Depot für den Ruhestand vorbereiten

  • Hallo zusammen, ich bin grade dabei unsere Geldanlage neuzusortieren. Gründe sind der bevorstehende Ruhestand und eine Erbschaft. Es gibt zwar diverse allgemeine Antworten auf die richtige Vorgehensweise vor dem Ruhestand, da die Konstellationen ja aber doch im Detail individuell sind wollte ich gerne die Community um Rat fragen. Hier mal die Eckdaten und meine Fragen:

    Ehepaar 58 + 64 Jahre
    Zu erwartende Rente = 2.500,-/Monat
    Bis zur Rente jährliches Einkommen von insgesamt 70.000,- netto/Jahr

    Finanzstatus
    Depot = 400.000,-
    Davon 60% in Aktien und 40% in Anleihen

    20.000 in Tagesgeld
    20.000 in separatem ETF als Sparplan

    200.000,- z.Zt frei verfügbar aus Erbschaft

    Rentenbeginn in 3 und 5 Jahren
    Wir planen keine Weltreisen, Kreuzfahrten o.ä., sind also eher bescheiden unterwegs und wollen in erster Linie gut abgesichert sein.

    Meine Fragen:

    1. Wie kann das Depot angepasst werden um den Ruhestand vorzubereiten und eine gute Waage zwischen Sicherheit und Rendite zu erreichen?
    2. Wie könnten die 200.000,- am sinnvollsten integriert werden?
    3. Und dann noch eine Frage die meine Frau wg. der aktuellen Krisen immer wieder stellt: sollte ein Teil in Gold angelegt werden?

    Vielen Dank vorab!

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  • In deinem anderen Thread schreibst du, das Geld sei derzeit bei Gerd Kommer Capital angelegt. Das ist meines Wissens der Roboadvisor von Gerd Kommer. Beworben wird dieser mit „Bei uns bekommen Sie eine Anlagestrategie und ein Portfolio, das zu Ihnen und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt“. Dafür zahlst du dort „abhängig vom Portfolio­wert … zwischen 0,6% und 0,7% pro Jahr. Hinzu kommen Produkt­kosten in Höhe von unter 0,2% pro Jahr.“

    Wieso musst du dann zusätzlich hier fragen? Ich würde Herrn Kommer fragen ;)
    Oder mir alternativ die Gebühren sparen. Letzteres ist übrigens meine Empfehlung.

  • Bevor ich mein Depot für den Ruhestand strukturiert habe, stand folgende Frage an:

    Wieviel Euros benötige ich für mein alltägliches Leben (Wohnen incl. Instandhaltungsrücklagen, Essen, Versicherungen, Autos, PKV, Freizeit....)... Diesen Teil wollte ich sicher abdecken (sprich Renten + festverzinsliche Depotbausteine).

    Weiterhin habe ich einen erweiterten Notgroschen z.B. für ein gutes Auto (falls Versicherungen und Garantie nicht greifen sollten) und/oder einen unerwarteten großen Schaden am Haus definiert (was leider schneller passieren kann, als man denkt). Auch dieser ist sicher in Geldmarkt ETF angelegt.

    Darüber hinaus bin renditeorientiert und teils spekulativ investiert (Aktien ETF, BTC, Silber).

  • Wie viel von den 70.000 p.a. gebt ihr aktuell auch aus? Damit kann man eine grobe Schätzung machen was ihr im Alter für Einkünfte brauchen werdet. Und legt ihr monatlich noch Geld zur Seite? Das wäre wichtig, ob ihr Euren Liquiditätsbedarf zu Beginn der Rente noch aus Sparbeiträgen aufstocken könnt. Es spielt aber auch eine Rolle für Euren zukünftigen Kapitalbedarf.

    Von den 2.500 Euro Rente gehen noch Beiträge zur Krankenversicherung (7,3 % + Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung (3,6 % oder 4,2 %) ab. Steuern dürften keine Rolle spielen, wenn keine weiteren Einkünfte aus Vermietung etc. hinzu kommen. Damit bleiben von der Rente rund 26.000 Euro p.a.

    Wenn Deine Frau sich mit einer Schippe Gold wohler fühlt, dann gönn es ihr. Gesunder Nachtschlaf ist ein wertvolles Gut und erleichtert ein entspanntes Rentner Leben. Der Goldpreis ist aktuell zwar ziemlich hoch aber keiner weiß, wo die Reise hingeht. Ich selbst bin mit meinen 3,5 % recht zufrieden. Sehr groß sollte die Position nicht werden, weil Gold keine laufenden Erträge produziert und die werdet ihr im Rentenalter brauchen.

