PKV: Medizinischer Zuschlag unangemessen erhöht

  • Mit Beginn der PKV bei „Hallesche Nationale“ vor 30 Jahren hatte ich als Vorerkrankung Heuschnupfen im Kindesalter angegeben.

    Dies wurde auch erfolgreich mit einer Desensibilisierung behandelt.

    Trotzdem wurde mir dafür ein monatlicher Risikozuschlag von damals monatlich 16 € auferlegt.

    Mit jeder Beitragserhöhung ist dieser Zuschlag dann mitgewachsen.

    Inzwischen auf monatlich 178 €….für Nichts!

    Trotz attestierter Beschwerdefreiheit wurde jeder Einspruch bzgl. Risikozuschlag abgelehnt.

    Habe schon den Ombudsmann eingeschaltet. Leider ohne Erfolg, da die PKV „keinen Fehler gemacht habe“.


    Laut Facharzt ist ein Zuschlag in dieser Höhe unangemessen.


    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder einen Rat?

  • Uff, das ist echt bitter – aber leider kenne ich solche Fälle aus der PKV.

    Viele Risikozuschläge sind nicht „fix“, sondern laufen quasi wie ein prozentualer Aufschlag mit – und steigen dann bei jeder Beitragserhöhung automatisch mit. Deshalb wird aus 16 € irgendwann ein großer Brocken.

    Und „seit Jahren beschwerdefrei“ überzeugt die Versicherer bei Allergien oft trotzdem nicht, weil die sagen: kann wiederkommen / kann sich entwickeln (z. B. Richtung Asthma). Der Ombudsmann schaut meist nur, ob formal alles korrekt lief – nicht, ob der Zuschlag „gefühlt fair“ ist.

    Was ich an deiner Stelle noch machen würde:

    • Nicht nur „bitte streichen“, sondern gezielt Reduktion beantragen.
    • Die Hallesche ganz konkret fragen: Welche Unterlagen braucht ihr, damit ihr den Zuschlag senkt oder rausnehmt? (z. B. X Jahre ohne Medis, keine Folgeerkrankungen, Arztbrief etc.)
    • Zusätzlich mal internen Tarifwechsel checken – das kann zumindest die absolute Belastung drücken.
    • Und wenn’s um richtig viel Geld geht: einmal kurze Erstberatung (Fachanwalt/PKV-Profi), ob es irgendeinen Hebel gibt.

    Komplett wechseln würde ich nach 30 Jahren nur sehr vorsichtig angehen (neue Gesundheitsprüfung, neues Eintrittsalter …).

  • Die Hinweise von madize sind gut. Ich wollte nur als Anekdote dalassen:
    Auch ich hatte zum Eintritt in die PKV 10% RZ für Heuschnupfen (Signal Iduna). Nach erfolgreicher Hyposensibilisierung und Antrag auf Überprüfung haben sie mir zunächst einen Fragebogen geschickt (derselbe, den sie beim Antrag für den Heuschnupfen ausgefüllt haben wollten) und haben nach Beantwortung des Fragebogens den RZ kommentarlos auf 5% herabgesetzt.

    Nach 3 weiteren Jahren hab ich erneut um Überprüfung gebeten - diesmal wollten sie noch ein Attest vom Arzt. Das habe ich eingereicht, dann wurde der restliche RZ gestrichen.

    Es war wohlgemerkt nur leichter Heuschnupfen und nie mit Asthma oder Neurodermitis verbunden, das könnte auf die Entscheidung zur Reduktion des RZ einen Einfluss haben.

  • Interner Tarifwechsel:

    Den Beitrag hatte ich bereits vor 8 Jahren bereinigt: damals 740 € monatlich in Tarif „NK 100“

    Dann Krankentagegeld (KT 92) und Pflegetagegeld (PHN 1) herausgenommen.

    Tarifwechsel in „NK 1“ mit 1.200 € Selbstbeteiligung:

    Monatsbeitrag somit auf 415 € reduziert in 2018.


    Dann jährliche Beitragserhöhungen auf aktuell: 942,31 €

    Und ohne Job: kein Arbeitgeberzuschuss!

    • PKV:

    Für die Überprüfung Risikozuschlag forderte die PKV in 2018 ein „fachärztliches Attest vom behandelnden Arzt auf Basis eines aktuellen RAST- und Prick-Test.“

    Die Kosten dafür würden nicht erstattet.


    • Vorstellung beim Facharzt:

    Jahr 2018:

    Kosten ca. 300 EUR. Dieser hat die Tests jedoch abgelehnt, weil nicht aussagekräftig:

    „Eine nachgewiesene Sensibilisierung im RAST- oder Prick-Test ist daher nicht als Erkrankung zu werten“.


    • Neuer Allergietest Jahr 2025:

    RAST- und Prick-Test durchgeführt:

    „Erst in höchsten Provokationsstufen zeigt sich eine minimale lokale Reizung der Konjunktiven...“

    „Bei fehlender Symptomlast und fehlender Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme, haben diese Befunde definitiv keinerlei Krankheitsrelevanz. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters ist auch nicht davon auszugehen, dass aus der Sensibilisierung jemals relevante Krankheitsfolgen entstehen.“


    Alles abgelehnt....

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen