Betriebliche Altersversorgung (bAV) - beibehalten oder alternative Suchen

  • Hallo zusammen,

    ich habe mit 24 Jahren eine bAV über einen Versicherungsvertreter bei der Zurich Deutscher Herold (DWS Investment) abgeschlossen.

    Ich habe festgestellt, dass das Fondsguthaben lediglich bei 17.900 EUR liegt, obwohl durchgehend 224 EUR eingezahlt wurden.

    Mir ist bewusst, dass die eingezahlten Beiträge „garantiert“ sind, jedoch war ich damals der Annahme, dass eine gemanagte Fondsanlage wenigstens 3% Wertentwicklung über die Jahre erzielen wird und so montl. ca. 900 EUR Zusatzrente durch die bAV dazukommen. Die garantierte montl. Zusatzrente durch die bAV läge sonst lediglich bei 350 EUR (wenn bis zum Ende bespart wird).

    Wenn ich jedoch die letzte Guthabenmitteilung sehe, zweifle ich stark daran, da fast 24.000 EUR (50%) im Vergleich zum eingezahlten Guthaben „fehlen“. Um die 3% zu erreichen, ist die Differenz nochmals größer.

    Ich habe noch 25 Jahre die Möglichkeit vorzusorgen und habe jetzt nach der ersten Etappe das Gefühl, dass ich da eine alternative zu der Zurich bAV benötige, oder etwas unternehmen muss. Aktuell bespare ich bereits einen Welt ETF über mein Netto, jedoch wie soll ich mit der bAV von der Zurich umgehen?

    Wenn ihr mehr Erfahrung in dem Bereich habt, könnt ihr mir da vielleicht bei den folgenden Fragen behilflich sein, oder andere sinnvolle alternativen nennen?

    1. Ist es sinnvoll die Zurich bAV weiterhin mit 224 EUR zu besparen, oder doch besser Beitragsfrei stellen?
    2. Soll ich eine alternative bAV abschließen und die 224 EUR hierhin routen?
    3. Wie kann das sein, dass eine gemanagten Fondsanlage im Rentenbereich so schlecht performt?
    4. Wie wäre eure Empfehlung in so einer Situation?

    Produkt

    • bAV Direktgarant Premium
    • Regelbasierte Fondsgebundene Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG
    • „optimale Renditechancen durch individuelles und tagesgenaues Fondsmanagement“


    • Einzahlung: 152 Monate x 224 EUR Beitrag = 34.048,00 EUR
    • Guthaben Mitteilung 12/2025 = 17.900 EUR
    • 224 EUR montl. Brutto (194 EUR durch mich / 30 EUR durch AG)


    • Kosten bisher = 6.555 EUR
    • 4.623 EUR Abschluss & Vertrieb (einmalig)
    • 200-250 EUR jährlich Verwaltungskosten lt. Guthabenmitteilung


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  • Kater.Ka 21. September 2026 um 17:26

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hallo andi8801 , die 3 % fallen auf den Beitragsteil an. Deine Einzahlungen bestehen nur zum Teil aus Beträgen, die als Beiträge angespart werden. Ein Teil geht als Gebühren an die Versicherung, manchmal ist eine Beitragsfreistellung im BU-Fall enthalten. Diese Beträge werden nicht angespart und folglich auch nicht verzinst.

    Wie sind denn die konkreten Bedingungen für deinen Vertrag?

    Hast du nur die eingezahlten Betäge garantiert oder auch eine bestimmte Rendite?

    Was ist denn die garantierte Rente, wenn du bis Renteneintritt weitersparst?

    Was ist die garantierte Rente, wenn du den Vertrag heute beitragsfrei stellst?

    Du hast geschrieben, dass dein AG 30 € beisteuert. Das ist gerade mal ein Hauch über dem Mindestmaß von 15 %.

    Gibt es irgendwelche Gründe, aus denen du in eine zertifizierte Altersvorsorge einzahlen musst, um die Beträge in Abzug bringen zu können? Z.B. könnten Unterhaltspflichten so etwas sein.


    Solche bAV-Verträge sind in den allermeisten Fällen für niemanden ein guter Deal außer für die Versicherung. Details siehe z.B. https://hartmutwalz.de/bav-petra/


    Wenn es keine Gründe gibt, dass du in eine zertifizierte Altersvorsorge einzahlen musst/solltest/willst, ist ein einfacher ETF-Sparplan die bessere Option.

