ETF Netto/Brutto-Policen - CRI

  • Werte Finanztip-Community,

    meine beste Freundin hat sich fürs Investieren interessiert. Durch einen Versicherungsberater, der bei einer Versicherung arbeitet, wurde zumindest für die Altersvorsorge die Continentale-Rente-invest vorgeschlagen. Einerseits war in diesem Anlagekonzept ein Fond (Ampega Rendite Rentenfonds P Fonds) und 2 ETFs (MSCI World&Europa). Bei dem Fond hatte ich natürlich direkt erkennen können, dass es da einen Ausgabeaufschlag gibt und eine TER von 0,66 %. Sofort war mein Gedanke: ,,Das geht mit ETFs besser + keine Provisionen o.ä für den Berater - beeinflusst durch Finanztip, Finanz*****" - aber: Es waren ja 2 ETFs vorhanden. Nach langem hin und her wurde mir dann eine Rechnung durch einen Fondrechner dargestellt:


    Gewinn nach Steuern: 1.642.896,06 Euro
    Einzahlungen gesamt: 357.800,00 Euro
    Gebühren gesamt: 0,00 Euro
    Steuern gesamt: -404.918,44 Euro
    Ausgabeaufschlag: 0,000 %
    Bezogen auf: Nettoanlagebetrag
    Verwaltungsgebühr: 0,000 % p.a.
    Steuersatz: 26,375 %
    Teilfreistellung: 30,000 %
    Basiszins: 1,260 %

    ------------------------------

    Ich bin durch und durch verwirrt. Dann doch eine Teilfreistellung von 26,375%, kein Ausgabeaufschlag mitberechnet, vernünftige Renditeerwartung, keine TER angegeben. Irgendwann bin ich dann auf das Thema ETF-Police gekommen und vermutete dort einen Ansatz. Dennoch würde die Teilfreistellung von 26,375% nicht auf den Rentenfond zutreffen, genau so wenig auf die ETF-Police.

    Tatsächlich bekam ich auch Gegenfragen, wie bei einem "einfachen Sparplan ETF" die Vorabpauschale berücksichtigt oder abgefedert wird, wie das Thema "Rebalancing" und die Kosten des Investments angegangen werden, wie der Entnahmeplan gestaltet ist und was nach Steuern tatsächlich üblich bleibt, vor allem in schwachen Marktphasen. Wobei letzteres für mich unverständlich ist, da die schwache Marktphase einerseits für das Nachkkaufen gut geeignet ist und zu einer "schwachen" Marktphase auch nicht verkauft wird, sondern gehalten wird. Auch gab es die Aussage: ,,Steuer während der Haltedauer sind XX Tausend - das ist die Vorabpauschale. Der Basiszins müsste noch nach obenhin angepasst werden, was die Steuer währrend der Haltedauer noch größer macht:"

    ----------------------------

    Daher folgende Fragen:

    1. Wie sollte mit der Situation verfahren werden? Welche Antworten oder Fragen kann ich noch stellen? Für mich war die Fragestellung damals einfacher: Ich habe die Vorteile eines ETF-Sparplans gegenüber eines Fonds erkannt, wollte keine Provisionen oder ähnliches großartig bezahlen, aber wie ist es hier? Ich vermute einerseits den Ansatz einer ETF-Police (Da kein Honorar bezahlt wird, also eine ETF-Brutto-Police?)

    2. Das Thema ,,Vorabpauschale" ist mir auch relativ neu, aber eben eine Vorauszahlung an Steuern. Wie sollte das konkret abgefedert werden? Das klingt für mich einerseits nach einem Scheinargument.

    3. Was wird mit dem Basis-Zins gemeint und dem "Nach oben anpassen"?


    Für die ein oder andere Antwort bin ich der Community dankbar! :):thumbup:

  • Hallo.

    Vielleicht sollte man nach der Flexibilität des Angebotes fragen. Je nach Alter und Zukunftsplänen der Freundin wäre die Flexibilität höher zu bewerten als eine Steuerersparnis.


    Und Obacht: Du hast oben einmal "Fond" statt "Fonds" geschrieben, das triggert hier den einen oder anderen Troll-Instinkt im Forum.

