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Von unseren Finanztip-Experten getestet
Was Finanztip ausmachtAbsolut, danke dafür! Hattest Du Dir auch den iShares MSCI World Momentum Advanced angeschaut?
Könnte beides auch eine nette Ergänzung im Altersvorsorgedepot sein, da auch eine höhere Volatilität Risikoklasse 5 kaum überschreiten dürfte (im Vergleich zu Sektoren oder Hebeln).
Hab ich mir tatsächlich angeschaut. Interessant beim Amundi Etf ist eben, dass er den Momentum Faktor auf eine neue Weise berechnet, der iShares Advanced berechnet eher klassisch das Momentum einer Aktie und danach legt er nochmals Filter an. Der Amundi Etf geht nicht einfach von der Rendite einer Einzelaktie im Halbjahr aus sondern bestimmt diese im Vergleich zur Rendite des gesamten Marktes. Vereinfacht gesagt: Wenn der Markt/ein Teilsegment etwa 7% gemacht hat, nimmt er von 10% Rendite nur 3% als Grundlage des Momentum Scores. Bildlich gesprochen: Die Flut hebt alle Boote nach oben, aber das heißt nicht, dass wirklich alle von ihnen auch Momentum Boote sind. Damit setzt der Etf aus meiner Sicht auf stabilere Kandidaten was den Momentum Effekt der einzelnen Aktien angeht, aber das wird sich zeigen, wenn er etwas länger besteht. In jedem Fall würde ich die Advanced Versionen dem normalen Momentum Etf vorziehen.
Jetzt nochmal zu Sektoren und Hebeln:
Hatte auch überlegt mit dem Momentum… aber mir gefielen dann andere besser:
- MSCI World Information Technology
- Heiliger Amumbo
Beide hatten bisher eine bessere Perfirmance wie der Momentum. Der World Information ist halt ein Tech ETF aber ich geh halt in Tech… und der Amumbo ist breit genug gestreut und mit 2x Hebel was an sich kein Problem sein sollte und auf lange Sicht wohl den stärksten Impact hat.
Bitte sieh ein Investment in Sektoren wie die Halbleiterbranche nur als kurz bis mittelfristige Spekulation an, für ein langfristiges Buy-and-Hold ist das völlig ungeeignet. Natürlich macht so eine Branche eine Zeit lang übergroße Gewinne. Und dann, wenn alle die Produktion hochgeschraubt haben und der Hype vorbei ist, sinken die Produkte massiv an Wert. Oder es kommt eine neue Technologie auf den Markt, die nicht im Etf enthalten ist und die andere obsolet macht. Auf keinen Fall würde ich die Altersvorsorge damit planen, bei einem Momentum Etf verringert die lange Anlagedauer das Verlustrisiko und die Wahrscheinlichkeit damit den Markt zu schlagen steigt.
Zum Hebeln: So eine Allokation von 20% des Aktienanteils in den Amumbo zu stecken klang vor ein paar Jahren wie eine gute Idee. Und dann kam die Zinswende. Heißt Hebel Etf werden schlicht immer teurer, obwohl das nicht immer in der TER steht (vgl. die hohe TER von Wisdom Tree Etfs). Faktisch können die durch die hohen Zinsen verursachten Hebelkosten je nach Hebel aktuell eine reale TER von 2-5% ausmachen, damit hast du den Vorteil der niedrigen Kosten von Etfs und damit den Renditetreiber völlig verloren. Wenn du also nicht darauf spekulierst, dass wir bald wieder in eine Nullzinsphase kommen, kannst du mit einer starken Minderrendite rechnen, die über lange Sicht mehrere zehn- bis hunderttausend Euro ausmachen kann.
Und jetzt wollte ich noch auf die Posts von Irving eingehen:
Der Hauptgrund dafür ist, dass es keine überzeugende Risikoerklärung gibt: Warum sollte eine Aktie allein deshalb fundamental riskanter geworden sein, weil sie in den vergangenen sechs oder 12 Monaten stark gestiegen ist?
Wenn man die Effizienzmarkthypothese annimmt kann man sehr wohl mit einem höheren Risiko rechnen. Aktien, die stark gestiegen sind, tendieren beim nächsten Absinken zu stärkeren Korrekturen als andere. Der Momentum Investor trägt das Risiko, genau am höchsten Punkt einzusteigen und nur noch die Talphase mitzumachen.