  • Ich bin kein Experte für bAV, aber meine Direktversicherung habe ich beitragsfrei gestellt. Sie hat sich nach Kosten einfach nicht gerechnet. Ganz bitter wird es, wenn man an die fällige Steuer in der Auszahlungsphase denkt.

    Dass Du den Vertrag kritisch hinterfragst, ist der erste und richtige Schritt. Ich würde aber keine alternative bAV abschließen, denn dann kommst Du vom Regen in die Traufe.

    Seit ich das freigewordene Geld in Aktien-ETF anlege, sehe ich endlich einen Fortschritt im Vermögensaufbau. Das würde ich mir an deiner Stelle auch überlegen.

  • Ich habe noch 25 Jahre die Möglichkeit vorzusorgen

    24 + 152/12 = 37, max 38. 38+25 = 63 Jahre

    Falls Du nicht so Vorsorgst, dass Du die Zeit von 63 bis 64,5 (oder 65) aus eigener Kasse tragen kannst oder Du dann mit ALG1 rechnest/auskommst, würde ich mittlerweile nicht mehr damit rechnen, als gesunder Mensch in 25 Jahren mit 63 (und Abschlägen) in Rente gehen zu können.

    Soll ich eine alternative bAV abschließen und die 224 EUR hierhin routen?

    Da ich mal davon ausgehe, dass auch eine alternative BAV bei Dir kein sehr gutes Produkt vom AG oder einer Gewerkschaft sein wird (wobei ich vom Chemie-Pensionsfonds auch nicht wirklich viel halte, außer um die Tarifzuschüsse möglichst optimal abzugreifen), dürfte ohne ext. Zwänge eine private Anlage Deiner Nettobeträge für Dich sinnvoller sein.

    Mit Grundsicherung oder Wohngeld in der Zeit bis zum Rentenbeginn ist vermutlich nicht zu rechnen, Du hast auch kein Problem damit, Dich lebenslang um eine gute Auszahlung zu kümmern, Du zahlst den Netto-Sparbetrag die kommenden 25 Jahre ohne Unterbrechung (auch bei einem Markteinbruch) und gehst nie an das Geld. andiii_98 hat noch mind. einen weiteren Grund genannt, warum individuell die Zahlung von Gebühren an eine Versicherung ggf. doch sinnvoll, wenn auch nur sehr selten lukrativ sein könnten.

    Zwischenfazit: eine von einer Versicherung organisierte, lebenslange Rente kann für viele Menschen etwas anderes sein wie eine privat organisierte. Wer an der privaten Organisation Spaß hat (und haben wird), fährt bei nur 15% AG-Zuschuss und ohne ext. Zwänge nahezu immer besser damit wie mit einer BAV.

    Die geschätzt 126€/Monat Netto (194€ - 35% Steuern) könnten nach 25 Jahren einen Depotwert von 102.600€ (7% Rendite im Schnitt) haben, mit einem Gewinn von 64.864€

    Das ergäbe für eine einfache Auszahlung, der vermutlich, aber nicht sicher für 30 Jahre inkl. Inflationsausgleich reichen könnte, ca. 340€ Brutto-Anfangsbetrag im Monat.

    Diese 340€ darfst Du aber nicht mit den 350€ der BAV vergleichen. Steuern und ggf. Sozialbeiträge sind (heute jedenfalls) anders, und das mit KVdR oder PKV zu Gunsten der privaten Anlage. Außerdem gibt es bei der BAV oft nur 1% Steigerung im Jahr, wenn überhaupt.

    Dafür könnten die 350€/Monat zugesichert sein, fällt der Markt mit 62 um 40%, bleibt dort bis zu deinem Rentenbeginn und Du bist nicht darauf vorbereitet, dann reicht das Geld im ETF entweder viel kürzer oder Du solltest/musst die Entnahme temporär reduzieren. Temporär konnten auch schonmal 10-15 Jahre sein.

    Eine Alternative bei dem Zeithorizont und dem geringen AG-Zuschuss könnte ab 2027 ein Altersvorsorgedepot sein, falls Du damit eine Förderung erhältst und am Ende mit den Auszahlungsmöglichkeiten kein Problem hast.