    Für die Rentenzeit solltest Du eine Liquiditätsplanung machen. Welche Erträge bekommst Du aus dem Depot? Bei der Neuinvestition würde ich darauf achten, ausschließlich ausschüttende Standard ETFs zu kaufen. Das ist nicht nur steuerlich vorteilhaft bei der Entnahme sondern sorgt auch für einen mehr oder weniger kontinuierlichen Geldfluss vom Depot.

    Demgegenüber steht der Finanzbedarf. Angenommen ihr legt aktuell noch 500 Euro pro Monat als Sparrate zurück, und man weiterhin davon ausgeht, dass ihr im Alter mit 80 % der heutigen Ausgaben klar kommt, hättet ihr einen Bedarf von rund 51.000 Euro p.a. Davon werden 26.000 Euro über die Rente abgedeckt und 25.000 Euro müssten vom Depot kommen. Das ist auch mit Blick auf das junge Alter Deiner Frau sportlich und ich denke es wäre besser, wenn ihr etwas weniger braucht oder eure Sparrate etwas höher wäre, sonst ist das eher auf Kante genäht. Hier wäre es gut, wenn Du noch ein paar Zahlen auf den Tisch legst zu voraussichtlichem Finanzbedarf und Sparrate, dann kann man das besser abschätzen.

    Die Aktienquote würde ich unverändert lassen. Ihr seid gewöhnt an dieses Risiko und ihr braucht die Rendite für eine lange Entnahme. Mehr als eine Rendite von 4 % nach Steuern würde ich bei dem Depot nicht erwarten und eigentlich müsste man auch noch die Inflation abziehen. Dennoch sollte es zumindest in den nächsten drei Jahren auch durch die Sparraten + Rendite noch wachsen und in den folgenden zwei Jahren auch noch etwas durch die jährlichen Wertsteigerungen. Wenn ich von 720k ausgehe und einer anfänglichen Entnahmerate von 3,5 % wären das ziemlich genau die 25.000 Euro, die ich weiter oben geschätzt habe. Mit etwas Glück bleibt sogar noch was zum Vererben übrig. In jedem Fall solltet ihr Euch mal mit Entnahmestrategien beschäftigen, denn 3,5 % ist schon eher am oberen Ende der Möglichkeiten und man sollte Fehler vermeiden, wie hohe Entnahmen in schlechten Zeiten.

  • Hier wäre es gut, wenn Du noch ein paar Zahlen auf den Tisch legst zu voraussichtlichem Finanzbedarf und Sparrate, dann kann man das besser abschätzen.

    Ich gehe von einem Finanzbedarf ab Rente von 50 lieber 60k p.a. aus, das siehst du schon ganz richtig. Die Sparrate im Moment ist mit 400 Euro zu niedrig. Da ich beruflich eine Stufe gestiegen bin solltedie Sparrate bis zur Rente bei ca. 800 Euro liegen. Eine Entnahmerate von 3,5% wären uch unser unterstes Ziel. Soweit der Plan...

    • Hilfreichste Antwort

    Tut mir leid, aber 60k halte ich für unrealistisch bei den Zahlen oder alternativ sehr riskant. D.h. dann bestände eine echte Gefahr, dass dem überlebenden von Euch das Geld zu früh ausgeht.

    Finanzbedarf im Alter
    70.000 p.a. aktuelles Netto
    - jährliche Sparrate 9.600 p.a. --> 60.400 aktueller Konsum
    - 20 % pauschal --> 48.320 Euro p.a.
    - 10 % pauschal --> 54.360 Euro p.a.

    Vermögen in drei Jahren (überschlägig gerechnet mit Inflationsausgleich)
    Depot jetzt 400k + 200k = 600k
    Sparplan 20k
    Liquidität 20k
    3 Jahre Sparrate 800 p.m. 28.800 Euro
    Wertsteigerung drei Jahre (ca. 2 % nach Abzug der Inflation)
    --> ca. 708.000 Euro (Wert von heute)

    Einkünfte im Alter
    Rente netto ca. 26.000 Euro
    3,5 % Entnahme vom Depot ca. 24.800 p.a.
    3,2 % Entnahme vom Depot ca. 22.600 p.a.

