Ist ein ETF-Wechsel sinnvoll, wenn der alte bereits 40% verdient hat ?

  • Liebe community,

    ich habe die o.g. zwei letztgenannten ETF, -IE00BZ02LR44- und -LU0274208692-, seit ein paar Jahren im Depot.

    Aktuell empfiehlt Finanztip nur noch den ersten ETF -Amundi LU1829220216- der sich im Vergleich auch besser schlägt.

    Ich würde daher gerne wechseln.

    Frage: Lohnt es sich, die beiden anderen -trotz 40% Gewinn- zu verkaufen, um in den erstgenannten ETF zu investieren oder nicht.

    Übersehe ich etwas?

    Vielen Dank im Voraus

    Liebe Grüße

    Stegi

  • Kater.Ka 4. Februar 2026 um 16:05

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Sind halt verschiedene Produkte. Der erste hat einen ESG-Filter, der zweite ist synthetisch und der dritte (Finanztip) "plain vanilla" und physisch sowie All Country (World), also rund doppelt so viele Länder. Was nun besser läuft in Zukunft, weiß niemand. Wenn Du aber eine höhere Renditeerwartung hast, dann rechne es Dir halt aus. Oder hau mal etwas in eine KI rein. Deinen Anlagezeitraum, Deine tatsächliche Steuerlast durch Umschichtung usw. kennst ja nur Du. Der Swapper ist jedenfalls ziemlich teuer, sodass sein Steuervorteil kaum noch zur Geltung kommt, während der ETF bei Finanztip halt auch Schwellenländer statt nur Industriestaaten hat.

    Willst Du beim MSCI World bleiben (kann man machen, aber sollte sich halt im Klaren sein, was drin ist und was nicht), dann hat UBS derzeit die Nase vorn (0,06% und keine versteckten Zusatzkosten wie bei Vanguard oder teilweise SPDR üblich) und die Kosten sind es eben, die sich langfristig bemerkbar machen, auch wenn das Marketing gerne mit Begriffen wie "tracking difference" um sich wirft, was aber kaum einer versteht, der sich nicht fragt, wie z.B. eine Net Total Return Benchmark tatsächlich berechnet wird und welche Annahmen getroffen sind. Willst Du einen All-World, gibt's den Amundi Prime All Country für gerade mal 0,07%, auch all-inclusive, und somit geringfügig mehr. Und soll "MSCI (All Country World)" draufstehen, dann bist Du mit 0,12% bei SPDR dabei -- hier sogar ohne Zusatzkosten (im Gegensatz zum "SPDR ACWI IMI/Investable Markets", der nicht mit den angegebenen 0,17% auskommt) oder dem leider noch immer manchmal empfohlenen Vanguard FTSE All-World, der mit seinen astronomischen Kosten die mit Abstand schlechteste Rendite seit mindestens zwei Jahren auf dem Welt-ETF-Markt hat).

  • Hi Stegi,

    würdest du uns sagen über welche Beträge du hier sprichst?

    Grundsätzlich hast du das Problem, dass du bei einem Verkauf Gewinne versteuern musst und damit bei der Neuanlage natürlich die Basis kleiner ist auf dann wieder anteilige Gewinne laufen.

    Bei kleineren Beträgen kein Problem, bei größeren aber schon.

    Hier mal ein kleines Beispiel (bitte nicht auf die genauen Zahlen achten, soll nur zeigen was gemeint ist):

    Annahme du verkaufst:

    Depotwert: 100.000.- davon 50.000 € Gewinn

    Steuern auf Gewinn: 12.500€

    Dein Bares auf dem Konto nach dem Verkauf: 87.500 €

    Neuanlage des ETF's ohne gebühren: 87.500 €

    Neuer ETF steigt um 10%: also 8.750 €

    Depotwert: 96.250 €

    Jahr 2 +10%: 9.625 €

    Depotwert: 105.875€

    usw.

    Annahme du bleibst bei deinem ETF's:

    Depotwert: 100.000€

    Alte ETF's steigen nur um 9% (weil sie etwas teuer sind): 9.000

    Deportwert: 109.000€

    Jahr 2 +9%: 9.810€ <<<<--- noch immer mehr als oben da die Basis höher ist

    Depotwert: 118.810

    usw.

    Das bedeutet, der Wechsel würde sich nur dann lohnen, wenn der neue ETF wesentlich besser wäre. Und ich sehe das nicht so.

