Opportunitätskosten Versicherung

  • Hallo zusammen,

    ich bin 42 Jahre alt, seit 2018 habe ich entschlossen mich mit dem Thema "sparen" bzw. Rentenlücke schließen ernsthafter auseinander zusetzten und bin deshalb bei einem Finanzberater gelandet, der mir natürlich super teure Versicherungen verkauft hat. Trotzdem bin ich irgendwie dankbar das ich mich wenigstens damit beschäftigt habe für die Rente zu sparen und nicht nur auf materielle Dinge. Somit habe ich gelernt einen Sparplan aufzusetzen und diesen auf strikt durchzuführen.

    Also wie ihr seht leider ein paar Fehler gemacht. Nach "Bodo Schäfer" und sonstigen Büchern dann auf Youtube endlich zu den richtigen "Beratern" gefunden und alles selbst in die Hand genommen. Die Basics sind mir somit seit ein paar Jahren bekannt und ich kann auch mit Einbrüchen umgehen. Notgroschen hab ich auch aufgebaut € 15.000 sowie plane und budgetiere ich meine finanziellen Ausgaben und Ziele.

    So nun kurz zu meiner Situation:

    Ich habe nun seit rund 3 Jahren alle Fonds zu denen mir der Finanzberater geraten hat verkauft und in ETFs investiert. Die Fonds hatten einen Ausgabeaufschlag von 5% und Verwaltungsgebühren von 1,8%, unglaublich wenn ich darüber nachdenke. Ich kann nicht genau sagen ob ich Gewinne oder Verluste gemacht habe, da alles sehr intransparent war. Nun monitore ich alles separat in Excel.

    Jetzt sind noch zwei Altlasten offen, eine Versicherung mit "Wertpapiermantel" die dann Steuerfrei ausgezahlt wird wann ich 65 Jahre alt bin, aber die Anfangskosten waren enorm.

    Konkret habe ich bis jetzt eingezahlt € 11.250,- (ein monatlicher Sparplan von € 150 läuft auch noch) Wert der Versicherung aktuell € 7.950,- also 30% im Minus.

    Dann noch ein Fonds "DJE Mittelstand" bei dem ich die Sparrate vor 2 Jahren eingefroren habe, eingezahlt insgesamt € 8.000,- Wert aktuell €6.400,- also 20 % im Minus.

    Ich stell mir seit nun 3 Jahren die Frage ob ich diese zwei Altlasten verkaufen soll, auch wenn sie im Minus sind und in ETFs investieren, oder soll ich warten bis sich die Kurse halbwegs erholt haben?

    Bei ETF fahre ich eine 70/30 Strategie, Depotwert knapp € 50.000


    Mein mittelfristiges Ziel ist es so schnell wie möglich € 100.000 im Depot aufzubauen. Wenn ich so weiter mache sollte das in 3-5 Jahren erledigt sein. Nettoverdienst € 3500 monatlich bei 14 Gehältern, davon schaffe ich mtl. insgesamt € 660 zu sparen, wobei € 510 in die ETF fließen. Notgroschen wie gesagt € 15.000. Ein Jobwechsel steht in ein paar Wochen an und dann kann ich meine Sparrate nochmals etwas steigern... Lebenssituation 13 Jahre alte eigengenutzte Immobile vorhanden, die ich aber noch am abbezahlen bin, deshalb die eher niedrige Sparquote. Und ich will natürlich auch Leben, ein gesunder Mittelweg ist mir wichtig.

    Was würdet ihr mir raten, den Verlust zu realisieren und endlich umzuschichten in die ETFs oder lieber abwarten bis sich die Kurse erholt haben, dann aber die Opportunitätskosten in Kauf zu nehmen?

  • Kater.Ka 11. Mai 2026 um 17:59

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • ......

    eine Versicherung mit "Wertpapiermantel" die dann Steuerfrei ausgezahlt wird wann ich 65 Jahre alt bin, aber die Anfangskosten waren enorm.

    die lässt sich sicher beitragsfrei stellen. Ist der "Wert" auch der Rückkaufswert oder nur der "fiktive" Wert?
    Auf jeden Fall würde ich die 150 Euro stoppen und anderweitig investieren (=ETF).

    Und bei deinem "DJE Mittelstand" könnte ein Ende mit Schrecken die bessere Alternative sein. Wer weiß, ob und wann sich dieser Fonds erholt. Und dann hast du immer noch kein Plus gemacht.
    Was heißt "einfrieren der Sparrate"??? Keine mehr oder wird nicht mehr erhöht.
    Falls du nicht mehr einzahlst ist das doch das Zeichen, dass du von der Anlage nicht mehr überzeugt bist.

  • Die letzten Jahre lief es an der Börse ziemlich gut. Wenn deine beiden Produkte in der Phase nicht gut performt haben, wüsste ich wie Tomarcy gerne, wann dann?

    Also steckt da etwas Brauchbares drin? Dann gerne abwarten. Wenn nicht, schnell verkaufen. So schlimm sind Verluste auch nicht. Die meisten Anschaffungen im Leben bucht man wertlos aus.

