Roman Reher, Bitcoin-Prediger - ich bin jedes mal entsetzt von seinen Aussagen.

  • Beim Blick auf die Steuer- und Abgabenbelastung hierzulande im internationalen Vergleich, die Unternehmensbesteuerung hierzulande im internationalen Vergleich, die wirtschaftliche Freiheit hierzulande im internationalen Vergleich, die Wettbewerbsfähigkeit hierzulande im internationalen Vergleich etc. pp. - bis hin zur Staatsquote - siehst Du da noch Luft für noch mehr Umverteilung ... ?

    (Stichwort: Standortbedingungen - siehe beispielsweise die Rekord-Nettokapitalabflüsse aus Deutschland in dreistelliger Milliardenhöhe der letzten Zeit per annum).

    Diese Deine Frage, Anmerkungen und eine Vielzahl von Schlagworten sind aus meiner Sicht nicht für diesen Thread geeignet, indem es um das öffentliche Auftreten von Roman Reher geht.

    Ich möchte trotzdem ganz kurz ein paar Gedanken einwerfen und es dann damit auch belassen:

    Umverteilung dient keinem Selbstzweck. Sie sollte dort stattfinden wo sie langfristig Wachstum und Systemstabilität fördert. Es ist also eine Frage der Struktur und der volkswirtschaftlichen Wirkung. Daher halte ich pauschale Kürzungen oder Ausweitungen für nicht zielführend. Umverteilung sollte z.B. Humankapital fördern, die Erwerbsbeteiligung, Produktivität und die Mobilität erhöhen.

    Das Thema Unternehmensbesteuerung ist wieder ein separates Feld. Diese ist effektiv oft niedriger als die Nominalwerte aussagen. Mit diesen Steuern wiederum könnte der Staat die im Absatz der Umverteilung aufgeführten Themen ermöglichen.

    Die Steuer- und Abgabenlast im Allgemeinen zeigt warum kluge Umverteilung wichtig ist. Du hast vollkommen Recht, dass sie in Deutschland extrem lohnlastig ist und dafür bei Kapital, Erbschaft und Vermögensbesteuerung verzichtet wird. Wobei aus meiner Sicht die Einkommenssteuer tatsächlich ein sehr gutes Instrument ist, da starke Schultern sichtbar mehr tragen.

    Die Staatsquote sagt nur, wie hoch der Anteil des Staates am BIP ist. Sie sagt aber eben nicht wofür diese Ausgaben verwendet werden. Sie kann also als alleiniges Argument nicht als Beleg für einen ineffizienten Sozialstaat angeführt werden.

    Netto-Kapitalabflüsse: Kapital fließt in Deutschland ab, da wir eine Nation der Sparer und Exporteure sind. Unsere Leistungsbilanzüberschüsse werden dann in Form von Altersvorsorgeprodukte, Versicherungen oder durch andere institutionelle Anleger weltweit diversifiziert (siehe die Finanztip-Lehre) angelegt. Gleichzeitig Hast Du Recht in dem Punkt, dass inländische Investitionen gern höher sein könnten. Hier spielen dann Punkte wie Bürokratie, Energiepreise, Regulierung eine entscheidende Rolle.

  • Diese Deine Frage, Anmerkungen und eine Vielzahl von Schlagworten sind aus meiner Sicht nicht für diesen Thread geeignet, indem es um das öffentliche Auftreten von Roman Reher geht.

    Zum einen: Das sind nach meinen Dafürhalten keine "Schlagworte" - sondern vielmehr entscheidende Stichworte.

    Zum anderen: Zu dem öffentlichen Auftritt von Herrn Reher hatte ich mich gar nicht geäußert, denn siehe schon hier Nr. 37

    Der besagte Herr (Reher ?) ist mir unbekannt.

    Geäußert hatte ich mich dagegen (siehe schon Nr. 38) zum Thema Bitcoin (Strangtitel: "Roman Reher Bitcoin Prediger" ...) im Kontext mit der "Vermögenspreisinflation" und dem sogenannten "Cantillon-Effekt".