    Vielleicht wäre es aber eine gute Idee ab jetzt den Sparplan auf einen neuen ETF anzupassen und die alten stehen zu lassen und sich darüber freuen, dass sie wachsen weil du vom zinseszinseffekt profitierst


    Gruß

  • dann hat UBS derzeit die Nase vorn (0,06% und keine versteckten Zusatzkosten wie bei Vanguard oder teilweise SPDR üblich)

    Bitte nicht einfach ohne Nachweise behaupten.

    Und soll "MSCI (All Country World)" draufstehen, dann bist Du mit 0,12% bei SPDR dabei -- hier sogar ohne Zusatzkosten (im Gegensatz zum "SPDR ACWI IMI/Investable Markets", der nicht mit den angegebenen 0,17% auskommt) oder dem leider noch immer manchmal empfohlenen Vanguard FTSE All-World, der mit seinen astronomischen Kosten die mit Abstand schlechteste Rendite seit mindestens zwei Jahren auf dem Welt-ETF-Markt hat

    Wie ? Was ? Astronomische Kosten? Mit Abstand schlechteste Performance ? Der Vanguard hat doch einen anderen Index.

  • Vanguard FTSE All-World, der mit seinen astronomischen Kosten die mit Abstand schlechteste Rendite seit mindestens zwei Jahren auf dem Welt-ETF-Markt hat)

    0,19% TER sind für dich "astronomische Kosten"?

    die Differenz zu 0,07% oder 0,12% spürst du erst ab einem 7stelligen Portfolio. Und diese Differenz hat weit weniger Einfluss auf die Gesamtperformance als die Zusammensetzung des Index und die die Art des "Nachbaus" im ETF.

  • Ich würde daher gerne wechseln.

    Dann tue es, sonst wirst Du Dich auf Deine, hier völlig unbekannte, Restlaufzeit, immer ärgern.

    Lohnt es sich, die beiden anderen -trotz 40% Gewinn- zu verkaufen

    Excel ist Dein Freund, zusammen mit 90% weiterer Zahlen und Annahmen, die nur Du kennst.

    MSCI World (mit und ohne ESG) zu All Country ist etwas grundlegend anderes, Deinen Vergleichszeitraum "der sich im Vergleich auch besser schlägt" kennst nur Du, die Zukunft offensichtlich auch.

    Deine pers. Steuersituation kennst ebenso nur Du, die Kosten Deines Broker für Kauf/Verkauf auch (beim NeoBroker mögen die Handelskosten irrelevant sein, bei zwei größeren Positionen und ING wären sie es für mich nicht).

    Übersehe ich etwas?

    Ja, Deine individuelle Situation, selbst wenn ich schon spekuliere, dass Du in D steuerpflichtig sein könntest.

    Berechne Deine Abgeltungssteuer. Selbst, wenn der Freibetrag mit dem Tagesgeld abgedeckt ist, hängt das immer noch von Deiner Kirchensteuer ab (auch die mag sich in den kommenden 30-70 Jahren für Dich ändern, das weisst nur Du), Deine Handelskosten und Deinen jeweiligen Gewinn, falls Du überhaupt vor hast, Dein Portfolio in einem unbekannten Zeitraum zu veräußern.

    Am Ende kommt noch dazu, ob Du einen MSCI World (mit oder ohne ESG) besparen (oder nur halten) willst oder einen grundlegend anderen Index.

    Schon ohne ESG und Betrachtung von Einzelwerten im Index sind für mich 72,4%/24,4%/3,5% (USA/Europa/Asien) etwas andere wie 67,8%/14,72%/15,5%.
    ESG treibt den USA-Anteil auf 76,6% hoch. Das kann man mögen, genauso wie ESG, aber warum dann nicht gleich vollständig ESG.

    Immerhin erwähnst Du eine unterschiedliche Performance in Deinem Betrachtungszeitraum, das scheint für Dich genauso eine Relevanz zu haben wie ESG.

    Am Ende schaue ich mir den Live-Kurs meines FTSE All-World an (dürfte bei anderen Weltweiten ETF nicht grundlegend anders verluafen) und habe aktuell gerne mal 1% Kursschwankungen am Tag, die man ohne geeichte Glaskugel auch mit betrachten könnte, wenn es um die Umschichtung wegen Gewinnmaximierung geht.