  • Naja wohin die BAV Zahlungen gehen entscheidet der Arbeitgeber, du kannst nur entscheiden ob du dahin zahlst oder nicht. Wahrscheinlich kommst du mit einem Invest in einen ETF außerhalb der BAV besser weg. Ob das neue AVD für dich besser ist müsstest du für dich berechnen.

  • Willkommen im Club der 'finanziell geschädigten' bAV-Versicherten. :evil:

    Mir ist bewusst, dass die eingezahlten Beiträge „garantiert“ sind, jedoch war ich damals der Annahme, dass eine gemanagte Fondsanlage wenigstens 3% Wertentwicklung über die Jahre erzielen wird und so montl. ca. 900 EUR Zusatzrente durch die bAV dazukommen.

    Dann sollte Dir inzwischen klar geworden sein, dass Deine Annahme falsch war.
    Und Du solltest mal darüber nachdenken, was die Beitragsgarantie konkret bedeutet. Die Beitragsgarantie sichert Dir alle Deine Beiträge und Zulagen zum Ablauf der Ansparphase (Beginn der Rente).
    Und genau das da ist auch das erste Ziel der Versicherung. Deine Beitragsgarantie erfüllen. Von einer möglichst hohen Rendite für Dich hat die Versicherung nicht viel. Ganz im Gegenteil. Die Versicherung geht dabei noch das Risiko ein, dass Sie die mögliche Beitragsgarantie nicht erfüllen kann. Und jetzt frage Dich selbst mal, was die Versicherung tun wird?
    Und was bedeutet die Beitragsgarantie nun konkret für Dich als Versicherten? Du wirst keine große Rendite erzielen. Viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass Du Dich mit einem Garantieprodukt i.d.R. Arm sparst. Weil 100€ die Du heute sparst eben in 20 Jahren nicht mehr 100€ an Kaufkraft besitzen (Inflation). Eine Altersvorsorge, die langfristig nicht wenigstens die Inflation ausgleicht ist keine Altersvorsorge.
    Langfristig liegt die Inflationsrate in Deutschland bei etwa 2,5% p.a.

    Was kannst Du nun tun?
    Den Vertrag kündigen und das Kapital anders anlegen?
    Ist bei einer bAV sehr häufig nicht möglich. Ich habe vor 20 Jahren auch eine bAV in Form einer Direktversicherung abgeschlossen. Kündigung des Vertrags ist explizit ausgeschlossen. Ich komme erst 2037 wieder an mein Geld.<X

    Den Vertrag beitragsfrei stellen?
    Die Option wäre dann die Alternative, wenn eine Kündigung nicht möglich ist. Habe ich seinerzeit auch gemacht.
    Schauen wir uns mal Deine Zahlen an.

    • Einzahlung: 152 Monate x 224 EUR Beitrag = 34.048,00 EUR
    • Guthaben Mitteilung 12/2025 = 17.900 EUR
    • 224 EUR montl. Brutto (194 EUR durch mich / 30 EUR durch AG)

    Unter der Voraussetzung, dass für Deinen Vertrag eine 100%ige Beitragsgarantie gilt, muss die Versicherung Dir zum Ablauf (Beginn der Rentenphase) mind. die eingezahlte Summe bereit stellen (Rente oder einmalige Kapitalabfindung).
    Rechnen wir mal.
    Bei (angenommenen) noch 25 Jahren Laufzeit der Versicherung, garantiert Dir dieser Vertrag zu den obigen Zahlen eine Rendite von 2,6% p.a. bei Beitragsfreistellung zum 01/2026.
    Nicht üppig, aber durchaus üblich.
    Ich würde mal nachschauen, wie viele Jahre es lt. Versicherungsunterlagen noch konkret sind und dann nochmal genau rechnen.

    PS: Ja, die Kosten sind für immer weg. Die siehst Du auch nie wieder! Aber es bringt nichts verschütteter Milch hinterher zu weinen. Einzig die zukünftige Rendite spielt jetzt noch eine Rolle für Dich und Dein Geld.

    Einmal editiert, zuletzt von monstermania (22. September 2026 um 08:45)

  • Wie sind denn die konkreten Bedingungen für deinen Vertrag?

    Hast du nur die eingezahlten Betäge garantiert oder auch eine bestimmte Rendite?

    Was ist denn die garantierte Rente, wenn du bis Renteneintritt weitersparst?

