Entgeltumwandlung

Aus dem Bruttogehalt betrieblich vorsorgen

Sara Zinnecker Stand: 10. Juli 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der Entgeltumwandlung (Gehaltsumwandlung) zahlen Arbeitnehmer Teile ihres Bruttogehalts in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), meist in eine Direktversicherung.
  • Bis zu 260 Euro im Monat (3.120 Euro pro Jahr) sind im Jahr 2018 gefördert: Auf Beiträge bis zu dieser Höhe zahlen Sparer keine Sozialabgaben. Steuerfrei sind sogar bis zu 520 Euro monatlich.
  • Ist die spätere Rente höher als gut 150 Euro im Monat, müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner darauf den vollen Beitrag zur Krankenversicherung zahlen (2018: durchschnittlich 15,6 Prozent).
  • Wer Bruttogehalt umwandelt, zahlt weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Damit sich die Sache lohnt, sollte der Chef Ihren Beitrag mit mindestens 20 Prozent bezuschussen.
  • Mindestens 25 Prozent Zuschuss brauchen Mitarbeiter, die zwischen 4.425 und 6.500 Euro im Monat verdienen. Sie können bei Kranken- und Pflegeversicherung nichts sparen.
So gehen Sie vor
  • Bietet Ihr Chef keine betriebliche Altersversorgung an, fragen Sie ihn danach. Er ist seit 2002 verpflichtet, Entgeltumwandlung zu ermöglichen.
  • Bietet Ihr Chef eine Direktversicherung mit Entgeltumwandlung an, verhandeln Sie mit ihm über einen Zuschuss.
  • Ihr Chef wählt den Vertrag aus. Lassen Sie sich aber trotzdem das Vertragsangebot zeigen und fragen Sie nach den Kosten des Vertrages. Haken Sie nach, ob es eine Alternative mit besseren Konditionen gibt.
  • Bei häufigem Jobwechsel lohnt sich eine Entgeltumwandlung eher nicht. Sie riskieren, viele Verträge parallel zu führen und bei jedem neuen Vertrag wieder Abschlusskosten zu zahlen.
  • Wer oft den Arbeitsplatz wechselt, ist mit anderen Formen der Vorsorge besser beraten, etwa mit einem Riester-Vertrag, einer Netto-Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan.

Mit Hilfe des Chefs fürs Alter vorzusorgen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Die spätere Betriebsrente stockt bestenfalls die gesetzliche Rente auf und hilft, den Lebensstandard im Alter zu halten. Doch sie lohnt sich nicht immer. Vor allem, wenn Sie der Chef auffordert, Teile Ihres Bruttogehalts für eine Lebens- oder Rentenversicherung umzuwandeln, schauen Sie genau hin.

Wie funktioniert die Entgeltumwandlung?

Entgeltumwandlung, auch Gehaltsumwandlung genannt, ist im Bereich der privaten Altersvorsorge ein recht technischer Begriff. Vereinfacht gesagt bedeutet Entgeltumwandlung, dass ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehalts abzwackt und in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) einzahlt.

Oft handelt es sich um eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Chef für den Mitarbeiter ausgesucht und auch abgeschlossen hat. Man spricht dann auch von einer Direktversicherung.

Was sind die Vorteile der Entgeltumwandlung?