    Es ist aus meiner Sicht kein Zufall, daß Bitcoin (als Konstrukt bzw. Vehikel) im zeitlichen Zusammenhang mit der Weltfinanzkrise (2008) die Bühne betrat und im weiteren Verlauf - Eurokrise (2010 ff) sowie einer Ära einer ultra-expansiven Geldpolitik (2010 -2022) - sein Kursfeuerwerk (wenn auch unter starken Schwankungen) erfuhr. Wenn beispielsweise ein Bundeskanzler (in dem Fall eine Bundeskanzlerin) gemeinsam mit dem Bundesfinanzminister am Sonntag im TV auftreten muß, um die Spareinlagen zu garantieren (ein massiver Bank-Run war längst in vollem Gange und gemäß der Bundesbank nur noch ca. max. 10 Tage durchhaltbar, bevor die ersten Banken kein Bargeld mehr ausreichen können ...) oder ein Präsident (Draghi) einer Notenbank (EZB) einige Zeit später (2012) die Währung retten muß ("Whatever it takes"), dann dürften auch schlichten Gemüter ernsthafte Bedenken und Zweifel an unserem Geldsystem im Allgemeinen (Fiat Money System) und dem Experiment Einheitswährung (Euro) im Speziellen ereilen.

    Dazu kommt erschwerend, daß im Rahmen der orchestrierten und langjährigen Finanzrepression mit weit ins Negative verschobenen Realzinsen (2010-2022) - schließlich war sogar schon der Nominalzins negativ ... - ein signifikanter Anlagenotstand die Folge war und viele Protagonisten auf die Suche nach Alternativen (Surrogaten) gingen. BTC kann von so manchen jedenfalls als eine solche angesehen werden - Gold und Tangible Assets beispielsweise ebenso.

    Nach der in so gut wie allen mir bekannten Lehrbüchern (samt Website und Aussagen der Deutschen Bundesbank) noch immer vertretenen Beschreibung definiert sich Geld (bzw. eine anerkannte Währung) über die drei Geldfunktionen: Als Tauschmittel (Zahlungsfunktion), als Wertmaßstab (Funktion als Recheneinheit) und - last but not least - als Wertaufbewahrungsmittel (Funktion als Schatzcharakter).

    Eventuell oder wahrscheinlich scheint das aber (Funktion Wertaufbewahrungsmittel) nicht mehr zu gelten und/oder von der Obrigkeit als Münzherr nicht mehr gewünscht zu sein ...


    In dem Kontext:

    Umverteilung dient keinem Selbstzweck.

    Bin zwar Finanz-Laie habe aber einige erfolgreich abgeschlossene Studiengänge hinter mich gebracht (Jura, VWL, BWL) und über 35 Jahre am Erwerbsleben teilgenommen (die kürzere Zeit als Angestellter, die längere Zeit als Selbständiger). Von daher sind jedenfalls rudimentäre Kenntnisse meinerseits vorhanden - wie etwa auch Deine obige Aussage betreffend.

    Zu den Basics gehört aber auch, da eine Sachgesetzlichkeit, daß ein Staat nur umverteilen kann, was zuvor erwirtschaftet wurde. Andernfalls müssen diese Wohltaten über Schulden "finanziert" werden, für die in der Folge dann Zinsen zu zahlen sind. Was die Spielräume des Staates sukzessive weiter einschränken kann. Eine gesunde oder wenigstens halbwegs prosperierende Wirtschaft bildet daher die unverzichtbare Basis gerade für einen Wohlfahrtsstaat mit einem üppig ausgebauten Sozialstaat, wie Deutschland. Für das Setzen der entsprechende Rahmenbedingungen trägt ein solcher Staat (sprich die gewählte Regierung) - im Rahmen einer zielführenden Ordnungspolitik - die Verantwortung.