  • 1. Wie sollte mit der Situation verfahren werden

    Diesen Menschen nicht mehr Berater nennen, sondern Verkäufer.

    Du bzw. deine Freundin seid da an einen Finanzvertriebsprofi geraten, der wird euch solange irgendwelche Lügenmärchen und abstruse Vergleichsrechnungen aufmachen bis unten unterschreiben worden ist.

    Du hast schon richtig erkannt das in der Rechnung so einiges nicht stimmt.

    Ich empfehle dir mal das Buch „Beraten statt verraten“ von Bosetti und Walz.
    Da werden die ganzen Vertriebstricks genauer beleuchtet. Du wirst bestimmt über 5 der Tricks bei deinem Finanzprodukteverkäufer wieder erkennen.

    Kurz gesagt : mach’s selber, ist günstiger und flexibler. Keine Angst vor dem eigenen Geld.

    Viel Erfolg bei euren Finanzentscheidungen.

  • Meine beste Freundin hat sich fürs Investieren interessiert.

    Gute Idee.

    Warum nur zum Teufel verbinden manche Leute Investieren mit Rentenversicherungen?

    Durch einen Versicherungsberater, der bei einer Versicherung arbeitet, wurde zumindest für die Altersvorsorge die Continentale-Rente-invest vorgeschlagen.

    Beitrag zur Klarheit: Berater Berater nennen, Verkäufer Verkäufer nennen. Ok?

    Ich bin durch und durch verwirrt. Dann doch eine Teilfreistellung von 26,375%, kein Ausgabeaufschlag mitberechnet, vernünftige Renditeerwartung, keine TER angegeben.

    Du scheinst in der Tat verwirrt zu sein. 26,375% Teilfreistellung gibt es nicht.

    Wie sollte mit der Situation verfahren werden?

    Möglichst großen Abstand zu diesem "Berater" einhalten.

    Welche Antworten oder Fragen kann ich noch stellen?

    Entfällt. Wenn Du klug bist, gibt es keinen weiteren Termin.

    2. Das Thema ,,Vorabpauschale" ist mir auch relativ neu, aber eben eine Vorauszahlung an Steuern. Wie sollte das konkret abgefedert werden? Das klingt für mich einerseits nach einem Scheinargument.

    Es scheint sinnvoll zu sein, das ganze Projekt zu kippen. Insoweit stellen sich zu diesem Konzept keine weiteren Fragen.

    3. Was wird mit dem Basis-Zins gemeint und dem "Nach oben anpassen"?

    Der Basis-Zins ist eine steuerliche Größe im Zusammenhang mit der Vorabpauschale.

    Für die ein oder andere Antwort bin ich der Community dankbar! :):thumbup:

    Der wichtigste Rat lautet: Möglichst großen Abstand von diesem Verkäufer halten.

    :)

    So ziemlich der dümmste Grund zum Sparen ist die Altersvorsorge. Das Wort ist derart überstrapaziert, daß ich es überhaupt nicht mehr hören mag. Als Kinder haben wir Autoquartett gespielt. Bei diesem Spiel gab es einen Supertrumpf, also eine Karte, die alle anderen schlug, gegen die nichts zu machen war. Die hat immer gewonnen. So ähnlich ist es mit dem Wort "Altersvorsorge". Du hast gerade ein Kind gekriegt und wechselst die Windeln. Da wanzt sich von hinten ein Finanzprodukteverkäufer an Dich ran und raunt Dir ins Ohr: "Dieses Kind wird später mal eine gigantische Rentenlücke haben. Es ist allerhöchste Zeit, daß Du etwas für seine Altersvorsorge tust!"

    Ich frage Dich jetzt nicht, wie alt Deine beste Freundin ist. Wenn sie jetzt mit dem Sparen anfangen will, wird sie wohl ihren Ruhestand nicht in Sichtweite haben. Es ist sicherlich eine gute Idee für jedermann, finanzielle Reserven aufzubauen. Diese finanziellen Reserven haben aber kein Etikett, man kann sie für verschiedene Dinge einsetzen. Vielleicht will sie sich ja irgendwann mal eine Immobilie zulegen? Ach so, die wird ja auch als Altersvorsorge verkauft (die sie eigentlich nicht ist). Finanzieller Spielraum ist immer gut, auch dann, wenn an ihr nicht das Etikett Altersvorsorge hängt.

