliert betrachtet und ihm jeden eigenen Nutzen abspricht. Sobald ein Gut aber realen Nutzen hat, ist Wertschöpfung möglich. Gold ist historisch nicht wertvoll geworden, weil jemand anderes Verlust gemacht hat, sondern weil Menschen es als Geld akzeptiert haben. Genauso verhält es sich bei Bitcoin. Frühe Teilnehmer profitieren nicht, weil andere „beraubt“ werden, sondern weil das Netzwerk wächst – wie bei jeder neuen monetären oder technologischen Infrastruktur.
Der Vergleich mit Aktien führt ebenfalls in die Irre. Aktien sind produktive Vermögenswerte mit Cashflows, Bitcoin ist Geld. Geld hat keinen inneren Ertrag, sondern einen monetären Nutzen. Niemand sagt, der Euro oder der Dollar sei ein Nullsummenspiel, nur weil man keine Dividende erhält. Bitcoin wird hier mit Maßstäben bewertet, die für Geld schlicht nicht passen.
Bitcoin ist keine Wette auf „Nichts“, sondern eine Wette darauf, dass feste Regeln, Knappheit und Eigentum ohne Gegenpartei langfristig wertvoller sind als versprochene Ansprüche. Wer Bitcoin für ein Nullsummenspiel hält, verneint nicht nur Bitcoin – sondern im Kern jede Form von Geld, die nicht durch eine Schuld gedeckt ist. Genau darin liegt der kategoriale Fehler.
Im Übrigen hat der Professor eingangs betont, keine Kryptos zu halten, um unabhängig lehren zu können. Ist die Unabhängigkeit bei dir gegeben?
Er wird von XRP finanziert und hat lange bei der Bundesbank gearbeitet. Bitcoin ist ein Angriff auf solche Strukturen, ist doch logisch, dass er sich kritisch positioniert.