Davon abgesehen kann man heutzutage das Fama/French Modell nicht mehr eins zu eins so auf den aktuellen Markt anwenden. Das wäre wie heutzutage als Psychater primär mit den Thesen Sigmund Freuds zu arbeiten. Der Finanzmarkt hat sich seitdem in seinen technischen Strukturen und den angebotenen Produkten weiter entwickelt. Allein durch die Welt Etfs, die im allgemeinen Aktien nachkaufen, die ein Momentum Etf schon lange übergewichtet lässt sich, solage keine großen Umschwünge stattfinden ein stabiles Smart Beta generieren. Bestimmte institutionelle Anleger handeln außerdem "nach Vorschrift" und müssen etwa bei einer zu starken Abwärtsphase aus bestimmten Positionen aussteigen, weil sie dazu verpflichtet sind (vgl. Versicherungsgesellschaften z.B. Fair Riester die im Corona Dip verkauft haben). Der Markt ist eben in seiner aktuellen Form nicht so effizient, wie die Effizienzmarkthypothese von vor über dreißig Jahren es beschreibt. Dazu kommen die Über- und Unterreaktionen der Marktteilnehmer, ich würde aber argumentieren, dass v.a. die Institutionellen für größere Kursstürze verantwortlich sind. Und das lässt sich ableiten und wissenschaftlich begründen.
Zum Kommer Etf:
Wer da hinein investiert macht bestimmt nix falsch (alles ist besser als aktiv gemanagte Fonds) und ich halte Herrn Kommer für einen klugen Mann. Gleichzeitig bin ich nicht einer Meinung mit ihm: Nicht alle Faktoren liefern gleich gut ab. Kommer argumentiert, dass man Faktoren verwenden sollte, die negativ korrelieren (wenn Growth runter geht geht Small Cap rauf). Aber tatsächlich korrelieren Aktien immer, nur nicht alle gleich stark. Wenn man also auf niedrige Korrelation setzt sollte man lieber verschiedene Assetklassen verwenden.
Die Frage ist doch: Warum überhaupt Faktor Etfs? Antwort: Man möchte den Markt schlagen. Aber warum sich dann schlecht rentierende Faktoren ins Boot holen, die die Faktorrendite wieder zunichte machen? Antwort Kommer: Man weiß nicht, welcher Faktor zu einer bestimmten Zeit Überrendite bringt. Meine Antwort: Falsch. Momentum tut es, aber wir sind aufgrund der halbjährlichen Neugewichtung und der Kosten mit Momentum Etfs nur in der Lage Trends auszunutzen, die entsprechend lange dauern. (Es gibt also immer wenn eine Marktreaktion entsteht Momentumphasen, aber viele sind zu kurz um sie mit Etfs auszunutzen.) Ist das schlimm? Nein, die Empirie zeigt uns dass das Ausnutzen von Trends dieser Länge (halbes Jahr) funktioniert.
Man kann Momentum nicht mit anderen Faktoren gleichsetzen. Alle anderen Faktoren analysieren Aktien, um daraus eine Reaktion des Marktes abzuleiten. Aber es gibt oftmals garnicht genügend Marktbreite, dass ein bestimmtes Kgv/bestimmte Quartalszahlen auch eine Marktreaktion in entsprechender Größe hervorrufen. Der Kursverlauf der Weltetfs wird maßgeblich durch die ersten 100-200 Stück bestimmt, die anderen haben fast keinen Einfluss. Aber mit einer guten Momentumstrategie brauche ich keine Aktienanalyse und kein ewiges Warten auf die Marktreaktion. Ich steige gleich bei der Reaktion ein.
Kommer beansprucht immer den Ausdruck der "Wissenschaftlichkeit" für sich. Aber in der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Theorien und nur wenige werden von den meisten Wissenschaftlern zu einem Thema geteilt. Kommer stellt die Hypothese auf, mit einer Kombination aus Faktoren eine Mehrrendite bezogen auf das Vola-/Redite-Verhältnis zu erhalten (was nicht heißt, dass er damit den WeltEtf outperformt, sondern nur mehr Gewinn bei geringerer Volatilität hat). Das ist akademisch echt interessant, aber dann kann man auch gleich in den breiten Markt investieren. Mir persönlich geht es darum meine Rendite zu maximieren. Da ist der Einwand von Monstermania zu den Kosten schon berechtigt: Was nützt es mir, dass mein Etf zwischendurch weniger schwankt, wenn ich dann nach vierzig Jahren mit tausenden Euro weniger dastehe? Über die lange Sicht ist da der Momentum Faktor (wenn er in einem Etf entsprechend gut umgesetzt wird) als ein seit 200 Jahren bestehender und über versch. Assetklassen belegter Faktor schlichtweg eine sichere Bank.
Wenn man die Effizienzmarkthypothese annimmt kann man sehr wohl mit einem höheren Risiko rechnen. Aktien, die stark gestiegen sind, tendieren beim nächsten Absinken zu stärkeren Korrekturen als andere. Der Momentum Investor trägt das Risiko, genau am höchsten Punkt einzusteigen und nur noch die Talphase mitzumachen.
