BU-Antrag zu teuer? Und nun?

  • So, nun habe ich mit knapp 33 Jahren alles fein säuberlich für einen BU Antrag vorbereitet, wie in dem Artikel von Finanztip beschrieben und habe mit Hoesch & Partner anonyme Risikovoranfragen gestellt. Ergebnis: 2x Abgelehnt, 4x Risikozuschlag von 50% - 75% inkl. jeweils einem Ausschluss...

    Der Spaß ist mir jetzt zu teuer: ca. 175€ für 2.500€ BU

    Was tun?

    Berufsunfähigkeitsversicherung
    Darum solltest Du eine BU abschließen
    www.finanztip.de

    Ich arbeite in einem Büro als leitender Angestellter (100% Bürotätigkeit). Ich könnte entweder 3 Jahre warten und hoffen in drei Jahren bei einer Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen wieder neue Risikovoranfragen zu stellen (Ich habe keine schweren Krankheiten, sondern hatte nur viele Untersuchungen in den letzten Jahren) oder könnte eine BU abschließen in der ich weniger Fragen beantworte und auf Verjährung der vorvertraglichen Anzeigepflicht hoffe? <X

    Bitte um Hilfe und Rat. Habt Dank!

  • Elena H. 28. Oktober 2024 um 15:07

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Wie würdet ihr die Situation bewerten, wenn man meine aktuellen Angebote mit einem Angebot der HDI BU+Basisrente vergleicht? Dort sind die Fragen so vereinfacht, dass ich keine Zuschläge zahlen müsste. So wie ich das sehe, würde ich aktuell 175€ inkl. Ausschluss für eine selbständige BU zahlen, während ich aber auch 175€ für eine BUZ zahlen könnte. Bei der HDI hätte ich keine Risikozuschläge und könnte die letzten 75€ wenigstens in eine Basisrente stecken und hätte was von dem Geld. Natürlich auch mit dem Risiko, die BU nicht kündigen zu können.... Fallen euch weitere Vor- und Nachteile ein? Würdet ihr sowas machen?

    Für Tipps bin ich wirklich unheimlich dankbar. Selbst wenn ich schon einen Berater habe, sind Meinungen von weiteren Dritten ja immer wertvoll! Danke

  • Diesen Grundsatz ließt man ja in der Tat oft auf Finanztip, welchen ich prinzipiell auch sehr gut nachvollziehen kann.

    In meinem speziellen Fall und mit meiner Rechnung finde ich aber auch gute Argumente dafür. Welche sprechen nun konkret dagegen?

  • Bezüglich des Falls SBU für 175€ vs. BUZ für 175€

    Ich schreibe jetzt selber ein paar Gegenargumente auf und probiere sie zu entkräften. Ich freue mich über Kommentare

    Die Basisrente muss im Alter voll versteuert werden

    • Ja okay, aber immer noch besser, als 75€ / Monat für keine zusätzlichen Leistungen zu bezahlen

    Das Geld der Basisrente kann nicht entnommen werden

    • Damit komme ich klar, ich würde nur eine möglichst geringe Rente dazu buchen. Zu kleinen Anteilen würde ich damit sogar ein Langlebigkeitsrisiko absichern

    Basisrente ist teuer

    • Ja, private ETF sind günstiger, aber ~1,5% TER zu haben statt 0,2% TER ist immer noch besser als 75€ / Monat für keine zusätzlichen Leistungen zu bezahlen. Zumal ich bei der HDI auch einfach einen MSCI-World aussuchen kann und gut ist. Ein bisschen vergleicht man hier auch Äpfel mit Birnen, da Kapital ansparen ≠ Rente ist.

    Bei vorzeitigem Tod ist der Betrag in der Basisrente weg

    • Ja, das ist doof. Man ist weniger flexibel, aber ich würde die Basisrente auch ensprechend klein halten

    Werde ich berufsunfähig, weiß ich noch nicht, was mit der Basisrente passiert

    • Werden die Einzahlungen dann pausiert? Wenn ja, bin ich fein damit. Hier muss ich mich besser informieren

    Durch BUZ kann Produkt nicht gekündigt werden

    • Weniger Flexibilität. Die BU ist genauso unkündbar wie die Basisrente und kann lediglich pausiert werden (ohne Schutz). Das ist wirklich ärgerlich, aber auf der anderen Seite soll meine BU so oder so die nächsten Jahrzehnte laufen. Möchte ich die BU-Rente erhöhen, steht man sowieso wieder vor dem Dilemma, Gesundheitsfragen beantworten zu müssen (es sei denn man hat einen BU-Vertrag mit Möglichkeit zur Aufstockung bei besonderen Ereignissen)

    Alle Entscheidungen zur Basisrente betreffen auch die BU

    • Ähnlicher Punkt wie zuvor. Ist mir die Basisrente zu hoch, kann ich diese nicht pausieren, da ich sonst auch die BU pausieren muss. Das ist grundsätzlich blöd, in meinem Fall aber irrelevant. Hätte ich eine selbständige BU und könnte den Betrag nicht zahlen, müsste ich ebenso pausieren.