    Ich habe mal fett markiert wozu ich als realistisch machbar tendieren würde. Aber ich bin natürlich kein Berater sondern ich gebe lediglich meine Erfahrung weiter als jemand, der sich nicht zuletzt für sich selbst intensiv mit Entnahme beschäftigt hat und hoffe, dass ich mich nicht verrechnet habe.

    Solltet ihr nicht runter gehen können auf unter 50k, würde ich über Plan B nachdenken. Gleiches gilt, wenn das Depot schlecht oder sehr schlecht läuft.

    • Z.B. ein Jahr länger arbeiten, selbst ein halbes Jahr bringt schon was. Vielleicht freut sich Dein Arbeitgeber, wenn Du gelegentlich noch etwas unterstützt, einfach mal die Möglichkeiten sondieren.
    • Sollte Deine Frau gut verdienen, könnt ihr die Entnahme möglicherweise nach hinten schieben, d.h. Jahr 4+5 ohne Sparrate und ohne Entnahme nur mit dem Gehalt Deiner Frau + Deine Rente. Das würde rund einen Tausender p.a. bringen.
    • In keinem Fall kann es schaden, sich ein genaues Bild über die Ausgaben zu machen und nach möglichem Einsparpotenzial zu suchen.
    • Schließlich bleibt noch die Möglichkeit mit einem Umzug die Kosten zu drücken. Als Rentner seid ihr nicht mehr ortsgebunden.
  • Bevor man hier weiter rätselt, würde ich mir ein Bild meiner tatsächlichen Ausgaben machen. Der Jahresanfang und das -ende eignen sich bestens dazu. Kontoauszüge für das gesamte Jahr aufrufen und die fixen Kosten in ein Tabellenprogramm eintragen. Neue zukünftige Wohnsituation großzügig mit einplanen. Diese Liste immer aktualisieren, sobald sich Werte ãndern

    Wenn eine Lücke zwischen erwarteter Rente und Ausgaben besteht, würde ich den Betrag für 5-6 Jahre in den risikoarmen Teil legen. Bei Dir also zwischen 125-180K. Vorausgesetzt der 50-60K Finanzbedarf stimmt.

    Also erstmal die Hausaufgaben erledigen, dann weitere Investmentplanung.

  • Danke für das Feedback, das hilft mir sehr weiter! Hausaufgaben habe ich verstanden, werden gemacht!

    Eine Hilfestellung bräuchte ich noch:

    Wenn eine Lücke zwischen erwarteter Rente und Ausgaben besteht, würde ich den Betrag für 5-6 Jahre in den risikoarmen Teil legen. Bei Dir also zwischen 125-180K. Vorausgesetzt der 50-60K Finanzbedarf stimmt.

    Hier verstehe ich noch nicht wie dir 125-180k zustande kommen und warum für 5-6 Jahre!? Sorry, kannst du mir da nochmal helfen? Danke!

  • Wenn die Bedarfslücke 25-30K sind l, ergeben sich 125-180K für 5-6 Jahre. Das würde ich für mich immer so einplanen, um etwaige Schwankungen am Kapitalmarkt zu überbrücken und nicht in der Phase renditestãrkere Teile verkaufen zu müssen.

  • ...

    • Sollte Deine Frau gut verdienen, könnt ihr die Entnahme möglicherweise nach hinten schieben, d.h. Jahr 4+5 ohne Sparrate und ohne Entnahme nur mit dem Gehalt Deiner Frau + Deine Rente. Das würde rund einen Tausender p.a. bringen.
    • ...

    Bei uns war das ein richtiger Boost, auch wenn das Gehalt eher durchschnittlich ist.... Durch mein wegfallendes Gehalt ist die Steuerlast auf das verbleibende Gehalt meiner Frau quasi zusammengebrochen.... Auf ein paar Jahre viel "extra money" zum investieren.

  • Was die risikoarme Reserve angeht, gehen die Meinungen auseinander und man kann noch zwischen liquiden Mitteln und Anleihen unterscheiden. Ich würde auch nicht den Gesamtbedarf mit Jahren multiplizieren sondern nur den Entnahmebedarf. Zudem hast Du bei einem 60/40 Depot ohnehin auch einen Anteil an risikoarmen Anlagen im Depot vermute ich. Jedenfalls solange Dein Anleihenanteil nicht überwiegend aus JunkBonds, Langläufern und Währungsanleihen besteht.