Was hat die EMH damit zu tun? Die EMH besagt nur, dass Märkte informationseffizient sind. Sonst nichts. Es geht auch nicht aus den Daten hervor, dass nur weil Aktien, die stark gestiegen sind ein höheres Risiko haben zu fallen. Woher hast du das? Hört sich an wie Geschwurbel von einer KI.
Zitat von AsparakaterDer Markt ist eben in seiner aktuellen Form nicht so effizient, wie die Effizienzmarkthypothese von vor über dreißig Jahren es beschreibt
Du hast die EMH nicht verstanden. Das ist schlichtweg falsch. Die EMH besagt nur, dass neue Informationen sofort eingepreist werden und man mit verfügbaren Informationen keinen Vorteil hat. Sonst nichts.
Zitat von AsparakaterBestimmte institutionelle Anleger handeln außerdem "nach Vorschrift" und müssen etwa bei einer zu starken Abwärtsphase aus bestimmten Positionen aussteigen, weil sie dazu verpflichtet sind (vgl. Versicherungsgesellschaften z.B. Fair Riester die im Corona Dip verkauft haben).
Und das ist nur dir oder einigen wenigen aufgefallen? Der Markt übersieht das? Nur dann könntest du einen Vorteil generieren.
Zitat von AsparakaterWarum überhaupt Faktor Etfs? Antwort: Man möchte den Markt schlagen. Aber warum sich dann schlecht rentierende Faktoren ins Boot holen, die die Faktorrendite wieder zunichte machen? Antwort Kommer: Man weiß nicht, welcher Faktor zu einer bestimmten Zeit Überrendite bringt. Meine Antwort: Falsch. Momentum tut es, aber wir sind aufgrund der halbjährlichen Neugewichtung und der Kosten mit Momentum Etfs nur in der Lage Trends auszunutzen, die entsprechend lange dauern.
Klassischer Overconfidence Bias. Das wurde bereits unzählige Male versucht. Von deutlich intelligenteren Menschen als du und ich. Faktor-Timing funktioniert nicht.
Zitat von AsparakaterMan kann Momentum nicht mit anderen Faktoren gleichsetzen. Alle anderen Faktoren analysieren Aktien, um daraus eine Reaktion des Marktes abzuleiten.
Nein.
Zitat von AsparakaterKommer beansprucht immer den Ausdruck der "Wissenschaftlichkeit" für sich. Aber in der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Theorien und nur wenige werden von den meisten Wissenschaftlern zu einem Thema geteilt.
Yep. Es gibt sogar promovierte Wissenschaftler, die die Evolutionstheorie anzweifeln und glauben, dass der liebe und massenmordende Gott Hunderttausende Tierarten über Jahre auf einer Arche hat überleben lassen und die Dinosaurier-Knochen selbst versteckt hat, um uns zu testen. Trotzdem gibt es so etwas wie wissenschaftliche Tendenzen und manchmal auch einen breiten Konsens. Und wenn du dann mit der Arche und den Knochen kommst, wirst du eben ausgelacht. Faktorprämien sind in der Regel Risikoprämien. Es lässt sich z.B. sachlogisch erklären warum z.B. kleine Unternehmen und Value-Unternehmen höhere Kapitalkosten haben. Eine logische Erklärung warum für mehr Risiko nicht auch mehr geboten werden muss, kenne ich nicht. Du?
Zitat von AsparakaterÜber die lange Sicht ist da der Momentum Faktor (wenn er in einem Etf entsprechend gut umgesetzt wird) als ein seit 200 Jahren bestehender und über versch. Assetklassen belegter Faktor schlichtweg eine sichere Bank.
Echt? Hast du dafür eine Quelle?
Zitat von AsparakaterMir persönlich geht es darum meine Rendite zu maximieren.
Wie wäre es mit einem Hebel?
… dass sich das systematische Risiko eines Unternehmens so schnell und kurzfristig verändert. Dabei gilt Risiko in der klassischen Finanztheorie als der zentrale Renditetreiber.
Es ist nicht das im Unternehmen liegende Risiko, sondern das im Aktienkurs liegende.
Du hast die EMH nicht verstanden. Das ist schlichtweg falsch. Die EMH besagt nur, dass neue Informationen sofort eingepreist werden und man mit verfügbaren Informationen keinen Vorteil hat. Sonst nichts.
Der Punkt ist: Empirisch betrachtet, macht der Markt das nicht so effizient und perfekt, wie die EMH modelliert. Daher kommt es regelmäßig zu Überhitzungen und übertriebenen Abkühlungen.
Würdest Du nicht alles ausblenden, was Deinen Überlegungen widerspricht, würdest Du das anhand der empirischen Wirklichkeit leicht nachvollziehen können.
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