Welt Etf „wechseln“

  • Was jetzt kommt ist klar, entweder fehlt es an Rechenkünsten beim Kritiker oder es war alles Glück.

    Willst du ernsthaft eine Diskussion führen in dem du behauptest, dass du mit stock picking (ohne Steuerbelastung) risikoadjustiert den breiten Markt (mit Steuerbelastung) outperformed hast und weiter outperformen wirst? Dafür bist du zu intelligent.

  • Ich bin mal wieder total verwirrt. Erst kommt Finanztip mit der 3*10 Strategie, dann die Strategie mit dem Depotübertrag, beides um FIFO auszuhebeln. Klingt alles nachvollziehbar.

    Dann kommt der Herr Fuchs (und @Irving) und meint das bringt alles nichts. Ich hatte das Video schon vor einiger Zeit gesehen und seine Aussagen am Ende des Videos nicht ganz verstanden.

    Wer kann uns aufklären?

    Ich würde mir über das Thema keine großen Gedanken machen. Das ist Nerd-Level hoch zehn. Ich habe noch nie verstanden, warum Finanztip sich einer so schwachsinnigen Strategie bedient. Steuern musst du ohnehin irgendwann bezahlen. Das Einzige, was man minimal beeinflussen kann, ist der Steuerstundungseffekt. Der funktioniert nur, wenn sich an der Steuergesetzgebung nichts verändert (was schon ziemlich unwahrscheinlich ist) und du kaum etwas vererben willst.

    Und selbst wenn du das unbedingt willst und denkst, dass es die Arbeit wert ist: Warum braucht man dann alle zehn Jahre einen neuen ETF? Warum kann man nicht einfach später ab und zu 90 % des Portfolios auf ein anderes Depot übertragen und die verbleibenden 10 % verkaufen?

    Es ist für mich immer wieder erstaunlich, welche Purzelbäume manche wegen der Steuer schlagen und dabei oft die übergeordnete Strategie und die Vorteile von Einfachheit vergessen.

  • Es ist für mich immer wieder erstaunlich, welche Purzelbäume manche wegen der Steuer schlagen und dabei oft die übergeordnete Strategie und die Vorteile von Einfachheit vergessen.

    Muss man semikritisch sehen. Christian Fuchs wirkt zwar selbst teils sehr einfach, wird aber sicherlich von der eigenen Kundschaft gerade in Bezug auf Steueroptimierung „gefordert“.

    Da nützen dann einige Sprüchlein aus dem Alten Testament auch nichts…

  • Muss man semikritisch sehen. Christian Fuchs wirkt zwar selbst teils sehr einfach, wird aber sicherlich von der eigenen Kundschaft gerade in Bezug auf Steueroptimierung „gefordert“.

    Da nützen dann einige Sprüchlein aus dem Alten Testament auch nichts…

    Ich stelle mir das nicht einfach vor, mit vermögenden deutschen Kunden zu arbeiten, die größtenteils ziemlich finanzilliterate sind. Bei Fuchs, Kommer und Co. fällt vor allem auf, dass sie Themen wie Steuern sparen um jeden Preis, Bitcoin, Gold und Vermietungsimmobilien am liebsten ganz aus den Köpfen ihrer Kunden hauen würden – aber bei denen ist eine ziemlich verkorkste Weltsicht so tief verankert, dass sie es irgendwie gutheißen müssen. Man kann dem Kunden ja schlecht sagen, dass er doof ist. Es wird auf jeden Fall interessant werden, wenn es mal wieder 40% und mehr nach unten rauscht und dann trotz jahrelanger Predigt, die Kunden entnervt anrufen und raus wollen. Das stelle ich mir ziemlich nervig vor. Vor allem, wenn der Markt mal ein paar Jahre unten liegen bleibt und die Medien aus allen Rohren feuern.

    In Zeiten wie jetzt ist der Job relativ einfach.

  • Willst du ernsthaft eine Diskussion führen in dem du behauptest, dass du mit stock picking (ohne Steuerbelastung) risikoadjustiert den breiten Markt (mit Steuerbelastung) outperformed hast und weiter outperformen wirst? Dafür bist du zu intelligent.

    Ich bin allergisch drauf, wenn mir jemand die Worte im Mund umdreht, was Du hier versuchst. Besser Du unterhältst Dich mit Dir selbst, dann gibt es keinen Widerspruch.

    1) nicht ohne sondern nach Steuerbelastung
    2) risikoadjustiert müsste ich mir eher noch Rendite drauf rechnen (habe ich nicht)
    3) outperformed ja in der Vergangenheit
    4) outperformed in der Zukunft ich vermute unter Beachtung der greingeren Steuerbelastung auch ja
    5) Durch Stockpicking ist nur die halbe Wahrheit. Auch wenn ich Einzelaktien habe, betreibe ich kein klassisches Stockpicking sondern es ist mehr eine Art Sampling mit ein paar Akzenten.