  • Auf den Teil Ihres Bruttogehalts, den Sie in die betriebliche Versicherung einzahlen, sparen Sie sich die Sozialabgaben – immerhin gut 20 Prozent – und die persönliche Einkommensteuer. Im Jahr 2018 könnten Sparer maximal 260 Euro monatlich abgabenfrei und maximal 520 Euro steuerfrei in einen bAV-Vertrag zahlen.
  • Nur auf das Einkommen, das verbleibt, fallen dann Abgaben und Steuern an.
  • Auf diese Art sparen Sie staatlich gefördert fürs Alter an: Sie zahlen mehr in den Vorsorgevertrag ein, als Ihnen netto an Einkommen fehlt.
  • Für die Steuererklärung müssen Sie in der Ansparphase nichts weiter beachten. Da das umgewandelte Gehalt direkt vom Lohn abgeht, sind die Beiträge automatisch in der Jahresabrechnung der Lohnsteuer berücksichtigt.
  • Meistens bietet der Chef mit Unterstützung eines Vermittlers nur eine bestimmte Lebens- oder Rentenversicherung an. Der Vertrag ist dann oft etwas günstiger als eine privat abgeschlossener Einzelvertrag.
  • Der Chef kann Ihren Beitrag bezuschussen. Je mehr er das tut, umso eher lohnt sich das Geschäft.

Beispiel: Angenommen, ein lediger Mitarbeiter verdient monatlich 3.000 Euro brutto. Davon zahlt er rund 180 Euro in einen bAV-Vertrag ein, die das Bruttogehalt verringern. Er spart dadurch gut 80 Euro an Sozialabgaben und Steuern – und wendet netto nur 100 Euro für die Altersvorsorge auf.

So viel spart ein Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung

 ohne Entgelt-umwandlungmit Entgelt-umwandlungNettobeitragErsparnis
Monatsbrutto3.000 €2.818 €  
darauf anfallende Sozialabgaben¹623 €585 € 38 €
Einkommensteuer²410 €366 € 44 €
Monatsnetto1.967 €1.867 €100 €82 €

¹ Hierzu zählen die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Als Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung nehmen wir den bundesweiten Durchschnitt von 1,1 % an. Insgesamt gehen knapp 20,8 % des Bruttolohns an Sozialabgaben ab.
² Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Was sind die Nachteile der Entgeltumwandlung?

  • Auf die spätere Betriebsrente müssen Sie vergleichsweise hohe Abgaben zahlen: als gesetzlich krankenversicherter Rentner einmal den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (im Jahr 2018 durchschnittlich 15,6 Prozent). Dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung, das macht weitere 2,55 Prozent.
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an, wenn Sie als Rentner gesetzlich krankenversichert sind und Ihre Betriebsrente (zusammen mit weiteren Versorgungsbezügen, etwa einer Hinterbliebenenrente) höher ausfällt als 152,25 Euro im Monat.
  • Sie erhalten weniger gesetzliche Rente als ohne die Entgeltumwandlung. Denn Sie haben jahrelang etwas geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Maßgeblich für die Rentenansprüche ist Ihr Bruttoeinkommen, das nach Abzug Ihrer Beiträge zur bAV übrig war.
  • Bei schlechter Verzinsung und ohne Zuschuss des Arbeitgebers müssten Sie mehr als 100 Jahre alt werden, um Ihre eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen.

Wann lohnt sich die Entgeltumwandlung?

Damit sich die Entgeltumwandlung am Ende auszahlt, müssen die Vorteile dieser Sparmöglichkeit die Nachteile überwiegen. Anders gesagt: Die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss und der Rendite des Vertrags in den Jahren des Ansparens, müssen die Abzüge in der Rente mehr als kompensieren.

Finanztip hat dazu einige Beispielfälle durchgerechnet. Bei allen gehen wir von einem Mustersparer aus, der über 30 Jahre lang monatlich 182 Euro brutto in eine Direktversicherung (also eine über den Betrieb abgeschlossene Rentenversicherung) einzahlt und durchschnittlich verdient, anfangs also 36.000 Euro.

Basisfall

Der Mustersparer bekommt keine Zuschüsse vom Chef und sein Guthaben verzinst sich nicht. Dann müsste der Sparer, wenn er mit 67 Jahren in Rente geht, 104 Jahre alt werden, um seine eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen. Würde sich das angesparte Guthaben über die Jahre mit moderaten 2 Prozent verzinsen, müsste der Rentner immer noch 91 Jahre alt werden.