    Ich denke ein nicht ungewöhnlicher Ansatz wäre es Liquidität (Tagesgeld, Geldmarktfonds) für ein Jahr vorzuhalten und für weitere x Jahre im kurz-mittelfristigen Anleihensektor zu investieren. Andreas Beck nennt das Verbrauchstopf und Zinstopf. Aktien wären zusammen mit länger laufenden Anleihen der Investitionstopf. Das x kann je nach Risikobereitschaft gewählt werden. Beck schlägt drei Jahre vor dafür plus dem Jahr für die Liquidität.

    Du kannst Dir das PDF von Beck ja mal durchlesen. Geht um den Punkt 3. Entnahme. Auch wenn er es mit seinen Produkten beschreibt, kannst Du das genauso gut mit einem ganz normalen Depot umsetzen.

    https://cdn.prod.website-files.com/660bf176b7df26120baa4cce/6931f37f155a4740404c0113_Geld%20anlegen%20und%20davon%20leben%20-%20Global%20Portfolio%20One%2030.11.2025.pdf

  • drvan 30. Dezember 2025 um 09:11

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Deine Zahlen sind etwas variabel. Vor wenigen Tagen waren sie noch anders. Hast Du dort oder hier Brutto und Netto verwechselt?

    Deine Frage steht eigentlich noch nicht an: Du verdienst etwa doppelt so viel wie Deine Frau, wirst auch mehr als doppelt so viel Rente bekommen wie sie und - das ist der seltenere Fall - bist etliche Jahre jünger als Deine Frau.

    In Deinem anderen Thread hast Du geschrieben, daß Deine Frau in 1 Jahr in Rente gehen wolle. Dann wäre sie 65 und könnte eventuell eine Rente für besonders langjährig Versicherte beziehen. Jetzt schreibst Du von 3 Jahren, das wäre dann das normale Rentenzugangsalter.

    Du selbst peilst vermutlich das Vorziehen der Rente gegen Abschläge an. Das geht ab 63, wenn man 35 Beitragsjahre zusammenbekommt. Das wäre in 5 Jahren, dann wärest Du 63.

    Das heißt: Im nächsten Jahr ändert sich noch nichts. Die erste Änderung wird sich mit der Berentung Deiner Frau ergeben (in 1 bzw. 3 Jahre), die zweite Änderung in 5 Jahren. Du wirst Deine Frau nicht so lang allein in der Rente lassen wollen. Prinzipiell könntest ja auch Du bis zur gesetzlichen Altersrente arbeiten. An Deiner Stelle würde ich mir das offenlassen. Wie man das macht, ob man vielleicht sogar eine echte Teilzeit dazwischenschiebt, damit der Unterschied nicht so kraß ist, hängt von den Gegebenheiten ab, die zu berücksichtigen sind, die Du mir aber nicht unbedingt auf die Nase zu binden brauchst.

    Richtig akut wird Deine Frage also mit Deiner Berentung, und die ist noch ein Weilchen hin. Aber man kann sich darüber ja auch schon heute Gedanken machen.

    Aktuell hast Du den Großteil Deines frei verfügbaren Geldes in den Gerd-Kommer-Fonds gesteckt. Der mag zwar 60/40 aufgeteilt sein, es ist aber doch etwas anderes, ob ein Fonds diese Aufteilung hat oder man das privat macht.

    Als ETF kann man den Kommer-Fonds für teuer halten, als Vermögensverwaltung ist er billig. Du hast ihn vermutlich gekauft, weil Du Dir nicht selbst Gedanken über Geldanlage machen wolltest. Wenn das so ist, könntest Du die Erbschaft ja auch noch dazustecken, dann brauchst Du Dir über die auch keine Gedanken machen. Eine Erbschaft ist dann sicher, wenn der Erbfall eingetreten ist. Es mag nicht mehr lang gehen mit dem Erblasser, aber die Uhr danach stellen kann man trotzdem nicht. Es ist für Deine Vermögensplanung aber egal, wann genau diese Erbschaft eintrifft.

    Die Frage nach einer Balance zwischen Rendite und Sicherheit ist typisch für Sicherheitsanleger. Sie ist eigentlich falsch gestellt. Eigentlich ist damit gemeint: Ich möchte nicht so viel Aktien im Depot haben, Festverzinsliches ist mir lieber. Das mag in Deinem Fall weniger von Dir kommen, sondern mehr von Deiner Frau, aber man möchte ja seinen Ehefrieden haben.