  • Warum sollen die sich erholen ? Schau mal, was da in der „Verpackung“ drin ist und überlege die Strategie der Zukunft.

    Ja gute Frage, eventuell erholen sich die nie. In der Versicherung sind enthalten:

    1. VPI World Invest AT0000707401
    2. VPI World Select AT0000A026V3
    3. VPI Nature AT0000A2QS03

      Mir gehts halt drum nicht mit Minus zu verkaufen.

  • ......

    die lässt sich sicher beitragsfrei stellen. Ist der "Wert" auch der Rückkaufswert oder nur der "fiktive" Wert?
    Auf jeden Fall würde ich die 150 Euro stoppen und anderweitig investieren (=ETF).

    Und bei deinem "DJE Mittelstand" könnte ein Ende mit Schrecken die bessere Alternative sein. Wer weiß, ob und wann sich dieser Fonds erholt. Und dann hast du immer noch kein Plus gemacht.
    Was heißt "einfrieren der Sparrate"??? Keine mehr oder wird nicht mehr erhöht.
    Falls du nicht mehr einzahlst ist das doch das Zeichen, dass du von der Anlage nicht mehr überzeugt bist.

    keine Sparrate mehr, auch hier selbes Thema, ich möchte nicht mit Verlust verkaufen, es kann ja auch sein das ein ETF mal ein paar Jahre einbricht...

  • Die letzten Jahre lief es an der Börse ziemlich gut. Wenn deine beiden Produkte in der Phase nicht gut performt haben, wüsste ich wie Tomarcy gerne, wann dann?

    Also steckt da etwas Brauchbares drin? Dann gerne abwarten. Wenn nicht, schnell verkaufen. So schlimm sind Verluste auch nicht. Die meisten Anschaffungen im Leben bucht man wertlos aus.

    Bitte wie oben habe ich die Fonds der Verschicherung inkl. ISIN notiert, was hält ihr davon?

    Und hier der Fonds der 20% im Minus ist und nicht mehr bespart wird.

    1. DJE Mittelstand LU1227570055

    Was denkt ihr von dem? verkaufen oder abwarten?

    PS: ich achte sehr darauf das ich keine Anschaffungen mache die ich irgendwann im Leben dann wertlos ausbuchen muss.

  • ...habe ich nicht fertig gelesen:

    Da stellt sich die Frage nach Darlehnszins und Sondertilgungen.

    Ich habe die Immobilie bewusst rausgelassen aus der Fragestellung da mir bewusst ist das Kaufen nicht immer die wirtschaftlichste Entscheidung ist. In meinem Fall war es eine bewusste Lifestyle entscheidung, Aber für dich: ca. 40 des Darlehens sind mit 1% fixverzinst unschlagbar auf noch 7 Jahre. Die restlichen 60% sind leider nicht so günstig und laufen noch 25 Jahre mit dem "3-Monatseuribor" + Zinsaufschlag für die Bank. Ich mache aber immer wieder unregelmäßig Sondertilgungen bei z.b. 13 oder 14 Gehalt. Wenn ich den neuen Job habe wird 50% der Lohnerhöhung in eine monatliche automatisierte Sondertilgung reinlaufen. Nach meinen Berechnungen bin ich wenn nicht irgendwelche Schicksalsschläge kommen in ca. 13 Jahren schuldenfrei.

  • Mir gehts halt drum nicht mit Minus zu verkaufen.

    Einer der Klassiker unter den Fehlern: Lieber jahrelang auf die (vielleicht nie stattfindende) Erholung warten als mit Verlust zu verkaufen und das Geld "sinnvoll" zu investieren...

    Natürlich weißt du vorher nie, was die Zukunft bringt, aber stelle dir die Frage: Würdest du in das, in was du jetzt investiert bist, auch heute noch "frisches" Geld investieren?

    • Wenn die Antwort Ja ist, dann lasse auch das "alte" Geld drin.
    • Wenn die Antwort Nein ist, dann solltest du das "alte" Geld herausnehmen und anderweitig anlegen, denn "frisches" und "altes" Geld sind nur Denkmuster in unseren Köpfen, wobei das der Geldsumme egal ist, wo und wie lange sie schon irgendwo liegt. Entscheidend ist das Hier und Jetzt. (Einzige Ausnahme: Durch den Verkauf würden sehr hohe Kosten entstehen, die man durch ein Liegenlassen nicht hätte. Diese Kosten müssten aber mit der zu erwartenden Rendite der "besseren" Geldanlage gegengerechnet werden. Und in den allermeisten Fällen ist der Verkauf dann doch die bessere Wahl.)
  • Ich habe mal mit paar Prozent Verlust verkauft, den Kurs dann weiter beobachtet. Er ist natürlich wieder ins Plus gestiegen, so ca. 20%. Ich war aber draußen und blieb es auch. Gut so, denn der Kurs hat sich danach halbiert und nie mehr erholt.

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