So viel Rente bringt die Entgeltumwandlung¹

   Basisfall2 % Verzinsung
Monatsbrutto²3.000 €Rentenbrutto²900 €900 €
Beitrag zur bAV182 €Rente bAV³182 €251 €
Ersparnis Einkommensteuer44 €darauf Einkommensteuer25 €36 €
Ersparnis Sozialabgaben38 €darauf Sozialabgaben34 €46 €
  Nettominderung gesetzl. Rente¹¹41 €41 €
Nettobeitrag zur bAV100 €Nettorente bAV82 €127 €
  Einzahlungen zurück in37 Jahren24 Jahren

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind. 
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro. 
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.  
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Zweiter Fall: Der Arbeitgeber schießt etwas zu

Angenommen nun, der Arbeitgeber würde zusätzlich zur moderaten Verzinsung von 2 Prozent die Beiträge mit 20 Prozent bezuschussen. Dann würde sich die Entgeltumwandlung bereits ausgezahlt haben, wenn der Mustersparer 86 Jahre alt ist.

So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

   Basisfall

AG-Zuschuss und
 2 % Verzinsung

 

Monatsbrutto²3.000 €Rentenbrutto²900 €900 €
Beitrag zur bAV182 €Rente bAV³182 €300 €
Ersparnis Einkommensteuer44 €darauf Einkommensteuer25 €45 €
Ersparnis Sozialabgaben38 €darauf Sozialabgaben34 €55 €
  Nettominderung gesetzl. Rente¹¹41 €41 €
Nettobeitrag Rente bAV100 €Nettorente bAV82 €158 €
  Einzahlungen zurück in37 Jahren19 Jahren

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert. 
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Warum Sie mit dem Arbeitgeber verhandeln sollten

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum Ihr Chef Ihnen einen Zuschuss geben sollte. Dafür gibt es mindestens drei Gründe.

Der wichtigste: Auch der Chef spart sich Sozialabgaben für den Teil Ihres Bruttoeinkommens, den Sie für eine bAV aufwenden. Zahlen Sie etwa 182 Euro monatlich in eine Direktversicherung, kann der Chef 35 Euro – also gut 19 Prozent – einsparen.

Die Ersparnis des Chefs ist etwas geringer als Ihre eigene. Das liegt daran, dass Sie den Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung alleine tragen.

Eingesparte Sozialbeiträge beim Arbeitnehmer und Arbeitgeber

 AusgangsfallEntgelt-umwandlungErsparnis Arbeitnehmer¹Ersparnis Arbeitgeber
Monatsbrutto3.000 €2.818 €  
darauf anfallende Kranken- und Pflegeversicherung298 €280 €18 €15 €
darauf anfallenden Renten- und Arbeitslosen-versicherung326 €306 €20 €20 €
   38 €35 €

¹ Die Ersparnis des Arbeitnehmers bei der Krankenversicherung ist etwas größer als die des Arbeitgebers. Grund dafür ist, dass der Arbeitnehmer für den Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung allein aufkommt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Chefs profitieren aber noch mehr: Sie sparen auch bei den Sozialabgaben für den Mitarbeiter, den sogenannten Lohnnebenkosten. Auch aus diesem Grund haben Arbeitgeber im Zweifel im Topf „bAV“ noch Geld zur Verfügung. Das ist für alle Arbeitnehmer interessant, die in den regulären Gehaltsverhandlungen nicht weiterkommen.

Außerdem hat Ihr Chef bald ohnehin keine Wahl mehr. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom Juli 2017 legt fest, dass Arbeitgeber ab spätestens 2022 bAV-Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen müssen, die ihre Mitarbeiter im Rahmen der Entgeltumwandlung geleistet haben. Mit diesem Argument überzeugen Sie Ihren Chef möglicherweise heute schon davon, sich an Ihren Beiträgen zu beteiligen.

