ETC // Macht Goldbeimischung Sinn?

  • Hallo zusammen,

    bin auf den extraetf.com/de/etf-profile/DE000A0S9GB0 gestoßen. Macht der als Beimischung zu einem Vanguard FTSE All-World Sinn? Hintergrund: In den eher schwachen Zeiten des ETF war Gold eher stark und würde so Verluste bei einem Verkauf kompensieren können.

    :?:

  • Klar, Edelmetalle kannst du beimischen - so wie Kryptos. Edelmetalle (Gold/Silber) am besten physisch kaufen. Es sei denn du möchtest nur vom Kurs profitieren, weil du zB denkst, Gold wird den Markt weiterhin outperformen - dann kannst du es natürlich auch in Form von ETCs ins Depot legen.

  • Macht der als Beimischung zu einem Vanguard FTSE All-World Sinn?

    Eine Beimischung ergibt überhaupt nie Sinn. Alles, was nicht mindestens 10% eines Portfolios ausmacht, hat doch keine nennenswerte Auswirkung auf die Wertentwicklung. Nicht im Positiven, nicht im Negativen.

  • Eine Beimischung ergibt überhaupt nie Sinn. Alles, was nicht mindestens 10% eines Portfolios ausmacht, hat doch keine nennenswerte Auswirkung auf die Wertentwicklung. Nicht im Positiven, nicht im Negativen.

    Zumindest geht es etwas ruhiger von links unten nach rechts oben. Finanztest 5/2024:

    Zitat

    Ein deutliches Plus an Sicherheit hätte hingegen die Beimischung von Gold gebracht. Wäre der Renditebaustein mit 20 Prozent des Edelmetalls bestückt worden, hätte ein ausgewogenes Portfolio in den vergangenen 30 Jahren im schlimmsten Fall „nur" 18 Prozent statt 24 Prozent verloren. Die Rendite hätte bei 6,1 statt 6,3 Prozent pro Jahr gelegen - eine klare Verbesserung des Chance-Risiko-Profils.

  • Eine Beimischung ergibt überhaupt nie Sinn. Alles, was nicht mindestens 10% eines Portfolios ausmacht, hat doch keine nennenswerte Auswirkung auf die Wertentwicklung. Nicht im Positiven, nicht im Negativen.

    So pauschal kann man das nicht einfach abtun.

    Denn manchmal geht es bei solchen Beimischungen ja nicht nur um die Rendite sondern um das Risiko/Chancen Verhältnis und dabei kann auch ein Wert von unter 10% schon für etwas mehr Ausgeglichenheit sorgen.

  • Eine Beimischung ergibt überhaupt nie Sinn. Alles, was nicht mindestens 10% eines Portfolios ausmacht, hat doch keine nennenswerte Auswirkung auf die Wertentwicklung. Nicht im Positiven, nicht im Negativen.

    So pauschal kann man das nicht einfach abtun.

    Denn manchmal geht es bei solchen Beimischungen ja nicht nur um die Rendite, sondern um das Risiko/Chancen Verhältnis, und dabei kann auch ein Wert von unter 10% schon für etwas mehr Ausgeglichenheit sorgen.

    Rechne das doch einfach mal vor! Damit überzeugst Du mich eher als mit treuherzigen Reden.

    Dieses "etwas mehr Ausgeglichenheit" erinnert mich an Loriot ("Zwei Herren im Bad"): "Jetzt noch ein Tröpfchen warmes Wasser!" "Stop! Das war zuviel. Wenn ich jetzt noch um eine Winzigkeit kaltes Wasser bitten dürfte ..."

    Eine Beimischung wirkt sich in jeder Hinsicht prozentual aus. Beträgt die Beimischung 10%, so wirkt sie sich in Ertrag oder Verlust sowie Stabilität oder Instabilität zu einem Zehntel aus. Beträgt sie 3%, so wirkt sie sich zu einem Dreißigstel aus.

    Was soll eine solche Beimischung bringen? Beimischungen sind Feigenblätter. Man will von dem Betreffenden auch etwas im Depot haben, traut der Sache aber nicht so recht, also kauft man davon einen Anteil, der so klein ist, daß er weder zum Positiven, noch zum Negativen nennenswert etwas beitragen kann, und sagt sich dann stolz: Ich bin auch dabei!

    Das sind dann die Sicherheitsanleger mit 400 T€ Festgeld im Portfolio, die mit großen Schritten in den Aktienmarkt einsteigen, nämlich mit einem Sparplan von 20 € im Monat.

  • Rechne das doch einfach mal vor! Damit überzeugst Du mich eher als mit treuherzigen Reden.

    Bitteschön:
    Backtesting for the European index investor

    Mag sein, dass Dir der Zeitraum von 2002 bis heute zu kurz ist. Aber zumindest in diesem Zeitraum wäre eine jeweils 10%ige Beimischung von Gold und Anleihen keine schlechte Idee gewesen.
    Die Rendite spielt dabei m.E. weniger eine Rolle als die deutlich geringere Volatilität des Mixes.