    Aus meiner Sicht (und nicht nur aus meiner) ist es daher schon lange problematisch, daß Deutschland bereits seit über 10 Jahren beispielsweise kontinuierlich im Ranking der "internationalen Wettbewerbsfähigkeit" von einstigen Top-Platzierung in die Region "unter ferner liefen" inzwischen regelrecht abgestürzt ist. Für meinen Teil würde ich da längst von einer Überdehnung unseres Staates sprechen.

    Die Staatsquote sagt nur, wie hoch der Anteil des Staates am BIP ist. Sie sagt aber eben nicht wofür diese Ausgaben verwendet werden.

    Seit einiger Zeit wächst in Deutschland nur noch der Staat - aber nicht mehr die Wirtschaft. Zudem wurden in den vielen Jahre, in denen sich Rekorde an Steuereinnahmen wie "Perlen auf eine Kette" reihten, oftmals Überschüsse eher in konsumtive statt in investive Bereiche gelenkt.

    Gleichzeitig Hast Du Recht in dem Punkt, dass inländische Investitionen gern höher sein könnten.

    Allerdings.

    Hier spielen dann Punkte wie Bürokratie, Energiepreise, Regulierung eine entscheidende Rolle.

    Längst überbordende, da lähmende Bürokratiedichte - gleiches gilt für die EU-Regulatorik - sind schon sehr lange ein Thema - ohne, daß sich daran etwas geändert hätte ... Mit dem Ukrainekrieg sind dann auch noch sehr hohe Energiepreise (im internationalen Vergleich gesehen) dazugekommen. Zusammen mit den weiteren strukturellen Problemen (wie eine hohe Steuer- und Abgabenbelastung, dem demographischer Wandel und langjährigem Reformstau bei Rente (GRV) und Gesundheit (GKV) - um nur drei weitere Stichworte zu nennen) ergibt das jedenfalls eine sehr ungute Melange.

    Leider wurde die gigantische Neuverschuldung Deutschlands nicht als "conditio sine qua non" mit Reformen (auch strukturellen) verquickt - nun muß leider konstatiert werden, daß die Schulden schon da sind, die Reformen aber (immer noch) fehlen.


    Nach meinen Erfahrungen hängt in dem Bereich "Finanzen" aber auch im Bereich "Wirtschaft" Vieles mit Vielem oder fast Alles mit Allem zusammen. Aus meiner Sicht ist daher weder ein Vehikel wie Bitcoin (samt seiner Kursentwicklung) "vom Himmel gefallen" - noch die jahrelange wirtschaftliche Stagnation in Deutschland (siehe oben).

  • Auch ich teile nicht alle Ansichten vom Blocktrainer, ja es wirkt wirklich teils regligös wie er über manches spricht.

    Jedoch muss man im zu gute halten und das kann niemanden abstreiten.... Es gibt zig Sachen die er schon seit Jahren predigt und allesamt so auch eingetroffen sind.

    Z.B.

    Instiutionelle Adaption --> BTC ETF

    Firmen kaufen BTC

    Staaten und Staatsfonds kaufen BTC


    Klar aktuell läuft Gold/Silber besser aber es gab zuletzt im Jahre 2017 parität von 1 BTC zu 1 OZ .

    BTC hat danach nen 100x hingelegt und Gold lediglich 4x


    Was die Zukunft bringt kann niemand wissen, aber es spricht alles für weitere steigende BTC aus meiner Sicht. Das kann man einfach nicht stoppen es ist unausweichlich. Natürlich gehts nicht nur bergauf aber in paar Jahren wird die Million fallen pro BTC. Das sind lediglich 10x ca. in Dollar gemessen. Aber es wird eine brutale Volaität bis dahin geben da kann man sich fast sicher sein :D


    Wird spannend mal in 10 Jahren auf die jetztigen Beiträge zurückzublicken :)