    Habe ich Argumente vergessen? Dr. Schlemann , Sie tauchen hier überall auf, wenn es um das Thema BU geht. Haben Sie zu diesem Fall eine Meinung oder Entscheidungshilfe?

  • Harry94: Wenn ich das richtig verstehe, hast Du die Wahl zwischen einer reinen BU und einer kombinierten BU+Rürup, richtig? Dann müsstest Du noch prüfen, ob Leistungen aus der BU+Rürup im Falle der Berufsunfähigkeit zu versteuern sind. Das mag die Entscheidung möglicherweise zu Gunsten der reinen BU kippen lassen.

  • Hi Astromax ja, genau.

    Autsch, das stimmt... ich ergänze:

    Im Leistungsfall ist die BU-Rente nach Kohortenprinzip (voll) zu versteuern

    • So wie ich das sehe, muss man bei einer BUZ dementsprechend seine BU-Rente höher ansetzen als usprünglich geplant... damit steigt natürlich der Beitrag und auch der Steuervorteil wird geringer
  • Diesen Grundsatz [Versicherung und Geldanlage zu trennen] liest man ja in der Tat oft auf Finanztip, welchen ich prinzipiell auch sehr gut nachvollziehen kann.

    In meinem speziellen Fall und mit meiner Rechnung finde ich aber auch gute Argumente dafür.

    Dann mach das doch einfach! Schließlich ist es Dein Geld.

    Du bist offensichtlich gefangen in der Argumentationsmethodik Deines Finanzprodukteverkäufers. Solche Leute wollen immer Argumente gegen ihren Vorschlag hören. Das ist aber der falsche Weg. Wenn ich etwas kaufen soll, müssen Argumente für den Kauf sprechen, nicht keine Argumente dagegen.

    Du möchtest eine Berufsunfähigkeitsversicherung kaufen. Eine Basisrente ist ein völlig anderes Produkt, das übrigens Teil einer notorisch schlechten Anlageklasse ist. Wenn Du beim Bäcker Toastbrot kaufen willst, kannst Du in aller Regel mit belegten Sandwiches nichts anfangen, auch wenn bei ihnen Toastbrot mit verbaut ist.

    Wie oft bekommen wir hier Anfragen von Leuten, die man vor Jahren gezwungen habe, eine Kombinationsversicherung zwischen BU und Basisrente zu kaufen! Jetzt haben sie erkannt, daß man sie mit der Basisrente über den Tisch gezogen hat und möchten sich gern vor ihr trennen. Aber ihr Finanzprodukteverkäufer eröffnet ihnen in dumpfem Ton, daß man die beiden Produkte nicht voneinander trennen könne (was manchmal stimmt und manchmal nicht stimmt). Also jammern solcherart Leute, daß sie die ungewünschte und als zu teuer erkannte Kombinationsversicherung weiterzahlen müßten, weil sie eine einzelne BU nicht mehr zu tolerablem Preis kaufen könnten.

    Diese vielfache Erfahrung muß Dich nicht beeinflussen. Du hast alles Recht der Welt, für Dich separat zu prüfen, ob Wasser wirklich naß ist. In allen bisherigen Untersuchungen war es zwar so, daß sich Wasser als naß erwiesen hat, aber es könnte ja sein, daß es in Deinem speziellen Fall anders ist.

  • Wenn Du beim Bäcker Toastbrot kaufen willst, kannst Du in aller Regel mit belegten Sandwiches nichts anfangen, auch wenn bei ihnen Toastbrot mit verbaut ist.

    rhetorisch stark, @Achim Weiss ^^

    Danke für deinen Beitrag. Auch die Logik, Argumente für etwas zu finden, leuchtet mir ein.

    In mir wurde die Hoffnung wach, 75€ / Monat nutzen zu können und nicht für Risikozuschläge rauszuwerfen... das blendet mich vielleicht. Aber für genau diesen Gegenwind bin ich hier

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