    Das Problem der 'Beimischer' liegt aber anders. Wie viele haben sich denn in den letzten Jahren von Ihren gut gelaufenen Beimischungen getrennt (Gold) um in die schlechter gelaufenen Assets zu investieren!? :/
    Ich lese häufiger, dass Leuten Ihre toll gelaufenen Beimischungen zu Kopf steigen und die Beimischung dann statt ursprünglich 10% ganz schnell 20% oder gar 30% ausmacht. Das widerspricht aber dem Sinn den die Beimischung ursprünglich mal haben sollte. Es geht ja nicht um Renditemaximierung, sondern um Volatilitätsverringerung!

  • Ich lese häufiger, dass Leuten Ihre toll gelaufenen Beimischungen zu Kopf steigen und die Beimischung dann statt ursprünglich 10% ganz schnell 20% oder gar 30% ausmacht. Das widerspricht aber dem Sinn den die Beimischung ursprünglich mal haben sollte. Es geht ja nicht um Renditemaximierung, sondern um Volatilitätsverringerung!

    Der Aspekt ist auf jeden Fall von Bedeutung und damit zu beachten. Einerseits.

    Es ist aber oftmals so, daß Gold u. a. bei sinkenden Zinsen, orchestrierter Finanzrepression, ins Negative verschobenen Realzinsen, hoher Staatsverschuldung, Mißtrauen gegenüber einer oder mehreren Währungen usw. tendenziell steigt - das sind aber Rahmenbedingungen, die ohnehin auch andere Vermögenspreise treiben (Aktien, Immobilien, Tangible Assets) und/oder sogar eine "Flucht in Sachwerte" bedeuten mit entsprechend ansteigenden Vermögenspreisen (Vermögenspreisinflation). Insoweit sehe ich da einen gewissen immanenten (sozusagen) Kompensationseffekt im Sinne einer Art automatisches Rebalancing. Zumal der Ausgangs-Anteil im Portfolio von Gold in aller Regel der (deutlich bis viel) kleinere ist im Vergleich beispielsweise zu Aktien und/oder beispielsweise zu Immobilien. Andererseits.

    Wobei in diesen "besonderen" Zeiten auch weitere Aspekte beim Goldpreis eine Rolle spielen dürften (wie geopolitische Verwerfungen, generelle Unsicherheiten, ein strukturell gesunkenes Vertrauen in das staatliche Papiergeld und auch die Fähigkeit und/oder die Bereitschaft der Zentralbanken die Inflation wirksam im Zaum zu halten).


    Auf dem "Schirm haben" sollte dies (Unwucht im Portfolio die Asset-Allocation betreffend durch stark gestiegenen Goldpreis) der geneigte Anleger aber auf jeden Fall.

  • Sovereign
    Dann geht es aber nicht mehr um eine Beimischung, sondern um eine generelle Umstrukturierung der Vermögensstruktur. Kann man natürlich machen, aber hat mit dem Thema 'Beimischung' nichts mehr zu tun.
    Ich werfe in den Zusammenhang einmal ein, dass in dem genannten Beispiel mit 10% Beimischung von Gold und Anleihen und 80% Aktien in den letzten 20 Jahren eine Vervierfachung des ursprünglichen Vermögens stattgefunden hat. D.H. auch der Wert des 10% Anteils an Gold und der Anleihen hätte sich in diesen 20 Jahren vervierfacht!
    Selbst nach Inflation eine deutliche Steigerung des reinen Goldwertes.

    Die Frage, ob ein Beimischer von Gold auch die 20 Jahre von 1980-2000 regelmäßig Gold nachgekauft hätte um den 10% Goldanteil im Depot konstant zu halten werfe ich dann auch mal in den Raum. :/

  • Bitteschön:
    https://curvo.eu/backtest/de/ve…AFQoDZ7sBGAXXaA

    Mag sein, dass Dir der Zeitraum von 2002 bis heute zu kurz ist. Aber zumindest in diesem Zeitraum wäre eine jeweils 10%ige Beimischung von Gold und Anleihen keine schlechte Idee gewesen.

    Ich bin immer wieder überrascht darüber, wie treffsicher man in der Rückschau investieren kann!

    Die Rendite spielt dabei m.E. weniger eine Rolle als die deutlich geringere Volatilität des Mixes.

    So richtig deutlich geringer ist die Volatilität ja nicht. Rein optisch laufen die beiden Kurven ziemlich parallel.

    Das Problem der 'Beimischer' liegt aber anders. Wie viele haben sich denn in den letzten Jahren von Ihren gut gelaufenen Beimischungen getrennt (Gold) um in die schlechter gelaufenen Assets zu investieren!? :/
    Ich lese häufiger, dass Leuten Ihre toll gelaufenen Beimischungen zu Kopf steigen und die Beimischung dann statt ursprünglich 10% ganz schnell 20% oder gar 30% ausmacht. Das widerspricht aber dem Sinn, den die Beimischung ursprünglich mal haben sollte. Es geht ja nicht um Renditemaximierung, sondern um Volatilitätsverringerung!