  • Fand ich noch ne gute Diskussion, hier auch wieder interessant zu sehen, wie der Herr Reher selbst die Darlegung einen Uni Professors zu dem Fachgebiet niederbügelt. Der Mann scheint hoch ideologisiert zu sein:

    Macht Bitcoin uns alle reich? | ARTE Saloon Livetalk
    2010 kostete ein Bitcoin zehn Cent – wer damals eingestiegen ist und gehalten hat, kann nun locker Millionär*In sein! Nach einigem Auf und Ab ist der Bitcoin...
    www.youtube.com
  • er Mann scheint hoch ideologisiert zu sein:

    Bitcoin ist eine Ideologie.


    wie der Herr Reher selbst die Darlegung einen Uni Professors zu dem Fachgebiet niederbügelt.

    In dem Fall meiner Ansicht nach zu Recht. Die Kritik richtet sich gegen die inhaltlichen Annahmen, die er getroffen hat – und die waren hier schlicht falsch. Ein akademischer Grad schützt nicht vor Irrtümern, und Argumente werden nicht dadurch richtig, dass sie von einer Universität kommen.

    Warum du den Professor verteidigst, erschließt sich mir daher nicht. Dr. Co-Pierre Georg ist in der Bitcoin-Debatte mehrfach durch problematische oder unzutreffende Aussagen aufgefallen und wird von vielen nicht als neutraler Analyst wahrgenommen. Hinzu kommt, dass sein Umfeld enge Bezüge zum Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin hat. Die private Hochschule, an der er tätig ist, wird unter anderem durch Spenden aus dem Ripple/XRP-Umfeld unterstützt – einem Altcoin-Projekt, das sich ausdrücklich als Konkurrenz zu Bitcoin positioniert.

    Das ist relevant, weil aus genau diesem Umfeld in der Vergangenheit bereits gezielte Kampagnen gegen Bitcoin finanziert wurden, etwa die „Change the Code“-Kampagne von Greenpeace US. Vor diesem Hintergrund ist Skepsis gegenüber seinen Aussagen nicht ideologisch, sondern rational. Entscheidend sollten am Ende nicht Titel oder Institutionen sein, sondern ob die Argumente sachlich korrekt sind – und das waren sie hier eben nicht (speziell in Bezug auf seine Sichtweise der Mining-Pools).

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Also Gemini spricht auch von drei großen Playern in Bezug auf Serverfarmen:

    In der Branche werden oft diese drei als die „Big Three“ der börsennotierten Mining-Giganten bezeichnet:

    1. Marathon Digital Holdings (MARA): Sie gelten oft als die Nummer 1 nach Marktkapitalisierung und Rechenleistung. Sie haben Standorte über die ganzen USA verteilt und expandieren stark international (z. B. nach Abu Dhabi).
    2. Riot Platforms (ehemals Riot Blockchain): Bekannt für die riesige Anlage in Rockdale, Texas. Riot ist besonders deshalb ein „Major Player“, weil sie die gesamte Infrastruktur (einschließlich der Stromversorgung und Kühlung) oft selbst besitzen und kontrollieren.
    3. CleanSpark: Dieses Unternehmen hat in den letzten zwei Jahren extrem aufgeholt und wird heute meistens in einem Atemzug mit Marathon und Riot genannt. Sie setzen stark auf Effizienz und erneuerbare Energien.

    Wenn man dann weiter nachfragt, kommt das gleiche Argument: Bitcoin ist nicht so dezentral wie allgemein angenommen. Mit den angesprochenen Gefahren.

    Wird dann wohl so sein. Es macht für mich auch Sinn, weil die Zeiten lange vorbei sind, wo man zuhause an seinem PC Bitcoin schirfen konnte. Dahinter steckt heute eine ganze Industrie.

    Viel relevanter fand ich den anderen Herren der immer wieder betonte, dass man mit BItcoin einen Andpruch auch nichts erwirbt. Also wie in dem anderen Video wieder das Null-Summem-Spiel.