Gutverdiener sparen deutlich weniger

Die Entgeltumwandlung loht sich dann am meisten, wenn Sie sich Sozialversicherungsbeiträge auf Ihren gesamten bAV-Beitrag sparen. Doch nicht jeder Arbeitnehmer kann von dieser Ersparnis profitieren. Denn für das beitragspflichtige Einkommen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber einen Höchstbetrag festgelegt, der jedes Jahr etwas ansteigt. Im Jahr 2018 müssen Sie Sozialbeiträge maximal auf ein Bruttoeinkommen von 4.425 Euro pro Monat bezahlen. 

Wer Entgelt umwandelt und wessen Bruttogehalt auch nach Abzug der bAV-Beiträge immer noch über den 4.425 Euro liegt, hat also keine Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung.

Um die Nachteile zu verdeutlichen, betrachten wir jetzt einen Mitarbeiter, der im Monat 4.700 Euro brutto verdient und 176 Euro seines Bruttogehalts in eine Direktversicherung umwandelt. Das entspricht, analog zum obigen Beispiel, einem Nettobeitrag zur bAV von 100 Euro.

So viel spart ein Gutverdiener durch die Entgeltumwandlung

 ohne Entgelt-umwandlungmit Entgelt-umwandlungDifferenzErsparnis
für den Arbeitnehmer
Monatsbrutto4.700 €4.524 €176 € 
darauf anfallende Kranken- und Pflegeversicherung432 €432 € 0 €
darauf anfallende Renten- und Arbeitslosen-versicherung510 €491 € 19 €
darauf anfallende Einkommensteuer¹903 €846 € 57 €
Monatsnetto2.855 €2.755 €100 € 

¹ Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Die Tabelle macht deutlich, dass der Gutverdiener wegen seines höheren zu versteuernden Einkommens zwar durch die Entgeltumwandlung mehr Einkommensteuer sparen kann (57 statt 44 Euro). Gleichzeitig zahlt er aber nach wie vor den Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. An Sozialabgaben spart er sich nur die Renten- und Arbeitslosenversicherung auf seinen bAV-Beitrag (19 Euro statt 38 Euro).

Ebenso wie der Durchschnittsverdiener muss auch der Gutverdiener auf einen Teil seiner gesetzlichen Rente verzichten.

Chef muss deutlich mehr zuschießen

Ohne Zuschuss des Arbeitgebers und ohne eine Verzinsung der bAV-Beiträge über die Jahre ist die Rendite einer bAV für Gutverdiener sehr schlecht. Ein Rentner müsste deutlich älter als 100 Jahre werden, um seine Beiträge über 30 Jahre wieder hereinzubekommen. 

Schießt der Arbeitgeber die Einsparungen bei Arbeitslosen- und Rentenversicherung (rund 11 Prozent) über die Jahre zu, lohnt sich die Sache immer noch nicht wirklich. Der Mustersparer, der mit 67 in Rente geht, müsste 92 Jahre alt werden, um seinen Einsatz zurückzubekommen.

Fall Gutverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

   BasisfallAG-Zuschuss 25 %
und 2 % Verzinsung
Monatsbrutto²4.700 €Rentenbrutto²1.413 €1.413 €
Beitrag bAV176 €Rente bAV³176 €304 €
Ersparnis Sozialabgaben19 €darauf Einkommensteuer38 €66 €
Ersparnis Einkommensteuer57 €darauf Sozialabgaben33 €56 €
  Minderung gesetzliche Rente¹¹40 €40 €
Nettobeitrag Rente bAV100 €Nettorente bAV66 €142 €
  Einzahlungen zurück in45 Jahren21 Jahren

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut 47 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 1.400 Euro. 
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert. 
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (163 Euro von 4700 Euro) pro Jahr 0,035 Rentenpunkte. Über 30 Jahre macht das gut 1 Rentenpunkt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Erst ein Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent auf die Mitarbeiterbeiträge zur bAV macht die Sache langsam besser. Um seinen Einsatz herauszuholen, müsste der Rentner 88 Jahre alt werden.

