Tipps zur Vermeidung unnötiger Behandlungen gesucht

  • Hallo,

    parallel wird hier im Forum ja schon über einen spezifischen Verdacht von unnötigen Arztbehandlungen in der PKV diskutiert.

    Da meine Frau im vergangenen Jahr ganz heftig auf einen (augenscheinlich) sehr geschäftstüchtigen Dermatologen hereingefallen ist und aus Hautbeschwerden an der Hand schnell eine Thrombose mit operativer Krampfaderentfernung inkl. Komplikationen wurde ... was uns letzten Endes 15k aus eigener Tasche gekostet hat (PKV hat abgelehnt), frage ich mich nun, wie man sich als Laie vor so etwas schützen kann.

    Meine Tochter hat sich vor zwei Wochen beim Eislaufen hingepackt und über Schmerzen im Handgelenk geklagt. Hausarzt hat Röntgen empfohlen und obwohl nichts zu sehen war und sie mittlerweile keine Schmerzen mehr hat soll es nächste Woche zum MRT gehen.

    Wird da wieder versucht, die PKV zu melken? Darf ich mich da wiedet auf endlose Diskussionen mit dem Sachbearbeiter einlassen?

    Ich meine, wie handhabt ihr das? Ärzten generell misstrauen und bei jedem Behandlungsschritt wochenlang auf "Erlaubnis" der KV warten kann es doch auch nicht sein...

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  • Exakt das meine ich. Die einen mögen es Luxus nennen, dass zwischen Unfall, Röntgen und MRT nichtmal drei Wochen liegen.

    Aber, wie gesagt, seit dem Hautarzt-Desaster ist mein Vertrauen in ärztliche Entscheidungen arg gesunken.

    Und ja, prinzipiell beneide ich Dich sogar um die GKV. Leider können wir uns die als Kleinunternehmer nicht leisten.

  • Tips:

    1. Zweite Meinung einholen
      Wenn dir was komisch, unangemessen, unverhältnismäßig vorkommt, kannst du immer eine zweite Meinung bei einem anderen Arzt einholen.
    2. PKV vor Behandlungsbeginn fragen
      Wenn dir was komisch, unangemessen, unverhältnismäßig vorkommt: Kostenvoranschlag machen lassen und deine PKV um ihre Meinung fragen: Wird das was der Arzt vorschlägt erstattet oder nicht?

    OK, machnal ist das mit dem "vor Behandlungsbeginn" nicht ganz so einfach, weil's einfach zu schnell geht. Ask me how I know... *)

    *) Hordeolum endet mit 1125€ Rechnung vom Augenarzt, weil meine Augen ja schon seit >10 Jahren nicht mehr gründlich untersucht wurden. Gefühlt jedes einzelne der sicherlich sündhaft teuren Geräte in der Praxis kam zur Anwendung. Ob das alles notwendig war wage ich zu bezweifeln.

  • Meine Tochter hat sich vor zwei Wochen beim Eislaufen hingepackt und über Schmerzen im Handgelenk geklagt. Hausarzt hat Röntgen empfohlen und obwohl nichts zu sehen war und sie mittlerweile keine Schmerzen mehr hat, soll es nächste Woche zum MRT gehen.

    Keine Schmerzen mehr 1 Woche nach einem Sturz spricht für Prellung und gegen Bruch. Beim "Hinpacken" auf dem Eis erwischt man leicht das Kahnbein (Das ist der Knochen in der Verlängerung des Daumens). Ein Bruch dort läßt sich nur sehr schwer röntgenologisch darstellen. Was genau hat man denn geröntgt? Wieviele Aufnahmen? Bei Verdacht auf einen Bruch des Kahnbeins ist ein MRT nicht verkehrt, weil man nur damit die Stoffwechselaktivität eines anders schwer zu sehenden Bruchspalts erkennen kann.

    Wird da wieder versucht, die PKV zu melken? Darf ich mich da wieder auf endlose Diskussionen mit dem Sachbearbeiter einlassen?

    Ich meine, wie handhabt ihr das?

    Mein Orthopäde ist zurückhaltend mit Bildgebungen, insoweit habe ich Dein Problem nicht. Wenn es um aufwendigere Aufnahmen geht (platte Röntgenbilder macht er selber) frage ich ihn, wofür man die braucht. Das letzte Mal habe ich gefragt, ob man ein MRT braucht (weil mir das Bekannte eingeflüstert hatten). Er meinte: Nein, weil das keine therapeutische Konsequenz hat.

  • Röntgen ist eine normale und schnell zu erledigende Sache, damit kann direkt festgestellt werden ob ein Bruch vorliegt und Unwissen ob es ein Bruch ist oder eine Verstauchung/Bänder Dehnung.

    Wie da das MRT als direkte Maßnahme dazu passt weis ich nicht, sowas kenne ich weder aus BG Fällen, noch aus meiner eigenen PKV.

    Wie dem auch sei, wurde denn jetzt wo die Schmerzen nicht mehr auftreten mit dem behandelten artzt das weitere Vorgehen nochmals besprochen?

  • Ich meine, wie handhabt ihr das? Ärzten generell misstrauen und bei jedem Behandlungsschritt wochenlang auf "Erlaubnis" der KV warten kann es doch auch nicht sein...

    Hätte bisher erst zwei Fälle für meine PKV.