  • Ich bin allergisch drauf, wenn mir jemand die Worte im Mund umdreht, was Du hier versuchst.

    Nein, du bist jemand, der einen Altbestand an Aktien hält, weil er denkt, dass er mit den Aktien inkl. Steuerfreiheit den Markt outperformen könnte. Ich denke, das ist falsch. Wie bereits erwähnt, hat der globale Aktienmarkt seit Ende der Spekulationsfristregelung fast 600 % erwirtschaftet. Das hast du mit deinen (geheimnisvollen) Einzelaktien nicht, auch mit Berücksichtigung der Steuerfreiheit. Davon bin ich überzeugt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du es in Zukunft schaffen wirst, geht gegen Null.

    Du reihst dich in die Masse der deutschen Privatanleger ein: Sobald es um die Steuer geht, wird jede Rationalität über Bord geworfen und eine Welt konstruiert, die es nie gab und nie geben wird. Die reale Welt sieht so aus, dass nur 2,4 % aller Aktien für die Equity-Prämie verantwortlich sind. Die brauchst du, sonst underperformst du – und zwar egal, ob steuerfrei oder nicht. Du glaubst, die könntest du finden bzw. hast sie bereits gefunden (auch für die Zukunft). Ich denke das ist falsch.

  • Nein, du bist jemand, der einen Altbestand an Aktien hält, weil er denkt, dass er mit den Aktien inkl. Steuerfreiheit den Markt outperformen könnte. Ich denke, das ist falsch. Wie bereits erwähnt, hat der globale Aktienmarkt seit Ende der Spekulationsfristregelung fast 600 % erwirtschaftet. Das hast du mit deinen (geheimnisvollen) Einzelaktien nicht, auch mit Berücksichtigung der Steuerfreiheit.

    Die Rechnung bist Du mir noch schuldig. Meine Zahlen habe ich auf den Tisch gelegt.

    Davon bin ich überzeugt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du es in Zukunft schaffen wirst, geht gegen Null.

    Du bist dieser Meinung, weil Du die Vorteile der Steuerfreiheit nicht siehst. Meine Aktien können nach aktueller Rechtslage unbegrenzt steuerfreie Kursgewinne einfahren. Welche Mehrrendite musst Du dafür erbringen?

    Du reihst dich in die Masse der deutschen Privatanleger ein: Sobald es um die Steuer geht, wird jede Rationalität über Bord geworfen und eine Welt konstruiert, die es nie gab und nie geben wird. Die reale Welt sieht so aus, dass nur 2,4 % aller Aktien für die Equity-Prämie verantwortlich sind. Die brauchst du, sonst underperformst du – und zwar egal, ob steuerfrei oder nicht. Du glaubst, die könntest du finden bzw. hast sie bereits gefunden (auch für die Zukunft). Ich denke das ist falsch.

    Natürlich sind nicht alle Aktien gleichermaßen am Erfolg des Depots beteiligt. Es sind rund 5 Aktien von anfänglich 40, die wesentlich dazu beigetragen haben. Und es gibt zweifellos auch Rohrkrepierer, so wie in jedem ETF auch. Ich mache auch kein stures Buy and Hold, aber ich schau schon zweimal hin, bevor ich mich von einer Position mit Altfallstatus trenne.

    Nur weil Du behauptest, ich wäre blind, wenn es um Steuern geht, sage ich Dir, Du bist dumm, wenn Du steuerliche Auswirkungen Deines Handelns ignorierst. Aber es ist Dein Geld ;)

  • Du bist dieser Meinung, weil Du die Vorteile der Steuerfreiheit nicht siehst. Meine Aktien können nach aktueller Rechtslage unbegrenzt steuerfreie Kursgewinne einfahren.

    Andersrum wird ein Schuh draus. Du versteuerst alle Dividenden voll und ohne Teilfreistellung und zahlst auf Kursgewinne ca. 18% weniger als ein ETF-ler. Zum Schluss! Wenn wir beide verkaufen. Die Steuerstundung bleibt gleich (sogar besser beim ETF). Ich bin überzeugt, dass du trotz dieses Vorteils weniger haben wirst. Deutlich sogar. Wenn du nicht die 2,4% der Aktien hast, die die Equity Prämie ausmachen, kannst du froh sein, wenn du die Inflation schlägst. Ich glaube du unterschätzt wie extrem stock picker den Markt underperformen.