    Deine beste Freundin hat jetzt offensichtlich noch kein Vermögen aufgebaut. Also sollte sie damit nun anfangen. Was später mit diesem Geld wird, muß sie heute noch nicht festlegen. Was sie im Alter damit macht, kann sie allemal noch dann entscheiden, wenn der Ruhestand deutlich in Sicht kommt.

    Der abscheuliche Haken an einer Rentenversicherung ist, daß sie einen bis zum Tod am Haken hat. Das können - wenn ich mal annehmen mag, daß Deine beste Freundin jetzt 30 ist - noch 70 Jahre sein (siebzig!). Wenn sie das unterschreibt, was ihr der Finanzprodukteverkäufer jetzt zur Unterschrift vorlegt, bindet sie sich damit bis zum Ende ihrer Tage.

    Wenn sie jetzt mit dem Sparen anfängt, braucht sie sich nicht schon jetzt festzulegen, was mit dem Geld passieren soll, wenn sie 70, 80 oder 90 ist. Sie kann auch ohne diese Festlegung in eigener Regie Geld zur Seite legen - und wenn sie dann mit 65 meint, sie müsse von dem dann ersparten Geld eine regelmäßige Rentenzahlung haben, kann sie das dann immer noch abschließen. Ich wünsche auch Deiner besten Freundin das Allerbeste, aber das Leben bietet nunmal nicht jedem das Allerbeste. Angenommen, sie wird mit Anfang 60 schwer krank und wünscht sich zum Abschluß eine Weltreise - dann bekommt sie ihr Erspartes aus der Rentenversicherung nicht heraus, weil sie das mit 35 so unterschrieben hat.

    Finger weg von Rentenversicherungen!

    Wenn jemand noch nichts gespart hat, aber nun ganz wild entschlossen ist, mit dem Sparen anzufangen, legt man sich im ersten Schritt sinnvollerweise ein Tagesgeldkonto zu, auf das man Geld schiebt, das ausgegeben werden würde, wenn es auf dem Girokonto liegt. Auf dem Tagesgeldkonto ist es nicht immer im Blick. Aus dem Augen, aus dem Sinn.

    Danach greife man tief in die Tasche, hole dort 15 € hervor und setze sie im nächsten Buchladen (oder bei Amazon) in folgedes Buch um: Hartmut Walz - Ihre Finanzen fest im Griff: Vermögen aufbauen, statt Geld verschenken. Damit liest man sich die Grundlagen an, das geht mit einem Buch viel schneller als in einem Forum. Wenn man sich ernsthaft ans Werk macht, lernt man schnell. Wenn sie oder Du unsicher sind, könnt Ihr natürlich immer hier nachfragen. Aber man kann mit ein paar Forenpostings nicht die Ahnung rüberbringen, die in einem Buch von 250 Seiten steckt.

    Und nicht vergessen: Abstand halten von dem Finanzprodukteverkäufer und auch nicht ans Telefon gehen, wenn er anruft.

    Viel Erfolg!

    :)

  • So ziemlich der dümmste Grund zum Sparen ist die Altersvorsorge.

    Liest sich rhetorisch einwandfrei und kaum missverständlich!


    Natürlich wird, zumindest auch den jungen Menschen, geraten, privat für das Alter vorzusorgen. Das aktuelle Rentenniveau ist schwierig zu halten, die zukünftige Renten stehen vor dem Abgrund. Wenn man nicht mehr arbeiten kann und sich im Alter nicht mehr viel leisten kann, dann spielt mit man - zurecht -mit den Sorgen und Ängsten dieser Generation. Ich stimme dir vollkommen zu, dass Altersvorsorge ein breites Spektrum ist: Von ETFs bis hin zu Fonds über Rentenversicherungen, Immobilien und co.

    In der Tat ist es so, dass wir beide zukünftig auch eine Immobilie besitzen wollen.

    Aus den aufgeführten Argumenten höre ich vor allem heraus, dass es hier um den Punkt Flexibilität geht: Ich werde krank oder benötige das Geld früher -> Bekomme es ggf. nicht, nicht vollständig oder nach Abzug von ggf. anfallenden Gebühren.