    Was ist die garantierte Rente, wenn du den Vertrag heute beitragsfrei stellst?

    Es ist eine bAV mit Entgeltumwandlung (Fondsanlage) und davon sind die eingezahlten Beiträge garantiert. Eine Rendite ist nicht vereinbart, es gibt nur eine Hochrechnung der Rente, wenn sich die Anlage mit 3%, 6% etc. entwickelt.
    Wenn ich die 224 EUR bis Renteneintritt weiter einzahle, ist sind ca. 350 EUR Rente garantiert.
    "zum Ablauftermin nach Beitragsfreistellung Garantierte monatliche Rente" lt. letzter Guthabenmitteilung beträgt 105 EUR.


    Du hast geschrieben, dass dein AG 30 € beisteuert. Das ist gerade mal ein Hauch über dem Mindestmaß von 15 %.

    Gibt es irgendwelche Gründe, aus denen du in eine zertifizierte Altersvorsorge einzahlen musst, um die Beträge in Abzug bringen zu können? Z.B. könnten Unterhaltspflichten so etwas sein.

    Ich bin fast 20 Jahre beim selben AG und Anfangs wurde durch den AG eine "Kapitalversicherung mit Verrentung der Erlebensfallsumme" für Mitarbeiter abgeschlossen und 10 EUR monatlich durch den AG eingezahlt. Zusätzlich gab es 20 EUR monatlich VWL durch den AG. Beim Abschluss der bAV kamm der Vorschlag die 30 EUR in die bAV einfließen zu lassen und der AG hat zugestimmt. Mit Unterhaltspflichten hat das nichts zu tun.


    Solche bAV-Verträge sind in den allermeisten Fällen für niemanden ein guter Deal außer für die Versicherung. Details siehe z.B. https://hartmutwalz.de/bav-petra/


    Wenn es keine Gründe gibt, dass du in eine zertifizierte Altersvorsorge einzahlen musst/solltest/willst, ist ein einfacher ETF-Sparplan die bessere Option.

    Danke für den Link, hier werden viele Nachteile erklärt, sieht aus als hätte mich mein Gefühl nicht getäuscht. Schade, dass ich jetzt viel Zeit, fast 15 Jahre, für die Vorsorge teils verloren habe.

    andiii_98  fotoman  monstermania Bei einer Beitragsfreistellung, die mir jetzt auch als sinnvoll erscheint, habt ihr eine Empfehlung, was ich dann mit den 1x 10 EUR bwz. 1x 20 EUR umgehen soll? Erneute auf VWL und die Kapitalversicherung umstellen?

    Nach Beitragsfreistellung würde ich dann zusätzlich aus meinem Netto einen ETF investieren.

    Mit Altersvorsorgedepot müsste ich mich auch noch beschäftigen. Hoffe es wird dann nicht eine bAV 2.0...


    Willkommen im Club der 'finanziell geschädigten' bAV-Versicherten. :evil:

    Danke, aber schade, dass es dich auch erwischt hat...


    Und genau das da ist auch das erste Ziel der Versicherung. Deine Beitragsgarantie erfüllen. Von einer möglichst hohen Rendite für Dich hat die Versicherung nicht viel. Ganz im Gegenteil. Die Versicherung geht dabei noch das Risiko ein, dass Sie die mögliche Beitragsgarantie nicht erfüllen kann. Und jetzt frage Dich selbst mal, was die Versicherung tun wird?

    Ich fühle mich auch betrogen, weil z.B. in den Unterlagen „optimale Renditechancen durch individuelles und tagesgenaues Fondsmanagement“ als Vorteil der von mir abgeschlossenen bAV aufgeführt wird.

  • Ich fühle mich auch betrogen, weil z.B. in den Unterlagen „optimale Renditechancen durch individuelles und tagesgenaues Fondsmanagement“ als Vorteil der von mir abgeschlossenen bAV aufgeführt wird.

    Ja , so ist leider die Finanzindustrie.

    Erstellt Hochglanzprospekte und blendet damit die Kleinanleger die von findigen Finanzprodukteverkäufern in die Produkte gesteckt werden. Die meisten Arbeitgeber haben bestimmt auch kein Interesse daran das diese FINANZINDUSTRIE sich die Taschen voll macht und ihre Beiträge bei den Arbeitnehmern in Armsparprodukte landen.