    Zitat von 90 Prozent Aktien

    Natürlich sind nicht alle Aktien gleichermaßen am Erfolg des Depots beteiligt. Es sind rund 5 Aktien von anfänglich 40, die wesentlich dazu beigetragen haben. Und es gibt zweifellos auch Rohrkrepierer, so wie in jedem ETF auch. Ich mache auch kein stures Buy and Hold, aber ich schau schon zweimal hin, bevor ich mich von einer Position mit Altfallstatus trenne.

    Du musst stures Buy and Hold machen, sonst ist der Vorteil weg. Ich sage es nochmal: Die Wahrscheinlichkeit, dass du mit deinen paar Aktien inklusive Steuervorteil den breiten Markt schlagen wirst, geht gegen Null. Die Studienlage ist so erdrückend, man kann fast von einem physikalischen Gesetz reden.

    Du lässt dich von der Steuer blenden und wirst dafür in den Markt einzahlen.

    Zitat von 90 Prozent Aktien

    Aber es ist Dein Geld .

    ...und deshalb passt das schon.

  • Deiner nicht vorhandenen Expertise auf dem Gebiet von Einzelaktien werde ich sicher nicht folgen.

    Faszinierend, dass es immer noch Menschen gibt, die bei der Fakten- und Studienlage glauben, es gäbe auf dem Gebiet der Auswahl von Einzelaktien eine Expertise, die einem einen Vorteil verschafft. Ich hoffe für dich, dass du mehrere Aktien aus den 2,4 % aller Aktien hast, die mehr Rendite bringen als AAA am kurzen Ende. Ansonsten zahlst du die volle Steuer auf Dividenden und am Ende keine Steuer auf so gut wie nichts – und das ist deutlich weniger, als der breite Markt nach Steuern abwirft.

    Zitat von 90 Prozent Aktien

    Auch Deine angeblichen 18 % sind schlicht nicht nachvollziehbar.

    Ja die Kapitalertragssteuer auf Gewinne bei ETFs kann ziemlich verwirrend sein. Das bekommst du bestimmt hin. :thumbup:

  • Ja die Kapitalertragssteuer auf Gewinne bei ETFs kann ziemlich verwirrend sein. Das bekommst du bestimmt hin. :thumbup:

    Mir scheint, Du hast da was vergessen in Deiner Rechnung - mal schauen ob Du es selbst rausfindest. Ich bin jetzt raus hier.

    Sorry an den Threadersteller, aber wenn derartig monoton dumme Beiträge kommen, von wegen alles verkaufen egal wie und was es kostet, dann kann ich meinen Mund nicht halten.

  • Ich bin jetzt raus hier.

    Ich weiß. Geldanlage ist eine sehr emotionale Angelegenheit. Das passt schon.

    Wenn ich du wäre, würde ich alle Einzelaktien verkaufen und in ausschüttende ETFs umschichten. Teilfreistellung bei den Ausschüttungen. Teilfreistellung beim Verkauf. Leider keine Steuerfreiheit beim Verkauf, dafür aber eine Marktrendite, die nachweislich deutlich über der von stock pickern liegt. Bei weniger Risiko. Auch wenn diese steuerfrei Gewinne realisieren können. ,,Nicht bei mir" ist halt einfach ein overconfidence bias, der sich nicht mit der Faktenlage deckt. Kannst ja mal drüber nachdenken, wenn sich die Wogen geglättet haben.

  • Ich glaube, viele hier sind froh, dass sie sie sind und nicht Du sie bist. Ist doch überhaupt schön, dass jeder er selber ist.

    Beeindruckend, wie konsequent du auf den Jahrespreis für die meisten themenfremden Beiträge und moralische Selbstinszenierung hinarbeitest. Meine Stimme hast du sicher.;)

  • Die Rechnung bist Du mir noch schuldig. Meine Zahlen habe ich auf den Tisch gelegt.

    Du bist dieser Meinung, weil Du die Vorteile der Steuerfreiheit nicht siehst. Meine Aktien können nach aktueller Rechtslage unbegrenzt steuerfreie Kursgewinne einfahren. Welche Mehrrendite musst Du dafür erbringen?

    Natürlich sind nicht alle Aktien gleichermaßen am Erfolg des Depots beteiligt. Es sind rund 5 Aktien von anfänglich 40, die wesentlich dazu beigetragen haben. Und es gibt zweifellos auch Rohrkrepierer, so wie in jedem ETF auch. Ich mache auch kein stures Buy and Hold, aber ich schau schon zweimal hin, bevor ich mich von einer Position mit Altfallstatus trenne.

    Nur weil Du behauptest, ich wäre blind, wenn es um Steuern geht, sage ich Dir, Du bist dumm, wenn Du steuerliche Auswirkungen Deines Handelns ignorierst. Aber es ist Dein Geld ;)

    Was du vergisst ist, dass du diese Aktien auf Gedeih und Verderb behalten musst, bis zum bitteren Ende - zumindest um den Steuervorteil zu realisieren. Der Vorteil wird ja größer, je länger du hälst.