    Doch der größte Vorteil soll der Steuerfaktor sein. Der soll bei solchen Rentenversicherungen oder ETF-Policen (zumindest laut der Beraterin) größer Ausfallen. Das Argument und das Argument sich gar nicht damit auseinandersetzen zu müssen, da das von jemand anderem gemanged wird, verleitet eben den Kauf dazu.

    26,375% Teilfreistellung gibt es nicht.

    Mein Fehler!

    Laut der Berechnung: 30 % Teilfreistellung ; Steuersatz wurde mit 26,375 % berechnet?

    rgendwelche Lügenmärchen und abstruse Vergleichsrechnungen aufmachen bis unten unterschreiben worden ist.

    Bedauerlicherweise bin ich an diesem Punkt auch schon angekommen.


    Daher die Frage: Ein ETF-Sparplan ist also im Grunde nach immer besser als Renten-Fonds, ETF-Policen etc? Auch steuerlich?

  • (zumindest laut der Beraterin)

    Deine Lernkurve sollte noch ein bisschen ansteigen. 😉 Welchen Tätigkeit übt die Frau aus?

    Sie stellt angebliche Steuervorteile über die Kosten.

    Die kosten viel Versicherungsprodukte sind so teuer das das mit einer vermeintlichen kleinen Steuerermäßigung nicht wieder aufholen kannst.

    Am Ende zahlst du weniger Steuern, aber Hauptsächlich weil der Gewinn in der Police viel kleiner ist und nur auf diesen müssen die Steuern bezahlt werden.

    Schau dir mal das Video von Thomas Beutler an, da werden Kostengünstige Nettoplicen auseinander genommen. Dein Angebot von der Continentale dürfte um einiges teurer sein.

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    Nicht vom Steuersparargument blenden lassen.

  • So ziemlich der dümmste Grund zum Sparen ist die Altersvorsorge.

    Wer schon in den Windeln Angst vor der Rentenlücke hat, vertändelt sein Leben.

    Die Deutschen sind große Angsthaber, fast könnte man meinen, sie genössen es, Angst zu haben.

    In der Tat ist es so, dass wir beide zukünftig auch eine Immobilie besitzen wollen.

    Gern wollen viele Leute eine Immobilie haben. Fragt sich, ob sie sie finanzieren können.

    Du bzw. deine Freundin seid da an einen Finanzvertriebsprofi geraten, der wird euch solange irgendwelche Lügenmärchen und abstruse Vergleichsrechnungen aufmachen bis unten unterschreiben worden ist.

    Bedauerlicherweise bin ich an diesem Punkt auch schon angekommen.

    Der Finanzprodukteverkäufer schwindelt: Hier bitte unterschreiben, dann ist Ihre Altersversorge in trockenen Tüchern!

    In Wirklichkeit bedeutet das: Hier bitte unterschreiben, dann ist meine Provision in trockenen Tüchern - und Sie zahlen diese!

    Viele Deutsche tun das ohne groß nachzudenken - schließlich weiß ja jeder, wie wichtig die Altersvorsorge ist. Bedenken kommen ihnen erst, wenn sie bereits angebissen haben und am Haken zappeln. Total zu spät ist es dann nicht, man kann einen unbedacht abgeschlossenen Vertrag ja auch kündigen. Aber Geld ist dann bereits verschwendet, das man besser für sich selbst ausgegeben oder gespart hätte.

    Der Finanzprodukteverkäufer will nur Dein Bestes, nämlich Dein Geld. Fragt sich halt, ob Du ihm das geben willst oder es lieber behalten bzw. für eigene Zwecke ausgeben willst.

    Daher die Frage: Ein ETF-Sparplan ist also im Grunde nach immer besser als Renten-Fonds, ETF-Policen etc? Auch steuerlich?

    Sich selber schlauzulesen ist immer besser, als einem Finanzprodukteverkäufer auf den Leim zu gehen.

  • Bei manchen scheint dieses Geschreibe über die Angst der Deutschen eine Art Dauerschleife zu sein..Egal welches Thema: Einmal abspulen, Angst draufkleben, fertig. Das mag einfach sein, wird aber auf Dauer etwas ermüdend. Vielleicht haben die anderen gar keine Angst.

    :)