Fazit: Wer mehr als 4.425 Euro, aber weniger als 6.500 Euro im Monat verdient und eine Entgeltumwandlung angeboten bekommt, sollte mindestens ein Viertel Zuschuss vom Chef einfordern.

Für Besserverdiener greift nur noch der Steuervorteil

Wer mehr als 6.500 Euro monatlich brutto bekommt, verdient nicht nur über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung. Er bezahlt auch das Maximum an Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Entgeltumwandlung würde diesem Besserverdiener keine Erleichterung bei den Sozialabgaben mehr bringen. Er würde nur noch davon profitieren, dass seine Beiträge seine Steuerlast reduzieren.

Auf der anderen Seite muss ein solcher Sparer keine Minderung bei der gesetzlichen Rente hinnehmen. Insgesamt steht der Besserverdiener recht gut da, wenn er es schafft, seinen Chef zu überzeugen, die eigenen Beiträge mit mindestens 15 Prozent zu bezuschussen. Das wird möglicherweise schwer, weil der Chef keine Sozialabgaben mehr sparen kann. Versuchen sollten Sie es dennoch.

Fall Besserverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

   BasisfallAG-Zuschuss 15 %
und 2 % Verzinsung
Monatsbrutto²6.700 €Rentenbrutto²1.848 €1.413 €
Beitrag bAV164 €Rente bAV³164 €260 €
Ersparnis Sozialabgaben0 €darauf Einkommensteuer41 €41 €
Ersparnis Einkommensteuer64 €darauf Sozialabgaben30 €48 €
  Minderung gesetzliche Rente¹¹0 €0 €
Nettobeitrag Rente bAV100 €Nettorente bAV93 €171 €
  Einzahlungen zurück in32 Jahren18 Jahren

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind. 
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut mehr als 60 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von fast 1.850 Euro pro Monat.
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert. 
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung keine Rentenpunkte. Er zahlt stets den Höchstbeitrag in die Rentenversicherung ein.
 Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Was tun bei häufigem Jobwechsel?

Wer schon heute davon ausgeht, dass er künftig öfter die Arbeitsstelle wechselt, sollte gut überlegen, ehe er sich für eine Entgeltumwandlung – speziell eine Direktversicherung – entscheidet. Gleiches gilt für alle, die möglicherweise zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenstatus wechseln oder eine Weile im Ausland arbeiten wollen. Es besteht die Gefahr, dass Sparer am Ende zu viele Verträge parallel führen, in jeden Vertrag aber nur wenig – oder gar nichts mehr – einzahlen.

Das Problem liegt darin, dass Arbeitnehmer nicht so ohne Weiteres gut verzinste Altverträge zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können. Oft will die neue Firma sich nur um einen Vertragstyp für die komplette Belegschaft kümmern und nicht die Policen mehrere Anbieter parallel verwalten.

So kommt es, dass Angestellte beim Jobwechsel häufig nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder sie beginnen beim neuen Chef einen gänzlich neuen Vertrag und übernehmen den alten Vertrag privat, mit oder ohne weitere Beitragszahlung. Oder sie übertragen gleich das bisher angesparte Vermögen im Altvertrag auf einen neuen Vertrag. Im einen Fall zahlen Arbeitnehmer erneut Abschlusskosten. Im anderen Fall fallen häufig Übertragungskosten an.

Wollen Sie beruflich flexibel bleiben, sollten Sie über andere Arten der Vorsorge nachdenken. Möglich ist zum Beispiel ein Riester-Vertrag, für den es unerheblich ist, wo Sie angestellt sind. Eine günstige Netto-Rentenversicherung mit ETFs oder ein flexibler ETF-Sparplan könnten ebenfalls passende Varianten sein.

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  • Sorgen Sie mit staatlicher Unterstützung fürs Alter vor.
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Rentenversicherung: Hannoversche, Huk24

Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

Zum Ratgeber

Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan

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Autor
Sara Zinnecker

Stand: 10. Juli 2018


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