    Das Problem ist eben nur, dass jedes Unternehmen irgendwann untergeht und du bist dann zwangsläufig dabei. Das könnte dir mit einem ETF egal sein.

    Überhaupt ist dein Steuervorteil spitz gesagt auf ca. 26% der Rendite begrenzt. Ich glaube nicht, dass das den Renditevorteil einer langjährigen breiten Streuung aufwiegt.

    Du lebst also permanent mit der Gefahr einer Vollpleite deiner Aktien und dann wäre der gesamte Steuervorteil weg. Das wäre mir auch zu heiß.

  • Ob jemand die 3+10 Strategie anwendet oder nicht, muss jeder für sich selbst wissen. Zu sagen, dass sie nix bringt (oder für den Aufwand zu wenig), ist mit dem investieren (und allem was dazu gehört) generell überfordert oder hat in Mathe nicht aufgepasst oder keine Ahnung von der Besteuerung.

    Wenn ich vor 35 Jahren mit ner monatlichen Sparrate von 1000 € angefangen habe und von 7% Rendite ausgehe, wäre der Wert der 1000 € auf 11.506 € angewachsen. Wenn ich das verkaufe, weil ich es entnehmen und verleben möchte, muss ich (nach jetzigem Stand) auf 10.506 € 20,0375 % Steuer bezahlen. Das entspricht 2.105,14 €. Dieses Geld fehlt mir.

    Wenn ich jetzt eine Sparrate von 1000 € von vor 10 Jahren nehme, ist diese heute 2.010 € wert, wovon 1010 € Zuwachs sind, was Steuern von 202 € entspricht. Das macht 1903 € Unterschied. Wenn ich jetzt genau auf diese 11.506 € Entnahme kommen möchte, muss ich nicht nur 2010 € mehr entnehmen sondern darauf die Steuer auch noch berücksichtigen.

    Niemand ist gezwungen, dass a) so zu machen b) zu berechnen oder c) sich darüber Gedanken zu machen. Aber zu sagen, dass es nichts bringt ist natürlich Käse, auch wenn das Beispiel hier jetzt quasi eine sehr idealistische Betrachtungsweise ist (1000 € Sparplan, 35 Jahre investieren, 7% Rendite, Besteuerung bleibt gleich).

    Eine 3*10 Strategie sollte für den langfristigen Investor mit wenig Mühe umzusetzen sein. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es maximal ne Stunde Arbeit ist. Heute Sparplanbeginn, Kalendereintrag google in 10 Jahren, in 10 Jahren neues Depot eröffnen und wieder Erinnerung in 10 Jahren stellen und das gleiche Spiel nochmal. Um nicht durcheinander zu kommen, kann man die Depots dann auch entsprechend benennen (zumindest bei der ING). Wenn das in 30 Jahren nicht mehr möglich sein sollte oder nicht mehr so effektiv? Hat man ne Stunde verloren (höchstens). Selbst wenn es nur 500 € Ersparnis wären, wäre das ein ziemlich guter Stundenlohn.

  • Ob jemand die 3+10 Strategie anwendet oder nicht, muss jeder für sich selbst wissen. Zu sagen, dass sie nix bringt (oder für den Aufwand zu wenig), ist mit dem investieren (und allem was dazu gehört) generell überfordert oder hat in Mathe nicht aufgepasst oder keine Ahnung von der Besteuerung.

    Dieser Christian Fuchs hat eine Banklehre gemacht und nicht an einer Universität oder Fachhochschule studiert.
    Dort würde ihm so eine Aussage ohne Belege nicht durchgehen.



    Das von ihm Gesagte im Video ab Minute 44 zeigt eigentlich alles..: sachlich falsch. Und er versteht gar nicht. um was es geht.

  • Überhaupt ist dein Steuervorteil spitz gesagt auf ca. 26% der Rendite begrenzt. Ich glaube nicht, dass das den Renditevorteil einer langjährigen breiten Streuung aufwiegt.

    Es sind weniger als 26% (eher Richtung 18-19%). Ein ETF-Anleger versteuert nur 70% der Gewinne auf Depotebene (Teilfreistellung). Außerdem zahlt ein Einzelaktien-Investor (auch für Altbestand) die volle Steuer auf Dividenden. Bei ausschüttenden ETFs greift auch beim ETF-Anleger die Teilfreistellung. Dazu kommt das Klumpenrisiko, die schlechte Diversifikation (nein 30 oder 40 Titel reichen nicht - man braucht mindestens 1000 Titel), die extrem schlechte Rendite,....