    Jeder der kritisch Rechnen kann kommt auf die Lösung das die meisten Produkte nix für den Sparer sind. Nur wird diese Kritische Rechnen leider oft vergessen da man den falschen Menschen vertraut.

    Ärger dich nicht und schlage einen neuen Weg ein. Du hast noch genügend Zeit einige Fehler auszubügeln.

  • Bei einer Beitragsfreistellung, die mir jetzt auch als sinnvoll erscheint, habt ihr eine Empfehlung, was ich dann mit den 1x 10 EUR bwz. 1x 20 EUR umgehen soll? Erneute auf VWL und die Kapitalversicherung umstellen?

    Da müsste man klären, was der AG mit dem 20€/30€ machen würde. VWL kann es nicht sein, jeder VWL-Vertrag kann nur 6 Jahre bespart werden und muss dann mind. 1 Jahr ruhen. Von einer BAV, die VWL fähig wäre, habe ich noch nicht gehört.

    Ob der AG die 30€ aber brutto in eine BAV zahlt oder Brutto in einen VWL-Sparplan, dürfte für ihn auf das Selbe heraus kommen. Bzw. seit kurzen dürfte er froh darüber sein, da er bei einer BAV mind. 15% Deiner Einzahlungssumme selber bezuschussen muss.

    Bei uns gibt es (IGBCE) keine echte VWL sondern der Betrag ist, tarifvertraglich geregelt, nur als Zuschuss zur BAV möglich.

    Wenn der AG das mitmacht, würde ich das Geld einfach in meinem FTSE All-World einzahlen lassen. Das gäbe dann aber keine 30€ sondern nach Abzügen eher 15-20€ Netto. Wenn es echte VWL ist, dann halt irgendein VWL-Produkt mit ETFs suchen und darein einzahlen lassen. die Produkte sind (oder waren zumindest) in der Regel teurer wie ein normaler ETF-Sparplan.

    Ob ich mit all dem am Ende eine höhere, lebenslange Rente erwarten würde wie die garantierte mit der BAV? Höchstens wegen der GKV-Abzüge bei der BAV und bisher keinen Abzügen beim ETF.

    Ich fühle mich auch betrogen, weil z.B. in den Unterlagen „optimale Renditechancen durch individuelles und tagesgenaues Fondsmanagement“ als Vorteil der von mir abgeschlossenen bAV aufgeführt wird.

    Wer weiss, was mir mein Autohersteller alles vollmundig in seiner Werbung versprochen hat?

    Der Vertreter, der mir 1999 meine private RV verkauft hat, hat neben den garantierten Beträgen eine Traumrendite von 6,78% p.A. genutzt. Keine Ahnung, warum ich ihm das schon damals nicht geglaubt habe und nur auf die garantierten Beträge geschaut habe.

  • Jeder der kritisch Rechnen kann kommt auf die Lösung das die meisten Produkte nix für den Sparer sind.

    Das Ziel einer BAV ist nicht der Kapitalaufbau für einen Sparer sondern die Säule 2 der deutschen Altersvorsorge. Da die allermeisten ihre nötigen Alterseinkünfte nicht durch die Säule 1 vollständig decken können, dient die BAV also auch der Deckung des Langlebigkeitsrisikos.

    Die meisten Arbeitgeber haben bestimmt auch kein Interesse daran das diese FINANZINDUSTRIE sich die Taschen voll macht

    Wenn das so wäre, hätten die AG Möglichkeiten, sich passend zu informieren und ihren AN ein gutes Produkt anzubieten. Das kostet aber Zeit und damit unproduktives Geld für den AG der anscheinend meist nicht erwartet, dass AN lange bei ihm bleiben. Daher ist das für die meisten AG Zeitverschwendung.

  • Wenn ich die 224 EUR bis Renteneintritt weiter einzahle, ist sind ca. 350 EUR Rente garantiert.
    "zum Ablauftermin nach Beitragsfreistellung Garantierte monatliche Rente" lt. letzter Guthabenmitteilung beträgt 105 EUR.

    Auch ich bin Mitglied im Club der bAV-Geschädigten.