    Auch mein Argument wurde erwähnt: Gold bleibt Gold. Wer sagt, dass es in 10 Jahren nicht was besseres als Bitcin gibt.

    So ist es einfach.

  • Also Gemini spricht auch von drei großen Playern in Bezug auf Serverfarmen:

    In der Branche werden oft diese drei als die „Big Three“ der börsennotierten Mining-Giganten bezeichnet:

    1. Marathon Digital Holdings (MARA): Sie gelten oft als die Nummer 1 nach Marktkapitalisierung und Rechenleistung. Sie haben Standorte über die ganzen USA verteilt und expandieren stark international (z. B. nach Abu Dhabi).
    2. Riot Platforms (ehemals Riot Blockchain): Bekannt für die riesige Anlage in Rockdale, Texas. Riot ist besonders deshalb ein „Major Player“, weil sie die gesamte Infrastruktur (einschließlich der Stromversorgung und Kühlung) oft selbst besitzen und kontrollieren.
    3. CleanSpark: Dieses Unternehmen hat in den letzten zwei Jahren extrem aufgeholt und wird heute meistens in einem Atemzug mit Marathon und Riot genannt. Sie setzen stark auf Effizienz und erneuerbare Energien.

    Wenn man dann weiter nachfragt, kommt das gleiche Argument: Bitcoin ist nicht so dezentral wie allgemein angenommen. Mit den angesprochenen Gefahren.

    Wird dann wohl so sein. Es macht für mich auch Sinn, weil die Zeiten lange vorbei sind, wo man zuhause an seinem PC Bitcoin schirfen konnte. Dahinter steckt heute eine ganze Industrie.

    Hier werden zwei Dinge durcheinandergebracht, die man sauber trennen muss: Mining-Farmen ≠ Mining-Pools.

    Unternehmen wie Marathon Digital Holdings, Riot Platforms oder CleanSpark betreiben große Mining-Farmen, also Hardware in industriellem Maßstab. Das sagt jedoch erst einmal nichts über Macht oder Kontrolle im Bitcoin-Netzwerk aus, sondern nur darüber, dass Mining heute professionalisiert ist.

    Ein Mining-Pool ist keine zentrale Instanz, die Entscheidungen trifft, sondern ein reiner Koordinationsmechanismus. Der einzige Zweck eines Pools besteht darin, die Rechenleistung vieler einzelner Miner zu bündeln und die Arbeit sinnvoll aufzuteilen, weil die Schwierigkeit inzwischen so hoch ist, dass ein einzelner Miner praktisch keine Chance mehr hätte, regelmäßig einen Block zu finden. Der Pool weist Suchbereiche zu und verteilt die Belohnung proportional zur eingebrachten Hashrate – mehr nicht.

    Der entscheidende Punkt, den der Professor einfach falsch dargestellt oder nicht verstanden hat, ist folgender: Ein Mining-Pool kann keine Entscheidungen über Bitcoin erzwingen. Jeder Miner entscheidet selbst, welche Software er nutzt, welche Regeln er akzeptiert und welchem Pool er sich anschließt. Dieses Anschließen oder Verlassen dauert wenige Sekunden. Wenn ein Pool versuchen würde, ungültige Blöcke zu minen oder gegen den Konsens zu handeln, würden die Miner schlicht wechseln. Genau hier liegt der Denkfehler vieler Kritiker: Sie setzen koordinierte Hashrate mit zentraler Entscheidungsgewalt gleich – und das ist technisch falsch.

    Ja, Mining ist heute eine Industrie. Ja, es gibt große Player und Skaleneffekte. Aber Hashrate ist keine Macht über das Protokoll. Die eigentliche Entscheidungsinstanz sind die Nodes, die Blöcke validieren und Regeln durchsetzen. Und Nodes kann jeder betreiben – unabhängig von Mining-Farmen oder Pools.