    Mir gefällt der Ansatz von Nikolaus Braun, der sagt: Etwa das festverzinslich halten, was man in fünf Jahren (zusätzlich) braucht, also nicht den gesamten Finanzbedarf für fünf Jahre, sondern den Finanzbedarf, den man über seine Festeinnahmen hinaus braucht. Läuft die Börse gut, nimmt man einmal im Jahr das von den Aktien weg, was man verbraucht hat, läßt das Festverzinsliche somit unberührt. Läuft die Börse schlecht, schont man das Aktiendepot und nimmt den zusätzlichen Bedarf vom Festverzinslichen. Damit sollte man eine Börsenbaisse von fünf Jahren überbrücken können.

    Du aber hast ja schon ein 60/40-Portfolio, hast also bereits jetzt mehr Festverzinsliches, als Du für obiges Schema brauchtest.

    Die einfachste Lösung wäre, den Kommerfonds einfach aufzustocken, mit der Erbschaft, aber auch mit dem, was Du die nächsten Jahre noch zusätzlich sparst. Alternativ könntest Du mit 60/40 Dein Tagesgeld und einen Welt-ETF besparen. Du hast jetzt bereits den oben genannten Zusatzbedarf für 1 bis 2 Jahre auf der Seite. Wenn Du zusätzliches Geld nicht in den Kommer-Fonds steckst, sondern das sinngemäß selber machst, hast Du es im Fall einer Börsenbaisse selbst in der Hand, wie genau Du das Depot entsparst.

    Ich habe Dir ausdrücklich davon abgeraten, Dich in Deiner Lebenssituation mit Wohneigentum zu belasten, weil das Dein komplettes frei investierbares Vermögen oder sogar noch mehr in Beton einfriert, Du hinterher also blank wärest. Wenn Du das nicht machst, hast Du mit 400 T€ oder 600 T€ eine Menge Geld auf der Seite, das für alle Unwägbarkeiten genügend Reserven bieten sollte.

    Ich halte nichts von den berühmten Beimischungen. Sie bringen nichts, sie schaden nichts. Du könntest somit erwägen, einige Krügerränder zu kaufen (vielleicht 10), um Deiner Frau den Gefallen zu tun. Allerdings brauchst Du dann eine geeignete Aufbewahrung dafür. Die Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer wird Deine Frau dafür eher nicht in Betracht ziehen. Ich würde das Geld dafür nicht ausgeben.

  • Bei uns war das ein richtiger Boost, auch wenn das Gehalt eher durchschnittlich ist.... Durch mein wegfallendes Gehalt ist die Steuerlast auf das verbleibende Gehalt meiner Frau quasi zusammengebrochen. Auf ein paar Jahre viel "extra money" zum Investieren.

    Man lügt sich damit etwas in die Tasche. No "extra money".

    Steuerklassen sind maßgeblich für die Höhe der Lohnsteuer, aber nicht für die Steuerlast. Was der meist besserverdienende Mann an Steuer "spart" zahlt seine Ehefrau, die ohnehin weniger verdient, drauf. Ein informiertes Ehepaar kann damit vernünftig umgehen, aber vermutlich sind die wenigsten Ehepaare informiert.

    Es ist sinnvoll, daß Deine weiterarbeitende Frau in Steuerklasse III geht, wenn der Mann in Rente ist. Geld gespart ist damit aber nicht, das gleicht sich mit dem Steuerbescheid aus.

  • Wie viel von den 70.000 p.a. gebt ihr aktuell auch aus? Damit kann man eine grobe Schätzung machen was ihr im Alter für Einkünfte brauchen werdet. Und legt ihr monatlich noch Geld zur Seite? Das wäre wichtig, ob ihr Euren Liquiditätsbedarf zu Beginn der Rente noch aus Sparbeiträgen aufstocken könnt. Es spielt aber auch eine Rolle für Euren zukünftigen Kapitalbedarf.

    Wenn man kalkulieren möchte, müssen die Zahlen stimmen. Neulich mal hat drvan geschrieben, er sei 58 und verdiene 57 T€ netto, seine Frau sei 64 und verdiene 30 T€ netto. Nächstes Jahr wolle seine Frau Rente und erwarte 1000 € Rente; er wolle in 5 Jahren in Rente gehen und erwarte dann 2500 € Rente.

    Aktuell sind das also etwas über 7000 € netto, davon würden 400 € gespart, also werden etwa 6500 € ausgegeben. Wenn die Frau in Rente geht, kommen von ihrer Seite statt 2500 € netto allenfalls 1000 €, also müssen bei unverändertem Verbraucht 1500 € substituiert werden, was heißen könnte: Nicht mehr weiter sparen und 1000 € aus dem Vermögen entnehmen.