    Von den 105 Euro gehen nicht nur Steuern ab sondern bei Überschreitung des Freibetrags (187,25 Euro) auch noch Kranken- und Pflegeversicherung. Übrigens berechnen sich auch eine ganze Reihe der Sozialversicherungen aus Deinem Bruttoeinkommen, das durch die bAV verringert wird. Du bekommst also nicht nur eine dauerhaft niedrigere Rente durch weniger Rentenpunkte. Im Krankheitsfall oder bei Arbeitslosigkeit fallen die entsprechenden Zahlungen ebenfalls niedriger aus. Zumindest die beiden letzten kannst Du mittelfristig durch Beitragsfreistellung wiedergewinnen. Gerade im fortgeschrittenen Alter aber auch angesichts der anstehenden KI-Wandels beides ein sinnvoller Schutz.

    Welche Möglichkeiten Du für VL-Leistungen des Arbeitgebers hast, würde ich versuchen über die Personalabteilung zu erfragen.

  • Mit Altersvorsorgedepot müsste ich mich auch noch beschäftigen. Hoffe es wird dann nicht eine bAV 2.0...

    Wenn Du Dich für ein selbst gemanagtes AV-Depot entscheidest, sollte das nahezu ausgeschlossen sein. Da gibt es aber eben auch keine Garantien!
    Und auch keine lebenslange Rentenzahlung (nur Auszahlplan!).
    Natürlich lässt sich auch ein Auszahlplan entsprechend gestalten. Z.B. Auszahlung bis 100 oder 110. Das verringert dann natürlich wieder die pot. Höhe der monatlichen 'Rente'.

    Es wird auch beim AV-Depot die Möglichkeit geben das Ganze komplett einer Versicherung zu überlassen. Mit voller Beitragsgarantie und lebenslanger Rentenzahlung. Und natürlich mit allen Nachteilen, die sich daraus ergeben (wenig Renditechancen).
    Man muss für sich abwägen, wie wichtig einem z.B. die lebenslange Rentenzahlung ist.

    Ich fühle mich auch betrogen, weil z.B. in den Unterlagen „optimale Renditechancen durch individuelles und tagesgenaues Fondsmanagement“ als Vorteil der von mir abgeschlossenen bAV aufgeführt wird.

    Davon solltest Du Dich lösen. Ist schlichtweg reines Marketing.
    Ich habe 1990 eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen (damaliger Garantiezins 3,5% auf den Sparanteil).
    Natürlich wurde seither jedes Jahr eine Prognoserechnung präsentiert, wie sich die Rendite entwickeln könnte. Und bis ca. 2010 sah das Alles auch noch ganz brauchbar aus.
    Aber dann begann die Niedrigzinsphase. In den letzten Jahren hast sich die Prognose der Versicherung immer mehr der Garantiesumme des Vertrags angenähert. Ich rechne zur Auszahlung 2031 auch nur noch mit dem Garantiewert. Wenn es dann noch ein paar Überschüsse gibt freue ich mich.
    Einzig die Steuerfreiheit dieses Altvertrags sorgt dafür, dass es kein totaler Griff ins Klo war.

    Über meine bAV (Direktversicherung) von 2006 hülle ich lieber den Mantel des Schweigens. Mein größter finanzieller Fehler. Effektive Rendite 1,6% und damit deutlich unterhalb der langfristigen Inflationsrate in der Eurozone. <X

  • Bei einer Beitragsfreistellung, die mir jetzt auch als sinnvoll erscheint, habt ihr eine Empfehlung, was ich dann mit den 1x 10 EUR bwz. 1x 20 EUR umgehen soll? Erneute auf VWL und die Kapitalversicherung umstellen?

    Nach Beitragsfreistellung würde ich dann zusätzlich aus meinem Netto einen ETF investieren.

    Meine Anmerkung bzgl Unterhalt bezog sich drauf, dass man als Unterhaltszahler angemessene Altersvorsorge zum Abzug bringen kann. Da gehen aber meist nur „offizielle“ Verträge, kein ETF-Sparplan.


    Wenn das bei dir nicht gegeben ist, würde ich den entsprechenden Nettobetrag in einen ETF-Sparplan stecken. Mit dem wirst du über 25 Jahre weit mehr erreichen als die fehlenden 200€ in der bAV

  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

    Nächste Woche habe ich einen Termin bei der zuständigen Beraterin und da versuche ich alle Details zu klären, die mit einer Beitragserstellung verbunden sind. Ich hoffe ich habe dadurch keine zusätzlichen Nachteile.

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