    Viel relevanter fand ich den anderen Herren der immer wieder betonte, dass man mit BItcoin einen Andpruch auch nichts erwirbt. Also wie in dem anderen Video wieder das Null-Summem-Spiel.

    Auch mein Argument wurde erwähnt: Gold bleibt Gold. Wer sagt, dass es in 10 Jahren nicht was besseres als Bitcin gibt.

    So ist es einfach.

    Bitcoin ist kein Unternehmensanteil, keine Forderung und kein Schuldversprechen – und genau das ist der entscheidende Punkt. Man hält keinen Anspruch gegenüber einem Dritten, sondern besitzt direkt ein knappes, nicht beliebig vermehrbares Gut. Der „Anspruch“ liegt nicht außerhalb des Systems, sondern im Besitz selbst: Wer die Schlüssel kontrolliert, besitzt Bitcoin – ohne Emittent, ohne Schuldner, ohne Gegenpartei. Das ist kein Nachteil, sondern eine grundlegend neue Eigenschaft von Geld. Am Ende geht es bei Bitcoin genau darum: dem System und seinen fundamentalen Eigenschaften zu vertrauen – nicht einer Institution, nicht einem Versprechen, sondern festen und unveränderbaren Regeln.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Wenn ein Pool versuchen würde, ungültige Blöcke zu minen oder gegen den Konsens zu handeln, würden die Miner schlicht wechseln.

    Gut, wenn aber die großen Drei da sind ist die Option zu wechseln dadurch ja reduziert. Ich glaube, das meint er. Diese Pools haben durch die Bereitstellung von Hardware allein schon ein zentrale Macht.

    Bitcoin ist kein Unternehmensanteil, keine Forderung und kein Schuldversprechen – und genau das ist der entscheidende Punkt. Man hält keinen Anspruch gegenüber einem Dritten, sondern besitzt direkt ein knappes, nicht beliebig vermehrbares Gut.

    Man besitzt gar nichts. Letztlich ist es die Wette darauf, dass es jemanden gibt, der dir deine Anteile an Nichts teurer abkaufen. Das wird dort auch erwähnt. Das ist nicht wie bei Aktien, wo du Firmenanteile erwirbst, oder wie bei Gold, wo du immerhin einen Klumpen Edelmetall in der Hand hast. Bitcoin besteht nur aus der Summe der Einzahlungen. Was einer mehr hätte, muss ein anderer abgeben. Ein Nullsummen-Spiel.

    Aber danke dennoch für die sehr akribische Erklärung.

    Im Übrigen hat der Professor eingangs betont, keine Kryptos zu halten, um unabhängig lehren zu können. Ist die Unabhängigkeit bei dir gegeben?

  • Gut, wenn aber die großen Drei da sind ist die Option zu wechseln dadurch ja reduziert. Ich glaube, das meint er. Diese Pools haben durch die Bereitstellung von Hardware allein schon ein zentrale Macht.

    Du hast es leider noch nicht verstanden :( – Nochmal: Mining-Farmen ≠ Mining-Pools.


    Man besitzt gar nichts. Letztlich ist es die Wette darauf, dass es jemanden gibt, der dir deine Anteile an Nichts teurer abkaufen. Das wird dort auch erwähnt. Das ist nicht wie bei Aktien, wo du Firmenanteile erwirbst, oder wie bei Gold, wo du immerhin einen Klumpen Edelmetall in der Hand hast. Bitcoin besteht nur aus der Summe der Einzahlungen. Was einer mehr hätte, muss ein anderer abgeben. Ein Nullsummen-Spiel.

    Du bleibst beim gleichen Denkfehler stehen: Bitcoin wird von dir weiterhin mit Ansprüchen oder Sachwerten verglichen, obwohl er eine eigene Kategorie darstellt. Zu sagen „man besitzt gar nichts“, ist nur dann richtig, wenn Besitz zwingend an einen physischen Gegenstand oder an eine Forderung gegen einen Dritten gebunden ist. Genau diese Annahme ist bei Bitcoin falsch.