    In 5 Jahren will der Ehemann in Rente, was das Familieneinkommen um weitere 2500 € reduziert (eher mehr). Dann brauchen die beiden bei unverändertem Verbrauch um die 4000 € pro Monat aus dem Vermögen, was bei einem vorhandenen Vermögen von dann um die 600 T€ eine jährliche Entnahme von 8% wäre.

    Das könnte auf Sicht von 30 Jahren knapp werden.

    Von den 2.500 Euro Rente gehen noch Beiträge zur Krankenversicherung (7,3 % + Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung (3,6 % oder 4,2 %) ab. Steuern dürften keine Rolle spielen, wenn keine weiteren Einkünfte aus Vermietung etc. hinzu kommen. Damit bleiben von der Rente rund 26.000 Euro p.a.

    Ich könnte mir vorstellen, daß von (2500 + 1000) * 12 = 42 T€ in 5 Jahren schon Steuern anfallen.

    Für die Rentenzeit solltest Du eine Liquiditätsplanung machen.

    ... 25.000 Euro müssten vom Depot kommen. Das ist auch mit Blick auf das junge Alter Deiner Frau sportlich und ich denke es wäre besser, wenn ihr etwas weniger braucht oder eure Sparrate etwas höher wäre, sonst ist das eher auf Kante genäht.

    In diesem Fall ist die Frau ausnahmsweise die ältere Person. Wenn ich rechne, komme ich allerdings nicht auf 25 T€/a Entnahme (etwa 4%, sollte machbar sein), sondern auf 50 T€/a - und das wäre in der Tat sportlich.

    Die Aktienquote würde ich unverändert lassen.

    Müßte man das im vorliegenden Fall nicht Gerd Kommer fragen?

  • Aktuell sind das also etwas über 7000 € netto, davon würden 400 € gespart, also werden etwa 6500 € ausgegeben. Wenn die Frau in Rente geht, kommen von ihrer Seite statt 2500 € netto allenfalls 1000 €, also müssen bei unverändertem Verbraucht 1500 € substituiert werden, was heißen könnte: Nicht mehr weiter sparen und 1000 € aus dem Vermögen entnehmen.

    Die Sparrate wurde auf 800 korrigiert wegen Beförderung.

    In 5 Jahren will der Ehemann in Rente, was das Familieneinkommen um weitere 2500 € reduziert (eher mehr). Dann brauchen die beiden bei unverändertem Verbrauch um die 4000 € pro Monat aus dem Vermögen, was bei einem vorhandenen Vermögen von dann um die 600 T€ eine jährliche Entnahme von 8% wäre.

    Da rechnest Du etwas zu pessimistisch, gibt ja noch ein wenig Kleingeld nebenbei und die Sparraten und das Depot könnte auch noch ein klein wenig wachsen. Ich bin von gut 700k ausgegangen

    Das könnte auf Sicht von 30 Jahren knapp werden.

    Ich könnte mir vorstellen, daß von (2500 + 1000) * 12 = 42 T€ in 5 Jahren schon Steuern anfallen.

    Wenn dann aber nur in sehr geringem Umfang, das habe ich vernachlässigt. Es werden ja auch noch die Zahlungen für KV + PV abgezogen neben dem schrumpfenden Altersentlastungsbetrag.

    In diesem Fall ist die Frau ausnahmsweise die ältere Person. Wenn ich rechne, komme ich allerdings nicht auf 25 T€/a Entnahme (etwa 4%, sollte machbar sein), sondern auf 50 T€/a - und das wäre in der Tat sportlich.

    Müßte man das im vorliegenden Fall nicht Gerd Kommer fragen?

    Den kann oder will ich mir nicht leisten ;)

    Sorry für das Vertauschen von Männlein/Weiblein. Ändert ansonsten wenig am Inhalt. Es wird lediglich enger beim Renteneintritt. Ich denke das Nachdenken über Plan B wird dringender.

  • Aktuell hast Du den Großteil Deines frei verfügbaren Geldes in den Gerd-Kommer-Fonds gesteckt. Der mag zwar 60/40 aufgeteilt sein, es ist aber doch etwas anderes, ob ein Fonds diese Aufteilung hat oder man das privat macht.

    Der Kommer-ETF ist nicht 60/40 aufgeteilt. Es handelt sich um einen Aktien-ETF.

    Hier geht es um die Kommer-Vermögensverwaltung, die den Kommer-ETF (logischerweise) einsetzt.
    Dazu kommen dann je nach Konzept Renten-Bestandteile.