    Curvo ist bekanntlich Dein Lieblingswerkzeug. Man muß sich wohl damit ein Weilchen beschäftigen, damit man damit umgehen kann. Wenn man das raketenartig gelaufene Gold herausnähme und den Bondsanteil auf 20% hochdrehte, kämen vermutlich weniger angenehme Ergebnisse heraus.

    Und - ich sage es nochmals - in der Rückschau, in der sich treffsicher investieren läßt.

  • Curvo ist bekanntlich Dein Lieblingswerkzeug. Man muß sich wohl damit ein Weilchen beschäftigen, damit man damit umgehen kann.

    Man sollte sich grundsätzlich mit seiner Geldanlage beschäftigen. Und zwar bevor man investiert. Und eine möglichst langfristige Rückschau in die Vergangenheit ist dabei zuweilen kein Fehler.

    Wenn man das raketenartig gelaufene Gold herausnähme und den Bondsanteil auf 20% hochdrehte, kämen vermutlich weniger angenehme Ergebnisse heraus.

    Einfach mal machen! ;)
    Backtesting for the European index investor

    So schlecht wäre das Ergebnis auch ganz ohne Gold und mit 20% Anleihen nicht gewesen.
    Die Volatilität wäre auch deutlich geringer.
    Und wenn -38% statt -49% auf dem Höhepunkt der Finanzkrise dazu führen, dass man nicht verkauft, hat sich das Ganze auch gelohnt.
    Nur das mit dem Rebalancen muss man dann auch machen. Und daran zweifle ich bei vielen Anlegern.

    PS: Ich habe bekanntlich weder Gold noch Anleihen. Ich erachte dass aber als nicht wichtig, so lange ich weiter nennenswerte Beträge jährlich investieren kann. Ich würde mir sogar wünschen, dass es mal einige Jahre eher schlecht an der Börse läuft so lange ich noch in der Ansparphase bin.

  • Sovereign
    Dann geht es aber nicht mehr um eine Beimischung, sondern um eine generelle Umstrukturierung der Vermögensstruktur.

    Um die ging es mir damals schwerpunktmäßig ohnehin auch. Meine ursprüngliche (70er, 80er und weite Teile der 90er Jahre) defensiv-konservative Aufstellung (Richtung 30 : 70 risikoreiche vs risikoarme Anteile) begann ich Ende der 90er in Richtung einer deutlich mehr Sachwert lastigen Aufstellung zu verschieben (70 : 30 risikoreiche vs risikoarme Anteile). In dem Kontext hatte ich damals auch meinen (noch homöopathischen) Goldanteil erhöht.

    Die Frage, ob ein Beimischer von Gold auch die 20 Jahre von 1980-2000 regelmäßig Gold nachgekauft hätte um den 10% Goldanteil im Depot konstant zu halten werfe ich dann auch mal in den Raum. :/

    Dazu und zu dieser Ära kann ich meine Fall betreffend nichts sagen, da ich als wirkliche Beimischung (bzw. "Versicherung") Gold erst seit 1998/1999 im Portfolio habe. Der Grund und meine Meinung und Haltung zum Euro-Experiment dürfte Dir bekannt sein.


    Diese Deine Frage kann vermutlich generell in den Raum geworfen werden ... Da sich bei dem Thema Rebalancing (neben ggf. steuerlichen Aspekten) auch manchmal bis nicht ganz selten ein generelles (ggf. auch emotional-psychologisches) Problem stellen dürfte: Schließlich müssen gut gelaufene Anlageklassen oder Vehikel verkauft werden, um diese Mittel in eher generell nicht so gut rentierende oder auch nicht gut gelaufene (oder sogar schlecht gelaufene) Anlageklassen zu schieben sprich diese nachzukaufen - mit dem Ziel die ursprüngliche Gewichtung (in der Asset-Allocation) wieder herzustellen.

    Mein Schwerpunkt diesbezüglich hat sich über die fünf Jahrzehnte hinweg verschoben - eher etwas weg von einer Asset-Allocation gemessen in Prozentpunkten hin zu den generierten Cashflows.

  • Man sollte sich grundsätzlich mit seiner Geldanlage beschäftigen. Und zwar bevor man investiert. Und eine möglichst langfristige Rückschau in die Vergangenheit ist dabei zuweilen kein Fehler.

    Ich weiß nicht, ob man das soll und ob das etwas bringt.

    Einfach mal machen! ;)

    Das habe ich probiert. Die Webseite hat mir dann den Betrachtungszeitraum ("Simulationszeitraum") 2016 bis 2022 angeboten, ohne daß ich diesen hätte erweitern können. Vielleicht ist das eine Demo für Unregistrierte?

    Egal. So wichtig ist mir das nicht. Ich bin ja eben deswegen von Einzelaktien auf einen breiten Welt-ETF umgestiegen, weil ich mir das nicht im Detail anschauen will, sondern in einem der Boote sitzen möchte, die die Flut bei ihrem Steigen alle gleichermaßen anhebt.

    PS: Wenn ich in der Graphik herumklicke, mache ich offensichtlich Deine Definitionen kaputt. Tut mir leid, war nicht meine Absicht.