    Bei Bitcoin besitzt man keinen Anteil an einem Unternehmen und keinen Anspruch gegen jemanden – aber man besitzt sehr wohl einen exklusiven Zugriff auf einen eindeutig definierten, weltweit anerkannten Eintrag in einem unveränderlichen Register. Dieser Zugriff ist durch kryptografische Schlüssel abgesichert und kann nicht verwässert, enteignet oder beliebig vermehrt werden. Das ist kein „Nichts“, sondern digitales Eigentum mit klaren Regeln. Dass man es nicht anfassen kann, macht es nicht wertlos – genauso wenig wie Buchgeld, das niemand physisch in der Hand hält.

    Die Behauptung, Bitcoin bestehe „nur aus der Summe der Einzahlungen“, ist ebenfalls unzutreffend. Bitcoin ist kein Umlagesystem und kein Versprechen, zukünftige Einzahler auszuzahlen. Sein Wert entsteht nicht dadurch, dass jemand anderes „abgeben muss“, sondern dadurch, dass immer mehr Menschen Bitcoin als Geld- und Wertspeicher akzeptieren, weil er Eigenschaften besitzt, die vorher kein System zuverlässig vereint hat: absolute Knappheit, Zensurresistenz, globale Übertragbarkeit und Eigentum ohne Gegenpartei. Das ist ein Adoptionsprozess, kein Verteilungsspiel.

    Das Nullsummen-Argument greift nur dann, wenn man Bitcoin isoliert betrachtet und ihm jeden eigenen Nutzen abspricht. Sobald ein Gut aber realen Nutzen hat, ist Wertschöpfung möglich. Gold ist historisch nicht wertvoll geworden, weil jemand anderes Verlust gemacht hat, sondern weil Menschen es als Geld akzeptiert haben. Genauso verhält es sich bei Bitcoin. Frühe Teilnehmer profitieren nicht, weil andere „beraubt“ werden, sondern weil das Netzwerk wächst – wie bei jeder neuen monetären oder technologischen Infrastruktur.

    Der Vergleich mit Aktien führt ebenfalls in die Irre. Aktien sind produktive Vermögenswerte mit Cashflows, Bitcoin ist Geld. Geld hat keinen inneren Ertrag, sondern einen monetären Nutzen. Niemand sagt, der Euro oder der Dollar sei ein Nullsummenspiel, nur weil man keine Dividende erhält. Bitcoin wird hier mit Maßstäben bewertet, die für Geld schlicht nicht passen.

    Bitcoin ist keine Wette auf „Nichts“, sondern eine Wette darauf, dass feste Regeln, Knappheit und Eigentum ohne Gegenpartei langfristig wertvoller sind als versprochene Ansprüche. Wer Bitcoin für ein Nullsummenspiel hält, verneint nicht nur Bitcoin – sondern im Kern jede Form von Geld, die nicht durch eine Schuld gedeckt ist. Genau darin liegt der kategoriale Fehler.


    Im Übrigen hat der Professor eingangs betont, keine Kryptos zu halten, um unabhängig lehren zu können. Ist die Unabhängigkeit bei dir gegeben?

    Er wird von XRP finanziert und hat lange bei der Bundesbank gearbeitet. Bitcoin ist ein Angriff auf solche Strukturen, ist doch logisch, dass er sich kritisch positioniert.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Muss zugeben, ich kann nicht in der Tiefe mitreden. Für mich macht Bitcoin keinen Sinn. Es wird sich zeigen wie sich das Asset weiterentwickelt. Ich bleibe weiterhin nicht investiert. Die auf Arte gesehene Diskussion hat es einmal mehr bestätigt.

    Ich gehe davon aus, dass du auch investiert bist. Hast daher natürlich auch ein berechtigtes Interesse, dass das System Bitcoin funktioniert. Ich drücke dir natürlich beide Daumen und bedanke mich für die geduldigen Antworten.