    Leistenbruch: einfach zu erkennen, Hausarzt hat diagnostiziert und mich zu einem Operateur geschickt. Dort einen OP Termin ausgemacht und alles wurde anstandslos von meiner PKV beglichen.

    Schilddrüse: Tumore zwischen Neben- u. Schilddrüse diagnostiziert, ab zur Szintigraphie, und zum Operateur. Dann zu einem zweiten Prof. eine weitere Meinung eingeholt und schlussendlich für eine OP beim ersten Prof. entschieden.

    OPs wurden direkt mit der PKV abgerechnet, die anderen angefallenen Untersuchungen habe ich eingereicht. Keine Nachfrage, keine Ablehnung, nichts.

    Also bei mir nichts mit Misstrauen, wochenlanges Warten, Vorschläge einreichen und auf i.O. warten oder sonstiges. Alles lief so, wie es mir beim Wechsel gesagt und ich es mir auch vorgestellt hatte.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Röntgen ist eine normale und schnell zu erledigende Sache, damit kann direkt festgestellt werden ob ein Bruch vorliegt und Unwissen ob es ein Bruch ist oder eine Verstauchung/Bänder Dehnung.

    Manchmal ist das so, aber gerade bei der Hand steckt der Teufel im Detail. Google doch mal nach "Diagnose eines Kahnbeinbruchs"!

    Wie da das MRT als direkte Maßnahme dazu passt, weiß ich nicht, sowas kenne ich weder aus BG-Fällen, noch aus meiner eigenen PKV.

    Siehe oben: Man kann damit die Stoffwechselaktivität im Bruchspalt darstellen. Manche Brüche sind selbst auf guten CTs verteufelt schwer zu sehen, vor allem dann, wenn sie nicht verschoben sind.

    • Hilfreichste Antwort

    Ich meine, wie handhabt ihr das? Ärzten generell misstrauen und bei jedem Behandlungsschritt wochenlang auf "Erlaubnis" der KV warten kann es doch auch nicht sein...

    Grundsätzlich frage ich immer nach, wenn mir der Sinn einer Untersuchung oder Behandlung nicht unmittelbar klar ist.

    Bei einem Röntgenbild oder MRT frage ich zB vorher, was man auf der Aufnahme erkennen kann und welchen Einfluss das auf die Behandlung haben könnte.

    Nicht selten antworten Ärzte dann (gerade Orthopäden), dass sie das Ausmaß zB einer Zerrung o.ä. besser erkennen können, aber dass die Behandlung sich nicht ändern würde (zB Schonung), weil man nicht viel mehr machen könne.

    In solchen Fälle verzichte ich dann auf das MRT oder Röntgen oder vereinbare, dass ich ggf. wiederkomme, wenn die vorgeschlagene Behandlung oder Schonung nicht hilft.

    Genauso frage ich bei Verschreibungen, was die Medikamente genau bewirken können. Manchmal werden Medikamente auch nur auf Verdacht verschrieben (zB Antibiotika, Schmerzmittel, etc). Dann überlege ich, ob ich das Rezept einlöse und ggf. wann (zB wenn der Verdacht auf eine bakterielle Beteiligung sich bestätigt).

    Außerdem frage ich routinemäßig, was die Alternative wäre (zB wenn eine OP oder Zahnbehandlung vorgeschlagen wird). Häufig werden dann sehr gute Alternativen vorgeschlagen oder ich verstehe besser, weshalb die vorgeschlagene Behandlung die beste wäre.

    Ärzte können nur wissen, was Patienten wollen, wenn diese sich konkret äußern. Sonst geht es häufig nach Schema F bzw. den Durchschittserwartungen anderer Patienten (die unbedingt geröntgt werden wollen und ein Rezept mitnehmen möchten).

  • oxident 28. November 2025 um 08:25

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  • Danke für Eure hilfreichen Antworten. Mir scheint, als müsste ich nur ein wenig interessierter nachfragen um ggf. "Abzocke" zu erkennen.

    Das mit dem MRT wurde wohl sogar doch in etwa so begründet, wie ihr hier schon vermutet habt. Da meine Tochter als Heranwachsende gilt ist es wohl nochmals kritischer.

    Ich werde also wohl meinen gesunden Menschenverstand etwas schärfen und versuchen, nicht jeden Arzt erstmal als Verbrecher zu sehen.

    Obwohl es bei besagtem Dermatologen wohl in der Tat zutreffend war...

  • Ich glaube einige PKV-Patienten kennen das Problem. Jetzt nicht unbedingt auf Behandlungskosten stizen zu bleiben (da sollte man seinen Versicherungsumfang wissen und im Zweifel nachfragen), aber bei manchen Ärzten gemolken zu werden, insbesondere Fachärzte.

    Der mündige Patient ist da die Lösung, aber einige Ärzte arbeiten da mit der Angst, da ist das nicht einfach. Ich habe einen hervorragenden Hausarzt, den ich meistens vor Facharzt-Behandlungen konsultiere, da spart man mit 45 € Hausarzt oft 1000 € an Facharzt (und Beschwerden bei sinnlosen Untersuchungen und Eingriffen).

    Mit der Hand, das ist eine medizinische Frage, ich wüde den Hausarzt fragen, warum ein MRT nowendig ist, welchen Verdacht er hat und warum er diesen hat? Bänder/Sehnen usw. verletzt?

    Mein naives Ich sagt mir, dass der Hausarzt nicht an einem MRT mitverdienst (sofern das Ding nicht in seiner Praxis steht), aber keine Ahnung.